Entnahmerechner Wie lange reicht dein Vermögen?
Mit dem kostenlosen Entnahmerechner berechnest du, wie lange dein Erspartes oder ETF-Depot reicht – ideal & Young Professionals.
- Definition: Ein Entnahmerechner berechnet, wie lange ein angesparter Betrag bei regelmäßigen Entnahmen reicht – unter Berücksichtigung von Zinsen oder Renditen.
- Typische Anwendungsfälle: Überbrückung zwischen Studium und Job, Auslandsaufenthalt, Sabbatical, Ruhestandsplanung (FIRE-Strategie).
- Unterschied zu einem Sparrechner: Sparrechner zeigen, wie Vermögen wächst – der Entnahmerechner zeigt, wie es schrumpft.
- Besonders relevant für Studierende, die z. B. ein ETF-Depot oder ein Tagesgeldkonto als Puffer nutzen.
Entnahmerechner: So lange reicht dein angesparter Betrag wirklich
Definition: Ein Entnahmerechner berechnet, wie lange ein angesparter Betrag bei regelmäßigen Entnahmen reicht – unter Berücksichtigung von Zinsen oder Renditen.
Ein Entnahmerechner zeigt dir auf einen Blick, wie viele Monate oder Jahre dein Vermögen bei regelmäßigen Auszahlungen ausreicht – und ob deine Rendite die Entnahmen unter Umständen sogar dauerhaft ausgleicht. Damit weißt du, ob dein Puffer für eine berufliche Auszeit trägt, ob dein Notgroschen für eine größere Anschaffung reicht oder ob dein ETF-Depot echte finanzielle Freiheit ermöglicht.
AUF EINEN BLICK
- Typische Anwendungsfälle: Überbrückung zwischen zwei Jobs, Auslandsaufenthalt, Sabbatical, Ruhestandsplanung (FIRE-Strategie).
- Unterschied zu einem Sparrechner: Sparrechner zeigen, wie Vermögen wächst – der Entnahmerechner zeigt, wie es schrumpft.
- Besonders relevant für alle, die z. B. ein ETF-Depot oder ein Tagesgeldkonto als Puffer nutzen.
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Was ist ein Entnahmerechner – und wofür brauchst du ihn?
Eingabefelder: Startkapital, monatliche Entnahmerate, jährliche Durchschnittsrendite (in Prozent), Entnahmeintervall (monatlich/jährlich).
Ein Entnahmerechner ist das rechnerische Gegenstück zum klassischen Sparrechner. Während der Sparrechner dir zeigt, wie dein Vermögen durch regelmäßige Einzahlungen und Zinseszinsen wächst, dreht der Entnahmerechner die Perspektive um: Er berechnet, wie schnell ein vorhandenes Kapital bei regelmäßigen Auszahlungen – unter Berücksichtigung von Rendite oder Zinsen – aufgezehrt wird. Das klingt auf den ersten Blick weniger motivierend als das Vermögensaufbauen, ist aber für die konkrete Lebensplanung mindestens genauso wichtig.
Die typischen Anwendungsfälle für Sparer:innen und Anleger:innen sind vielfältiger, als man zunächst denkt. Wer eine berufliche Neuorientierung plant und eine Übergangsphase von drei bis sechs Monaten überbrücken muss, bevor das erste Gehalt aus der neuen Tätigkeit kommt, möchte wissen, wie lange sein Tagesgeldpuffer oder sein kleines ETF-Depot diesen Zeitraum abdeckt. Wer ein Sabbatical nimmt oder für ein Jahr ins Ausland geht, braucht eine verlässliche Kalkulation, ob das angesparte Kapital die Reise- und Lebenshaltungskosten trägt. Und wer sich langfristig mit dem FIRE-Prinzip (Financial Independence, Retire Early) beschäftigt, benötigt eine Simulation über Jahrzehnte – inklusive aller Unsicherheiten.
Der entscheidende Unterschied zum Sparrechner liegt also nicht nur in der Richtung der Zahlungsströme, sondern auch in der emotionalen Funktion: Der Entnahmerechner zwingt dich zu ehrlicher Planung. Er macht sichtbar, dass jeder entnommene Euro nicht mehr für dich arbeiten kann – und dass unrealistische Annahmen über Rendite oder Inflation schnell dazu führen, dass das Geld viel früher ausgeht als gedacht. Besonders für alle, die vielleicht zum ersten Mal ein ETF-Depot oder ein Tagesgeldkonto als echten Puffer aufgebaut haben, ist dieses Bewusstsein ein wertvoller Lerneffekt.
Hinzu kommt ein praktischer Steueraspekt, den viele vergessen: Wer Gewinne aus einem ETF-Depot entnimmt, zahlt darauf Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € jährlich (für Ledige) bleiben Kapitalerträge jedoch steuerfrei. Ein guter Entnahmerechner berücksichtigt diese Netto-Betrachtung – oder gibt dir zumindest die Grundlage, sie selbst einzukalkulieren.
AUF EINEN BLICK
- Ausgabe: Anzahl der Monate/Jahre bis zur Erschöpfung des Kapitals oder – bei ausreichender Rendite – ob das Kapital theoretisch ewig reicht.
- Optional: Inflationsanpassung der Entnahme aktivieren, um die reale Kaufkraft im Zeitverlauf abzubilden.
- Ergebnisanzeige als interaktives Diagramm: Kapitalverlauf über die Zeit, Schnittpunkt mit der Null-Linie klar sichtbar.
- Tipp: Probiere verschiedene Szenarien durch – konservativ (niedriger Zinssatz), realistisch und optimistisch.
So funktioniert der StudySmarter-Entnahmerechner im Detail
Startkapital: Das Vermögen, das du zum Startzeitpunkt der Entnahme besitzt (z. B. ETF-Depot, Sparbuch, Tagesgeldkonto).
Der StudySmarter-Entnahmerechner ist auf Einfachheit und Transparenz ausgelegt. Du gibst vier Kerngrößen ein: dein Startkapital (also das Vermögen, das du zum Startzeitpunkt zur Verfügung hast), die monatliche oder jährliche Entnahmerate, die erwartete Durchschnittsrendite in Prozent pro Jahr sowie das Entnahmeintervall. Das Ergebnis zeigt dir, nach wie vielen Monaten oder Jahren dein Kapital erschöpft ist – oder ob die Rendite die Entnahmen dauerhaft ausgleicht und das Kapital theoretisch unbegrenzt reicht.
Besonders hilfreich ist die optionale Inflationsanpassung. Wenn du sie aktivierst, steigt deine monatliche Entnahme im Rechner jedes Jahr leicht an – um eben jenen Betrag, der nötig ist, um die Kaufkraft zu erhalten. Das klingt technisch, hat aber reale Auswirkungen: Eine Entnahme, die heute ausreicht, deckt in zehn Jahren ohne Anpassung spürbar weniger Lebenshaltungskosten. Die Inflationskorrektur macht diese schleichende Erosion sichtbar und liefert dir ein deutlich realistischeres Bild deiner Planungssicherheit.
Die Ergebnisanzeige als Kapitalverlaufskurve – also ein Diagramm, das zeigt, wie dein Vermögen über die Zeit abnimmt – ist dabei mehr als Visualisierung: Sie zeigt dir den genauen Schnittpunkt mit der Null-Linie und macht intuitiv erfahrbar, wie stark einzelne Parameter die Laufzeit verändern. Ein kleiner Unterschied bei der Renditeerwartung oder der Entnahmerate kann die Kurve dramatisch verändern. Dieses interaktive Durchspielen verschiedener Szenarien ist der eigentliche Mehrwert des Rechners gegenüber einer simplen Formel auf Papier.
AUF EINEN BLICK
- Monatliche Entnahmerate: Der Betrag, den du regelmäßig entnimmst – sollte realistisch auf deinen Lebensunterhalt abgestimmt sein.
- Rendite: Bei Tagesgeld/Festgeld aktuell niedrigere Sätze; bei breit gestreutem ETF-Portfolio historisch höhere Durchschnittsrenditen – aber keine Garantie für die Zukunft.
- Inflation: Die allgemeine Preissteigerungsrate mindert die Kaufkraft deiner Entnahmen – aktiviere die Inflationskorrektur für realistische Planung.
- Steuern: Auf Kapitalerträge fällt in Deutschland Abgeltungsteuer an
Die wichtigsten Eingangsgrößen richtig einschätzen
Die Safe-Withdrawal-Rate (SWR) ist eine Faustformel aus der Finanzwissenschaft: Welcher Prozentsatz des Startkapitals kann jährlich entnommen werden, ohne dass das Depot in einem typischen Zeitraum aufgezehrt wird?
Das Startkapital ist die Basis jeder Entnahmerechnung. Es ist der Betrag, der zum Zeitpunkt des ersten Abrufs tatsächlich verfügbar ist – also nicht das theoretische Zielkapital am Ende einer Sparphase, sondern das real vorhandene Guthaben. Je nachdem, wo dieses Kapital liegt, unterscheiden sich Rendite und Liquidität erheblich. Ein Tagesgeldkonto bietet sofortige Verfügbarkeit und aktuell variable Zinssätze, während ein ETF-Depot höhere langfristige Renditepotenziale, aber auch kurzfristige Wertschwankungen mitbringt.
Die monatliche Entnahmerate sollte so realistisch wie möglich auf deinen tatsächlichen Lebensunterhalt abgestimmt sein. Viele Menschen unterschätzen ihre monatlichen Ausgaben, weil sie nur an die offensichtlichen Posten wie Miete und Lebensmittel denken, nicht aber an Versicherungen, Abonnements, soziale Aktivitäten oder unregelmäßige Ausgaben. Ein ehrlicher Kassensturz vor dem Start der Entnahmeplanung ist deshalb unerlässlich. Denke auch daran, dass in bestimmten Lebensphasen – etwa einem Auslandsaufenthalt – die Kosten in einem anderen Land ganz anders ausfallen können als zuhause.
Die Rendite ist der Parameter mit der größten Unsicherheit. Bei Tagesgeld oder Festgeld sind die aktuellen Zinssätze überschaubar und schwanken mit dem Leitzins. Bei einem breit gestreuten ETF-Portfolio auf einen globalen Index liegen historische Durchschnittsrenditen deutlich höher – aber das ist keine Garantie für die Zukunft, und kurzfristige Schwankungen können gerade zu Beginn einer Entnahmeperiode erhebliche Auswirkungen haben. Genau dieses Phänomen nennt sich Sequenzrisiko und wird weiter unten ausführlich erklärt.
Inflation ist der stille Wertvernichter, den Einsteiger in der Finanzplanung systematisch unterschätzen. Selbst eine moderate Preissteigerungsrate verringert die Kaufkraft über lange Zeiträume erheblich. Wer einen 30- oder 40-Jahres-Horizont plant, sollte die Inflationskorrektur im Rechner unbedingt aktivieren, um nicht von einer trügerischen nominalen Stabilität seiner Entnahmen getäuscht zu werden.
AUF EINEN BLICK
- Ursprung: Die sogenannte '4-%-Regel' stammt aus der Trinity-Studie (USA, 1998) – sie basiert auf historischen US-Marktdaten und ist nicht direkt auf europäische Märkte übertragbar.
- Für Sparer:innen mit langem Horizont: Ein längerer Entnahmezeitraum (z. B. 40+ Jahre) erfordert eine konservativere Rate als bei klassischer Rentenplanung.
- Der Entnahmerechner erlaubt es, verschiedene Entnahmeraten durchzuspielen und ihren Effekt auf die Depotlaufzeit zu sehen.
- Hinweis: Keine Formel ersetzt eine individuelle Finanzplanung – Ergebnisse sind Szenarien, keine Garantien.
Die Safe-Withdrawal-Rate: Was steckt hinter der 4-%-Regel?
Szenario 1 – Überbrückung nach dem Studium: Übergang zwischen Abschluss und erstem Gehalt, z. B. 3–6 Monate Lebenshaltungskosten aus einem Notgroschen entnehmen.
Die Safe-Withdrawal-Rate (SWR) ist eine der bekanntesten Faustformeln in der privaten Finanzplanung. Sie beantwortet die Frage: Welcher Prozentsatz des Startkapitals kann jährlich entnommen werden, ohne dass das Depot in einem typischen langen Entnahmezeitraum vollständig aufgezehrt wird? Die sogenannte 4-%-Regel stammt ursprünglich aus der Trinity-Studie, die 1998 an der Trinity University in den USA veröffentlicht wurde und auf historischen US-Marktdaten basierte. Sie besagt vereinfacht: Wer jährlich 4 % seines anfänglichen Depotwertes entnimmt und in einem gemischten Aktien-Anleihen-Portfolio investiert ist, hatte historisch betrachtet über einen 30-Jahres-Zeitraum eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, das Kapital nicht zu erschöpfen.
Wichtig zu verstehen ist jedoch: Diese Regel wurde für US-amerikanische Marktdaten entwickelt und lässt sich nicht eins zu eins auf europäische Märkte übertragen. Europäische und globale Portfolios haben historisch andere Rendite-Risiko-Profile gezeigt, und die zukünftige Marktentwicklung bleibt ohnehin ungewiss. Für deutsche Anleger kommt hinzu, dass die Abgeltungsteuer von 25 % auf Kapitalerträge die reale Netto-Entnahmerate gegenüber einer Brutto-Betrachtung spürbar reduziert.
Für Studierende und junge Erwachsene ist die 4-%-Regel besonders kritisch zu betrachten, weil sie ursprünglich für einen Ruhestandshorizont von etwa 30 Jahren entwickelt wurde. Wer mit 30 Jahren in die Entnahmephase eintreten möchte und statistisch noch 50 oder 60 Jahre vor sich hat, braucht eine konservativere Rate – manche Finanzplaner empfehlen für sehr lange Zeiträume eher 3 % oder sogar weniger. Der Entnahmerechner hilft dir, verschiedene Raten durchzuspielen und ihren konkreten Effekt auf deine Planungssicherheit zu sehen, anstatt blind einer Faustregel zu vertrauen.
Einen weiteren wichtigen Vorbehalt stellt das Sequenzrisiko dar, auf das wir im nächsten Abschnitt eingehen: Selbst wenn die durchschnittliche Rendite über einen langen Zeitraum stimmt, kann eine schlechte Marktphase gerade zu Beginn der Entnahme die gesamte Kalkulation gefährden. Die SWR allein beantwortet diese Frage nicht vollständig – der Entnahmerechner ermöglicht dir jedoch, auch Szenarien mit anfänglichen Kursrückgängen zu modellieren.
AUF EINEN BLICK
- Szenario 2 – Gap Year / Working Holiday: Ein Jahr Reisen oder Auslandsaufenthalt – wie lange reicht das angesparte Kapital bei definierten Monatsentnahmen?
- Szenario 3 – FIRE-Planung (Financial Independence, Retire Early): Langfristige Simulation, ob ein aufgebautes ETF-Depot ein frühes ‚Nicht-mehr-Müssen' ermöglicht.
- Szenario 4 – Freelance-Puffer: Selbstständige oder Freelancer nutzen einen Puffertopf für einnahmefreie Monate – der Rechner zeigt, wie lange der Puffer bei welcher Entnahmerate trägt.
- Szenario 5 – Elternzeit-Planung: Wie lange reicht ein angespartes Polster als Ergänzung zum Elterngeld?
Typische Szenarien für Sparer und Anleger
Fehler 1: Rendite zu optimistisch ansetzen – historische Durchschnitte sind keine Garantie; Sequenzrisiko (schlechte Jahre zu Beginn der Entnahme) kann Pläne durchkreuzen.
Das erste und für viele unmittelbar relevante Szenario ist die Überbrückung einer beruflichen Neuorientierung. Zwischen dem Ende einer Anstellung und dem ersten Gehaltseingang beim neuen Arbeitgeber vergehen oft drei bis sechs Monate – manchmal auch länger, wenn du dich selbstständig machst oder eine längere Auszeit nimmst. Wer in dieser Phase einen gut gefüllten Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto hat, kann den Entnahmerechner nutzen, um zu sehen, wie viele Monate er oder sie komfortabel überbrücken kann, ohne das Kapital vollständig aufzuzehren. Dabei zeigt sich oft: Ein scheinbar kleiner Puffer reicht bei disziplinierter Lebensführung erstaunlich lange.
Das zweite Szenario ist das Sabbatical oder der längere Auslandsaufenthalt. Wer ein Jahr mit einem Working-Holiday-Visum in Australien, Neuseeland oder Kanada verbringt oder einfach die Welt erkundet, plant oft mit einem festen Startkapital und schätzt, wie lange es reicht. Hier ist der Entnahmerechner besonders wertvoll, weil er dir zeigt, welche monatliche Entnahme du dir leisten kannst, wenn das Jahr genau so lange halten soll wie geplant – und nicht eine Woche früher endet.
Das dritte Szenario ist die FIRE-Planung: Financial Independence, Retire Early. Diese Bewegung hat in den letzten Jahren auch in Deutschland viele Anhänger gewonnen. Der Grundgedanke ist, frühzeitig genug Kapital anzuhäufen, um davon dauerhaft leben zu können – ohne wieder in den klassischen Arbeitsprozess einzusteigen. Der Entnahmerechner zeigt dabei, ob ein bestimmtes Depot bei einer definierten Entnahmerate über 40 oder 50 Jahre trägt, oder ob das Kapital vorher erschöpft ist. Wer dieses Szenario ernst nimmt, kombiniert den Entnahmerechner idealerweise mit dem StudySmarter-Vermögensaufbaurechner, um sowohl Aufbau- als auch Entnahmephase zu durchdenken.
Das vierte Szenario betrifft Freelancer und Selbstständige. Wer projektbasiert arbeitet, kennt Monate ohne oder mit geringen Einnahmen. Ein Puffertopf, aus dem man in solchen Phasen schöpft, ist für Selbstständige kein Luxus, sondern existenzielle Absicherung. Der Entnahmerechner hilft dabei zu verstehen, wie groß dieser Puffer sein muss, um auch drei oder vier einnahmefreie Monate in Folge zu überbrücken – ohne das Depot auf null zu fahren oder in finanzielle Panik zu geraten.
AUF EINEN BLICK
- Fehler 2: Inflation ignorieren – auch geringe Preissteigerungen mindern die reale Kaufkraft erheblich über lange Zeiträume.
- Fehler 3: Steuern vergessen – Abgeltungsteuer auf Kursgewinne und Dividenden reduziert die Netto-Entnahme spürbar.
- Fehler 4: Kein Puffer für Sonderausgaben – Reparaturen, Krankheitskosten oder unvorhergesehene Ausgaben sollten nicht in der regulären Entnahmerate stecken.
- Fehler 5: Nur ein einziges Szenario berechnen – spiele immer mindestens drei Szenarien durch (pessimistisch, realistisch, optimistisch).
Häufige Fehler bei der Entnahmeplanung – und wie du sie vermeidest
Sparrechner/Vermögensaufbaurechner: Du möchtest wissen, wie viel du ansparen kannst – Gegenteil des Entnahmerechners → zum Vergleich: /s/rechner/vermoegensaufbau.
Der verbreitetste Fehler ist ein zu optimistischer Renditansatz. Historische Durchschnittsrenditen breit gestreuter Aktienportfolios klingen verlockend, aber sie sind kein Versprechen für die Zukunft – und sie können einzelne Katastrophenjahre oder ganze verlorene Jahrzehnte nicht vorhersagen. Wer seine Entnahmeplanung auf dem langjährigen Durchschnitt aufbaut, übersieht das Sequenzrisiko: Fallen die Kurse ausgerechnet in den ersten Jahren der Entnahmephase stark, sind überproportional viele Anteile verbraucht, bevor die Erholung einsetzt. Das schädigt das Portfolio nachhaltig – selbst wenn der langfristige Durchschnitt später wieder stimmt. Als Faustregel gilt: Plane mit einem Renditepuffer und teste im Rechner auch das pessimistische Szenario.
Der zweite häufige Fehler ist, die Inflation zu ignorieren. Auch moderate Preissteigerungen summieren sich über lange Zeiträume zu erheblichen Kaufkraftverlusten. Wer heute eine bestimmte monatliche Entnahme festlegt und sie nie anpasst, wird feststellen, dass sie in zehn oder zwanzig Jahren real deutlich weniger wert ist. Aktiviere deshalb die Inflationsanpassung im Rechner und plane mit einem leicht steigenden Entnahmebedarf.
Der dritte Fehler betrifft Steuern. Wer aus einem ETF-Depot entnimmt und dabei realisierte Kursgewinne erzielt, zahlt darauf Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € jährlich (bei gemeinsam Veranlagten: 2.000 €) bleiben Erträge steuerfrei. Wer diesen Aspekt in seiner Entnahmeplanung nicht berücksichtigt, entnimmt brutto mehr, als er netto ausgeben kann – das verbraucht das Depot schneller als gedacht.
Der vierte Fehler schließlich ist das Fehlen eines separaten Puffers für Sonderausgaben. Eine Waschmaschine, die kaputt geht, ein ungeplanter Arztbesuch oder eine Reiseversicherung, die nicht zahlt – solche unvorhergesehenen Ausgaben dürfen nicht aus der regulären Entnahmerate finanziert werden, wenn der Plan aufgehen soll. Plane deshalb immer einen kleinen zusätzlichen Puffer ein, der nicht in die normale Entnahme einfließt, sondern für echte Notfälle reserviert ist.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Sparrechner/Vermögensaufbaurechner: Du möchtest wissen, wie viel du ansparen kannst – Gegenteil des Entnahmerechners → zum Vergleich: /s/rechner/vermoegensaufbau. | , |
| Rentenrechner/Rentenlückenrechner: Fokus auf staatliche Rente und Versorgungslücke im Alter → /s/rechner/rentenluecke. | , |
| Brutto-Netto-Rechner: Wie viel bleibt vom Gehalt nach Steuern und Abgaben übrig? Relevant, um die mögliche Sparrate zu ermitteln → /s/rechner/brutto-netto. | , |
| Finanz-Score: Gesamtüberblick über deine persönliche Finanzsituation → /s/rechner/finanz-score. | , |
| Entnahmerechner: Wenn du bereits Kapital hast und planst, es kontrolliert zu verwenden – dieser Rechner ist dein Tool. | , |
Entnahmerechner vs. andere Finanzrechner – wann nimmst du welches Tool?
Der Entnahmerechner zeigt dir, wie lange dein Geld reicht – aber wie baust du es effektiv auf? Nutze den StudySmarter-Vermögensaufbaurechner als Ergänzung.
Die StudySmarter-Finanzrechner decken unterschiedliche Phasen und Fragestellungen deiner Finanzplanung ab. Der Entnahmerechner ist dann das richtige Werkzeug, wenn du bereits über Kapital verfügst und verstehen möchtest, wie lange es bei regelmäßigen Auszahlungen reicht. Er zeigt das Schrumpfen, nicht das Wachsen. Das genaue Gegenteil leistet der Vermögensaufbaurechner: Er zeigt dir, wie sich regelmäßige Sparraten und Rendite über die Zeit zu einem großen Kapitalstock aufbauen. Beide Rechner ergänzen sich ideal – erst aufbauen, dann gezielt entnehmen.
Wenn dich vor allem die staatliche Rentenversorgung im Alter und eine mögliche Versorgungslücke beschäftigen, ist der Rentenlückenrechner unter /s/rechner/rentenluecke das richtige Werkzeug. Er berücksichtigt die gesetzliche Rente und zeigt, wie viel du zusätzlich ansparen musst, um deinen gewünschten Lebensstandard im Alter zu sichern. Für die Frage, wie viel vom Gehalt nach Steuern und Abgaben übrig bleibt – und damit, welche Sparrate überhaupt realistisch ist – nutzt du den Brutto-Netto-Rechner unter /s/rechner/brutto-netto. Wer sich einen Gesamtüberblick über die eigene Finanzsituation verschaffen möchte, findet im Finanz-Score eine strukturierte Einschätzung aller relevanten Finanzbausteine.
Die Faustregel für die Tool-Wahl lautet: Frage dich zunächst, ob dein finanzielles Problem eine Aufbau- oder eine Abbaufrage ist. Geht es darum, Geld zu akkumulieren? Dann Vermögensaufbaurechner. Geht es darum zu verstehen, wie lange vorhandenes Kapital reicht? Dann Entnahmerechner. Beides zusammen – erst Aufbau, dann Entnahme simulieren – ergibt die vollständigste Planung und minimiert böse Überraschungen in der Praxis.
AUF EINEN BLICK
- Wer früh und regelmäßig spart, hat beim späteren Entnehmen mehr Spielraum – der Zinseszinseffekt arbeitet für dich.
- Überprüfe auch deinen Versicherungsschutz: Berufsunfähigkeit ist das größte finanzielle Risiko für viele Menschen – eine nicht abgesicherte BU kann jeden Entnahmeplan zunichte machen.
- StudyBU-Schiene: Über StudySmarter kannst du prüfen, ob du ausreichend abgesichert bist – ohne Anbieter-Bias, transparent und auf deine Bedürfnisse zugeschnitten.
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Häufige Fragen
Um zu berechnen, wie lange Ihr Geld reicht, teilen Sie Ihr vorhandenes Vermögen durch Ihre jährlichen Ausgaben. Ein einfacher Entnahmerechner berücksichtigt zusätzlich die erwartete Rendite und die Inflation, um eine realistischere Schätzung zu erhalten.
Die 4-%-Regel besagt, dass Sie im ersten Jahr 4 % Ihres Anfangskapitals entnehmen und diesen Betrag jährlich um die Inflation erhöhen können, ohne dass das Kapital in 30 Jahren aufgebraucht wird. Für Deutschland gilt sie nur eingeschränkt, da hierzulande Steuern und höhere Kosten die reale Entnahmefähigkeit reduzieren können.
Im Entnahmerechner sollten Sie eine konservative Rendite nach Steuern und Kosten ansetzen, die auf langfristigen historischen Durchschnittswerten basiert. Für ein breit gestreutes Aktienportfolio sind Werte im Bereich von 4 bis 6 % pro Jahr üblich, aber Sie sollten auch pessimistischere Szenarien durchrechnen.
Ja, auf Entnahmen aus einem Depot müssen Sie in Deutschland grundsätzlich Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zahlen, sofern die Gewinne den Sparerpauschbetrag übersteigen. Die Steuer fällt nur auf den realisierten Gewinn an, nicht auf die gesamte Entnahmesumme.
Das Sequenzrisiko beschreibt die Gefahr, dass negative Marktrenditen in den ersten Jahren der Entnahmephase Ihr Kapital dauerhaft schmälern. Für junge Anleger, die früh mit Entnahmen beginnen, ist es besonders relevant, weil ein früher Verlust die spätere Rendite überproportional belastet.
Für ein Gap Year benötigen Sie Startkapital, das Ihre kompletten Lebenshaltungskosten für die geplante Dauer abdeckt, plus einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben. Rechnen Sie alle Fixkosten wie Miete, Versicherungen und Reisekosten zusammen und multiplizieren Sie diesen Betrag mit der Anzahl der Monate.
Wenn die Rendite Ihres Depots über Ihrer Entnahmerate liegt, wächst Ihr Vermögen trotz Entnahmen weiter an. Das bedeutet, dass Sie Ihre Entnahmerate langfristig erhöhen können oder dass Ihr Kapital länger hält als ursprünglich geplant.
Ja, Sie können den Entnahmerechner auch für die klassische Rentenplanung nutzen, indem Sie Ihr angespartes Kapital als Startwert und Ihre gewünschte monatliche Rente als Entnahme eingeben. Berücksichtigen Sie dabei, dass die gesetzliche Rente und andere Einkünfte Ihre private Entnahmelast reduzieren können.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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