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Lohnt sich die Growth-Aktien-Strategie? Chancen, Risiken und der Vergleich zu Value

Growth-Aktien setzen auf Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial statt auf etablierte Substanz. Ob sich diese Anlagestrategie für dich lohnt, hängt von deiner Risikobereitschaft, deinem Anlagehorizont und der Bewertung der Märkte ab.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Growth-Aktien zeichnen sich durch hohes Umsatz- und Gewinnwachstum aus, sind aber oft hoch bewertet.
  • Value-Aktien sind häufig unterbewertet und schütten regelmäßig Dividenden aus.
  • Die Growth-Strategie eignet sich eher für risikobereite Anleger mit langem Atem.
  • Eine Mischung aus Growth und Value kann dein Portfolio stabilisieren.

01 · Grundlagen

Was sind Growth-Aktien?

Growth-Aktien gehören zu Unternehmen, bei denen Anleger für die Zukunft ein überdurchschnittliches Wachstum von Umsatz und Gewinn erwarten. Der aktuelle Status quo ist weniger wichtig als das Potenzial.

Growth-Aktien zeichnen sich durch ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum aus. Ein starkes Signal ist ein Umsatzanstieg von mindestens 20 Prozent pro Jahr in den vergangenen drei Jahren. Unternehmen mit diesem Profil findest du häufig in dynamischen Branchen wie Cloud-Computing, Biotechnologie oder erneuerbaren Energien.

Die Gewinne fließen bei diesen Unternehmen meist zurück in Expansion und Forschung. Regelmäßige Dividenden sind daher selten oder fallen sehr gering aus. Für dich bedeutet das: Deine Rendite entsteht vor allem durch Kurssteigerungen, nicht durch laufende Ausschüttungen.

Ein weiteres Merkmal ist die hohe Bewertung. Anleger sind bereit, für erwartete zukünftige Gewinne deutlich mehr zu zahlen als bei etablierten Unternehmen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei Growth-Aktien oft über dem Marktdurchschnitt.

Kurz erklärt

Growth-Aktien

Aktien von Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial, die ihre Gewinne oft reinvestieren statt Dividenden zu zahlen.

Das zentrale Merkmal ist das erwartete zukünftige Gewinnwachstum, nicht die aktuelle Bewertung.

02 · Vergleich

Growth-Strategie vs. Value-Strategie: Die Unterschiede

Beide Ansätze verfolgen unterschiedliche Ziele. Während Growth auf Innovation und Expansion setzt, sucht Value nach unterbewerteten, etablierten Unternehmen.

Die Growth-Strategie setzt auf Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial und zukünftigen Gewinnen. Du investierst in die Qualität einer Idee, nicht in den aktuellen Status quo. Die Bewertung ist dabei zweitrangig, entscheidend ist die erwartete Entwicklung.

Die Value-Strategie sucht dagegen nach unterbewerteten Aktien, die unter ihrem tatsächlichen Wert gehandelt werden. Diese Unternehmen sind oft etabliert, verfügen über stabile Erträge und zahlen regelmäßig Dividenden. Das Risiko gilt als geringer, die Kursschwankungen sind meist moderater.

Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Während Growth auf Innovation und Expansion setzt, profitiert Value von Beständigkeit und Planbarkeit. Deine Wahl hängt von deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont ab.

Merkmale von Growth- und Value-Aktien im direkten Vergleich
Growth-AktieValue-Aktie
AnlagestrategieSetzt auf Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial und zukünftigen Gewinnen.Sucht nach unterbewerteten Aktien, die unter ihrem tatsächlichen Wert gehandelt werden.
BewertungHohes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), oft über dem Marktdurchschnitt.Niedriges KGV und Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), erscheint günstig bewertet.
UnternehmensprofilHäufig jüngere Unternehmen oder Firmen in dynamischen Branchen wie Technologie.Etablierte Unternehmen mit stabilen Erträgen und bewährtem Geschäftsmodell.
DividendenZahlt in der Regel keine oder nur sehr geringe Dividenden, da Gewinne reinvestiert werden.Schüttet oft regelmäßige und teils hohe Dividenden aus.
RisikoHöheres Risiko und höhere Volatilität, da Erwartungen enttäuscht werden können.Geringeres Risiko durch niedrige Bewertung und stabile Geschäftsmodelle.

03 · Grundlagen

Die Value-Strategie: Investieren in unterbewertete Unternehmen

Value-Investing basiert auf der Annahme, dass der Markt nicht immer effizient ist und Aktien unter ihrem inneren Wert handeln können. Genau diese Unterbewertung bietet Chancen.

Aktien können unter ihrem inneren Wert handeln, weil Anleger kurzfristig negativ reagieren oder ein Unternehmen übersehen. Genau diese Unterbewertung bietet dir Chancen.

Der innere Wert einer Aktie wird aus Faktoren wie zukünftigen Gewinnen, dem Buchwert und dem wirtschaftlichen Umfeld berechnet. Liegt der aktuelle Marktpreis darunter, spricht man von einer Value-Aktie. Steigt der Kurs später auf den fairen Wert, erzielst du eine Rendite.

Bekannte Value-Investoren wie Warren Buffett setzen auf Unternehmen mit starken Fundamentaldaten und langer Historie. Typische Beispiele aus Deutschland sind Allianz, BASF oder Siemens. Diese Konzerne schütten oft hohe Dividenden aus und bieten dir damit laufende Erträge.

Kurz erklärt

Value-Strategie

Eine Anlagestrategie, bei der du Aktien kaufst, die unter ihrem wahren Wert gehandelt werden, um von einer späteren Kurskorrektur zu profitieren.

Die Unterbewertung erkennst du an Kennzahlen wie einem niedrigen KGV oder KBV.

04 · Checkliste

Woran du eine Unterbewertung erkennen kannst

Eine Unterbewertung zeigt sich in bestimmten Kennzahlen. Diese Werte helfen dir, Value-Aktien von teuren Growth-Aktien zu unterscheiden.

Prüfe mehrere Kriterien gemeinsam, denn eine einzelne Kennzahl kann irreführend sein.

  • Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist im Branchenvergleich niedrig.
  • Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt unter 1 oder deutlich unter dem Branchenschnitt.
  • Die Dividendenrendite ist überdurchschnittlich hoch.
  • Das Unternehmen verfügt über stabile Erträge und eine lange Historie.
  • Der aktuelle Aktienkurs liegt unter dem errechneten inneren Wert (Fair Value).

Ein niedriges KGV allein reicht nicht aus. Kombiniere die Kennzahlen mit einer Analyse des Geschäftsmodells und der Marktposition. Nur so erkennst du, ob eine Aktie wirklich unterbewertet ist oder ob der niedrige Kurs berechtigt ist.

Prüfkriterien für eine mögliche Unterbewertung

01

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist im Branchenvergleich niedrig.

02

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) liegt unter 1 oder deutlich unter dem Branchenschnitt.

03

Die Dividendenrendite ist überdurchschnittlich hoch.

04

Das Unternehmen verfügt über stabile Erträge und eine lange Historie.

05

Der aktuelle Aktienkurs liegt unter dem errechneten inneren Wert (Fair Value).

05 · Hintergrund

Die Rolle der Marktkapitalisierung bei Growth- und Value-Aktien

Die Marktkapitalisierung gibt den Gesamtwert eines Unternehmens an der Börse an. Sie beeinflusst, wie du eine Aktie einordnest und welche Strategie du verfolgst.

Die Marktkapitalisierung berechnet sich aus der Anzahl der ausgegebenen Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs. Sie zeigt dir, wie groß ein Unternehmen an der Börse ist. Diese Größe beeinflusst Risiko und Renditepotenzial.

Growth-Aktien findest du häufig unter den Small-Caps und Mid-Caps, also Unternehmen mit geringer oder mittlerer Marktkapitalisierung. Diese Firmen haben noch viel Raum für Expansion, sind aber auch volatiler. Value-Aktien sind dagegen oft Large-Caps, also große, etablierte Konzerne mit stabilen Geschäftsmodellen.

Die Marktkapitalisierung ist ein erster Hinweis auf das Risiko. Kleinere Unternehmen können schneller wachsen, aber auch stärker einbrechen. Große Konzerne bieten mehr Stabilität, wachsen dafür meist langsamer.

Die Marktkapitalisierung berechnet sich aus der Anzahl der ausgegebenen Aktien multipliziert mit dem aktuellen Kurs. Sie zeigt dir, wie groß ein Unternehmen an der Börse ist.

Growth-Aktien findest du häufig unter den Small-Caps und Mid-Caps, also Unternehmen mit geringer oder mittlerer Marktkapitalisierung, die noch viel Raum für Expansion haben.

Value-Aktien sind dagegen oft Large-Caps, also große, etablierte Konzerne mit hoher Marktkapitalisierung und stabilen Geschäftsmodellen.

Die Marktkapitalisierung ist ein erster Hinweis auf das Risiko: Kleinere Unternehmen sind oft volatiler, größere tendenziell stabiler.

06 · Grundlagen

Die Dividendenrendite als Entscheidungs­kriterium

Die Dividendenrendite setzt die Ausschüttung ins Verhältnis zum Aktienkurs. Sie ist ein zentrales Kriterium für ertragsorientierte Anleger.

Die Dividendenrendite gibt an, wie viel Prozent des Aktienkurses ein Unternehmen pro Jahr als Dividende ausschüttet. Sie ist ein zentrales Kriterium für ertragsorientierte Anleger. Eine hohe Dividendenrendite ist typisch für Value-Aktien.

Growth-Aktien bieten oft keine oder nur eine sehr geringe Dividendenrendite. Die Unternehmen reinvestieren ihre Gewinne in weiteres Wachstum und Expansion. Für dich bedeutet das: Du erhältst keine laufenden Erträge und bist allein auf Kursgewinne angewiesen.

Wenn du regelmäßige Ausschüttungen möchtest, sind Value-Aktien die bessere Wahl. Wenn du auf langfristige Kurssteigerungen setzt und auf Dividenden verzichten kannst, passen Growth-Aktien zu deiner Strategie.

Kurz erklärt

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite gibt an, wie viel Prozent des Aktienkurses ein Unternehmen pro Jahr als Dividende ausschüttet.

Eine hohe Dividendenrendite ist typisch für Value-Aktien, während Growth-Aktien oft keine oder nur eine sehr geringe Rendite bieten.

07 · Schritt für Schritt

Umsatzwachstum und Gewinnwachstum als Motor der Growth-Strategie

Starkes Umsatz- und Gewinnwachstum sind die zentralen Treiber für die Kursentwicklung von Growth-Aktien. Diese Kennzahlen solltest du genau prüfen.

Ein Umsatzwachstum von mindestens 20 Prozent pro Jahr über drei Jahre gilt als starkes Signal.

Das erwartete Gewinnwachstum (Earnings Growth) ist entscheidend. Analystenschätzungen und Gewinnrevisionen geben Hinweise auf die zukünftige Entwicklung. Auch Gewinnüberraschungen, also Ergebnisse über den Erwartungen, können Kurse antreiben.

Ein weiteres Instrument ist der PEG-Ratio nach Peter Lynch. Du berechnest ihn, indem du das Kurs-Gewinn-Verhältnis durch das Gewinnwachstum je Aktie teilst. Ein Wert unter 1 gilt als günstige Bewertung. Bei jungen Unternehmen direkt nach dem Börsengang kann der Wert jedoch höher liegen.

01

Umsatzwachstum analysieren

Prüfe, ob der Umsatz in den vergangenen drei Jahren um mindestens 20 Prozent gestiegen ist.

02

Gewinnwachstum bewerten

Das erwartete Gewinnwachstum (Earnings Growth) ist entscheidend. Analystenschätzungen und Gewinnrevisionen geben Hinweise auf die zukünftige Entwicklung.

03

Wettbewerbsvorteil identifizieren

Ein erkennbarer Wettbewerbsvorteil stützt das langfristige Wachstumspotenzial.

04

Marktbewertung einordnen

Eine überdurchschnittliche Marktbewertung ist bei Growth-Aktien üblich. Prüfe, ob das KGV im Verhältnis zum erwarteten Wachstum gerechtfertigt ist.

08 · Fehler vermeiden

Risiken der Growth-Anlagestrategie

Die Aussicht auf hohe Renditen bringt spezifische Risiken mit sich. Diese solltest du kennen, bevor du in Growth-Aktien investierst.

Hohe Bewertungen können stark fallen, wenn die Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden. Ein einziges enttäuschendes Quartalsergebnis reicht oft für eine deutliche Kurskorrektur.

Branchenblasen, etwa im Technologiesektor, können platzen und zu hohen Verlusten führen. Unternehmen bleiben hinter den Erwartungen zurück, was abrupte Kursverluste auslöst. Die Volatilität ist bei Growth-Aktien in der Regel höher als bei Value-Aktien.

Fehlende Dividenden bedeuten, dass du keine laufenden Erträge erhältst. Deine gesamte Rendite hängt von Kursgewinnen ab. Wenn die Kurse über Jahre stagnieren oder fallen, hast du keinen Ausgleich durch Ausschüttungen.

Typische Risiken beim Growth Investing

·Hohe Bewertungen können stark fallen, wenn die Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden.
·Branchenblasen, etwa im Technologiesektor, können platzen und zu hohen Verlusten führen.
·Unternehmen bleiben hinter den Erwartungen zurück, was zu abrupten Kurskorrekturen führt.
·Die Volatilität ist oft höher als bei Value-Aktien, was kurzfristige Schwankungen verstärkt.
·Fehlende Dividenden bedeuten, dass du keine laufenden Erträge erhältst und allein auf Kursgewinne angewiesen bist.

09 · Was gilt

Growth-Aktien im Portfolio: So integrierst du die Strategie

Growth-Aktien können eine sinnvolle Ergänzung deines Portfolios sein. Die richtige Mischung mit Value-Aktien reduziert das Gesamtrisiko.

Eine Kombination beider Strategien gleicht Schwächen aus und nutzt die Stärken beider Ansätze.

Growth Investing eignet sich für dich, wenn du einen langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren hast. Du solltest zwischenzeitliche Kursschwankungen aushalten können und nicht auf laufende Dividenden angewiesen sein. Ein Investment in Wachstumsmärkte wie Technologie oder erneuerbare Energien passt zu dieser Strategie.

Value-Aktien sind die bessere Wahl, wenn du regelmäßige Erträge aus Dividenden erzielen möchtest. Sie passen zu dir, wenn du stabile, etablierte Unternehmen bevorzugst und eine geringe Risikobereitschaft hast. Auch wenn du Wert auf eine niedrige Bewertung und Sicherheit legst, bist du mit Value-Aktien besser beraten.

Passt zu Growth

·Du hast einen langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren.
·Du kannst zwischenzeitliche Kursschwankungen aushalten.
·Du möchtest gezielt in Wachstumsmärkte wie Technologie oder erneuerbare Energien investieren.
·Du bist auf laufende Dividenden nicht angewiesen.

Passt eher zu Value

·Du möchtest regelmäßige Erträge aus Dividenden erzielen.
·Du bevorzugst stabile, etablierte Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell.
·Du hast eine geringe Risikobereitschaft.
·Du legst Wert auf eine niedrige Bewertung und Sicherheitsmarge.

10 · Hintergrund

Wachstumsmärkte als Chance für Growth-Aktien

Growth-Aktien sind oft in Branchen zu finden, die vor einem Boom stehen. Das Erkennen solcher Wachstumsmärkte ist ein Kern der Strategie.

Wachstumsmärkte sind Branchen oder Regionen, die überdurchschnittliche Zuwächse bei Umsatz und Nachfrage erwarten lassen. Beispiele sind Cloud-Computing, Biotechnologie und erneuerbare Energien. Unternehmen in diesen Märkten investieren ihre Gewinne meist in Expansion und Forschung, statt sie als Dividende auszuschütten.

Die Growth-Strategie fokussiert sich auf die Wachstumsaussichten ganzer Branchen, nicht nur auf einzelne Unternehmen. Anleger versuchen, künftige Wachstumsmärkte frühzeitig zu erkennen. Philip Fisher, einer der ersten bekannten Growth-Investoren, hielt das Erkennen solcher Märkte für die wichtigste Aufgabe eines Anlegers.

Ein Investment in Wachstumsmärkte kann dein Portfolio diversifizieren. Es erhöht aber auch die Abhängigkeit von der Entwicklung dieser speziellen Branchen. Wenn ein Markt langsamer wächst als erwartet, leiden viele Unternehmen dieser Branche gleichzeitig.

Wachstumsmärkte sind Branchen oder Regionen, die überdurchschnittliche Zuwächse bei Umsatz und Nachfrage erwarten lassen. Beispiele sind Cloud-Computing, Biotechnologie und erneuerbare Energien.

Unternehmen in diesen Märkten investieren ihre Gewinne meist in Expansion und Forschung, statt sie als Dividende auszuschütten.

Die Growth-Strategie fokussiert sich auf die Wachstumsaussichten ganzer Branchen, nicht nur auf einzelne Unternehmen.

Ein Investment in Wachstumsmärkte kann dein Portfolio diversifizieren, erhöht aber auch die Abhängigkeit von der Entwicklung dieser speziellen Branchen.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026