Festgeld So funktioniert das Festgeldkonto – einfach erklärt
Festgeld: Was ist ein Festgeldkonto, wie hoch sind die Zinsen aktuell & ab welchem Betrag lohnt es sich? Jetzt informieren & Finanz-Score checken.
- Festgeld = Einlage bei einer Bank für eine feste Laufzeit zu einem vereinbarten Zinssatz
- Kein vorzeitiger Zugriff möglich – Unterschied zu Tagesgeld und Girokonto
- Typische Laufzeiten reichen von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren
- Zinsen werden am Ende der Laufzeit (oder jährlich) ausgezahlt
Festgeld einfach erklärt – was steckt hinter dem Konto?
Festgeld = Einlage bei einer Bank für eine feste Laufzeit zu einem vereinbarten Zinssatz
Festgeld ist eine Sparform, bei der du einen Geldbetrag für eine fest vereinbarte Laufzeit zu einem garantierten Zinssatz bei einer Bank anlegst. Du weißt von Anfang an, wie viel du am Ende bekommst – dafür kommst du während der Laufzeit nicht an dein Geld heran.
AUF EINEN BLICK
- Kein vorzeitiger Zugriff möglich – Unterschied zu Tagesgeld und Girokonto
- Typische Laufzeiten reichen von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren
- Zinsen werden am Ende der Laufzeit (oder jährlich) ausgezahlt
- Geeignet für Geld, das kurzfristig nicht benötigt wird – z. B. Rücklagen für geplante Ausgaben oder Erspartes aus regelmäßigem Einkommen
| Kennzahl (2026) | Wert |
|---|---|
| Abgeltungsteuer | 25 % |
| Sparerpauschbetrag | 1.000 € |
| Soli auf die Steuer | 5,5 % (auf die Steuer) |
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Die Grundlagen des Festgeldkontos verständlich erklärt
Tagesgeld: jederzeit verfügbar, variabler Zinssatz – flexibel, aber Zins kann sinken
Wenn du Geld auf ein Festgeldkonto einzahlst, schließt du mit der Bank einen klaren Vertrag: Du überlässt ihr deinen Betrag für eine bestimmte Zeit – die Laufzeit –, und sie zahlt dir dafür einen vorab festgelegten Zinssatz. Dieser Zinssatz ist für die gesamte Dauer unveränderlich, egal was am Markt passiert. Das unterscheidet Festgeld fundamental vom Tagesgeldkonto, bei dem der Zinssatz jederzeit geändert werden kann.
Typische Laufzeiten reichen von wenigen Monaten (häufig 1, 3 oder 6 Monate) bis hin zu mehreren Jahren – manche Banken bieten auch 5- oder 10-jährige Laufzeiten an. Die Zinsen werden je nach Konditionen entweder am Ende der Laufzeit auf einmal ausgezahlt oder bei längeren Laufzeiten jährlich gutgeschrieben. Bei sehr kurzen Laufzeiten unter einem Jahr erfolgt die Zinszahlung üblicherweise am Laufzeitende.
Der entscheidende Punkt, den du als Anleger:in kennen musst: Während der vereinbarten Laufzeit hast du keinen Zugriff auf das angelegte Kapital. Die Bank verleiht dieses Geld weiter und kalkuliert damit fest – daher gibt es in der Regel keine Möglichkeit, vorzeitig auszusteigen, ohne empfindliche Nachteile oder Zinseinbußen in Kauf zu nehmen. Festgeld ist also kein Allzwecksparprodukt, sondern ein gezieltes Instrument für Geld, das du für einen definierten Zeitraum wirklich entbehren kannst.
Im Unterschied zum normalen Girokonto – das dein laufendes Zahlungskonto ist und kaum oder gar keine Zinsen bringt – ist das Festgeldkonto ausschließlich für die Geldanlage gedacht. Es gibt keine Karte, keine Überweisungsfunktion und keine monatlichen Kontogebühren. Das Festgeldkonto ist damit eines der schlanksten und transparentesten Bankprodukte, die es gibt.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Tagesgeld: jederzeit verfügbar | variabler Zinssatz – flexibel, aber Zins kann sinken |
| Festgeld: Zinssatz garantiert für die gesamte Laufzeit – Planungssicherheit, aber keine Flexibilität | , |
| Sparkonto: klassisch | aber in der Regel niedrigster Zinssatz |
| Faustregel: Notfallreserve auf Tagesgeld | mittelfristige Rücklagen auf Festgeld |
| Für Sparer:innen mit unregelmäßigem Einkommen ist die fehlende Liquidität der Hauptnachteil | , |
Welcher Unterschied zählt wirklich?
Festgeldzinsen orientieren sich am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB
Wer zum ersten Mal ernsthaft spart, steht schnell vor der Frage: Tagesgeld, Festgeld oder klassisches Sparkonto – was passt zu mir? Die Antwort hängt vor allem davon ab, wann du das Geld wieder brauchst und wie viel Planungssicherheit du willst.
Das Tagesgeldkonto ist die flexibelste Variante: Du kannst täglich Geld einzahlen oder abbuchen lassen, und der Zinssatz gilt ohne Bindung. Der Nachteil: Der Zinssatz ist variabel. Banken können ihn jederzeit senken – was in Niedrigzinsphasen schmerzhaft wird. Tagesgeld eignet sich deshalb ideal als Ort für deine Notfallreserve, also den Puffer für unerwartete Ausgaben wie eine kaputte Waschmaschine oder einen Zahnarztbesuch.
Das Festgeldkonto bietet dagegen einen garantierten Zinssatz für die gesamte Laufzeit. Du weißt auf den Cent genau, was du am Ende bekommst. Diese Planungssicherheit hat ihren Preis: Flexibilität gibst du auf. Für mittelfristige Sparziele – etwa Geld, das du in 6 oder 12 Monaten für eine größere Anschaffung, einen Umzug oder eine berufliche Neuorientierung brauchst – ist Festgeld jedoch oft die klügere Wahl gegenüber Tagesgeld, weil der garantierte Zins oft höher liegt als der aktuelle variable Tagesgeldzins.
Das klassische Sparkonto ist historisch die bekannteste Sparform in Deutschland, hat aber strukturell den geringsten Zinssatz der drei Varianten und bietet kaum Vorteile gegenüber einem Tagesgeldkonto bei einer Direktbank. Die Faustregel für Sparer:innen lautet daher: Notfallreserve auf das Tagesgeldkonto, mittelfristige Rücklagen auf das Festgeldkonto – und das klassische Sparkonto der Hausbank eher stehen lassen, sofern es keine besonderen Vorteile bietet.
AUF EINEN BLICK
- Längere Laufzeiten zahlen nicht automatisch mehr – Zinsstrukturkurve beachten
- Ausländische Banken im EU-Raum (z. B. aus Portugal, Lettland) bieten oft höhere Zinsen an
- Zinsdifferenzen zwischen Direktbanken und Filialbanken können erheblich sein
- Nominaler Zins ≠ effektiver Ertrag: Abgeltungssteuer und ggf. Kirchensteuer mindern den Nettoertrag
Was bestimmt die Höhe der Festgeldzinsen?
EU-weite gesetzliche Einlagensicherung schützt Einlagen pro Kunde und Bank bis zu einem gesetzlich festgelegten Betrag
Festgeldzinsen entstehen nicht im luftleeren Raum – sie orientieren sich maßgeblich am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB). Wenn die EZB ihren Leitzins anhebt, steigen in der Folge auch die Zinsen, die Banken ihren Sparkundschaft anbieten – und umgekehrt. Als Sparerin oder Sparer profitierst du also in Hochzinsphasen, leidest aber in Niedrigzinsphasen. Da sich diese Rahmenbedingungen ändern können, solltest du den aktuellen Markt immer beobachten, bevor du ein konkretes Festgeldangebot abschließt.
Interessant ist außerdem die sogenannte Zinsstrukturkurve: Sie beschreibt, wie sich die Zinsen je nach Laufzeit verhalten. Intuitiv denken viele, dass längere Laufzeiten immer höhere Zinsen bedeuten – das stimmt aber nicht zwingend. In manchen Marktphasen (sogenannte inverse Zinsstruktur) sind kurzfristige Festgelder sogar höher verzinst als langfristige. Es lohnt sich also, nicht blind in die längste Laufzeit zu gehen, sondern Angebote verschiedener Laufzeiten miteinander zu vergleichen.
Einen weiteren wichtigen Faktor stellen ausländische Banken im EU-Raum dar. Über deutsche Vergleichsplattformen und Direktbank-Portale können Anlegerinnen und Anleger auch Festgeldangebote von Banken aus Portugal, Lettland oder anderen EU-Ländern nutzen. Diese bieten häufig höhere Zinssätze als deutsche Filialbanken – bei gleichem gesetzlichem Schutz durch die europäische Einlagensicherung. Der Unterschied zwischen einer renommierten Direktbank und einer traditionellen Filialbank kann dabei beachtlich sein: Filialbanken haben höhere Fixkosten und geben weniger an ihre Kundschaft weiter.
Konkrete aktuelle Zinssätze solltest du stets direkt bei den jeweiligen Anbietern oder auf neutralen Vergleichsportalen prüfen, da sie sich laufend ändern und eine Angabe hier schnell veralten würde. Entscheidend ist: Vergleiche nicht nur den Zinssatz, sondern auch Laufzeit, Mindestanlagesumme, Einlagensicherung und die Konditionen bei Laufzeitende.
AUF EINEN BLICK
- Gilt für alle Banken mit Sitz in der EU – auch für Angebote ausländischer Direktbanken über deutsche Plattformen
- Darüber hinaus: freiwillige Einlagensicherungssysteme einzelner Banken (z. B. Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken
- Für Sparerinnen und Sparer mit kleinen bis mittleren Rücklagen ist das gesetzliche Limit in der Regel mehr als ausreichend
- Wichtig: Einlagensicherung gilt nicht für ETFs, Aktien oder Anleihen – nur für Bankguthaben
Ist mein Geld auf dem Festgeldkonto sicher?
Voraussetzungen: Volljährigkeit, Wohnsitz in Deutschland, deutsches Referenzkonto (Girokonto
Eine der häufigsten Fragen rund ums Festgeld lautet: Was passiert mit meinem Geld, wenn die Bank insolvent wird? Die gute Nachricht: In der gesamten Europäischen Union gilt eine gesetzliche Einlagensicherung. Sie schützt Einlagen pro Kundin oder Kunde und pro Bank bis zu einer gesetzlich festgelegten Grenze – in Deutschland und der EU sind es 100.000 Euro je Person und Kreditinstitut. Das bedeutet: Auch wenn eine Bank zahlungsunfähig wird, erhältst du deinen angelegten Betrag bis zu dieser Grenze zurück.
Diese Regelung gilt für alle Banken mit Sitz in der EU – also auch für jene ausländischen Direktbanken, deren Festgeldangebote du über deutsche Plattformen abschließt. Du bist also nicht schlechter geschützt, weil du dein Geld bei einer lettischen oder portugiesischen Bank anlegst, solange diese ihren Sitz innerhalb der EU hat und dem dortigen Einlagensicherungssystem angehört. Im Zweifel lohnt sich ein Blick auf die Website der jeweiligen nationalen Einlagensicherung oder die Angaben des Anbieters.
Darüber hinaus existieren in Deutschland freiwillige Einlagensicherungssysteme, die über die gesetzliche Pflichtgrenze hinausgehen. Der bekannteste ist der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), dem viele private Geschäftsbanken angehören und der die Einlagen seiner Mitgliedsbanken deutlich höher absichert. Für Sparerinnen und Sparer mit überschaubaren Rücklagen ist jedoch schon die gesetzliche Absicherung in der Regel weit mehr als ausreichend – sie deckt Beträge, die für die meisten Anlegerinnen und Anleger realistischerweise erreichbar sind, vollständig ab.
AUF EINEN BLICK
- Legitimation meist per Video-Ident oder Post-Ident – komplett digital möglich
- Wichtig: Freistellungsauftrag einrichten
- Nach Ablauf der Laufzeit: automatische Verlängerung oder Überweisung auf Referenzkonto – Bedingungen vorher prüfen
- Kein Girokonto bei der gleichen Bank nötig – Festgeldkonto ist oft ein eigenständiges Produkt
So läuft der Prozess in der Praxis ab
Zinserträge unterliegen der Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag (ggf. Kirchensteuer
Ein Festgeldkonto zu eröffnen ist heutzutage vollständig digital möglich und in der Regel in wenigen Schritten erledigt. Die wichtigsten Voraussetzungen: Du musst volljährig sein (18 Jahre), einen Wohnsitz in Deutschland nachweisen können und ein bestehendes Girokonto als sogenanntes Referenzkonto besitzen. Das Referenzkonto muss nicht zwingend bei derselben Bank sein – es dient lediglich als Herkunftskonto für die Einzahlung und als Zielkonto für die Rückzahlung am Laufzeitende.
Die Legitimation – also die Identitätsprüfung – erfolgt bei den meisten Anbietern digital per Video-Ident-Verfahren (ein kurzes Videogespräch mit einem Mitarbeitenden) oder über das PostIdent-Verfahren in einer Postfiliale. Beides ist komfortabel und ohne Banktermin möglich. Nach erfolgreicher Identifizierung richtest du den gewünschten Betrag, die Laufzeit und den Zinssatz ein, überweist die Summe auf das Festgeldkonto – und die Uhr läuft.
Ein oft übersehener, aber wichtiger Schritt: der Freistellungsauftrag. Du solltest bei der Bank unbedingt einen Freistellungsauftrag stellen, damit deine Zinserträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr (für Ledige) steuerfrei bleiben. Ohne diesen Auftrag zieht die Bank automatisch die Abgeltungssteuer ab – auch wenn deine Zinserträge unter dem Freibetrag liegen. Den Freistellungsauftrag richtest du direkt beim Anbieter ein, meist schon im Eröffnungsprozess.
Prüfe außerdem sorgfältig, was nach Ablauf der Laufzeit passiert: Manche Banken verlängern das Festgeld automatisch zu den dann gültigen Konditionen, wenn du nicht rechtzeitig widersprichst. Andere überweisen das Kapital samt Zinsen automatisch zurück auf dein Referenzkonto. Diese Bedingungen stehen im Kleingedruckten – lies sie, bevor du unterschreibst, damit du keine ungewollte Verlängerung zu möglicherweise schlechteren Zinsen erhältst.
AUF EINEN BLICK
- Sparerpauschbetrag: Freibetrag pro Person und Jahr
- Studierende mit geringem Gesamteinkommen können eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt beantragen → Zinsen dann ohne Steuerabzug
- Freistellungsauftrag bei der Bank stellen, wenn NV-Bescheinigung nicht vorliegt
- Einkommensteuererklärung: Zinserträge in der Anlage KAP angeben, falls keine pauschale Besteuerung an der Quelle erfolgt ist
Was du bei der Abgeltungssteuer auf Festgeld wissen musst
Lohnt sich, wenn: Geld mindestens 3–12 Monate nicht benötigt wird, sicheres Renditeziel ohne Kursschwankungen gewünscht ist
Zinserträge aus Festgeld sind in Deutschland steuerpflichtig. Es fällt die sogenannte Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % an, zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % auf die Steuer – macht effektiv rund 26,375 % Steuer auf die Zinsen. Wer Mitglied einer Kirche ist, zahlt zusätzlich Kirchensteuer. Die Bank führt diese Steuer automatisch an das Finanzamt ab, sofern kein Freistellungsauftrag vorliegt.
Hier kommt der Sparerpauschbetrag ins Spiel: Kapitalerträge – also Zinsen, Dividenden und andere Kapitalerträge zusammen – bleiben bis zu 1.000 Euro pro Person und Kalenderjahr steuerfrei. Für Verheiratete oder eingetragene Lebenspartnerschaften, die gemeinsam veranlagt werden, gilt der doppelte Betrag von 2.000 Euro. Bei überschaubaren Anlagebeträgen reicht dieser Freibetrag in den meisten Fällen aus, um alle Zinserträge steuerfrei zu stellen – vorausgesetzt, du hast rechtzeitig einen Freistellungsauftrag bei der Bank gestellt.
Wenn dein Gesamteinkommen voraussichtlich unter dem Grundfreibetrag liegt, gibt es eine weitere Möglichkeit: die Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung). Sie kann beim zuständigen Finanzamt beantragt werden und bescheinigt, dass dein Gesamteinkommen voraussichtlich unter dem Grundfreibetrag liegt – für 2026 sind das 12.348 Euro für Ledige. Liegt eine NV-Bescheinigung vor und reichst du sie bei der Bank ein, werden Kapitalerträge ohne jeglichen Steuerabzug ausgezahlt – auch wenn sie über dem Sparerpauschbetrag lägen. Das ist besonders relevant, wenn du Zinserträge aus mehreren Quellen hast oder einen größeren Betrag angelegt hast.
AUF EINEN BLICK
- Lohnt sich weniger, wenn: Notfallreserve fehlt, Inflation den Realzins aufzehrt, langfristiger Vermögensaufbau das Ziel ist
- Typische Anwendungsfälle: eine Bonus- oder Steuererstattung anlegen, eine Schenkung parken, kurzfristiges Sparziel (z. B. Reise, Umzugskosten)
- Alternative zum Festgeld für den langfristigen Vermögensaufbau: ETF-Sparplan (höheres Rendite-Risiko-Profil
- Kombination empfehlenswert: Tagesgeld als Liquiditätspuffer + Festgeld für mittelfristige Ziele
Wann Festgeld sinnvoll ist – und wann nicht
Festgeld ist ein Baustein – aber wie ist deine gesamte Finanzlage insgesamt aufgestellt?
Festgeld ist kein Universalprodukt, sondern ein gezieltes Werkzeug – und wie jedes Werkzeug entfaltet es seinen Nutzen nur im richtigen Kontext. Es lohnt sich vor allem dann, wenn du einen Betrag hast, den du für mindestens drei bis zwölf Monate definitiv nicht brauchst und den du sicher mit einem vorab bekannten Ertrag anlegen möchtest. Kein Kursschwankungsrisiko, keine bösen Überraschungen – das ist die Stärke des Festgelds.
Typische Szenarien, in denen Festgeld sinnvoll ist: Du hast eine Bonuszahlung, eine Steuererstattung oder eine Erbschaft erhalten, die erst in einigen Monaten anderweitig gebraucht wird. Oder dir wurde ein größerer Betrag geschenkt, den du nicht sofort ausgeben möchtest. Auch wer auf einen konkreten Anschaffungszweck – etwa den ersten eigenen Hausstand oder eine Auslandsreise – spart und weiß, dass das Geld in etwa einem Jahr gebraucht wird, kann von einem Festgeldkonto profitieren.
Wann Festgeld weniger sinnvoll ist: Wenn du noch keine ausreichende Notfallreserve hast, solltest du das Geld nicht ins Festgeld sperren. Als Faustregel gilt, dass du drei Netto-Monatsausgaben liquide verfügbar haben solltest, bevor du etwas fest anlegst. Außerdem ist Festgeld kein geeignetes Instrument, wenn dein Ziel langfristiger Vermögensaufbau ist – hier frisst die Inflation über lange Zeiträume häufig einen Teil des realen Wertzuwachses auf. Für den langfristigen Aufbau – also Horizonte von zehn Jahren und mehr – kommen in der Regel breit diversifizierte ETF-Sparpläne infrage, die historisch betrachtet deutlich höhere reale Renditen ermöglichten, aber auch Kursschwankungen mit sich bringen. Festgeld und ETF-Sparplan schließen sich nicht aus – sie ergänzen sich als unterschiedliche Bausteine in einer ausgewogenen Finanzstrategie.
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Finanz-Score checken und Sparstrategie festlegen
Festgeld ist ein solider Baustein in einer durchdachten Finanzstrategie – aber eben nur ein Baustein. Ob er für dich gerade der richtige ist, hängt von deiner Gesamtsituation ab: Hast du bereits eine Notfallreserve? Hast du konkrete Sparziele? Denkst du schon an den Ruhestand oder erste Schritte zur Altersvorsorge? Diese Fragen lassen sich nicht mit einem einzelnen Produkt beantworten.
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Häufige Fragen
Ein Festgeldkonto lohnt sich grundsätzlich ab jedem Betrag, den Sie für einen festen Zeitraum entbehren können. Viele Banken bieten bereits sehr niedrige Mindesteinlagen an, sodass auch kleinere Summen sinnvoll sein können. Entscheidend ist, dass die Zinsdifferenz zum Tagesgeldkonto die fehlende Flexibilität ausgleicht.
In der Regel können Sie ein Festgeldkonto nicht vorzeitig auflösen, ohne dass die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangt. Diese Gebühr kann die erwarteten Zinserträge deutlich schmälern oder sogar zu einem Verlust führen. Einige Banken bieten jedoch eine vorzeitige Kündigung gegen einen festen Prozentsatz an, was Sie vor Vertragsabschluss prüfen sollten.
Ja, Festgeldzinsen sind in Deutschland grundsätzlich als Kapitaleinkünfte steuerpflichtig, unabhängig von Ihrer sonstigen Einkommenshöhe. Wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, können Sie eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen, um keine Abgeltungsteuer zahlen zu müssen. Ansonsten greift der Sparerpauschbetrag, bis zu dem Zinsen steuerfrei bleiben.
Wenn Ihre Bank pleitegeht, greift die gesetzliche Einlagensicherung, die Einlagen pro Kunde und Bank bis zu einer gesetzlich festgelegten Obergrenze absichert. Diese Grenze gilt auch für Festgeldkonten und wird von der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken ausgezahlt. Für Beträge oberhalb dieser Grenze besteht kein gesetzlicher Schutz, daher sollten Sie größere Summen auf mehrere Banken verteilen.
Für Einsteiger ist ein ETF-Sparplan oft sinnvoller, da er langfristig höhere Renditechancen bietet und Sie mit kleinen monatlichen Beträgen beginnen können. Festgeld eignet sich eher für kurzfristige Ziele oder wenn Sie Kapital sicher und planbar anlegen möchten. Eine Kombination aus beidem kann sinnvoll sein, um Risiko und Liquidität auszubalancieren.
Nein, Sie müssen für ein Festgeldkonto kein Girokonto bei derselben Bank haben, aber die Bank verlangt in der Regel ein Referenzkonto für die Ein- und Auszahlung. Dieses Konto kann bei einem anderen Institut geführt werden, solange es auf Ihren Namen läuft. Manche Banken akzeptieren auch ein Gemeinschaftskonto, wenn Sie das Festgeld gemeinsam anlegen.
Festgeld bei einer deutschen Bank unterliegt der deutschen Einlagensicherung und der deutschen Steuerabführung, was für viele Anleger vertrauter ist. Angebote ausländischer EU-Banken sind ebenfalls durch die jeweilige nationale Einlagensicherung geschützt, die in der EU harmonisiert ist, aber im Detail abweichen kann. Zudem müssen Sie bei ausländischen Banken Zinserträge selbst in Ihrer Steuererklärung angeben, da keine deutsche Abgeltungsteuer automatisch einbehalten wird.
Der Sparerpauschbetrag ist ein Freibetrag, bis zu dem Ihre Kapitaleinkünfte wie Festgeldzinsen steuerfrei bleiben. Für Ledige beträgt er 1.000 Euro, für zusammen veranlagte Paare 2.000 Euro pro Jahr. Wenn Ihre Zinserträge diesen Betrag übersteigen, fällt auf den darüberliegenden Teil Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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