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ETF für Rentner: So legst du im Ruhestand sinnvoll an

Ein ETF kann auch im Ruhestand eine sinnvolle Ergänzung deiner Altersvorsorge sein. Entscheidend sind dein Anlagehorizont, deine Risikobereitschaft und eine klare Entnahmestrategie.

10 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren ist auch für Rentner die Basis für ein ETF-Investment.
  • Geld, das du in den nächsten fünf Jahren benötigst, gehört auf ein Tagesgeldkonto, nicht in einen ETF.
  • Eine Aktienquote von 30 bis 40 Prozent kann für viele Rentner ein sinnvoller Kompromiss zwischen Rendite und Sicherheit sein.
  • Mit 65 Jahren hast du statistisch noch rund 20 Jahre vor dir, genug Zeit, um Marktschwankungen auszusitzen.

01 · Hintergrund

Warum sich ein ETF für Rentner lohnen kann

Der Ruhestand ist nicht das Ende des Anlegens. Durch die gestiegene Lebenserwartung kann dein Vermögen noch zwei Jahrzehnte oder länger für dich arbeiten.

Mit 66 Jahren hast du statistisch gesehen noch etwa zwei Jahrzehnte vor dir. Dieser lange Zeitraum ist ein starkes Argument dafür, einen Teil deines Vermögens weiterhin in breit gestreute ETFs zu investieren. Der Zweck der Anlage verschiebt sich im Alter jedoch: Es geht weniger um den reinen Vermögensaufbau als vielmehr um den Werterhalt und die Absicherung gegen Inflation.

Ein ETF auf einen globalen Index wie den MSCI World bietet dir eine breite Diversifikation über viele Länder und Branchen. Das reduziert das Risiko, das mit Einzelaktien verbunden ist. Auch im Alter kannst du so von der langfristigen Wertentwicklung des Aktienmarkts profitieren, ohne ständig einzelne Unternehmen beobachten zu müssen.

Entscheidend ist nicht dein Geburtsjahr, sondern deine Strategie. Wer mit 65 Jahren durchschnittlich knapp 20 Jahre vor sich hat, bringt genug Zeit mit, um Marktschwankungen auszusitzen. Selbst mit 70 Jahren kannst du noch investieren, wenn du das Kapital langfristig oder mit Blick auf die nächste Generation anlegst.

  • Ein ETF eignet sich für Vermögen, das du vererben möchtest und das noch viele Jahre arbeiten kann.
  • Für die laufenden Ausgaben der nächsten Jahre bleibt ein Sicherheitspuffer auf dem Tagesgeldkonto die bessere Wahl.

Wer mit 66 Jahren in den Ruhestand geht, hat statistisch gesehen noch etwa zwei Jahrzehnte vor sich. Dieser lange Zeitraum spricht dafür, einen Teil des Vermögens weiterhin in breit gestreute ETFs zu investieren. Der Zweck der Anlage verschiebt sich im Alter jedoch: Es geht weniger um den reinen Vermögensaufbau als vielmehr um den Werterhalt und die Absicherung gegen Inflation.

Ein ETF auf einen globalen Index wie den MSCI World bietet dir eine breite Diversifikation über viele Länder und Branchen. Das reduziert das Risiko, das mit Einzelaktien verbunden ist. Auch im Alter kannst du so von der langfristigen Wertentwicklung des Aktienmarkts profitieren, ohne ständig einzelne Unternehmen beobachten zu müssen.

02 · Was gilt

Der richtige Anlagehorizont im Ruhestand

Die Faustregel ist klar: Geld, das du in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren nicht benötigst, kann in einen ETF. Für kurzfristige Ausgaben brauchst du einen Sicherheitspuffer.

Geld, das breit gestreut am Aktienmarkt investiert wird, sollte mindestens zehn, besser fünfzehn Jahre unangetastet im Depot liegen. Nur so kannst du mögliche Krisen, Crashs und Kursschwankungen aussitzen. Wer immer wieder Geld aus dem Depot ziehen muss, weil das Budget zu knapp berechnet ist, wird auch mal schlechte Zeitpunkte erwischen und gezwungen sein, Verluste zu realisieren.

Für kurzfristige Ausgaben brauchst du einen Sicherheitspuffer. Das sogenannte Schubfach-Konzept trennt dein Vermögen nach dem Zeitpunkt, zu dem du es benötigst. Gelder, die innerhalb der nächsten fünf Jahre gebraucht werden, gehören auf ein sicheres Konto. Mittel, die erst später benötigt werden, können in Aktien-ETFs fließen.

Die Faustregel ist klar: Geld, das du in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren nicht benötigst, kann in einen ETF. Für alles andere gilt: Tagesgeldkonto oder andere sichere Anlagen. So bleibst du liquide, wenn die Kurse fallen, und kannst gleichzeitig an der langfristigen Wertentwicklung teilhaben.

  • Vermögen, das du vererben möchtest, eignet sich für einen ETF mit langem Horizont.
  • Geld für eine geplante Reise in zwei Jahren gehört auf ein Tagesgeldkonto.
  • Dein Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben bleibt ebenfalls sicher angelegt.

Geeignet für ETF

·Vermögen, das du vererben möchtest
·Geld, das du erst in 10 bis 15 Jahren benötigst
·Kapital, das deine Rente langfristig aufbessern soll
·Monatliche Überschüsse, die du nicht für den Lebensunterhalt brauchst

Geeignet für Tagesgeld

·Rücklage für Reparaturen am Haus im nächsten Jahr
·Dein Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben
·Beträge, die du in den nächsten 5 Jahren für den Lebensunterhalt einplanst

03 · Vergleich

Aktienquote im Alter: So findest du dein Maß

Eine einfache Orientierung bietet die Faustregel 100 minus Lebensalter. Für Rentner bedeutet das oft eine Aktienquote zwischen 20 und 40 Prozent, abhängig von deiner persönlichen Situation.

Mit 60 Jahren wären das maximal 40 Prozent deines Kapitals in Aktien, mit 70 Jahren höchstens 30 Prozent und mit 80 Jahren noch 20 Prozent. Diese Regel blendet jedoch eine entscheidende Tatsache aus: Es gibt nicht den einen Rentner oder die eine Rentnerin.

Deine persönliche Risikobereitschaft und dein Sicherheitspuffer sind wichtiger als dein Geburtsjahr. Wer gut aufgestellt ist und auf das investierte Geld lange verzichten kann, darf auch im Alter eine höhere Aktienquote wählen. Wer hingegen regelmäßig Geld aus dem Depot entnimmt, sollte vorsichtiger kalkulieren.

Die Aktienquote hängt auch von deinem Ziel ab. Möchtest du deine Rente aufbessern oder Vermögen vererben, kannst du mehr Risiko eingehen. Steht der Werterhalt im Vordergrund, ist eine moderate Quote sinnvoll. Die Faustregel ist nur eine erste Orientierung, keine starre Vorgabe.

  • Mit 60 Jahren liegt die maximale Aktienquote nach Faustregel bei 40 Prozent.
  • Mit 70 Jahren sind es noch 30 Prozent, mit 80 Jahren 20 Prozent.
  • Dein Anlagehorizont bis zur durchschnittlichen Lebenserwartung beträgt mit 60 Jahren rund 23 Jahre.
Aktienquote nach Faustregel im Vergleich
Mit 60 JahrenMit 70 JahrenMit 80 Jahren
Maximale Aktienquote nach Faustregel40 Prozent30 Prozent20 Prozent
Anlagehorizont bis zur durchschnittlichen Lebenserwartungrund 23 Jahre
Geeignete StrategieRente aufbessern oder Vermögen vererbenVermögen vererben oder langfristig aufbessern

04 · Schritt für Schritt

Das Schubfach-Konzept: Sicherheit und Rendite kombinieren

Mit dem Schubfach-Konzept trennst du dein Vermögen nach dem Zeitpunkt, zu dem du es benötigst. So bleibst du liquide und kannst gleichzeitig langfristig investiert bleiben.

Der erste Schritt ist, deinen Bedarf für die nächsten fünf Jahre zu ermitteln.

Rechne aus, wie viel Geld du in den kommenden fünf Jahren für deinen Lebensunterhalt, geplante Anschaffungen und unvorhergesehene Ausgaben benötigst. Diese Summe gehört auf ein Tagesgeldkonto oder in andere sichere Anlagen. So bist du liquide, wenn die Kurse am Aktienmarkt fallen, und musst keine Verluste realisieren.

Das übrige Vermögen, das du erst in zehn bis fünfzehn Jahren oder später benötigst, kannst du in breit gestreute ETFs investieren. Der Sicherheitspuffer für fünf Jahre ist die Grundlage, auf der du langfristig investieren kannst. Erst wenn dieser Puffer steht, solltest du über Aktien-ETFs nachdenken.

  • Ermittle deinen Bedarf für die nächsten fünf Jahre und lege ihn sicher an.
  • Investiere nur das übrige Kapital in ETFs, das du langfristig nicht benötigst.
  • Überprüfe deinen Sicherheitspuffer regelmäßig und passe ihn an veränderte Ausgaben an.
01

Bedarf der nächsten fünf Jahre ermitteln

Rechne aus, wie viel Geld du in den kommenden fünf Jahren für deinen Lebensunterhalt, geplante Anschaffungen und unvorhergesehene Ausgaben benötigst. Diese Summe gehört auf ein Tagesgeldkonto oder in andere sichere Anlagen.

02

Sicherheitspuffer anlegen

Lege den ermittelten Bedarf als Sicherheitspuffer auf ein Tagesgeldkonto. So bist du liquide, wenn die Kurse am Aktienmarkt fallen, und musst keine Verluste realisieren.

03

Langfristiges Kapital in ETFs investieren

Das übrige Vermögen, das du erst in zehn bis fünfzehn Jahren oder später benötigst, kannst du in breit gestreute ETFs investieren. Ein globaler ETF wie der MSCI World ist dafür eine solide Basis.

04

Regelmäßig überprüfen und umschichten

Überprüfe einmal im Jahr, ob dein Sicherheitspuffer noch ausreicht und ob deine Aktienquote noch zu deiner Lebenssituation passt. Bei Bedarf schichtest du Geld vom Depot auf das Tagesgeldkonto um.

05 · Fehler vermeiden

Entnahmestrategie: So nutzt du dein Depot im Ruhestand

Wenn du dein ETF-Depot im Ruhestand nutzen möchtest, brauchst du einen Plan für die monatlichen Auszahlungen. Die richtige Reihenfolge schützt dich vor dem Sequence-of-Return-Risiko.

Dazu gehört auch die Frage, wie viel Geld am Ende der Auszahlungsphase übrig sein soll. Das Sequence-of-Return-Risiko beschreibt die Gefahr, dass du gerade in den ersten Jahren deiner Entnahmephase auf fallende Kurse triffst.

Wer in einer Marktschwäche gezwungen ist, Anteile zu verkaufen, realisiert Verluste und verringert sein Endvermögen deutlich. Deshalb ist der Sicherheitspuffer so wichtig: Er verhindert, dass du in schlechten Börsenphasen an dein Depot musst. Deine Entnahmerate sollte außerdem so gewählt sein, dass dein Vermögen nicht schneller aufgebraucht wird als geplant.

Ein typischer Fehler ist es, das gesamte Depot auf einmal in sichere Anlagen umzuschichten. Damit verschenkst du Rendite, die du für die späteren Jahre deines Ruhestands noch gut gebrauchen kannst. Plane deine Entnahmen so, dass du auch bei schwankenden Kursen nicht in Panik verkaufen musst.

  • Entnimm kein Geld, wenn die Kurse gerade gefallen sind, und realisiere so keine Verluste.
  • Kalkuliere deinen monatlichen Bedarf nicht zu knapp, damit du nicht ungeplant an dein Depot musst.
  • Wähle keine zu hohe Entnahmerate, die dein Vermögen schneller aufbraucht als geplant.

Typische Fehler bei der Entnahme aus dem ETF-Depot

·Du entnimmst Geld, wenn die Kurse gerade gefallen sind, und realisierst so Verluste.
·Du kalkulierst deinen monatlichen Bedarf zu knapp und musst ungeplant an dein Depot.
·Du setzt auf eine zu hohe Entnahmerate, die dein Vermögen schneller aufbraucht als geplant.
·Du schichtest dein gesamtes Depot auf einmal in sichere Anlagen um und verschenkst Rendite.

06 · Kosten

Steuern auf ETF-Erträge im Ruhestand

Auch im Ruhestand fallen auf deine ETF-Erträge Steuern an. Der Sparer-Pauschbetrag hilft dir, einen Teil deiner Gewinne steuerfrei zu erhalten.

Pro Person und Jahr sind 1000 Euro steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.

Auf Kapitalerträge oberhalb dieses Freibetrags wird die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent fällig. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Bei Aktienfonds greift außerdem die Teilfreistellung von 30 Prozent, die deine Steuerlast spürbar reduziert.

Durch die Teilfreistellung von 30 Prozent sind bei Aktienfonds nur 70 Prozent der Erträge steuerpflichtig. Das reduziert deine effektive Steuerlast auf Aktienfonds deutlich. Ein Freistellungsauftrag bei deiner Bank stellt sicher, dass der Sparer-Pauschbetrag automatisch berücksichtigt wird.

  • Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr.
  • Für Ehepaare gilt ein gemeinsamer Freibetrag von 2000 Euro pro Jahr.
  • Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent, der Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent darauf.

07 · Grundlagen

Rendite und Inflation: Was von deinem ETF übrig bleibt

Die Inflation frisst an deiner Kaufkraft. Ein ETF kann helfen, dein Vermögen davor zu schützen, wenn du die Rendite nach Inflation betrachtest.

Die Inflation frisst an deiner Kaufkraft. Ein ETF kann helfen, dein Vermögen davor zu schützen, wenn du die Rendite nach Inflation betrachtest. Die reale Rendite ist die Rendite deiner Geldanlage nach Abzug der Inflation und zeigt, wie viel Kaufkraft dein Vermögen tatsächlich gewinnt oder verliert.

Bei einer angenommenen Rendite von 5 Prozent pro Jahr nach Inflation verdoppelt sich dein Vermögen in etwa 14 Jahren. Der Zinseszinseffekt verstärkt diesen Effekt, je länger dein Geld angelegt bleibt. Genau deshalb lohnt sich ein ETF auch im Ruhestand, wenn du einen langen Atem hast.

Wer sein Geld nur auf dem Girokonto oder Tagesgeldkonto liegen lässt, verliert bei höherer Inflation real an Kaufkraft. Ein breit gestreuter ETF bietet dir die Chance, dein Vermögen langfristig vor der Geldentwertung zu schützen. Kurzfristige Schwankungen nimmst du dafür in Kauf.

  • Die reale Rendite zeigt deinen Vermögenszuwachs nach Abzug der Inflation.
  • Bei 5 Prozent Rendite nach Inflation verdoppelt sich dein Vermögen in etwa 14 Jahren.
  • Der Zinseszinseffekt wirkt umso stärker, je länger dein Geld investiert bleibt.

Kurz erklärt

Reale Rendite

Die reale Rendite ist die Rendite deiner Geldanlage nach Abzug der Inflation. Sie zeigt, wie viel Kaufkraft dein Vermögen tatsächlich gewinnt oder verliert.

Bei einer angenommenen Rendite von 5 Prozent pro Jahr nach Inflation wachsen 50.000 Euro in 20 Jahren auf rund 135.000 Euro.

08 · Schritt für Schritt

ETF für Rentner: So startest du Schritt für Schritt

Der Einstieg in einen ETF ist auch im Ruhestand unkompliziert. Wichtiger als der perfekte Zeitpunkt ist, dass du beginnst und deine Strategie konsequent verfolgst.

Der erste Schritt ist, deine finanzielle Situation zu klären.

Ermittle deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben im Ruhestand. So siehst du, wie viel Geld du regelmäßig entnehmen kannst oder ob du sogar monatlich etwas übrig hast. Überlege dann, ob du deine Rente aufbessern, Vermögen vererben oder dein Erspartes vor Inflation schützen möchtest. Dein Ziel bestimmt deine Anlagestrategie.

Lege den Bedarf der nächsten fünf Jahre auf ein Tagesgeldkonto. Erst das übrige Kapital ist für ein ETF-Investment geeignet. Wähle dann einen kostengünstigen, global diversifizierten ETF und richte einen Sparplan ein, wenn du regelmäßig investieren möchtest. Beginne mit einem Betrag, auf den du langfristig verzichten kannst.

  • Kläre deine Einnahmen und Ausgaben, um deinen Spielraum zu kennen.
  • Lege dein Anlageziel fest, bevor du investierst.
  • Baue zuerst einen Sicherheitspuffer für fünf Jahre auf.
  • Wähle einen breit gestreuten ETF und starte mit einem langfristigen Horizont.
01

Finanzielle Situation klären

Ermittle deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben im Ruhestand. So siehst du, wie viel Geld du regelmäßig entnehmen kannst oder ob du sogar monatlich etwas übrig hast.

02

Ziel festlegen

Überlege, ob du deine Rente aufbessern, Vermögen vererben oder dein Erspartes vor Inflation schützen möchtest. Dein Ziel bestimmt deine Anlagestrategie.

03

Sicherheitspuffer aufbauen

Lege den Bedarf der nächsten fünf Jahre auf ein Tagesgeldkonto. Erst das übrige Kapital ist für ein ETF-Investment geeignet.

04

Breit gestreuten ETF auswählen

Wähle einen kostengünstigen, global diversifizierten ETF, zum Beispiel auf den MSCI World. Achte auf eine niedrige Gesamtkostenquote.

05

Depot eröffnen und Sparplan einrichten

Eröffne ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Ein Sparplan ermöglicht dir, auch im Ruhestand regelmäßig kleine Beträge zu investieren.

09 · Checkliste

Risikobereitschaft im Alter: Sicherheit geht vor Rendite

Deine Risikobereitschaft ist im Ruhestand oft geringer als in jungen Jahren. Das ist sinnvoll, denn Verluste lassen sich schwerer ausgleichen, wenn kein regelmäßiges Einkommen mehr fließt.

Bevor du in einen ETF investierst, solltest du ehrlich prüfen, ob du Kursschwankungen aushalten kannst.

Ein ETF auf einen globalen Index kann in einem Jahr durchaus 20 Prozent oder mehr an Wert verlieren. Wer dann in Panik verkauft, macht aus einem vorübergehenden Verlust einen dauerhaften. Deshalb ist der Sicherheitspuffer so wichtig: Er gibt dir die Ruhe, auch in schwachen Börsenphasen investiert zu bleiben.

Wenn du mindestens zehn Jahre auf das investierte Geld verzichten kannst und einen Sicherheitspuffer für die nächsten fünf Jahre hast, spricht nichts gegen einen ETF. Deine Risikobereitschaft entscheidet darüber, wie hoch deine Aktienquote sein darf. Sicherheit geht im Alter vor Rendite, aber ein Teil deines Vermögens darf weiterhin für dich arbeiten.

  • Du kannst mindestens zehn Jahre auf das investierte Geld verzichten.
  • Du hast einen Sicherheitspuffer für die nächsten fünf Jahre auf einem Tagesgeldkonto.
  • Du hältst Kursschwankungen aus, ohne in Panik zu verkaufen.
  • Du bist bereit, einen Teil deines Vermögens dem Aktienmarkt auszusetzen.

Checkliste: Passt ein ETF zu deiner Risikobereitschaft?

01

Du kannst mindestens zehn Jahre auf das investierte Geld verzichten.

02

Du hast einen Sicherheitspuffer für die nächsten fünf Jahre auf einem Tagesgeldkonto.

03

Du hältst Kursschwankungen aus, ohne in Panik zu verkaufen.

04

Du hast keine Schulden, die du kurzfristig tilgen musst.

05

Du möchtest dein Vermögen langfristig vor Inflation schützen.

06

Du bist bereit, einen Teil deines Vermögens dem Aktienmarkt auszusetzen.

10 · Grundlagen

Diversifikation: Warum ein ETF das Risiko streut

Ein ETF bündelt hunderte oder tausende Aktien in einem einzigen Wertpapier. Diese breite Streuung ist gerade für Rentner ein zentraler Vorteil gegenüber Einzelaktien.

Diversifikation bedeutet, dein Geld auf viele verschiedene Anlagen zu verteilen, um das Risiko zu senken.

Ein MSCI World ETF investiert in über 1.300 Unternehmen aus 23 Ländern. Fällt eine Aktie, wird das durch andere Positionen im Fonds abgefedert. Du musst dich also nicht auf die Entwicklung einzelner Unternehmen oder Branchen verlassen, sondern partizipierst an der globalen Wirtschaftsentwicklung.

Für Rentner ist diese Risikostreuung besonders wertvoll, weil sie Verluste einzelner Aktien abfedert. Ein global diversifizierter ETF reduziert dein Risiko erheblich im Vergleich zu Einzelaktien. Gleichzeitig bleiben die Renditechancen des Aktienmarkts erhalten.

  • Diversifikation verteilt dein Geld auf viele Länder, Branchen und Unternehmen.
  • Ein MSCI World ETF investiert in über 1.300 Unternehmen aus 23 Ländern.
  • Die breite Streuung federt Verluste einzelner Aktien ab und senkt dein Gesamtrisiko.

Kurz erklärt

Diversifikation

Diversifikation bedeutet, dein Geld auf viele verschiedene Anlagen zu verteilen. Ein ETF auf einen globalen Index streut dein Risiko über viele Länder, Branchen und Unternehmen.

Ein MSCI World ETF investiert in über 1.300 Unternehmen aus 23 Ländern. Fällt eine Aktie, wird das durch andere Positionen im Fonds abgefedert.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026