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Ratgeber · Versicherung

Lohnt sich eine Pflegeversicherung? So schließt du die Versorgungs­lücke

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten, der Rest bleibt als Eigenanteil bei dir. Ob sich eine private Pflegezusatzversicherung für dich lohnt, hängt von deiner finanziellen Situation, deinem Alter und deiner Bereitschaft ab, selbst vorzusorgen.

11 Kapitel · 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt Pflegekosten nur teilweise, im Pflegeheim liegt der Eigenanteil durchschnittlich bei über 3.000 Euro pro Monat.
  • Eine Pflegezusatzversicherung lohnt sich vor allem, wenn du weder ausreichend Vermögen noch hohe Rentenansprüche hast und deine Angehörigen finanziell entlasten willst.
  • Für jüngere Menschen bis etwa 50 Jahre ist eine Pflegezusatzversicherung meist noch nicht sinnvoll, weil sich Lebensumstände noch stark ändern können.
  • Alternativ kannst du mit einem ETF-Sparplan selbst für den Pflegefall vorsorgen, das Geld bleibt dann auch bei Nicht-Pflegebedürftigkeit verfügbar.

01 · Kosten

Welche Kosten deckt die gesetzliche Pflegeversicherung ab?

Die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilkaskoversicherung: Sie zahlt festgelegte Beträge je nach Pflegegrad, übernimmt aber nie die gesamten Kosten. Entscheidend für die Einstufung ist, wie stark deine Selbstständigkeit eingeschränkt ist.

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt feste Beträge, die sich nach deinem Pflegegrad und der Art der Versorgung richten. Bei Pflegegrad 1 gibt es für die reine Pflege noch kein Geld, nur den einheitlichen Entlastungsbetrag von 131 Euro für Angebote zur Unterstützung im Alltag. Ab Pflegegrad 2 steigen die Leistungen, wobei die Beträge für professionelle Pflege zu Hause höher sind als für die Pflege durch Angehörige.

Im Pflegeheim gelten andere Sätze als in der häuslichen Pflege. Die Pflegekasse übernimmt dort für Pflegegrad 2 monatlich 805 Euro, für Pflegegrad 5 sind es 2.096 Euro. Diese Summen decken aber nur einen Teil der tatsächlichen Heimkosten, denn die Unterkunft und Verpflegung musst du immer selbst bezahlen.

  • Pflegegrad 2 bringt zu Hause bei professioneller Pflege 796 Euro, im Heim 805 Euro.
  • Pflegegrad 3 bringt zu Hause 1.497 Euro, im Heim 1.319 Euro.
  • Pflegegrad 4 bringt zu Hause 1.859 Euro, im Heim 1.855 Euro.
  • Pflegegrad 5 bringt zu Hause 2.299 Euro, im Heim 2.096 Euro.

Monatliche Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung im Überblick

Pflegegrad 2 zu Hause796 EUR
Pflegegrad 3 zu Hause1.497 EUR
Pflegegrad 4 zu Hause1.859 EUR
Pflegegrad 5 zu Hause2.299 EUR
Pflegegrad 2 im Heim805 EUR
Pflegegrad 3 im Heim1.319 EUR
Pflegegrad 4 im Heim1.855 EUR
Pflegegrad 5 im Heim2.096 EUR

02 · Vergleich

Wie hoch ist die Versorgungs­lücke bei Pflegebedürftigkeit?

Die Differenz zwischen den Leistungen der Pflegekasse und den tatsächlichen Kosten musst du selbst tragen. Diese Lücke ist im Pflegeheim besonders groß und liegt dort unabhängig vom Pflegegrad bei durchschnittlich 1.500 Euro pro Monat.

Die Lücke zwischen dem, was die Pflegekasse zahlt, und dem, was Pflege tatsächlich kostet, ist im Heim am größten. Dort zahlen Heime für alle Bewohner ab Pflegegrad 2 einen einheitlichen Betrag, unabhängig davon, wie viel Pflege sie konkret benötigen. Der durchschnittliche Eigenanteil liegt im stationären Bereich bei 1.500 Euro pro Monat, ohne Kosten für Wohnen und Verpflegung.

Zu Hause wächst die Lücke mit dem Pflegegrad. Im Pflegegrad 1 musst du mit etwa 150 Euro Eigenanteil rechnen, im Pflegegrad 5 sind es bereits 2.600 Euro. Diese Beträge zeigen, dass eine Zusatzversicherung vor allem dann relevant wird, wenn du eine lange und intensive Pflege zu Hause oder einen Heimaufenthalt absichern willst.

  • Pflegegrad 1: 150 Euro Eigenanteil zu Hause, 1.500 Euro im Heim.
  • Pflegegrad 2: 600 Euro zu Hause, 1.500 Euro im Heim.
  • Pflegegrad 3: 1.300 Euro zu Hause, 1.500 Euro im Heim.
  • Pflegegrad 4 und 5: 2.600 Euro zu Hause, 1.500 Euro im Heim.
Durchschnittlicher Eigenanteil pro Monat nach Pflegesituation
Ambulante Pflege zu HauseStationäre Pflege im Heim
Pflegegrad 1150 EUR1.500 EUR
Pflegegrad 2600 EUR1.500 EUR
Pflegegrad 31.300 EUR1.500 EUR
Pflegegrad 42.600 EUR1.500 EUR
Pflegegrad 52.600 EUR1.500 EUR

03 · Checkliste

Für wen lohnt sich eine Pflegezusatzversicherung?

Ob sich eine private Pflegezusatzversicherung für dich lohnt, hängt von deiner finanziellen Situation, deinem Alter und deiner familiären Unterstützung ab. Eine pauschale Antwort gibt es nicht, aber klare Kriterien helfen bei der Entscheidung.

Für jüngere Menschen bis etwa 50 Jahre ist eine Pflegezusatzversicherung meist noch nicht sinnvoll. In diesem Alter können sich Lebensumstände wie Kinder, Jobwechsel, Heirat oder Scheidung noch stark ändern, und die Beiträge müssten über viele Jahrzehnte zuverlässig gezahlt werden. Wer dagegen absehbar keine ausreichenden Rentenansprüche oder kein nennenswertes Vermögen hat, für den kann der Abschluss ab Mitte 50 eine Überlegung wert sein.

Eine Zusatzversicherung lohnt sich eher, wenn du deine Kinder finanziell entlasten willst oder keine Immobilie besitzt, die du im Pflegefall vermieten oder verkaufen könntest. Auch wenn du nicht bereit bist, selbst ein Geldpolster für den Pflegefall anzusparen, kann die Versicherung eine Alternative sein. Entscheidend ist, dass du die Beiträge auch im Rentenalter noch tragen kannst.

  • Du hast keine ausreichenden Rentenansprüche und kein nennenswertes Vermögen.
  • Du willst deine Angehörigen im Pflegefall finanziell entlasten.
  • Du besitzt keine Immobilie, die du vermieten oder verkaufen könntest.
  • Du bist bereit, die Beiträge über Jahrzehnte zuverlässig zu zahlen.
  • Du willst nicht selbst ein Geldpolster für den Pflegefall ansparen.

Eine Pflegezusatzversicherung lohnt sich eher, wenn du ...

01

keine ausreichenden Rentenansprüche oder kein nennenswertes Vermögen hast

02

deine Kinder oder Angehörigen finanziell entlasten willst, falls du pflegebedürftig wirst

03

keine Immobilie besitzt, die du vermieten oder verkaufen könntest

04

bereit bist, die Beiträge über Jahrzehnte zuverlässig zu zahlen, auch im Rentenalter

05

keine Lust hast, selbst ein Geldpolster für den Pflegefall anzusparen

04 · Vergleich

Welche Arten der Pflegezusatzversicherung gibt es?

Auf dem Markt gibt es drei verschiedene Produkttypen, die sich in ihrer Funktionsweise deutlich unterscheiden. Die Pflegetagegeldversicherung ist am weitesten verbreitet, aber nicht immer die beste Wahl.

Auf dem Markt gibt es drei Produkttypen: die Pflegetagegeldversicherung, die Pflegekostenversicherung und die Pflegerentenversicherung. Die Pflegetagegeldversicherung ist am weitesten verbreitet und zahlt im Pflegefall einen vereinbarten Tagessatz, der je nach Pflegegrad gestaffelt ist. Die Pflegekostenversicherung erstattet dagegen nur tatsächlich nachgewiesene Pflegekosten bis zu einem Höchstbetrag.

Die Pflegerentenversicherung zahlt eine monatliche Rente, die du frei verwenden kannst, ohne Nachweise über Pflegekosten zu erbringen. Staatlich gefördert wird nur die Pflegetagegeldversicherung über den Pflege-Bahr mit einer Zulage von 5 Euro monatlich. Für Laien sind die Tarife schwer zu unterscheiden, daher ist unabhängige Beratung vor dem Abschluss wichtig.

  • Pflegetagegeld: vereinbarter Tagessatz, abhängig vom Pflegegrad, frei verfügbar.
  • Pflegekostenversicherung: erstattet nachgewiesene Pflegekosten bis zu einem Höchstbetrag.
  • Pflegerentenversicherung: monatliche Rente, unabhängig von tatsächlichen Kosten.
Die drei Modelle der privaten Pflegezusatzversicherung im Vergleich
PflegetagegeldPflegekostenversicherungPflegerentenversicherung
Leistung im PflegefallVereinbarter Tagessatz, abhängig vom PflegegradErstattet tatsächliche Pflegekosten bis zu einem HöchstbetragMonatliche Rente, unabhängig von tatsächlichen Kosten
Flexibilität der VerwendungFrei verfügbar, keine NachweispflichtNur für nachgewiesene PflegekostenFrei verfügbar, keine Nachweispflicht
Staatliche Förderung möglichJa, über Pflege-Bahr mit 5 Euro Zulage monatlichNeinNein
VerbreitungAm häufigsten gewähltWeniger verbreitetWeniger verbreitet

05 · Was gilt

Was leistet die Pflegetagegeldversicherung?

Die Pflegetagegeldversicherung zahlt im Pflegefall einen vereinbarten Tagessatz, der je nach Pflegegrad gestaffelt ist. Den vollen Tagessatz gibt es meist erst ab Pflegegrad 5, in den niedrigeren Graden wird nur ein Anteil gezahlt.

Die Pflegetagegeldversicherung zahlt im Pflegefall ein vereinbartes Tagegeld. Den vollen Tagessatz gibt es bei vielen Tarifen erst ab Pflegegrad 5, einige zahlen ihn bereits ab Pflegegrad 4. In den niedrigeren Pflegegraden wird nur ein Anteil des Tagessatzes ausgezahlt, daher solltest du auf die Staffelung im Vertrag achten.

Für die stationäre Pflege ist ein gleich hohes Tagegeld in den Pflegegraden 2 bis 5 sinnvoll, weil der Eigenanteil im Heim einheitlich ist. In der ambulanten Pflege sind ausreichende Leistungen in den Pflegegraden 1 bis 3 wichtig, da die meisten Menschen dort die längste Zeit verbringen. Tarife ohne Leistungsanspruch bei ambulanter Pflege sind nicht zu empfehlen, denn der Löwenanteil der Pflege findet zu Hause statt.

  • Achte auf Tarife mit Leistungsanspruch bei ambulanter Pflege.
  • Wähle im stationären Bereich ein gleich hohes Tagegeld für die Pflegegrade 2 bis 5.
  • Sichere ausreichende Leistungen in den Pflegegraden 1 bis 3 ab.
  • Bevorzuge Tarife, die den vollen Tagessatz bereits ab Pflegegrad 4 zahlen.

Darauf solltest du achten

·Tarife mit Leistungsanspruch bei ambulanter Pflege, da der Löwenanteil der Pflege zu Hause stattfindet
·Gleich hohes Tagegeld für die Pflegegrade 2 bis 5 im stationären Bereich, weil der Eigenanteil im Heim einheitlich ist
·Ausreichende Leistungen in den Pflegegraden 1 bis 3, da die meisten Menschen dort die längste Zeit verbringen
·Volle Leistung bereits ab Pflegegrad 4, wenn möglich

Das ist nicht zu empfehlen

·Tarife ohne Leistungsanspruch bei ambulanter Pflege
·Verträge, die erst ab Pflegegrad 5 den vollen Tagessatz zahlen
·Sehr niedrige Tagessätze, die die Versorgungslücke nicht annähernd decken
·Staatlich geförderte Pflege-Bahr-Verträge mit regelmäßig schlechteren Vertragsbedingungen

06 · Im Vertrag

Welche Rolle spielen Vorerkrankungen beim Abschluss?

Private Pflegezusatzversicherungen verlangen vor Vertragsabschluss eine Gesundheitsprüfung. Wer Vorerkrankungen hat, kann abgelehnt werden oder muss Risikozuschläge zahlen.

Du musst Angaben zu deinem Gesundheitszustand machen, und falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Versicherer dürfen Antragsteller mit schweren Vorerkrankungen ablehnen oder nur mit Risikozuschlag annehmen.

Eine Ausnahme ist der staatlich geförderte Pflege-Bahr. Hier darf der Versicherer niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen, dafür sind die Vertragsbedingungen regelmäßig schlechter. In der Regel gelten bei privaten Pflegezusatzversicherungen Wartezeiten, in denen noch kein Versicherungsschutz besteht.

  • Gesundheitsfragen sind beim Antrag Pflicht, falsche Angaben gefährden den Schutz.
  • Bei schweren Vorerkrankungen drohen Ablehnung oder Risikozuschlag.
  • Beim Pflege-Bahr gibt es keinen Ablehnungsgrund wegen Vorerkrankungen.
  • Wartezeiten bedeuten, dass der Schutz erst nach einer Frist beginnt.

Gesundheitsprüfung und Vorerkrankungen

GesundheitsfragenPflichtBeim Antrag musst du Angaben zu deinem Gesundheitszustand machen. Falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.
Ablehnung bei VorerkrankungenRisikoPrivate Versicherer dürfen Antragsteller mit schweren Vorerkrankungen ablehnen oder nur mit Risikozuschlag annehmen.
Pflege-Bahr als AusnahmeSonderfallBeim staatlich geförderten Pflege-Bahr darf der Versicherer niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen, dafür sind die Vertragsbedingungen regelmäßig schlechter.
WartezeitenFristIn der Regel gilt eine Wartezeit, bevor der volle Versicherungsschutz greift. Die genauen Fristen unterscheiden sich je nach Anbieter.

07 · Kosten

Was kostet eine Pflegezusatzversicherung?

Die Beiträge für eine Pflegezusatzversicherung sind nicht unerheblich und steigen mit dem Eintrittsalter. Wer früh abschließt, zahlt monatlich weniger, muss aber über viele Jahre einzahlen.

Die Beiträge für eine Pflegetagegeldversicherung hängen stark vom Eintrittsalter ab. Wer mit 45 Jahren abschließt, zahlt schätzungsweise 60 Euro im Monat, mit 55 Jahren sind es etwa 90 Euro. Wer erst mit 65 Jahren einsteigt, muss mit deutlich über 100 Euro monatlich rechnen.

Diese Beiträge sind nicht garantiert. Viele Versicherer haben in der Vergangenheit ihre Beiträge deutlich erhöht, teils um mehr als das Doppelte. Du solltest daher nur einen Vertrag abschließen, wenn du auch nach einer Beitragssteigerung noch genug finanziellen Spielraum hast.

  • Eintritt mit 45 Jahren: etwa 60 Euro monatlich.
  • Eintritt mit 55 Jahren: etwa 90 Euro monatlich.
  • Eintritt mit 65 Jahren: deutlich über 100 Euro monatlich.

Monatliche Beiträge für eine Pflegetagegeldversicherung nach Eintrittsalter

Eintritt mit 45 Jahrenca. 60 EUR
Eintritt mit 55 Jahrenca. 90 EUR
Eintritt mit 65 Jahrendeutlich über 100 EUR

08 · Vergleich

Welche Alternativen zur Pflegezusatzversicherung gibt es?

Eine Pflegezusatzversicherung ist nicht die einzige Möglichkeit, für den Pflegefall vorzusorgen. Wer diszipliniert sparen kann, hat mit einem ETF-Sparplan oder anderen Anlageformen oft mehr Flexibilität.

Statt einer Pflegezusatzversicherung kannst du auch selbst für den Pflegefall vorsorgen. Ein ETF-Sparplan mit 50 Euro monatlich und einer angenommenen Rendite von 4 Prozent ergibt in 40 Jahren ein Polster von über 58.000 Euro. Dieses Geld bleibt dir erhalten, auch wenn du nie pflegebedürftig wirst, und du kannst es vererben.

Der Nachteil des Selbstsparens ist, dass die Höhe des Polsters von der Anlagedauer und der Marktentwicklung abhängt. Die Pflegezusatzversicherung bietet dagegen eine feste Leistung im Pflegefall, unabhängig davon, wie lange du eingezahlt hast. Allerdings verfallen die Beiträge, wenn du nicht pflegebedürftig wirst.

  • Pflegezusatzversicherung: feste Leistung im Pflegefall, aber Beiträge verfallen ohne Pflegefall.
  • ETF-Sparplan: Geld bleibt verfügbar und vererbbar, aber Höhe hängt vom Markt ab.
  • Selbstsparen erfordert Disziplin, die Versicherung bietet Planbarkeit.
Pflegezusatzversicherung oder selbst vorsorgen?
PflegezusatzversicherungSelbst vorsorgen mit ETF-Sparplan
Verfügbarkeit des GeldesNur im Pflegefall, sonst verfallen die BeiträgeJederzeit verfügbar, auch wenn du nicht pflegebedürftig wirst
RenditechancenKeine Rendite, reine RisikoabsicherungLangfristig durchschnittlich 4 bis 7 Prozent pro Jahr möglich
PlanbarkeitFeste Leistung im Pflegefall, unabhängig von der AnlagedauerHöhe des Polsters hängt von Anlagedauer und Marktentwicklung ab
Risiko bei BeitragssteigerungenBeiträge können deutlich steigen, Kündigung bedeutet TotalverlustKeine Beitragspflicht, Sparrate kann flexibel angepasst werden

09 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei der Pflegezusatzversicherung vermeiden?

Viele Verbraucher schließen Verträge ab, die später nicht halten, was sie versprochen haben. Diese typischen Fehler kosten dich im Ernstfall viel Geld.

Ein häufiger Fehler ist der Abschluss ohne Vergleich, denn die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind hoch. Viele Verbraucher unterschätzen auch die Beitragssteigerungen, die in der Vergangenheit teils mehr als das Doppelte betrugen. Wer dann kündigen muss, verliert alle gezahlten Beiträge ohne Rückerstattung.

Ein weiterer Fehler ist die Wahl eines Tarifs ohne Leistung bei ambulanter Pflege, obwohl der Löwenanteil der Pflege zu Hause stattfindet. Auch das blinde Vertrauen auf den Pflege-Bahr ist riskant, denn die staatliche Förderung von 5 Euro monatlich gleicht die schlechteren Vertragsbedingungen meist nicht aus.

  • Schließe keinen Vertrag ohne Vergleich ab, die Preisunterschiede sind hoch.
  • Unterschätze nicht die Beitragssteigerungen, sie können sich mehr als verdoppeln.
  • Wähle keinen Tarif ohne Leistung bei ambulanter Pflege.
  • Kündige nicht wegen Geldmangels, sonst sind alle Beiträge verloren.
  • Verlasse dich nicht blind auf den Pflege-Bahr, die Förderung rechnet sich kaum.

Häufige Fehler beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung

·Abschluss ohne Vergleich: Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind hoch, ein Vergleich lohnt immer.
·Unterschätzen der Beitragssteigerungen: Viele Versicherer haben die Beiträge in der Vergangenheit deutlich erhöht, teils um mehr als das Doppelte.
·Wahl eines Tarifs ohne Leistung bei ambulanter Pflege: Der Löwenanteil der Pflege findet zu Hause statt.
·Kündigung wegen Geldmangels: Dann sind alle gezahlten Beiträge verloren, es gibt keine Rückerstattung.
·Blindes Vertrauen auf den Pflege-Bahr: Die staatliche Förderung von 5 Euro monatlich rechnet sich kaum, die Vertragsbedingungen sind regelmäßig schlechter.
·Zu niedriges Tagegeld wählen: Es sollte die Versorgungslücke in den Pflegegraden 2 bis 5 annähernd decken.

10 · Hintergrund

Wie hängt die Pflegezusatzversicherung mit deiner Altersvorsorge zusammen?

Die Pflegezusatzversicherung ist ein Baustein deiner Altersvorsorge, aber nicht der einzige. Sie ergänzt deine gesetzliche Rente, private Altersvorsorge und dein Vermögen, wenn diese nicht ausreichen, um Pflegekosten zu decken.

Deine Altersvorsorge besteht aus mehreren Säulen: der gesetzlichen Rente, betrieblicher Altersvorsorge, privater Vorsorge wie ETF-Sparplänen oder Rentenversicherungen und gegebenenfalls Immobilienvermögen. Die Pflegezusatzversicherung setzt dort an, wo diese Säulen eine Lücke lassen: bei den hohen Kosten für Pflege im Alter.

Bevor du eine Pflegezusatzversicherung abschließt, solltest du dir einen Überblick über deine zu erwartenden Einnahmen im Alter verschaffen. Wie hoch sind deine Rentenansprüche? Hast du Vermögen in Aktien, Festgeld oder eine kapitalbildende Lebensversicherung? Wohnst du in einer eigenen Immobilie, die du vermieten könntest? Wenn du den Eigenanteil an Pflegekosten aus deinem Vermögen stemmen kannst, benötigst du keine Zusatzversicherung.

  • Die Pflegezusatzversicherung ergänzt deine Altersvorsorge, wenn andere Säulen nicht reichen.
  • Prüfe zuerst deine Rentenansprüche, dein Vermögen und mögliche Mieteinnahmen.
  • Wenn du den Eigenanteil aus eigenem Vermögen zahlen kannst, brauchst du keine Zusatzversicherung.

Deine Altersvorsorge besteht aus mehreren Säulen: der gesetzlichen Rente, betrieblicher Altersvorsorge, privater Vorsorge wie ETF-Sparplänen oder Rentenversicherungen und gegebenenfalls Immobilienvermögen. Die Pflegezusatzversicherung setzt dort an, wo diese Säulen eine Lücke lassen: bei den hohen Kosten für Pflege im Alter.

Bevor du eine Pflegezusatzversicherung abschließt, solltest du dir einen Überblick über deine zu erwartenden Einnahmen im Alter verschaffen. Wie hoch sind deine Rentenansprüche? Hast du Vermögen in Aktien, Festgeld oder eine kapitalbildende Lebensversicherung? Wohnst du in einer eigenen Immobilie, die du im Pflegefall vermieten oder verkaufen könntest?

Wenn du den Eigenanteil an Pflegekosten aus deinem Vermögen stemmen kannst und auch bereit bist, dieses Geld für deine Pflege auszugeben, benötigst du keine Pflegezusatzversicherung. Die Beiträge, die du sonst an den Versicherer zahlen würdest, kannst du stattdessen in deine Altersvorsorge stecken und so ein flexibles Polster aufbauen.

Bedenke auch, dass das Risiko für Pflegebedürftigkeit im hohen Alter stark zunimmt. 2019 war jeder Fünfte in der Altersgruppe zwischen 75 und 85 Jahren auf Pflege angewiesen, ab 90 Jahren sogar eine große Mehrheit von 76 Prozent. Die durchschnittliche Pflegedauer liegt bei Frauen bei knapp fünf Jahren, bei Männern bei dreieinhalb Jahren.

11 · Im Vertrag

Lohnt sich der staatlich geförderte Pflege-Bahr?

Der Pflege-Bahr ist eine staatlich geförderte Pflegetagegeldversicherung mit einer Zulage von 5 Euro pro Monat. Die Förderung klingt verlockend, rechnet sich aber in den meisten Fällen nicht.

Der einzige echte Vorteil ist der Aufnahmezwang: Versicherer dürfen beim Pflege-Bahr niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen. Für Menschen mit schweren Vorerkrankungen kann das der einzige Weg in eine private Pflegezusatzversicherung sein.

Die staatlich geförderten Verträge haben jedoch regelmäßig die schlechteren Vertragsbedingungen, etwa niedrigere Leistungen oder strengere Voraussetzungen für die Auszahlung. Die Förderung von 5 Euro monatlich gleicht diese Nachteile in den meisten Fällen nicht aus. Für gesunde Antragsteller lohnt sich daher fast immer ein nicht geförderter Tarif mit besseren Leistungen.

  • Die Förderung beträgt 5 Euro monatlich, also 60 Euro im Jahr.
  • Der Aufnahmezwang ist der einzige echte Vorteil des Pflege-Bahr.
  • Die Vertragsbedingungen sind regelmäßig schlechter als bei nicht geförderten Tarifen.
  • Für gesunde Antragsteller lohnt sich fast immer ein nicht geförderter Tarif.

Pflege-Bahr: Staatliche Förderung mit Haken

Förderung5 EURDer Staat zahlt eine monatliche Zulage von 5 Euro, wenn du einen förderfähigen Vertrag abschließt. Das sind 60 Euro pro Jahr.
AufnahmezwangVorteilVersicherer dürfen beim Pflege-Bahr niemanden wegen Vorerkrankungen ablehnen. Das ist der einzige echte Vorteil gegenüber nicht geförderten Tarifen.
VertragsbedingungenNachteilStaatlich geförderte Verträge haben regelmäßig die schlechteren Vertragsbedingungen, etwa niedrigere Leistungen oder strengere Voraussetzungen für die Auszahlung.
WirtschaftlichkeitFazitDie Förderung von 5 Euro monatlich rechnet sich kaum. In den meisten Fällen ist ein nicht geförderter Tarif mit besseren Leistungen die sinnvollere Wahl.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026