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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Crowdinvesting 2026: Dein Einstieg in die Welt der Sachwertanlagen

Du suchst nach einer Anlageform, die nicht von Börsenkursen abhängt? Crowdinvesting ermöglicht dir, schon mit kleinen Beträgen in Projekte wie Immobilien oder erneuerbare Energien zu investieren. Wir erklären dir, wie du 2026 davon profitieren kannst.

SachwertanlagenRisikenEinstieg
Brauche ich das?
Nur bei Interesse
an alternativen Anlagen mit höherem Risiko.
Wie viel Geld?
Schon wenig
oft ab 100 Euro pro Projekt möglich.
Was bringt es?
Zinsen oder Gewinn
abhängig vom Erfolg des finanzierten Projekts.
Ist das sicher?
Nein, risikoreich
bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Warum Crowdinvesting 2026 auch dich betrifft

Vielleicht hast du schon von Crowdinvesting gehört, aber gedacht, das sei nur etwas für Profis oder Menschen mit viel Geld. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade 2026 wird diese Anlageform immer zugänglicher. Plattformen haben ihre Prozesse vereinfacht, und die Auswahl an Projekten ist größer denn je. Das bedeutet, dass auch du mit überschaubaren Beträgen Teil von größeren Finanzierungen werden kannst.

Die klassischen Sparformen wie Tagesgeld oder Festgeld bringen aktuell nur wenig Rendite. Gleichzeitig sind Aktienmärkte schwankungsanfällig. Crowdinvesting bietet eine dritte Säule, die nicht direkt mit der Börse korreliert. Du investierst in konkrete Projekte, zum Beispiel in den Bau eines Mehrfamilienhauses oder eine Solaranlage. Damit bist du nicht mehr nur Zuschauer, sondern direkt beteiligt.

Für dich als Privatanleger:in heißt das: Du hast die Chance, an Projekten zu partizipieren, die früher nur institutionellen Investoren vorbehalten waren. Das ist eine Demokratisierung der Geldanlage. Aber Vorsicht: Mehr Chancen bedeuten auch mehr Verantwortung. Du musst verstehen, worauf du dich einlässt, bevor du dein Geld investierst. Dieser Ratgeber hilft dir dabei.

Zudem hat der Gesetzgeber die Regeln für Crowdinvesting in den letzten Jahren angepasst. Anleger:innen haben mehr Informationspflichten und die Plattformen müssen transparenter sein. Das ist gut für dich, denn es senkt die Gefahr von bösen Überraschungen. Trotzdem gilt: Informiere dich immer selbst, bevor du investierst.

über 1 Mrd. Euro
wurden in Deutschland bisher in Crowdinvesting-Projekte investiert.
ca. 100 Euro
Minimum, das viele Plattformen für den Einstieg verlangen.
jede:r 3.
Anleger:in in Deutschland kennt die Anlageform, aber nur wenige nutzen sie.

Die Grundlagen: Was ist Crowdinvesting überhaupt?

Crowdinvesting, auch Schwarmfinanzierung genannt, ist eine Form der Finanzierung, bei der viele Menschen (die Crowd) gemeinsam ein Projekt oder ein Unternehmen mit Kapital versorgen. Stell dir vor, jemand will ein Haus bauen, aber die Bank gibt keinen Kredit. Stattdessen fragt er dich und tausende andere, ob ihr Geld in das Projekt stecken wollt. Dafür bekommst du eine Beteiligung oder ein Darlehen.

Der entscheidende Unterschied zu Crowdfunding ist die Gegenleistung. Beim Crowdfunding bekommst du oft ein Produkt oder eine Belohnung, zum Beispiel ein Buch oder eine Tasse. Beim Crowdinvesting bekommst du eine finanzielle Beteiligung. Das kann ein Anteil am Gewinn sein, eine feste Verzinsung oder eine Beteiligung am Unternehmen selbst. Du wirst also zum Investor.

Es gibt verschiedene Modelle. Beim Nachrangdarlehen leihst du der Firma Geld und bekommst Zinsen. Im Insolvenzfall wirst du aber erst nach den Banken bedient. Bei der stillen Beteiligung wirst du am Gewinn und Verlust beteiligt, hast aber kein Mitspracherecht. Und beim Genussrecht bekommst du einen Anteil am Gewinn, aber ebenfalls keine Stimmrechte. Jedes Modell hat eigene Regeln.

Wichtig ist: Du wirst nicht Eigentümer des Projekts, sondern Geldgeber. Du hast also keinen Anspruch auf die Immobilie oder die Solaranlage selbst. Dein Erfolg hängt davon ab, dass das Projekt wirtschaftlich läuft. Wenn es gut läuft, bekommst du dein Geld mit Zinsen zurück. Wenn es schlecht läuft, kann es sein, dass du Verluste machst.

So funktioniert die Plattform und dein Investment

Der Ablauf ist in der Regel einfach. Du suchst dir eine Plattform aus, die dir seriös erscheint. Nach einer kostenlosen Registrierung kannst du dir die aktuellen Projekte ansehen. Jedes Projekt hat eine Beschreibung, einen Finanzierungsrahmen und eine Laufzeit. Du entscheidest, in welches Projekt du wie viel Geld steckst. Der Mindestbetrag liegt oft bei 100 Euro.

Sobald du investiert hast, erhältst du eine Bestätigung und einen Vertrag. Die Plattform wickelt die Zahlung ab und überwacht das Projekt für dich. Während der Laufzeit bekommst du regelmäßig Berichte über den Fortschritt. Bei manchen Projekten werden Zinsen jährlich ausgezahlt, bei anderen erst am Ende der Laufzeit. Das ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich.

Die Laufzeit ist ein wichtiger Punkt. Sie kann von einem Jahr bis zu mehreren Jahren reichen. In dieser Zeit kommst du nicht an dein Geld, es sei denn, es gibt einen Zweitmarkt auf der Plattform. Dort kannst du deine Anteile manchmal an andere Anleger verkaufen, aber oft nur mit Abschlag. Du solltest also nur Geld investieren, das du für die Laufzeit nicht benötigst.

Nach Ablauf der Laufzeit bekommst du dein Kapital plus die vereinbarten Zinsen zurück. Das passiert automatisch auf dein hinterlegtes Konto. Wenn das Projekt schiefgeht, kann es zu Teilauszahlungen kommen oder im schlimmsten Fall zu einem Totalverlust. Die Plattform ist dann nur Vermittler, sie haftet nicht für den Erfolg des Projekts.

Kosten und Gebühren: Was kommt auf dich zu?

Bevor du investierst, solltest du die Kostenstruktur verstehen. Die meisten Plattformen erheben keine direkten Gebühren von dir als Anleger:in. Das klingt erstmal gut, aber du zahlst indirekt mit. Die Plattform bekommt eine Provision vom Projektbetreiber, die in der Regel in die Projektkalkulation eingerechnet ist. Das kann die Rendite schmälern.

Einige Plattformen verlangen jedoch eine Gebühr für bestimmte Services. Dazu gehören zum Beispiel Gebühren für den Zweitmarkt, also den Verkauf deiner Anteile vor Ablauf der Laufzeit. Auch bei der Auszahlung von Zinsen können Transaktionsgebühren anfallen. Diese sind aber meist gering und werden vorher transparent kommuniziert.

Achte auf die Angabe des Effektivzinses oder der Zielrendite. Diese Zahl ist der wichtigste Indikator für deinen möglichen Ertrag. Sie berücksichtigt bereits die Kosten auf Projektebene. Wenn eine Plattform mit hohen Renditen wirbt, solltest du skeptisch sein. Hohe Renditen gehen immer mit hohen Risiken einher.

Es gibt keine versteckten Depotgebühren wie bei Aktien oder Fonds. Du zahlst also keine jährliche Gebühr für die Verwaltung deiner Anteile. Das macht Crowdinvesting im Vergleich zu anderen Anlageformen relativ kostengünstig. Trotzdem solltest du die Kosten in deiner Gesamtrechnung berücksichtigen, um die tatsächliche Nettorendite zu ermitteln.

Worauf du 2026 bei der Auswahl achten solltest

Die Plattform ist dein Tor zum Investment. Prüfe sie daher genau. Achte auf das Impressum, die Regulierung durch die BaFin und die Erfahrung des Teams. Eine seriöse Plattform hat klare Prozesse und veröffentlicht Zahlen zu bisherigen Projekten. Lies Bewertungen und Erfahrungsberichte anderer Nutzer, aber sei dir bewusst, dass auch gefälschte Bewertungen existieren können.

Das Projekt selbst ist der wichtigste Faktor. Schau dir den Projektbetreiber an: Hat er Erfahrung? Wie ist die Finanzierung aufgestellt? Was passiert, wenn das Projekt scheitert? Seriöse Projekte haben einen Sicherheitspuffer, zum Beispiel einen Puffer bei den Baukosten oder einen Teilverkauf, der die Rückzahlung absichert. Lies das Exposé genau durch.

Achte auf die Risikoklasse. Viele Plattformen stufen ihre Projekte ein, von defensiv bis spekulativ. Als Einsteiger solltest du mit defensiven Projekten beginnen, auch wenn die Rendite niedriger ist. Diese haben oft einen Sachwert hinterlegt, wie eine Immobilie, die im Notfall verkauft werden kann. Das senkt das Verlustrisiko.

Ein weiterer Punkt ist die Diversifikation. Investiere nicht alles in ein einziges Projekt, sondern verteile dein Kapital auf mehrere Projekte und Plattformen. So kannst du Verluste in einem Projekt durch Gewinne in anderen ausgleichen. Das ist die wichtigste Regel im Crowdinvesting, um das Risiko zu minimieren.

Typische Fehler, die du als Einsteiger vermeiden solltest

Der größte Fehler ist, sich von hohen Renditeversprechen blenden zu lassen. Wenn ein Projekt rund 12 Prozent Zinsen verspricht, ist das verlockend, aber es ist auch ein Warnsignal. Solche Renditen sind nur mit hohem Risiko zu erreichen. Frage dich immer: Warum zahlt mir jemand so viel Geld? Oft steckt ein hohes Ausfallrisiko dahinter.

Ein weiterer Fehler ist, Geld zu investieren, das du für den Lebensunterhalt brauchst. Dein Notgroschen gehört nicht ins Crowdinvesting. Diese Anlagen sind illiquide, das heißt, du kommst nicht schnell an dein Geld. Wenn du unerwartete Ausgaben hast, stehst du vor dem Problem, dass dein Kapital gebunden ist.

Viele Einsteiger lesen die Verträge nicht vollständig. Das ist verständlich, aber gefährlich. Die Verträge sind oft lang und komplex, aber sie enthalten wichtige Details zu Kündigungsfristen, Nachschusspflichten und der Rangfolge im Insolvenzfall. Nimm dir die Zeit und lies alles genau durch. Wenn du etwas nicht verstehst, frage nach.

Zu guter Letzt: Unterschätze nicht den Aufwand. Crowdinvesting ist kein passives Investment, bei dem du einfach Geld hinlegst und wartest. Du musst die Projekte beobachten, die Berichte lesen und im Zweifel schnell reagieren. Wenn du das nicht willst, sind ETFs oder Festgeld vielleicht die bessere Wahl für dich.

Dein Fahrplan: So startest du dein erstes Investment

Bevor du dich auf einer Plattform anmeldest, mache eine Bestandsaufnahme deiner Finanzen. Hast du einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsgehältern? Ist dein restliches Vermögen breit gestreut? Wenn beide Fragen mit Ja beantwortet sind, kannst du einen Teil deines freien Kapitals für Crowdinvesting einplanen. Ein Richtwert ist, nicht mehr als zehn Prozent deines Vermögens in diese Anlageklasse zu stecken.

Jetzt geht es an die Auswahl der Plattform. Vergleiche mindestens drei Anbieter. Achte auf die angebotenen Projekte, die Gebühren und die Transparenz. Melde dich an und mache dich mit der Oberfläche vertraut. Viele Plattformen bieten Demo-Zugänge oder Webinare an. Nutze diese Angebote, um ein Gefühl für die Abläufe zu bekommen.

Starte mit einem kleinen Betrag in einem Projekt, das du gut verstehst. Wenn du dich mit Immobilien auskennst, wähle ein Immobilienprojekt. Wenn du dich für erneuerbare Energien interessierst, wähle ein Solarprojekt. Je besser du das Geschäftsmodell verstehst, desto besser kannst du Risiken einschätzen. Ein kleiner Betrag von 100 bis rund 500 Euro ist für den Anfang ideal.

Nach dem Investment solltest du regelmäßig die Updates der Plattform lesen. Setze dir einen Termin im Kalender, zum Beispiel einmal im Quartal. Überprüfe, ob das Projekt im Zeitplan liegt und ob es Warnsignale gibt. Wenn du unsicher bist, suche den Austausch mit anderen Anlegern in Foren oder bei der Plattform selbst. So bleibst du am Ball und kannst frühzeitig reagieren.

Die steuerliche Seite: Das musst du wissen

Crowdinvesting ist nicht steuerfrei. Die Zinsen und Gewinne, die du erzielst, müssen in deiner Steuererklärung angegeben werden. Die gute Nachricht: Die meisten Plattformen sind automatisch an die Finanzverwaltung angebunden und melden deine Erträge. Du bekommst eine Steuerbescheinigung, die du deiner Steuererklärung beifügen kannst.

Für Zinserträge gilt die Abgeltungsteuer von rund 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Du hast aber einen Sparerpauschbetrag von rund 1.000 Euro pro Person (rund 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung). Solange deine Erträge unter diesem Betrag liegen, zahlst du keine Steuern. Dafür musst du einen Freistellungsauftrag bei der Plattform einreichen.

Bei stillen Beteiligungen oder Genussrechten kann es sich um Einkünfte aus Kapitalvermögen handeln, die ebenfalls der Abgeltungsteuer unterliegen. In einigen Fällen kann es aber auch als Einkünfte aus Gewerbebetrieb gewertet werden. Das ist kompliziert und hängt vom Einzelfall ab. Wenn du unsicher bist, frage einen Steuerberater.

Verluste aus Crowdinvesting kannst du steuerlich geltend machen. Das mindert deine Steuerlast, wenn du andere Kapitalerträge hast. Auch hier gilt: Die Plattform stellt dir die notwendigen Dokumente zur Verfügung. Bewahre alle Unterlagen sorgfältig auf, mindestens für die Dauer der Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du einen Totalverlust deines Investments verkraften?
Hast du bereits einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben?
Ist dein restliches Vermögen breit gestreut (z.B. in ETFs)?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Im schlimmsten Fall verlierst du dein gesamtes eingesetztes Kapital, also rund 100 Prozent. Das passiert, wenn das Projekt scheitert und keine Sicherheiten vorhanden sind. Deshalb ist es wichtig, nur Geld zu investieren, das du nicht für den Lebensunterhalt brauchst.

Nein, die gibt es nicht. Crowdinvesting ist keine Bankeinlage, sondern eine direkte Beteiligung an einem Projekt. Die gesetzliche Einlagensicherung greift hier nicht. Du trägst das volle Risiko selbst.

Das hängt vom Projekt ab. Die Laufzeiten liegen meist zwischen einem und fünf Jahren. In dieser Zeit kannst du nicht an dein Geld, es sei denn, die Plattform bietet einen Zweitmarkt an. Dort kannst du deine Anteile verkaufen, oft aber nur mit Abschlag.

Beim Crowdfunding bekommst du eine nicht-finanzielle Gegenleistung, wie ein Produkt oder eine Dankeskarte. Beim Crowdinvesting bekommst du eine finanzielle Beteiligung, zum Beispiel Zinsen oder einen Gewinnanteil. Crowdinvesting ist also eine Form der Geldanlage.

Verluste kannst du als negative Kapitaleinkünfte geltend machen, wenn du andere Kapitalerträge hast. Gewinne musst du versteuern. Die Abgeltungsteuer wird automatisch einbehalten, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilt hast oder dein Sparerpauschbetrag überschritten ist.

Ja, in der Regel schon. Wenn eine Rendite deutlich über dem Marktdurchschnitt liegt, ist das Risiko meist sehr hoch. Seriöse Projekte bieten Renditen, die im Verhältnis zum Risiko stehen. Sei skeptisch bei Versprechungen von über zehn Prozent.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.