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Ratgeber · Versicherung

Sterbegeldversicherung kündigen: So kommst du aus dem Vertrag

Eine Sterbegeldversicherung kannst du grundsätzlich kündigen, erhältst dann aber meist nur den Rückkaufswert. Bevor du kündigst, solltest du Alternativen wie die Beitragsfreistellung prüfen.

11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Kündigung ist in der Regel monatlich möglich, die Frist beträgt oft einen Monat.
  • Bei Kündigung wird nur der Rückkaufswert ausgezahlt, der meist deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegt.
  • Beitragsfreistellung oder Stundung können sinnvolle Alternativen zur Kündigung sein.
  • Die Kündigung muss in Textform erfolgen, oft wird die Versicherungsurkunde im Original verlangt.

01 · Was gilt

Wann ist eine Kündigung der Sterbegeldversicherung sinnvoll?

Eine Kündigung beendet den Versicherungsschutz sofort und ist meist mit finanziellen Verlusten verbunden. Sie ist vor allem dann eine Option, wenn du die Absicherung nicht mehr benötigst oder die Beiträge dein Budget überlasten.

Die monatlichen Beiträge einer Sterbegeldversicherung liegen in der Regel zwischen 30 und 50 Euro. In einer finanziellen Notlage durch Jobverlust oder schwere Erkrankung kann auch dieser Betrag zu viel sein.

Wenn deine Familie die Bestattungskosten problemlos aus eigenem Vermögen tragen kann, ist die Versicherung nicht zwingend nötig. Eine durchschnittliche Beerdigung kostet heute über 8.000 Euro.

Bevor du kündigst, prüfe deine Situation genau:

  • Deine Familie kann die Bestattungskosten problemlos aus eigenem Vermögen tragen.
  • Die monatlichen Beiträge belasten dein Haushaltsbudget in einer finanziellen Notlage zu stark.
  • Du hast eine andere, passende Absicherung für den Todesfall abgeschlossen.
  • Die Versicherung läuft bereits viele Jahre und du hast hohe Abschlusskosten gezahlt.
  • Du bist seit Vertragsabschluss älter geworden und ein Neuabschluss wäre teurer.

Die Versicherungssumme ist als zweckgebundenes Schonvermögen vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt. Das spricht in vielen Fällen dafür, die Police weiterlaufen zu lassen.

Kündigung prüfen

·Deine Familie kann die Bestattungskosten problemlos aus eigenem Vermögen tragen.
·Die monatlichen Beiträge belasten dein Haushaltsbudget in einer finanziellen Notlage zu stark.
·Du hast eine andere, passende Absicherung für den Todesfall abgeschlossen.

Besser weiterlaufen lassen

·Die Versicherung läuft bereits viele Jahre und du hast hohe Abschlusskosten gezahlt.
·Du bist seit Vertragsabschluss älter geworden und ein Neuabschluss wäre teurer.
·Die Versicherungssumme ist als zweckgebundenes Schonvermögen vor dem Sozialamt geschützt.

02 · Schritt für Schritt

So kündigst du deine Sterbegeldversicherung

Für eine wirksame Kündigung musst du die Form und Frist deines Vertrags einhalten. Die Kündigung ist formlos möglich, aber nicht mündlich.

Die Kündigung muss in Textform erfolgen, also per Brief, E-Mail oder Fax. Wichtig ist, dass du als Versicherungsnehmer eindeutig als Absender erkennbar bist.

Gehe in dieser Reihenfolge vor:

Der Versicherer zahlt den Rückkaufswert üblicherweise auf das Konto aus, das auch für die Beitragszahlung genutzt wurde. Bei einem unwiderruflichen Bezugsrecht geht der Betrag an den Bezugsberechtigten.

01

Versicherungsvertrag prüfen

Schaue in deinen Vertrag oder die jährliche Standmitteilung. Dort findest du die vereinbarte Kündigungsfrist und den garantierten Rückkaufswert.

02

Kündigung in Textform verfassen

Schreibe eine Kündigung per Brief, E-Mail oder Fax. Gib deine Versicherungsnummer, deinen Namen, deine Anschrift und den gewünschten Kündigungszeitpunkt an.

03

Versicherungsurkunde bereithalten

Viele Versicherer verlangen die Versicherungsurkunde im Original zurück. Wenn du sie nicht mehr findest, frage beim Anbieter nach einer Verlusterklärung.

04

Kündigung nachweisbar versenden

Versende die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein, wenn du einen Zustellnachweis benötigst. So kannst du im Streitfall den Zugang belegen.

05

Rückkaufswert erhalten

Nach der Kündigung überweist der Versicherer den Rückkaufswert auf das Konto, das auch für die Beitragszahlung genutzt wurde, sofern kein unwiderrufliches Bezugsrecht besteht.

03 · Vergleich

Kündigungs­frist: Wann endet dein Vertrag?

Die Kündigungsfrist hängt von deinem Vertrag und der Zahlungsweise ab. Üblich ist eine monatliche Kündbarkeit.

Üblich ist eine monatliche Kündbarkeit.

Bei monatlicher Zahlweise beträgt die Kündigungsfrist in der Regel einen Monat, der Vertrag endet zum Ende des laufenden Monats. Bei vierteljährlicher Zahlung sind oft drei Monate Frist vorgesehen, das Vertragsende liegt dann am Ende des laufenden Quartals.

Die genauen Fristen stehen in deinem Versicherungsvertrag. Bei manchen Anbietern ist auch eine fristlose Kündigung zum nächsten Monatsersten möglich.

Die Kündigung muss immer in Textform erfolgen, also per Brief, E-Mail oder Fax. Eine mündliche Kündigung ist nicht wirksam.

Übliche Kündigungsfristen nach Zahlungsweise
Monatliche ZahlungVierteljährliche Zahlung
Kündigungs­frist1 Monat3 Monate
FormTextform (Brief, E-Mail, Fax)Textform (Brief, E-Mail, Fax)

04 · Kosten

Rückkaufswert: Was du bei Kündigung zurückbekommst

Der Rückkaufswert ist der Betrag, den dir der Versicherer bei einer vorzeitigen Kündigung auszahlt. Er liegt in den ersten Jahren fast immer unter der Summe deiner eingezahlten Beiträge.

Der garantierte Rückkaufswert ist in den ersten Jahren meist deutlich niedriger als die eingezahlten Beiträge, weil Abschlusskosten und Verwaltungskosten abgezogen werden. Je früher du kündigst, desto niedriger ist der Rückkaufswert in der Regel.

Sterbegeldversicherungen ohne Gesundheitsfragen haben häufig einen geringeren Rückkaufswert als Tarife mit Gesundheitsprüfung. Bei Verträgen mit verzinslich angesammelter Überschussbeteiligung kann der Rückkaufswert nach langer Laufzeit die eingezahlten Beiträge übersteigen.

Den garantierten Rückkaufswert für deine Police findest du in der jährlichen Standmitteilung. Er gibt den Betrag an, den du bei einer Kündigung sicher ausgezahlt bekommst.

Verlust bei Kündigung in den ersten Vertragsjahren

Garantierter Rückkaufswert nach wenigen Jahrendeutlich geringer als eingezahlte Beiträge
Rückkaufswert inkl. Überschussbeteiligungkann eingezahlte Beiträge übersteigen

05 · Vergleich

Beitragsfreistellung: Die bessere Alternative zur Kündigung?

Bei einer Beitragsfreistellung zahlst du keine Beiträge mehr, behältst aber einen reduzierten Versicherungsschutz. Das kann sinnvoll sein, wenn du die Absicherung behalten möchtest, aber die Beiträge nicht mehr zahlen kannst.

Die Beitragsfreistellung reduziert die Versicherungssumme. Ob sie möglich ist, hängt von deinem Vertrag ab, oft muss eine Mindestsumme erreicht sein.

Der große Vorteil gegenüber einer Kündigung: Die Wartezeit entfällt, da der Vertrag bestehen bleibt. Bei einem späteren Neuabschluss müsstest du die Wartezeit erneut durchlaufen und wärst beim Abschluss älter, was höhere Beiträge bedeutet.

Eine spätere Reaktivierung ist bei vielen Verträgen möglich. Das gibt dir Flexibilität, wenn sich deine finanzielle Situation wieder verbessert.

Kündigung oder Beitragsfreistellung: Was passt zu dir?
KündigungBeitragsfreistellung
Versicherungs­schutzEndetBleibt mit reduzierter Todesfallleistung bestehen
AuszahlungRückkaufswert wird ausgezahltKeine Auszahlung, Leistung bleibt bestehen
WartezeitBeginnt bei Neuabschluss von vornEntfällt, da Vertrag bestehen bleibt

06 · Grundlagen

Stundung: Beiträge vorübergehend aussetzen

Eine Stundung ist eine kurzfristige Lösung, wenn du nur vorübergehend zahlungsunfähig bist. Du zahlst für einen bestimmten Zeitraum keine Beiträge und holst sie später nach.

Bei einer Stundung setzt du die Beitragszahlung für einen vereinbarten Zeitraum aus. Der Versicherungsschutz bleibt in dieser Zeit bestehen, die ausstehenden Beiträge zahlst du später nach.

Die Stundung ist keine dauerhafte Lösung, sondern überbrückt nur kurzfristige finanzielle Engpässe. Für eine dauerhafte Entlastung ist die Beitragsfreistellung besser geeignet.

Ob eine Stundung möglich ist und unter welchen Bedingungen, regelt dein Versicherungsvertrag. Frage bei deinem Anbieter nach, bevor du kündigst.

Kurz erklärt

Stundung

Bei einer Stundung setzt du die Beitragszahlung für einen vereinbarten Zeitraum aus. Der Versicherungsschutz bleibt in dieser Zeit bestehen, die ausstehenden Beiträge zahlst du später nach.

Die Stundung ist keine dauerhafte Lösung, sondern überbrückt nur kurzfristige finanzielle Engpässe.

07 · Fehler vermeiden

Wartezeit und Abschlusskosten: Warum sich ein Wechsel selten lohnt

Ein Wechsel zu einem günstigeren Tarif klingt verlockend, bringt aber Nachteile mit sich. Die Wartezeit beginnt neu und die Abschlusskosten fallen erneut an.

Eine Sterbegeldversicherung wird teurer, je älter du beim Abschluss bist. Wenn deine alte Police bereits seit Jahren läuft, zahlst du bei einem Neuabschluss wahrscheinlich höhere Beiträge als beim ursprünglichen Vertrag.

Typische Fehler beim Wechsel:

  • Du kündigst deine alte Police, bevor die neue Versicherung die Wartezeit abgeschlossen hat. In dieser Zeit besteht kein voller Schutz.
  • Du unterschätzt die erneuten Abschlusskosten, die den vermeintlich günstigeren Beitrag in den ersten Jahren aufzehren.
  • Du vergleichst nur den monatlichen Beitrag, nicht aber die Versicherungssumme und die Todesfallleistung.
  • Du übersiehst, dass du bei einem Neuabschluss älter bist und dadurch höhere Beiträge zahlst als beim ursprünglichen Vertrag.

Bei einer Kündigung erhältst du nur den Rückkaufswert, der meist deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegt. Die neue Versicherung muss also so günstig sein, dass du diesen Verlust wieder ausgleichst.

Typische Fehler beim Wechsel der Sterbegeldversicherung

·Du kündigst deine alte Police, bevor die neue Versicherung die Wartezeit abgeschlossen hat. In dieser Zeit besteht kein voller Schutz.
·Du unterschätzt die erneuten Abschlusskosten, die den vermeintlich günstigeren Beitrag in den ersten Jahren aufzehren.
·Du vergleichst nur den monatlichen Beitrag, nicht aber die Versicherungssumme und die Todesfallleistung.
·Du übersiehst, dass du bei einem Neuabschluss älter bist und dadurch höhere Beiträge zahlst als beim ursprünglichen Vertrag.

08 · Kosten

Versicherungs­summe und Bestattungs­kosten: So viel Schutz brauchst du

Die Versicherungssumme sollte die voraussichtlichen Bestattungskosten abdecken. Eine durchschnittliche Beerdigung kostet heute über 8.000 Euro, günstige Alternativen wie Wald- oder Seebestattung liegen bei mindestens 4.000 Euro.

Die Versicherungssumme deiner Sterbegeldversicherung sollte die Kosten abdecken, die deine Angehörigen im Todesfall tragen müssen. Hinzu kommen Aufwände für Trauerfeier und gegebenenfalls Grabpflege.

Die tatsächlichen Kosten hängen von deinem Wohnort und deinen Wünschen ab. Die Versicherungssumme sollte die durchschnittlichen Kosten an deinem Wohnort nicht übersteigen, damit sie als Schonvermögen gilt.

Wenn die Versicherungssumme unverhältnismäßig hoch ist und die üblichen Bestattungskosten deutlich übersteigt, kann das Sozialamt die Zweckbindung infrage stellen. Eine angemessene Summe ist daher auch aus sozialrechtlicher Sicht wichtig.

Orientierungswerte für Bestattungskosten

Günstige Wald- oder Seebestattungab 4.000 EUR
Durchschnittliche Beerdigungüber 8.000 EUR

09 · Im Vertrag

Todesfallleistung und Überschussbeteiligung: Was deine Police leistet

Die Todesfallleistung ist der Betrag, den deine Angehörigen im Todesfall erhalten. Zusätzlich kann eine Überschussbeteiligung die Leistung erhöhen.

Die Todesfallleistung ist die vereinbarte Versicherungssumme, die beim Tod der versicherten Person an die Bezugsberechtigten ausgezahlt wird. Sie ist die Kernleistung der Sterbegeldversicherung.

Die Überschussbeteiligung ist eine Zusatzleistung. Ein Teil der erwirtschafteten Überschüsse des Versicherers wird deinem Vertrag gutgeschrieben und kann die Todesfallleistung erhöhen.

Der Rückkaufswert ist der Betrag, den du bei vorzeitiger Kündigung ausgezahlt bekommst. Er liegt meist unter den eingezahlten Beiträgen und ist nicht mit der Todesfallleistung zu verwechseln.

Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem der volle Versicherungsschutz noch nicht besteht. Sie beginnt bei einem Neuabschluss von vorn.

Wichtige Vertragsbestandteile im Überblick

TodesfallleistungKernleistungDie vereinbarte Versicherungssumme, die beim Tod der versicherten Person an die Bezugsberechtigten ausgezahlt wird.
ÜberschussbeteiligungZusatzleistungEin Teil der erwirtschafteten Überschüsse des Versicherers, der deinem Vertrag gutgeschrieben wird und die Todesfallleistung erhöhen kann.
RückkaufswertKündigungswertDer Betrag, den du bei vorzeitiger Kündigung ausgezahlt bekommst. Er liegt meist unter den eingezahlten Beiträgen.

10 · Checkliste

Versicherungs­nummer und Versicherungs­urkunde: Das brauchst du für die Kündigung

Für eine reibungslose Kündigung benötigst du deine Versicherungsnummer und in vielen Fällen die Versicherungsurkunde im Original.

Die Versicherungsnummer findest du auf dem Versicherungsschein, in Briefen des Anbieters oder im Verwendungszweck der Beitragsabbuchungen. Sie ist das wichtigste Identifikationsmerkmal für deinen Vertrag.

Halte für die Kündigung bereit:

  • Versicherungsnummer, die du auf dem Versicherungsschein, in Briefen des Anbieters oder im Verwendungszweck der Beitragsabbuchungen findest.
  • Versicherungsurkunde im Original, falls der Anbieter sie zurückverlangt.
  • Verlusterklärung, falls du die Urkunde nicht mehr findest, die du beim Anbieter anfordern kannst.
  • Kündigungsschreiben mit Datum, gewünschtem Kündigungszeitpunkt und deiner Unterschrift.

Ohne Versicherungsnummer kann der Anbieter deine Kündigung nicht eindeutig zuordnen. Die Angabe von Name und Anschrift allein reicht oft nicht aus.

Unterlagen für die Kündigung

01

Versicherungsnummer (findest du auf dem Versicherungsschein, in Briefen des Anbieters oder im Verwendungszweck der Beitragsabbuchungen)

02

Versicherungsurkunde im Original (falls der Anbieter sie zurückverlangt)

03

Verlusterklärung (falls du die Urkunde nicht mehr findest, beim Anbieter anfordern)

04

Kündigungsschreiben mit Datum, gewünschtem Kündigungszeitpunkt und deiner Unterschrift

11 · Was gilt

Kündigung wegen Sozialamt: Ist deine Sterbegeldversicherung geschützt?

Wenn du Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch beziehst, kann das Sozialamt dich auffordern, Vermögenswerte offenzulegen. Die Sterbegeldversicherung ist davon in der Regel ausgenommen.

Die Sterbegeldversicherung ist davon in der Regel ausgenommen.

Die Versicherungssumme ist zweckgebunden für die Bestattung und gilt als Schonvermögen. Das bedeutet, dass sie nicht zur Finanzierung von Unterhalts- oder Pflegekosten gepfändet werden kann.

Einzige Bedingung: Die Höhe der versicherten Summe muss angemessen sein. Sie darf die durchschnittlichen Kosten einer Bestattung an deinem Wohnort nicht übersteigen.

Wenn die Versicherungssumme unverhältnismäßig hoch ist und die üblichen Bestattungskosten deutlich übersteigt, kann der Schutz entfallen. Ein unwiderrufliches Bezugsrecht zugunsten einer dritten Person ist gegenüber dem Sozialamt nicht geschützt.

Geschützt

·Die Versicherungssumme ist zweckgebunden für die Bestattung und gilt als Schonvermögen.
·Die Höhe der Versicherungssumme ist angemessen und übersteigt die durchschnittlichen Bestattungskosten an deinem Wohnort nicht.

Nicht geschützt

·Die Versicherungssumme ist unverhältnismäßig hoch und übersteigt die üblichen Bestattungskosten deutlich.
·Du hast ein unwiderrufliches Bezugsrecht zugunsten einer dritten Person eingeräumt, das nicht dem Sozialamt gegenüber geschützt ist.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026