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Altersvorsorgedepot: So überträgst du deinen Riester-Vertrag richtig

Ab 2027 kannst du dein Riester-Guthaben in ein Altersvorsorgedepot übertragen. Der Wechsel ist freiwillig, aber nicht für jeden Altvertrag die beste Lösung.

7 Kapitel · 9 Min. Lesezeit · Aktualisiert 08.10.2026

Das Wichtigste

  • Bestehende Riester-Verträge behalten ihren Bestandsschutz, auch wenn du wechselst.
  • Eine Kündigung des Riester-Vertrags ist schädlich und führt zur Rückzahlung aller Zulagen.
  • Die Übertragung läuft über eine Kündigung mit dreimonatiger Frist zum Quartalsende.
  • Altverträge mit hohem Garantiezins solltest du vor einem Wechsel genau prüfen.

01 · Grundlagen

Was bedeutet die Übertragung deines Riester-Vertrags?

Bei einer Übertragung wird dein gesamtes Riester-Guthaben in einen neuen Altersvorsorgevertrag überführt. Eine Auszahlung auf dein Girokonto findet dabei nicht statt.

Dazu gehören deine eingezahlten Beiträge, alle staatlichen Zulagen und die bereits erwirtschafteten Erträge. Eine Auszahlung auf dein Girokonto findet dabei nicht statt, das Geld wird direkt zwischen den Anbietern übertragen.

Dieser Weg ist förderunschädlich. Das bedeutet, dass du die bereits erhaltenen Zulagen und Steuervorteile aus deinem Riester-Vertrag nicht zurückzahlen musst. Der Wechsel ist endgültig, eine Rückkehr in die alte Riester-Förderung ist nach der Übertragung nicht mehr möglich.

  • Dein gesamtes Vertragsguthaben wird auf den neuen Vertrag übertragen.
  • Die bisherige Förderung bleibt bei diesem Prozess grundsätzlich erhalten.

Kurz erklärt

Übertragung des Riester-Guthabens

Die Übertragung ist der förderunschädliche Wechsel deines gesamten Riester-Kapitals in einen neuen Altersvorsorgevertrag. Dazu gehören deine eingezahlten Beiträge, alle staatlichen Zulagen und die erwirtschafteten Erträge.

Das Kapital wird direkt zwischen den Anbietern übertragen. Bereits erhaltene Zulagen und Steuervorteile bleiben dabei grundsätzlich erhalten.

02 · Vergleich

Welche Wege hast du mit deinem Riester-Vertrag ab 2027?

Du hast vier Optionen für deinen bestehenden Vertrag. Die Wahl hängt von deinem Garantiezins, deiner Lebenssituation und deiner Renditeerwartung ab.

Ab dem 1. Januar 2027 kannst du keine neuen Riester-Verträge mehr abschließen. Für deinen bestehenden Vertrag hast du vier Optionen: Du lässt ihn unverändert weiterlaufen, du stellst ihn beitragsfrei, du wechselst beim selben Anbieter in die neue Fördersystematik oder du überträgst dein Guthaben in ein Altersvorsorgedepot. Welcher Weg für dich passt, hängt vor allem von deinem Garantiezins, deiner Lebenssituation und deiner Renditeerwartung ab.

Der größte Unterschied zwischen dem alten und dem neuen System liegt nicht in der Zulage, sondern in der Renditechance. Bei einem Bestand von 25.000 Euro und 100 Euro monatlich über 20 Jahre bringt die höhere Förderung rund 4.800 Euro, der Wegfall der Beitragsgarantie und hoher Kosten dagegen rund 71.900 Euro.

  • Beim Weiterlaufen behältst du die bisherige Riester-Förderung und die Beitragsgarantie.
  • Im Altersvorsorgedepot ist eine Aktienquote von bis zu 100 Prozent möglich, dafür entfällt die Garantie.
Optionen für deinen Riester-Vertrag ab 2027
Weiterlaufen lassenÜbertragen ins Altersvorsorgedepot
FörderungBisherige Riester-Förderung: 175 Euro Grundzulage, bis 300 Euro KinderzulageNeue Förderung: bis 540 Euro Grundzulage, 300 Euro Kinderzulage pro Kind
KapitalgarantieBeitragsgarantie bleibt bestehenKeine Beitragsgarantie, bis zu 100 Prozent Aktienquote möglich
KostenBisherige Vertragskosten, oft 1,5 bis 2,5 ProzentStandarddepot auf 1,0 Prozent gedeckelt, ETFs ab 0,1 bis 0,2 Prozent
AuszahlungLebenslange Rente nach bisherigen BedingungenLebenslange Rente oder Zeitrente, bis zu 30 Prozent Kapitalauszahlung

03 · Schritt für Schritt

So läuft die Übertragung in ein Altersvorsorgedepot ab

Der Wechsel ist ab 2027 möglich und folgt einem klaren Ablauf. Wichtig ist, dass du nicht selbst kündigst, sondern den Übertragungsprozess über den neuen Anbieter anstößt.

Der Wechsel ist ab 2027 möglich und läuft nicht über ein formloses Schreiben von heute auf morgen. Du stößt den Prozess über den neuen Anbieter an, der die Kündigung deines alten Vertrags mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende übernimmt. Wichtig ist, dass du deinen Riester-Vertrag nicht selbst kündigst, denn das gilt als schädliche Verwendung.

Bevor du den Wechsel beauftragst, prüfe die Konditionen deines Altvertrags. Altverträge aus den Jahren 2002 bis 2004 haben oft einen Garantiezins von 3,25 Prozent und garantierte Rentenfaktoren, die du bei einem Wechsel verlierst.

  • Vergleiche deinen aktuellen Garantiezins und die Vertragskosten mit den Konditionen des Altersvorsorgedepots.
  • Entscheide dich für ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie oder ein Garantieprodukt.
  • Beantrage die Übertragung beim neuen Anbieter, nicht bei deinem alten Versicherer.
01

Prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist

Vergleiche deinen aktuellen Garantiezins und die Vertragskosten mit den Konditionen des Altersvorsorgedepots. Altverträge aus 2002 bis 2004 haben oft einen Garantiezins von 3,25 Prozent.

02

Neuen Altersvorsorgevertrag wählen

Entscheide dich für ein Altersvorsorgedepot ohne Garantie oder ein Garantieprodukt. Beim Depot wird dein Kapital künftig am Kapitalmarkt angelegt, zum Beispiel über ETFs oder Fonds.

03

Übertragung beim neuen Anbieter beantragen

Der Wechsel läuft über eine Kündigung deines alten Vertrags mit einer Frist von drei Monaten zum Quartalsende. Der neue Anbieter übernimmt die Abwicklung.

04

Guthaben wird direkt übertragen

Dein gesamtes Riester-Guthaben inklusive Zulagen und Erträgen wird auf den neuen Vertrag übertragen. Eine Auszahlung auf dein Girokonto erfolgt nicht.

04 · Was gilt

Was passiert mit deinen Zulagen bei der Übertragung?

Die gute Nachricht vorweg: Bereits erhaltene Riester-Zulagen und Steuervorteile bleiben bei einem Wechsel grundsätzlich erhalten. Es gibt aber Ausnahmen.

Das gilt für die Grundzulage, die Kinderzulage und die Steuervorteile aus deiner bisherigen Riester-Förderung. Dein gesamtes angespartes Vertragsguthaben wird in den neuen Vertrag überführt und dort weitergeführt.

Anders sieht es bei einer Kündigung ohne Übertragung aus. In diesem Fall gilt die Verwendung als schädlich, und du musst sämtliche Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Bei 15 Jahren Laufzeit sind das schnell mehrere tausend Euro.

  • Bei einer Übertragung bleiben alle erhaltenen Zulagen und Steuervorteile bestehen.
  • Bei einer Kündigung ohne Übertragung musst du die Förderung vollständig zurückzahlen.

Bleibt erhalten

·Bereits erhaltene Grundzulagen aus deinem Riester-Vertrag
·Bereits erhaltene Kinderzulagen
·Steuervorteile aus der Riester-Förderung
·Dein gesamtes angespartes Vertragsguthaben

Geht verloren

·Förderung bei einer Kündigung ohne Übertragung
·Zulagen bei schädlicher Verwendung des Vertrags
·Die alte Riester-Förderung nach Abschluss eines neuen Altersvorsorgevertrags

05 · Kosten

Welche Kosten entstehen bei der Übertragung?

Eine Übertragung ist nicht immer kostenlos. Du solltest die anfallenden Kosten kennen, bevor du den Wechsel beauftragst.

Dein alter Anbieter kann Wechselkosten verlangen, und beim neuen Anbieter können Abschluss- und Vertriebskosten anfallen. Die tatsächlichen Kosten hängen von deinem alten und neuen Anbieter ab.

Bei den laufenden Kosten ist das Altersvorsorgedepot oft günstiger als ein klassischer Riester-Vertrag. Das Standarddepot ist auf 1,0 Prozent Kosten pro Jahr gedeckelt, bei selbst gewählten ETFs liegen die laufenden Kosten zwischen 0,1 und 0,2 Prozent. Zum Vergleich: Viele Riester-Altverträge haben laufende Kosten von 1,5 bis 2,5 Prozent.

  • Wechselkosten des alten Anbieters sind individuell und können anfallen.
  • Ein bereits übertragenes Guthaben wird im Übertragungsjahr nicht erneut gefördert.

Mögliche Kosten bei der Übertragung

Wechselkosten des alten Anbietersindividuell
Abschlusskosten des neuen Anbietersindividuell
Laufende Kosten Standarddepotmax. 1,0 %
Laufende Kosten selbst gewählte ETFs0,1–0,2 %

06 · Fehler vermeiden

Wann du deinen Riester-Vertrag nicht übertragen solltest

Nicht jeder Altvertrag profitiert vom Wechsel. In manchen Fällen ist das Behalten des Riester-Vertrags die bessere Wahl.

Sparer mit Verträgen aus den Jahren 2002 bis 2004 sollten besonders vorsichtig sein, denn dort steht oft ein Garantiezins von 3,25 Prozent im Vertrag. Diesen hohen Zins bekommst du bei keinem neuen Produkt mehr.

Auch garantierte Rentenfaktoren in deinem Altvertrag können ein Grund sein, zu bleiben. Wenn du mehrere Kinder hast und dein bisheriger Mindesteigenbeitrag niedrig ist, kann die alte Riester-Förderung im Einzelfall sogar höher ausfallen als die neue Förderung. Bist du kurz vor dem Rentenbeginn, kann sich die höhere Renditechance des Depots nicht mehr entfalten.

  • Dein Altvertrag stammt aus den Jahren 2002 bis 2004 und hat einen Garantiezins von 3,25 Prozent.
  • Dein Vertrag enthält garantierte Rentenfaktoren, die bei neuen Verträgen nicht mehr angeboten werden.
  • Du hast mehrere Kinder und dein bisheriger Mindesteigenbeitrag ist niedrig.

Situationen, in denen ein Wechsel nachteilig sein kann

·Dein Altvertrag stammt aus den Jahren 2002 bis 2004 und hat einen Garantiezins von 3,25 Prozent.
·Dein Vertrag enthält garantierte Rentenfaktoren, die bei neuen Verträgen nicht mehr angeboten werden.
·Du hast mehrere Kinder und dein bisheriger Mindesteigenbeitrag ist niedrig, sodass die alte Riester-Förderung höher ausfallen kann.
·Du bist kurz vor dem Rentenbeginn und die höhere Renditechance kann sich nicht mehr entfalten.

07 · Hintergrund

Kannst du Riester und Altersvorsorgedepot gleichzeitig nutzen?

Ja, du kannst deinen bestehenden Riester-Vertrag behalten und zusätzlich ein Altersvorsorgedepot eröffnen. Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung bei der Förderung.

Für Riester-Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt Bestandsschutz. Du kannst sie mit der bisherigen steuerlichen Förderung weiterführen.

Allerdings wird nur eine Form der Altersvorsorge staatlich gefördert. Du musst dich entscheiden, ob du die alte Förderung für den Riester-Vertrag oder die neue Förderung für das Altersvorsorgedepot in Anspruch nimmst. Mit Abschluss eines neuen Altersvorsorgevertrags gilt die neue Fördersystematik, die bisherige Riester-Förderung wird ersetzt, auch wenn du den alten Vertrag beitragsfrei stellst.

  • Du kannst den alten Vertrag behalten und parallel ein Altersvorsorgedepot besparen.
  • Die staatliche Förderung erhältst du aber nur für eines der beiden Produkte.

Für Riester-Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt Bestandsschutz. Du kannst sie mit der bisherigen steuerlichen Förderung weiterführen.

Allerdings wird nur eine Form der Altersvorsorge staatlich gefördert. Du musst dich entscheiden, ob du die alte Förderung für den Riester-Vertrag oder die neue Förderung für das Altersvorsorgedepot in Anspruch nimmst.

Mit Abschluss eines neuen Altersvorsorgevertrags gilt die neue Fördersystematik. Die bisherige Riester-Förderung wird ersetzt, auch wenn du den alten Vertrag beitragsfrei stellst.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 08.10.2026