Factor investing lohnt sich: So findest du es für dein Depot heraus
Factor Investing klingt kompliziert, ist aber im Kern nur eine clevere Art, in Aktien zu investieren. Ob es sich für dich lohnt, hängt von deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft ab. Hier bekommst du alle Fakten, um das selbst zu beurteilen.
Warum Factor Investing auch dein Geld betrifft
Vielleicht hast du schon einmal von cleveren Anlegern gehört, die mit ihren Depots den Gesamtmarkt schlagen. Oder du hast dich gefragt, warum manche Aktien dauerhaft besser laufen als andere. Factor Investing versucht genau diese Muster zu nutzen. Das ist keine Zauberei, sondern basiert auf jahrzehntelanger Finanzforschung. Für dich als Anleger bedeutet das: Es gibt möglicherweise einen Weg, deine Renditechancen zu erhöhen, ohne dass du einzelne Aktien analysieren musst.
Die meisten Sparer in Deutschland besitzen entweder gar keine Aktien oder nur einen einfachen Welt-ETF. Das ist ein solider Ansatz, aber eben nicht der einzige. Wenn du dich für Factor Investing interessierst, beschäftigst du dich mit einer Strategie, die institutionelle Anleger wie Pensionsfonds schon lange nutzen. Die gute Nachricht: Heute kannst du diese Strategie als Privatanleger mit wenigen Klicks umsetzen. Du musst kein Finanzprofi sein, um von den Erkenntnissen der Forschung zu profitieren.
Der Haken an der Sache: Factor Investing ist kein Selbstläufer. Es gibt Phasen, in denen diese Strategie deutlich schlechter abschneidet als der breite Markt. Wer das nicht aushält und bei den ersten schlechten Jahren verkauft, macht am Ende weniger Rendite als mit einem einfachen Indexfonds. Deshalb ist es wichtig, dass du verstehst, worauf du dich einlässt, bevor du dein Geld investierst. Dieser Artikel hilft dir dabei, eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Am Ende geht es nicht darum, die perfekte Anlagestrategie zu finden. Es geht darum, eine Strategie zu wählen, zu der du über Jahrzehnte stehen kannst. Factor Investing kann ein Baustein in deinem Depot sein, muss es aber nicht. Lies weiter, um zu erfahren, was genau dahintersteckt und ob es zu deiner persönlichen Situation passt. Nur so triffst du die richtige Wahl für dein Geld.
Die Grundlagen: Was sind Faktoren überhaupt?
Ein Faktor ist im Kern eine Eigenschaft, die viele Aktien gemeinsam haben. Forscher haben herausgefunden, dass Aktien mit bestimmten Eigenschaften im Durchschnitt über lange Zeiträume eine höhere Rendite erzielen als der Gesamtmarkt. Diese Mehrrendite wird als Faktorprämie bezeichnet. Die bekanntesten Faktoren sind Value, Size, Momentum und Quality. Jeder dieser Faktoren bildet eine andere Art von Risiko ab, das mit einer höheren erwarteten Rendite belohnt wird.
Der Value-Faktor setzt auf Aktien, die im Verhältnis zu ihrem inneren Wert günstig bewertet sind. Das sind oft Unternehmen aus klassischen Branchen wie Banken, Energie oder Automobil. Der Size-Faktor besagt, dass kleinere Unternehmen im Schnitt besser abschneiden als große Konzerne. Der Momentum-Faktor nutzt die Beobachtung, dass Aktien mit starken Kursbewegungen diese Tendenz oft fortsetzen. Der Quality-Faktor bevorzugt Unternehmen mit stabilen Gewinnen, geringer Verschuldung und hoher Rentabilität.
Wichtig zu verstehen: Diese Faktoren wirken nicht in jedem Jahr. Es gibt lange Phasen, in denen beispielsweise Value-Aktien total unterperformen. Genau das macht Factor Investing so herausfordernd. Du musst bereit sein, diese Durststrecken auszusitzen. Die Forschung zeigt jedoch, dass die Prämien über sehr lange Zeiträume von 20 bis 30 Jahren hinweg bestehen bleiben. Für dich heißt das: Factor Investing ist keine kurzfristige Wette, sondern ein langfristiges Bekenntnis.
Es gibt noch weitere Faktoren wie Low Volatility oder Dividend Yield. Die wissenschaftliche Basis ist hier jedoch dünner. Für Einsteiger ist es ratsam, sich auf die vier Hauptfaktoren zu konzentrieren. Diese sind am besten erforscht und in Form von ETFs leicht zugänglich. Du musst nicht alle Faktoren kombinieren, um von der Idee zu profitieren. Oft reicht es, sich auf einen oder zwei Faktoren zu konzentrieren, die zu deiner Risikoneigung passen.
So funktioniert Factor Investing in der Praxis
In der Praxis setzt du Factor Investing am einfachsten mit ETFs um. Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet. Für Faktoren gibt es spezielle Indizes, die nur Aktien mit bestimmten Eigenschaften enthalten. Ein Value-ETF kauft zum Beispiel nur Aktien, die nach bestimmten Kennzahlen als günstig gelten. Ein Momentum-ETF selektiert Aktien mit starken Kurstrends. Du kaufst also mit einem einzigen Wertpapier ein ganzes Bündel an Faktor-Aktien.
Der entscheidende Unterschied zu einem normalen Welt-ETF ist die Gewichtung. Ein Welt-ETF gewichtet Unternehmen nach ihrer Marktgröße. Große Konzerne wie Apple oder Microsoft haben dadurch ein hohes Gewicht. Ein Faktor-ETF gewichtet nach der jeweiligen Faktor-Eigenschaft. Das führt dazu, dass das Portfolio komplett anders aussieht. Du investierst dann nicht in den Gesamtmarkt, sondern gezielt in eine bestimmte Strategie. Das birgt Chancen, aber auch spezifische Risiken.
Die Umsetzung ist denkbar einfach. Du eröffnest ein Depot bei einem Broker deiner Wahl, suchst dir einen passenden Faktor-ETF aus und besparst ihn monatlich per Sparplan. Du musst keine einzelnen Aktien analysieren oder den Markt timen. Die Auswahl der Aktien übernimmt der Index. Das ist der große Vorteil gegenüber aktiv gemanagten Fonds, die hohe Gebühren verlangen. Mit ETFs profitierst du von der Faktorprämie zu geringen Kosten.
Allerdings solltest du nicht allein auf einen einzigen Faktor setzen. Die Forschung zeigt, dass die Faktoren sich gegenseitig ergänzen können. Eine Kombination aus Value und Momentum hat historisch oft die besten risikoadjustierten Renditen geliefert. Du kannst auch einen Multi-Faktor-ETF kaufen, der mehrere Faktoren in einem Produkt vereint. Das reduziert das Risiko, dass ein einzelner Faktor lange Zeit schwächelt. Für den Einstieg ist ein solcher Multi-Faktor-ETF oft die einfachste Lösung.
Kosten und Gebühren: Was Factor Investing wirklich kostet
Kosten sind beim Investieren der wichtigste Hebel, den du selbst beeinflussen kannst. Bei Factor-ETFs musst du mit etwas höheren Gebühren rechnen als bei klassischen Welt-ETFs. Während ein MSCI World ETF oft eine Gesamtkostenquote von unter rund 0,20 Prozent pro Jahr hat, liegen Faktor-ETFs häufig bei 0,25 bis rund 0,40 Prozent. Das klingt nach wenig, macht aber über Jahrzehnte einen Unterschied. Denn Gebühren schmälern deine Rendite direkt.
Der Grund für die höheren Kosten liegt in der aufwendigeren Indexkonstruktion. Die Faktor-Indizes müssen regelmäßig neu zusammengestellt werden, um die gewünschten Eigenschaften zu erhalten. Das verursacht Kosten, die der Fondsanbieter an dich weitergibt. Zudem ist die Nachfrage nach diesen Produkten geringer als nach Standard-ETFs, was die Skaleneffekte reduziert. Du zahlst also für die spezielle Strategie einen Aufpreis.
Neben der laufenden Kostenquote gibt es noch die Transaktionskosten im Fonds. Wenn der Index umgeschichtet wird, muss der Fonds Aktien kaufen und verkaufen. Das verursacht Handelskosten, die in der Rendite des Fonds bereits enthalten sind. Diese Kosten sind nicht direkt sichtbar, aber sie wirken sich auf deine Performance aus. Bei Faktor-ETFs sind diese internen Transaktionskosten tendenziell höher als bei marktgewichteten ETFs.
Für dich als Anleger gilt: Vergleiche die Gesamtkostenquote verschiedener Anbieter, aber entscheide nicht nur nach dem Preis. Ein etwas teurerer ETF mit besserer Indexmethodik kann langfristig die bessere Wahl sein. Achte auch auf die Tracking-Differenz, also die Abweichung zwischen Index und Fonds. Eine niedrige Tracking-Differenz zeigt, dass der Fonds den Index effizient abbildet. Die Kosten sind wichtig, aber sie sind nicht das einzige Kriterium.
Worauf du bei der Auswahl unbedingt achten solltest
Bevor du einen Faktor-ETF kaufst, solltest du dir über deine Anlagestrategie im Klaren sein. Überlege, welcher Faktor zu deiner Persönlichkeit und deiner Risikobereitschaft passt. Wenn du starke Schwankungen nicht gut aushältst, ist ein Low-Volatility-ETF vielleicht besser geeignet als ein aggressiver Momentum-ETF. Wenn du langfristig denkst und Rückschläge tolerieren kannst, könnte ein Value-ETF interessant sein. Es gibt keine richtige oder falsche Wahl, nur die Wahl, die zu dir passt.
Ein wichtiger Punkt ist die Diversifikation. Ein einzelner Faktor-ETF ist weniger breit gestreut als ein Welt-ETF. Du solltest daher nicht dein gesamtes Vermögen in einen einzigen Faktor stecken. Eine sinnvolle Strategie ist, einen Faktor-ETF als Beimischung zu einem breiten Welt-ETF zu nutzen. So profitierst du von der Faktorprämie, ohne das Risiko zu stark zu erhöhen. Ein Anteil von 10 bis rund 30 Prozent des Aktienportfolios ist ein vernünftiger Richtwert.
Achte bei der Auswahl des ETFs auf die Indexmethodik. Nicht alle Indizes, die sich Value oder Momentum nennen, sind gleich konstruiert. Manche verwenden strengere Kriterien als andere. Schau dir an, welche Kennzahlen zur Aktienauswahl verwendet werden und wie oft der Index umgeschichtet wird. Die Produktbeschreibung des Fondsanbieters gibt dir darüber Aufschluss. Nimm dir die Zeit, diese Dokumente zu lesen, bevor du investierst.
Prüfe außerdem die Historie des Fonds. Wie hat er sich in verschiedenen Marktphasen verhalten? Ein guter Faktor-ETF sollte eine längere Geschichte haben und auch Krisen wie 2008 oder 2020 durchgestanden haben. Beachte aber, dass vergangene Renditen keine Garantie für die Zukunft sind. Die Faktorprämie kann schwächer werden oder ganz verschwinden. Sei dir dieses Risikos bewusst und investiere nur Geld, das du langfristig entbehren kannst.
Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest
Der größte Fehler bei Factor Investing ist mangelnde Geduld. Viele Anleger steigen ein, wenn der Faktor gerade gut gelaufen ist, und verkaufen, wenn er schwächelt. Das ist genau das Gegenteil von dem, was funktioniert. Faktorprämien treten unregelmäßig auf und können über Jahre ausbleiben. Wer dann aufgibt, realisiert die Verluste und verpasst die anschließende Erholung. Du musst also einen langen Atem haben und deine Strategie konsequent durchziehen.
Ein weiterer Fehler ist die Überdiversifikation. Manche Anleger kaufen fünf verschiedene Faktor-ETFs, um alle Faktoren abzudecken. Das führt oft dazu, dass sich die Strategien gegenseitig aufheben und am Ende nur noch ein teurer Welt-ETF übrig bleibt. Es ist besser, sich auf ein oder zwei Faktoren zu konzentrieren, die du wirklich verstehst. Qualität schlägt Quantität. Ein gut gewählter Faktor-ETF ist besser als fünf mittelmäßige.
Viele Anfänger unterschätzen auch die Bedeutung der Kosten. Sie vergleichen nur die Rendite und ignorieren die Gebühren. Über 30 Jahre können höhere Kosten einen erheblichen Teil deiner Rendite auffressen. Deshalb solltest du bei der Auswahl des ETFs genau auf die Gesamtkostenquote achten. Ein Unterschied von rund 0,2 Prozent pro Jahr mag klein erscheinen, summiert sich aber bei einem großen Depot zu einer beträchtlichen Summe.
Der vielleicht gefährlichste Fehler ist das Market Timing. Du versuchst, den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg zu finden, indem du auf kurzfristige Kursbewegungen schaust. Das funktioniert nachweislich nicht. Stattdessen solltest du regelmäßig per Sparplan investieren, unabhängig vom aktuellen Kursniveau. So profitierst du vom Cost-Average-Effekt und musst dir keine Gedanken über den perfekten Einstiegszeitpunkt machen. Disziplin ist der Schlüssel zum Erfolg.
Dein Fahrplan: So startest du mit Factor Investing
Bevor du irgendetwas kaufst, solltest du deine finanzielle Basis prüfen. Hast du einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto? Wenn nicht, solltest du zuerst diesen aufbauen. Factor Investing ist langfristig angelegt und du willst nicht gezwungen sein, deine Wertpapiere in einer Krise zu verkaufen. Ein solides Fundament ist die Voraussetzung für jede Anlagestrategie.
Der zweite Schritt ist die Wahl des richtigen Depots. Achte auf niedrige Ordergebühren und einen guten Sparplan-Service. Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose Sparpläne auf ETFs an. Das ist ideal, um regelmäßig und ohne hohe Kosten zu investieren. Vergleiche die Konditionen verschiedener Anbieter und wähle den, der am besten zu deinen Bedürfnissen passt. Die Eröffnung eines Depots dauert meist nur wenige Minuten.
Jetzt kommt die eigentliche Entscheidung: Welchen Faktor-ETF möchtest du besparen? Wenn du unsicher bist, starte mit einem Multi-Faktor-ETF, der Value, Quality und Momentum kombiniert. Das ist die einfachste Möglichkeit, von der Faktorprämie zu profitieren. Wenn du dich für einen einzelnen Faktor entscheidest, informiere dich gründlich über dessen Eigenschaften und Risiken. Lies die Produktunterlagen und verstehe, was du kaufst.
Lege schließlich einen Sparplan an und richte einen monatlichen Dauerauftrag ein. Beginne mit einem Betrag, den du problemlos entbehren kannst. Du kannst den Betrag später jederzeit erhöhen. Überprüfe deine Anlagestrategie einmal pro Jahr und hinterfrage, ob sie noch zu deiner Lebenssituation passt. Aber vermeide es, bei jedem Marktgeräusch deine Entscheidungen zu ändern. Bleib ruhig und vertraue auf deinen langfristigen Plan.
Für wen sich Factor Investing wirklich lohnt
Factor Investing ist nicht für jeden geeignet. Wenn du ein sehr risikoaverser Anleger bist und schon bei kleinen Schwankungen schlecht schläfst, solltest du die Finger davon lassen. Die höhere erwartete Rendite erkaufst du dir mit höheren Risiken und längeren Durststrecken. Ein einfacher Welt-ETF ist dann die bessere Wahl. Es ist keine Schande, auf die komplexere Strategie zu verzichten. Wichtig ist, dass du mit deiner Anlage ruhig schlafen kannst.
Wenn du jedoch einen langen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren hast und bereit bist, temporäre Rückschläge auszusitzen, kann Factor Investing eine sinnvolle Ergänzung sein. Du solltest bereits ein Grundverständnis für Aktienmärkte haben und wissen, dass Kurse schwanken. Idealerweise hast du schon Erfahrung mit einem Welt-ETF gesammelt und möchtest nun einen Schritt weitergehen. Dann kannst du von den wissenschaftlich belegten Faktorprämien profitieren.
Auch deine finanzielle Situation spielt eine Rolle. Factor Investing eignet sich besser für Anleger, die regelmäßig Geld zur Seite legen können und nicht auf das angelegte Kapital angewiesen sind. Wenn du ein hohes Einkommen hast und langfristig Vermögen aufbauen möchtest, ist die Strategie interessant. Wenn du jedoch jeden Euro für den Lebensunterhalt brauchst, ist das Risiko zu hoch. Investiere nur Geld, dessen Verlust du verkraften könntest.
Letztendlich ist Factor Investing eine Möglichkeit, dein Depot zu optimieren, aber keine Notwendigkeit. Viele Anleger erreichen ihre finanziellen Ziele auch mit einem einfachen Welt-ETF. Der wichtigste Faktor für deinen Anlageerfolg ist nicht die Wahl der Strategie, sondern deine Disziplin und Ausdauer. Wenn du regelmäßig sparst und langfristig investierst, bist du schon auf einem guten Weg. Factor Investing kann das i-Tüpfelchen sein, muss es aber nicht.
Fazit: Deine Entscheidung für oder gegen Faktoren
Factor Investing ist eine faszinierende Strategie, die auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Die Idee, systematisch von Risikoprämien zu profitieren, ist logisch und überzeugend. Für Anleger mit langem Horizont und ausreichender Risikobereitschaft kann sich die Strategie lohnen. Die Umsetzung ist heute dank ETFs einfacher denn je. Du musst kein Finanzexperte sein, um von den Erkenntnissen der Forschung zu profitieren.
Gleichzeitig solltest du die Risiken nicht unterschätzen. Faktorprämien sind keine Garantie, sondern nur eine statistische Wahrscheinlichkeit. Es kann Jahre dauern, bis sich die Strategie auszahlt. Wer das nicht aushält, wird am Ende enttäuscht sein. Deshalb ist es so wichtig, dass du deine eigene Risikobereitschaft ehrlich einschätzt und eine Strategie wählst, zu der du langfristig stehen kannst. Nur dann wirst du die nötige Disziplin aufbringen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kombination aus einem soliden Basisinvestment und einer gezielten Faktor-Beimischung. Ein Welt-ETF als Kern und ein Faktor-ETF als Satellit ist eine bewährte Strategie. So profitierst du von der Breite des Marktes und der zusätzlichen Renditechance. Du musst nicht alles auf eine Karte setzen. Eine moderate Beimischung von 20 bis rund 30 Prozent Faktor-ETFs ist ein guter Kompromiss.
Am Ende zählt nicht, was andere Anleger tun, sondern was zu dir passt. Nimm dir die Zeit, die Informationen aus diesem Artikel zu verarbeiten und eine Entscheidung zu treffen, mit der du dich wohlfühlst. Ob du dich für oder gegen Factor Investing entscheidest, ist weniger wichtig als die Tatsache, dass du dich überhaupt mit deiner Altersvorsorge beschäftigst. Das ist der erste und wichtigste Schritt zu finanzieller Unabhängigkeit.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Nicht grundsätzlich. Ein Welt-ETF ist breiter diversifiziert und hat geringere Kosten. Factor-ETFs bieten die Chance auf höhere Rendite, aber auch höhere Risiken. Ob die Strategie besser ist, hängt von deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft ab.
Als Faustregel gilt eine Beimischung von 10 bis rund 30 Prozent deines Aktienportfolios. So profitierst du von der Faktorprämie, ohne das Risiko zu stark zu erhöhen. Der Rest sollte in einem breiten Welt-ETF investiert sein.
Es gibt keinen besten Faktor. Value und Momentum sind am besten erforscht, Quality und Size haben ebenfalls solide Belege. Die Wahl hängt von deiner Persönlichkeit ab. Ein Multi-Faktor-ETF kombiniert mehrere Faktoren und ist für Einsteiger oft die einfachste Lösung.
Ein Totalverlust ist bei einem breit gestreuten Faktor-ETF äußerst unwahrscheinlich, da du in viele verschiedene Aktien investierst. Allerdings kann der Wert deines Depots deutlich fallen. Du solltest nur Geld investieren, das du langfristig nicht benötigst.
Du solltest einen Anlagehorizont von mindestens 15 Jahren einplanen. Faktorprämien treten unregelmäßig auf und können über Jahre ausbleiben. Nur wer langfristig investiert, kann von der statistischen Mehrrendite profitieren.
Nein, in der Regel nicht. Die Umsetzung mit ETFs ist einfach und kostengünstig. Du kannst dir das nötige Wissen selbst aneignen. Ein unabhängiger Honorarberater kann helfen, ist aber nicht notwendig. Vorsicht vor teuren aktiven Fonds mit hohen Gebühren.
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