Ratgeber · Versicherung
Lebensversicherung günstig: So sicherst du deine Familie ab, ohne zu viel zu zahlen
Eine günstige Lebensversicherung schützt deine Hinterbliebenen im Todesfall und kann gleichzeitig Kredite absichern. Entscheidend sind die richtige Versicherungssumme, eine passende Laufzeit und der Vergleich der Tarife.
11 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Die Risikolebensversicherung ist die günstigste Form der Hinterbliebenenabsicherung.
- Die Versicherungssumme sollte das Drei- bis Fünffache deines Bruttojahreseinkommens betragen.
- Für die Kreditabsicherung eignet sich eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme.
- Je jünger du beim Abschluss bist, desto niedriger bleibt dein Beitrag dauerhaft.
01 · Grundlagen
Was ist eine Risikolebensversicherung?
Die Risikolebensversicherung ist eine reine Hinterbliebenenabsicherung ohne Sparanteil. Sie zahlt die vereinbarte Todesfallleistung, wenn du während der Vertragslaufzeit stirbst.
Die Risikolebensversicherung zahlt im Todesfall der versicherten Person eine vorab festgelegte Summe an die Bezugsberechtigten aus. Sie sichert damit Hinterbliebene finanziell ab und kann gleichzeitig laufende Kredite oder eine Baufinanzierung absichern. Anders als eine kapitalbildende Lebensversicherung enthält sie keinen Sparanteil.
Die Beiträge sind auch bei hohen Versicherungssummen im sechsstelligen Bereich bereits ab ein- oder zweistelligen monatlichen Prämien erhältlich. Je jünger du bei Abschluss bist, desto günstiger bleibt dein Beitrag dauerhaft. Der Versicherungsschutz gilt weltweit und greift auch dann, wenn der Todesfall bereits kurz nach Vertragsbeginn eintritt.
Für wen sich die Risikolebensversicherung besonders eignet:
- Familien mit Kindern sichern den Lebensunterhalt der Hinterbliebenen ab.
- Paare ohne Kinder halten den gewohnten Lebensstandard auch nach dem Verlust des Partners aufrecht.
- Kreditnehmer schützen ihre Angehörigen vor der Schuldenfalle bei einer Immobilienfinanzierung.
Kurz erklärt
Risikolebensversicherung
Eine Versicherung, die im Todesfall der versicherten Person eine vorab festgelegte Summe an die Bezugsberechtigten auszahlt. Sie dient der finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen und der Kreditabsicherung.
Die Beiträge sind auch bei hohen Versicherungssummen im sechsstelligen Bereich bereits ab ein- oder zweistelligen monatlichen Prämien erhältlich.
02 · Kosten
Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?
Die Versicherungssumme schließt die Versorgungslücke, die nach deinem Tod entsteht. Als Orientierung dient dein Bruttojahreseinkommen.
Die Versicherungssumme sollte deine Hinterbliebenen in die Lage versetzen, laufende Kosten und bestehende Kredite zu decken. Als Orientierung für die Familienabsicherung gilt das Drei- bis Fünffache deines Bruttojahreseinkommens. Bei einer reinen Kreditabsicherung entspricht die Summe der Höhe der Restschuld.
Für Paare ohne Kinder reicht in der Regel das Zwei- bis Dreifache des Bruttojahreseinkommens aus. Die Versicherungssumme kann konstant bleiben oder bei einer Kreditabsicherung mit der Restschuld fallen. Eine konstante Summe ist sinnvoll, wenn dein Absicherungsbedarf über die Jahre stabil bleibt.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Alleinverdiener mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro hat nach Abzug von Witwenrente und Halbwaisenrente eine monatliche Versorgungslücke von etwa 1.865 Euro. Die Versicherungssumme muss diese Lücke über viele Jahre schließen können.
Empfohlene Versicherungssumme nach Lebenssituation
03 · Vergleich
Risikolebensversicherung oder kapitalbildende Lebensversicherung?
Für die reine Hinterbliebenenabsicherung ist die Risikolebensversicherung deutlich günstiger als eine kapitalbildende Lebensversicherung. Diese kombiniert Todesfallschutz mit einem Sparvorgang.
Bei der kapitalbildenden Variante zahlst du zusätzlich in einen Sparvorgang ein, was den Beitrag erheblich erhöht. Dafür erhältst du bei Ablauf das angesparte Kapital ausgezahlt.
Für die meisten Haushalte ist die Risikolebensversicherung der wirtschaftlichere Weg, eine hohe Todesfallleistung abzusichern. Die Beiträge sind weitaus günstiger als bei kapitalbildenden Versicherungen. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit besteht bei der Risikolebensversicherung kein Anspruch auf eine Auszahlung der Beiträge.
Die Unterschiede im Überblick:
- Die Risikolebensversicherung zahlt nur im Todesfall, die kapitalbildende Lebensversicherung kombiniert Todesfallschutz mit einem Sparvorgang.
- Die Risikolebensversicherung eignet sich für Hinterbliebenenschutz und Kreditabsicherung, die kapitalbildende Lebensversicherung für die Altersvorsorge mit Todesfallschutz.
- Bei vorzeitiger Kündigung einer Risikolebensversicherung erhältst du keine oder nur eine geringe Rückzahlung.
| Risikolebensversicherung | Kapitalbildende Lebensversicherung | |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Reiner Todesfallschutz | Todesfallschutz plus Sparvorgang |
| Beitragshöhe | Niedrig, auch bei hohen Summen | Deutlich höher |
| Auszahlung bei Ablauf | Keine Auszahlung | |
| Geeignet für | Hinterbliebenenschutz, Kreditabsicherung |
04 · Schritt für Schritt
So sicherst du deine Familie mit konstanter Versicherungssumme ab
Eine konstante Versicherungssumme bleibt über die gesamte Vertragslaufzeit gleich. Sie eignet sich, wenn dein Absicherungsbedarf über die Jahre stabil bleibt.
Das ist typischerweise der Fall, solange deine Kinder finanziell von dir abhängig sind. Die Summe sollte so gewählt werden, dass deine Familie den Lebensunterhalt über mehrere Jahre decken kann.
Beginne mit der Berechnung deiner Versorgungslücke: Ermittle, wie viel Geld deine Familie monatlich benötigt, und ziehe staatliche Leistungen wie Witwen- und Halbwaisenrente ab. Wähle eine Summe, die das Drei- bis Fünffache deines Bruttojahreseinkommens beträgt. So kann deine Familie den Lebensunterhalt über mehrere Jahre decken.
Die wichtigsten Schritte bei der Familienabsicherung:
Versorgungslücke berechnen
Ermittle, wie viel Geld deine Familie monatlich benötigt, und ziehe staatliche Leistungen wie Witwen- und Halbwaisenrente ab. Die Differenz ist deine Versorgungslücke.
Versicherungssumme festlegen
Wähle eine Summe, die das Drei- bis Fünffache deines Bruttojahreseinkommens beträgt. So kann deine Familie den Lebensunterhalt über mehrere Jahre decken.
Laufzeit bestimmen
Die Laufzeit sollte mindestens so lange dauern, bis deine Kinder finanziell auf eigenen Beinen stehen. Wähle im Zweifel eine längere Laufzeit.
Bezugsberechtigte benennen
Lege fest, wer die Todesfallleistung erhalten soll. Das können dein Partner, deine Kinder oder andere Angehörige sein.
05 · Was gilt
Kreditabsicherung: Fallende Versicherungssumme für Immobilienfinanzierung
Bei einer Immobilienfinanzierung sinkt die Restschuld mit jeder Tilgung. Eine Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme passt sich diesem Verlauf an und ist dadurch günstiger als eine konstante Summe.
Die Versicherungssumme entspricht zu Beginn der anfänglichen Restschuld und fällt parallel zur Kredittilgung.
Du hast die Wahl zwischen zwei Summenverläufen: Die individuell fallende Versicherungssumme passt sich deinem Kredit oder Darlehen an und fällt zusammen mit der Restschuld deiner Finanzierung. Die gleichmäßig fallende Versicherungssumme fällt über die gesamte Vertragslaufzeit in gleichbleibenden Schritten. Beide Varianten sind für die Restschuldabsicherung geeignet.
Für die Kreditabsicherung gilt:
- Die Laufzeit der Versicherung sollte der Kreditlaufzeit entsprechen.
- Die Versicherungssumme sollte die anfängliche Restschuld vollständig abdecken.
- Eine kapitalbildende Lebensversicherung ist für diesen Zweck wegen der hohen Beiträge weniger geeignet.
Gut geeignet
Weniger geeignet
06 · Fehler vermeiden
Restschuldversicherung: Wann sie sich lohnt und wann nicht
Die Restschuldversicherung ist eine spezielle Form der Risikolebensversicherung mit fallender Versicherungssumme. Sie wird oft direkt beim Kreditinstitut abgeschlossen, ist dort aber häufig teurer als eine eigenständige Risikolebensversicherung.
Einige Kreditinstitute und Baufinanzierer bestehen jedoch auf den Abschluss einer solchen Versicherung.
Bei der Restschuldversicherung geht die Deckungssumme im Leistungsfall direkt an den Kreditgeber, etwaige Überschüsse stehen den Erben zu. Wird die Versicherung als Teil des Kredits abgeschlossen, ist sie meist unverhältnismäßig teuer. Zuweilen lohnt stattdessen die klassische Risikolebensversicherung, weil Hinterbliebene dann sowohl den Kredit abbezahlen als auch die eigene Lebenssituation absichern können.
Häufige Fehler bei der Restschuldversicherung:
- Der Abschluss erfolgt direkt beim Kreditinstitut ohne Vergleich mit einer eigenständigen Risikolebensversicherung.
- Die Versicherungssumme deckt nicht die gesamte Restschuld ab.
- Die Laufzeit der Versicherung ist kürzer als die Kreditlaufzeit.
- Die Beiträge werden in den Kredit eingerechnet und dadurch teurer.
Häufige Fehler bei der Restschuldversicherung
07 · Hintergrund
Altersvorsorge: Warum die Risikolebensversicherung dafür nicht geeignet ist
Die Risikolebensversicherung zahlt nur im Todesfall. Für den Aufbau einer Altersvorsorge brauchst du andere Produkte, die Kapital ansparen.
Die Risikolebensversicherung ist keine Sparanlage. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit besteht kein Anspruch auf eine Auszahlung oder Teilauszahlung der Beiträge. Sie dient ausschließlich dem Schutz deiner Hinterbliebenen und zahlt nur im Todesfall.
Für die Altersvorsorge eignen sich stattdessen eine private Rentenversicherung, ein ETF-Sparplan oder eine betriebliche Altersvorsorge. Diese Produkte bauen Kapital auf, das du im Alter als Rente oder als Einmalzahlung erhältst. Eine private Rentenversicherung kann mit einer Risikolebensversicherung kombiniert werden, um deine Familie während der Ansparphase abzusichern.
Wenn du für das Alter vorsorgen möchtest, trenne die beiden Ziele klar: Nutze die Risikolebensversicherung für den Todesfallschutz und ein separates Sparprodukt für den Vermögensaufbau. So vermeidest du hohe Beiträge für eine kapitalbildende Lebensversicherung, die beides vermischt.
Die Risikolebensversicherung ist keine Sparanlage. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit besteht kein Anspruch auf eine Auszahlung oder Teilauszahlung der Beiträge. Sie dient ausschließlich dem Schutz deiner Hinterbliebenen.
Für die Altersvorsorge eignen sich stattdessen eine private Rentenversicherung, ein ETF-Sparplan oder eine betriebliche Altersvorsorge. Diese Produkte bauen Kapital auf, das du im Alter als Rente oder als Einmalzahlung erhältst.
Eine private Rentenversicherung kann mit einer Risikolebensversicherung kombiniert werden. So sicherst du deine Familie während der Ansparphase ab und baust gleichzeitig Kapital für deinen Ruhestand auf.
08 · Im Vertrag
Garantiezins und Überschussbeteiligung bei kapitalbildenden Lebensversicherungen
Der Garantiezins ist der Zinssatz, den Versicherer auf den Sparanteil einer kapitalbildenden Lebensversicherung mindestens gutschreiben. Die Überschussbeteiligung kommt je nach wirtschaftlichem Erfolg des Versicherers hinzu.
Er gilt für die gesamte Vertragslaufzeit und bietet dir eine feste Untergrenze für die Verzinsung deines angesparten Kapitals.
Die Überschussbeteiligung kommt je nach wirtschaftlichem Erfolg des Versicherers hinzu. Sie ist nicht garantiert und kann jährlich schwanken. Der Rückkaufswert ist der Betrag, den du bei vorzeitiger Kündigung einer kapitalbildenden Lebensversicherung zurückerhältst. Er liegt in den ersten Jahren oft unter den eingezahlten Beiträgen.
Die wichtigsten Begriffe zur Verzinsung:
- Der Garantiezins sichert dir eine Mindestverzinsung auf den Sparanteil zu.
- Die Überschussbeteiligung ist eine zusätzliche Verzinsung, die nicht garantiert ist.
- Der Rückkaufswert ist die Auszahlung bei Kündigung und kann anfangs niedriger sein als deine eingezahlten Beiträge.
Wichtige Begriffe zur Verzinsung
09 · Checkliste
Private Rentenversicherung: Ergänzung zur Risikolebensversicherung
Eine private Rentenversicherung zahlt dir eine lebenslange Rente, wenn du das Rentenalter erreichst. Sie ist ein Baustein der Altersvorsorge und kann die Risikolebensversicherung sinnvoll ergänzen.
Während die Risikolebensversicherung deine Familie im Todesfall absichert, sorgt die Rentenversicherung für dein Einkommen im Alter.
Die Kombination beider Produkte ist besonders für junge Familien sinnvoll. Du sicherst deine Familie während der Ansparphase ab und baust gleichzeitig Kapital für deinen Ruhestand auf. So vermeidest du eine Versorgungslücke sowohl im Todesfall als auch im Alter.
Eine private Rentenversicherung ist sinnvoll, wenn:
- Du im Alter eine zusätzliche monatliche Rente erhalten möchtest.
- Du bereits eine Risikolebensversicherung für den Todesfallschutz hast.
- Du Beiträge über viele Jahre konstant einzahlen kannst.
- Du von einer lebenslangen Rentenzahlung profitieren möchtest.
Wann eine private Rentenversicherung sinnvoll ist
Du möchtest im Alter eine zusätzliche monatliche Rente erhalten
Du hast bereits eine Risikolebensversicherung für den Todesfallschutz
Du kannst Beiträge über viele Jahre konstant einzahlen
Du möchtest von einer lebenslangen Rentenzahlung profitieren
10 · Was gilt
Beitragsberechnung: Welche Faktoren den Preis beeinflussen
Der Beitrag für eine Risikolebensversicherung hängt von wenigen Faktoren ab. Wer sie kennt, kann gezielt einen günstigen Tarif finden.
Das Eintrittsalter ist dabei der wichtigste Hebel: Je jünger du bei Abschluss bist, desto günstiger bleibt dein Beitrag dauerhaft.
Auch dein Gesundheitszustand und dein Raucherstatus wirken sich direkt auf den Preis aus. Ein guter Gesundheitszustand und Nichtraucherstatus senken den Beitrag deutlich. Eine kurze Vertragslaufzeit und eine niedrige Versicherungssumme reduzieren die Kosten ebenfalls.
Die wichtigsten Einflussfaktoren im Überblick:
- Ein junges Eintrittsalter senkt den Beitrag, ein hohes Eintrittsalter erhöht ihn.
- Vorerkrankungen und Raucherstatus führen zu höheren Beiträgen.
- Eine lange Vertragslaufzeit und eine hohe Versicherungssumme erhöhen den Preis.
Senkt den Beitrag
Erhöht den Beitrag
11 · Was gilt
Hinterbliebenenschutz: Wer bekommt die Todesfallleistung?
Die Todesfallleistung geht an die im Vertrag benannten Bezugsberechtigten. Ohne Benennung fällt die Summe an die Erben.
Du kannst die Bezugsberechtigten während der Vertragslaufzeit ändern, wenn sich deine Lebenssituation ändert.
Als Bezugsberechtigte kommen Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, Kinder, andere Angehörige, Geschäftspartner, Vereine oder Unternehmen infrage. Nicht benannte Angehörige, Freunde oder Geschäftspartner erhalten keine Leistung. Beitragszahlende und versicherte Person müssen nicht identisch sein.
Für unverheiratete Paare empfiehlt sich eine Über-Kreuz-Absicherung: Jeder Partner versichert das Leben des anderen. So fällt im Leistungsfall keine Erbschaftssteuer an, weil nicht das eigene Leben versichert wurde.
Mögliche Bezugsberechtigte
Nicht automatisch bezugsberechtigt
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