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FinanzbildungVersicherung12 Min.

Lebensversicherung Höhe: So findest du den Betrag, der wirklich zu dir passt

Die richtige Lebensversicherungshöhe hängt von deinem Leben ab, nicht von einer Formel. Wir zeigen dir, wie du den Bedarf in wenigen Schritten selbst ermittelst und woran du denkst musst.

VersicherungssummeRisikolebenBedarf
Brauche ich das?
Nur mit Angehörigen
Wer niemanden hat, muss keine Hinterbliebenen absichern.
Wie hoch?
5-10 Jahresgehälter
Faustformel, aber dein Einzelfall zählt mehr.
Was kostet das?
Abhängig von Alter
Junge Gesunde zahlen oft weniger als einen Kaffeebecher pro Woche.

Warum die Höhe deiner Lebensversicherung dich betrifft

Vielleicht denkst du, Lebensversicherung ist ein Thema für ältere Menschen oder für Leute mit großen Vermögen. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade wenn du jung bist, ein Kind bekommst oder eine Immobilie kaufst, entscheidet die richtige Summe darüber, ob deine Familie nach einem Schicksalsschlag finanziell überleben kann. Es geht nicht um dich, sondern um die Menschen, die von dir abhängen.

Stell dir vor, du bist der Hauptverdiener in deiner Familie. Dein Gehalt zahlt die Miete, das Essen, die Kita und das Auto. Wenn du von heute auf morgen nicht mehr da bist, fällt diese Einnahme komplett weg. Der Staat zahlt zwar eine kleine Hinterbliebenenrente, aber die deckt oft nur einen Bruchteil des bisherigen Lebensstandards. Eine gut kalkulierte Lebensversicherung schließt genau diese Lücke.

Viele Menschen haben bereits eine Lebensversicherung, die ihre Eltern vor 30 Jahren abgeschlossen haben. Diese alten Verträge haben oft eine viel zu niedrige Summe, weil sie nie an die Inflation oder dein heutiges Gehalt angepasst wurden. Wenn du also einen alten Vertrag im Schrank hast, heißt das nicht, dass du ausreichend geschützt bist. Im Gegenteil: Du solltest ihn jetzt kritisch prüfen.

Die gute Nachricht ist: Die richtige Höhe zu finden ist keine Raketenwissenschaft. Du musst kein Finanzexperte sein, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Du musst nur wissen, welche Fragen du dir stellen musst und wo die typischen Fallstricke lauern. Dieser Artikel führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess, ohne dass du dich durch Versicherungsbedingungen kämpfen musst.

Am Ende wirst du in der Lage sein, entweder deinen bestehenden Vertrag anzupassen oder einen neuen mit einem sinnvollen Betrag abzuschließen. Und du wirst verstehen, warum eine pauschale Antwort wie '300.000 Euro reichen immer' dir nicht weiterhilft. Deine Lebensversicherungshöhe ist so individuell wie dein Leben.

~1,4 Mio
Verträge sind in Deutschland aktiv (Risiko- und Kapitallebensversicherungen).
jede:r 3.
Erwerbstätige hat keine private Berufsunfähigkeitsabsicherung, aber das ist ein anderes Thema.
~70%
Der Bedarf wird oft um mehr als die Hälfte unterschätzt, wenn nur Beerdigungskosten kalkuliert werden.

Die Grundlagen: Was ist eine Lebensversicherung überhaupt?

Bevor wir über die Höhe sprechen, klären wir die Basics. Eine Lebensversicherung ist ein Vertrag mit einem Versicherer, bei dem du im Gegenzug für Beiträge eine festgelegte Geldsumme (die Versicherungssumme) ausgezahlt bekommst. Es gibt zwei Hauptarten: die Risikolebensversicherung und die Kapitallebensversicherung. Der Unterschied ist entscheidend für deine Planung.

Die Risikolebensversicherung ist der klassische Schutz für die Familie. Sie zahlt nur im Todesfall, und zwar genau die Summe, die du vorher festgelegt hast. Sie ist vergleichsweise günstig, weil sie keinen Sparanteil enthält. Du versicherst also kein Vermögen, sondern sicherst dein Einkommen für andere ab. Das ist die Form, die du für die Bedarfsermittlung hier brauchst.

Die Kapitallebensversicherung ist ein Mischprodukt aus Schutz und Sparen. Ein Teil deines Beitrags fließt in den Todesfallschutz, der andere Teil wird angelegt. Diese Verträge sind oft teuer und haben in der Vergangenheit häufig schlechte Renditen geliefert. Für die reine Absicherung deiner Familie ist sie meist nicht das optimale Werkzeug, da du für den gleichen Schutz mehr zahlst.

In Deutschland gibt es auch noch die gesetzliche Hinterbliebenenrente. Diese bekommen Ehepartner und Kinder, wenn der Verstorbene in die Rentenversicherung eingezahlt hat. Die Höhe ist jedoch begrenzt und wird oft nach einigen Jahren gekürzt oder gestrichen, wenn die Hinterbliebenen wieder arbeiten. Diese staatliche Leistung solltest du in deine Berechnung einbeziehen, aber nicht als alleinige Lösung betrachten.

Für diesen Artikel konzentrieren wir uns auf die Risikolebensversicherung, weil sie die einfachste und effektivste Methode ist, um eine bestimmte Summe für den Todesfall festzulegen. Wenn du später einen alten Kapitalvertrag hast, kannst du die Summe daraus als Bonus betrachten, aber deine Planung solltest du auf der Risikolebensversicherung aufbauen.

So funktioniert die Bedarfsermittlung: Die 4-Säulen-Methode

Um die richtige Lebensversicherungshöhe zu finden, musst du nicht raten. Es gibt eine bewährte Methode, die auf vier Säulen basiert. Diese Säulen decken alle finanziellen Bereiche ab, die nach deinem Tod relevant werden. Wenn du alle vier Säulen addierst, erhältst du einen realistischen Betrag, der deine Familie wirklich schützt.

Die erste Säule sind die laufenden Kosten. Dazu gehören Miete oder Kreditraten, Nebenkosten, Lebensmittel, Versicherungen, Kita-Gebühren und alle anderen monatlichen Ausgaben. Du multiplizierst diese Summe mit der Anzahl der Jahre, die deine Familie diesen Lebensstandard ohne dich halten soll. Üblich sind hier 10 bis 20 Jahre, bis die Kinder aus dem Haus sind oder der Partner wieder arbeiten kann.

Die zweite Säule sind die besonderen Ziele. Das ist zum Beispiel die Ausbildung der Kinder. Wenn du möchtest, dass dein Kind später studieren kann, solltest du die dafür nötigen Kosten in deine Summe einrechnen. Auch eine geplante Hochzeit oder ein Eigenheim, das noch gebaut werden soll, gehören in diese Kategorie. Diese Posten sind oft groß, werden aber bei der Planung häufig vergessen.

Die dritte Säule sind die Schulden. Dazu zählen nicht nur der Immobilienkredit, sondern auch Autokredite, Ratenzahlungen oder ein Dispo. Wenn du stirbst, bleiben diese Schulden bestehen und gehen auf deine Erben über. Deine Lebensversicherung sollte so hoch sein, dass diese Verbindlichkeiten sofort getilgt werden können, damit deine Familie nicht mit den Schulden kämpfen muss.

Die vierte Säule sind die einmaligen Kosten im Todesfall. Das sind Beerdigungskosten, Kosten für die Nachlassregelung, eventuelle Steuern und die Zeit der Trauer, in der dein Partner vielleicht nicht arbeiten kann. Diese Summe ist oft überraschend hoch. Eine Faustregel besagt, dass du hierfür mindestens 10.000 bis 15.000 Euro einplanen solltest, aber auch das ist nur ein Richtwert.

Kosten und Beiträge: Was du für den Schutz zahlst

Die Kosten für eine Risikolebensversicherung hängen von drei Hauptfaktoren ab: deinem Alter bei Vertragsabschluss, deinem Gesundheitszustand und der gewünschten Versicherungssumme. Auch dein Beruf und deine Hobbys spielen eine Rolle. Ein Berufspilot zahlt mehr als ein Büroangestellter, und ein Fallschirmspringer mehr als ein Leseratte.

Grundsätzlich gilt: Je jünger und gesünder du bist, desto günstiger ist der Beitrag. Ein 30-Jähriger Nichtraucher zahlt für eine Summe von 200.000 Euro oft nur einen zweistelligen Betrag pro Monat. Mit 50 Jahren und Vorerkrankungen kann derselbe Schutz leicht das Fünffache kosten. Das ist der Hauptgrund, warum du nicht zögern solltest, wenn du den Bedarf erkannt hast.

Die Beiträge sind in der Regel über die gesamte Laufzeit konstant. Du zahlst also im ersten Jahr genauso viel wie im zwanzigsten Jahr. Das macht die Planung einfach. Es gibt auch Verträge mit fallenden Beiträgen, die oft zu einem Immobilienkredit passen, weil die Restschuld ja auch sinkt. Diese sind günstiger, aber du musst sicherstellen, dass der Schutz nicht zu früh ausläuft.

Wichtig ist, dass du die Beiträge nicht mit der Kapitallebensversicherung verwechselst. Bei der Risikolebensversicherung bekommst du am Ende kein Geld zurück, wenn du nicht stirbst. Das fühlt sich für viele wie 'verbranntes Geld' an. Aber du bezahlst nicht für eine Rendite, sondern für die Sicherheit deiner Familie. Diese Sicherheit hat ihren Preis, und der ist im Vergleich zu anderen Versicherungen sehr fair.

Ein Tipp: Lass dich nicht von Lockangeboten mit extrem niedrigen Beiträgen blenden. Diese gelten oft nur für 'kerngesunde' Personen ohne jedes Risiko. Wenn du eine chronische Krankheit hast oder einen riskanten Beruf, wirst du in eine teurere Tarifklasse eingestuft. Ein seriöser Anbieter fragt das vorher ab und kalkuliert den Beitrag ehrlich.

Worauf du beim Vertrag achten solltest

Neben der Höhe der Versicherungssumme gibt es einige Vertragsdetails, die du unbedingt prüfen solltest. Das erste ist die Laufzeit. Sie sollte nicht zu kurz sein, sonst stehst du im Alter ohne Schutz da, wenn du ihn am dringendsten brauchst. Eine Laufzeit bis zum geplanten Renteneintritt oder bis zur vollständigen Tilgung des Kredits ist sinnvoll.

Achte auf die sogenannte 'Nachprüfungsklausel' oder 'Dynamik'. Das ist eine Option, die es dir erlaubt, die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Das ist Gold wert, wenn du später ein Kind bekommst oder dein Gehalt steigt. Viele Verträge bieten das automatisch an, aber du musst aktiv zustimmen, sonst verfällt die Option.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit dem Risiko des Todes durch Unfall. Manche Policen zahlen nur die einfache Summe, andere zahlen das Doppelte bei Unfällen. Das klingt attraktiv, ist aber oft unnötig, da die meisten Todesfälle durch Krankheiten verursacht werden. Konzentriere dich auf die Basisabsicherung und lass dich nicht von Zusatzbausteinen ablenken.

Prüfe, ob der Vertrag eine 'vorzeitige Kündigung' erlaubt und was dann passiert. Bei einer Risikolebensversicherung ist das meist unproblematisch, da kein Sparanteil vorhanden ist. Aber es gibt Verträge, die bei Kündigung eine Stornogebühr verlangen. Das solltest du vermeiden. Ein guter Vertrag ist flexibel und lässt dich nicht an Bedingungen fesseln.

Zuletzt: Schau auf die finanzielle Stabilität des Versicherers. Die Beitragszahlung nützt dir nichts, wenn der Anbieter in 20 Jahren pleite ist. Achte auf gute Bewertungen von Rating-Agenturen oder wähle einen Anbieter, der schon lange am Markt ist. Das ist kein Garant, aber ein gutes Indiz für Solidität.

Die 5 häufigsten Fehler bei der Summenwahl

Der erste und häufigste Fehler ist die Unterschätzung des Bedarfs. Viele Menschen rechnen nur mit der Beerdigung und ein paar tausend Euro. Sie vergessen, dass das Einkommen für Jahre oder Jahrzehnte ersetzt werden muss. Eine Summe von 20.000 Euro klingt viel, ist aber nach einem Jahr Lebenshaltungskosten aufgebraucht.

Der zweite Fehler ist, die Inflation zu ignorieren. 200.000 Euro klingen heute nach viel Geld, aber in 15 Jahren haben sie eine deutlich geringere Kaufkraft. Du solltest deine Summe entweder regelmäßig anpassen oder von Anfang an einen Puffer einplanen. Eine Dynamik im Vertrag hilft dir dabei, ohne dass du aktiv werden musst.

Der dritte Fehler ist, die staatliche Rente zu hoch zu bewerten. Die Witwenrente ist gedeckelt und wird oft mit dem eigenen Einkommen verrechnet. Wenn dein Partner arbeitet, kann die Rente komplett entfallen. Verlasse dich nicht auf diese Leistung, sondern kalkuliere sie konservativ oder gar nicht erst ein.

Der vierte Fehler ist, den Vertrag nach der Scheidung zu vergessen. Wenn du dich trennst und dein Ex-Partner nicht mehr von dir abhängig ist, brauchst du die hohe Summe vielleicht nicht mehr. Aber wenn du neue Kinder bekommst oder eine neue Familie gründest, muss die Summe wieder hoch. Überprüfe deinen Vertrag bei jedem Lebensereignis.

Der fünfte Fehler ist die falsche Laufzeit. Viele wählen eine Laufzeit von 10 Jahren, weil sie günstig ist. Aber wenn du mit 35 stirbst, ist der Vertrag mit 45 abgelaufen, und deine Kinder sind noch lange nicht aus dem Haus. Wähle die Laufzeit nicht nach dem Preis, sondern nach dem Zeitpunkt, an dem deine Kinder finanziell unabhängig sind.

Dein konkreter Fahrplan: So gehst du jetzt vor

Jetzt wird es praktisch. Nimm dir einen Zettel und einen Stift oder öffne eine Tabellenkalkulation. Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme: Notiere alle monatlichen Ausgaben deines Haushalts. Sei ehrlich und vollständig. Vergiss nicht die jährlichen Posten wie Kfz-Versicherung oder Streaming-Abos, die du auf den Monat umrechnest.

Der zweite Schritt ist die Berechnung des Einkommensbedarfs. Multipliziere die monatlichen Ausgaben mit 12 und dann mit der Anzahl der Jahre, die du absichern willst. Wenn du 2.500 Euro im Monat brauchst und 15 Jahre absichern willst, sind das 450.000 Euro. Das ist deine erste große Zahl.

Der dritte Schritt ist das Hinzufügen der anderen Säulen. Addiere die Ausbildungskosten der Kinder, die Restschuld deines Kredits und die einmaligen Kosten. Wenn du ein Haus mit 200.000 Euro Restschuld hast und 50.000 Euro für die Ausbildung einplanst, addierst du diese 250.000 Euro zu den 450.000 Euro. Jetzt hast du 700.000 Euro.

Der vierte Schritt ist die Korrektur um vorhandene Mittel. Ziehe dein Vermögen ab, das deine Familie sofort zur Verfügung hat, wie Sparbücher, Aktien oder eine bestehende Lebensversicherung. Wenn du 50.000 Euro Vermögen hast, reduziert sich der Bedarf auf 650.000 Euro. Das ist die Summe, die du anstrebst.

Der fünfte Schritt ist das Einholen von Angeboten. Nutze Vergleichsportale oder einen unabhängigen Makler. Gib deine Daten ein und vergleiche die Preise für die ermittelte Summe. Achte nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Vertragsbedingungen. Wenn du unsicher bist, lass den Vertrag von einem Fachmann gegenprüfen.

Wann du die Summe anpassen solltest

Deine Lebensversicherungshöhe ist kein statischer Wert, sondern sollte sich deinem Leben anpassen. Es gibt bestimmte Ereignisse, die eine sofortige Überprüfung auslösen sollten. Das erste ist die Geburt eines Kindes. Mit jedem Kind steigt dein Bedarf, weil du mehr Menschen absichern musst. Nutze die Nachprüfungsklausel, um die Summe zu erhöhen.

Der Kauf einer Immobilie ist ein weiterer Anlass. Deine Restschuld ist eine Verbindlichkeit, die deine Familie sonst alleine stemmen müsste. Erhöhe deine Summe mindestens um die Höhe des Kredits. Wenn du den Kredit später abbezahlt hast, kannst du die Summe wieder senken, um Beiträge zu sparen.

Auch eine Gehaltserhöhung oder ein Jobwechsel mit höherem Einkommen sollte dich dazu bewegen, deine Summe anzupassen. Dein Lebensstandard steigt, und damit auch der Betrag, den deine Familie benötigt, um diesen Standard zu halten. Eine Dynamik im Vertrag macht das automatisch, aber du solltest die Anpassung trotzdem kontrollieren.

Umgekehrt gibt es auch Gründe, die Summe zu senken. Wenn die Kinder aus dem Haus sind und finanziell auf eigenen Beinen stehen, sinkt dein Bedarf. Auch wenn du dein Haus abbezahlt hast, kannst du die Summe reduzieren. Das senkt deine Beiträge und gibt dir mehr finanziellen Spielraum im Alter.

Plane einen festen Termin im Kalender, zum Beispiel alle zwei Jahre, um deine Versicherungssumme zu überprüfen. Das dauert nur 15 Minuten, kann aber einen großen Unterschied machen. So stellst du sicher, dass dein Schutz immer zu deinem Leben passt und du weder zu viel bezahlst noch zu wenig abgesichert bist.

Die Rolle der Kapitallebensversicherung in deiner Planung

Viele Menschen haben noch eine alte Kapitallebensversicherung, die sie nicht verstehen. Diese Verträge kombinieren Schutz und Sparen, sind aber oft intransparent. Wenn du so einen Vertrag hast, solltest du ihn nicht einfach kündigen, sondern genau prüfen. Oft ist es besser, ihn zu verkaufen oder beitragsfrei zu stellen.

Die Kapitallebensversicherung hat eine garantierte Auszahlung, die bei Vertragsabschluss festgelegt wird. Diese Summe ist oft niedriger als das, was du eingezahlt hast, wenn man die Inflation berücksichtigt. Für die Absicherung deiner Familie ist sie meist ungeeignet, weil die Summe nicht flexibel an deinen Bedarf angepasst werden kann.

Wenn du eine Kapitallebensversicherung hast, kannst du die garantierte Summe als Teil deines Vermögens in die Bedarfsermittlung einrechnen. Sie reduziert also deinen Bedarf an einer zusätzlichen Risikolebensversicherung. Aber Vorsicht: Die Auszahlung ist erst am Ende der Laufzeit fällig. Wenn du vorher stirbst, zahlt der Vertrag oft nur die eingezahlten Beiträge oder eine geringe Todesfallsumme.

Eine sinnvolle Strategie ist es, die alte Kapitallebensversicherung zu kündigen oder zu verkaufen und das Geld in eine günstige Risikolebensversicherung mit hoher Summe umzuschichten. Das ist aber eine komplexe Entscheidung, die von deinem Alter, dem Gesundheitszustand und den Vertragskonditionen abhängt. Lass dich hierzu individuell beraten.

Grundsätzlich gilt: Für den reinen Todesfallschutz ist die Risikolebensversicherung immer die bessere Wahl. Sie ist günstiger, flexibler und transparenter. Die Kapitallebensversicherung war ein Produkt der 90er Jahre, das heute kaum noch jemand empfehlen würde. Nutze die Vorteile der modernen Produkte für deine Planung.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Wären Partner:in oder Kinder auf dein Einkommen angewiesen?
Hast du einen Immobilienkredit, den andere nach deinem Tod abbezahlen müssten?
Hast du in den letzten 5 Jahren deine Versicherungssumme überprüft?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Wenn die Summe zu niedrig ist, reicht das Geld nicht aus, um den Lebensstandard deiner Familie zu halten. Sie müssten entweder ihr Leben einschränken, die Immobilie verkaufen oder die Kinder müssten ihre Ausbildung abbrechen. Die Versicherung zahlt nur die vereinbarte Summe, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf.

Ja, das ist möglich, aber nicht automatisch. Viele Verträge bieten eine Nachprüfungsklausel, die eine Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung erlaubt. Wenn diese Klausel nicht vorhanden ist, musst du einen neuen Vertrag abschließen oder eine Zusatzpolice beantragen, was mit einer neuen Gesundheitsprüfung verbunden ist.

Die Witwenrente ist in den meisten Fällen nicht ausreichend, um den Lebensstandard zu halten. Sie ist gedeckelt und wird mit eigenem Einkommen verrechnet. Zudem ist sie zeitlich begrenzt, wenn der Partner noch erwerbsfähig ist. Sie sollte als Bonus betrachtet werden, nicht als Basis der Absicherung.

Für Kinder ist eine Lebensversicherung in der Regel unnötig, da niemand finanziell von ihnen abhängig ist. Eine Ausnahme ist die Absicherung einer hohen Beerdigungskosten, aber dafür reicht eine kleine Summe. Sinnvoller ist es, das Geld in eine Altersvorsorge oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung für das Kind zu stecken.

Die Risikolebensversicherung zahlt nur im Todesfall und ist günstig. Die Kapitallebensversicherung kombiniert Todesfallschutz mit einem Sparanteil, ist aber teurer und renditeschwach. Für die reine Absicherung der Familie ist die Risikolebensversicherung fast immer die bessere Wahl.

Die Laufzeit sollte so lange sein, wie die finanzielle Abhängigkeit deiner Angehörigen besteht. Das ist oft bis zum Ende der Ausbildung der Kinder oder bis zur vollständigen Tilgung des Immobilienkredits. Eine Laufzeit bis zum Renteneintritt ist eine gute Faustregel, da dann andere Vorsorgeprodukte greifen.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.