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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Fondssparplan für Selbstständige: Dein flexibler Weg zur Altersvorsorge

Als Selbstständige:r musst du dich selbst um deine Altersvorsorge kümmern. Ein Fondssparplan ist eine einfache, flexible Methode, um langfristig Vermögen aufzubauen. Wir zeigen dir, wie du startest und worauf es ankommt.

AltersvorsorgeETF-SparenSelbstständigkeit
Brauche ich das?
Ja, unbedingt.
Ohne Arbeitgeber fehlt die gesetzliche Basis.
Wie viel Geld?
Schon kleine Beträge.
Schon 50 Euro monatlich entfalten langfristig Wirkung.
Ist das flexibel?
Sehr flexibel.
Du kannst Beträge und Termine jederzeit anpassen.
Was ist das Risiko?
Marktschwankungen.
Langfristig gleichen sich Kursschwankungen meist aus.

Warum das Thema dich als Selbstständige:n betrifft

Als Angestellte:r zahlst du automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Als Selbstständige:r sieht das oft anders aus. Viele Freiberufler:innen und Gründer:innen sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Das bedeutet: Du baust keine oder nur eine sehr geringe staatliche Rente auf.

Die gesetzliche Rente wird in den nächsten Jahrzehnten ohnehin nicht steigen. Der demografische Wandel sorgt dafür, dass immer weniger Beitragszahler:innen immer mehr Rentner:innen gegenüberstehen. Wenn du dich nicht selbst kümmerst, droht im Alter eine deutliche Finanzierungslücke. Das betrifft dich direkt, denn dein Lebensstandard soll ja auch nach dem Arbeitsleben halten.

Viele Selbstständige schieben das Thema Vorsorge auf, weil das Einkommen schwankt. Mal ist mehr Geld da, mal weniger. Ein Fondssparplan passt genau auf diese Situation. Du kannst monatliche Beträge festlegen, pausieren oder anpassen. Das gibt dir die nötige Flexibilität, die ein starres Versicherungsprodukt oft nicht bietet.

Der Staat hat die Zeichen der Zeit erkannt und fördert private Vorsorge zunehmend. Auch wenn die klassische Riester-Rente für viele unattraktiv ist, gibt es neue Modelle. Aber die Basis für deine Altersvorsorge als Selbstständige:r bleibt ein eigener, langfristiger Sparplan. Je früher du startest, desto mehr profitierst du vom Zinseszinseffekt.

3,2 Mio.
Selbstständige in Deutschland ohne gesetzliche Rentenpflicht
>50%
der Deutschen sorgen nicht ausreichend privat vor
~10%
durchschnittliche jährliche Rendite des Weltmarkts (historisch)

Was ein Fondssparplan überhaupt ist

Ein Fondssparplan ist eine einfache Methode, um regelmäßig Geld in Investmentfonds anzulegen. Statt einmalig eine große Summe zu investieren, zahlst du monatlich einen festen Betrag ein. Dafür kaufst du Anteile an einem oder mehreren Fonds. Das können Aktienfonds, Anleihenfonds oder Mischfonds sein.

Ein Fonds bündelt das Geld vieler Anleger:innen und investiert es in eine Vielzahl von Wertpapieren. Das hat den Vorteil der Risikostreuung. Wenn ein Unternehmen in deinem Fonds schlecht läuft, wird das durch andere gute Unternehmen ausgeglichen. Du setzt also nicht alles auf eine Karte, sondern verteilst dein Risiko breit.

Besonders beliebt sind heute ETFs, also börsengehandelte Indexfonds. Diese bilden einen Index wie den DAX oder den MSCI World einfach nach. Der Vorteil: Die Kosten sind deutlich niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds. Und die Wertentwicklung ist oft besser, weil viele Fondsmanager:innen den Markt nicht schlagen können.

Für dich als Selbstständige:n ist der Fondssparplan ideal, weil du schon mit kleinen Beträgen starten kannst. Du musst nicht erst ein großes Vermögen ansparen, um zu investieren. Schon 50 oder 100 Euro im Monat reichen aus, um langfristig ein beachtliches Vermögen aufzubauen. Der Zinseszinseffekt erledigt den Rest.

So funktioniert ein Fondssparplan im Detail

Der Ablauf ist denkbar einfach. Du eröffnest ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort legst du einen Sparplan an, wählst deinen Fonds aus und bestimmst den monatlichen Betrag. Das Geld wird dann automatisch von deinem Girokonto abgebucht und in Fondsanteile umgewandelt.

Der große Vorteil des Sparplans ist der sogenannte Cost-Average-Effekt. Da du jeden Monat den gleichen Betrag investierst, kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Über die Zeit gleicht sich das aus. Du musst also keinen perfekten Zeitpunkt für den Einstieg finden, sondern profitierst vom Durchschnitt.

Dein Geld arbeitet für dich, ohne dass du dich aktiv kümmern musst. Die Fondsgesellschaft verwaltet die Wertpapiere und schüttet gegebenenfalls Dividenden aus. Du kannst den Sparplan jederzeit ändern, pausieren oder ganz beenden. Das gibt dir als Selbstständige:r die nötige Flexibilität, um auf Einkommensschwankungen zu reagieren.

Wichtig zu verstehen: Ein Fondssparplan ist keine Versicherung, sondern ein reines Investment. Es gibt keine Garantie auf Rendite, und dein Geld kann auch an Wert verlieren. Aber historisch gesehen haben Aktienmärkte über lange Zeiträume immer zugelegt. Je länger du sparst, desto geringer wird das Risiko von Verlusten.

Kosten: Was du als Selbstständige:r wissen musst

Kosten sind der größte Renditekiller bei jedem Investment. Deshalb solltest du sie genau im Blick haben. Bei einem Fondssparplan fallen typischerweise drei Arten von Kosten an: die Kosten des Fonds selbst, die Depotgebühren und eventuelle Transaktionskosten.

Die Fondsgebühren werden als Gesamtkostenquote (TER) ausgewiesen. Bei ETFs liegt diese meist unter einem Prozent pro Jahr. Aktiv gemanagte Fonds sind deutlich teurer und können zwei Prozent oder mehr kosten. Auf lange Sicht macht das einen enormen Unterschied. Ein Prozent mehr Kosten pro Jahr kann am Ende deiner Sparphase eine sechsstellige Summe ausmachen.

Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose Depotführung an. Das heißt, du zahlst keine Grundgebühr für dein Wertpapierdepot. Auch die Sparplanausführung ist oft kostenlos oder kostet nur einen geringen Betrag. Achte aber auf versteckte Gebühren, zum Beispiel für den Verkauf deiner Anteile oder für Dividendenzahlungen.

Als Selbstständige:r kannst du die Kosten für deine Altersvorsorge unter Umständen steuerlich absetzen. Das gilt insbesondere für Beiträge zur Basisrente, die aber andere Regeln hat. Für einen normalen Fondssparplan gelten die allgemeinen Regeln der Abgeltungssteuer. Sprich am besten mit deiner Steuerberatung, um die für dich beste Lösung zu finden.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Die Wahl des richtigen Fonds ist entscheidend für deinen Anlageerfolg. Als Faustregel gilt: Je breiter gestreut, desto geringer das Risiko. Ein Welt-ETF wie der MSCI World oder der FTSE All-World bildet die Entwicklung der globalen Aktienmärkte ab. Damit investierst du in tausende Unternehmen weltweit und profitierst vom globalen Wirtschaftswachstum.

Achte auf die Fondsgröße und das Fondsvolumen. Große ETFs mit einem Volumen von mehreren Milliarden Euro sind meist liquider und haben geringere Spreads. Das bedeutet, du bekommst bessere Kurse beim Kauf und Verkauf. Auch das Alter des Fonds spielt eine Rolle, denn eine lange Historie zeigt, wie der Fonds in verschiedenen Marktphasen abgeschnitten hat.

Die Wahl der Depotbank ist ebenfalls wichtig. Achte auf ein seriöses Institut mit einer guten Benutzeroberfläche. Viele Online-Broker bieten mittlerweile auch Sparpläne ab 1 Euro an. Das ist ideal, um erstmal zu testen. Du solltest aber auch auf die Qualität des Kundenservice achten, falls du Fragen hast oder Hilfe benötigst.

Überlege dir vorab, wie viel Risiko du eingehen möchtest. Ein reiner Aktien-ETF ist chancenreich, aber auch schwankungsanfällig. Wenn du kurz vor der Rente stehst, kann es sinnvoll sein, einen Teil in stabilere Anleihen-ETFs zu investieren. Eine einfache Faustregel: Je näher dein Renteneintritt rückt, desto mehr solltest du auf Sicherheit setzen.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der häufigste Fehler ist, gar nicht erst anzufangen. Viele Selbstständige warten auf den perfekten Zeitpunkt, der nie kommt. Dabei ist Zeit der wichtigste Faktor für den Vermögensaufbau. Jeder Monat, den du wartest, kostet dich potenzielle Rendite. Starte lieber mit einem kleinen Betrag, als gar nicht zu investieren.

Ein weiterer Fehler ist, bei Kursschwankungen in Panik zu geraten und den Sparplan zu stoppen. Wenn die Märkte fallen, kaufst du automatisch mehr Anteile für dein Geld. Das ist ein Vorteil, kein Nachteil. Wer dann verkauft oder pausiert, realisiert Verluste und verpasst die Erholung. Bleib also ruhig und halte durch.

Viele Anleger:innen machen auch den Fehler, zu kompliziert zu denken. Sie kaufen einzelne Aktien oder spezielle Branchenfonds, um die Rendite zu steigern. Das ist aber mit hohem Risiko verbunden und erfordert viel Wissen. Für die Altersvorsorge ist ein breit gestreuter Welt-ETF meist die deutlich bessere Wahl.

Vergiss nicht, deinen Sparplan regelmäßig zu überprüfen. Deine Lebensumstände ändern sich, dein Einkommen steigt oder fällt. Passe deine Sparrate entsprechend an. Wenn du mehr verdienst, erhöhe den Betrag. Wenn es finanziell eng wird, reduziere ihn. Ein Fondssparplan ist kein starres Produkt, sondern flexibel gestaltbar.

Dein Fahrplan: So startest du in 5 Schritten

Schritt eins: Schaffe eine finanzielle Basis. Bevor du mit dem Investieren beginnst, solltest du einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto haben. Das schützt dich davor, im Notfall deine Fondsanteile verkaufen zu müssen. Als Selbstständige:r ist dieser Puffer besonders wichtig, weil dein Einkommen schwanken kann.

Schritt zwei: Wähle einen passenden Online-Broker. Vergleiche die Angebote hinsichtlich Kosten, Auswahl und Benutzerfreundlichkeit. Achte darauf, dass der Anbieter die gewünschten ETFs im Sparplan anbietet. Viele Broker haben eine große Auswahl an kostenlosen Sparplänen. Lies ein paar Erfahrungsberichte, um einen Eindruck zu bekommen.

Schritt drei: Entscheide dich für einen oder mehrere ETFs. Für den Anfang reicht ein einziger Welt-ETF. Du kannst später immer noch diversifizieren. Achte auf die Fondsgröße und die Kostenquote. Ein ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World ist eine solide Basis für deine Altersvorsorge.

Schritt vier: Lege deine Sparrate fest. Beginne mit einem Betrag, den du wirklich entbehren kannst. Es ist besser, 50 Euro im Monat zu sparen und durchzuhalten, als 200 Euro anzusetzen und nach drei Monaten aufzugeben. Du kannst die Rate jederzeit erhöhen, wenn deine finanzielle Situation es zulässt.

Schritt fünf: Richte den Sparplan ein und lasse ihn laufen. Der schwierigste Teil ist, langfristig dranzubleiben. Überprüfe deinen Plan einmal im Jahr und passe ihn an deine Lebenssituation an. Aber lass dich nicht von kurzfristigen Marktschwankungen verunsichern. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

Steuern und rechtliche Aspekte für Selbstständige

Die Besteuerung von Fondserträgen erfolgt in Deutschland über die Abgeltungssteuer. Diese beträgt pauschal 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Auf deine Gewinne aus dem Fondssparplan zahlst du also diese Steuer. Es gibt aber einen Sparerpauschbetrag, der aktuell bei 1.000 Euro pro Person liegt.

Der Sparerpauschbetrag bedeutet: Die ersten 1.000 Euro Gewinn pro Jahr bleiben steuerfrei. Um diesen Betrag voll auszunutzen, kannst du einen Freistellungsauftrag bei deiner Depotbank einrichten. Die Bank berücksichtigt dann automatisch den Freibetrag und führt keine Steuern ab, solange deine Gewinne unter dem Pauschbetrag liegen.

Als Selbstständige:r hast du die Möglichkeit, deine Altersvorsorgebeiträge steuerlich geltend zu machen. Das gilt insbesondere für Beiträge zur Basisrente (Rürup-Rente). Diese ist aber ein anderes Produkt als ein Fondssparplan. Für einen normalen Fondssparplan gelten die allgemeinen Regeln der Kapitalertragsteuer.

Ein wichtiger Punkt ist die Dokumentation. Als Selbstständige:r bist du es gewohnt, Belege aufzubewahren. Das ist auch bei deinem Depot wichtig. Die Bank stellt dir jährlich eine Steuerbescheinigung aus, die du für deine Steuererklärung benötigst. Bewahre diese Dokumente sorgfältig auf, um bei einer Prüfung gewappnet zu sein.

Langfristig denken: Dein Vermögensaufbau mit Plan

Ein Fondssparplan ist kein Selbstläufer, sondern ein Baustein deiner finanziellen Strategie. Denke langfristig und setze dir realistische Ziele. Wie viel Geld möchtest du im Alter zur Verfügung haben? Welche Ausgaben planst du? Diese Überlegungen helfen dir, die richtige Sparrate zu bestimmen.

Der Zinseszinseffekt ist dein bester Freund. Wenn du 30 Jahre lang monatlich 200 Euro in einen Welt-ETF investierst, kannst du am Ende eine beachtliche Summe angespart haben. Je früher du beginnst, desto stärker wirkt dieser Effekt. Selbst eine Pause von einem Jahr kann am Ende einen großen Unterschied machen.

Vergiss nicht, auch an andere Vorsorgebausteine zu denken. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Selbstständige besonders wichtig, denn wenn du nicht arbeiten kannst, fehlt dein komplettes Einkommen. Auch eine private Haftpflichtversicherung solltest du haben. Der Fondssparplan ist ein wichtiger Baustein, aber nicht der einzige.

Bleib am Ball und informiere dich regelmäßig über deine Anlagen. Die Finanzwelt verändert sich, neue Produkte kommen auf den Markt. Aber lass dich nicht von Trends verunsichern. Ein breit gestreuter Welt-ETF ist seit Jahrzehnten eine solide Anlage. Mit einem Fondssparplan legst du den Grundstein für ein finanziell sorgenfreies Alter.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Hast du einen Notgroschen für 3 Monate Ausgaben?
Kannst du monatlich einen festen Betrag entbehren?
Planst du, länger als 10 Jahre zu investieren?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Das hängt von deinem Einkommen und deinen Zielen ab. Eine Faustregel besagt, 10 bis 15 Prozent deines Nettoeinkommens zu sparen. Wichtig ist, dass du den Betrag langfristig durchhalten kannst. Starte lieber mit einem kleineren Betrag und erhöhe ihn später.

Ja, die meisten Anbieter erlauben es, den Sparplan jederzeit zu pausieren oder zu beenden. Das ist besonders für Selbstständige wichtig, deren Einkommen schwanken kann. Du kannst den Sparplan auch jederzeit anpassen oder die Sparrate ändern.

Ja, ein Fondssparplan ist eine sehr gute Methode für die Altersvorsorge. Durch den langen Anlagezeitraum profitierst du vom Zinseszinseffekt und kannst Kursschwankungen aussitzen. Wichtig ist, dass du langfristig denkst und nicht bei kurzfristigen Verlusten in Panik gerätst.

Ein Fonds ist ein Sammelbegriff für Investmentfonds. Ein ETF ist ein spezieller Fonds, der einen Index passiv nachbildet. ETFs sind in der Regel günstiger als aktiv gemanagte Fonds und bilden den Markt transparent ab. Für einen Sparplan sind ETFs daher oft die bessere Wahl.

Gewinne aus deinem Fondssparplan unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Du hast aber einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Wenn du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank einrichtest, bleiben deine Gewinne bis zu diesem Betrag steuerfrei.

Das Hauptrisiko ist die Schwankung der Kurse. Dein Geld kann an Wert verlieren, besonders kurzfristig. Historisch gesehen haben sich Aktienmärkte aber langfristig immer erholt. Ein breit gestreuter Welt-ETF reduziert das Risiko zusätzlich, da er in tausende Unternehmen investiert.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.