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FinanzbildungZuzahlung10 Min.

Zuzahlung in Ihre Basisrente So funktioniert die Rürup-Sonderzahlung

Zuzahlung in Ihre Basisrente einfach erklärt: So funktioniert die Rürup-Sonderzahlung, steuerliche Vorteile & was für junge Berufseinsteiger sinnvoll ist.

Rürup-SonderzahlungRechnerWas bedeutet eine
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Basisrente (Rürup-Rente) ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge
  • Eine Zuzahlung ist eine zusätzliche, freiwillige Einmalzahlung neben den laufenden Beiträgen
  • Ziel: Steuervorteile in einem Jahr nutzen und das Altersvorsorge-Kapital erhöhen
  • Abgrenzung: Basisrente vs. Riester vs. betriebliche Altersvorsorge (bAV

Rürup-Sonderzahlung auf einen Blick: Was steckt dahinter?

Basisrente (Rürup-Rente) ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge

Eine Zuzahlung in die Basisrente ist eine freiwillige Einmalzahlung, mit der du dein Altersvorsorge-Kapital gezielt aufstocken und gleichzeitig Steuervorteile im laufenden Jahr mitnehmen kannst. Ob das für dich sinnvoll ist, hängt vor allem von deinem Einkommen und deiner Lebenssituation ab.

Kurz zusammengefasst: Eine Zuzahlung (Sonderzahlung) in deine Basisrente funktioniert wie eine freiwillige Extraeinzahlung in deinen bestehenden Rürup-Vertrag. Sie ist steuerlich als Sonderausgabe absetzbar – innerhalb des gesetzlichen Höchstbetrags – und erhöht deine spätere lebenslange Rente. Das Kapital ist jedoch dauerhaft gebunden: eine Auszahlung vor Rentenbeginn ist nicht möglich.

AUF EINEN BLICK

  • Eine Zuzahlung ist eine zusätzliche, freiwillige Einmalzahlung neben den laufenden Beiträgen
  • Ziel: Steuervorteile in einem Jahr nutzen und das Altersvorsorge-Kapital erhöhen
  • Abgrenzung: Basisrente vs. Riester vs. betriebliche Altersvorsorge (bAV
Kennzahl (2026)Wert
Rürup-Höchstbetrag30.826 € (Ledige) / 61.652 € (Zusammenveranlagte)
Riester-Höchstbetrag2.100 € / Jahr (inkl. Zulagen)

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Was bedeutet eine Zuzahlung in die Basisrente?

Zuzahlung erfolgt meist als flexible Einmalzahlung in einen bestehenden Vertrag

Die Basisrente – umgangssprachlich Rürup-Rente, benannt nach dem Ökonomen Bert Rürup – ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Sie wurde vor allem für Selbstständige und Freiberufler entwickelt, die keinen Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung haben, steht aber prinzipiell allen offen. Der Staat fördert sie dadurch, dass Beiträge bis zu einem gesetzlich definierten Jahreshöchstbetrag als Sonderausgaben steuerlich abzugsfähig sind. Im Gegenzug wird die spätere Rente nachgelagert besteuert – also erst dann, wenn du im Ruhestand bist und in der Regel einen niedrigeren Steuersatz hast.

Eine Zuzahlung ist dabei eine zusätzliche, freiwillige Einmalzahlung, die du neben deinen regulären laufenden Beiträgen in deinen bestehenden Basisrenten-Vertrag einzahlst. Das Ziel ist in der Regel doppelt: Erstens möchtest du dein angespartes Altersvorsorge-Kapital gezielt erhöhen, um später eine höhere lebenslange Rente zu erhalten. Zweitens nutzt du den steuerlichen Vorteil gezielt in einem Jahr, in dem du besonders viel verdient hast – etwa durch einen Jahresbonus, eine Abfindung oder unerwartete Einnahmen.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Vorsorgeformen: Die Riester-Rente richtet sich primär an Arbeitnehmer und Beamte und wird durch staatliche Zulagen sowie steuerliche Vorteile gefördert, ist aber an Kinderzulagen und Eigenbeiträge geknüpft. Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) läuft über den Arbeitgeber und profitiert von einer Entgeltumwandlung mit Sozialversicherungsersparnis. Die Basisrente hingegen ist vollständig individuell und privat, bietet dafür aber die höchsten steuerlich abzugsfähigen Beträge aller privaten Vorsorgeformen und ist auch ohne Arbeitgeber zugänglich.

AUF EINEN BLICK

  • Manche Verträge erlauben jährliche, andere jederzeitige Zuzahlungen
  • Betrag fließt in dieselbe Anlagestrategie wie der Hauptvertrag (klassisch oder fondsgebunden
  • Zuzahlung erhöht die spätere lebenslange Rente entsprechend

Wie funktioniert die Sonderzahlung technisch?

Basisrenten-Beiträge (inkl. Zuzahlung) sind als Sonderausgaben absetzbar

In den meisten Basisrenten-Verträgen ist eine Zuzahlung als flexible Einmalzahlung möglich – du überweist einfach einen zusätzlichen Betrag an deinen Anbieter, der diesen dann deinem Vertragsguthaben gutschreibt. Ob eine solche Sonderzahlung jederzeit oder nur zu bestimmten Terminen (z. B. einmal jährlich) möglich ist, regelt dein konkreter Vertrag. Es lohnt sich daher, die Bedingungen deines Anbieters genau zu prüfen, bevor du eine Zuzahlung planst.

Der eingezahlte Betrag fließt automatisch in dieselbe Anlagestrategie wie dein regulärer Vertrag – je nachdem, ob du eine klassische Basisrente (mit Garantieverzinsung und konservativem Anlagekonzept) oder eine fondsgebundene Basisrente abgeschlossen hast. Bei fondsgebundenen Varianten hast du häufig die Möglichkeit, aktiv zwischen verschiedenen Fonds oder ETFs zu wählen und die Zuzahlung in bestimmte Anlagebausteine zu lenken. Das kann insbesondere in jungen Jahren attraktiv sein, weil der Anlagehorizont lang genug ist, um kurzfristige Marktschwankungen auszugleichen.

Die Zuzahlung erhöht dein angespartes Kapital – und damit proportional auch deine spätere lebenslange Rente, die dir ab dem vertraglich vereinbarten Rentenbeginn ausgezahlt wird. Ein wichtiger Punkt: Die Basisrente darf ausschließlich als lebenslange Leibrente ausgezahlt werden, nicht als Einmalkapital. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und ein wesentlicher Unterschied zu anderen Anlageformen.

AUF EINEN BLICK

  • Es gibt einen jährlichen Höchstbetrag für abzugsfähige Altersvorsorgeaufwendungen
  • Nachgelagerte Besteuerung: Auszahlung im Alter wird versteuert
  • Zuzahlung lohnt v. a. in Jahren mit hohem zu versteuerndem Einkommen (z. B. Bonus, Erbe

Steuerliche Vorteile der Zuzahlung: Wann lohnt sich der Sonderausgabenabzug?

In der Studienzeit ohne steuerpflichtiges Einkommen greift der Steuervorteil kaum

Das zentrale Argument für eine Zuzahlung in die Basisrente ist der steuerliche Sonderausgabenabzug. Beiträge zur Basisrente – inklusive etwaiger Sonderzahlungen – können innerhalb eines gesetzlich festgelegten Jahreshöchstbetrags als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Dieser Höchstbetrag orientiert sich am Beitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung und steigt jährlich leicht an. Er gilt für Beiträge zur Basisrente zusammen mit Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung – Arbeitnehmer müssen also ihren Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rente gegenrechnen.

Das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung bedeutet: Du zahlst heute weniger Steuern (weil die Beiträge abzugsfähig sind), versteuert die Rentenzahlungen aber im Alter. Das ist dann vorteilhaft, wenn dein Steuersatz im Rentenalter niedriger ist als während deiner Erwerbsphase – was bei den meisten Menschen der Fall ist. Der steuerliche Vorteil einer Zuzahlung ist also umso größer, je höher dein aktueller Grenzsteuersatz ist. Wer beispielsweise im Spitzensteuersatz liegt, profitiert deutlich stärker als jemand im Eingangssteuersatz.

Besonders interessant ist eine Zuzahlung in Jahren mit außergewöhnlich hohem Einkommen: zum Beispiel wenn du einen Jahresbonus erhalten hast, eine Abfindung ausgezahlt bekommst, einen Unternehmensgewinn realisierst oder ein Erbe versteuerst. In solchen Jahren kann eine gezielte Sonderzahlung in die Basisrente die Steuerlast spürbar senken – vorausgesetzt, der Höchstbetrag ist noch nicht ausgeschöpft. Beachte dabei, dass die Zuzahlung noch im laufenden Kalenderjahr überwiesen sein muss, um im selben Steuerjahr absetzbar zu sein.

AUF EINEN BLICK

  • Nach Berufseinstieg mit steigendem Einkommen kann eine Zuzahlung interessant werden
  • Basisrente ist unflexibel: keine vorzeitige Kündigung/Auszahlung, keine Kapitalisierung
  • Für junge Menschen oft wichtiger: erst Notgroschen & flexible Anlage aufbauen

Lohnt sich eine Zuzahlung in die Basisrente für junge Menschen?

Vorteil: hoher Steuerabzug, lebenslange garantierte Rente, Pfändungsschutz

Für junge Menschen in der Ausbildung oder in den ersten Berufsjahren ist die Antwort in den meisten Fällen klar: Der steuerliche Vorteil greift kaum bis gar nicht, solange kein oder nur ein geringes steuerpflichtiges Einkommen vorhanden ist. Der Grundfreibetrag für Ledige liegt 2026 bei 12.348 Euro. Wer darunter liegt, zahlt keine Einkommensteuer und kann demnach auch nichts durch einen Sonderausgabenabzug sparen. Eine Zuzahlung in die Basisrente wäre in diesem Fall rein freiwillig und ohne nennenswerten Steuervorteil – das Kapital wäre zudem dauerhaft gebunden.

Mit steigendem Einkommen ändert sich die Situation schrittweise. Mit wachsendem Gehalt steigt auch die Steuerbelastung – und damit der potenzielle Vorteil einer Basisrenten-Zuzahlung. Wer früh im Berufsleben schnell in ein gut bezahltes Beschäftigungsverhältnis oder in die Selbstständigkeit wechselt, sollte ab einem Einkommen deutlich über dem Grundfreibetrag zumindest prüfen, ob eine Basisrente Teil der eigenen Vorsorgestrategie sein könnte. Für Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherungspflicht ist die Basisrente oft die einzige Möglichkeit, staatlich gefördert fürs Alter vorzusorgen.

Dennoch gilt gerade für Berufseinsteiger eine wichtige Prioritätenreihenfolge: Zuerst solltest du einen finanziellen Puffer aufbauen – ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem liquiden Tages- oder Festgeldkonto. Die Basisrente ist vollständig illiquide: Du kannst das eingezahlte Kapital weder kündigen noch vorzeitig auszahlen lassen. Für junge Menschen, die noch viele Lebensveränderungen vor sich haben – Umzüge, Jobwechsel, Familie, vielleicht auch Phasen geringerer Einkommen – ist diese Unflexibilität ein ernst zu nehmendes Risiko. Erst wenn Grundlagen wie Rücklage und flexible Anlage gesichert sind, lohnt sich die vertiefte Auseinandersetzung mit gebundenen Vorsorgeformen.

AUF EINEN BLICK

  • Nachteil: Kapital ist gebunden, nicht vererbbar (nur mit Zusatzbausteinen
  • Nachteil: keine Kapitalauszahlung, nur lebenslange Rentenzahlung ab Rentenbeginn
  • Flexibilität der Zuzahlung ist ein Pluspunkt gegenüber festen Beiträgen

Vorteile und Nachteile der Basisrenten-Zuzahlung im Überblick

Timing am steuerlichen Höchstbetrag und Einkommen des jeweiligen Jahres ausrichten

Die Basisrente – und damit auch die Sonderzahlung – hat eindeutige Stärken: Der hohe steuerliche Abzugsbetrag ist in keiner anderen privaten Altersvorsorgeform so umfangreich möglich. Zudem ist die spätere Rente lebenslang garantiert – egal, wie alt du wirst. Das schützt vor dem Risiko, das gesparte Kapital im Alter aufzubrauchen, bevor man stirbt. Ein weiterer Pluspunkt: Das angesparte Kapital in einer Basisrente ist in der Regel pfändungssicher und wird in weiten Teilen nicht als Vermögen bei Sozialleistungen angerechnet – ein Vorteil, der vor allem für Selbstständige in wirtschaftlich unsicheren Phasen relevant sein kann.

Auf der anderen Seite stehen die bekannten Nachteile: Das eingezahlte Kapital ist vollständig gebunden. Es gibt keine Möglichkeit, das Guthaben vor dem vertraglich vereinbarten Rentenbeginn (frühestens ab 62 Jahren, bei Verträgen ab 2012) zu entnehmen oder zu kapitalisieren. Eine Kündigung beendet nur die Beitragspflicht, nicht den Vertrag – das Kapital bleibt bis zur Rente gesperrt. Auch die Vererbbarkeit ist eingeschränkt: Ohne speziellen Zusatzbaustein (Hinterbliebenenrente oder Beitragsrückgewähr) erlischt das angesparte Kapital im Todesfall vor Rentenbeginn ohne Auszahlung an Erben.

Gerade bei der Zuzahlung liegt jedoch ein relativer Flexibilitätsvorteil: Im Gegensatz zu einem starren Monatsbeitrag musst du eine Sonderzahlung nicht jedes Jahr leisten. In Jahren mit niedrigem Einkommen oder knappem Budget lässt du sie einfach aus. Das macht die Zuzahlung zu einem sinnvollen Instrument der gezielten Steueroptimierung, wenn man sie bewusst einsetzt – aber eben nicht als Basis einer Vorsorgestrategie für junge Menschen ohne stabiles Einkommen.

AUF EINEN BLICK

  • Zuzahlung meist bis zum Jahresende möglich, um im selben Steuerjahr abzusetzen
  • Ausschöpfung des jährlichen Fördervolumens vor Jahreswechsel prüfen
  • Mit dem Rentenlücken-Rechner prüfen, ob und wie viel Vorsorge sinnvoll ist

Zuzahlung planen: Timing, Höhe und steuerliche Optimierung

ETF-Sparplan für maximale Flexibilität und frühen Vermögensaufbau

Das richtige Timing ist entscheidend, um den maximalen Steuervorteil aus einer Zuzahlung zu ziehen. Die Zahlung muss im selben Kalenderjahr erfolgen, in dem du den Steuerabzug geltend machen möchtest – ein Überweisungseingang am 31. Dezember zählt noch, am 2. Januar des Folgejahres nicht mehr. Wer also einen Jahresbonus im November erhält und damit die Steuerlast für das laufende Jahr senken möchte, sollte die Zuzahlung zeitnah veranlassen.

Bei der Höhe der Zuzahlung solltest du prüfen, wie viel des gesetzlichen Höchstbetrags für Altersvorsorgeaufwendungen im laufenden Jahr noch nicht durch laufende Beiträge – und bei Arbeitnehmern durch den Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung – ausgeschöpft ist. Nur der Teil deiner Beiträge (inklusive Zuzahlung), der innerhalb des Höchstbetrags liegt, ist steuerlich absetzbar; alles darüber hinaus bringt keinen zusätzlichen Steuervorteil. Es lohnt sich daher, vor einer Sonderzahlung die bisherigen Einzahlungen des Jahres sowie den Arbeitgeberanteil zu kennen.

Außerdem solltest du prüfen, ob der Anbieter deines Vertrags eine Mindestzuzahlungshöhe vorschreibt – viele Versicherer verlangen Sonderzahlungen ab einem Mindestbetrag, typischerweise zwischen 500 und 1.000 Euro, wobei du die konkreten Bedingungen deines Vertrags erfragen solltest. Nutze außerdem den Rentenlücken-Rechner, um zunächst zu verstehen, wie groß deine Versorgungslücke im Alter tatsächlich ist – erst dann kannst du sinnvoll entscheiden, wie viel Zuzahlung für dich angemessen ist.

AUF EINEN BLICK

  • Betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss
  • Riester bei staatlicher Förderung und Kinderzulagen relevant
  • Kombination aus flexibler und geförderter Vorsorge oft am robustesten

Alternativen zur Basisrenten-Zuzahlung: Was passt besser zu deiner Lebenssituation?

Erst persönliche Rentenlücke ermitteln, dann Vorsorgestrategie festlegen

Wer jung ist, flexibel bleiben möchte oder noch kein stabiles Einkommen hat, sollte die Basisrente nicht als erste Option betrachten. Ein ETF-Sparplan ist für viele junge Erwachsene die robustere Ausgangsbasis: Er ist jederzeit kündbar, das Kapital ist liquide zugänglich, die Kosten sind bei günstigen Anbietern sehr niedrig, und die Renditechancen am Kapitalmarkt sind bei langem Anlagehorizont historisch attraktiv. Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent – zuzüglich Solidaritätszuschlag – werden aber durch den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich (bei Ledigen) teilweise steuerfrei gestellt. Ein ETF-Sparplan lässt sich jederzeit pausieren, erhöhen oder auflösen – ein enormer Vorteil gegenüber der starren Basisrente.

Wer in einem Beschäftigungsverhältnis arbeitet, sollte auch die betriebliche Altersvorsorge (bAV) auf dem Radar haben. Wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss zur Entgeltumwandlung zahlt – was seit 2022 für neue Verträge gesetzlich vorgeschrieben ist – entsteht ein echter Mehrwert, der schwer zu ignorieren ist. Die bAV ist zwar auch gebunden, aber durch den Arbeitgeberbeitrag quasi subventioniert. Riester hingegen ist vor allem dann interessant, wenn man Kinder hat und die staatlichen Kinderzulagen mitnehmen möchte.

Am realistischsten ist für die meisten jungen Menschen eine Kombination: ein flexibles Fundament aus ETF-Sparplan und Tagesgeld, ergänzt durch eine geförderte Vorsorgeform – sei es bAV oder, je nach Einkommenssituation und Berufsgruppe, eine Basisrente. Die Zuzahlung in die Basisrente ist dann ein sinnvolles Instrument, um in einkommensstarken Jahren den steuerlichen Spielraum gezielt auszunutzen – aber kein Ersatz für eine solide, flexible Finanzstrategie.

AUF EINEN BLICK

  • Steuerlichen Vorteil einer Zuzahlung mit deinem Einkommen abgleichen
  • Vor Abschluss/Änderung eines Vertrags unabhängig beraten lassen
  • Basisrente ist ein langfristiges, kaum umkehrbares Investment – gut abwägen

So gehst du jetzt konkret vor

Bevor du eine Zuzahlung in deine Basisrente überweist oder überhaupt einen Basisrenten-Vertrag abschließt, solltest du dir zuerst Klarheit über deine persönliche Rentenlücke verschaffen: Wie viel Rente wirst du voraussichtlich aus gesetzlicher Rentenversicherung, betrieblicher Altersvorsorge und privaten Anlagen erhalten? Und wie viel wirst du im Alter voraussichtlich brauchen? Nur wer seine Lücke kennt, kann sinnvoll entscheiden, wie viel und in welcher Form er vorsorgen sollte.

Im zweiten Schritt gleiche deinen steuerlichen Spielraum ab: Wie hoch ist dein voraussichtliches zu versteuerndes Einkommen in diesem Jahr? Wie viel des Höchstbetrags für Altersvorsorgeaufwendungen ist bereits durch laufende Beiträge und Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung belegt? Welchen Steuersatz hast du aktuell – und ist eine Zuzahlung in diesem Jahr sinnvoll? Diese Fragen klärst du am besten mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater, da individuelle Faktoren stark variieren können.

Drittens: Lass dich unabhängig beraten, bevor du einen neuen Vertrag abschließt oder wesentliche Änderungen vornimmst. Verbraucherzentralen bieten unabhängige Finanzberatung an. Eine Basisrente ist ein langfristiges, kaum umkehrbares Engagement – ein schlecht gewählter Vertrag mit hohen Kosten kann die Steuervorteile weitgehend auffressen. Achte auf Transparenz bei Kosten, Anlagestrategie und Vertragsbedingungen.

Und schließlich: Vergiss nicht die richtige Reihenfolge. Notgroschen zuerst, flexible Anlage aufbauen, dann über gebundene Vorsorgeprodukte nachdenken. Die Basisrente – und ihre Zuzahlung – ist ein wertvolles Instrument, aber nur dann, wenn sie in eine durchdachte Gesamtstrategie eingebettet ist.

Zuzahlung in die Basisrente: Clever eingesetzt, ein starkes Instrument

Unser Fazit: Eine Zuzahlung in die Basisrente kann in einkommensstarken Jahren ein mächtiges Steuer-Instrument sein – sie reduziert die Steuerlast im laufenden Jahr, erhöht die spätere lebenslange Rente und bietet Pfändungsschutz. Für Sparer:innen und Anleger:innen mit geringem Einkommen überwiegen jedoch die Nachteile: Das Kapital ist dauerhaft gebunden, und ohne steuerliches Einkommen greift der Vorteil nicht. Plane zuerst deinen Notgroschen, baue flexible Investments auf – und prüfe dann, ob und wie viel Sonderzahlung zu deiner Situation passt. Kenne zuerst deine Rentenlücke.

Weißt du, wie groß deine persönliche Rentenlücke ist? Berechne jetzt, wie viel monatliche Rente dir fehlen könnte – und was du dagegen tun kannst:

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Häufige Fragen

Bei den meisten Basisrentenverträgen kannst du jederzeit eine Zuzahlung leisten, sofern dein Vertrag dies vorsieht. Prüfe jedoch vorher die Bedingungen deines Versicherers, da manche Tarife Einschränkungen bei der Höhe oder Häufigkeit von Zuzahlungen haben.

Deine Beiträge zur Basisrente kannst du als Sonderausgaben steuerlich absetzen, wobei der absetzbare Höchstbetrag gesetzlich festgelegt ist und sich schrittweise erhöht. Der tatsächlich absetzbare Betrag hängt von deinem zu versteuernden Einkommen und weiteren Vorsorgeaufwendungen ab.

Eine Zuzahlung lohnt sich meist nur, wenn du über ausreichend steuerpflichtiges Einkommen verfügst, da du sonst keine Steuerersparnis erzielst. Zudem ist die spätere Versteuerung der Rente in der Auszahlungsphase für viele Sparer unattraktiv, weil sie dann voraussichtlich in einem höheren Steuersatz liegen.

Nein, Zuzahlungen in die Basisrente sind nicht flexibel verfügbar und können dir nicht vor Rentenbeginn ausgezahlt werden. Das eingezahlte Kapital ist bis zum Renteneintritt gebunden und wird dann als lebenslange Rente versteuert.

Im Todesfall vor Rentenbeginn wird das angesparte Kapital in der Regel an deine Hinterbliebenen ausgezahlt, wobei die Auszahlung der Erbschaftsteuer unterliegen kann. Nach Rentenbeginn besteht meist nur ein Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente, sofern du eine solche Option vereinbart hast.

Damit du die Zuzahlung im laufenden Jahr steuerlich absetzen kannst, muss der Betrag bis zum 31. Dezember bei deinem Versicherer eingegangen sein. Achte darauf, dass Überweisungen an Silvester oft erst im neuen Jahr gebucht werden, also plane genügend Vorlauf ein.

Ob sich eine Zuzahlung zur Basisrente oder ein ETF-Sparplan lohnt, hängt von deiner persönlichen Steuersituation und deiner Anlagedauer ab. Die Basisrente bietet Steuervorteile und eine lebenslange Rente, während ein ETF-Sparplan flexibler ist und du jederzeit über dein Kapital verfügen kannst. Für viele Anleger ist eine Kombination aus beidem sinnvoll, um Risiken zu streuen.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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