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MagazineFinanzenInvestieren Emerging Markets ETF
FinanzbildungInvestieren9 Min.

Emerging Markets ETF: Dein Tor zu den Wachstumsmärkten von morgen

Emerging Markets sind die Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft. Mit einem ETF investierst du einfach und kostengünstig in diese Zukunftsmärkte und streust dein Risiko breiter.

SchwellenländerETF-SparenDepot
Brauche ich das?
Sinnvoll, ja.
Für mehr Renditechancen und breitere Streuung.
Wie funktioniert es?
Wie ein Korb.
Ein ETF bündelt viele Aktien aus Schwellenländern.
Ist das riskant?
Ja, schwankt stark.
Kursausschläge sind deutlich höher als bei Industrieländern.

Warum Emerging Markets auch dich betreffen

Vielleicht hast du schon einmal von den Schwellenländern gehört, aber gedacht, das sei etwas für Börsenprofis. Weit gefehlt. Wenn du fürs Alter sparst, ein Depot besitzt oder auch nur eine betriebliche Altersvorsorge hast, sind deine Chancen hoch, dass dort bereits Gelder in diesen Märkten stecken. Die großen Fondsgesellschaften investieren global, und ein Teil davon fließt automatisch nach Asien, Lateinamerika oder Osteuropa.

Der Grund ist simpel: Während die Wirtschaft in Deutschland und anderen Industrienationen nur langsam wächst, legen viele Schwellenländer ein deutlich höheres Tempo vor. Eine wachsende Mittelschicht will konsumieren, baut Wohnungen, kauft Autos und Smartphones. Firmen, die diese Nachfrage bedienen, steigern ihre Gewinne. Genau an diesen Gewinnen kannst du teilhaben, ohne ein einziges Unternehmen direkt zu kennen.

Für dich als Anleger bedeutet das: Wer nur in Deutschland oder Europa investiert, lässt einen großen Teil des weltweiten Wirtschaftswachstums links liegen. Ein Emerging Markets ETF ist daher keine exotische Zusatz-Wette, sondern ein Baustein, um dein Depot zukunftsfähig zu machen. Es geht nicht darum, alles auf eine Karte zu setzen, sondern darum, das große Ganze im Blick zu haben.

Stell dir vor, du gehst in einen Supermarkt und kaufst nur Äpfel. Wenn die Apfelernte ausfällt, hast du ein Problem. Kaufst du auch Birnen, Bananen und Trauben, ist dein Einkaufskorb besser gefüllt und robuster. Genau so funktioniert die Logik hinter der Beimischung von Schwellenländern in dein Portfolio. Du machst dich unabhängiger von der Entwicklung einer einzelnen Region.

~85 %
der Weltbevölkerung leben in Schwellenländern.
> 50 %
des globalen BIP-Wachstums kommen aus diesen Regionen.
1.000+
Unternehmen sind in gängigen Emerging Markets Indizes enthalten.

Was sind Emerging Markets überhaupt?

Der Begriff Emerging Markets bedeutet übersetzt so viel wie aufstrebende oder neu entstehende Märkte. Damit sind Länder gemeint, die sich von einem Entwicklungsstand hin zu einer modernen Industrienation bewegen. Sie befinden sich also in einem Übergangsprozess. Klassische Beispiele sind China, Indien, Brasilien, Südafrika, Mexiko oder auch Taiwan und Südkorea, wobei letztere oft schon als fortgeschritten gelten.

Diese Länder haben gemeinsam, dass ihre Volkswirtschaften schneller wachsen als die der etablierten Industrienationen. Gleichzeitig sind sie aber auch politisch und wirtschaftlich instabiler. Es kann zu Währungskrisen, politischen Umstürzen oder Korruptionsskandalen kommen. Diese Risiken sind der Preis für die höheren Wachstumsraten. Als Anleger musst du dir dieser Kehrseite immer bewusst sein.

Die Abgrenzung ist nicht immer eindeutig. Es gibt verschiedene Einteilungen, zum Beispiel von der Weltbank oder von Finanzdienstleistern wie MSCI. Diese Anbieter erstellen Indizes, also Aktienkörbe, die die größten Unternehmen eines Landes oder einer Region zusammenfassen. Der bekannteste Index für Schwellenländer ist der MSCI Emerging Markets Index. Er ist die Messlatte für viele ETFs.

Wichtig zu verstehen: Ein Emerging Markets ETF bildet nicht die Wirtschaft eines Landes ab, sondern die dort börsennotierten Unternehmen. Das ist ein feiner, aber entscheidender Unterschied. Du investierst in Firmen, nicht in Bruttoinlandsprodukte. Oft sind das Exportunternehmen, die ihre Waren weltweit verkaufen. Ein chinesischer Technologiekonzern ist also nicht nur von China abhängig, sondern vom globalen Absatz.

So funktioniert ein Emerging Markets ETF

Ein ETF, das ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Indexfonds. Stell dir einen Korb vor, in dem viele verschiedene Aktien liegen. Dieser Korb wird nicht von einem Manager aktiv zusammengestellt, sondern bildet automatisch einen Index nach. Wenn der Index steigt, steigt auch dein Korb. Wenn er fällt, fällt auch dein Korb. Das ist die einfache Grundidee.

Bei einem Emerging Markets ETF kaufst du also nicht ein einzelnes Unternehmen, sondern einen Bruchteil von Hunderten oder sogar Tausenden Unternehmen auf einen Schlag. Das hat einen enormen Vorteil: die Risikostreuung. Wenn ein Unternehmen in Brasilien Pleite geht, ist das für deinen Korb nur ein kleiner Rückschlag. Die anderen Unternehmen im Korb fangen das auf.

Der ETF wird wie eine normale Aktie an der Börse gehandelt. Du kannst ihn jederzeit während der Handelszeiten kaufen und verkaufen. Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage, orientiert sich aber sehr eng am Wert der enthaltenen Aktien. Du brauchst also kein Spezialwissen, um in Schwellenländer zu investieren. Du kaufst einfach einen Anteil an einem breiten Markt.

Es gibt verschiedene Ausgestaltungen. Manche ETFs zahlen dir die Dividenden der Unternehmen aus, andere reinvestieren sie automatisch. Für langfristiges Sparen sind thesaurierende Varianten oft sinnvoll, da der Zinseszinseffekt so besser wirkt. Zudem gibt es Unterschiede bei der physischen Abbildung, bei der der ETF die Aktien wirklich kauft, und der synthetischen Abbildung, bei der nur die Wertentwicklung getauscht wird.

Was kostet dich ein Emerging Markets ETF?

Kosten sind beim Investieren ein entscheidender Faktor, denn sie schmälern deine Rendite. Bei ETFs gibt es zwei wesentliche Kostenarten. Die erste ist die laufende Gebühr, die sogenannte Total Expense Ratio, kurz TER. Sie wird jährlich von deinem Fondsvermögen abgezogen und deckt die Verwaltung des Fonds ab. Bei Emerging Markets ETFs liegt sie in der Regel etwas höher als bei Industrieländer-ETFs, da die Märkte komplexer sind.

Die zweite Kostenart sind die Handelskosten. Wenn du den ETF kaufst oder verkaufst, fällt eine Ordergebühr bei deiner Bank oder deinem Broker an. Diese variiert stark zwischen den Anbietern. Zudem entsteht ein Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Bei sehr liquiden ETFs ist dieser Spread klein, bei exotischeren Fonds kann er größer sein.

Wichtig ist, nicht nur auf die reine TER zu schauen. Ein teurerer ETF kann trotzdem besser sein, wenn er einen breiteren Markt abdeckt oder eine höhere Qualität aufweist. Entscheidend ist das Gesamtpaket aus Kosten, Abbildungsqualität und Indexauswahl. Ein ETF, der den Index sehr genau nachbildet, ist einem anderen mit minimal geringeren Kosten, aber größeren Abweichungen, vorzuziehen.

Ein Tipp vorab: Viele junge Sparer nutzen Sparpläne. Bei diesen kannst du oft schon mit kleinen Beträgen monatlich Anteile kaufen. Viele Broker bieten Sparpläne auf Emerging Markets ETFs sogar gebührenfrei an. Das senkt die Einstiegshürde enorm. Du musst also nicht mit einem dicken Geldpolster starten, sondern kannst mit einem überschaubaren Betrag beginnen und über die Zeit wachsen.

Darauf solltest du beim Kauf achten

Bevor du dich für einen konkreten Emerging Markets ETF entscheidest, gibt es ein paar Stellschrauben, die du prüfen solltest. Zuerst die Frage nach dem Index. Der MSCI Emerging Markets ist der Standard, aber es gibt auch andere wie den FTSE Emerging oder den MSCI Emerging Markets IMI. Der IMI beinhaltet auch kleinere Unternehmen und ist damit noch breiter aufgestellt. Überlege, was zu deiner Strategie passt.

Ein weiterer Punkt ist die Währungsabsicherung. Manche ETFs sichern das Währungsrisiko gegenüber dem Euro ab. Das klingt erstmal gut, kostet aber Geld und kann die Rendite schmälern. Für langfristige Anleger ist ein ungesicherter ETF meist die bessere Wahl, da Währungsschwankungen sich über die Zeit ausgleichen können. Du solltest dir aber bewusst sein, dass Wechselkurse deine Rendite stark beeinflussen können.

Achte auf das Fondsvolumen und die Handelsliquidität. Ein ETF mit einem großen Fondsvolumen ist in der Regel stabiler und hat engere Spreads. Zudem solltest du auf die Ertragsverwendung achten. ist die thesaurierende Variante für den Vermögensaufbau oft sinnvoll. Prüfe auch das Alter des Fonds und seine Historie, um zu sehen, wie er in Krisen abgeschnitten hat.

Zu guter Letzt: Die Wahl des Anbieters. Große Fondsgesellschaften wie iShares, Xtrackers oder Vanguard haben sich etabliert. Die Unterschiede sind oft marginal, aber die Abwicklungsqualität kann variieren. Letztlich ist der beste ETF der, den du langfristig besparen kannst. Ein guter Index, niedrige Kosten und ein solider Anbieter sind das Fundament. Perfektion ist nicht das Ziel, sondern Konsistenz.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der häufigste Fehler ist der Einstieg zum falschen Zeitpunkt aus emotionalen Gründen. Wenn die Schwellenländer bereits stark gestiegen sind, wollen viele einsteigen, aus Angst, etwas zu verpassen. Wenn die Kurse einbrechen, verkaufen sie panisch. Das ist genau das Gegenteil von dem, was du tun solltest. Ein ETF ist ein Langfrist-Investment, kein Spielzeug für kurzfristige Spekulationen.

Ein weiterer Fehler ist die Übergewichtung. Manche Anleger verlieben sich in die Wachstumsstory und stecken rund 50 Prozent oder mehr ihres Vermögens in Emerging Markets. Das ist extrem riskant, da diese Märkte stark schwanken können. Eine Beimischung von 10 bis rund 20 Prozent des Aktienportfolios ist für die meisten Anleger ein vernünftiger Richtwert. Die genaue Zahl hängt von deiner Risikobereitschaft ab.

Viele unterschätzen auch die politischen Risiken. In Schwellenländern kann sich die Gesetzeslage schnell ändern. Ein Land kann plötzlich Kapitalverkehrskontrollen einführen oder Unternehmen verstaatlichen. Diese Risiken sind nicht diversifizierbar und gehören zur Anlageklasse dazu. Du solltest dir dieser Risiken bewusst sein und nicht überrascht sein, wenn es zu Rückschlägen kommt.

Zuletzt: Der Vergleich mit Industrieländern. Wenn dein Emerging Markets ETF mal ein Jahr schlechter läuft als der DAX, ist das kein Grund zur Sorge. Die Anlageklassen haben unterschiedliche Zyklen. Es gibt Jahre, da performen Schwellenländer besser, und Jahre, da laufen sie hinterher. Du brauchst Geduld und den Willen, auch längere Durststrecken auszuhalten, um am Ende vom Wachstum zu profitieren.

So setzt du deinen Plan in die Tat um

Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Depots, falls du noch keins hast. Das geht heute komplett online und dauert nur wenige Minuten. Achte bei der Wahl des Brokers auf die Kosten für Sparpläne und die Benutzerfreundlichkeit. Viele Neobroker locken mit kostenlosen Sparplänen, was für den Einstieg ideal ist. Vergleiche die Konditionen und wähle den Anbieter, der am besten zu dir passt.

Danach legst du einen Sparplan an. Du bestimmst einen festen Betrag, der monatlich oder quartalsweise in deinen Wunsch-ETF fließt. Das Schöne daran: Du musst nicht den perfekten Zeitpunkt abpassen. Durch den regelmäßigen Kauf glättest du die Kursschwankungen. In guten Zeiten kaufst du weniger Anteile, in schlechten Zeiten mehr. Das nennt man den Cost-Average-Effekt, und er nimmt dir die Timing-Sorge.

Bevor du startest, solltest du deinen Anlagehorizont definieren. Emerging Markets sind nichts für Geld, das du in den nächsten drei Jahren brauchst. Plane also nur mit Kapital, das du langfristig entbehren kannst. Ein Zeithorizont von mindestens zehn Jahren ist empfehlenswert. Nur so kannst du die unvermeidlichen Krisen aussitzen und von der langfristigen Aufwärtsbewegung profitieren.

Überwache dein Investment regelmäßig, aber nicht zu häufig. Ein Blick pro Quartal reicht völlig aus, um zu sehen, ob die Entwicklung im Rahmen deiner Erwartungen liegt. Rebalancing, also das Wiederherstellen deiner ursprünglichen Gewichtung, ist nur nötig, wenn die Abweichung sehr groß wird. Ansonsten gilt: Einfach laufen lassen und den Zinseszinseffekt für dich arbeiten lassen. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

Wie passt der ETF in dein Gesamtportfolio?

Ein Emerging Markets ETF ist nur ein Puzzleteil in deiner Anlagestrategie. Er sollte nie allein stehen, sondern immer im Kontext deiner anderen Anlagen betrachtet werden. Wenn du bereits einen breiten Welt-ETF besparst, der auch Schwellenländer enthält, hast du sie schon abgedeckt. Ein separater Emerging Markets ETF erhöht dann deinen Anteil an diesen Märkten bewusst.

Für Einsteiger ist es oft sinnvoll, mit einem klassischen Welt-ETF zu starten, der Industrie- und Schwellenländer abbildet. Damit bist du automatisch breit aufgestellt. Wenn du später mehr Überzeugung für die Wachstumsmärkte hast, kannst du einen separaten Emerging Markets ETF hinzufügen, um die Gewichtung zu erhöhen. Das ist eine einfache und effektive Methode, dein Risiko zu steuern.

Denke auch an die anderen Bausteine deiner Finanzen. Ein Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto ist Pflicht, bevor du mit dem Investieren beginnst. Auch die Altersvorsorge aus der gesetzlichen Rentenversicherung solltest du nicht außer Acht lassen. Dein Depot ist eine Ergänzung, kein Ersatz für die Basics. Eine solide finanzielle Basis ist die Voraussetzung für entspanntes Investieren.

Letztlich geht es um Balance. Ein Portfolio, das nur aus Schwellenländern besteht, ist zu riskant. Ein Portfolio ohne sie lässt Wachstumspotenzial liegen. Die Kunst ist die Mischung. Finde die Gewichtung, mit der du nachts gut schlafen kannst. Das ist die wichtigste Regel überhaupt. Denn nur wenn du deine Strategie durchhältst, wirst du langfristig belohnt.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du Kursschwankungen von 30 % oder mehr aussitzen?
Ist dein Anlagehorizont länger als 10 Jahre?
Hast du bereits ein Basis-Depot mit Industrieländern?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, das sind sie. Die Kurse schwanken stärker, weil die Länder politisch und wirtschaftlich instabiler sind. Dafür sind die Renditechancen langfristig oft höher. Du solltest diese Schwankungen aushalten können.

Das hängt von deiner Risikobereitschaft ab. Ein Richtwert ist, 10 bis rund 20 Prozent deines Aktienanteils in Schwellenländern zu parken. Wichtig ist, dass du dich damit wohlfühlst und nicht alles auf eine Karte setzt.

Absolut. Mit einem Sparplan kannst du bereits mit 25 oder rund 50 Euro im Monat einsteigen. Viele Broker bieten diese Sparpläne sogar kostenlos an. Der regelmäßige Besparung ist wichtiger als der Einstiegsbetrag.

Ein physischer ETF kauft die Aktien wirklich, die im Index sind. Ein synthetischer ETF bildet die Wertentwicklung nur über Tauschgeschäfte nach. Beide funktionieren gut, aber physische sind oft einfacher zu verstehen.

Bei einem ungesicherten ETF trägst du das Währungsrisiko. Das kann deine Rendite beeinflussen, gleicht sich aber über lange Zeit oft aus. Währungsgesicherte ETFs sind teurer und meist nicht nötig für Langfristanleger.

Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt. Der beste Weg ist, regelmäßig zu kaufen, zum Beispiel per Sparplan. So profitierst du vom Durchschnittskosten-Effekt und musst nicht auf den richtigen Moment warten.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.