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Momentum ETF: Dein Turbo für mehr Rendite im Depot

Du willst dein Geld smarter anlegen, ohne einzelne Aktien zu analysieren? Ein Momentum ETF setzt automatisch auf die stärksten Trends. Wir zeigen dir, wie die Strategie funktioniert und worauf du achten musst.

TrendfolgeETF StrategieAktienmarkt
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Aber es kann Renditechancen erhöhen.
Wie funktioniert es?
Automatische Trendauswahl.
Der Index kauft Aktien mit starkem Kursmomentum.
Ist es riskant?
Ja, aber anders.
Hohe Schwankungen, aber klare Regeln.

Warum dich das Thema Momentum ETF betrifft

Vielleicht hast du schon einmal davon geträumt, genau die Aktien im Depot zu haben, die gerade stark steigen. Die gute Nachricht: Es gibt eine Anlagestrategie, die genau das versucht. Die Momentum-Strategie ist keine Zauberei, sondern nutzt ein bekanntes Phänomen: Aktien, die stark gestiegen sind, steigen oft weiter. Das ist keine Garantie, aber eine statistische Wahrscheinlichkeit, die seit Jahrzehnten beobachtet wird.

Für dich als Anleger bedeutet das: Du musst nicht mehr jede Woche die Börsennews studieren oder Bilanzkennzahlen auswendig lernen. Ein Momentum ETF übernimmt diese Arbeit für dich. Er filtert automatisch die stärksten Aktien aus einem großen Korb heraus und gewichtet sie entsprechend. Das spart Zeit und Nerven, gerade wenn du beruflich stark eingespannt bist.

Gerade in Zeiten, in denen klassische Sparpläne auf den Weltindex oft als Allheilmittel gelten, ist es wichtig zu verstehen, dass es Alternativen gibt. Ein Momentum ETF ist eine solche Alternative. Er kann deine Rendite potenziell steigern, bringt aber auch eigene Risiken mit sich. Bevor du dich entscheidest, solltest du die Mechanismen dahinter verstehen.

Dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt durch das Thema. Du lernst die Grundlagen, die Funktionsweise, die Kosten und die typischen Fehler kennen. Am Ende weißt du, ob ein Momentum ETF zu deiner persönlichen Anlagestrategie passt und wie du konkret starten kannst. Das Wissen befähigt dich, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die zu deinen Zielen passt.

1927
Erste dokumentierte Momentum-Strategie
~1 Mrd. USD
Verwaltetes Vermögen in bekannten Momentum-ETFs
6 Monate
Typischer Rückblickzeitraum für Momentum

Die Grundlagen: Was ist ein ETF und was ist Momentum?

Bevor wir uns den Momentum ETF im Detail ansehen, klären wir die Basis. Ein ETF, das ist ein Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Fonds. Stell dir einen Korb vor, in dem viele verschiedene Aktien liegen. Dieser Korb bildet einen Index nach, zum Beispiel den DAX oder den S&P 500. Wenn du einen ETF kaufst, kaufst du einen kleinen Anteil an allen Aktien im Korb. So streust du dein Risiko, ohne jede Aktie einzeln kaufen zu müssen.

Der Begriff Momentum kommt aus der Physik und bedeutet so viel wie Bewegungsenergie. Auf den Aktienmarkt übertragen, beschreibt er die Tendenz von Kursen, ihren aktuellen Trend fortzusetzen. Steigt eine Aktie also seit mehreren Monaten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie das auch in den nächsten Monaten tut, als bei einer Aktie, die seit Monaten fällt. Dieses Muster wurde in unzähligen Studien bestätigt.

Ein Momentum ETF kombiniert diese beiden Konzepte. Er ist ein Fonds, der nicht einfach einen breiten Markt abbildet, sondern aktiv die Aktien mit dem stärksten Momentum auswählt. Der zugrunde liegende Index, zum Beispiel der MSCI World Momentum Index, wird nach bestimmten Regeln berechnet. Diese Regeln legen fest, welche Aktien aufgenommen werden und wie stark sie gewichtet sind.

Wichtig ist: Ein Momentum ETF ist kein aktiver Fonds, bei dem ein Manager Entscheidungen trifft. Er folgt strikt einem Regelwerk. Das macht ihn transparent und in der Regel günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Gleichzeitig ist er aber auch kein klassischer Indexfonds, weil er den Markt nicht einfach 1:1 abbildet, sondern eine bestimmte Strategie verfolgt.

So funktioniert ein Momentum ETF im Detail

Die Funktionsweise eines Momentum ETFs lässt sich in drei Schritten erklären. Zuerst wird ein Anlageuniversum festgelegt. Das ist die Auswahl an Aktien, aus denen der Index schöpfen darf. Das kann zum Beispiel der gesamte MSCI World sein, also rund 1.500 große Unternehmen aus Industrieländern. Oder es ist ein kleinerer Markt wie der Euro Stoxx 600.

Im zweiten Schritt wird das Momentum gemessen. Dafür schaut der Index in der Regel auf die Wertentwicklung der letzten 6 bis 12 Monate, ohne den letzten Monat. Der letzte Monat wird oft ausgeschlossen, weil es kurzfristige Umkehrungen (Reversals) gibt. Die Aktien mit der besten Wertentwicklung in diesem Zeitraum erhalten das höchste Momentum und werden in den Index aufgenommen.

Im dritten Schritt wird der Index zusammengestellt und regelmäßig angepasst. Die Anpassung erfolgt meist quartalsweise oder halbjährlich. Dann wird überprüft, ob die Aktien immer noch ein starkes Momentum haben. Aktien, die an Schwung verloren haben, werden aussortiert. Neue Aktien mit starkem Momentum werden aufgenommen. So bleibt der Index immer aktuell und folgt den Trends.

Für dich als Anleger bedeutet das: Du kaufst mit einem einzigen ETF ein fertig geschnürtes Paket aus Trendaktien. Du musst dich um nichts kümmern, die Anpassungen übernimmt der Index. Du profitierst also von der kollektiven Intelligenz des Marktes, ohne selbst aktiv werden zu müssen. Das ist der große Vorteil dieser passiven, aber dennoch strategischen Anlageform.

Kosten und Gebühren: Was du für den Momentum ETF zahlst

Kosten sind ein entscheidender Faktor bei der Wahl deiner Geldanlage. Bei ETFs gibt es zwei wesentliche Kostenarten. Die erste ist die laufende Gebühr, die als Total Expense Ratio (TER) bezeichnet wird. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und deckt die Verwaltung, die Indexlizenz und andere Betriebskosten ab. Für einen Momentum ETF liegt sie etwas höher als für einen reinen Index-ETF, da die Strategie komplexer ist.

Die zweite Kostenart sind die Transaktionskosten. Diese fallen an, wenn der Fonds Aktien kauft oder verkauft, um den Index anzupassen. Da ein Momentum ETF häufiger umschichtet als ein klassischer Indexfonds, sind diese Kosten etwas höher. Sie sind in der Regel bereits in der Wertentwicklung des Fonds enthalten und werden nicht separat ausgewiesen. Du solltest sie aber im Hinterkopf behalten.

Zusätzlich fallen für dich als Anleger die üblichen Handelskosten an. Wenn du Anteile an der Börse kaufst, zahlst du eine Ordergebühr an deinen Broker. Diese variiert je nach Anbieter. Außerdem kann ein Spread anfallen, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei sehr liquiden ETFs ist dieser Spread meist sehr klein, bei kleineren Nischen-ETFs kann er etwas größer sein.

Wichtig ist, dass du die Gesamtkosten im Blick hast. Ein Momentum ETF ist zwar etwas teurer als ein simpler Welt-ETF, aber immer noch deutlich günstiger als die meisten aktiven Fonds. Die höhere Gebühr kann sich lohnen, wenn die Strategie langfristig eine höhere Rendite erzielt. Ob das der Fall ist, zeigt die Vergangenheit, ist aber keine Garantie für die Zukunft. Vergleiche daher immer die Kostenquoten verschiedener Anbieter.

Darauf solltest du bei der Auswahl achten

Wenn du dich für einen Momentum ETF interessierst, gibt es einige Kriterien, die du beachten solltest. Das wichtigste ist der zugrunde liegende Index. Es gibt verschiedene Momentum-Indizes, die sich in der Zusammensetzung und den Regeln unterscheiden. Einige konzentrieren sich auf den Weltmarkt, andere auf bestimmte Regionen oder Sektoren. Überlege dir, welche Ausrichtung zu deiner Strategie passt.

Ein weiteres Kriterium ist die Fondsgröße und das Handelsvolumen. Ein größerer Fonds mit einem hohen Handelsvolumen ist in der Regel liquider. Das bedeutet, du kannst Anteile leichter kaufen und verkaufen, ohne den Kurs zu beeinflussen. Außerdem sind die Spreads bei liquiden Fonds meist enger, was deine Kosten senkt. Achte also auf das Fondsvolumen, das in der Regel in Millionen oder Milliarden angegeben wird.

Die Replikationsmethode ist ein weiterer Punkt. Die meisten ETFs bilden ihren Index physisch ab, das heißt, sie kaufen die Aktien wirklich. Es gibt aber auch synthetische ETFs, die die Wertentwicklung über Derivate nachbilden. Für einen Momentum ETF ist die physische Replikation üblich und empfehlenswert, da sie transparenter ist. Informiere dich im Factsheet des Fonds über die genaue Methode.

Zu guter Letzt solltest du einen Blick auf die Historie des Fonds werfen. Wie hat er sich in verschiedenen Marktphasen verhalten? Wie hoch war die maximale Schwankung (Volatilität)? Diese Kennzahlen geben dir ein Gefühl für das Risiko. Denke daran: Eine hohe Rendite in der Vergangenheit ist kein Versprechen für die Zukunft, aber sie zeigt, wie der Fonds unter bestimmten Bedingungen reagiert hat.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der häufigste Fehler bei der Anlage in einen Momentum ETF ist der falsche Anlagehorizont. Momentum ist eine Strategie, die über Jahre funktioniert, nicht über Wochen. Wenn du kurzfristig auf steigende Kurse hoffst und bei der ersten Korrektur verkaufst, verpasst du die langfristige Rendite. Du solltest dir also sicher sein, dass du das Geld für mindestens fünf, besser zehn Jahre nicht benötigst.

Ein weiterer Fehler ist das ständige Umschichten. Wenn du ständig zwischen verschiedenen ETFs hin- und herwechselst, zahlst du unnötig Gebühren und verpasst oft die besten Tage an der Börse. Die Momentum-Strategie lebt von der Kontinuität. Halte an deiner Entscheidung fest und überprüfe dein Portfolio nur in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel einmal im Jahr.

Viele Anleger unterschätzen auch das Risiko von Momentum ETFs in Seitwärtsmärkten. Wenn der Gesamtmarkt keine klaren Trends aufweist, kann die Strategie schwächer abschneiden als ein breiter Index. Die ständigen Umschichtungen führen dann zu höheren Kosten ohne zusätzlichen Ertrag. Du solltest dir dieser Schwäche bewusst sein und nicht erwarten, dass der ETF in jeder Marktphase glänzt.

Ein letzter häufiger Fehler ist die Übergewichtung. Ein Momentum ETF sollte nicht dein einziges Investment sein. Er ist eine Ergänzung zu einem breit diversifizierten Portfolio. Wenn du alles auf eine Karte setzt, erhöhst du dein Risiko erheblich. Eine sinnvolle Strategie ist, einen Teil deines Geldes in einen klassischen Welt-ETF zu stecken und einen kleineren Teil in einen Momentum ETF.

Konkrete nächste Schritte für deinen Einstieg

Bevor du einen Momentum ETF kaufst, solltest du deine persönliche Anlagestrategie festlegen. Überlege dir, wie viel Geld du monatlich investieren kannst und wie lange du das Geld anlegen möchtest. Ein Sparplan ist eine gute Möglichkeit, regelmäßig zu investieren und den Cost-Average-Effekt zu nutzen. So glättest du Kursschwankungen und musst nicht den perfekten Einstiegszeitpunkt abpassen.

Der nächste Schritt ist die Auswahl eines passenden ETFs. Vergleiche die verschiedenen Anbieter und Indizes. Achte auf die Kostenquote, die Fondsgröße und die Replikationsmethode. Du kannst Vergleichsportale im Internet nutzen, um die wichtigsten Kennzahlen gegenüberzustellen. Lies auch das Factsheet und den Jahresbericht des Fonds, um ein vollständiges Bild zu bekommen.

Danach benötigst du ein Depot bei einem Broker. Es gibt viele Online-Broker, die sich durch niedrige Gebühren und eine benutzerfreundliche Oberfläche auszeichnen. Achte darauf, dass der Broker den von dir gewählten ETF anbietet und dass die Sparplan-Ausführung kostengünstig ist. Die Eröffnung eines Depots ist in der Regel unkompliziert und kann innerhalb weniger Minuten online erledigt werden.

Sobald dein Depot eingerichtet ist, kannst du deinen Sparplan einrichten. Bestimme den Ausführungstag und den Betrag. Danach läuft alles automatisch. Du musst dich nicht mehr um einzelne Käufe kümmern. Überprüfe dein Investment aber regelmäßig, zum Beispiel einmal im Jahr. Passe deinen Sparplan an, wenn sich deine Lebensumstände ändern. So stellst du sicher, dass deine Geldanlage zu dir passt.

Fazit: Ist ein Momentum ETF das Richtige für dich?

Ein Momentum ETF ist ein spannendes Werkzeug für Anleger, die von Trends profitieren möchten, ohne selbst aktiv werden zu müssen. Die Strategie ist wissenschaftlich fundiert und hat sich über lange Zeiträume bewährt. Sie bietet die Chance auf eine höhere Rendite als ein klassischer Indexfonds, ist aber auch mit höheren Schwankungen verbunden.

Für dich bedeutet das: Du solltest ein gewisses Risikobewusstsein mitbringen und langfristig denken können. Wenn du bereit bist, Kursschwankungen auszusitzen und nicht bei der ersten Krise verkaufst, kann ein Momentum ETF eine sinnvolle Ergänzung deines Portfolios sein. Er eignet sich besonders gut als Beimischung zu einem breit diversifizierten Basisinvestment.

Die Entscheidung für oder gegen einen Momentum ETF hängt von deinen persönlichen Zielen und deiner Risikobereitschaft ab. Es gibt nicht die eine richtige Anlagestrategie. Wichtig ist, dass du verstehst, was du kaufst und warum. Dieser Ratgeber hat dir die Grundlagen vermittelt. Jetzt liegt es an dir, die Informationen zu nutzen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Denke daran: Geldanlage ist immer mit Risiken verbunden. Es gibt keine Garantie für Gewinne. Ein Momentum ETF kann deine Renditechancen erhöhen, aber auch deine Verluste verstärken. Informiere dich weiter, stelle Fragen und hole dir bei Bedarf professionellen Rat. So legst du den Grundstein für eine erfolgreiche und stressfreie Geldanlage.

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Häufige Fragen

Ein normaler ETF bildet einen breiten Index wie den DAX oder MSCI World einfach ab. Ein Momentum ETF filtert aus diesem Index die Aktien heraus, die in der Vergangenheit am stärksten gestiegen sind. Er setzt also gezielt auf Trends, während der normale ETF den gesamten Markt abbildet.

Das Risiko ist in der Regel höher als bei einem breit gestreuten Welt-ETF. Die Konzentration auf Trendaktien führt zu stärkeren Schwankungen. In Phasen, in denen der Markt seitwärts läuft oder sich Trends umkehren, kann die Strategie schwächer abschneiden. Du solltest also ein langes Anlagehorizont haben.

Ja, die meisten Online-Broker bieten Sparpläne auf Momentum ETFs an. Das ist eine bequeme Möglichkeit, regelmäßig zu investieren und vom Cost-Average-Effekt zu profitieren. Du musst nur einen Broker finden, der den von dir gewählten ETF im Sparplan anbietet.

Die Anpassung erfolgt in der Regel quartalsweise oder halbjährlich. Dann wird überprüft, welche Aktien das stärkste Momentum haben. Aktien, die an Schwung verloren haben, werden aussortiert, neue Trendaktien werden aufgenommen. Die genauen Regeln stehen im Indexkonzept.

Ja, die laufenden Kosten (TER) sind etwas höher als bei einem simplen Index-ETF, da die Strategie komplexer ist. Auch die Transaktionskosten durch das häufigere Umschichten sind höher. Trotzdem sind Momentum ETFs in der Regel deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds.

Der bekannteste ist der MSCI World Momentum Index. Er bildet die Aktien mit dem stärksten Momentum aus dem MSCI World ab. Es gibt aber auch Indizes für andere Regionen wie Europa oder Schwellenländer. Die Wahl hängt von deiner persönlichen Präferenz ab.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.