Inhaltsverzeichnis▼
- Unterschied Alligator Krokodil im Überblick
- Systematik: die Ordnung Krokodile
- Schnauzenform: U wie Alligator, V wie Krokodil
- Zähne bei geschlossenem Maul
- Lebensraum: Süßwasser, Salzwasser, Salzdrüsen
- Größe, Verhalten und Gefährlichkeit
- Kaiman und Gavial im Vergleich
- Gemeinsamkeiten von Alligator und Krokodil
- Häufig verwechselt: Alligator und Krokodil
- Karteikarten
- Das Wichtigste
- Häufige Fragen
- Quellen
Unterschied Alligator Krokodil im Überblick
Der wichtigste Unterschied zwischen Alligator und Krokodil liegt in Schnauze und Zähnen. Alligatoren haben eine breite, U-förmige Schnauze, bei der nur die Oberkieferzähne sichtbar sind. Echte Krokodile besitzen eine schmalere, V-förmige Schnauze, bei der der große vierte Unterkieferzahn auch bei geschlossenem Maul hervorschaut. Zudem leben Alligatoren fast nur im Süßwasser.
Alligator und Krokodil werden oft in einen Topf geworfen, dabei lassen sie sich mit wenigen Merkmalen sicher unterscheiden. Beide gehören zwar zur selben Ordnung, den Krokodilen (Crocodylia), stammen aber aus unterschiedlichen Familien. Der folgende Doppel-Steckbrief fasst die wichtigsten Merkmale beider Tiere direkt nebeneinander zusammen.
| Merkmal | Alligator | Echtes Krokodil |
|---|---|---|
| Familie | Alligatoren (Alligatoridae) | Echte Krokodile (Crocodylidae) |
| Schnauzenform | breit, U-förmig | schmal, V-förmig |
| Zähne bei geschlossenem Maul | nur Oberkieferzähne sichtbar | 4. Unterkieferzahn sichtbar |
| Lebensraum | fast nur Süßwasser | Süß-, Brack- und Salzwasser |
| Salzdrüsen | nicht funktionsfähig | vorhanden (auf der Zunge) |
| Verbreitung | Südost-USA, China | Afrika, Asien, Australien, Amerika |
| Größe | China-Alligator bis 2,2 m, Mississippi-Alligator bis 6 m | meist 1,5–5,5 m, Leistenkrokodil bis 7 m |
Systematik: die Ordnung Krokodile
Alligator und Krokodil gehören beide zur Ordnung der Krokodile (Crocodylia) mit rund 25 heutigen Arten. Diese Ordnung teilt sich in drei Familien: die Alligatoren (mit den Kaimanen), die echten Krokodile und die Gaviale. Alligator und echtes Krokodil sind also nahe verwandt, gehören aber zu verschiedenen Familien.
Die Krokodile sind eine sehr alte Reptiliengruppe und stehen den Vögeln näher als den übrigen heutigen Reptilien. Wie man die einzelnen Arten einteilt, zeigt der folgende Systematik-Baum: Ganz oben steht die Ordnung, darunter verzweigen sich die drei Familien mit ihren bekanntesten Vertretern.
Wichtig für die Klausur: Die Kaimane, die man vor allem aus Mittel- und Südamerika kennt, sind keine eigene Familie, sondern gehören zu den Alligatoren. Der Begriff Krokodil hat also zwei Bedeutungen: Im engeren Sinn meint er die Familie der echten Krokodile, im weiteren Sinn die ganze Ordnung mit allen drei Familien.
Schnauzenform: U wie Alligator, V wie Krokodil
Das schnellste Erkennungsmerkmal ist die Schnauzenform. Von oben betrachtet wirkt die Schnauze eines Alligators breit und rundlich wie ein U. Beim echten Krokodil ist sie schmaler und läuft spitzer zu, ähnlich einem V. Diese Form hängt mit der Ernährung zusammen: Die breite Alligatorschnauze eignet sich gut zum Knacken harter Beute.
Die Merkregel U wie Alligator, V wie Krokodil ist die einfachste Eselsbrücke für den Vergleich. Sie funktioniert allerdings nur grob, denn zwischen den Arten gibt es Übergänge. Sicherer wird die Bestimmung, wenn du zusätzlich auf die Zähne achtest.
Zähne bei geschlossenem Maul
Das sicherste Merkmal sind die Zähne. Beim echten Krokodil sind Ober- und Unterkiefer etwa gleich breit. Deshalb ragt der große vierte Unterkieferzahn in eine seitliche Furche des Oberkiefers und bleibt auch bei geschlossenem Maul sichtbar. Beim Alligator ist der Oberkiefer breiter und verdeckt die Unterkieferzähne vollständig.
Praktisch heißt das: Siehst du bei einem geschlossenen Maul viele untere Zähne hervorlugen, hast du ein echtes Krokodil vor dir. Wirken die Zähne dagegen wie weggesperrt, weil der Oberkiefer über den Unterkiefer greift, ist es ein Alligator. Dieses Merkmal funktioniert deutlich zuverlässiger als die Schnauzenform allein.
Der Grund liegt im Bau des Kiefers. Beim Alligator liegen alle Unterkieferzähne bei geschlossenem Maul innen, also an der Zungenseite der oberen Zahnreihe. Beim Krokodil dagegen greifen die Zähne wie ein Reißverschluss ineinander, und der markante vierte Zahn schaut außen heraus. Genau dieser Zahn ist das klassische Prüfungsmerkmal.
Wenn Schnauze und Zähne widersprüchliche Hinweise geben, ist das Zahnmerkmal verlässlicher. Ein sichtbarer vierter Unterkieferzahn spricht klar für ein echtes Krokodil, ganz gleich wie breit die Schnauze wirkt.
Lebensraum: Süßwasser, Salzwasser und Salzdrüsen
Auch der Lebensraum unterscheidet die beiden. Alligatoren leben fast ausschließlich im Süßwasser, weil ihnen funktionsfähige Salzdrüsen fehlen. Viele echte Krokodile besitzen dagegen Salzdrüsen auf der Zunge und können überschüssiges Salz ausscheiden. Deshalb kommen einige Krokodilarten sogar im Meer vor, allen voran das Leistenkrokodil.
Die meisten Krokodilarten leben in den flachen Uferbereichen von Süßgewässern in tropischen und subtropischen Regionen. Das Leistenkrokodil ist die große Ausnahme: Es schwimmt weit ins offene Meer hinaus und besiedelt Küsten von Australien bis Südostasien. Alligatoren bleiben dagegen an Flüsse, Seen und Sümpfe gebunden.
Wo genau die verschiedenen Vertreter leben, zeigt die folgende Übersicht. Sie ersetzt eine Weltkarte durch eine klare Tabelle, die du dir gut merken kannst.
| Gruppe | Hauptverbreitung | Gewässer |
|---|---|---|
| Mississippi-Alligator | Südosten der USA | Süßwasser (Sümpfe, Flüsse) |
| China-Alligator | unteres Jangtse-Gebiet, China | Süßwasser |
| Kaimane | Mittel- und Südamerika | Süßwasser |
| Nilkrokodil | Afrika südlich der Sahara | Süßwasser, tolerant |
| Leistenkrokodil | Südostasien, Nordaustralien | Süß-, Brack- und Salzwasser |
| Gaviale | Indischer Subkontinent | große Flüsse (Süßwasser) |
Salzdrüsen auf der Zunge scheiden überschüssiges Salz aus dem Körper aus. Weil echte Krokodile diese Drüsen besitzen, halten sie Salzwasser aus. Alligatoren fehlen sie, deshalb bleiben sie im Süßwasser. Dieses eine Merkmal erklärt einen großen Teil der unterschiedlichen Verbreitung.
Größe, Verhalten und Gefährlichkeit
Bei Größe und Verhalten gibt es Überschneidungen, aber Tendenzen. Echte Krokodile werden im Schnitt größer und gelten als angriffslustiger; das Leistenkrokodil und das Nilkrokodil sind die für den Menschen gefährlichsten Arten. Alligatoren sind meist etwas kleiner und scheuer, können aber ebenfalls gefährlich werden.
Ein Mississippi-Alligator erreicht bis zu sechs Meter, bleibt aber meist deutlich kleiner. Der China-Alligator wird höchstens etwa 2,2 Meter lang und ist damit einer der kleinsten Vertreter der Ordnung. Echte Krokodile messen meist zwischen 1,5 und 5,5 Metern, das Leistenkrokodil als größtes lebendes Reptil sogar bis zu sieben Meter.
Beim Verhalten gilt: Krokodile reagieren oft aggressiver, während Alligatoren den Menschen eher meiden. Trotzdem sollte man beiden Tieren mit Respekt begegnen. Gaviale dagegen sind für Menschen kaum gefährlich, weil ihre schmale Schnauze auf Fischfang spezialisiert ist und sich nicht für große Beute eignet.
Gefährlich heißt, wie riskant ein Tier für Menschen ist. Gefährdet heißt, wie bedroht die Art selbst ist. Der China-Alligator ist zum Beispiel für Menschen harmlos, aber mit nur noch etwa 68 bis 86 fortpflanzungsfähigen Tieren in freier Natur vom Aussterben bedroht.
Kaiman und Gavial im Vergleich
Neben Alligator und Krokodil gibt es zwei weitere wichtige Gruppen: Kaimane und Gaviale. Kaimane gehören zur Familie der Alligatoren und leben in Mittel- und Südamerika. Gaviale bilden eine eigene Familie und fallen durch ihre extrem lange, schmale Schnauze auf, mit der sie fast nur Fische fangen.
Kaimane ähneln den Alligatoren stark, sind aber meist kleiner und tragen bei manchen Arten einen knöchernen Wulst zwischen den Augen, der an eine Brille erinnert, daher der Name Brillenkaiman. Weil sie zur Familie der Alligatoren zählen, verdecken auch bei ihnen die Oberkieferzähne die unteren.
Der Gavial dagegen ist unverkennbar: Seine nadeldünne Schnauze wirkt fast wie ein Schnabel und ist perfekt an das Schnappen nach Fischen angepasst. Für Menschen ist er ungefährlich. Damit vervollständigen Kaiman und Gavial das Bild der Ordnung Krokodile und helfen, Alligator und echtes Krokodil noch genauer einzuordnen.
Gemeinsamkeiten von Alligator und Krokodil
Trotz aller Unterschiede haben Alligator und Krokodil viel gemeinsam. Beide sind wechselwarme Reptilien, legen Eier, jagen als Lauerjäger im und am Wasser und besitzen einen kräftigen Schwanz zum Schwimmen. Beide gehören zur Ordnung Krokodile und stammen von sehr alten Vorfahren ab.
Beide Tiere atmen über Lungen, halten die Luft beim Tauchen lange an und haben Augen und Nasenlöcher oben auf dem Kopf, sodass sie fast vollständig unter Wasser lauern können. Ihre Haut ist mit knöchernen Hornplatten gepanzert, und ihr Biss gehört zu den kräftigsten im ganzen Tierreich.
Auch die Fortpflanzung läuft ähnlich ab: Das Geschlecht der Jungtiere hängt von der Bruttemperatur ab. Bei etwa 30 Grad schlüpfen eher Weibchen, bei rund 34 Grad eher Männchen. Ein Gelege umfasst je nach Art zwischen 20 und 80 Eier. Diese Gemeinsamkeiten zeigen, warum beide zur selben Ordnung gehören.
Häufig verwechselt: Alligator und Krokodil
Die häufigsten Verwechslungen: Alligator und Krokodil werden für dasselbe Tier gehalten, Kaimane werden für eine eigene Familie gehalten, und die Eselsbrücke U gegen V wird als hundertprozentig sicher angesehen. Wer Schnauze und Zähne zusammen prüft, liegt fast immer richtig.
Beide gehören zur Ordnung Krokodile, aber zu verschiedenen Familien. Ein Alligator ist also kein echtes Krokodil, auch wenn man umgangssprachlich alle Tiere Krokodile nennt.
Kaimane gehören zur Familie der Alligatoren und nicht zu den echten Krokodilen. Sie leben in Mittel- und Südamerika und sind eng mit den Alligatoren verwandt.
Die Schnauzenform hilft, ist aber nicht absolut. Sicherer erkennst du das Tier am vierten Unterkieferzahn: sichtbar bei geschlossenem Maul spricht für ein echtes Krokodil.
Karteikarten zum Unterschied Alligator Krokodil
Sechs Karteikarten zu den wichtigsten Unterschieden zwischen Alligator und Krokodil, von der Schnauze bis zur Systematik, ideal zur schnellen Wiederholung. Klicke auf eine Karte, um die Antwort zu sehen, und navigiere mit den Pfeilen durch das Set.
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Unterschied Alligator Krokodil, das Wichtigste
Der Unterschied zwischen Alligator und Krokodil lässt sich an wenigen Merkmalen festmachen: breite U-Schnauze gegen schmale V-Schnauze, verdeckte gegen sichtbare Unterkieferzähne und Süßwasser gegen Salzwassertoleranz. Beide gehören zur Ordnung Krokodile, aber zu verschiedenen Familien.
- Schnauze: Alligator breit und U-förmig, Krokodil schmal und V-förmig.
- Zähne: beim Krokodil ist der 4. Unterkieferzahn sichtbar, beim Alligator verdeckt.
- Lebensraum: Alligator fast nur Süßwasser, viele Krokodile auch Salzwasser (Salzdrüsen).
- Systematik: beide Ordnung Krokodile, Familien Alligatoren und echte Krokodile.
- Verwandte: Kaimane gehören zu den Alligatoren, Gaviale bilden eine eigene Familie.
- Eselsbrücke: U wie Alligator, V wie Krokodil, sicherer aber am vierten Zahn erkennbar.
Häufige Fragen zum Unterschied Alligator Krokodil
Alligatoren haben eine breite, U-förmige Schnauze; bei geschlossenem Maul sind nur die Oberkieferzähne sichtbar. Echte Krokodile haben eine schmalere, V-förmige Schnauze; der vierte Unterkieferzahn bleibt sichtbar. Alligatoren leben fast nur im Süßwasser.
Am schnellsten an Schnauze und Zähnen: breite U-Schnauze mit verdeckten Unterkieferzähnen deutet auf einen Alligator, schmale V-Schnauze mit sichtbarem viertem Unterkieferzahn auf ein echtes Krokodil. Eselsbrücke: U wie Alligator, V wie Krokodil.
Ja. Beide gehören zur Ordnung der Krokodile (Crocodylia), aber zu verschiedenen Familien: Alligatoren zu den Alligatoridae, echte Krokodile zu den Crocodylidae. Sie sind verwandt, aber nicht dieselbe Familie.
Als gefährlichste Arten für den Menschen gelten das Leistenkrokodil und das Nilkrokodil, beides echte Krokodile. Alligatoren sind meist scheuer, können aber ebenfalls angreifen. Gaviale sind für Menschen kaum gefährlich.
Alligatoren leben im Süßwasser im Südosten der USA und in China, Kaimane in Mittel- und Südamerika. Echte Krokodile kommen in tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas, Asiens, Australiens und Amerikas vor, das Leistenkrokodil auch im Meer.
Kaimane gehören zur Familie der Alligatoren und leben in Mittel- und Südamerika. Gaviale bilden eine eigene Familie mit extrem schmaler Schnauze und fressen fast nur Fisch. Alligatoren und Krokodile unterscheiden sich vor allem in Schnauze und Zähnen.
Beim echten Krokodil sind Ober- und Unterkiefer etwa gleich breit, deshalb ragt der vierte Unterkieferzahn in eine Furche am Oberkiefer und bleibt sichtbar. Beim Alligator ist der Oberkiefer breiter und verdeckt die Unterkieferzähne bei geschlossenem Maul.
Nur kurzzeitig. Alligatoren fehlen funktionsfähige Salzdrüsen, daher bleiben sie fast immer im Süßwasser. Echte Krokodile besitzen Salzdrüsen auf der Zunge und können überschüssiges Salz ausscheiden, weshalb einige Arten auch im Meer leben.
Quellen
Der Vergleich stützt sich auf zoologische Standardquellen und ein Fachlexikon:
- Krokodile (Ordnung Crocodylia). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Alligatoren (Familie Alligatoridae). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Echte Krokodile (Familie Crocodylidae). Wikipedia. de.wikipedia.org
- Spektrum der Wissenschaft, Lexikon der Biologie: Krokodile. spektrum.de