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Ratgeber · Versicherung

Rentenversicherung Nachversicherungs­garantie: So sicherst du deine Ansprüche

Die Nachversicherung stellt dich beim Ausscheiden aus einem Beamtenverhältnis so, als wärst du von Anfang an in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert gewesen. Sie greift, wenn du keine Ansprüche auf eine beamtenrechtliche Versorgung mehr hast.

11 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Beiträge zur Nachversicherung zahlt dein ehemaliger Dienstherr in voller Höhe.
  • Nachversicherte Zeiten zählen bei der späteren Rente als Pflichtbeitragszeiten.
  • Die Nachversicherung ist eine Mindestleistung und kann geringer ausfallen als eine Pension.
  • Für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente gilt eine allgemeine Wartezeit von 5 Jahren.

01 · Grundlagen

Was bedeutet Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung?

Die Nachversicherung ist ein Verfahren, das eine Lücke in deiner Altersvorsorge schließt, wenn du aus einem versicherungsfreien Beschäftigungsverhältnis ausscheidest. Sie ist in § 8 SGB VI geregelt und betrifft vor allem Beamte, Richter und Soldaten.

Die Nachversicherung ist ein gesetzliches Verfahren, das deine zuvor versicherungsfreien Zeiten nachträglich in die gesetzliche Rentenversicherung einbezieht. Sie ist in § 8 SGB VI geregelt und betrifft vor allem Beamte, Richter und Soldaten, die ohne Versorgungsanspruch aus ihrem Dienstverhältnis ausscheiden. Durch die Nachversicherung wirst du so gestellt, als wärst du von Anfang an versicherungspflichtige Arbeitnehmerin oder versicherungspflichtiger Arbeitnehmer gewesen.

Die Beiträge für den gesamten Nachversicherungszeitraum zahlt dein ehemaliger Dienstherr in voller Höhe. Er trägt sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil und überweist die Summe direkt an die Deutsche Rentenversicherung. Die gezahlten Beiträge gelten als rechtzeitig gezahlte Pflichtbeiträge.

Für dich bedeutet das: Du musst dich an der Beitragszahlung nicht beteiligen. Die nachversicherten Zeiten können einen Rentenanspruch begründen oder eine bestehende Anwartschaft erhöhen.

Die Nachversicherung ist eine Mindestleistung aus dem Sozialstaatsprinzip, die verhindern soll, dass du nach dem Ausscheiden ohne jede Altersabsicherung dastehst.

Die nachträgliche Einbeziehung in den versicherten Personenkreis der gesetzlichen Rentenversicherung für Zeiten einer zuvor versicherungsfreien Beschäftigung. Sie bewirkt eine Gleichstellung mit versicherungspflichtigen Arbeitnehmern, als wären die Beiträge von Anfang an gezahlt worden.

Kurz erklärt

Nachversicherung

Die nachträgliche Einbeziehung in den versicherten Personenkreis der gesetzlichen Rentenversicherung für Zeiten einer zuvor versicherungsfreien Beschäftigung.

Sie bewirkt eine Gleichstellung mit versicherungspflichtigen Arbeitnehmern, als wären die Beiträge von Anfang an gezahlt worden.

02 · Was gilt

Wann greift die Nachversicherungs­garantie?

Die Nachversicherung wird nicht bei jedem Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis fällig. Entscheidend ist, ob du einen Anspruch oder eine Anwartschaft auf Versorgung hast oder nicht.

Ohne einen solchen Anspruch wirst du nachversichert, mit einem solchen Anspruch nicht.

Ein unversorgtes Ausscheiden liegt vor, wenn du die Mindestdienstzeit von fünf Jahren für ein Ruhegehalt nicht erreicht hast. Auch das endgültige Nichtbestehen einer Laufbahnprüfung führt dazu, dass du ohne Versorgungsanspruch ausscheidest und nachversichert wirst. Zeitsoldaten stellen mit jährlich etwa 20.000 ausscheidenden Personen den größten Anteil an den nachversicherten Personen.

Ein Versorgungsanspruch kann auch nach seinem Entstehen wieder verloren gehen. Das passiert, wenn durch Strafurteil der Verlust der Beamtenrechte eintritt oder ein Disziplinarverfahren mit der Entfernung aus dem Beamtenverhältnis endet. In diesen Fällen greift die obligatorische Nachversicherung nach § 8 Abs. 2 SGB VI.

Beamte, die auf eigenen Antrag entlassen werden, verlieren grundsätzlich ihren Anspruch auf Versorgung und werden nachversichert. Bei einigen Dienstherren kannst du stattdessen ein Altersgeld verlangen.

Situationen beim Ausscheiden aus einer versicherungsfreien Beschäftigung: Nachversicherung greift bei Ausscheiden ohne Anspruch oder Anwartschaft auf Versorgung, bei Verlust des Versorgungsanspruchs durch Strafurteil oder Disziplinarverfahren, bei Entlassung auf eigenen Antrag ohne Anspruch auf Altersgeld und beim endgültigen Nichtbestehen einer Laufbahnprüfung. Keine Nachversicherung erfolgt beim Wechsel in ein anderes Beamtenverhältnis mit Versorgungsanspruch, beim Erreichen der Mindestdienstzeit von fünf Jahren für ein Ruhegehalt und beim Ausscheiden mit Anspruch auf Altersgeld beim Dienstherrn.

Nachversicherung greift

·Ausscheiden ohne Anspruch oder Anwartschaft auf Versorgung
·Verlust des Versorgungsanspruchs durch Strafurteil oder Disziplinarverfahren
·Entlassung auf eigenen Antrag ohne Anspruch auf Altersgeld
·Endgültiges Nichtbestehen einer Laufbahnprüfung

Keine Nachversicherung

·Wechsel in ein anderes Beamtenverhältnis mit Versorgungsanspruch
·Erreichen der Mindestdienstzeit von fünf Jahren für ein Ruhegehalt
·Ausscheiden mit Anspruch auf Altersgeld beim Dienstherrn

03 · Schritt für Schritt

So läuft das Verfahren der Nachversicherung ab

Der Ablauf der Nachversicherung ist gesetzlich klar geregelt. Dein ehemaliger Dienstherr ist dabei der zentrale Akteur, der die Beiträge berechnet und abführt.

Du selbst musst keinen Antrag stellen, die Nachversicherung erfolgt von Amts wegen.

Grundlage für die Berechnung sind deine Bruttoentgelte aus der Beamten- oder Dienstzeit, begrenzt auf die jeweilige Beitragsbemessungsgrenze. Selbst wenn deine monatlichen Dienstbezüge höher waren, werden nur Einnahmen bis zu dieser Grenze berücksichtigt. Von diesen Bruttoentgelten berechnet der Dienstherr die Rentenbeiträge und überweist sie an die Deutsche Rentenversicherung.

Die gezahlten Beiträge gelten als rechtzeitig gezahlte Pflichtbeiträge. Bei der späteren Rentenberechnung zählen diese Zeiten als Pflichtbeitragszeiten und können einen Rentenanspruch begründen oder die Rente erhöhen.

Du hast keinen klagbaren Anspruch gegen den Dienstherrn auf Abführung der Beiträge. Wenn die Nachversicherung nicht durchgeführt wird, musst du dich an den Rentenversicherungsträger wenden und deine Rechte notfalls vor den Sozialgerichten durchsetzen.

Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis: Du scheidest aus deiner versicherungsfreien Beschäftigung aus, ohne einen Anspruch auf Versorgung zu haben. Berechnung der Beiträge durch den Dienstherrn: Dein ehemaliger Dienstherr berechnet die Rentenbeiträge auf Grundlage deiner Bruttoentgelte aus der Beamten- oder Dienstzeit. Zahlung an die Deutsche Rentenversicherung: Der Dienstherr überweist die Beiträge in voller Höhe, also Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil, an die Deutsche Rentenversicherung. Gutschrift als Pflichtbeitragszeiten: Die gezahlten Beiträge gelten als rechtzeitig gezahlte Pflichtbeiträge und zählen bei der Rentenberechnung.

01

Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis

Du scheidest aus deiner versicherungsfreien Beschäftigung aus, ohne einen Anspruch auf Versorgung zu haben.

02

Berechnung der Beiträge durch den Dienstherrn

Dein ehemaliger Dienstherr berechnet die Rentenbeiträge auf Grundlage deiner Bruttoentgelte aus der Beamten- oder Dienstzeit.

03

Zahlung an die Deutsche Rentenversicherung

Der Dienstherr überweist die Beiträge in voller Höhe, also Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil, an die Deutsche Rentenversicherung.

04

Gutschrift als Pflichtbeitragszeiten

Die gezahlten Beiträge gelten als rechtzeitig gezahlte Pflichtbeiträge und werden in deinem Rentenkonto gespeichert.

04 · Vergleich

Nachversicherung vs. Beamten­versorgung: Die Unterschiede

Die Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung funktioniert anders als die Beamtenversorgung. Ein Vergleich zeigt, worauf du dich nach einem Systemwechsel einstellen musst.

Der aus einer Nachversicherung resultierende Rentenanspruch fällt im Vergleich zu dem im gleichen Zeitraum möglichen Versorgungsanspruch zum Teil deutlich geringer aus.

Die Beamtenversorgung folgt dem Alimentationsprinzip des Dienstherrn und ist in der Regel höher als eine vergleichbare Rente. Die Nachversicherung hingegen ist eine Mindestleistung aus dem Sozialstaatsprinzip. Sie verhindert, dass du nach dem Ausscheiden ohne jede Absicherung dastehst, ersetzt aber nicht die Höhe einer Pension.

Bei der Berechnung der Nachversicherungsbeiträge gilt die Beitragsbemessungsgrenze. Verdienst du oberhalb dieser Grenze, bleibt der darüber liegende Teil unberücksichtigt. Bei der Beamtenversorgung zählen dagegen die ruhegehaltfähigen Dienstbezüge und die gesamte Dienstzeit.

Für nachzuversichernde Zeitsoldaten wird als Ausgleich eine fiktive Erhöhung der Beitragsbemessungsgrundlage um 20 Prozent vorgenommen.

Gegenüberstellung der Alterssicherungssysteme: In der gesetzlichen Rentenversicherung nach der Nachversicherung zahlt der ehemalige Dienstherr die Beiträge allein, Grundlage sind Bruttoentgelte bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die Leistungshöhe kann deutlich geringer ausfallen als ein Versorgungsanspruch, und die Rechtsnatur ist eine Mindestleistung aus dem Sozialstaatsprinzip. In der Beamtenversorgung finanziert der Dienstherr die Versorgung, Grundlage sind ruhegehaltfähige Dienstbezüge und Dienstzeit, die Leistungshöhe ist in der Regel höher als eine vergleichbare Rente, und die Rechtsnatur folgt dem Alimentationsprinzip des Dienstherrn.

Gegenüberstellung der Alterssicherungssysteme
Gesetzliche Rentenversicherung (nachversichert)Beamten­versorgung
BeitragszahlerEhemaliger Dienstherr zahlt allein
Grundlage der BerechnungBruttoentgelte bis zur Beitragsbemessungsgrenze
Leistungs­höheKann deutlich geringer ausfallen als ein Versorgungsanspruch
RechtsnaturMindestleistung aus dem Sozialstaatsprinzip

05 · Kosten

Welche Kosten entstehen bei der Nachversicherung?

Für dich als ausgeschiedene Beamtin oder ausgeschiedenen Beamten entstehen keine direkten Kosten. Die finanzielle Last trägt allein dein ehemaliger Dienstherr.

Er zahlt die Rentenbeiträge in voller Höhe, also sowohl den Arbeitgeber- als auch den Arbeitnehmeranteil.

Die Beiträge werden von Amts wegen unmittelbar an den Träger der Rentenversicherung gezahlt. Du musst dich an der Beitragszahlung nicht beteiligen und auch keine eigenen Zahlungen leisten. Die Nachversicherung ist für dich beitragsfrei.

Die Beitragsbemessungsgrundlage sind die beitragspflichtigen Einnahmen aus der Beschäftigung im Nachversicherungszeitraum bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Selbst wenn deine monatlichen Dienstbezüge höher waren, werden nur Einnahmen bis zu dieser Grenze berücksichtigt.

Der ehemalige Dienstherr trägt 100 Prozent der Rentenbeiträge, dein Anteil beträgt 0 Prozent.

Verteilung der Beitragslast bei der Nachversicherung: Der ehemalige Dienstherr trägt Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil, also 100 Prozent. Die ausgeschiedene Person trägt 0 Prozent. Die Beiträge werden von Amts wegen unmittelbar an den Träger der Rentenversicherung gezahlt.

Verteilung der Beitragslast bei der Nachversicherung

Ehemaliger Dienstherr (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil)100 %
Ausgeschiedene Person0 %

06 · Checkliste

Welche Zeiten zählen für deine spätere Rente?

Nachversicherte Zeiten haben eine direkte Auswirkung auf deine Rentenberechnung. Sie werden behandelt, als hättest du in dieser Zeit als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer gearbeitet.

Die gezahlten Beiträge gelten als rechtzeitig gezahlte Pflichtbeiträge.

Bei der späteren Rentenberechnung zählen diese Zeiten als Pflichtbeitragszeiten. Sie können einen Rentenanspruch überhaupt erst begründen, wenn du ohne die Nachversicherung die erforderlichen Wartezeiten nicht erfüllen würdest. Sie können auch eine bereits bestehende Rentenanwartschaft erhöhen.

Der Nachversicherungszeitraum ist der Zeitraum, in dem die Versicherungsfreiheit oder die Befreiung von der Versicherungspflicht vorgelegen hat. Für diese gesamte Zeit werden Beiträge nachentrichtet, sodass keine Lücke in deinem Versicherungsverlauf entsteht.

Die nachversicherten Zeiten zählen als Pflichtbeitragszeiten und können deine Rente begründen oder erhöhen.

Auswirkungen der Nachversicherung auf deine Rente: Die nachversicherten Zeiten zählen als Pflichtbeitragszeiten. Sie können einen Rentenanspruch überhaupt erst begründen. Sie können eine bereits bestehende Rentenanwartschaft erhöhen. Die Beiträge gelten als rechtzeitig gezahlt, es entstehen keine Nachteile.

Auswirkungen der Nachversicherung auf deine Rente

01

Die nachversicherten Zeiten zählen als Pflichtbeitragszeiten.

02

Sie können einen Rentenanspruch überhaupt erst begründen.

03

Sie können eine bereits bestehende Rentenanwartschaft erhöhen.

04

Die Beiträge gelten als rechtzeitig gezahlt, es entstehen keine Nachteile.

07 · Im Vertrag

Nachversicherung und Erwerbsminderung: Das sind die Voraussetzungen

Auch für den Fall einer Erwerbsminderung ist die Nachversicherung relevant. Die allgemeinen Regeln der gesetzlichen Rentenversicherung gelten dann für deine nachversicherten Zeiten.

Die nachversicherten Zeiten zählen als Pflichtbeitragszeiten und helfen dir, die erforderlichen Wartezeiten zu erfüllen.

Für eine Erwerbsminderungsrente musst du die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllen. Nachversicherte Zeiten zählen hierzu. Sie können also den Unterschied machen, ob du überhaupt einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente hast.

Eine volle Erwerbsminderungsrente erhältst du, wenn du aus gesundheitlichen Gründen weniger als 3 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsatzfähig bist. Eine teilweise Erwerbsminderungsrente erhältst du, wenn du 3 bis unter 6 Stunden täglich einsatzfähig bist.

Für eine Erwerbsminderungsrente musst du die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllen, und nachversicherte Zeiten zählen hierzu.

Gesetzliche Voraussetzungen für Erwerbsminderungsrenten: Bei voller Erwerbsminderungsrente bist du aus gesundheitlichen Gründen weniger als 3 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsatzfähig. Bei teilweiser Erwerbsminderungsrente bist du aus gesundheitlichen Gründen 3 bis unter 6 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsatzfähig. Für beide Renten musst du die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllen, und nachversicherte Zeiten zählen hierzu.

Gesetzliche Voraussetzungen für Erwerbsminderungsrenten

Volle ErwerbsminderungsrenteArbeitsfähigkeitDu bist aus gesundheitlichen Gründen weniger als 3 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsatzfähig.
Teilweise ErwerbsminderungsrenteArbeitsfähigkeitDu bist aus gesundheitlichen Gründen 3 bis unter 6 Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einsatzfähig.

08 · Vergleich

Private Absicherung: Berufsunfähigkeits­versicherung und Gesundheits­prüfung

Die gesetzliche Rente aus der Nachversicherung ist eine Basisabsicherung. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kann diese ergänzen, stellt aber eigene Anforderungen.

Der zentrale Unterschied liegt im Bezugspunkt der Leistung.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente orientiert sich am allgemeinen Arbeitsmarkt. Du erhältst sie nur, wenn du weniger als 3 beziehungsweise 6 Stunden täglich irgendeine Tätigkeit ausüben kannst. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet dagegen bereits, wenn du mindestens 50 Prozent berufsunfähig im zuletzt ausgeübten Beruf bist.

Für die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Gesundheitsprüfung vor Vertragsabschluss erforderlich. Bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente gibt es keine Gesundheitsprüfung bei Antragstellung, aber eine medizinische Begutachtung im Leistungsfall.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf, die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erst bei weniger als 3 beziehungsweise 6 Stunden täglicher Arbeitsfähigkeit.

Gesetzliche Erwerbsminderungsrente und private Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich: Die gesetzliche Rente setzt weniger als 3 beziehungsweise 6 Stunden tägliche Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt voraus, die private BU leistet ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf. Bei der gesetzlichen Rente gibt es keine Gesundheitsprüfung bei Antragstellung, aber eine medizinische Begutachtung, bei der privaten BU ist eine Gesundheitsprüfung vor Vertragsabschluss erforderlich. Der Bezugspunkt ist beim gesetzlichen System der allgemeine Arbeitsmarkt, bei der privaten BU der zuletzt ausgeübte Beruf.

Gesetzliche Erwerbsminderungsrente vs. private Berufsunfähigkeitsversicherung
Gesetzliche Erwerbsminderungs­rentePrivate Berufsunfähigkeits­versicherung
Gesundheits­prüfungMedizinische BegutachtungGesundheitsprüfung vor Vertragsabschluss erforderlich

09 · Grundlagen

Beitragsdynamik: So passt du deine private Absicherung an

Wenn du dich für eine private Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidest, spielt die Beitragsdynamik eine Rolle. Sie sorgt dafür, dass deine Absicherung mit der Zeit nicht an Wert verliert.

Ohne Anpassung würde die Inflation deine versicherte Leistung Jahr für Jahr entwerten.

Die Beitragsdynamik ist eine vertragliche Vereinbarung, bei der sich dein Beitrag und die versicherte Leistung in regelmäßigen Abständen erhöhen. Das Besondere daran: Eine erneute Gesundheitsprüfung ist für diese Erhöhungen nicht erforderlich. Dein Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bleibt maßgeblich.

Du kannst die Beitragsdynamik in der Regel jährlich ablehnen, wenn du die höheren Beiträge nicht zahlen möchtest. Bedenke aber, dass eine spätere Erhöhung der Leistung dann oft nur mit erneuter Gesundheitsprüfung möglich ist.

Die Beitragsdynamik erhöht Beitrag und Leistung regelmäßig ohne erneute Gesundheitsprüfung und gleicht so die Inflation aus.

Die Beitragsdynamik ist eine vertragliche Vereinbarung, bei der sich dein Beitrag und die versicherte Leistung in regelmäßigen Abständen ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Sie gleicht die Inflation aus und passt deine Absicherung an steigende Lebenshaltungskosten an.

Kurz erklärt

Beitragsdynamik

Eine vertragliche Vereinbarung, bei der sich dein Beitrag und die versicherte Leistung in regelmäßigen Abständen ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

Sie gleicht die Inflation aus und passt deine Absicherung an steigende Lebenshaltungskosten an.

10 · Hintergrund

Karrieregarantie: Was bedeutet das für deine Altersvorsorge?

Der Begriff Karrieregarantie stammt aus der privaten Versicherungswirtschaft und betrifft die Absicherung deiner beruflichen Entwicklung. Für die gesetzliche Nachversicherung hat er keine direkte Bedeutung.

Die beiden Systeme folgen unterschiedlichen Prinzipien.

Eine Karrieregarantie in der Berufsunfähigkeitsversicherung kann bedeuten, dass du bei einem späteren Berufswechsel oder einer Beförderung deine versicherte Leistung ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen kannst. Das ist ein privates Vertragsmerkmal, das du individuell vereinbaren musst.

Für die gesetzliche Rentenversicherung und die Nachversicherung gilt ein anderes Prinzip: Hier zählen deine tatsächlich erzielten Bruttoentgelte. Eine Karrieregarantie beeinflusst die Berechnung deiner nachversicherten Zeiten nicht. Deine Rentenanwartschaften aus der Nachversicherung richten sich allein nach den Bruttoentgelten, die du während deiner Dienstzeit erzielt hast.

Die Karrieregarantie ist ein privates Vertragsmerkmal der Berufsunfähigkeitsversicherung und hat keine Auswirkung auf die gesetzliche Nachversicherung.

Eine Karrieregarantie in der Berufsunfähigkeitsversicherung kann bedeuten, dass du bei einem späteren Berufswechsel oder einer Beförderung deine versicherte Leistung ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen kannst. Für die gesetzliche Rentenversicherung und die Nachversicherung gilt ein anderes Prinzip: Hier zählen deine tatsächlich erzielten Bruttoentgelte. Deine Rentenanwartschaften aus der Nachversicherung richten sich allein nach den Bruttoentgelten, die du während deiner Dienstzeit erzielt hast.

Eine Karrieregarantie in der Berufsunfähigkeitsversicherung kann bedeuten, dass du bei einem späteren Berufswechsel oder einer Beförderung deine versicherte Leistung ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen kannst. Das ist ein privates Vertragsmerkmal.

Für die gesetzliche Rentenversicherung und die Nachversicherung gilt ein anderes Prinzip: Hier zählen deine tatsächlich erzielten Bruttoentgelte. Eine Karrieregarantie beeinflusst die Berechnung deiner nachversicherten Zeiten nicht.

Deine Rentenanwartschaften aus der Nachversicherung richten sich allein nach den Bruttoentgelten, die du während deiner versicherungsfreien Beschäftigung erzielt hast. Eine spätere berufliche Entwicklung ändert daran nichts.

11 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Nachversicherung vermeiden

Im Zusammenhang mit der Nachversicherung gibt es einige Missverständnisse. Wer sie kennt, kann seine Ansprüche besser einschätzen.

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, man müsse sich an den Beiträgen beteiligen. Die Beiträge zahlt allein der ehemalige Dienstherr in voller Höhe. Du musst keine eigenen Zahlungen leisten und auch keinen Antrag stellen, die Nachversicherung erfolgt von Amts wegen.

Ein weiterer Irrtum ist die Erwartung, die Rente aus der Nachversicherung sei so hoch wie eine Pension. Sie fällt oft deutlich geringer aus, weil die Beitragsbemessungsgrenze gilt und die Nachversicherung nur eine Mindestleistung darstellt. Auch die Annahme, man habe einen direkten Anspruch gegen den Dienstherrn auf Zahlung, ist falsch. Du musst dich an den Rentenversicherungsträger wenden, wenn die Nachversicherung nicht durchgeführt wird.

Die Nachversicherung ist kein privater Versicherungsvertrag, sondern ein gesetzliches Verfahren der Rentenversicherung.

Häufige Irrtümer zur Nachversicherung: Die Annahme, man müsse sich an den Beiträgen beteiligen, ist falsch, denn die Beiträge zahlt allein der ehemalige Dienstherr. Die Erwartung, die Rente aus der Nachversicherung sei so hoch wie eine Pension, ist falsch, denn sie fällt oft deutlich geringer aus. Der Glaube, die Nachversicherung sei ein privater Versicherungsvertrag, ist falsch, denn sie ist ein gesetzliches Verfahren der Rentenversicherung. Die Annahme, man habe einen direkten Anspruch gegen den Dienstherrn auf Zahlung, ist falsch, denn man muss sich an den Rentenversicherungsträger wenden.

Häufige Irrtümer zur Nachversicherung

·Annahme, man müsse sich an den Beiträgen beteiligen: Die Beiträge zahlt allein der ehemalige Dienstherr.
·Erwartung, die Rente aus der Nachversicherung sei so hoch wie eine Pension: Sie fällt oft deutlich geringer aus.
·Glaube, die Nachversicherung sei ein privater Versicherungsvertrag: Sie ist ein gesetzliches Verfahren der Rentenversicherung.
·Annahme, man habe einen direkten Anspruch gegen den Dienstherrn auf Zahlung: Man muss sich an den Rentenversicherungsträger wenden.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026