Ratgeber · Versicherung
Direktversicherung für Rentner: So besteuern Sie Ihre Betriebsrente im Ruhestand
Eine Direktversicherung für Rentner ist die Auszahlungsphase einer betrieblichen Altersvorsorge, die während des Arbeitslebens über den Arbeitgeber abgeschlossen wurde. Entscheidend sind die Abgaben auf die Rente oder Kapitalauszahlung sowie die Frage, wie viel Netto von der Zusage übrig bleibt.
11 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Auf die Auszahlung einer Direktversicherung zahlen gesetzlich Versicherte volle Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.
- Eine Einmalauszahlung ist bei neueren Verträgen steuerlich oft ungünstiger als eine lebenslange Rente.
- Der Arbeitgeber muss bei Entgeltumwandlung seit 2022 einen Zuschuss von 15 Prozent zahlen.
- Ein bestehendes Direktversicherungsguthaben wird nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet.
01 · Grundlagen
Was ist eine Direktversicherung für Rentner?
Die Direktversicherung ist eine Lebens- oder Rentenversicherung, die der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer für seine Angestellten abgeschlossen hat. Im Ruhestand wird aus dem angesparten Kapital eine lebenslange Rente oder eine einmalige Kapitalauszahlung.
Für dich als Rentnerin ist die Direktversicherung jetzt die Auszahlungsphase eines Vertrags, den dein Arbeitgeber während deines Berufslebens abgeschlossen hat. Der Arbeitgeber war dabei der Versicherungsnehmer, du warst die versicherte Person und bist heute die Leistungsberechtigte. Das bedeutet, die Versicherungsgesellschaft zahlt die vereinbarte Leistung direkt an dich aus, nicht an deinen ehemaligen Betrieb.
Die Auszahlung erfolgt grundsätzlich als lebenslange monatliche Rente, frühestens ab dem 62. Lebensjahr. Alternativ kann eine einmalige Kapitalauszahlung oder eine Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 Prozent des Vertragsguthabens mit anschließender Verrentung des Restbetrags vereinbart worden sein. Welche Option für dich gilt, steht in deinem Versicherungsschein und den Vertragsbedingungen.
Ein bestehendes Direktversicherungsguthaben wird nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. Das ist eine wichtige Information, falls deine gesetzliche Rente und andere Einkünfte niedrig ausfallen und du ergänzend Grundsicherung beantragen musst.
Kurz erklärt
Direktversicherung für Rentner
Die Auszahlungsphase einer betrieblichen Altersversorgung, bei der ein vom Arbeitgeber abgeschlossener Versicherungsvertrag im Rentenalter eine monatliche Rente oder eine Kapitalleistung an den ehemaligen Arbeitnehmer auszahlt.
Der Arbeitgeber war Versicherungsnehmer, die versicherte Person und der Leistungsberechtigte ist der Rentner.
02 · Schritt für Schritt
Entgeltumwandlung: So kam das Kapital in die Direktversicherung
Viele Direktversicherungen für Rentner basieren auf einer Entgeltumwandlung. Dabei wurde während des Arbeitslebens ein Teil des Bruttogehalts direkt in den Vertrag eingezahlt, bevor Steuern und Sozialabgaben fällig wurden.
Bei den meisten Direktversicherungen, die heute an Rentner ausgezahlt werden, stammt das Kapital aus einer Entgeltumwandlung. Du hast während deines Arbeitslebens mit deinem Arbeitgeber vereinbart, dass ein Teil deines Bruttogehalts nicht ausgezahlt, sondern direkt in den Versicherungsvertrag eingezahlt wird. Der Arbeitgeber hat diesen Betrag dann an die Versicherungsgesellschaft überwiesen.
Der Vorteil lag in der Ansparphase: Auf den umgewandelten Betrag fielen keine Einkommensteuer und keine Sozialabgaben an. Arbeitnehmer konnten bis zu 338 Euro monatlich steuer- und sozialabgabenfrei in eine Direktversicherung einzahlen. Dadurch floss mehr Geld in den Vertrag, als wenn du den Betrag erst versteuert und verbeitragt auf dein Konto bekommen hättest.
Im Ruhestand dreht sich die Logik um: Die Auszahlungen aus der Direktversicherung sind jetzt steuerpflichtig und unterliegen bei gesetzlich Versicherten der Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die Steuer- und Abgabenfreiheit war also kein endgültiger Erlass, sondern eine Verschiebung in die Rentenphase.
Bruttolohn wird umgewandelt
Der Arbeitnehmer vereinbart mit dem Arbeitgeber, dass ein Teil des Bruttogehalts nicht ausgezahlt, sondern in die Direktversicherung eingezahlt wird.
Beitragszahlung durch den Arbeitgeber
Der Arbeitgeber überweist den umgewandelten Betrag direkt an die Versicherungsgesellschaft. Er ist der Versicherungsnehmer des Vertrags.
Steuer- und Sozialabgabenfreiheit in der Ansparphase
Auf den umgewandelten Betrag fielen während des Arbeitslebens keine Einkommensteuer und keine Sozialabgaben an. Arbeitnehmer konnten bis zu 338 Euro monatlich steuer- und sozialabgabenfrei einzahlen.
Besteuerung in der Rentenphase
Die Auszahlungen im Ruhestand sind als Versorgungsbezüge steuerpflichtig und unterliegen bei gesetzlich Versicherten der vollen Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung.
03 · Was gilt
Gehaltsumwandlung und Arbeitgeberzuschuss: Was gilt für Rentner?
Die Gehaltsumwandlung ist der praktische Weg, über den eine Direktversicherung aufgebaut wurde. Seit 2022 ist der Arbeitgeber verpflichtet, bei dieser Form der Entgeltumwandlung einen Zuschuss zu zahlen, wenn er Sozialabgaben spart.
Dieser Zuschuss beträgt 15 Prozent des umgewandelten Betrags. Für dich als Rentnerin ist das insofern relevant, als dieser Zuschuss in der Ansparphase dein Vertragsguthaben erhöht hat und damit auch deine heutige Rente oder Kapitalauszahlung größer ausfällt.
Die Verpflichtung gilt für Neuverträge seit 2022. Für bestehende Verträge, die vor 2022 abgeschlossen wurden, gilt sie ebenfalls, wenn der Arbeitgeber durch die Gehaltsumwandlung Sozialabgaben einspart. Ob dein Arbeitgeber den Zuschuss gezahlt hat, kannst du anhand deiner alten Gehaltsabrechnungen oder der Mitteilungen zum Versicherungsvertrag nachvollziehen.
Es gibt Ausnahmen: Wenn dein Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze lag und der Arbeitgeber deshalb keine Sozialversicherungsbeiträge sparte, musste er keinen Zuschuss zahlen. Auch bei rein arbeitgeberfinanzierten Direktversicherungen ohne Gehaltsumwandlung bestand keine Zuschussverpflichtung.
Arbeitgeber muss zahlen
Arbeitgeber muss nicht zahlen
04 · Hintergrund
Beitragsbemessungsgrenze: Warum sie für die Direktversicherung wichtig war
Die Beitragsbemessungsgrenze bestimmt, bis zu welchem Einkommen Sozialversicherungsbeiträge fällig werden. Für die Direktversicherung war sie in der Ansparphase relevant, weil Beiträge oberhalb dieser Grenze nicht sozialabgabenfrei waren.
Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welcher Höhe des Bruttoeinkommens Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung erhoben werden. Für deine Direktversicherung war sie in der Ansparphase relevant, weil Beiträge oberhalb dieser Grenze nicht sozialabgabenfrei waren. Verdientest du oberhalb der Grenze, fielen auf den Gehaltsteil, der in die Direktversicherung floss, ohnehin keine Sozialabgaben an, sodass der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung keine Beiträge sparte.
Für die spätere Rente aus der Direktversicherung spielt die Beitragsbemessungsgrenze im Ruhestand keine Rolle mehr. Die Auszahlungen werden unabhängig von der Höhe deiner gesetzlichen Rente als Versorgungsbezüge behandelt und unterliegen der vollen Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung, sofern du gesetzlich versichert bist.
Die Beitragsbemessungsgrenze war also ein Faktor, der in der Ansparphase darüber entschied, ob dein Arbeitgeber den verpflichtenden Zuschuss von 15 Prozent zahlen musste. Für deine heutige Auszahlung hat sie keine direkte Bedeutung mehr.
Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welcher Höhe des Bruttoeinkommens Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung erhoben werden. Verdiente ein Arbeitnehmer oberhalb dieser Grenze, fielen auf den Teil des Gehalts, der in eine Direktversicherung floss, keine Sozialabgaben an, weil auf diesen Gehaltsteil ohnehin keine Beiträge gezahlt wurden.
Für die spätere Rente aus der Direktversicherung spielt die Beitragsbemessungsgrenze im Ruhestand keine Rolle mehr. Die Auszahlungen werden unabhängig von der Höhe der gesetzlichen Rente als Versorgungsbezüge behandelt und unterliegen der vollen Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung, sofern der Rentner gesetzlich versichert ist.
05 · Vergleich
Einmalauszahlung oder Rente: Was ist für Rentner günstiger?
Viele Direktversicherungen bieten zum Rentenbeginn ein Wahlrecht zwischen einer lebenslangen Rente und einer einmaligen Kapitalauszahlung. Die steuerliche Belastung unterscheidet sich deutlich.
Bei einer lebenslangen Rente wird jede Monatszahlung mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert, verteilt über die gesamte Rentenlaufzeit. Das führt in der Regel zu einer gleichmäßigen und oft niedrigeren Steuerlast pro Jahr.
Bei einer Einmalauszahlung wird das gesamte Kapital im Auszahlungsjahr voll besteuert. Das kann zu einer hohen Steuerprogression führen, weil das Kapital dein zu versteuerndes Einkommen in diesem Jahr stark erhöht. Auch bei den Krankenkassenbeiträgen gibt es Unterschiede: Auf eine monatliche Rente zahlst du volle Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Bei einer Einmalauszahlung werden die Beiträge auf einen Zeitraum von 120 Monaten verteilt, die volle Beitragspflicht bleibt aber bestehen.
Die Rente bietet dir lebenslange Zahlungssicherheit, aber keine freie Verfügung über das Kapital. Die Einmalauszahlung gibt dir die freie Verfügung über das gesamte Kapital, birgt aber das Risiko, dass das Geld vor deinem Lebensende aufgebraucht ist. Welche Variante für dich günstiger ist, hängt von deiner Lebenserwartung, deinem übrigen Einkommen und deinem Bedarf an Flexibilität ab.
| Lebenslange Rente | Einmalauszahlung | |
|---|---|---|
| Steuerliche Belastung | Besteuerung mit dem persönlichen Steuersatz, verteilt über die gesamte Rentenlaufzeit | Volle Besteuerung im Auszahlungsjahr, oft mit hoher Steuerprogression |
| Krankenkassenbeiträge | Volle Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung auf jede Monatsrente | Beiträge werden auf einen Zeitraum von 120 Monaten verteilt, volle Beitragspflicht |
| Flexibilität | Keine freie Verfügung über das Kapital, aber lebenslange Zahlung | Freie Verfügung über das gesamte Kapital, aber Risiko der Kapitalanlage |
| Teilkapitalauszahlung | Bis zu 30 Prozent des Vertragsguthabens können als Teilkapital ausgezahlt werden | Vollständige Auszahlung nur bei vereinbartem Kapitalwahlrecht |
06 · Kosten
Krankenkassenbeiträge auf die Direktversicherung für Rentner
Gesetzlich versicherte Rentner zahlen auf ihre Betriebsrente volle Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die ersten 197,75 Euro der monatlichen Rente sind frei von Abgaben zur Krankenkasse.
Volle Beiträge bedeutet, dass du sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil allein trägst. Insgesamt liegt die Abgabenlast bei gut 19 Prozent der monatlichen Betriebsrente.
Die ersten 197,75 Euro deiner monatlichen Rente sind frei von Abgaben zur Krankenkasse. Dieser Freibetrag gilt für die Krankenversicherung, nicht für die Pflegeversicherung. Auf den Betrag oberhalb des Freibetrags zahlst du den vollen Krankenkassenbeitrag und zusätzlich den vollen Beitrag zur Pflegeversicherung.
Bist du privat krankenversichert, zahlst du keine Krankenkassenbeiträge auf die betriebliche Rente oder eine Einmalauszahlung. Diese Regelung ist ein klarer finanzieller Vorteil für privat Versicherte in der Auszahlungsphase einer Direktversicherung.
Abgaben auf die monatliche Betriebsrente
07 · Im Vertrag
Hinterbliebenenschutz in der Direktversicherung für Rentner
Eine Direktversicherung kann eine Hinterbliebenenabsicherung vor und nach Rentenbeginn umfassen. Diese sichert die Rente oder das Kapital für Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner ab.
Ob und in welcher Form dieser Schutz besteht, hängt von den Vereinbarungen ab, die bei Vertragsabschluss getroffen wurden. Eine Rentengarantiezeit stellt sicher, dass die Rente für eine vereinbarte Dauer, oft 5 oder 10 Jahre, auch nach deinem Tod an die Hinterbliebenen weitergezahlt wird.
Vor Rentenbeginn greift eine Todesfallleistung: Stirbt die versicherte Person vor Rentenbeginn, wird das angesparte Kapital an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Diese Leistung ist in vielen Direktversicherungen enthalten, die genauen Bedingungen stehen in deinem Vertrag.
Zusätzlich kann eine lebenslange Hinterbliebenenrente für den Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner vereinbart worden sein. Diese Option ist eine Zusatzversicherung, die nicht automatisch in jedem Vertrag enthalten ist. Prüfe deinen Versicherungsschein, um zu klären, welcher Schutz für deine Angehörigen besteht.
Hinterbliebenenschutz in der Direktversicherung
08 · Checkliste
Rechtsanspruch auf Direktversicherung: Was Rentner wissen sollten
Jeder Arbeitnehmer hatte während des Arbeitslebens einen Rechtsanspruch auf betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung. Für Rentner ist dieser Anspruch in der Auszahlungsphase nicht mehr relevant, aber die Unverfallbarkeit der Ansprüche bleibt bestehen.
Das bedeutet, dass dir die Leistungen aus der Direktversicherung auch dann zustehen, wenn du den Arbeitgeber gewechselt hast oder der Vertrag vorzeitig beendet wurde.
Alle Einzahlungen, die du als Arbeitnehmerin selbst geleistet hast, sind unverfallbar. Das gilt auch bei einem Wechsel der Arbeitsstelle. Arbeitgeberbeiträge sind seit 2018 unverfallbar, wenn du mindestens drei Jahre im Unternehmen gearbeitet hast und beim Jobwechsel 21 Jahre alt warst. Manche Arbeitgeber räumen die Unverfallbarkeit auch schon direkt von Beginn an ein.
Ein bestehendes Direktversicherungsguthaben wird nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet. Das ist eine wichtige Regelung, falls deine gesetzliche Rente und andere Einkünfte niedrig ausfallen und du ergänzend Grundsicherung beantragen musst.
Rechtsanspruch und Unverfallbarkeit
Jeder Arbeitnehmer hatte einen Rechtsanspruch, Teile seines Gehalts in eine betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln.
Arbeitgeberbeiträge sind seit 2018 unverfallbar, wenn der Mitarbeiter mindestens drei Jahre im Unternehmen gearbeitet hat und beim Jobwechsel 21 Jahre alt war.
Alle Einzahlungen des Arbeitnehmers sind unverfallbar, auch bei einem Wechsel der Arbeitsstelle.
Ein bestehendes Direktversicherungsguthaben wird nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet.
09 · Hintergrund
Mitarbeiterbindung: Warum Arbeitgeber Direktversicherungen anboten
Die Direktversicherung war für Arbeitgeber ein Instrument der Mitarbeiterbindung. Sie stärkte die Attraktivität als Arbeitgeber und bot steuerliche Vorteile bei der Lohnabrechnung.
Arbeitgeber profitierten von der Direktversicherung, weil sie Fachkräfte banden und als moderner Arbeitgeber wahrgenommen wurden. Der Verwaltungsaufwand war im Vergleich zu anderen Formen der betrieblichen Altersversorgung gering, da der Versicherer mehrere Verträge auf einmal abschloss und oft Rabatte bei den Kosten gewährte. Für kleine und mittelgroße Unternehmen war die Direktversicherung deshalb ein gängiges Modell.
Zusätzlich sparte der Arbeitgeber rund 20 Prozent an Sozialabgaben, wenn Arbeitnehmer Teile ihres Gehalts in eine Direktversicherung einzahlten. Diese Ersparnis war der Grund für die gesetzliche Verpflichtung, seit 2022 einen Zuschuss von 15 Prozent auf die umgewandelten Beträge zu zahlen. Der Zuschuss sollte sicherstellen, dass die Ersparnis des Arbeitgebers teilweise an den Arbeitnehmer weitergegeben wird.
Für dich als Rentnerin bedeutet das: Die Direktversicherung war für deinen ehemaligen Arbeitgeber kein reines Entgegenkommen, sondern auch ein betriebswirtschaftliches Instrument. Die Konditionen deines Vertrags, einschließlich möglicher Rabatte bei den Kosten, hingen auch davon ab, wie viele Verträge der Arbeitgeber gleichzeitig abgeschlossen hat.
Arbeitgeber profitierten von der Direktversicherung, weil sie Fachkräfte banden und als moderner Arbeitgeber wahrgenommen wurden. Der Verwaltungsaufwand war im Vergleich zu anderen Formen der betrieblichen Altersversorgung gering, da der Versicherer mehrere Verträge auf einmal abschloss und oft Rabatte bei den Kosten gewährte.
Zusätzlich sparte der Arbeitgeber rund 20 Prozent an Sozialabgaben, wenn Arbeitnehmer Teile ihres Gehalts in eine Direktversicherung einzahlten. Diese Ersparnis war der Grund für die gesetzliche Verpflichtung, seit 2022 einen Zuschuss von 15 Prozent auf die umgewandelten Beiträge zu zahlen.
10 · Was gilt
Berufsunfähigkeitsschutz in der Direktversicherung für Rentner
Einige Direktversicherungen enthielten eine integrierte Berufsunfähigkeitsversicherung. Für Rentner ist dieser Schutz nur noch relevant, wenn die Berufsunfähigkeit vor Rentenbeginn eingetreten ist.
Nach Rentenbeginn sichert die Berufsunfähigkeitsversicherung nur die Ansparphase ab, nicht die Auszahlungsphase.
Wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung in den Vertrag integriert wurde und die Berufsunfähigkeit vor Rentenbeginn eingetreten ist, besteht der Schutz. Die Leistung beginnt ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf, wenn diese Klausel vereinbart wurde. Das bedeutet, du musstest mindestens die Hälfte deiner Arbeitsfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf verloren haben, um Leistungen zu erhalten.
Wenn keine Berufsunfähigkeitsversicherung in den Vertrag eingeschlossen wurde, besteht kein Schutz. Auch nach Rentenbeginn besteht kein Schutz mehr, da die Berufsunfähigkeitsversicherung nur die Ansparphase absichert. Prüfe deinen Vertrag, um zu klären, ob und in welchem Umfang ein solcher Schutz vereinbart war.
Wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung in den Vertrag integriert wurde und die Berufsunfähigkeit vor Rentenbeginn eingetreten ist
Schutz besteht nicht
11 · Im Vertrag
Steuerfreiheit in der Ansparphase, Steuerpflicht in der Rentenphase
Die Direktversicherung bot in der Ansparphase Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG. Im Ruhestand sind die Auszahlungen als Versorgungsbezüge steuerpflichtig.
Die Direktversicherung bot in der Ansparphase Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG. Beiträge zu kapitalgedeckten Direktversicherungen waren bis zu 338 Euro monatlich steuerfrei, wenn im Versicherungsfall zumindest ein Wahlrecht auf Rentenzahlung bestand. Diese Steuerfreiheit galt für Verträge, die ab 2005 abgeschlossen wurden.
Die Beiträge waren in der Ansparphase sozialabgabenfrei, wenn sie aus einer Entgeltumwandlung stammten. Das regelt § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9 SvEV. Im Ruhestand sind die Auszahlungen als Versorgungsbezüge voll steuerpflichtig. Sie unterliegen bei gesetzlich Versicherten zusätzlich der vollen Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung.
Die Steuerfreiheit in der Ansparphase war also kein endgültiger Vorteil, sondern eine Verschiebung der Steuerlast in die Rentenphase. Ob sich das für dich gelohnt hat, hängt davon ab, ob dein Steuersatz im Rentenalter niedriger ist als während deiner Berufstätigkeit. In den allermeisten Fällen ist das so, was einen Steuervorteil bedeutet.
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