Beste Schwellenländer ETF 2026: Dein einfacher Einstieg in die Wachstumsmärkte
Schwellenländer sind die Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft. Mit einem ETF investierst du ab dem ersten Euro in tausende Unternehmen aus Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Wir zeigen dir, wie du das klug und sicher anstellst.
Warum Schwellenländer auch dein Geld betreffen
Vielleicht denkst du, dass Unternehmen aus Indien, Brasilien oder China nichts mit deinem Alltag zu tun haben. Doch das Gegenteil ist der Fall. Dein Smartphone kommt oft aus Südkorea oder China, deine Kleidung aus Bangladesch und die Rohstoffe für dein Auto stammen aus Südamerika. Diese Länder sind längst das Rückgrat der globalen Lieferketten.
Gleichzeitig wächst dort die Mittelschicht rasant. Millionen Menschen steigen jedes Jahr in die Konsumgesellschaft auf, kaufen Autos, bauen Häuser und nutzen das Internet. Dieses Wachstum schlägt sich in den Gewinnen der dortigen Unternehmen nieder. Als Anleger kannst du an diesem Wohlstandszuwachs teilhaben, ohne selbst ein Flugticket buchen zu müssen.
Für deine Altersvorsorge ist das interessant. Wenn du nur in Deutschland oder Europa investierst, verpasst du einen großen Teil des weltweiten Wirtschaftswachstums. Ein Blick auf die Weltkarte zeigt: Die bevölkerungsreichsten Länder liegen fast alle in Asien. Ihre Aktienmärkte entwickeln sich oft anders als die europäischen, was dein Depot insgesamt stabiler machen kann.
Natürlich bedeutet das auch: Diese Märkte sind volatiler und manchmal politisch instabil. Aber genau diese Mischung aus Chance und Risiko macht Schwellenländer zu einem wichtigen Baustein für langfristig orientierte Anleger. Du musst nur wissen, wie du das Risiko kontrollierst, und genau dabei hilft dir ein ETF.
Was ist ein ETF und was sind Schwellenländer?
Ein ETF, das ist ein Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Indexfonds. Stell dir vor, du möchtest alle Unternehmen eines Landes kaufen, aber du hast weder das Geld noch die Zeit, jede Aktie einzeln zu kaufen. Ein ETF bündelt genau das für dich: Er bildet einen Index nach, also einen Korb aus vielen Aktien.
Wenn du einen Schwellenländer-ETF kaufst, dann hältst du automatisch Anteile an mehreren hundert oder sogar über tausend Unternehmen. Das können Tech-Konzerne aus Taiwan, Banken aus Südafrika oder Ölproduzenten aus Brasilien sein. Du streust dein Geld also extrem breit, schon mit einer einzigen Order.
Was genau sind nun Schwellenländer? Das sind Länder, die sich von einem Entwicklungsland zu einer Industrienation wandeln. Dazu zählen klassischerweise China, Indien, Brasilien, Russland, Südafrika, Mexiko und viele weitere. Sie haben oft junge Bevölkerungen, wachsende Industrien und steigenden Wohlstand.
Wichtig ist der Unterschied zu den Industrieländern wie Deutschland, USA oder Japan. Dort ist das Wachstum meist geringer, aber die Märkte sind stabiler. Schwellenländer bieten also mehr Wachstum, aber auch mehr Unsicherheit. Ein ETF ist die einfachste Möglichkeit, diese Unsicherheit durch breite Streuung zu reduzieren.
So funktioniert ein Schwellenländer-ETF im Detail
Der Mechanismus ist simpel: Du gibst deiner Bank einen Auftrag, Anteile an einem bestimmten ETF zu kaufen. Der ETF-Anbieter, zum Beispiel iShares, Xtrackers oder Vanguard, kauft dafür die zugrunde liegenden Aktien. Dein Geld wird also direkt in Unternehmen investiert, nicht in irgendwelche Derivate.
Der ETF bildet einen Index nach. Der bekannteste ist der MSCI Emerging Markets Index. Dieser Index enthält die größten Unternehmen aus über 20 Schwellenländern. Es gibt aber auch Indizes, die nur China abbilden oder sich auf kleine Unternehmen spezialisieren. Für Einsteiger ist der breite MSCI-Index meist die beste Wahl.
Du kannst einen solchen ETF entweder einmalig kaufen oder einen Sparplan einrichten. Bei einem Sparplan investierst du monatlich einen festen Betrag, zum Beispiel 50 oder 100 Euro. Das ist ideal für den Anfang, weil du nicht den perfekten Einstiegszeitpunkt kennen musst. Durch den regelmäßigen Kauf glättest du Kursschwankungen automatisch.
Die Rendite setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der Kurssteigerung der Aktien und den Dividenden, also den Gewinnausschüttungen der Unternehmen. Manche ETFs schütten diese Dividenden aus, andere reinvestieren sie automatisch. Für langfristiges Sparen sind die thesaurierenden Varianten oft sinnvoller, weil dein Zinseszinseffekt stärker wirkt.
Kosten und Steuern: Das solltest du wissen
Kosten sind der größte Renditekiller bei jeder Geldanlage. Bei ETFs gibt es zwei relevante Größen: die laufenden Kosten, auch TER genannt, und die Transaktionskosten beim Kauf. Die TER liegt bei Schwellenländer-ETFs meist zwischen 0,15 und 0,25 Prozent pro Jahr. Das klingt wenig, macht aber auf Jahrzehnte einen großen Unterschied.
Zusätzlich zahlst du beim Kauf über deine Bank einen Ausgabeaufschlag, der bei ETFs aber meist entfällt. Stattdessen fällt eine Ordergebühr an, die je nach Broker zwischen 0 und einigen Euro liegt. Für Sparpläne bieten viele Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital den Kauf sogar komplett kostenlos an.
Steuerlich musst du in Deutschland die Abgeltungsteuer auf Gewinne zahlen. Es gibt aber einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person, bis zu dem deine Gewinne steuerfrei bleiben. Bei einem Freibetrag von 1.000 Euro und einer angenommenen Rendite von 7 Prozent könntest du also 14.000 Euro anlegen, bevor du Steuern zahlst.
Ein wichtiger Punkt ist die Vorabpauschale. Seit 2018 wird bei thesaurierenden Fonds eine jährliche Vorabsteuer fällig, auch wenn du keine Gewinne realisiert hast. Das klingt kompliziert, ist aber in der Praxis gut handhabbar. Dein Broker berechnet das automatisch und führt die Steuer ab, du musst nur genug Geld auf dem Verrechnungskonto haben.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Nicht alle Schwellenländer-ETFs sind gleich. Der wichtigste Unterschied liegt im Index. Der MSCI Emerging Markets ist der Klassiker, aber es gibt auch den FTSE Emerging oder den MSCI Emerging Markets IMI. Der IMI-Index enthält zusätzlich kleinere Unternehmen, was die Streuung erhöht, aber auch die Kosten leicht ansteigen lässt.
Achte auf die Fondsgröße, das sogenannte Fondsvolumen. Ein ETF mit einem Volumen von mehreren Milliarden Euro ist meist liquider, das heißt, du kannst ihn leichter kaufen und verkaufen. Außerdem sind große Fonds seltener von Schließungen betroffen. Ein Fondsvolumen unter 100 Millionen Euro solltest du eher meiden.
Die Replikationsmethode ist ein weiteres Kriterium. Die meisten ETFs bilden den Index physisch ab, kaufen also die echten Aktien. Manche nutzen aber auch Swaps, also Tauschgeschäfte mit Banken. Für Einsteiger sind physische ETFs einfacher zu verstehen und gelten als sicherer, auch wenn die Unterschiede in der Praxis gering sind.
Vergleiche außerdem die Währung. Viele Schwellenländer-ETFs werden in US-Dollar gehandelt, es gibt aber auch Euro-Varianten. Die Euro-Variante schützt dich vor Wechselkursrisiken, kann aber etwas teurer sein. Für einen langfristigen Sparplan ist die Währung weniger wichtig, weil sich Kursschwankungen über die Zeit ausgleichen.
Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest
Der größte Fehler ist, alles auf eine Karte zu setzen. Wenn du nur einen Schwellenländer-ETF kaufst und keinen einzigen Euro in Industrieländer investierst, dann bist du extrem hohen Schwankungen ausgesetzt. Ein Land wie China kann politisch oder wirtschaftlich einbrechen, und dein gesamtes Depot leidet darunter.
Ein weiterer Fehler ist der Versuch, den Markt zu timen. Du liest, dass Indien gerade stark wächst, und kaufst sofort. Dann kommt eine Korrektur von 20 Prozent, und du bekommst Panik und verkaufst mit Verlust. Das ist genau das Gegenteil von dem, was du tun solltest. Stattdessen solltest du regelmäßig kaufen und langfristig investiert bleiben.
Viele Anfänger ignorieren auch die Kosten. Sie wählen den erstbesten ETF, ohne auf die TER zu achten. Ein Unterschied von 0,1 Prozent pro Jahr mag klein erscheinen, aber bei einer Anlagesumme von 50.000 Euro und 20 Jahren Laufzeit macht das mehrere tausend Euro aus. Nimm dir die Zeit, die Kosten zu vergleichen.
Schließlich solltest du nicht vergessen, dass Schwellenländer nur ein Baustein sein sollten. Eine sinnvolle Faustregel ist, sie mit 10 bis 20 Prozent in dein Gesamtportfolio zu mischen. Der Rest sollte in breit gestreute Welt-ETFs fließen, die auch die USA und Europa abdecken. So profitierst du vom Wachstum, ohne übermäßig zu riskieren.
Dein konkreter Fahrplan in 5 Schritten
Schritt eins: Prüfe deine finanzielle Basis. Bevor du in Aktien-ETFs investierst, solltest du einen Notgroschen von mindestens drei Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto haben. Außerdem solltest du keine teuren Kredite haben, denn Schulden mit hohen Zinsen solltest du immer zuerst abbezahlen.
Schritt zwei: Wähle einen Broker. Du kannst entweder deine Hausbank nutzen, die oft höhere Gebühren verlangt, oder einen Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero. Diese bieten kostenlose Sparpläne an und sind ideal für Einsteiger. Achte darauf, dass dein Wunsch-ETF dort verfügbar ist.
Schritt drei: Entscheide dich für einen ETF. Für den Anfang empfehle ich einen breiten MSCI Emerging Markets ETF mit physischer Replikation und einem Fondsvolumen über einer Milliarde Euro. Beispiele sind der iShares Core MSCI Emerging Markets (ISIN IE00B4L5Y983) oder der Xtrackers MSCI Emerging Markets (ISIN IE00BTJRMP35).
Schritt vier: Richte einen Sparplan ein. Starte mit einem Betrag, den du wirklich entbehren kannst, zum Beispiel 50 oder 100 Euro pro Monat. Du kannst den Betrag später jederzeit erhöhen oder senken. Wichtig ist, dass du regelmäßig kaufst und nicht bei jeder Schlagzeile deine Strategie änderst.
Schritt fünf: Überwache dein Investment, aber nicht zu oft. Ein Blick pro Quartal reicht völlig aus. Überprüfe, ob dein ETF noch zu deiner Strategie passt und ob die Kosten stabil geblieben sind. Ansonsten gilt: Einfach laufen lassen. Die durchschnittliche Rendite von Aktienmärkten liegt langfristig im hohen einstelligen Prozentbereich, aber nur, wenn du dabeibleibst.
Wie du dein Risiko mit anderen Anlagen ausbalancierst
Ein Schwellenländer-ETF ist kein Selbstläufer, sondern ein Baustein in deinem Depot. Um das Risiko zu kontrollieren, solltest du ihn mit anderen Anlageklassen kombinieren. Der einfachste Weg ist ein breiter Welt-ETF, der die USA, Europa und Japan abdeckt. Damit hast du die Basis, und der Schwellenländer-ETF ist das i-Tüpfelchen.
Eine beliebte Strategie ist der sogenannte Core-Satellite-Ansatz. Der Core, also der Kern, ist ein günstiger Welt-ETF, der 70 bis 80 Prozent deines Geldes ausmacht. Die Satelliten, also die Beimischungen, sind speziellere ETFs wie eben Schwellenländer, die 10 bis 20 Prozent ausmachen. So bleibst du breit aufgestellt, hast aber gezielt mehr Wachstum.
Du kannst auch Anleihen beimischen, um Schwankungen abzufedern. Wenn Aktien fallen, steigen Anleihen oft, weil Anleger in sichere Häfen flüchten. Allerdings sind die Renditen bei Anleihen aktuell gering. Für junge Anleger mit langem Horizont ist ein hoher Aktienanteil von 80 bis 100 Prozent meist die bessere Wahl.
Vergiss nicht, dass dein Humankapital auch eine Rolle spielt. Wenn du noch 30 Jahre bis zur Rente hast, kannst du mehr Risiko tragen als jemand, der kurz vor dem Ruhestand steht. Passe deine Strategie also deiner Lebenssituation an. Ein Schwellenländer-ETF ist kein Muss, aber er kann deine Rendite langfristig spürbar verbessern.
Deine nächsten Schritte: Jetzt bist du dran
Du hast jetzt das Grundwissen, um fundiert zu entscheiden. Der wichtigste Schritt ist nicht der Kauf, sondern die Vorbereitung. Öffne ein Depot, wenn du noch keins hast, und lege deinen Sparerpauschbetrag fest. Das geht online in wenigen Minuten und kostet nichts.
Dann setze dich hin und überlege, wie viel Geld du monatlich entbehren kannst. Sei ehrlich zu dir selbst. Es bringt nichts, 200 Euro zu investieren, wenn du dafür deinen Urlaub streichen musst. Fange klein an, zum Beispiel mit 25 oder 50 Euro, und steigere dich später.
Informiere dich noch einmal konkret über die genannten ETFs. Lies die Factsheets auf den Seiten der Anbieter und vergleiche die Kosten. Du wirst feststellen, dass die Unterschiede gering sind, aber es gibt sie. Nimm dir eine halbe Stunde Zeit, das ist gut investierte Zeit.
Und dann: Handle. Warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt, denn den gibt es nicht. Der beste Zeitpunkt war gestern, der zweitbeste ist heute. Richte deinen Sparplan ein und lass die Maschine laufen. In 10 oder 20 Jahren wirst du dir danken, dass du angefangen hast.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ja, sie sind riskanter als Industrieländer-ETFs. Die Kurse schwanken stärker, und politische Krisen können zu Verlusten führen. Mit einem breiten ETF und langem Anlagehorizont kannst du das Risiko aber gut kontrollieren.
Eine Faustregel ist 10 bis 20 Prozent deines Aktienportfolios. Der Rest sollte in breite Welt-ETFs fließen. So profitierst du vom Wachstum, ohne zu viel Risiko einzugehen.
Das ist der bekannteste Aktienindex für Schwellenländer. Er enthält die größten Unternehmen aus über 20 Ländern wie China, Indien, Brasilien und Taiwan. Viele ETFs bilden diesen Index nach.
Nein, du kannst Schwellenländer-ETFs ganz normal über dein deutsches Depot kaufen. Die ETFs werden an deutschen Börsen gehandelt, und dein Broker erledigt alles in Euro.
Ja, das ist sogar die empfohlene Methode. Du investierst monatlich einen festen Betrag, zum Beispiel 50 Euro. So musst du den Markt nicht timen und profitierst vom Cost-Average-Effekt.
Das hängt vom ETF ab. Manche schütten die Dividenden aus, andere reinvestieren sie automatisch. Für langfristiges Sparen sind thesaurierende ETFs meist besser, weil der Zinseszinseffekt stärker wirkt.
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