Ratgeber · Versicherung
Sterbegeldversicherung Kosten: Was die Absicherung der Bestattung wirklich kostet
Die Kosten einer Sterbegeldversicherung hängen vor allem von deinem Eintrittsalter und der gewünschten Versicherungssumme ab. Gerade bei Abschluss im Rentenalter zahlst du oft mehr ein, als deine Hinterbliebenen später ausgezahlt bekommen.
11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Eine Sterbegeldversicherung ist eine Kapital-Lebensversicherung mit kleinen Versicherungssummen, meist zwischen 4.000 und 10.000 Euro.
- Je älter du bei Abschluss bist, desto höher ist dein monatlicher Beitrag, weil das Sterblichkeitsrisiko steigt.
- Selbst einfache Beerdigungen kosten schnell 3.000 bis 5.000 Euro, daher sollte die Versicherungssumme diese Kosten decken.
- Alternativen wie ein Banksparplan oder ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto können oft sinnvoller sein.
01 · Kosten
Was kostet eine Sterbegeldversicherung?
Die monatlichen Beiträge wirken auf den ersten Blick niedrig, summieren sich aber über die Laufzeit. Entscheidend ist das Verhältnis aus eingezahlten Beiträgen und garantierter Todesfallleistung.
Die monatlichen Beiträge für eine Sterbegeldversicherung liegen oft zwischen 27 und 50 Euro, wenn du im Alter von 60 bis 68 Jahren abschließt und eine Summe von 5.000 bis 6.000 Euro absicherst. Diese Beträge wirken überschaubar, summieren sich aber über eine Beitragszahlungsdauer von 20 oder mehr Jahren erheblich. Entscheidend ist deshalb nicht der Monatsbeitrag, sondern die Summe aller Einzahlungen im Verhältnis zur garantierten Todesfallleistung.
Die üblichen Versicherungssummen bewegen sich zwischen 4.000 und 10.000 Euro. Selbst einfache Bestattungen kosten schnell 3.000 bis 5.000 Euro, daher deckt eine niedrige Summe oft nur die Basiskosten ab. Je höher du die Versicherungssumme wählst, desto teurer wird der Vertrag, weil der Versicherer im Todesfall mehr auszahlen muss.
Die Beiträge steigen mit dem Eintrittsalter deutlich an. Ein Vertrag über 5.000 Euro kostet bei Abschluss mit 60 Jahren etwa 27 Euro monatlich, bei Abschluss mit 68 Jahren und 6.000 Euro Summe bereits rund 50 Euro. Die Beispielbeiträge sind allgemeine Größenordnungen und können je nach Tarif und Gesundheitszustand abweichen.
Typische Kostenpunkte einer Sterbegeldversicherung
02 · Vergleich
So wirkt sich dein Eintrittsalter auf die Kosten aus
Das Eintrittsalter ist der wichtigste Hebel für die Beitragshöhe. Wer erst kurz vor der Rente abschließt, zahlt oft drauf, weil die Beiträge das Sterblichkeitsrisiko abbilden.
Das Eintrittsalter bestimmt die Beitragshöhe, weil die Versicherungswirtschaft mit Sterbetafeln kalkuliert. Je älter du beim Abschluss bist, desto höher ist dein statistisches Sterblichkeitsrisiko und desto teurer wird der Vertrag. Die Beiträge steigen im Alter überproportional, nicht linear.
Schließt du mit 40 Jahren ab, hast du einen langen Ansparzeitraum und zahlst niedrige Monatsbeiträge. Das Verhältnis zwischen Einzahlung und Auszahlung ist meist ausgeglichen oder bringt einen leichten Vorteil. Schließt du dagegen mit 70 Jahren ab, zahlst du hohe Beiträge und oft mehr ein, als deine Hinterbliebenen später ausgezahlt bekommen.
Wer erst kurz vor der Rente oder noch später abschließt, zahlt häufig drauf. In diesem Fall sind ein Banksparplan oder ein Tagesgeldkonto sinnvoller, weil du dort flexibel bleibst und keine überhöhten Risikobeiträge zahlst. Alternativ kannst du einen Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto abschließen, um die Bestattungskosten direkt zu decken.
| Abschluss mit 40 Jahren | Abschluss mit 70 Jahren | |
|---|---|---|
| Verhältnis Einzahlung zu Auszahlung | Oft zahlen Versicherte mehr ein, als ausgezahlt wird | |
| Sinnvolle Alternative | Banksparplan oder Tagesgeldkonto | Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto |
03 · Was gilt
Welche Versicherungssumme ist sinnvoll?
Die Versicherungssumme sollte die tatsächlichen Bestattungskosten abdecken. Selbst einfache Beerdigungen kosten schnell 3.000 bis 5.000 Euro, aufwendigere Bestattungsarten liegen darüber.
Eine Summe von 4.000 bis 10.000 Euro deckt die meisten üblichen Kosten ab.
Zu den Bestattungskosten zählen der Bestattungsunternehmer mit Überführung, Waschen und Einkleiden, der Sarg oder die Urne sowie kommunale Abgaben wie Grabnutzungsgebühren. Auch Trauerfeier, Todesanzeige, Blumen und Kränze gehören dazu. Grabstein und spätere Grabpflege fallen ebenfalls an und werden oft unterschätzt.
Nicht zu den Bestattungskosten zählen laufende Haushaltskosten der Hinterbliebenen, Erbschaftsteuer, offene Kredite oder der Umbau einer Immobilie. Diese Ausgaben musst du separat absichern, wenn du sie abdecken willst. Die Sterbegeldversicherung ist dafür nicht gedacht und eine zu hohe Summe treibt nur deine Beiträge unnötig in die Höhe.
Zählt zu den Bestattungskosten
Zählt nicht zu den Bestattungskosten
04 · Schritt für Schritt
Wartezeit und Aufbauzeit: Wann zahlt die Versicherung?
Nach Vertragsabschluss gilt eine Wartezeit, die oft als Aufbauzeit bezeichnet wird. Stirbst du in dieser Zeit, zahlen viele Tarife nur die eingezahlten Beiträge zurück, nicht die volle Versicherungssumme.
Sie beginnt mit dem Vertragsbeginn und beträgt je nach Tarif zwischen 18 und 36 Monaten. Stirbst du in dieser Zeit, erhalten die Bezugsberechtigten in der Regel nur die bis dahin gezahlten Beiträge zurück, nicht die volle Versicherungssumme.
Erst nach Ablauf der Aufbauzeit steht die volle garantierte Versicherungssumme zur Verfügung, zuzüglich möglicher Überschussbeteiligung. Diese Regelung schützt den Versicherer davor, dass Menschen kurz vor dem Tod noch schnell einen Vertrag abschließen. Für dich bedeutet sie, dass der volle Schutz erst nach ein bis drei Jahren greift.
Die Aufbauzeit ist ein zentraler Kostenfaktor, den du bei der Planung berücksichtigen musst. Wenn du bereits schwer krank bist oder ein hohes Risiko besteht, lohnt sich der Abschluss oft nicht, weil die volle Leistung erst nach Jahren greift. Prüfe vor dem Abschluss genau, welche Aufbauzeit dein Tarif vorsieht.
Vertragsabschluss
Du schließt die Sterbegeldversicherung ab und legst die Versicherungssumme sowie die bezugsberechtigte Person fest.
Aufbauzeit beginnt
Die Wartezeit startet mit dem Vertragsbeginn. Sie beträgt je nach Tarif zwischen 18 und 36 Monaten.
Todesfall während der Aufbauzeit
Die bezugsberechtigte Person erhält in der Regel nur die bis dahin gezahlten Beiträge zurück, nicht die volle Versicherungssumme.
Todesfall nach der Aufbauzeit
Die volle garantierte Versicherungssumme wird ausgezahlt, zuzüglich möglicher Überschussbeteiligung.
05 · Was gilt
Gesundheitsprüfung: Kommst du ohne Fragen in den Vertrag?
Viele Sterbegeldversicherungen werben mit garantierter Aufnahme ohne Gesundheitsfragen. Das ist ein zentraler Unterschied zu Risikolebensversicherungen, bei denen der Gesundheitszustand geprüft wird.
Viele Sterbegeldversicherungen nehmen dich ohne Gesundheitsfragen auf, solange du das Höchstalter nicht überschritten hast. Die Aufnahme ist garantiert, und die Wartezeit gleicht das erhöhte Risiko für den Versicherer aus. Das ist ein zentraler Unterschied zu Risikolebensversicherungen, die meist detaillierte Gesundheitsangaben verlangen.
Ohne Gesundheitsprüfung zahlst du allerdings höhere Beiträge, weil der Versicherer das Risiko nicht individuell einschätzen kann. Bei Sterbegeldversicherungen mit sehr hohen Summen können einzelne Fragen vorkommen, etwa zu schweren Vorerkrankungen. Berufsunfähigkeitsversicherungen prüfen den Gesundheitszustand dagegen streng.
Die garantierte Aufnahme ohne Gesundheitsfragen ist der Hauptgrund, warum Sterbegeldversicherungen für ältere oder kranke Menschen attraktiv sind. Du bekommst Versicherungsschutz, den du bei anderen Policen nicht mehr erhalten würdest. Dafür musst du die Wartezeit und die höheren Beiträge in Kauf nehmen.
Ohne Gesundheitsprüfung
Mit Gesundheitsprüfung
06 · Im Vertrag
Unfalltod: Wann die Leistung verdoppelt wird
Einige Tarife sehen bei Unfalltod eine doppelte Versicherungssumme vor. Diese Leistung greift oft ohne die sonst übliche Wartezeit.
Stirbst du durch einen Unfall, zahlen viele Versicherer das Doppelte der vereinbarten Summe an die Hinterbliebenen. Diese Leistung greift häufig ab Vertragsbeginn, auch wenn die allgemeine Aufbauzeit noch läuft.
Ein Unfall liegt vor, wenn du durch ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig zu Tode kommst. Krankheiten, Selbsttötung oder innere Ursachen zählen nicht als Unfall. Die genaue Definition steht in den Versicherungsbedingungen und kann je nach Tarif abweichen.
Die doppelte Leistung bei Unfalltod ist ein Zusatznutzen, der die Kosten des Vertrags rechtfertigen kann. Wenn du beruflich oder privat einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt bist, bietet diese Klausel einen echten Mehrwert. Für die meisten Menschen bleibt sie aber ein Nebenaspekt, der die Beitragshöhe nur leicht beeinflusst.
Leistung bei Unfalltod
07 · Vergleich
Bezugsberechtigte und Erbschein: Wer bekommt das Geld?
Du legst fest, wer die Versicherungssumme erhält. Die Auszahlung erfolgt direkt an die bezugsberechtigte Person, ohne dass ein Erbschein nötig ist.
Du legst fest, wer die Versicherungssumme erhält, und die Auszahlung erfolgt direkt an die bezugsberechtigte Person. Sterbeurkunde und Versicherungsschein genügen, ein Erbschein ist nicht erforderlich. Das Geld steht der Person zur freien Verfügung, ohne Zweckbindung an die Bestattung.
Im Vergleich dazu müssen Erben über den Nachlass oft einen Erbschein oder ein notarielles Testament vorlegen, was Wochen oder Monate dauern kann. Die bezugsberechtigte Person muss nicht mit dem Erben identisch sein. Du kannst also gezielt eine Person bestimmen, die sich um die Bestattung kümmert und die Kosten daraus bezahlt.
Die direkte Auszahlung ohne Erbschein ist ein entscheidender Vorteil der Sterbegeldversicherung. Deine Hinterbliebenen können die Bestattung sofort bezahlen, ohne auf die Eröffnung des Nachlasses warten zu müssen. Das ist besonders wichtig, weil Bestatter und Friedhofsverwaltung ihre Rechnungen meist zeitnah stellen.
| Bezugsberechtigte Person | Erben über den Nachlass | |
|---|---|---|
| Erforderliche Unterlagen | Ein Erbschein ist nicht erforderlich | Erbschein erforderlich |
| Verwendung des Geldes | Freie Verfügung, keine Zweckbindung an die Bestattung | Geld fließt in die Erbmasse und wird nach Erbquote verteilt |
08 · Grundlagen
Überschussbeteiligung: Was kommt zur garantierten Summe hinzu?
Sterbegeldversicherungen sind Kapitallebensversicherungen mit Überschussbeteiligung. Die tatsächliche Auszahlung kann daher über der garantierten Versicherungssumme liegen.
Sterbegeldversicherungen sind Kapitallebensversicherungen mit Überschussbeteiligung. Die Überschussbeteiligung ist der Anteil an den Erträgen des Versicherers, der den Versicherten gutgeschrieben wird. Sie ist nicht garantiert und kann je nach wirtschaftlicher Lage des Versicherers schwanken.
Die garantierte Versicherungssumme bleibt auch bei schwacher Überschussbeteiligung bestehen. Die Überschüsse kommen als Todesfallbonus oder als Erhöhung der Auszahlung hinzu. Du solltest bei der Kostenplanung aber nur mit der garantierten Summe rechnen, nicht mit möglichen Überschüssen.
Die Überschussbeteiligung ist ein unsicherer Zusatz, den du nicht fest einplanen solltest. Sie kann die Auszahlung erhöhen, aber auch ausfallen, wenn der Versicherer wirtschaftlich schlecht dasteht. Die garantierte Summe ist die verlässliche Basis für deine Vorsorge.
Kurz erklärt
Überschussbeteiligung
Die Überschussbeteiligung ist der Anteil an den Erträgen des Versicherers, der den Versicherten gutgeschrieben wird. Sie ist nicht garantiert und kann je nach wirtschaftlicher Lage des Versicherers schwanken.
Die garantierte Versicherungssumme bleibt auch bei schwacher Überschussbeteiligung bestehen. Die Überschüsse kommen als Todesfallbonus oder als Erhöhung der Auszahlung hinzu.
09 · Vergleich
Bestattungsvorsorgevertrag als Alternative zur Versicherung
Ein Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Bestatter legt Leistungen und Preise zu Lebzeiten fest. Das Geld zahlst du auf ein Treuhandkonto ein, nicht auf das Konto des Bestatters.
Du bestimmst Bestattungsart, Sarg, Ablauf und Kosten verbindlich. Das Geld zahlst du auf ein Treuhandkonto ein, nicht auf das Konto des Bestatters, damit es bei einem Konkurs geschützt ist.
Im Vergleich zur Sterbegeldversicherung ist die Flexibilität geringer, weil die Leistungen an den gewählten Bestatter gebunden sind. Dafür weißt du genau, welche Leistungen deine Hinterbliebenen erhalten und was sie kosten. Die Sterbegeldversicherung legt dagegen nur die Höhe der Geldleistung fest, nicht die konkrete Bestattung.
Zahle bei einem Bestattungsvorsorgevertrag niemals direkt auf das Konto des Bestatters. Nutze ein Treuhandkonto oder ein Sparbuch mit Sperrvermerk, das auf deinen Namen für Rechnung des Bestattungshauses läuft. Nur so ist dein Geld bei einer Insolvenz des Bestatters geschützt.
| Sterbegeldversicherung | Bestattungsvorsorgevertrag | |
|---|---|---|
| Was wird festgelegt? | Nur die Höhe der Geldleistung | Bestattungsart, Sarg, Ablauf und Kosten |
| Schutz bei Insolvenz | Gesetzlicher Schutz über die Versicherungsaufsicht | Nur bei Zahlung auf ein Treuhandkonto geschützt |
| Flexibilität für Hinterbliebene | Geld ist frei verfügbar, keine Bindung an einen Bestatter | Leistungen sind an den gewählten Bestatter gebunden |
10 · Was gilt
Bestattungsarten und ihre Kosten im Überblick
Die Wahl der Bestattungsart beeinflusst die Höhe der Versicherungssumme. Günstige Urnenbestattungen liegen am unteren Ende, aufwendige Erdbestattungen mit Grabstein darüber.
Selbst einfache Bestattungen kosten schnell 3.000 bis 5.000 Euro.
Eher günstiger sind anonyme Urnenbestattungen ohne Trauerfeier, Seebestattungen in einfacher Form und Urnenbestattungen auf einem Friedhof ohne aufwendigen Grabstein. Eher teurer sind Erdbestattungen mit Sarg und aufwendiger Grabgestaltung, Waldbestattungen mit individuellem Baum und Namensschild sowie Bestattungen mit großer Trauerfeier und Bewirtung vieler Gäste.
Die Bestattungsart bestimmt, ob du mit 5.000 Euro auskommst oder 10.000 Euro und mehr einplanen musst. Überlege dir vor dem Abschluss, welche Form du dir wünschst, und wähle die Versicherungssumme entsprechend. So vermeidest du, dass deine Hinterbliebenen die Differenz aus eigener Tasche zahlen müssen.
Eher günstiger
Eher teurer
11 · Fehler vermeiden
Häufige Fehler bei der Kostenplanung für die Bestattung
Wer die Kosten für die eigene Beerdigung plant, sollte typische Fehler vermeiden. Sie führen dazu, dass Hinterbliebene mehr zahlen oder das Geld nicht rechtzeitig verfügbar ist.
Der häufigste Fehler ist der Abschluss einer Sterbegeldversicherung erst im hohen Alter, wenn die Beiträge die spätere Leistung übersteigen.
Ein weiterer Fehler ist eine zu niedrige Versicherungssumme, sodass die Hinterbliebenen die Differenz aus eigener Tasche zahlen müssen. Auch das Geld für die Bestattung auf ein normales Sparkonto einzuzahlen, auf das die Erben erst nach Erbschein zugreifen können, ist problematisch. Beim Bestattungsvorsorgevertrag direkt auf das Konto des Bestatters einzuzahlen statt auf ein Treuhandkonto, gefährdet dein Geld bei einer Insolvenz.
Keine schriftliche Festlegung der Bestattungswünsche führt oft zu teuren Entscheidungen der Hinterbliebenen. Halte deine Wünsche schriftlich und gut erreichbar fest, damit deine Angehörigen nicht unter Zeitdruck teure Leistungen wählen. So stellst du sicher, dass dein Geld für die Bestattung verwendet wird, die du dir gewünscht hast.
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