Ratgeber · Versicherung
Sterbegeldversicherung im Alter: So regeln Sie die Bestattungskosten rechtzeitig
Eine Sterbegeldversicherung im Alter entlastet Hinterbliebene von den Kosten einer Beisetzung. Sie zahlt die vereinbarte Summe direkt an eine von Ihnen bestimmte Person, ohne dass ein Erbschein nötig ist.
11 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Versicherungssumme sollte die heutigen Bestattungskosten decken und kann meist zwischen 5.000 und 15.000 Euro gewählt werden.
- Je früher Sie abschließen, desto niedriger fällt der monatliche Beitrag aus, da das Risiko für den Versicherer geringer ist.
- In den ersten Monaten nach Vertragsbeginn gilt eine Wartezeit, in der nur die eingezahlten Beiträge zurückgezahlt werden.
- Die Auszahlung erfolgt direkt an die bezugsberechtigte Person und steht ihr zur freien Verfügung.
01 · Grundlagen
Was ist eine Sterbegeldversicherung im Alter?
Die Sterbegeldversicherung ist eine Form der privaten Bestattungsvorsorge. Sie stellt sicher, dass Angehörige im Todesfall nicht allein für die Beerdigungskosten aufkommen müssen.
Die Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall eine vorher festgelegte Summe an die von dir benannte Person. Diese Auszahlung erfolgt direkt und ohne Erbschein, was für Hinterbliebene eine erhebliche Erleichterung bedeutet. Die versicherte Summe ist nicht zweckgebunden, die begünstigte Person kann also frei darüber verfügen.
Für dich als Versicherungsnehmer bedeutet das: Du legst zu Lebzeiten fest, wer das Geld erhält und in welcher Höhe. Die Versicherungssumme kann bis 15.000 Euro betragen, in manchen Tarifen sogar bis 20.000 Euro. Damit deckst du die üblichen Bestattungskosten ab und verhinderst, dass deine Angehörigen in finanzielle Not geraten.
Die Auszahlung erfolgt ohne Erbschein direkt an die bezugsberechtigte Person.
Kurz erklärt
Sterbegeldversicherung im Alter
Eine private Versicherung, die nach dem Tod der versicherten Person eine vorher festgelegte Summe an die Bezugsberechtigten auszahlt. Sie dient der finanziellen Absicherung der Bestattungskosten.
Die Auszahlung ist nicht an eine bestimmte Verwendung gebunden und erfolgt ohne Erbschein direkt an die begünstigte Person.
02 · Kosten
Warum ist die Absicherung der Bestattungskosten sinnvoll?
Eine Beisetzung kostet schnell mehrere Tausend Euro. Diese Rechnungen werden sofort fällig, während der Zugriff auf Ersparnisse oder Konten der verstorbenen Person oft erst nach dem Erbschein möglich ist.
Während der Nachlass oft erst nach Wochen oder Monaten verfügbar ist, müssen Bestatter, Friedhofsverwaltung und Blumengeschäft zeitnah bezahlt werden. Genau diese Lücke schließt die Sterbegeldversicherung.
Für eine einfache Bestattung solltest du mit etwa 5.000 Euro rechnen. Eine durchschnittliche Beisetzung mit Trauerfeier liegt bei rund 7.500 Euro, eine aufwendige Bestattung mit Grabmal kann 10.000 Euro überschreiten. Wähle die Versicherungssumme so, dass sie deine gewünschte Art der Beisetzung vollständig abdeckt.
Eine durchschnittliche Bestattung mit Trauerfeier kostet etwa 7.500 Euro.
Kurz erklärt
Einfache Bestattung
Typische Kostenlücke im Todesfall
ca. 3.000 bis 5.000 EUR
03 · Was gilt
Welche Wartezeiten gelten in der Sterbegeldversicherung?
Nach Vertragsabschluss beginnt eine Aufbauzeit. Verstirbt die versicherte Person in dieser Zeit, wird meist nur die Summe der eingezahlten Beiträge ausgezahlt.
Verstirbst du in dieser Zeit durch Krankheit, erhalten deine Angehörigen in der Regel nur die eingezahlten Beiträge zurück. Die Aufbauzeit beträgt je nach Tarif 18 bis 36 Monate.
Anders sieht es bei einem Unfalltod aus: Hier entfällt die Wartezeit, und die volle Leistung wird sofort fällig. In manchen Tarifen wird die Versicherungssumme bei Unfalltod sogar verdoppelt. Prüfe vor dem Abschluss genau, welche Aufbauzeit für deinen Tarif gilt und ob eine Unfallklausel enthalten ist.
- Bei Tod durch Krankheit in den ersten 18 Monaten wird meist nur der Beitrag zurückgezahlt.
- Bei Unfalltod entfällt die Aufbauzeit, und die volle Summe wird ausgezahlt.
- Nach Ablauf von 36 Monaten bei Basistarifen steht die volle Versicherungssumme zur Verfügung.
Volle Versicherungssumme
Nur Beitragsrückzahlung
04 · Vergleich
Sterbegeldversicherung mit oder ohne Gesundheitsprüfung?
Viele Tarife für ältere Menschen verzichten auf eine Gesundheitsprüfung. Das erleichtert den Abschluss, führt aber zu den beschriebenen Wartezeiten.
Das ist besonders für Menschen mit Vorerkrankungen oft die einzige Möglichkeit, eine Sterbegeldversicherung im Alter abzuschließen. Der Nachteil: Die Beiträge sind für ein durchschnittlich höheres Risiko kalkuliert.
Tarife mit Gesundheitsprüfung können bei guter Gesundheit günstiger sein und bieten manchmal kürzere Wartezeiten. Allerdings besteht hier das Risiko einer Ablehnung oder eines Risikozuschlags. Für Menschen mit Vorerkrankungen ist der Tarif ohne Gesundheitsfragen daher häufig die bessere Wahl, auch wenn er etwas teurer ist.
Ohne Gesundheitsfragen ist die Annahme bis zum Höchsteintrittsalter garantiert, die Wartezeit beträgt üblich 18 bis 36 Monate.
| Ohne Gesundheitsfragen | Mit Gesundheitsprüfung | |
|---|---|---|
| Aufnahme | Garantierte Annahme bis zum Höchsteintrittsalter | Annahme abhängig vom Gesundheitszustand |
| Wartezeit | Üblich sind 18 bis 36 Monate |
05 · Checkliste
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Die Höhe der Versicherungssumme bestimmt die spätere Auszahlung und den monatlichen Beitrag. Sie sollte sich an den Kosten für die gewünschte Bestattung orientieren.
Die Höhe der Versicherungssumme bestimmt, wie viel Geld deine Angehörigen im Todesfall erhalten. Sie sollte sich an den tatsächlichen Kosten für deine gewünschte Bestattung orientieren und nicht zu knapp bemessen sein. Bedenke, dass die Preise für Bestattungen langfristig steigen.
Berücksichtige bei deiner Kalkulation die Bestattungsart, die Friedhofsgebühren, die Kosten für Trauerfeier und Sarg oder Urne sowie Ausgaben für Blumenschmuck und Trauerbriefe. Ein Puffer für Preissteigerungen bis zum Leistungsfall ist sinnvoll, damit die Versicherungssumme auch in 10 oder 20 Jahren noch ausreicht.
- Kosten für die Bestattungsart wie Erd-, Feuer-, See- oder Waldbestattung einplanen.
- Gebühren für Friedhof und Grabpflege berücksichtigen.
- Ausgaben für Trauerfeier, Sarg oder Urne nicht vergessen.
- Puffer für Preissteigerungen bis zum Leistungsfall einrechnen.
Kriterien für die Wahl der Versicherungssumme
Kosten für Bestattungsart (Erd-, Feuer-, See- oder Waldbestattung)
Gebühren für Friedhof und Grabpflege
Kosten für Trauerfeier, Sarg oder Urne
Ausgaben für Blumenschmuck, Trauerbriefe und Anzeigen
Puffer für Preissteigerungen bis zum Leistungsfall
06 · Kosten
Welche Rolle spielen Eintrittsalter und Beitragshöhe?
Das Alter bei Vertragsabschluss beeinflusst den Beitrag direkt. Je älter Sie sind, desto höher fällt die Prämie für dieselbe Versicherungssumme aus.
Je später du abschließt, desto teurer wird die Vorsorge für dieselbe Versicherungssumme. Ein Abschluss mit 50 Jahren ist deutlich günstiger als ein Abschluss mit 70 Jahren.
Ein früher Abschluss sichert niedrige Beiträge über die gesamte Vertragslaufzeit. Wenn du also weißt, dass du eine Sterbegeldversicherung möchtest, lohnt es sich, nicht zu lange zu warten. Ab 40 Jahren ist ein guter Zeitpunkt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Je später der Abschluss, desto teurer wird die Vorsorge bei gleicher Versicherungssumme.
Einfluss des Eintrittsalters auf den Beitrag
07 · Was gilt
Wer erhält die Leistung aus der Sterbegeldversicherung?
Sie legen als Versicherungsnehmer fest, wer im Todesfall die Versicherungssumme erhält. Das kann eine einzelne Person, ein Lebenspartner oder der Nachlassverwalter sein.
Das kann dein Ehe- oder Lebenspartner sein, deine Kinder, Enkel oder andere Verwandte. Auch ein Nachlassverwalter oder Testamentsvollstrecker kann als Bezugsberechtigter eingesetzt werden.
Benennst du keine Bezugsperson, geht die Leistung an die gesetzlichen Erben. Dann ist ein Erbschein erforderlich, und die Auszahlung verzögert sich. Die direkte Auszahlung an eine benannte Person ist der schnellste Weg, damit deine Angehörigen die Bestattungskosten sofort begleichen können.
Ohne benannte Bezugsperson ist ein Erbschein erforderlich und die Auszahlung verzögert sich.
Direkte Auszahlung möglich
Erbschein erforderlich
08 · Im Vertrag
Was ist bei der Beitragszahlungsdauer zu beachten?
Die Beitragszahlungsdauer legt fest, bis zu welchem Alter Sie einzahlen. Üblich ist eine Zahlung bis zum 85. oder 90. Lebensjahr.
Üblich ist eine Zahlung bis zum 85. oder 90. Lebensjahr. Endet die Zahlung, bleibt der Versicherungsschutz in der Regel lebenslang bestehen, ohne dass weitere Beiträge fällig werden.
Einige Tarife bieten eine Flex-Option an: Am Ende der Beitragszahlungsdauer kannst du dir das vorhandene Guthaben auszahlen lassen, der Vertrag endet dann. Eine andere Option ist der Inflationsschutz, bei dem Beiträge und Versicherungssumme jährlich automatisch erhöht werden, um steigende Bestattungskosten auszugleichen.
Endet die Beitragszahlung, bleibt der Versicherungsschutz in der Regel lebenslang bestehen.
Wichtige Vertragsbestandteile
09 · Fehler vermeiden
Welche Fehler gilt es bei der Sterbegeldversicherung im Alter zu vermeiden?
Einige Entscheidungen können dazu führen, dass die Hinterbliebenen im Ernstfall weniger erhalten als erwartet. Diese Punkte sollten Sie vor dem Abschluss prüfen.
Ein häufiger Fehler ist die zu späte Antragstellung. Mit steigendem Alter wird der Beitrag teurer, und ab einem bestimmten Höchsteintrittsalter ist ein Abschluss nicht mehr möglich. Wer zu lange wartet, riskiert, dass die Vorsorge unbezahlbar wird oder ganz wegfällt.
Auch eine zu niedrige Versicherungssumme kann im Ernstfall zum Problem werden, wenn die Auszahlung die tatsächlichen Bestattungskosten nicht deckt. Achte außerdem darauf, eine Bezugsperson zu benennen, damit die Auszahlung nicht durch den Erbschein verzögert wird. Und kalkuliere die Beitragszahlung so, dass du sie auch im Rentenalter problemlos leisten kannst.
- Zu späte Antragstellung: Der Beitrag wird teurer oder ein Abschluss unmöglich.
- Zu niedrige Versicherungssumme: Die Auszahlung deckt die Bestattungskosten nicht.
- Wartezeit nicht beachtet: Bei Tod durch Krankheit in der Aufbauzeit wird nur der Beitrag zurückgezahlt.
- Keine Bezugsperson benannt: Die Auszahlung verzögert sich und der Erbschein wird nötig.
Häufige Fehler bei der Vorsorge
10 · Schritt für Schritt
So funktioniert die Auszahlung an die Hinterbliebenen
Nach dem Tod der versicherten Person müssen die Bezugsberechtigten den Versicherer informieren. Die Auszahlung erfolgt dann direkt und ohne Umwege.
Dafür benötigt sie die Sterbeurkunde und die Versicherungsscheinnummer. Der Versicherer prüft dann, ob die Wartezeit abgelaufen ist oder ein Unfalltod vorliegt.
Ist die Prüfung abgeschlossen, wird die Versicherungssumme auf das Konto der bezugsberechtigten Person überwiesen. Dieser Prozess dauert in der Regel nur wenige Tage, sodass die Hinterbliebenen die Bestattungskosten schnell begleichen können. Ein Erbschein ist für diese Auszahlung nicht erforderlich.
Die Versicherungssumme wird nach Prüfung direkt auf das Konto der bezugsberechtigten Person überwiesen.
Todesfall melden
Die bezugsberechtigte Person informiert den Versicherer über den Tod der versicherten Person.
Nachweis einreichen
Der Versicherer benötigt die Sterbeurkunde und die Versicherungsscheinnummer.
Leistung prüfen
Der Versicherer prüft, ob die Wartezeit abgelaufen ist oder ein Unfalltod vorliegt.
Auszahlung erhalten
Die Versicherungssumme wird auf das Konto der bezugsberechtigten Person überwiesen.
11 · Vergleich
Sterbegeldversicherung oder andere Bestattungsvorsorge?
Neben der Sterbegeldversicherung gibt es weitere Wege, für die eigene Beisetzung vorzusorgen. Jede Option hat andere Eigenschaften bei Flexibilität und Kosten.
Ein Sparplan oder Tagesgeldkonto bleibt flexibel, das Geld ist frei verfügbar und kann auch für andere Zwecke verwendet werden. Allerdings ist die Summe im Todesfall erst nach Eröffnung des Nachlasses und Erbschein verfügbar.
Die Sterbegeldversicherung bietet dagegen eine garantierte Summe, die nach Ablauf der Wartezeit sofort und ohne Erbschein ausgezahlt wird. Der Nachteil ist die geringere Flexibilität, da der Vertrag langfristig angelegt ist. Für die sofortige Liquidität im Todesfall ist die Sterbegeldversicherung die zuverlässigere Lösung.
Die Sterbegeldversicherung bietet eine garantierte Leistung, während ein Sparplan flexibler bleibt, aber keine sofortige Liquidität im Todesfall sichert.
| Sterbegeldversicherung | Sparplan oder Tagesgeld | |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit im Todesfall | Sofort nach Meldung, ohne Erbschein | Erst nach Eröffnung des Nachlasses und Erbschein |
| Garantierte Summe | Ja, nach Ablauf der Wartezeit | Nein, abhängig von der angesparten Summe |
Häufige Fragen
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