Emerging Markets ETF Test: So findest du den passenden Fonds für dein Portfolio
Schwellenländer gelten als Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Doch nicht jeder Emerging Markets ETF ist gleich. Wir zeigen dir, worauf es beim Vergleich wirklich ankommt und wie du den richtigen Fonds für deine Ziele auswählst.
Warum Emerging Markets auch dich betreffen
Vielleicht hast du schon einmal von Schwellenländern gehört, aber gedacht, dass dich das als Anleger:in nicht betrifft. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wenn du einen weltweit streuenden ETF besparst, hast du sehr wahrscheinlich bereits einen Anteil an Unternehmen aus Ländern wie China, Indien oder Brasilien. Diese Regionen sind längst ein fester Bestandteil der globalen Wirtschaft.
Die Wirtschaftskraft dieser Länder wächst seit Jahrzehnten schneller als die der Industrienationen. Dort leben Milliarden Menschen, deren Konsum und Produktion weltweit an Bedeutung gewinnen. Für dich als Anleger:in bedeutet das: Wer diese Märkte ignoriert, lässt einen Teil des globalen Wachstums außen vor. Das kann langfristig einen Unterschied in deiner Rendite ausmachen.
Gleichzeitig sind Emerging Markets kein Selbstläufer. Die Kurse schwanken stärker als bei deutschen oder US-amerikanischen Aktien. Politische Unsicherheiten, Währungsschwankungen oder wirtschaftliche Krisen können für heftige Ausschläge sorgen. Genau deshalb ist es wichtig, sich vor dem Kauf mit den Besonderheiten dieser Anlageklasse auseinanderzusetzen.
Ein Emerging Markets ETF kann ein sinnvoller Baustein in deinem Depot sein, wenn du die Risiken verstehst und langfristig denkst. Er bietet dir die Chance, von der Entwicklung ganzer Regionen zu profitieren, ohne einzelne Unternehmen oder Länder auswählen zu müssen. Das macht ihn auch für Einsteiger:innen interessant, die breit streuen möchten.
Was ein Emerging Markets ETF überhaupt ist
Bevor wir in den Test einsteigen, klären wir die Grundlagen. Ein ETF, auch Exchange Traded Fund genannt, ist ein börsengehandelter Indexfonds. Er bildet die Wertentwicklung eines bestimmten Aktienindex nach. Ein Emerging Markets ETF bildet also einen Index ab, der Unternehmen aus Schwellenländern enthält. Du kaufst mit einem einzigen Wertpapier einen Korb aus Hunderten oder sogar Tausenden Aktien.
Der Begriff Emerging Markets stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt aufstrebende Märkte. Damit sind Länder gemeint, die sich wirtschaftlich entwickeln, aber noch nicht den Status einer voll entwickelten Industrienation erreicht haben. Dazu zählen unter anderem China, Taiwan, Indien, Brasilien, Südafrika, Mexiko und Südkorea. Diese Länder haben gemeinsam, dass sie ein hohes Wachstumspotenzial, aber auch höhere Risiken aufweisen.
Es gibt verschiedene Indizes, die diese Märkte abbilden. Der bekannteste ist der MSCI Emerging Markets Index. Er enthält die größten Unternehmen aus über 20 Schwellenländern. Daneben gibt es Indizes von FTSE oder S&P, die ähnliche Ansätze verfolgen. Die Auswahl des Index ist entscheidend, denn sie bestimmt, welche Unternehmen in deinem ETF stecken und wie stark einzelne Länder gewichtet sind.
Ein ETF ist im Gegensatz zu einem aktiv gemanagten Fonds passiv. Das bedeutet, er bildet den Index einfach nach, ohne dass ein Fondsmanager Entscheidungen trifft. Dadurch sind die Kosten deutlich geringer. Für dich als Anleger:in heißt das: Du profitierst von der Wertentwicklung des gesamten Marktes, musst aber auch dessen Schwankungen akzeptieren.
So funktioniert die Abbildung der Schwellenländer
Die Funktionsweise eines Emerging Markets ETF ist im Kern einfach. Der Fonds kauft die Aktien, die im zugrunde liegenden Index enthalten sind, und bildet so dessen Wertentwicklung ab. Wenn der Index steigt, steigt auch der Wert deines ETF. Fällt der Index, fällt auch dein Investment. Diese direkte Kopplung nennt man physische Replikation.
Es gibt auch die Möglichkeit der synthetischen Abbildung. Dabei kauft der Fonds nicht die echten Aktien, sondern schließt Tauschgeschäfte mit Banken ab. Das Ziel ist dasselbe: die Wertentwicklung des Index nachzubilden. Für dich als Anleger:in ist die synthetische Variante meist etwas günstiger, birgt aber ein zusätzliches Gegenparteirisiko. Bei den meisten großen Anbietern ist die physische Abbildung jedoch der Standard.
Ein wichtiger Punkt im Test ist die Gewichtung der Länder. In den gängigen Indizes hat China das größte Gewicht, gefolgt von Taiwan und Indien. Das bedeutet, dass die Wertentwicklung deines ETF stark von diesen drei Ländern abhängt. Wenn es dort wirtschaftlich oder politisch kriselt, spürst du das direkt in deinem Depot. Eine breite Streuung über viele Länder mildert dieses Risiko aber ab.
Zusätzlich solltest du wissen, dass in den Indizes auch Unternehmen aus Ländern enthalten sind, die nicht klassisch als Schwellenländer gelten. Südkorea wird zum Beispiel von manchen Indizes als Industrieland eingestuft, von anderen nicht. Solche Details können die Zusammensetzung und damit auch die Wertentwicklung deines ETF beeinflussen. Ein genauer Blick ins Factsheet lohnt sich daher immer.
Kosten im Vergleich: Was ein Emerging Markets ETF wirklich kostet
Die Kosten sind ein zentraler Punkt in jedem ETF Test. Bei einem Emerging Markets ETF gibt es zwei wesentliche Kostenarten: die laufenden Kosten und die Transaktionskosten. Die laufenden Kosten werden als Gesamtkostenquote, kurz TER, angegeben. Sie umfassen die Verwaltungsgebühr des Fondsanbieters sowie weitere operative Kosten. Diese werden jährlich vom Fondsvermögen abgezogen.
Die TER liegt bei den meisten breiten Emerging Markets ETFs zwischen 0,15 und 0,25 Prozent pro Jahr. Das klingt zunächst sehr wenig, macht aber auf lange Sicht einen Unterschied. Bei einem Sparplan über 20 oder 30 Jahre können schon wenige Zehntel Prozent über die Laufzeit einen vierstelligen Betrag ausmachen. Deshalb solltest du bei der Auswahl auf einen ETF mit niedriger TER achten.
Neben der TER gibt es noch die Transaktionskosten, die beim Kauf und Verkauf des ETF anfallen. Diese hängen von deinem Broker ab und sind nicht im Fonds enthalten. Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose Sparpläne auf ETFs an. Bei Einmalkäufen fallen oft eine geringe Gebühr oder ein prozentualer Anteil an. Vergleiche die Konditionen deines Brokers, um die Gesamtkosten niedrig zu halten.
Ein weiterer Kostenpunkt ist der sogenannte Tracking Difference. Er gibt an, wie stark der ETF von der Wertentwicklung des Index abweicht. Eine negative Tracking Difference bedeutet, dass der ETF besser abschneidet als der Index. Das kann zum Beispiel durch Wertpapierleihe passieren. Achte darauf, dass die Tracking Difference über mehrere Jahre stabil und möglichst gering ist.
Worauf du beim Emerging Markets ETF Test achten solltest
Wenn du einen Emerging Markets ETF testen möchtest, gibt es mehrere Kriterien, die du berücksichtigen solltest. Das erste ist die Indexauswahl. Der MSCI Emerging Markets Index ist der bekannteste und am weitesten verbreitete. Es gibt aber auch Indizes, die kleine Unternehmen oder bestimmte Länder stärker gewichten. Überlege dir, ob du eine breite Abdeckung oder eine spezifischere Ausrichtung möchtest.
Das zweite Kriterium ist die Fondsgröße. Ein ETF sollte ein gewisses Volumen haben, damit er liquide ist und die Spreads, also die Geld-Brief-Spannen, gering sind. Als Faustregel gilt: Ein Fondsvolumen von mehr als 500 Millionen Euro ist solide. Bei kleineren Fonds kann der Handel teurer werden, was deine Rendite schmälert.
Das dritte Kriterium ist die Replikationsmethode. gibt es physische und synthetische ETFs. Für die meisten Anleger:innen ist ein physischer ETF die einfachere und transparentere Wahl. Achte darauf, ob der Fonds die Aktien tatsächlich hält oder ob er Derivate einsetzt. Die Informationen dazu findest du im Factsheet des Fonds.
Schließlich solltest du auf die Ertragsverwendung achten. Es gibt ausschüttende und thesaurierende ETFs. Ausschüttende ETFs zahlen dir die Dividenden der Unternehmen regelmäßig aus. Thesaurierende ETFs reinvestieren die Dividenden automatisch. Für einen langfristigen Sparplan ist ein thesaurierender ETF oft die bessere Wahl, da du den Zinseszinseffekt voll ausnutzt.
Typische Fehler, die du bei Emerging Markets ETFs vermeiden solltest
Ein häufiger Fehler ist es, Emerging Markets ETFs mit einem zu hohen Anteil ins Depot zu legen. Weil die Kurse stark schwanken, kann das dein Portfolio schnell in eine Schieflage bringen. Als Faustregel gilt: Der Anteil an Schwellenländern sollte in etwa dem Anteil entsprechen, den sie an der globalen Wirtschaft haben. Das sind aktuell rund zehn Prozent. Mehr ist nicht unbedingt besser.
Ein weiterer Fehler ist der Kauf zum falschen Zeitpunkt. Viele Anleger:innen steigen ein, wenn die Kurse bereits stark gestiegen sind, und verkaufen in Panik, wenn sie fallen. Das ist genau das Gegenteil von dem, was du tun solltest. Besser ist es, regelmäßig einen festen Betrag zu investieren, zum Beispiel per Sparplan. So kaufst du automatisch günstiger ein, wenn die Kurse fallen.
Viele unterschätzen auch das Währungsrisiko. Die Aktien in einem Emerging Markets ETF werden in lokalen Währungen gehandelt, aber der ETF selbst wird in Euro bewertet. Wenn die lokale Währung gegenüber dem Euro fällt, sinkt der Wert deines ETF, selbst wenn die Aktienkurse steigen. Dieses Risiko lässt sich nicht vollständig vermeiden, du solltest es aber kennen.
Schließlich solltest du nicht zu viele verschiedene Emerging Markets ETFs kaufen. Ein einziger breiter ETF reicht völlig aus, um die Anlageklasse abzudecken. Mehrere Fonds führen nur zu unnötigen Kosten und Überschneidungen. Konzentriere dich auf einen guten ETF und bespare ihn konsequent über einen langen Zeitraum.
So setzt du deinen Emerging Markets ETF konkret um
Bevor du mit dem Investieren beginnst, solltest du dir ein paar grundlegende Fragen stellen. Hast du einen Notgroschen für unerwartete Ausgaben? Ist dein Einkommen stabil? Und kannst du es dir leisten, das Geld für mindestens zehn Jahre nicht anzufassen? Wenn du diese Fragen mit Ja beantworten kannst, steht einem Investment nichts im Wege.
Der nächste Schritt ist die Wahl des passenden ETF. Vergleiche die großen Anbieter wie iShares, Xtrackers, Vanguard oder SPDR. Achte auf die Kriterien, die wir besprochen haben: Index, Fondsgröße, Kosten und Replikationsmethode. Ein guter Start ist ein ETF auf den MSCI Emerging Markets Index mit einer TER von unter rund 0,20 Prozent und einem Fondsvolumen von über einer Milliarde Euro.
Danach eröffnest du ein Depot bei einem Broker deiner Wahl. Achte darauf, dass der Broker günstige oder kostenlose Sparpläne anbietet. Viele Neobroker haben inzwischen keine Depotgebühren mehr und bieten ETFs schon ab einem Euro pro Monat an. Lege einen Sparplan auf den gewählten ETF an und richte einen monatlichen Betrag ein, der zu deinem Budget passt.
Überwache dein Investment regelmäßig, aber nicht zu häufig. Ein Blick pro Quartal reicht völlig aus, um zu prüfen, ob alles nach Plan läuft. Verkaufe nicht bei den ersten Anzeichen von Kursverlusten. Emerging Markets sind langfristige Investments. Mit Geduld und einem konsequenten Sparplan hast du gute Chancen, von der wirtschaftlichen Entwicklung der Schwellenländer zu profitieren.
Emerging Markets im Gesamtportfolio: Die richtige Gewichtung
Die Frage nach der richtigen Gewichtung ist entscheidend für deinen Anlageerfolg. liegt der natürliche Anteil von Schwellenländern an der globalen Marktkapitalisierung bei etwa zehn Prozent. Wenn du einen klassischen Welt-ETF besparst, hast du diese Gewichtung automatisch. Ein separater Emerging Markets ETF ist dann nicht unbedingt nötig.
Du kannst aber bewusst eine Übergewichtung vornehmen, wenn du stärker von den Wachstumschancen der Schwellenländer profitieren möchtest. Eine Übergewichtung von 15 bis rund 20 Prozent des Aktienanteils ist vertretbar, wenn du ein höheres Risiko eingehen kannst. Alles darüber hinaus wird schnell zu einer Wette auf einzelne Regionen, die dein Portfolio stark schwanken lässt.
Für Einsteiger:innen ist es oft sinnvoll, mit einem Welt-ETF zu starten und erst später einen separaten Emerging Markets ETF hinzuzufügen. So lernst du die Anlageklasse kennen, ohne gleich ein großes Risiko einzugehen. Du kannst auch mit einem kleinen Sparplan auf den Emerging Markets ETF beginnen und den Betrag später erhöhen, wenn du dich wohler fühlst.
Denke daran, dass die Gewichtung nicht statisch ist. Die Märkte verändern sich, und mit ihnen die Anteile der Länder an den Indizes. Überprüfe dein Portfolio einmal im Jahr und gleiche es bei Bedarf an deine Zielgewichtung an. Das nennt man Rebalancing. Es hilft dir, dein Risiko im Griff zu behalten und diszipliniert zu bleiben.
Die häufigsten Fragen rund um den Emerging Markets ETF Test
Viele Anleger:innen fragen sich, ob ein Emerging Markets ETF überhaupt noch zeitgemäß ist. Die Antwort ist ein klares Ja. Trotz zwischenzeitlicher Krisen bleibt das langfristige Wachstumspotenzial dieser Regionen intakt. Die Mittelschicht wächst, der Konsum steigt und die Digitalisierung schreitet voran. Das bietet Unternehmen aus diesen Ländern weiterhin gute Perspektiven.
Eine weitere häufige Frage betrifft die Sicherheit. Ein Emerging Markets ETF ist kein sicheres Investment, sondern unterliegt erheblichen Kursschwankungen. Du solltest daher nur Geld investieren, das du langfristig nicht benötigst. Die Streuung über viele Länder und Unternehmen reduziert das Risiko eines Totalverlusts jedoch erheblich.
Auch die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt taucht immer wieder auf. Die ehrliche Antwort ist: Niemand kann den perfekten Einstiegszeitpunkt vorhersagen. Statt auf den richtigen Moment zu warten, ist es besser, regelmäßig zu investieren. Ein Sparplan nimmt dir die Entscheidung ab und glättet Kursschwankungen über die Zeit.
Schließlich fragen sich viele, ob sie einen aktiven Fonds einem ETF vorziehen sollten. Aktive Fonds haben höhere Kosten und schneiden langfristig meist schlechter ab als passive ETFs. Für die meisten Anleger:innen ist ein ETF daher die bessere Wahl. Er ist transparent, kostengünstig und bildet den Markt zuverlässig ab.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Es gibt nicht den einen besten ETF. Gute Kandidaten sind Fonds auf den MSCI Emerging Markets Index von Anbietern wie iShares, Xtrackers oder Vanguard. Achte auf niedrige Kosten, ein hohes Fondsvolumen und eine physische Replikation.
Eine natürliche Gewichtung liegt bei etwa zehn Prozent deines Aktienportfolios. Wenn du bewusst übergewichten möchtest, sind bis zu 20 Prozent vertretbar. Alles darüber hinaus erhöht das Risiko deutlich.
Ja, sie sind riskanter als ETFs auf Industrieländer. Die Kurse schwanken stärker, und es gibt politische sowie währungsspezifische Risiken. Langfristig bieten sie aber auch ein höheres Wachstumspotenzial.
Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden an dich aus, thesaurierende reinvestieren sie automatisch. Für einen langfristigen Sparplan ist ein thesaurierender ETF meist besser, da du den Zinseszinseffekt nutzt.
Ja, viele Broker bieten Sparpläne schon ab einem Euro pro Monat an. So kannst du auch mit kleinem Budget in einen Emerging Markets ETF investieren und von den Wachstumschancen profitieren.
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