Ratgeber · Investieren
Beste Solar-ETFs 2026: So findest du den passenden Fonds für die Energiewende
Solar-ETFs bündeln Aktien von Unternehmen aus Photovoltaik, Solarthermie und Wechselrichterproduktion. Für 2026 kommt es darauf an, die wenigen verfügbaren Fonds anhand von Kosten, Volumen und Technologiefokus zu vergleichen.
11 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Solar-ETFs sind Themen-ETFs mit Fokus auf die Solarbranche und daher deutlich konzentrierter als breite ETFs für erneuerbare Energien.
- Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei den verfügbaren Solar-ETFs zwischen 0,50 % und 0,69 % pro Jahr.
- Ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro reduziert das Risiko einer Fondsschließung.
- Überkapazitäten und Preisdruck bei Solarmodulen belasten die Branche und können die Rendite drücken.
01 · Grundlagen
Was ist ein Solar-ETF?
Ein Solar-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der gezielt in Aktien von Unternehmen aus der Solarbranche investiert. Er gehört damit zur Gruppe der Themen-ETFs und bildet einen speziellen Solarindex ab.
Die Auswahl ist klein: Für Anleger in Deutschland sind derzeit zwei Indexfonds aus diesem Themenfeld verfügbar. Beide Fonds sind in Irland domiziliert und physisch replizierend, kaufen also die zugrunde liegenden Aktien tatsächlich.
Die enthaltenen Unternehmen decken die gesamte Wertschöpfungskette ab, von Herstellern über Zulieferer bis zu Serviceanbietern. Das Fondsvolumen ist bei beiden ETFs überschaubar, was typisch für Nischenfonds ist.
Kurz erklärt
Solar-ETF
Ein Themen-ETF, der die Wertentwicklung eines Solarindex nachbildet und Aktien von Herstellern, Zulieferern und Serviceanbietern aus der Solarenergiebranche enthält.
Er investiert ausschließlich in Unternehmen mit Bezug zur Solarenergie, nicht in den gesamten Energiesektor.
02 · Vergleich
Solar-ETF oder ETF für erneuerbare Energien?
Solar-ETFs sind eine Teilmenge der ETFs für erneuerbare Energien. Der entscheidende Unterschied liegt in der Breite der Diversifikation und der Abhängigkeit von einer einzelnen Technologie.
Der wesentliche Unterschied liegt in der Breite der Streuung. Ein Solar-ETF konzentriert sich ausschließlich auf Unternehmen der Solarbranche, während ein ETF für erneuerbare Energien zusätzlich Windkraft, Wasserkraft und Bioenergie abdeckt. Diese Konzentration erhöht das Risiko, weil die Wertentwicklung stark von der Entwicklung einer einzelnen Technologie abhängt.
Für dein Depot bedeutet das: Ein breiter Fonds für erneuerbare Energien federt Rückschläge in der Solarindustrie besser ab. Ein Solar-ETF eignet sich nur, wenn du bewusst auf diese eine Branche setzen willst und die damit verbundenen Schwankungen aushältst.
- Solar-ETFs streuen über verschiedene Unternehmen, aber nicht über verschiedene Energiequellen.
- ETFs für erneuerbare Energien reduzieren das Klumpenrisiko durch den Mix aus mehreren Technologien.
| Solar-ETF | ETF für erneuerbare Energien | |
|---|---|---|
| Anlagefokus | Ausschließlich Solarunternehmen (Photovoltaik, Solarthermie, Wechselrichter) | Mehrere Technologien (Wind, Wasser, Solar, Bioenergie) |
| Diversifikation | Konzentriert auf eine Branche | Breiter über verschiedene Energiequellen gestreut |
| Abhängigkeit | Stark von Förderung und Modulpreisen abhängig | Weniger abhängig von einer einzelnen Technologie |
03 · Hintergrund
Welche Rolle spielt die Energiewende für Solar-ETFs?
Die Energiewende treibt den Ausbau der Solarenergie voran und schafft langfristige Nachfrage nach Photovoltaik und Solarthermie. Gleichzeitig hängt die Branche stark von politischen Fördermaßnahmen ab.
Die Energiewende schafft langfristige Nachfrage nach Photovoltaik und Solarthermie, weil viele Staaten ihren Anteil erneuerbarer Energien erhöhen wollen. Solarenergie gilt dabei als kostengünstige und gesellschaftlich weitgehend akzeptierte Option, die weniger umstritten ist als Windkraft. Bis 2040 könnte Solarenergie weltweit die größte Stromquelle sein.
Gleichzeitig hängt die Branche stark von politischen Fördermaßnahmen ab. Änderungen bei Einspeisevergütungen oder Subventionen in einzelnen Ländern können die Aktienkurse der Solarunternehmen spürbar bewegen. Diese Abhängigkeit ist ein zentrales Risiko für dein Investment.
Der Klimawandel und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen erhöhen den Druck, auf regenerative Energiequellen umzusteigen. Solarenergie gilt dabei als kostengünstige und gesellschaftlich weitgehend akzeptierte Option.
Für Solarunternehmen bedeutet die Energiewende steigende Absatzmärkte, aber auch eine hohe Abhängigkeit von Subventionen und Einspeisevergütungen. Änderungen in der Förderpolitik einzelner Länder können die Aktienkurse der Branche spürbar bewegen.
Bis 2040 könnte Solarenergie weltweit die größte Stromquelle sein. Diese Prognose stützt die langfristige Perspektive, garantiert aber keine kurzfristigen Kursgewinne für Solar-ETFs.
04 · Checkliste
Welche Solar-Aktien stecken in den ETFs?
Die Portfolios der Solar-ETFs bestehen aus Herstellern von Solarmodulen, Wechselrichtern und Montagesystemen. Die größten Positionen prägen die Wertentwicklung des Fonds überdurchschnittlich stark.
Im größten Solar-ETF sind derzeit 39 Unternehmen enthalten.
Zu den wichtigsten Aktien gehören First Solar, Enphase Energy und Nextracker. First Solar ist ein US-Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen, Enphase Energy bietet Mikrowechselrichter und Batteriesysteme an, und Nextracker liefert Solar-Tracker-Anlagen samt Software zur Ertragsoptimierung.
- First Solar: US-Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen und Photovoltaik-Systemlösungen.
- Enphase Energy: Anbieter von Mikrowechselrichtern und Batteriesystemen für Solaranlagen.
- Nextracker: Anbieter von Solar-Tracker-Anlagen und Software zur Ertragsoptimierung.
Typische Unternehmen in Solar-ETFs
First Solar: US-Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen und Photovoltaik-Systemlösungen
Enphase Energy: Anbieter von Mikrowechselrichtern und Batteriesystemen für Solaranlagen
Array Technologies: Spezialist für Bodenmontagesysteme, die Module optimal zur Sonne ausrichten
Nextracker: Anbieter von Solar-Tracker-Anlagen und Software zur Ertragsoptimierung
05 · Grundlagen
Dünnschichttechnologie: Warum sie für Solar-ETFs wichtig ist
Die Dünnschichttechnologie ist eine Alternative zu herkömmlichen kristallinen Solarmodulen. Unternehmen wie First Solar setzen auf diese Technik und beeinflussen damit die Zusammensetzung der Solarindizes.
Die Dünnschichttechnologie ist ein Herstellungsverfahren, bei dem hauchdünne Schichten lichtabsorbierender Materialien auf ein Trägermaterial aufgebracht werden. Die Module sind flexibler und leichter als herkömmliche kristalline Module, erreichen aber oft geringere Wirkungsgrade. First Solar ist der bekannteste börsennotierte Hersteller dieser Technologie.
Für Solar-ETFs bedeutet das: Die Gewichtung von First Solar im Index hängt direkt mit der Bedeutung der Dünnschichttechnologie zusammen. Da First Solar im größten Solar-ETF eine der größten Positionen stellt, beeinflusst die Technologie die Wertentwicklung des gesamten Fonds.
Kurz erklärt
Dünnschichttechnologie
Ein Herstellungsverfahren für Solarmodule, bei dem hauchdünne Schichten lichtabsorbierender Materialien auf ein Trägermaterial aufgebracht werden. Die Module sind flexibler und leichter als kristalline Module, erreichen aber oft geringere Wirkungsgrade.
First Solar ist der bekannteste börsennotierte Hersteller von Dünnschichtmodulen und in Solar-ETFs meist hoch gewichtet.
06 · Fehler vermeiden
Überkapazitäten und Preisdruck: Das Risiko der Solarbranche
Die Solarindustrie leidet seit einigen Jahren unter massiven Überkapazitäten, vor allem bei Modulen aus Asien. Der daraus resultierende Preisdruck belastet die Margen vieler Hersteller und damit auch die Aktienkurse.
Die Wertentwicklung von Solar-ETFs war in den vergangenen fünf Jahren deutlich negativ.
Ein weiteres Risiko ist das kleine Fondsvolumen der verfügbaren Solar-ETFs. Ein ETF sollte ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro haben, damit er sich für den Anbieter lohnt und das Risiko einer Schließung gering bleibt. Beide Solar-ETFs liegen unter dieser Marke.
- Überkapazitäten bei Solarmodulen führen zu fallenden Verkaufspreisen und sinkenden Gewinnmargen.
- Starke Konkurrenz aus Asien setzt europäische und amerikanische Hersteller unter Druck.
- Ein kleines Fondsvolumen erhöht das Risiko, dass der ETF wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossen wird.
Worauf du bei Solar-ETFs achten solltest
07 · Kosten
Was kostet ein Solar-ETF?
Die Gesamtkostenquote (TER) ist die wichtigste laufende Gebühr eines ETFs. Bei Solar-ETFs liegt sie im üblichen Rahmen für Themenfonds, aber deutlich über der von breiten Welt-ETFs.
Bei Solar-ETFs liegt sie zwischen 0,50 und 0,69 Prozent pro Jahr. Das ist für Themenfonds üblich, aber deutlich teurer als ein breiter Welt-ETF mit etwa 0,20 Prozent.
Für deine Rendite bedeutet das: Ein Solar-ETF kostet dich jedes Jahr mehr als ein globaler Aktienfonds, ohne dass dafür eine höhere Rendite garantiert ist. Die Kosten schmälern den Ertrag direkt, daher lohnt sich ein genauer Blick auf die TER vor dem Kauf.
Typische Gesamtkostenquoten (TER) im Vergleich
08 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert ein ETF-Sparplan auf Solar-ETFs?
Mit einem ETF-Sparplan kannst du regelmäßig einen festen Betrag in einen Solar-ETF investieren. Das Vorgehen unterscheidet sich nicht von anderen ETF-Sparplänen.
Ein ETF-Sparplan auf Solar-ETFs funktioniert wie jeder andere Sparplan: Du richtest bei deinem Depotanbieter einen regelmäßigen Kauf ein. Der Sparplan kauft automatisch Anteile zum festgelegten Termin, ohne dass du dich weiter darum kümmern musst. Die Auswahl an Solar-ETFs kann je nach Broker variieren.
Du benötigst zuerst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Danach wählst du den gewünschten Solar-ETF aus und legst Sparbetrag und Intervall fest, zum Beispiel monatlich 50 Euro. Die Ausführung übernimmt der Anbieter automatisch.
- Eröffne ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker.
- Vergleiche die verfügbaren Solar-ETFs anhand von TER, Fondsvolumen und Replikationsmethode.
- Lege den Sparbetrag und das Intervall fest, zum Beispiel monatlich 50 Euro.
Depot eröffnen
Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Die Auswahl an Solar-ETFs kann je nach Anbieter variieren.
Solar-ETF auswählen
Vergleiche die verfügbaren Solar-ETFs anhand von TER, Fondsvolumen und Replikationsmethode.
Sparplan einrichten
Lege den gewünschten Sparbetrag und das Intervall fest.
Ausführung überwachen
Der Sparplan kauft automatisch Anteile zum festgelegten Termin. Du musst dich um nichts weiter kümmern.
09 · Im Vertrag
Welche Replikationsmethode nutzen Solar-ETFs?
Die Replikationsmethode bestimmt, wie ein ETF seinen Index abbildet. Bei den verfügbaren Solar-ETFs kommt die physische Replikation zum Einsatz.
Das ist die Standardmethode für diese Nischenfonds.
Die synthetische Replikation, bei der der Index über Tauschgeschäfte mit Banken abgebildet wird, ist bei Solar-ETFs derzeit nicht verbreitet. Für dich bedeutet das: Du trägst bei physischer Replikation kein Kontrahentenrisiko aus Swap-Geschäften, sondern hältst indirekt die echten Aktien.
Replikationsmethoden im Überblick
10 · Was gilt
Wie werden Solar-ETFs besteuert?
Für Solar-ETFs gelten die gleichen Steuerregeln wie für andere Aktienfonds. Die Teilfreistellung reduziert die Steuerlast auf Kursgewinne und Dividenden.
Kursgewinne beim Verkauf, Dividenden und ausschüttungsgleiche Erträge sind steuerpflichtig. Bei thesaurierenden ETFs fällt zudem die Vorabpauschale an, die jährlich einen kleinen Teil der Erträge versteuert.
Die Teilfreistellung für Aktienfonds reduziert die Steuerlast: 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei. Zusätzlich gilt der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Erst oberhalb dieser Freibeträge greift die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag.
Steuerpflichtig
11 · Hintergrund
Lohnt sich ein Solar-ETF 2026?
Die Entscheidung für oder gegen einen Solar-ETF hängt von deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont ab. Die Branche bietet Chancen, aber auch erhebliche Risiken.
Ein Solar-ETF kann sinnvoll sein, wenn du gezielt auf die Solarbranche setzen möchtest, ohne einzelne Aktien auszuwählen. Die Diversifikation über mehrere Unternehmen reduziert das Risiko gegenüber einer Einzelaktie. Allerdings ist die Branche stark von Überkapazitäten und Preisdruck geprägt, und die Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre war deutlich negativ.
Für die meisten Anleger eignet sich ein Solar-ETF nur als kleine Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio. Ein ETF für erneuerbare Energien bietet mehr Diversifikation über verschiedene Technologien und federt Rückschläge in der Solarindustrie besser ab. Dein Anlagehorizont sollte langfristig sein, wenn du die Schwankungen dieser Nische aushalten willst.
Solar-ETFs können sinnvoll sein, wenn du gezielt auf die Solarbranche setzen möchtest, ohne einzelne Aktien auszuwählen. Die Diversifikation über mehrere Unternehmen reduziert das Risiko gegenüber einer Einzelaktie.
Allerdings ist die Branche stark von Überkapazitäten und Preisdruck geprägt. Die Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre war deutlich negativ, was die Risiken eines konzentrierten Themeninvestments zeigt.
Für die meisten Anleger eignet sich ein Solar-ETF nur als kleine Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio. Ein ETF für erneuerbare Energien bietet mehr Diversifikation über verschiedene Technologien.
Häufige Fragen
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