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MagazineFinanzenInvestieren Crowdinvesting einfach erklärt
FinanzbildungInvestieren9 Min.

Crowdinvesting einfach erklärt: Dein Einstieg in die Welt der Schwarmfinanzierung

Du hast schon von Crowdinvesting gehört, weißt aber nicht genau, was dahintersteckt? Wir erklären dir die Grundlagen, zeigen dir, wie du als Anleger:in startest und worauf du unbedingt achten solltest.

SchwarmfinanzierungAnlageformenRisiken
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Es ist eine optionale Ergänzung zu klassischen Anlagen.
Wie viel Geld?
Schon wenig.
Oft sind Einstiege mit kleinen Beträgen möglich.
Ist das sicher?
Risikoreich.
Ein Totalverlust ist möglich, hohe Renditechancen stehen dagegen.
Wie funktioniert's?
Online-Plattform.
Du leihst Unternehmen Geld und erhältst Zinsen.

Warum Crowdinvesting auch dich betrifft

Vielleicht hast du schon einmal davon geträumt, ein Teil eines vielversprechenden Startups zu sein, aber die klassischen Wege schienen dir immer zu verschlossen. Banken vergeben oft nur Kredite an etablierte Unternehmen, und an der Börse zu investieren, wirkt auf viele wie ein Buch mit sieben Siegeln. Genau hier kommt Crowdinvesting ins Spiel, denn es öffnet eine Tür, die vorher fest verschlossen war.

Das Prinzip ist simpel: Viele Menschen geben zusammen kleinere Geldbeträge, um ein Projekt oder ein junges Unternehmen zu finanzieren. Dieses Modell nennt man Schwarmfinanzierung, und es hat in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen. Für dich als Privatperson bedeutet das, dass du mit überschaubaren Summen an der Entwicklung von innovativen Ideen teilhaben kannst, die vielleicht eines Tages den Markt verändern.

Aber warum ist das gerade für dich relevant? Weil es eine Alternative zu den klassischen Sparformen ist, die oft nur minimale Zinsen abwerfen. Crowdinvesting bietet die Chance auf eine höhere Rendite, auch wenn das mit einem höheren Risiko einhergeht. Es ist eine Möglichkeit, dein Geld nicht nur auf dem Sparbuch liegen zu lassen, sondern aktiv in die Wirtschaft von morgen zu investieren.

Bevor du dich jedoch auf dieses Abenteuer einlässt, ist es wichtig, dass du die Mechanismen dahinter wirklich verstehst. Dieser Ratgeber nimmt dich an die Hand und erklärt dir Schritt für Schritt, was Crowdinvesting ist, wie es funktioniert und wie du typische Anfängerfehler vermeidest. So bist du bestens vorbereitet, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

~250.000
Menschen in Deutschland haben bereits in Startups investiert.
2011
Jahr, in dem die ersten Crowdinvesting-Plattformen in Deutschland starteten.
100%
Risiko, das du als Anleger:in bei dieser Anlageform trägst.

Die Grundlagen: Was ist Crowdinvesting überhaupt?

Lass uns ganz von vorne anfangen. Crowdinvesting, auch Schwarmfinanzierung genannt, ist eine Form der Finanzierung, bei der ein Unternehmen oder ein Projekt Geld von einer großen Anzahl von Personen (der Crowd) erhält. Du leihst dem Unternehmen also dein Geld, ähnlich wie bei einer Anleihe, und bekommst dafür im Gegenzug eine Beteiligung am Gewinn, meist in Form von jährlichen Zinszahlungen.

Der entscheidende Unterschied zu einem klassischen Bankkredit ist, dass viele kleine Anleger:innen gemeinsam ein größeres Kapital zusammenbringen. Das Unternehmen erhält so Zugang zu Finanzmitteln, ohne einen traditionellen Kredit aufnehmen zu müssen. Für dich als Anleger:in entsteht dadurch die Möglichkeit, schon mit kleinen Beträgen in Unternehmen zu investieren, die sonst nicht zugänglich wären.

Wichtig ist, das Crowdinvesting von anderen Formen des Crowdfunding abzugrenzen. Beim Crowdfunding gibt es oft ein Produkt oder eine Gegenleistung als Belohnung, zum Beispiel ein T-Shirt oder ein Exemplar eines neuen Brettspiels. Beim Crowdinvesting hingegen erhältst du eine finanzielle Beteiligung, die sich an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens orientiert. Du wirst also zum stillen Teilhaber.

Es gibt verschiedene Modelle, wie diese Beteiligung ausgestaltet sein kann. Am häufigsten ist das partiarische Darlehen, bei dem du einen Teil des Gewinns erhältst. Es gibt aber auch Genussrechte oder stille Beteiligungen. Für den Anfang reicht es zu wissen, dass du dem Unternehmen Geld leihst und dafür eine Rendite erhalten kannst, die jedoch nicht garantiert ist.

So funktioniert Crowdinvesting im Detail

Der Ablauf ist in der Regel immer gleich und findet über spezielle Online-Plattformen statt. Diese Plattformen, wie zum Beispiel Seedmatch, Companisto oder Exporo, prüfen die Unternehmen vorab und stellen sie dann auf ihrer Website vor. Du als Anleger:in kannst dir die verschiedenen Projekte ansehen, die Geschäftsidee bewerten und entscheiden, in welches Unternehmen du investieren möchtest.

Sobald du ein interessantes Projekt gefunden hast, legst du ein Konto auf der Plattform an und überweist deinen gewünschten Betrag. Die Plattform bündelt alle Beträge der Anleger:innen und leitet sie an das Unternehmen weiter. Das Unternehmen erhält also das gesamte Kapital auf einmal, während du einen Vertrag über deine Beteiligung erhältst. Dieser Vertrag regelt alle Konditionen, wie Laufzeit, Zinssatz und Kündigungsmöglichkeiten.

Nach der Finanzierung beginnt die eigentliche Phase des Investments. Das Unternehmen arbeitet mit dem Kapital und versucht, seine Ziele zu erreichen. In regelmäßigen Abständen, oft jährlich, erhältst du dann deine Zinszahlungen auf dein Konto bei der Plattform. Am Ende der Laufzeit, die meist zwischen fünf und zehn Jahren liegt, bekommst du dein ursprünglich eingesetztes Kapital zurück, sofern das Unternehmen nicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist.

Ein wichtiger Punkt ist die Nachrangigkeit. Das bedeutet, dass du im Falle einer Insolvenz des Unternehmens erst nach allen anderen Gläubigern, wie Banken oder Lieferanten, an die Reihe kommst. Wenn das Unternehmen also pleitegeht, ist es sehr wahrscheinlich, dass du dein Geld verlierst. Dieses Risiko solltest du dir immer vor Augen führen, bevor du eine Investition tätigst.

Kosten und Gebühren: Was kommt auf dich zu?

Ein Thema, das du unbedingt im Blick behalten solltest, sind die Kosten, die beim Crowdinvesting anfallen. Grundsätzlich gilt: Die Plattformen verdienen ihr Geld, indem sie eine Provision von den Unternehmen verlangen. Diese Kosten werden oft an dich als Anleger:in weitergegeben, indem die Rendite, die du erhältst, etwas niedriger ausfällt als die Gesamtkosten des Unternehmens.

Für dich als Anleger:in können aber auch direkt Gebühren anfallen. Einige Plattformen erheben eine Gebühr bei der Kontoeröffnung oder bei der Auszahlung deiner Zinsen. Andere verlangen eine jährliche Verwaltungsgebühr. Es ist daher essenziell, dass du dir vor einer Investition das Kleingedruckte der Plattform genau ansiehst und die Gebührenstruktur verstehst.

Ein weiterer Kostenpunkt kann der Verkauf deiner Beteiligung sein. Da Crowdinvesting-Anlagen in der Regel nicht börsennotiert sind, ist es schwierig, sie vor Ablauf der Laufzeit zu verkaufen. Einige Plattformen bieten zwar einen Zweitmarkt an, auf dem du deine Anteile an andere Anleger:innen verkaufen kannst, aber das ist oft mit Abschlägen und Gebühren verbunden. Du solltest also nur Geld investieren, das du für die gesamte Laufzeit nicht benötigst.

Wichtig ist auch der Hinweis, dass es sich beim Crowdinvesting nicht um eine klassische Geldanlage mit Einlagensicherung handelt. Dein Geld ist nicht durch den Staat geschützt, wie es bei einem Sparbuch der Fall ist. Du trägst also das volle Risiko, und im schlimmsten Fall ist dein kompletter Einsatz verloren. Diese fehlende Absicherung ist ein wesentlicher Unterschied zu anderen Anlageformen.

Worauf du als Anleger:in unbedingt achten solltest

Bevor du dein Geld in ein Crowdinvesting-Projekt steckst, gibt es einige wichtige Punkte, die du beachten solltest. Der erste und wichtigste Schritt ist die sorgfältige Prüfung des Unternehmens. Schau dir den Businessplan an, bewerten das Produkt oder die Dienstleistung und recherchiere, wer hinter dem Unternehmen steht. Ein gutes Team ist oft der Schlüssel zum Erfolg.

Achte außerdem auf die Transparenz der Plattform. Seriöse Plattformen stellen umfangreiche Informationen zu jedem Projekt bereit, inklusive Risikohinweisen und Finanzkennzahlen. Wenn dir etwas unklar ist oder Informationen fehlen, ist das ein Warnsignal. Du solltest nur in Projekte investieren, die du nachvollziehen und verstehen kannst.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Diversifikation. Lege nicht dein gesamtes Geld in ein einziges Projekt, sondern verteile es auf mehrere verschiedene Unternehmen und Branchen. So reduzierst du das Risiko, dass ein einzelner Totalverlust deine gesamte Anlage zunichtemacht. Die Devise lautet: Streue deine Investitionen, um das Risiko zu minimieren.

Zu guter Letzt solltest du dich immer fragen, ob du das Geschäftsmodell wirklich verstehst. Wenn ein Unternehmen beispielsweise eine neue App entwickelt, die du selbst nicht nutzen würdest, solltest du vorsichtig sein. Investiere nur in Bereiche, die dir zumindest grundlegend vertraut sind. So kannst du die Chancen und Risiken besser einschätzen und triffst fundiertere Entscheidungen.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Viele Einsteiger machen den Fehler, sich von hohen Renditeversprechen blenden zu lassen. Wenn ein Projekt eine extrem hohe Verzinsung anbietet, ist das oft ein Zeichen für ein hohes Risiko. Denk immer daran: Je höher die potenzielle Rendite, desto höher ist in der Regel auch das Risiko, dein Geld zu verlieren. Eine gesunde Skepsis ist hier angebracht.

Ein weiterer häufiger Fehler ist, zu viel Geld in ein einzelnes Projekt zu stecken. Auch wenn ein Startup noch so vielversprechend erscheint, du solltest niemals einen Betrag investieren, dessen Verlust dich finanziell stark belasten würde. Eine gute Faustregel ist, nur einen kleinen Teil deines Vermögens in risikoreiche Anlagen wie Crowdinvesting zu stecken.

Viele Anleger:innen unterschätzen auch die lange Laufzeit ihrer Investition. Sie gehen davon aus, dass sie ihr Geld jederzeit zurückbekommen, und sind dann überrascht, wenn das nicht möglich ist. Informiere dich vorab genau über die Laufzeit des Investments und stelle sicher, dass du in dieser Zeit nicht auf das Geld angewiesen bist. Eine vorzeitige Kündigung ist meist nicht oder nur mit Verlusten möglich.

Zu guter Letzt solltest du es vermeiden, dich nicht ausreichend zu informieren. Crowdinvesting ist keine einfache Geldanlage, die man mal eben nebenbei tätigt. Nimm dir die Zeit, die Plattformen zu vergleichen, die Projekte zu analysieren und die Risiken zu verstehen. Nur wer sich gründlich informiert, kann langfristig erfolgreich investieren und böse Überraschungen vermeiden.

Dein Fahrplan: So startest du Schritt für Schritt

Bist du bereit, dein erstes Crowdinvesting zu starten? Dann haben wir hier einen konkreten Fahrplan für dich, der dir den Einstieg erleichtert. Der erste Schritt ist die Selbstreflexion: Überlege dir, wie viel Geld du wirklich entbehren kannst und ob du mit dem Risiko eines Totalverlusts leben kannst. Nur wenn du diese Fragen ehrlich mit Ja beantworten kannst, solltest du weitermachen.

Im zweiten Schritt vergleichst du die verschiedenen Plattformen. Achte dabei nicht nur auf die angebotenen Projekte, sondern auch auf die Gebühren, die Transparenz und den Kundenservice. Lies Erfahrungsberichte anderer Anleger:innen und verschaffe dir einen umfassenden Eindruck. Eine gute Plattform zeichnet sich durch klare Kommunikation und faire Konditionen aus.

Wenn du eine Plattform gefunden hast, die dir zusagt, erstellst du ein Konto und verifizierst deine Identität. Danach kannst du dir die aktuellen Projekte ansehen. Nimm dir Zeit, um die Unterlagen zu studieren und die Geschäftsmodelle zu verstehen. Erstelle dir eine eigene Checkliste mit Kriterien, die ein Projekt erfüllen muss, bevor du investierst.

Der letzte Schritt ist die eigentliche Investition. Beginne mit einem kleinen Betrag, den du nicht schmerzlich vermissen würdest, und investiere in ein Projekt, das du gut verstehst. Behalte dein Investment im Auge und verfolge die Entwicklungen des Unternehmens. So sammelst du erste Erfahrungen und kannst deine Strategie mit der Zeit anpassen und optimieren.

Crowdinvesting im Vergleich zu anderen Anlagen

Um Crowdinvesting richtig einzuordnen, ist ein Vergleich mit anderen Anlageformen hilfreich. Im Gegensatz zu einem Tagesgeldkonto, das eine sichere, aber niedrige Verzinsung bietet, sind die Renditechancen beim Crowdinvesting deutlich höher. Dafür ist das Risiko eines Kapitalverlusts auch ungleich größer. Du musst also abwägen, ob du die höhere Rendite gegen das höhere Risiko eintauschen möchtest.

Im Vergleich zu Aktien ist Crowdinvesting weniger liquide. Aktien kannst du in der Regel jederzeit an der Börse verkaufen, während dein Geld beim Crowdinvesting für die gesamte Laufzeit gebunden ist. Dafür ist der Einstieg oft schon mit kleineren Beträgen möglich, und du unterstützt direkt konkrete Unternehmen, anstatt nur in einen Index zu investieren. Das kann ein befriedigendes Gefühl sein.

Eine weitere Alternative sind festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen. Diese bieten eine feste Verzinsung, aber die Renditen sind oft niedriger als die potenziellen Erträge aus Crowdinvesting. Dafür sind Anleihen in der Regel sicherer, insbesondere wenn sie von Staaten oder großen Unternehmen ausgegeben werden. Crowdinvesting ist also eine Anlage für Anleger:innen, die bereit sind, für eine höhere Rendite ein höheres Risiko einzugehen.

Letztendlich kommt es auf deine persönliche Risikobereitschaft und deine finanziellen Ziele an. Crowdinvesting sollte niemals deine gesamte Anlagestrategie ausmachen, sondern nur einen Teil davon. Eine ausgewogene Mischung aus sicheren Anlagen, wie Tagesgeld oder Anleihen, und risikoreicheren Anlagen, wie Aktien oder Crowdinvesting, ist in der Regel der beste Weg, um langfristig Vermögen aufzubauen.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du einen Teil deines Geldes für mehrere Jahre entbehren?
Würdest du einen Totalverlust deines Investments verkraften?
Hast du dich bereits über die konkreten Risiken der Plattform informiert?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Beim Crowdfunding erhältst du als Gegenleistung für deinen Beitrag oft ein Produkt oder eine andere nicht-finanzielle Belohnung. Beim Crowdinvesting hingegen leihst du dein Geld einem Unternehmen und erhältst dafür eine finanzielle Beteiligung, in der Regel in Form von Zinszahlungen oder Gewinnbeteiligungen.

Die Mindestanlagesummen variieren je nach Plattform und Projekt. Viele Plattformen ermöglichen den Einstieg bereits mit Beträgen im niedrigen dreistelligen Bereich. Es ist also durchaus möglich, mit einer überschaubaren Summe zu starten und erste Erfahrungen zu sammeln.

Die angebotenen Renditen können stark variieren und liegen oft zwischen 4 und 12 Prozent pro Jahr. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass dies keine garantierten Zinsen sind, sondern nur erwartete Renditen. Das tatsächliche Ergebnis kann deutlich niedriger ausfallen oder sogar ein Totalverlust sein.

In der Regel ist eine vorzeitige Kündigung nicht oder nur mit erheblichen Abschlägen möglich. Einige Plattformen bieten einen Zweitmarkt an, auf dem du deine Anteile an andere Anleger:innen verkaufen kannst. Allerdings kann der Verkaufspreis unter dem Nennwert liegen, sodass du Verluste realisieren könntest.

Im Falle einer Insolvenz des Unternehmens ist dein Investment in der Regel nachrangig. Das bedeutet, dass du erst nach allen anderen Gläubigern bedient wirst. In den meisten Fällen bedeutet das, dass du dein eingesetztes Kapital vollständig oder größtenteils verlierst. Ein Totalverlust ist also möglich.

Nein, Crowdinvesting ist eine risikoreiche Anlageform. Es gibt keine Einlagensicherung wie bei einem Sparbuch, und dein Kapital ist nicht geschützt. Du solltest nur Geld investieren, dessen Verlust du verkraften kannst, und deine Investments unbedingt auf mehrere Projekte verteilen.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.