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Immobilienfonds-Auszahlplan: So funktioniert die regelmäßige Entnahme

Ein Immobilienfonds-Auszahlplan verwandelt dein Fondsguthaben in ein regelmäßiges Zusatzeinkommen. Du bestimmst Höhe, Rhythmus und ob dein Kapital erhalten bleibt oder nach und nach ausgezahlt wird.

9 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein Auszahlplan zahlt dir monatlich, vierteljährlich oder jährlich einen festen Betrag aus deinem Immobilienfonds aus.
  • Du hast die Wahl zwischen Kapitalerhalt und Kapitalverzehr.
  • Die Auszahlungen sind flexibel und können jederzeit angepasst oder gestoppt werden.
  • Während der Auszahlphase bleibt dein restliches Geld im Fonds investiert und kann weiter Rendite erwirtschaften.

01 · Grundlagen

Was ist ein Immobilienfonds-Auszahlplan?

Ein Auszahlplan ist eine Vereinbarung mit deiner Fondsgesellschaft oder Depotbank, dir regelmäßig Geld aus deinem Fondsdepot zu überweisen. Bei offenen Immobilienfonds nutzt du dafür Anteile, die du bereits angespart hast oder per Einmalzahlung einbringst.

Bei einem Immobilienfonds-Auszahlplan erteilst du deiner Depotbank eine dauerhafte Anweisung, in festen Abständen eine bestimmte Summe aus deinem Fondsguthaben auf dein Referenzkonto zu überweisen. Dafür werden automatisch die nötigen Fondsanteile verkauft. Dein übriges Kapital bleibt währenddessen im offenen Immobilienfonds investiert und kann weiterhin Erträge erwirtschaften.

Der große Unterschied zu einer Rentenversicherung liegt im Eigentum: Du gibst dein Kapital nicht zur Verrentung ab, sondern behältst die Kontrolle über deine Anteile. Du kannst die Höhe der Zahlungen, den Rhythmus und den Startzeitpunkt selbst festlegen. Auch spätere Anpassungen oder eine komplette Auflösung des Plans sind in der Regel jederzeit möglich.

Für die Einrichtung genügt eine Anweisung an die Fondsgesellschaft oder Depotbank. Einmal eingerichtet, läuft der Plan automatisch, bis du ihn änderst oder beendest.

Kurz erklärt

Immobilienfonds-Auszahlplan

Eine Anweisung an die Fondsgesellschaft, aus deinem Bestand an offenen Immobilienfonds regelmäßig einen festgelegten Betrag auf dein Referenzkonto zu überweisen. Das restliche Fondsguthaben bleibt investiert.

Du behältst das Eigentum an deinen Fondsanteilen und gibst dein Kapital nicht zur Verrentung an eine Versicherung ab.

02 · Vergleich

Kapitalerhalt oder Kapitalverzehr: Welche Strategie passt zu dir?

Die zentrale Entscheidung beim Immobilienfonds-Auszahlplan ist, ob dein eingezahltes Kapital dauerhaft bestehen bleiben soll oder ob du es im Laufe der Zeit aufbrauchst. Beide Varianten haben unterschiedliche Konsequenzen für Auszahlungshöhe und Laufzeit.

Die Wahl zwischen Kapitalerhalt und Kapitalverzehr bestimmt, wie lange dein Geld reicht und wie hoch deine regelmäßigen Zahlungen ausfallen. Beim Kapitalerhalt werden nur die laufenden Erträge des Fonds ausgezahlt. Dein eingezahltes Kapital bleibt bestehen, die Auszahlungen sind dafür in der Regel niedriger.

Beim Kapitalverzehr werden neben den Erträgen auch Teile deines eingezahlten Kapitals ausgezahlt. Das ermöglicht höhere monatliche Beträge, führt aber dazu, dass dein Guthaben im Laufe der Zeit aufgebraucht wird. Die Laufzeit endet, sobald das Kapital verbraucht ist.

Für offene Immobilienfonds ist Kapitalerhalt oft die realistischere Variante, da die laufenden Erträge dieser Fonds begrenzt sind. Wer eine höhere Zusatzrente benötigt, muss in der Regel einen Teil des Kapitals verzehren oder zusätzliche Anlageformen einbeziehen.

Die zwei Grundformen des Immobilienfonds-Auszahlplans
KapitalerhaltKapitalverzehr
Was wird ausgezahlt?Nur die Erträge des FondsErträge plus Teile des eingezahlten Kapitals
Guthaben am EndeBleibt bestehenWird aufgebraucht
LaufzeitUnbegrenzt möglichEndet mit dem Verbrauch des Kapitals
Geeignet fürZusatzrente ohne VermögensverzehrZusatzrente mit geplantem Vermögensabbau

03 · Schritt für Schritt

So richtest du einen Immobilienfonds-Auszahlplan ein

Die Einrichtung ist ein einfacher Verwaltungsvorgang. Du brauchst ein Depot mit ausreichend Fondsanteilen und erteilst der Depotbank eine einmalige Anweisung für die regelmäßigen Zahlungen.

Die Einrichtung eines Immobilienfonds-Auszahlplans ist ein Verwaltungsvorgang, den du bei deiner Depotbank oder Fondsgesellschaft anstößt. Du benötigst ein Depot, das offene Immobilienfonds führt, und ausreichend Anteile in dem Fonds, aus dem die Zahlungen erfolgen sollen.

Du legst die Höhe des Auszahlungsbetrags, den Rhythmus und den gewünschten Starttermin fest. Die Bandbreite ist groß: Möglich sind monatliche, quartalsweise oder jährliche Zahlungen. Bei vielen Anbietern starten Auszahlpläne bereits bei 25 Euro monatlich oder 150 Euro pro Quartal.

Nach der Einrichtung verkauft die Depotbank zum festgelegten Termin automatisch die benötigte Anzahl an Fondsanteilen und überweist den Betrag auf dein Konto. Du kannst die Modalitäten später jederzeit ändern, zusätzliche Einzahlungen vornehmen oder den Plan beenden.

01

Depot und Fonds wählen

Du benötigst ein Depot, das offene Immobilienfonds führt. Lege fest, aus welchem Fonds oder welchen Fonds die Auszahlungen erfolgen sollen.

02

Auszahlungsmodalitäten festlegen

Du bestimmst die Höhe des Betrags, den Rhythmus (monatlich, quartalsweise, jährlich) und den gewünschten Starttermin der Auszahlungen.

03

Anweisung erteilen

Du richtest den Auszahlplan bei deiner Depotbank oder Fondsgesellschaft ein. Das geht in der Regel online oder mit einem Formular.

04

Zahlungen erhalten

Zum festgelegten Termin verkauft die Depotbank automatisch die nötige Anzahl an Fondsanteilen und überweist den Betrag auf dein Referenzkonto.

05

Bei Bedarf anpassen

Du kannst Höhe, Rhythmus oder den hinterlegten Fonds jederzeit ändern, zusätzliche Anteile kaufen oder den Auszahlplan komplett beenden.

04 · Kosten

Welche Kosten fallen beim Immobilienfonds-Auszahlplan an?

Die Kosten eines Auszahlplans setzen sich aus den laufenden Kosten des Fonds und eventuellen Gebühren der Depotbank zusammen. Ein Ausgabeaufschlag fällt beim Kauf der Anteile an, kann aber bei vielen Anbietern reduziert sein.

Die Kosten eines Immobilienfonds-Auszahlplans setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Die laufenden Kosten des Fonds fallen immer an und liegen bei offenen Immobilienfonds typischerweise zwischen 0,5 und 1,5 Prozent pro Jahr. Hinzu kommen mögliche Depotführungsgebühren deiner Bank, die je nach Anbieter zwischen 0 und 40 Euro jährlich liegen können.

Beim Kauf der Fondsanteile kann ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent anfallen. Viele Direktbanken und Fondsvermittler bieten jedoch Rabatte von bis zu 100 Prozent auf den Ausgabeaufschlag an, sodass dieser Kostenpunkt oft vollständig entfällt. Achte auf die Gesamtkostenquote, denn sie schmälert deine Nettorendite direkt.

Während der Auszahlphase fallen bei einigen Anbietern keine zusätzlichen Service- oder Erfolgsgebühren an. Das ist ein wichtiger Unterschied zu anderen Finanzprodukten, bei denen solche Kosten die Auszahlungsdauer verkürzen können.

Kurz erklärt

Ausgabeaufschlag (einmalig)

Typische Kostenbestandteile beim Immobilienfonds-Auszahlplan

0 bis 5 %

05 · Was gilt

Steuern auf Auszahlungen aus offenen Immobilienfonds

Die Auszahlungen selbst sind kein steuerpflichtiges Einkommen, sondern eine Vermögensumschichtung. Steuerlich relevant sind die im Fonds erwirtschafteten Erträge und Kursgewinne.

Für Erträge aus offenen Immobilienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, sofern der Fonds mindestens 51 Prozent in Immobilien investiert. Das bedeutet: Nur 70 Prozent der Erträge sind steuerpflichtig. Auf den steuerpflichtigen Teil fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag an.

Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr (2000 Euro bei zusammenveranlagten Ehepaaren) bleibt steuerfrei. Liegen deine Erträge unter diesem Betrag, zahlst du keine Steuern. Bei thesaurierenden Fonds sind zudem Vorabpauschalen steuerlich relevant, auch wenn keine Ausschüttung erfolgt.

Steuerpflichtig

·Laufende Ausschüttungen des Fonds
·Kursgewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen
·Vorabpauschalen bei thesaurierenden Fonds

Steuerfrei bzw. begünstigt

·Die reine Auszahlung vom Fondsdepot auf dein Girokonto
·Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR pro Person und Jahr

06 · Im Vertrag

Diese Regeln gelten für offene Immobilienfonds im Auszahlplan

Offene Immobilienfonds haben besondere Bedingungen, die du bei einem Auszahlplan beachten solltest. Sie betreffen vor allem die Verfügbarkeit deines Geldes und die Stabilität der Anteilspreise.

Offene Immobilienfonds unterliegen besonderen Bedingungen, die du bei einem Auszahlplan einplanen musst. Die wichtigste Regel betrifft die Mindesthaltefrist: Anteile müssen vor der Rückgabe mindestens 24 Monate gehalten werden. Das bedeutet, du solltest Anteile früh genug kaufen, bevor du mit den Auszahlungen starten möchtest.

Zusätzlich gilt eine Kündigungsfrist von 12 Monaten für die Rückgabe von Anteilen. Dein Auszahlplan verkauft Anteile daher nicht spontan, sondern auf Basis deiner langfristigen Anweisung. Diese Fristen sorgen für Stabilität, schränken aber deine kurzfristige Flexibilität ein.

Der Anteilpreis offener Immobilienfonds wird in der Regel nur einmal täglich festgestellt. Das macht die Wertentwicklung vergleichsweise stabil, bedeutet aber auch, dass du bei Marktverwerfungen nicht sofort reagieren kannst. Für den Auszahlplan ist das unkritisch, solange du langfristig planst.

Wichtige Klauseln und Bedingungen

BewertungsrhythmusPreisfeststellungDer Anteilpreis offener Immobilienfonds wird in der Regel nur einmal täglich oder seltener festgestellt. Die Auszahlung erfolgt zum nächsten gültigen Rücknahmepreis.
Aussetzung der RücknahmeRisikoIn Krisenzeiten kann die Fondsgesellschaft die Rücknahme von Anteilen vorübergehend aussetzen. Dann können auch geplante Auszahlungen nicht ausgeführt werden.

07 · Checkliste

Checkliste: Das solltest du vor dem Start prüfen

Ein Auszahlplan aus offenen Immobilienfonds ist eine langfristige Entscheidung. Mit dieser Checkliste stellst du sicher, dass dein Plan zu deiner Lebenssituation und deinen Zielen passt.

Bevor du einen Immobilienfonds-Auszahlplan einrichtest, lohnt sich eine gründliche Vorbereitung. Die folgenden Punkte helfen dir, den Plan an deine Lebenssituation und deine finanziellen Ziele anzupassen. Nimm dir Zeit für die Prüfung, denn die Entscheidung wirkt über viele Jahre.

Beginne mit der Frage, wie hoch dein gewünschtes Zusatzeinkommen sein soll. Daraus ergibt sich, ob Kapitalerhalt oder Kapitalverzehr die passende Strategie ist. Prüfe außerdem, ob die Mindesthaltefrist deiner Fondsanteile bereits erfüllt ist, damit die Auszahlungen pünktlich starten können.

Vergleiche die laufenden Kosten des Fonds und die Depotgebühren verschiedener Anbieter. Ein günstigeres Depot kann über die Laufzeit einen spürbaren Unterschied machen. Denke auch an die steuerlichen Auswirkungen und halte einen Notgroschen außerhalb des Fondsdepots bereit, damit du bei unerwarteten Ausgaben nicht den Auszahlplan ändern musst.

Vorbereitung für deinen Immobilienfonds-Auszahlplan

01

Höhe des gewünschten Zusatzeinkommens festlegen

02

Entscheidung treffen: Kapitalerhalt oder Kapitalverzehr

03

Prüfen, ob die Mindesthaltefrist der Fondsanteile bereits erfüllt ist

04

Laufende Kosten des Fonds und Depotgebühren vergleichen

05

Steuerliche Auswirkungen mit dem Sparer-Pauschbetrag abgleichen

06

Notgroschen außerhalb des Fondsdepots bereithalten

07

Alternative Auszahlungsrhythmen (monatlich, quartalsweise) durchrechnen

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Immobilienfonds-Auszahlplan

Viele Anleger unterschätzen die langfristigen Auswirkungen ihrer Entnahmeentscheidungen. Diese Fehler lassen sich mit etwas Planung vermeiden.

Ein häufiger Fehler ist eine zu hohe Auszahlungsrate beim Kapitalverzehr. Wer mit optimistischen Renditen rechnet, erlebt oft, dass das Geld schneller aufgebraucht ist als geplant. Rechne deshalb mit konservativen Annahmen und plane einen Puffer ein.

Ein weiterer Fehler ist das Ignorieren der Mindesthaltefrist. Wer Anteile erst kurz vor dem Auszahlplan kauft, kann sie noch nicht zurückgeben. Plane den Kauf mindestens 24 Monate im Voraus, damit dein Plan pünktlich starten kann.

Viele Anleger überschätzen auch den Kapitalerhalt. Die laufenden Erträge offener Immobilienfonds sind begrenzt, eine hohe Zusatzrente ist damit oft nicht möglich. Lege nicht alle Ersparnisse in einen einzigen Fonds, sondern betrachte den Auszahlplan als einen Baustein deiner Altersvorsorge.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

·Zu hohe Auszahlungsrate gewählt: Bei Kapitalverzehr ist das Geld schneller aufgebraucht als gedacht. Rechne mit konservativen Renditen.
·Kapitalerhalt mit zu hohen Erwartungen: Die laufenden Erträge offener Immobilienfonds sind begrenzt. Eine hohe Zusatzrente ist damit oft nicht möglich.
·Alle Ersparnisse in einen Fonds gelegt: Ein Auszahlplan sollte nur ein Baustein deiner Altersvorsorge sein. Streue dein Vermögen über verschiedene Anlageklassen.
·Steuern nicht eingeplant: Ab Erträgen über dem Sparer-Pauschbetrag fallen Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag an. Das reduziert deine Nettoauszahlung.

09 · Hintergrund

Für wen eignet sich ein Immobilienfonds-Auszahlplan?

Der Auszahlplan ist kein Produkt für jeden. Er passt vor allem zu Anlegern, die ein bestehendes Fondsvermögen in ein planbares Zusatzeinkommen umwandeln wollen, ohne es komplett zu verrenten.

Ein Immobilienfonds-Auszahlplan eignet sich für dich, wenn du bereits ein größeres Vermögen in offenen Immobilienfonds angespart hast und daraus regelmäßige Zahlungen erhalten möchtest. Das kann eine Aufbesserung der gesetzlichen Rente sein oder eine geplante Unterstützung für Kinder und Enkel.

Sinnvoll ist der Plan auch, wenn du Wert auf Flexibilität legst. Anders als bei einer Rentenversicherung gibst du dein Kapital nicht aus der Hand. Du kannst den Auszahlplan jederzeit anpassen, pausieren oder beenden und behältst die Kontrolle über dein Fondsdepot.

Weniger geeignet ist ein Auszahlplan, wenn du kurzfristig auf dein gesamtes Kapital zugreifen musst. Die Mindesthaltefrist und Kündigungsfrist offener Immobilienfonds schränken die spontane Verfügbarkeit ein. Für solche Fälle solltest du einen Notgroschen außerhalb des Fondsdepots bereithalten.

Ein Immobilienfonds-Auszahlplan eignet sich für dich, wenn du bereits ein größeres Vermögen in offenen Immobilienfonds angespart hast und daraus regelmäßige Zahlungen erhalten möchtest. Das kann eine Aufbesserung der gesetzlichen Rente sein oder eine geplante Unterstützung für Kinder und Enkel.

Sinnvoll ist der Plan auch, wenn du Wert auf Flexibilität legst. Anders als bei einer Rentenversicherung gibst du dein Kapital nicht aus der Hand. Du kannst den Auszahlplan jederzeit anpassen, pausieren oder beenden und behältst die Kontrolle über dein Fondsdepot.

Weniger geeignet ist ein Auszahlplan aus offenen Immobilienfonds, wenn du kurzfristig auf größere Summen zugreifen musst. Die Mindesthaltefrist und Kündigungsfrist machen die Anteile schwerfällig. Für kurzfristigen Liquiditätsbedarf sind Tagesgeld oder Geldmarktfonds die bessere Wahl.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026