Der Weg in den Cloud-Bereich lässt sich klar strukturieren: Grundlagen aufbauen, eine Plattform vertiefen, eine anerkannte Zertifizierung erwerben und praktische Projekterfahrung sammeln. Ob du komplett neu einsteigst oder aus einem angrenzenden IT-Beruf kommst, dieser Guide zeigt dir die realistischen Etappen auf dem Weg zur Cloud-Fachkraft und wie eine geförderte Weiterbildung dich dabei unterstützen kann.
Primärquellen zu diesem Abschnitt: BA-Merkblatt 6 · BA: Bildungsgutschein · § 81 SGB III · Rechtsstand 07/2026.
⚡ Das Wichtigste in Kürze
- Bevor du dich für eine bestimmte Plattform oder Spezialisierung entscheidest, lohnt sich ein Überblick über die grundlegenden Konzepte des Cloud Computing: …
- AWS und Microsoft Azure sind die beiden am weitesten verbreiteten Cloud-Plattformen und unterscheiden sich in Aufbau, Terminologie und Zertifizierungspfaden.
- Nach den Grundlagen folgt die Vorbereitung auf eine anerkannte Zertifizierung, die deine Kenntnisse gegenüber Arbeitgebern belegt.
Der erste Schritt: Orientierung und Grundlagen
Bevor du dich für eine bestimmte Plattform oder Spezialisierung entscheidest, lohnt sich ein Überblick über die grundlegenden Konzepte des Cloud Computing: Virtualisierung, Netzwerke, Speicherarten, Sicherheitsgrundlagen und die Unterschiede zwischen den großen Anbietern. Viele Einsteigerkurse starten genau hier, unabhängig davon, ob du später mit AWS, Azure oder einer anderen Plattform arbeiten möchtest. Dieses Grundverständnis hilft dir auch dabei, informierter zu entscheiden, welche Spezialisierung tatsächlich zu deinen Interessen passt.
Parallel dazu ist es sinnvoll, dich mit den grundlegenden Werkzeugen der IT-Administration vertraut zu machen, etwa der Kommandozeile, einfachen Skripten oder grundlegenden Netzwerkkonzepten. Diese Fähigkeiten bilden das Fundament, auf dem alle weiteren Cloud-spezifischen Kenntnisse aufbauen, und werden in strukturierten Weiterbildungen systematisch vermittelt.
Wer bereits aus der IT kommt, etwa aus der Systemadministration oder Softwareentwicklung, kann diese Orientierungsphase oft überspringen oder deutlich verkürzen und direkt in plattformspezifische Inhalte einsteigen.
Das hängt stark von deinem Vorwissen und dem gewählten Format ab, von kompakten Weiterbildungen über mehrere Wochen bis zu umfassenderen Umschulungen über mehrere Monate.
Plattform wählen: AWS, Azure oder beides?
AWS und Microsoft Azure sind die beiden am weitesten verbreiteten Cloud-Plattformen und unterscheiden sich in Aufbau, Terminologie und Zertifizierungspfaden. Für den Einstieg macht es meist Sinn, sich zunächst auf eine Plattform zu konzentrieren, da die Grundkonzepte übertragbar sind, sobald du eine Plattform sicher beherrschst. Die Wahl kann von deiner Branche, regionalen Arbeitsmarktgegebenheiten oder schlicht von persönlichen Präferenzen abhängen.
Viele Weiterbildungsanbieter bieten spezialisierte Kurse für jeweils eine Plattform an, andere vermitteln zunächst plattformübergreifende Grundlagen und vertiefen dann in eine Richtung. Informiere dich vor der Anmeldung genau, welchen Fokus ein Kurs setzt und ob er auf eine konkrete Zertifizierung vorbereitet, die für deine angestrebte Rolle relevant ist.
- AWS: besonders verbreitet bei Start-ups und großen Tech-Unternehmen
- Azure: stark vertreten in Unternehmen mit Microsoft-Infrastruktur
- Google Cloud: seltener, aber in bestimmten Branchen relevant
- Grundkonzepte sind zwischen den Plattformen weitgehend übertragbar
Zertifizierung und praktische Projekte
Nach den Grundlagen folgt die Vorbereitung auf eine anerkannte Zertifizierung, die deine Kenntnisse gegenüber Arbeitgebern belegt. Gute Weiterbildungskurse kombinieren die Prüfungsvorbereitung mit praktischen Übungen in echten oder simulierten Cloud-Umgebungen, damit du nicht nur Theorie lernst, sondern auch praktisch mit der Plattform arbeitest. Diese Praxisnähe ist entscheidend, weil Arbeitgeber neben dem Zertifikat auch konkrete Projekterfahrung erwarten.
Nutze die Zeit während der Weiterbildung, um eigene kleine Projekte umzusetzen, etwa den Aufbau einer einfachen Webanwendung in der Cloud oder die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben. Solche Projekte lassen sich später gut im Bewerbungsgespräch oder in einem Portfolio zeigen und unterscheiden dich von Bewerber:innen, die nur die Zertifizierungsprüfung bestanden haben.
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Einstieg in den Arbeitsmarkt
Mit einer ersten Zertifizierung und praktischer Projekterfahrung stehen dir verschiedene Einstiegspositionen offen, etwa im Cloud-Support, in der Administration oder als Junior-Cloud-Engineer, je nach Ausrichtung deiner Weiterbildung. Von dort aus entwickelst du dich mit wachsender Erfahrung und weiteren Zertifizierungen in Richtung spezialisierterer Rollen wie Cloud-Architektur oder Cloud-Security weiter.
Praktika oder Werkstudierendentätigkeiten während oder nach der Weiterbildung können den Einstieg zusätzlich erleichtern, weil sie dir echte Betriebserfahrung verschaffen. Auch der Austausch in Fachcommunities und auf Plattformen rund um Cloud-Themen hilft dabei, aktuelle Entwicklungen zu verfolgen und Kontakte in die Branche zu knüpfen.
Stand 07/2026: Förderumfang und Höchstbeträge nach BA-Merkblatt 6; Voraussetzungen nach § 81 SGB III. Maßgeblich sind dein Bescheid und die individuelle Beratung.