Ratgeber · Versicherung
Riester-Rente: So hoch fällt deine Auszahlung wirklich aus
Die Höhe deiner Riester-Rente hängt von deinen Einzahlungen, den staatlichen Zulagen und der Vertragsform ab. Viele Sparerinnen und Sparer überschätzen die spätere Auszahlung deutlich.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Der Mindesteigenbeitrag beträgt 4 Prozent deines Vorjahreseinkommens, maximal 2.100 Euro pro Jahr.
- Die durchschnittliche monatliche Riester-Rente liegt bei etwa 131 Euro, der Median nur bei 70 Euro.
- Staatliche Zulagen und Steuervorteile reduzieren deinen Eigenanteil erheblich.
- Bei der Auszahlung wird die Riester-Rente nachgelagert besteuert.
01 · Kosten
Wie hoch ist die Riester-Rente?
Die tatsächliche Rentenhöhe aus Riester-Verträgen fällt oft niedriger aus als erwartet. Neue Zahlen zeigen, wie klein die ausgezahlten Beträge im Durchschnitt wirklich sind.
Die tatsächlichen Auszahlungen aus Riester-Verträgen sind deutlich kleiner, als viele Sparerinnen und Sparer erwarten. Im Durchschnitt erhalten alle Personen, die bereits eine Auszahlung bekommen, 1.581 Euro pro Jahr, also rund 131 Euro im Monat.
Der Durchschnitt wird jedoch durch wenige Verträge mit höheren Auszahlungen nach oben verzerrt. Der Median liegt bei 840 Euro im Jahr, das entspricht 70 Euro im Monat. Betrachtest du nur Personen mit einem einzigen Vertrag und laufender Monatsrente, sinkt der Median auf 728 Euro jährlich, also 60 Euro im Monat.
Bei vielen Verträgen ist das angesparte Kapital so gering, dass es gar nicht verrentet wird. Stattdessen kommt es zu einer Abfindung einer Kleinbetragsrente, weil sich die gestückelte Auszahlung nicht lohnen würde. 22 Prozent aller 2022 ausgelaufenen Verträge enthielten nur solche Kleinbeträge.
- 31 Prozent aller Rentner erhalten weniger als 500 Euro pro Jahr aus ihrem Riester-Vertrag.
- Weitere 32 Prozent bekommen höchstens 1.000 Euro jährlich, also maximal 83 Euro im Monat.
- Nicht einmal 20 Prozent erhalten mehr als 125 Euro monatlich an laufenden Rentenzahlungen.
Auszahlungen aus Riester-Verträgen pro Jahr
02 · Was gilt
So funktioniert die staatliche Förderung
Die Riester-Rente wird durch Zulagen und Steuervorteile gefördert. Die Grundzulage und die Kinderzulage fließen direkt in deinen Vertrag.
Die Grundzulage erhältst du, wenn du förderberechtigt bist und den Mindesteigenbeitrag einzahlst. Für kindergeldberechtigte Eltern kommt die Kinderzulage hinzu.
Zusätzlich kannst du deine Riester-Beiträge als Sonderausgaben geltend machen. Das Finanzamt prüft im Rahmen der Günstigerprüfung automatisch, ob die Zulagen oder der Steuervorteil für dich vorteilhafter sind. Beiträge oberhalb des Höchstbetrags von 2.100 Euro werden nicht gefördert.
Wohn-Riester erweitert die Förderung auf selbstgenutztes Wohneigentum. Du kannst das geförderte Kapital für den Kauf, den Bau oder die Entschuldung einer selbstgenutzten Immobilie verwenden. Auch der altersgerechte Umbau der eigenen Immobilie wird gefördert.
- Grundzulage für alle förderberechtigten Sparer
- Kinderzulage für kindergeldberechtigte Eltern
- Sonderausgabenabzug für Riester-Beiträge
- Wohn-Riester für selbstgenutztes Wohneigentum
Wird gefördert
Wird nicht gefördert
03 · Grundlagen
Mindesteigenbeitrag: So viel musst du einzahlen
Um die volle Zulage zu erhalten, musst du den Mindesteigenbeitrag leisten. Er beträgt 4 Prozent deines Vorjahreseinkommens, abzüglich der staatlichen Zulagen.
Er beträgt 4 Prozent deines beitragspflichtigen Vorjahreseinkommens, begrenzt auf maximal 2.100 Euro pro Jahr.
Von diesem Betrag werden die Grundzulage und die Kinderzulage abgezogen. Nur wer den Mindesteigenbeitrag leistet, erhält die volle Förderung. Bei geringeren Einzahlungen wird die Zulage anteilig gekürzt.
Viele Sparer zahlen nicht den vollen Betrag ein und erhalten daher nur eine gekürzte Förderung. Im Schnitt fließen knapp 1.000 Euro jährlich in die Verträge, was oft unter dem notwendigen Mindesteigenbeitrag liegt.
Kurz erklärt
Mindesteigenbeitrag
Der jährliche Eigenbeitrag, den du mindestens in deinen Riester-Vertrag einzahlen musst, um die volle staatliche Zulage zu erhalten. Er beträgt 4 Prozent deines beitragspflichtigen Vorjahreseinkommens, begrenzt auf maximal 2.100 Euro pro Jahr. Von diesem Betrag werden die Grundzulage und die Kinderzulage abgezogen.
Nur wer den Mindesteigenbeitrag leistet, erhält die volle Förderung. Bei geringeren Einzahlungen wird die Zulage anteilig gekürzt.
04 · Vergleich
Steuervorteile der Riester-Rente
Neben den Zulagen kannst du deine Riester-Beiträge als Sonderausgaben absetzen. Das Finanzamt prüft automatisch, ob Zulage oder Steuerersparnis für dich günstiger ist.
Die staatlichen Zulagen werden direkt deinem Vertrag gutgeschrieben und sind feste Beträge. Der Sonderausgabenabzug funktioniert anders: Deine Beiträge mindern das zu versteuernde Einkommen, was deine Steuerlast im Erwerbsleben senkt.
Welche Variante für dich günstiger ist, hängt von deinem Einkommen und deiner familiären Situation ab. Geringverdiener und Familien mit Kindern profitieren meist stärker von den Zulagen. Gutverdiener mit hohem Steuersatz fahren mit dem Sonderausgabenabzug oft besser.
Die Prüfung übernimmt das Finanzamt automatisch im Rahmen der Günstigerprüfung. Du musst dich nicht selbst entscheiden, sondern gibst deine Riester-Beiträge in der Steuererklärung an. Die ZfA meldet deine Zulagen an das Finanzamt.
| Staatliche Zulagen | Sonderausgabenabzug | |
|---|---|---|
| Funktionsweise | Feste Beträge werden direkt dem Vertrag gutgeschrieben | Beiträge mindern das zu versteuernde Einkommen |
| Vorteilhaft für | Geringverdiener und Familien mit Kindern | Alle mit einem hohen Einkommensteuersatz, denn die Höhe des Vorteils hängt vom Steuersatz ab |
| Prüfung | Die ZfA berechnet und zahlt die Zulage aus |
05 · Hintergrund
Riester-Reform: Was sich ändern soll
Die Riester-Rente steht seit Jahren in der Kritik. Eine grundlegende Reform ist bislang nicht umgesetzt, obwohl Verbraucherschützer und Wirtschaftsforschungsinstitute sie fordern.
Die Riester-Rente wird seit Jahren wegen hoher Kosten, komplizierter Produkte und geringer Renditen kritisiert. Verbraucherverbände wie Finanzwende warnen, dass viele Verträge nicht einmal die Inflation ausgleichen. Sparer machen damit unterm Strich sogar Verluste, trotz der staatlichen Grundförderung.
Trotz dieser Befunde hat die Politik bis heute keine Riester-Reform auf den Weg gebracht. Die Diskussion darüber dauert an, während die ersten Verträge mit 20 Jahren Laufzeit in die Auszahlphase kommen. Sachverständige, Wirtschaftsforschungsinstitute und Wirtschaftsweise fordern seit langem eine grundlegende Reform.
Für dich bedeutet das: Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, sollte prüfen, ob eine Optimierung oder ein Anbieterwechsel sinnvoll ist. Wer neu abschließt, sollte die Kosten und die erwartete Rendite genau prüfen, bevor er sich langfristig bindet.
Die Riester-Rente wird seit Jahren wegen hoher Kosten, komplizierter Produkte und geringer Renditen kritisiert. Verbraucherverbände wie Finanzwende warnen, dass viele Verträge nicht einmal die Inflation ausgleichen.
Trotz dieser Befunde hat die Politik bis heute keine Riester-Reform auf den Weg gebracht. Die Diskussion darüber dauert an, während die ersten Verträge mit 20 Jahren Laufzeit in die Auszahlphase kommen.
Für Sparerinnen und Sparer bedeutet das: Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, sollte prüfen, ob eine Optimierung oder ein Anbieterwechsel sinnvoll ist. Wer neu abschließt, sollte die Konditionen genau vergleichen.
06 · Im Vertrag
Beitragsgarantie: Das bleibt dir erhalten
Riester-Verträge müssen eine Beitragsgarantie bieten. Sie stellt sicher, dass zu Beginn der Auszahlphase mindestens deine eingezahlten Beiträge und Zulagen vorhanden sind.
Die Garantie gilt unabhängig von der Vertragsform, also für Rentenversicherungen, Banksparpläne und Fondssparpläne. Sie schützt dich vor Verlusten des eingezahlten Kapitals, hat aber auch eine Kehrseite: Die Anbieter müssen konservativ anlegen, um das Garantieversprechen zu erfüllen.
Das schränkt die Renditechancen ein. In der Niedrigzinsphase der vergangenen Jahre hat die Beitragsgarantie dazu beigetragen, dass viele Verträge nur magere Erträge erwirtschaftet haben.
Was die Beitragsgarantie bedeutet
07 · Grundlagen
Nachgelagerte Besteuerung: So wird deine Rente versteuert
Die Riester-Rente wird in der Auszahlphase voll besteuert. Das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung bedeutet: Beiträge sind in der Sparphase steuerlich begünstigt, die Auszahlung ist steuerpflichtig.
Bei der Riester-Rente zahlst du in der Sparphase keine Steuern auf die geförderten Beiträge. Dafür musst du die spätere Rente in voller Höhe mit deinem persönlichen Steuersatz versteuern. Das gilt sowohl für laufende Rentenzahlungen als auch für Auszahlpläne und Kapitalauszahlungen.
Die Steuerlast im Alter hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab. Viele Ruheständler haben einen niedrigeren Steuersatz als im Erwerbsleben, weil ihr Einkommen insgesamt geringer ist. Das kann die nachgelagerte Besteuerung vorteilhaft machen.
Viele Riester-Sparer wissen nicht, dass die Auszahlung voll steuerpflichtig ist. Diese Überraschung kommt oft erst mit dem ersten Rentenbescheid oder der ersten Steuererklärung im Ruhestand.
Kurz erklärt
Nachgelagerte Besteuerung
Bei der Riester-Rente zahlst du in der Sparphase keine Steuern auf die geförderten Beiträge. Dafür musst du die spätere Rente in voller Höhe mit deinem persönlichen Steuersatz versteuern. Das gilt sowohl für laufende Rentenzahlungen als auch für Auszahlpläne und Kapitalauszahlungen.
Die Steuerlast im Alter hängt von deinem persönlichen Steuersatz ab. Viele Ruheständler haben einen niedrigeren Steuersatz als im Erwerbsleben.
08 · Schritt für Schritt
Auszahlung: Diese Optionen hast du
Bei der Riester-Rente gibt es verschiedene Auszahlungsformen. Die lebenslange Rente ist der Regelfall, bei Banksparplänen und Fondssparplänen sind auch Auszahlpläne möglich.
Bei Riester-Rentenversicherungen erhältst du automatisch eine lebenslange monatliche Rente. Die Höhe hängt vom angesparten Kapital und den Rentenfaktoren ab, die der Anbieter bei Vertragsabschluss festgelegt hat.
Bei Bank- und Fondssparplänen kannst du stattdessen einen Auszahlplan wählen. Dabei fließt eine monatliche Mindestrente bis zum Alter von 85 Jahren. Danach übernimmt ein Versicherer die Zahlung, wofür zu Beginn der Rente ein Betrag vom angesparten Vermögen abgezweigt wird.
Zu Beginn der Auszahlphase kannst du bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals auf einmal entnehmen. Der Rest wird verrentet oder über einen Auszahlplan ausgezahlt. Bei sehr kleinen Beträgen kommt es zu einer Abfindung einer Kleinbetragsrente, weil sich die gestückelte Auszahlung nicht lohnen würde.
Lebenslange Rente
Bei Riester-Rentenversicherungen erhältst du automatisch eine lebenslange monatliche Rente. Die Höhe hängt vom angesparten Kapital und den Rentenfaktoren ab.
Auszahlplan mit Restverrentung
Bei Bank- und Fondssparplänen kannst du einen Auszahlplan wählen. Dabei fließt eine monatliche Mindestrente bis zum Alter von 85 Jahren, danach übernimmt ein Versicherer die Zahlung.
Teilkapitalauszahlung
Zu Beginn der Auszahlphase kannst du bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals auf einmal entnehmen. Der Rest wird verrentet oder über einen Auszahlplan ausgezahlt.
Kleinbetragsrente
Wenn die monatliche Rente sehr gering ausfällt, kann der Anbieter das Kapital als Einmalbetrag auszahlen. 22 Prozent aller 2022 ausgelaufenen Verträge enthielten nur solche Kleinbeträge.
09 · Was gilt
Wohn-Riester: Förderung für dein Eigenheim
Mit Wohn-Riester kannst du dein gefördertes Kapital für eine selbstgenutzte Immobilie verwenden. Die Förderung funktioniert ähnlich wie bei klassischen Riester-Verträgen.
Gefördert werden der Kauf und der Bau einer selbstgenutzten Immobilie. Auch die Entschuldung einer selbstgenutzten Immobilie und der altersgerechte Umbau der eigenen Immobilie sind förderfähig.
Nicht gefördert werden Ferienimmobilien, vermietete Immobilien, Zweitwohnungen und Immobilien im Ausland. Die Förderung ist an die Selbstnutzung als Hauptwohnsitz gebunden.
Gefördert
Nicht gefördert
10 · Fehler vermeiden
Rentenlücke: Reicht die Riester-Rente?
Die Riester-Rente soll die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und deinem letzten Einkommen schließen. In der Praxis gelingt das oft nicht.
In der Praxis gelingt das oft nicht, weil die Auszahlungen zu gering sind. Die durchschnittliche monatliche Riester-Rente liegt bei nur 131 Euro, der Median bei 70 Euro.
Die Kosten der Verträge fressen die staatliche Förderung häufig auf. Viele Sparer zahlen nicht den vollen Mindesteigenbeitrag und erhalten daher nur anteilige Zulagen. Die Renditen vieler Verträge liegen unter der Inflationsrate, was real zu Verlusten führt.
31 Prozent aller Rentner erhalten weniger als 500 Euro pro Jahr aus ihrem Riester-Vertrag. Das sind keine 42 Euro im Monat. Damit kann die Riester-Rente die Rentenlücke in den meisten Fällen nicht schließen.
Warum die Riester-Rente die Rentenlücke oft nicht schließt
11 · Vergleich
Private Altersvorsorge: Alternativen zur Riester-Rente
Neben der Riester-Rente gibt es weitere Formen der privaten Altersvorsorge. Das Altersvorsorgedepot ist eine neuere Option, die seit 2026 diskutiert wird.
Die Riester-Rente setzt auf Zulagen und Sonderausgabenabzug als Förderung. Als Anlageformen stehen Rentenversicherungen, Banksparpläne und Fondssparpläne zur Verfügung. Die Beitragsgarantie ist gesetzlich vorgeschrieben.
Das Altersvorsorgedepot ist eine neuere Option, die seit 2026 diskutiert wird. Es soll Aktien, ETFs und Fonds als Anlageformen ermöglichen. Eine Beitragsgarantie ist nicht vorgesehen, was höhere Renditechancen, aber auch höhere Risiken bedeutet.
Das Altersvorsorgedepot befindet sich noch in der politischen Diskussion und ist noch nicht als gefördertes Produkt verfügbar. Die steuerliche Förderung wird ebenfalls noch diskutiert. Für dich heißt das: Bis zur Einführung bleibt die Riester-Rente eine der wenigen staatlich geförderten Optionen, auch wenn ihre Schwächen offensichtlich sind.
| Riester-Rente | Altersvorsorgedepot | |
|---|---|---|
| Förderung | Zulagen und Sonderausgabenabzug | |
| Anlageformen | Rentenversicherungen, Banksparpläne, Fondssparpläne | |
| Beitragsgarantie | Gesetzlich vorgeschrieben |
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