Ratgeber · Investieren
Emerging Markets ETF-Testsieger: So findest du den passenden Schwellenländer-ETF
Ein ETF auf den MSCI Emerging Markets bringt Schwellenländer in dein Depot. Entscheidend für die Auswahl sind Kosten, Fondsvolumen und deine persönliche Anlagestrategie.
10 Kapitel · 9 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei MSCI Emerging Markets ETFs zwischen 0,09 und 0,55 Prozent pro Jahr.
- Der Index bildet rund 85 Prozent der Marktkapitalisierung in 24 Schwellenländern ab.
- Ein Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren ist für diese Anlageklasse sinnvoll.
- Als Beimischung zu einem Industrieländer-ETF ist ein Anteil von etwa 30 Prozent üblich.
01 · Grundlagen
Was ist ein Emerging Markets ETF?
Ein Emerging Markets ETF bildet die Aktienmärkte von Schwellenländern ab. Der bekannteste Index dafür ist der MSCI Emerging Markets.
Der MSCI Emerging Markets Index ist der wichtigste Maßstab für Schwellenländeraktien. Er enthält 1.178 Unternehmen aus 24 Ländern und deckt damit ungefähr 85 Prozent der frei handelbaren Marktkapitalisierung in diesen Märkten ab. Die größten Ländergewichte liegen mit Taiwan, Südkorea und China in Asien.
Für dich bedeutet das: Ein ETF auf diesen Index streut dein Geld über viele Länder und Branchen. Der Technologiesektor hat mit über 40 Prozent ein hohes Gewicht, gefolgt von Finanzdienstleistungen. Diese Konzentration solltest du kennen, bevor du investierst.
Kurz erklärt
MSCI Emerging Markets Index
Ein internationaler Aktienindex, der die Wertentwicklung von Unternehmen aus 24 Schwellenländern abbildet. Er umfasst 1.178 Unternehmen und deckt ungefähr 85 Prozent der Marktkapitalisierung in Schwellenländern ab.
Die größten Ländergewichte sind Taiwan, Südkorea und China.
02 · Kosten
Was kostet ein ETF auf den MSCI Emerging Markets?
Die jährlichen Kosten eines ETF werden als Gesamtkostenquote (TER) ausgewiesen. Günstige Produkte liegen bei 0,09 Prozent, teurere bei bis zu 0,55 Prozent pro Jahr.
Bei MSCI Emerging Markets ETFs reicht die Spanne von 0,09 Prozent bis 0,55 Prozent pro Jahr. Die günstigsten Produkte sind oft Swap-basierte ETFs neuerer Anbieter.
Die marktüblichen Kern-ETFs von iShares oder Xtrackers liegen bei 0,18 Prozent. Eine TER von 0,55 Prozent statt 0,18 Prozent kostet dich über 20 Jahre mehrere Tausend Euro. Achte deshalb bei der Auswahl zuerst auf die Kostenquote.
Typische Gesamtkostenquoten (TER) für MSCI Emerging Markets ETFs
03 · Vergleich
Die größten MSCI Emerging Markets ETFs im Vergleich
Ein hohes Fondsvolumen spricht für ein geringeres Schließungsrisiko. Diese ETFs verwalten das meiste Vermögen.
Ein hohes Fondsvolumen reduziert das Risiko, dass ein ETF wegen mangelnder Nachfrage geschlossen wird. Die drei größten Produkte verwalten jeweils über 9 Milliarden Euro. Der Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF führt mit 13,27 Milliarden Euro.
Die Unterschiede bei den Kernprodukten sind gering. Der UBS Core MSCI EM UCITS ETF kostet mit 0,15 Prozent etwas weniger als die iShares- und Xtrackers-ETFs mit 0,18 Prozent. Alle drei thesaurieren ihre Erträge und eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau.
| Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF | iShares MSCI EM UCITS ETF (Acc) | UBS Core MSCI EM UCITS ETF | |
|---|---|---|---|
| Fondsvolumen | 13,27 Mrd. EUR | 9,23 Mrd. EUR | 11,11 Mrd. EUR |
| Gesamtkostenquote (TER) | 0,18 % | 0,18 % | 0,15 % |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend | Thesaurierend | Thesaurierend |
04 · Was gilt
Wie verhält sich ein Schwellenländer-ETF in verschiedenen Marktphasen?
Die Kursentwicklung in Schwellenländern ist oft volatiler als in Industrieländern. Das zeigt sich besonders in extremen Marktphasen.
In starken globalen Aufwärtsphasen können Schwellenländer die Industrieländer überflügeln. Das dynamische Wirtschaftswachstum in Ländern wie Taiwan oder Südkorea treibt dann die Kurse. Anleger sind in solchen Phasen bereit, höhere Risiken einzugehen.
In Korrekturen ziehen Investoren ihr Kapital dagegen oft in als sicher geltende Häfen ab. Ein MSCI Emerging Markets ETF fällt dann häufig stärker als ein ETF auf Industrieländer. Die breite Streuung über 24 Länder verhindert jedoch, dass einzelne Staaten dein gesamtes Investment gefährden.
Bullenmarkt
Bärenmarkt
05 · Im Vertrag
Thesaurierend oder ausschüttend: Was passt zu dir?
Die Ertragsverwendung beeinflusst deinen Steueraufwand und den Zinseszinseffekt. Beide Varianten sind bei MSCI Emerging Markets ETFs verfügbar.
Bei thesaurierenden ETFs werden Dividenden automatisch wieder angelegt. Das erhöht den Zinseszinseffekt und spart dir manuelle Käufe. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist diese Variante oft die bequemste Lösung.
Ausschüttende ETFs zahlen die Erträge regelmäßig auf dein Konto. Damit kannst du den Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr nutzen. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, die deine Steuerlast auf Kursgewinne und Dividenden reduziert.
Ertragsverwendung im Überblick
06 · Schritt für Schritt
So baust du einen ETF-Sparplan auf Schwellenländer auf
Ein Sparplan eignet sich, um regelmäßig und ohne großes Timing in Schwellenländer zu investieren. Die Mindestanlage ist oft niedrig.
Für Emerging Markets solltest du einen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren einplanen. Die hohe Volatilität braucht Zeit, um sich auszugleichen.
Gehe bei der Einrichtung systematisch vor:
- Definiere zuerst deinen Anlagehorizont und deine Risikobereitschaft.
- Wähle einen ETF mit niedriger TER, ausreichendem Fondsvolumen und der passenden Ertragsverwendung.
- Lege eine monatliche Sparrate fest, die du langfristig beibehalten kannst, viele Depots erlauben bereits 25 Euro.
- Kombiniere den Schwellenländer-ETF mit einem Industrieländer-ETF, etwa im Verhältnis 70 zu 30.
Anlagestrategie festlegen
Definiere deinen Anlagehorizont. Für Emerging Markets sind mindestens 10 bis 15 Jahre sinnvoll.
ETF auswählen
Achte auf eine niedrige TER, ein ausreichendes Fondsvolumen und die gewünschte Ertragsverwendung.
Sparrate bestimmen
Lege eine monatliche Rate fest, die du langfristig beibehalten kannst. Viele Depots erlauben Sparpläne ab 25 EUR.
Diversifikation beachten
Kombiniere den Schwellenländer-ETF mit einem Industrieländer-ETF, etwa im Verhältnis 70 zu 30.
07 · Checkliste
Checkliste: Das zeichnet einen soliden Emerging Markets ETF aus
Diese Kriterien helfen dir, aus der großen Auswahl einen passenden ETF zu filtern.
Mit einigen klaren Kriterien filterst du aus der großen Auswahl die passenden Produkte. Die Kern-ETFs großer Anbieter erfüllen die meisten dieser Punkte. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Wunsch-ETF die Anforderungen erfüllt.
Folgende Merkmale sprechen für einen soliden ETF:
- Die Gesamtkostenquote liegt unter 0,20 Prozent pro Jahr.
- Das Fondsvolumen beträgt mehr als 500 Millionen Euro.
- Die Replikation erfolgt physisch oder per optimiertem Sampling.
- Der ETF thesauriert für langfristigen Vermögensaufbau.
- Das Fondsdomizil Irland bringt steuerliche Vorteile.
- Kein Einzelwert dominiert das Portfolio übermäßig.
Auswahlkriterien für deinen ETF
Gesamtkostenquote (TER) zwischen 0,09 und 0,55 Prozent pro Jahr
Fondsvolumen über 500 Millionen EUR
Physische Replikation, optimiertes Sampling oder synthetische Replikation
Thesaurierend oder ausschüttend je nach Anlagestrategie
Fondsdomizil Irland, Luxemburg oder Frankreich
Kein Klumpenrisiko durch zu hohe Einzelwerte
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Investieren in Schwellenländer-ETFs
Diese Fehler kannst du vermeiden, wenn du deine Anlageentscheidung ruhig und systematisch triffst.
Viele Anleger unterschätzen die Schwankungen in Schwellenländern. Wer nach wenigen Jahren verkauft, realisiert oft Verluste, die bei längerer Haltedauer vermeidbar gewesen wären. Ein Anlagehorizont unter zehn Jahren ist für diese Anlageklasse riskant.
Weitere Fehler lassen sich leicht vermeiden:
- Eine Übergewichtung von über 30 Prozent erhöht das Klumpenrisiko deutlich.
- Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
- Markt-Timing funktioniert selten, regelmäßiges Sparen ist wichtiger als der perfekte Einstiegszeitpunkt.
Häufige Fehler
09 · Hintergrund
Alternative: MSCI Emerging Markets IMI mit Small-Caps
Der klassische Index bildet nur große und mittelgroße Unternehmen ab. Eine Alternative ist der MSCI Emerging Markets IMI.
Kleine Unternehmen bleiben außen vor. Der MSCI Emerging Markets IMI (Investable Markets Index) deckt dagegen 99 Prozent aller Unternehmen ab und schließt Small-Caps ein.
Der iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF ist mit 41,21 Milliarden Euro Fondsvolumen der größte Vertreter dieser Kategorie. Seine TER liegt bei 0,18 Prozent. Small-Caps können langfristig höhere Renditen bringen, schwanken aber stärker als Large-Caps.
Der MSCI Emerging Markets Index deckt 85 Prozent der Marktkapitalisierung ab. Das umfasst Large-Caps und Mid-Caps, aber keine kleinen Unternehmen.
Der MSCI Emerging Markets IMI (Investable Markets Index) bildet dagegen 99 Prozent aller Unternehmen ab. Damit kommen Small-Caps hinzu, die langfristig höhere Renditen bringen können, aber auch stärker schwanken.
ETFs auf den IMI-Index sind etwas teurer. Der iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF hat eine TER von 0,18 Prozent und ein Fondsvolumen von 41,21 Mrd. EUR.
10 · Kosten
Steuern auf deinen Emerging Markets ETF
Die Besteuerung ist für alle Aktien-ETFs gleich. Wichtig sind der Sparer-Pauschbetrag und die Teilfreistellung.
Auf Kursgewinne und Dividenden fällt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, darauf kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag. Bei Aktienfonds reduziert die Teilfreistellung von 30 Prozent die Bemessungsgrundlage.
Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr bleibt steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 2000 Euro. Mit einem ausschüttenden ETF kannst du diesen Freibetrag gezielt nutzen, bevor du auf Thesaurierung umstellst.
Steuerliche Eckwerte für Aktienfonds
Häufige Fragen
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