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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Growth Aktien kaufen: Dein Fahrplan zu langfristigen Gewinnern

Growth Aktien versprechen überdurchschnittliches Wachstum, bergen aber auch höhere Risiken. Hier erfährst du, wie du als Einsteiger die richtigen Unternehmen findest, Fallstricke vermeidest und dein Depot zukunftsfähig machst.

WachstumsaktienAktienstrategieBörse Einsteiger
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Aber sie können deine Rendite langfristig steigern.
Wie viel Risiko?
Deutlich höher.
Kursschwankungen sind bei Wachstumswerten normal.
Wie starte ich?
Klein anfangen.
Mit Sparplänen und breiter Streuung gelingt der Einstieg.
Wann einsteigen?
Regelmäßig investieren.
Der Zeitpunkt ist weniger wichtig als die Dauer.

Warum Growth Aktien auch dein Geld betreffen

Vielleicht denkst du, Aktien sind etwas für Börsenprofis oder Menschen mit viel Geld. Doch das ist ein Irrtum. Auch du zahlst täglich für Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen, die an der Börse notiert sind. Denk an dein Smartphone, die Streaming-Dienste oder die Software, mit der du arbeitest. Viele dieser Firmen sind sogenannte Growth Aktien.

Der Begriff klingt kompliziert, ist aber im Kern einfach: Es sind Unternehmen, die schneller wachsen als der Rest der Wirtschaft. Sie stecken oft in Zukunftsbranchen wie Technologie, erneuerbare Energien oder Biotechnologie. Wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst, kommst du an dieser Anlageklasse kaum vorbei, denn sie treibt den Fortschritt und damit auch die Börsenkurse an.

Für dich als Privatanleger:in bedeutet das eine Chance. Du kannst dich an diesem Wachstum beteiligen, ohne selbst ein Unternehmen zu gründen. Du kaufst quasi ein Stück Zukunft. Allerdings solltest du verstehen, wie das funktioniert und welche Risiken damit verbunden sind. Dieser Ratgeber hilft dir dabei, den Durchblick zu bekommen.

Das Schöne ist: Du musst kein Finanzgenie sein, um zu starten. Mit dem richtigen Grundwissen und einer klaren Strategie kannst auch du von den Chancen profitieren. Der erste Schritt ist, zu verstehen, warum diese Aktien überhaupt existieren und wie sie sich von anderen unterscheiden.

~70%
der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung entfällt auf Wachstumsunternehmen.
10+ Jahre
solltest du bei Growth Aktien als Anlagehorizont einplanen.
jede:r 3.
deutsche Anleger:in besitzt laut Umfragen Aktien oder Fonds.

Die Grundlagen: Was sind Growth Aktien überhaupt?

Um Growth Aktien zu verstehen, musst du dir zwei Arten von Unternehmen vorstellen. Die einen schütten einen Großteil ihrer Gewinne als Dividende aus, das sind die sogenannten Value Aktien. Die anderen, die Growth Aktien, stecken ihren Gewinn fast komplett wieder ins Unternehmen. Sie investieren in Forschung, Marketing oder neue Märkte, um noch schneller zu wachsen.

Das Ziel dieser Firmen ist nicht, dir als Aktionär:in regelmäßig Geld auszuzahlen, sondern den Wert des Unternehmens selbst zu steigern. Wenn das gelingt, steigt auch der Aktienkurs. Du profitierst also nicht von laufenden Zahlungen, sondern von der Kursentwicklung. Ein klassisches Beispiel sind Tech-Konzerne, die in ihren Anfangsjahren keine Gewinne ausschütteten, sondern alles reinvestierten.

Wichtig ist der Unterschied zum Gesamtmarkt. Während der Markt oft aus etablierten Firmen besteht, suchen Growth Anleger:innen nach den Stars von morgen. Das können junge Unternehmen sein, aber auch große Konzerne, die eine neue, boomende Sparte haben. Entscheidend ist das erwartete Wachstum bei Umsatz und Gewinn.

Für dich bedeutet das: Du setzt auf die Zukunft. Das kann sich lohnen, ist aber mit Unsicherheit verbunden. Denn nicht jedes junge Unternehmen wird zum nächsten Weltkonzern. Manche scheitern, andere stagnieren. Daher ist es wichtig, die Qualität der Unternehmen zu prüfen und nicht einfach auf Hype zu setzen.

So funktioniert das Wachstum: Der Motor hinter den Kursen

Der Kurs einer Growth Aktie steigt nicht zufällig. Er folgt der Erwartung, dass das Unternehmen in der Zukunft deutlich mehr verdienen wird als heute. Diese Erwartung treibt den Preis. Wenn ein Unternehmen beispielsweise einen neuen Markt erobert oder ein revolutionäres Produkt auf den Markt bringt, steigen die Prognosen und damit der Aktienkurs.

Ein wichtiger Begriff ist hier die Bewertung. Growth Aktien haben oft ein hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Das bedeutet, du zahlst für jeden Euro Gewinn deutlich mehr als bei einem etablierten Unternehmen. Du kaufst also nicht den heutigen Gewinn, sondern die Zukunft. Diese Zukunft muss erst noch geschrieben werden.

Das funktioniert so lange gut, wie das Unternehmen die hohen Erwartungen erfüllt. Wachstum ist der Treibstoff. Solange die Umsätze und Gewinne schneller steigen als beim Durchschnitt, ist die hohe Bewertung gerechtfertigt. Sobald das Wachstum aber nachlässt oder die Erwartungen enttäuscht werden, kann der Kurs massiv einbrechen.

Für dich heißt das: Du musst die Geschäftsmodelle verstehen. Frage dich: Warum sollte dieses Unternehmen in fünf Jahren größer sein als heute? Welches Problem löst es? Wenn du diese Fragen beantworten kannst, hast du die Basis für eine fundierte Entscheidung. Wenn nicht, ist Vorsicht geboten.

Kosten und Gebühren: Was dich das Investieren wirklich kostet

Bevor du Growth Aktien kaufst, solltest du die Kosten kennen. Diese schmälern deine Rendite, wenn du nicht aufpasst. Die wichtigste Kennzahl ist die Gesamtkostenquote (TER) bei Fonds und ETFs. Sie gibt an, wie viel Prozent deines angelegten Geldes jährlich für die Verwaltung abgezogen werden. Bei aktiven Fonds ist sie höher als bei passiven Indexfonds.

Zusätzlich fallen beim Kauf und Verkauf von Aktien Gebühren an. Diese sogenannten Transaktionskosten variieren je nach Broker. Viele Neobroker werben mit günstigen Konditionen, aber auch hier lohnt sich ein Blick auf das Kleingedruckte. Manche verlangen Gebühren für Börsenplätze oder hohe Spreads, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis.

Ein weiterer Punkt ist der Spread selbst. Gerade bei kleineren oder weniger gehandelten Growth Aktien kann dieser erheblich sein. Du zahlst also einen Aufschlag beim Kauf und bekommst beim Verkauf weniger. Das ist eine versteckte Kostenfalle, die du im Blick behalten solltest. Ein liquider Markt mit hohem Handelsvolumen ist hier von Vorteil.

Deine Strategie sollte sein, die Kosten so gering wie möglich zu halten. Das gelingt durch eine langfristige Anlage, denn dann fallen Transaktionskosten seltener an. Und bei der Wahl des Brokers solltest du nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Qualität und die Gebührenstruktur achten. So bleibt mehr von deiner Rendite übrig.

Worauf du beim Kauf achten solltest: Qualität vor Hype

Der größte Fehler bei Growth Aktien ist, auf den Hype zu springen. Wenn alle über ein Unternehmen sprechen und der Kurs bereits massiv gestiegen ist, ist die Luft oft dünn. Stattdessen solltest du auf Qualität setzen. Achte auf ein starkes Management, eine klare Strategie und einen großen adressierbaren Markt.

Ein weiteres Kriterium ist die Profitabilität. Viele Growth Unternehmen machen anfangs Verluste, das ist normal. Aber irgendwann müssen sie beweisen, dass sie Geld verdienen können. Achte darauf, ob die Margen steigen und ob der Umsatz schneller wächst als die Kosten. Das sind Zeichen für ein gesundes Geschäftsmodell.

Auch die Bilanz ist wichtig. Ein Unternehmen mit hohen Schulden ist anfällig für Krisen. Wenn die Zinsen steigen oder die Wirtschaft schwächelt, können hoch verschuldete Firmen schnell in Schwierigkeiten geraten. Achte auf eine solide Finanzbasis mit genügend liquiden Mitteln, um auch schwierige Zeiten zu überstehen.

Zu guter Letzt: Streuung. Setze niemals alles auf eine Karte. Auch die beste Growth Aktie kann scheitern. Verteile dein Geld auf mehrere Unternehmen und Branchen. So reduzierst du das Risiko, dass ein Totalverlust dein Portfolio zerstört. Ein breit gestreuter ETF auf Wachstumsunternehmen kann hier eine einfache Lösung sein.

Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest

Ein klassischer Fehler ist das Nachkaufen bei fallenden Kursen aus Panik. Wenn eine Aktie fällt, ist die Versuchung groß, alles zu verkaufen. Doch bei Growth Aktien sind Schwankungen normal. Wer in guten Zeiten kauft und in schlechten verkauft, realisiert Verluste und verpasst die Erholung. Bleib ruhig und denke langfristig.

Ein weiterer Fehler ist die Jagd nach dem schnellen Geld. Growth Aktien sind keine Glücksspielautomaten. Wer hofft, in wenigen Wochen reich zu werden, wird meist enttäuscht. Erfolgreiches Investieren braucht Geduld und Disziplin. Die großen Gewinne entstehen über Jahre, nicht über Tage.

Viele Einsteiger:innen machen auch den Fehler, nur auf die Vergangenheit zu schauen. Ein Unternehmen, das in den letzten Jahren stark gewachsen ist, muss das nicht unbedingt auch in Zukunft tun. Die Welt verändert sich, und was heute boomt, kann morgen überholt sein. Achte auf die Zukunftsperspektiven, nicht nur auf die Historie.

Und schließlich: Informationsüberflutung. Wenn du ständig Nachrichten liest und auf jede Schlagzeile reagierst, wirst du nervös und triffst falsche Entscheidungen. Lege deine Strategie fest und bleib dabei. Überprüfe dein Portfolio in regelmäßigen Abständen, aber lass dich nicht von kurzfristigen Marktbewegungen treiben.

Dein konkreter Fahrplan: So kaufst du deine ersten Growth Aktien

Bevor du loslegst, brauchst du ein Depot. Das ist im Grunde ein Konto für deine Wertpapiere. Die Eröffnung dauert heute nur wenige Minuten und ist meist kostenlos. Achte bei der Wahl des Anbieters auf die Gebühren, die Benutzerfreundlichkeit und den Kundenservice. Ein guter Broker ist die Basis für deinen Erfolg.

Als Nächstes solltest du einen Betrag festlegen, den du monatlich investieren kannst. Das muss kein großer Betrag sein. Schon mit einer kleinen Summe kannst du einen Sparplan auf einen Growth ETF einrichten. So investierst du automatisch und regelmäßig, ohne den perfekten Zeitpunkt abzupassen. Das nennt man Cost-Average-Effekt.

Wenn du einzelne Aktien kaufen möchtest, recherchiere gründlich. Lies Geschäftsberichte, achte auf die Kennzahlen und versuche, das Geschäftsmodell zu verstehen. Beginne mit Unternehmen, deren Produkte du kennst und nutzt. Das erleichtert dir die Einschätzung. Und kaufe zunächst nur kleine Positionen, um Erfahrungen zu sammeln.

Nach dem Kauf ist vor dem Kauf. Überwache dein Portfolio regelmäßig, aber nicht täglich. Setze dir klare Ziele und überlege dir im Voraus, wann du verkaufen würdest. Das kann bei einer Verdopplung des Kurses sein oder wenn sich die Fundamentaldaten des Unternehmens verschlechtern. Ein klarer Plan hilft dir, emotionale Entscheidungen zu vermeiden.

Dein Mindset: Die psychologische Seite des Investierens

Investieren ist zu rund 80% Psychologie und zu rund 20% Analyse. Das hört man oft, und es stimmt. Der Aktienmarkt ist ein einziger Stimmungstest. Wenn die Kurse fallen, greift die Angst. Wenn sie steigen, wird man gierig. Beides ist gefährlich. Dein Ziel sollte sein, diese Emotionen zu kontrollieren.

Ein Weg ist, sich die eigenen Anlageziele klar zu machen. Wenn du weißt, warum du investierst, zum Beispiel für die Altersvorsorge, fällt es leichter, Kursschwankungen auszuhalten. Du investierst nicht für den nächsten Monat, sondern für die nächsten Jahrzehnte. Diese Perspektive nimmt den Druck.

Es ist auch hilfreich, sich von der Masse abzukoppeln. Wenn alle kaufen, ist oft der Höhepunkt erreicht. Wenn alle verkaufen, oft der Tiefpunkt. Als langfristiger Anleger:in gehst du gegen den Strom. Das erfordert Mut, zahlt sich aber meist aus. Du kaufst, wenn andere verkaufen, und verkaufst, wenn andere kaufen.

Und schließlich: Verzeihe dir Fehler. Jeder macht sie. Wichtig ist, dass du aus ihnen lernst. Analysiere, was schiefgelaufen ist, und passe deine Strategie an. Aber lass dich nicht entmutigen. Die erfolgreichsten Investor:innen der Welt haben auch Verluste erlitten. Entscheidend ist, langfristig am Ball zu bleiben.

Dein erster Schritt heute: So legst du sofort los

Du musst nicht alles auf einmal wissen. Der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen. Öffne noch heute ein Depot bei einem seriösen Anbieter. Das ist in wenigen Minuten erledigt. Du brauchst dafür nur deinen Personalausweis und ein Girokonto. Die meisten Anbieter führen die Legitimation online durch.

Danach richtest du einen Sparplan ein. Wähle einen breit aufgestellten ETF, der den globalen Aktienmarkt abbildet. Das ist die einfachste und sicherste Methode, um von Growth Aktien zu profitieren. Du musst keine einzelnen Unternehmen bewerten und profitierst trotzdem vom Wachstum der Weltwirtschaft.

Setze dir einen monatlichen Betrag, den du wirklich entbehren kannst. Es ist besser, mit einem kleinen Betrag zu starten und diesen später zu erhöhen, als mit einem großen Betrag zu scheitern. Der regelmäßige Sparplan ist der Schlüssel zum Erfolg. Er macht dich unabhängig von Marktschwankungen.

Und dann: Bleib dran. Informiere dich weiter, lies Bücher oder höre Podcasts zum Thema. Aber lass dich nicht verrückt machen. Dein Wissen wächst mit der Zeit. Der wichtigste Faktor für deinen Erfolg ist nicht deine Intelligenz, sondern deine Geduld und Disziplin. Starte jetzt, und du wirst es dir in ein paar Jahren danken.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du Kursschwankungen von 30% oder mehr aussitzen?
Hast du einen Anlagehorizont von mindestens fünf Jahren?
Verstehst du das Geschäftsmodell des Unternehmens, in das du investierst?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Growth Aktien reinvestieren ihre Gewinne, um zu wachsen, und zahlen meist keine Dividenden. Value Aktien sind oft etablierte Unternehmen, die Gewinne ausschütten und als unterbewertet gelten. Growth setzt auf zukünftiges Wachstum, Value auf aktuellen Wert.

Du kannst schon mit kleinen Beträgen starten. Viele Broker erlauben den Kauf von Bruchstücken, sodass du bereits mit wenigen Euro in einen ETF investieren kannst. Für einzelne Aktien benötigst du in der Regel den Preis einer Aktie, der je nach Unternehmen stark variiert.

Ja, in der Regel schon. Weil die Bewertungen auf hohen Zukunftserwartungen basieren, können Kurse stärker schwanken. Wenn das Wachstum enttäuscht, fallen die Kurse oft überproportional. Dafür ist das Potenzial für hohe Renditen ebenfalls größer.

Achte auf Unternehmen mit einem großen Markt, einer starken Marktposition und steigenden Gewinnmargen. Ein fähiges Management und eine solide Bilanz sind ebenfalls wichtig. Lies Geschäftsberichte und verstehe das Geschäftsmodell, bevor du investierst.

Für Einsteiger sind ETFs oft die bessere Wahl, da sie breit streuen und das Risiko reduzieren. Einzelne Aktien bieten höhere Chancen, aber auch ein höheres Risiko. Eine Kombination aus beidem kann sinnvoll sein, wenn du dich gut informierst.

Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht. Besser ist es, regelmäßig zu investieren, zum Beispiel per Sparplan. So glättest du Kursschwankungen und profitierst langfristig vom Marktwachstum. Timing-Versuche führen meist zu schlechteren Ergebnissen.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Investieren, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.