Konto in Polen Der Guide und junge Erwachsene
Konto in Polen eröffnen als Student:in: PLN-Konto, Online-Banking, Kosten, IBAN & Alternativen wie Multiwährungskonten. Alles Wichtige einfach erklärt.
- Typische Anlässe: Studium/Auslandssemester in Polen (z. B. Erasmus), Nebenjob mit Auszahlung in Złoty, Miete/Kaution vor Ort
- Grenzgänger:innen zwischen Deutschland und Polen mit regelmäßigen PLN-Zahlungen
- Überweisungen an Familie oder Vermieter:innen in Polen ohne hohe Umrechnungsgebühren
- Abwägung: lokales polnisches Konto vs. deutsches Konto mit Multiwährungsfunktion
Konto in Polen – lohnt sich das wirklich?
Typische Anlässe: längere berufliche oder private Aufenthalte in Polen, Arbeit mit Auszahlung in Złoty, Miete/Kaution vor Ort
Wer längere Zeit in Polen lebt, als Grenzgänger:in regelmäßig in Złoty bezahlt wird oder einfach günstig Geld nach Polen schicken möchte, steht früher oder später vor der Frage: Reicht mein deutsches Konto, oder brauche ich ein lokales polnisches Konto?
AUF EINEN BLICK
- Grenzgänger:innen zwischen Deutschland und Polen mit regelmäßigen PLN-Zahlungen
- Überweisungen an Familie oder Vermieter:innen in Polen ohne hohe Umrechnungsgebühren
- Abwägung: lokales polnisches Konto vs. deutsches Konto mit Multiwährungsfunktion
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Wann sich ein Konto in Polen wirklich auszahlt
Lokales PLN-Konto: gut für Gehalt, Miete und Alltag in Polen, aber oft polnische Adresse/PESEL nötig
Der häufigste Grund für ein Konto in Polen ist ein längerer beruflicher oder privater Aufenthalt – sei es für eine befristete Projektarbeit, eine Entsendung oder einen mehrjährigen Lebensmittelpunkt in Polen. Wer in Warschau, Kraków oder Gdańsk mehrere Monate lebt, zahlt Miete in Złoty, kauft täglich in polnischen Supermärkten ein und benötigt ein Konto, das diese Alltagszahlungen reibungslos abwickelt. Mit einem deutschen Konto allein entstehen bei jeder PLN-Zahlung Wechselkurskosten, die sich über Monate summieren können.
Auch Grenzgänger:innen zwischen Deutschland und Polen profitieren oft von einem lokalen Konto. Wer in der Grenzregion arbeitet und in Złoty entlohnt wird, muss sein Gehalt sonst umständlich konvertieren. Ein polnisches Girokonto nimmt die PLN-Überweisung direkt entgegen und erspart teure Zwischenumrechnungen. Dasselbe gilt für alle, die in Polen einer Beschäftigung nachgehen: Polnische Arbeitgeber überweisen Löhne standardmäßig auf ein polnisches Konto mit einer IBAN, die mit PL beginnt.
Ein weiterer typischer Anlass sind Miete und Kaution. Vermieter:innen in Polen verlangen die Zahlung fast immer per polnischem Banktransfer oder Barzahlung – eine internationale SEPA-Überweisung vom deutschen Konto ist zwar technisch möglich, wird aber nicht überall akzeptiert oder verursacht beim Empfang Konvertierungsgebühren. Wer die Kaution schnell und verlässlich überweisen will, ist mit einem polnischen Konto auf der sicheren Seite. Auf der anderen Seite der Abwägung stehen Multiwährungskonten moderner Fintech-Apps: Sie halten EUR und PLN in einer einzigen App und können für kurze Aufenthalte oder gelegentliche Überweisungen die bessere Wahl sein, weil sie ohne polnische Adresse oder PESEL-Nummer auskommen.
AUF EINEN BLICK
- Deutsches Girokonto mit Fremdwährungskarte: einfacher zu eröffnen, aber Wechselkurs- und Auslandsgebühren möglich
- Multiwährungskonto (z. B. EUR + PLN in einer App): flexibel für längere Aufenthalte und Reisen
- Entscheidungshilfe nach Aufenthaltsdauer, Einkommensquelle und Gebührensensibilität
Polnisches Konto oder deutsches Konto – was passt?
Häufig verlangte Dokumente: gültiger Ausweis/Reisepass, ggf. Nachweis der Adresse
Ein lokales polnisches Girokonto bietet den größten Komfort für den Alltag in Polen: Gehaltseingänge in PLN, Lastschriften für Strom oder Streaming-Dienste, Mietzahlungen und Bargeldabhebungen an polnischen Automaten funktionieren ohne Wechselkursprobleme. Der Haken: Die Kontoeröffnung erfordert häufig eine polnische Adresse, eine PESEL-Nummer und Geduld mit polnischsprachiger Bürokratie. Für Neuankömmlinge, die gerade umgezogen sind, kann das zu Beginn eine Hürde sein.
Ein deutsches Girokonto mit Fremdwährungskarte – oder eine reine Debitkarte ohne Auslandsgebühren – ist hingegen sofort verfügbar und vertraut. Der Nachteil: Bei jeder PLN-Zahlung fällt ein Wechselkursaufschlag an, der je nach Bank und Kartenanbieter spürbar sein kann. Wer täglich einkauft und Miete in Złoty zahlt, zahlt diesen Aufschlag dauerhaft. Über ein Jahr hinweg können sich so unnötige Kosten ansammeln.
Multiwährungskonten moderner Anbieter kombinieren Vorteile beider Welten: Sie ermöglichen das Halten und Bezahlen in PLN und EUR über eine einzige App, oft nahe am Interbanken-Wechselkurs. Sie eignen sich gut für alle, die flexibel zwischen beiden Ländern pendeln oder nur vorübergehend in Polen leben. Für einen längerfristigen Aufenthalt mit lokalem Arbeitsverhältnis und Mietvertrag stößt dieses Modell aber schnell an Grenzen, weil nicht alle polnischen Dienstleister oder Arbeitgeber internationale IBANs problemlos verarbeiten. Die Entscheidung hängt also von drei Faktoren ab: Wie lange bleibt man? Hat man ein Einkommen in PLN? Und wie gebührensensibel ist man?
AUF EINEN BLICK
- PESEL-Nummer (polnische Identifikationsnummer) wird oft benötigt oder erleichtert die Eröffnung
- Manche Banken bieten Eröffnung ohne festen Wohnsitz an, teils gegen Gebühr
- Prüfe die jeweils aktuellen Anforderungen direkt bei der Bank – Regeln ändern sich
Voraussetzungen für ein Konto in Polen: Dokumente und PESEL
Vorteilskonto (konto studenckie): häufig mit vergünstigten oder wegfallenden Kontoführungsgebühren bis zu einer Altersgrenze
Die Grundvoraussetzung für jede Kontoeröffnung in Polen ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. EU-Bürger:innen – und damit auch Deutsche – haben in Polen grundsätzlich das Recht, ein Bankkonto zu eröffnen. Das heißt aber nicht, dass jede Bank dieselben Dokumente akzeptiert oder denselben Prozess anbietet. Manche Banken verlangen zusätzlich einen Nachweis über den jeweiligen Status, wenn man ein Vorteilskonto beantragen möchte, um den vergünstigten Tarif zu erhalten.
Die PESEL-Nummer ist eine polnische Identifikationsnummer, die mit der deutschen Steueridentifikationsnummer vergleichbar ist. Viele polnische Banken verlangen sie für die Kontoeröffnung oder setzen sie zumindest für bestimmte Produkte und Leistungen voraus. Als EU-Bürger:in kann man die PESEL-Nummer beim zuständigen Amt (Urząd Gminy oder Urząd Miejski) beantragen – die Voraussetzung ist ein gemeldeter Wohnsitz in Polen oder ein nachgewiesener konkreter Aufenthaltsgrund wie Berufstätigkeit oder Verlegung des Lebensmittelpunkts. Das Verfahren dauert in der Regel nur wenige Tage, erfordert aber einen persönlichen Gang zur Behörde.
Einige Banken und Fintech-Anbieter in Polen haben ihre Prozesse vereinfacht und ermöglichen eine Kontoeröffnung ohne festen Wohnsitz in Polen – teils vollständig online. Manchmal fallen dabei einmalige Bearbeitungsgebühren an, oder das Produktangebot ist eingeschränkt. Es lohnt sich, vorab die aktuellen Anforderungen direkt auf den Websites der Anbieter zu prüfen, denn die Regeln ändern sich gelegentlich. Verlasse dich nicht auf veraltete Erfahrungsberichte in Foren – prüfe die Informationen immer bei der Bank selbst.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Vorteilskonto (konto studenckie): häufig mit vergünstigten oder wegfallenden Kontoführungsgebühren bis zu einer Altersgrenze | , |
| Standard-Girokonto (ROR) für alle Volljährigen | , |
| Mögliche Gebühren: Kontoführung | Karte, Bargeldabhebung, Fremdwährungsumrechnung |
| Kosten immer im aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis (taryfa opłat i prowizji) prüfen | , |
Kontotypen und typische Kosten: Was du in Polen erwarten kannst
SEPA-Überweisungen funktionieren auch nach Polen, da Polen zum SEPA-Raum gehört – aber Polen nutzt PLN, nicht Euro
In Polen gibt es zwei für Verbraucher:innen relevante Kontoformen: das junge Konto (konto studenckie) und das Standard-Girokonto (rachunek oszczędnościowo-rozliczeniowy, kurz ROR). Das junge Konto richtet sich an Volljährige bis zu einer bestimmten Altersgrenze und bietet häufig vergünstigte oder vollständig entfallende Kontoführungsgebühren. Voraussetzung ist in der Regel der Nachweis eines entsprechenden Status, etwa als Auszubildende:r oder Teilnehmende:r an einem Freiwilligendienst.
Das Standard-Girokonto steht allen Volljährigen offen und unterliegt den regulären Gebührenstrukturen der jeweiligen Bank. Mögliche Kostenpunkte sind: monatliche Kontoführungsgebühr, Jahres- oder Monatsgebühr für die Debit- oder Kreditkarte, Gebühren für Bargeldabhebungen an Fremdautomaten, Kosten für Überweisungen ins Ausland sowie Aufschläge bei der Fremdwährungsumrechnung. Wie hoch diese Gebühren konkret ausfallen, variiert je nach Anbieter und Kontomodell erheblich.
Wichtig: Verlasse dich nicht auf Marketing-Versprechen, sondern prüfe immer das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis (taryfa opłat i prowizji) der jeweiligen Bank. Diese Dokumente sind auf den Bankwebseiten auf Polnisch verfügbar und müssen gesetzlich vollständig und aktuell sein. Wenn dein Polnisch noch nicht ausreicht, helfen automatische Übersetzungstools oder ein kurzer Besuch in der Filiale mit konkreten Fragen. Gerade bei Karten, die in mehreren Währungen eingesetzt werden, können versteckte Konvertierungsgebühren den Vorteil eines lokalen Kontos schnell aufzehren.
AUF EINEN BLICK
- Bei EUR→PLN fallen Umrechnung und ggf. Wechselkursaufschläge an
- Wechselkursvergleich: Interbankenkurs vs. Bankkurs beachten
- Alternativen: Multiwährungsanbieter oder spezialisierte Transferdienste können günstiger sein
Geld zwischen Deutschland und Polen überweisen: SEPA, PLN und Wechselkurse
Verbreitung von kontaktlosem Bezahlen und mobilen Zahlungssystemen in Polen ist hoch
Polen gehört zum SEPA-Raum, was bedeutet, dass Überweisungen von einem deutschen auf ein polnisches Konto technisch nach den SEPA-Standards abgewickelt werden können. Das macht die Überweisung schneller und strukturierter als früher. Der entscheidende Unterschied: Da Polen den Euro nicht als Landeswährung führt, sondern weiterhin den Złoty (PLN), ist bei EUR-zu-PLN-Überweisungen immer eine Währungsumrechnung nötig. Diese Umrechnung findet entweder bei der sendenden Bank, bei der empfangenden Bank oder bei beiden statt – und jede davon kann einen Aufschlag auf den Wechselkurs erheben.
Der sogenannte Interbankenkurs ist der Referenzkurs, zu dem Banken untereinander handeln. Für Privatkund:innen gilt in der Regel ein ungünstigerer Kurs mit einem Aufschlag (Spread). Wie groß dieser Aufschlag ist, variiert stark: Traditionelle Filialbanken berechnen oft höhere Spreads als spezialisierte Überweisungsdienste oder Multiwährungsanbieter. Wer regelmäßig größere Beträge zwischen Deutschland und Polen bewegt – etwa zur Mietzahlung oder für Eltern, die Geld schicken – sollte die Angebote sorgfältig vergleichen.
Spezialisierte Transferanbieter arbeiten oft deutlich näher am Interbanken-Wechselkurs und können bei regelmäßigen Überweisungen spürbar günstiger sein als der klassische Bankweg. Sie sind in der Regel ebenfalls reguliert und damit sicher für den Einsatz. Vergleiche immer den Gesamtbetrag, der beim Empfänger ankommt – nicht nur die ausgewiesene Überweisungsgebühr, denn der Wechselkursaufschlag ist oft der größere Kostenfaktor.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Verbreitung von kontaktlosem Bezahlen und mobilen Zahlungssystemen in Polen ist hoch | , |
| Auf deutschsprachigen oder englischsprachigen App-Support achten, wenn Polnisch fehlt | , |
| Geldabheben: Gebühren an Fremdautomaten und dynamische Währungsumrechnung (DCC) meiden | , |
| Achte auf funktionierende TAN-/2FA-Verfahren für Auslandsaufenthalte | , |
Online-Banking, Karten und das tägliche Leben in Polen
Auslandskonten können bei der deutschen Steuererklärung relevant sein (z. B. Zinserträge
Polen gehört zu den führenden Ländern in Europa, was die Verbreitung von kontaktlosem Bezahlen und mobilem Payment betrifft. BLIK, das polnische mobile Zahlungssystem, ist in nahezu allen Supermärkten, Restaurants und Online-Shops verbreitet und ermöglicht Zahlungen direkt über die Smartphone-App der Bank. Für Neuankömmlinge aus Deutschland ist BLIK zunächst ungewohnt, aber sehr praktisch: Wer ein polnisches Konto hat, kann BLIK sofort nutzen und spart damit auch die Suche nach einem Kartenlesegerät.
Wer kein Polnisch spricht, sollte vor der Kontoeröffnung prüfen, ob die Banking-App auch auf Englisch verfügbar ist. Viele größere polnische Banken bieten englischsprachige Oberflächen an; kleinere oder ältere Institute hingegen nicht. Im Alltag kann eine rein polnischsprachige App zu Frustration führen, wenn man Transaktionen nicht einordnen oder Sicherheitsbenachrichtigungen nicht verstehen kann. Ein englischsprachiger Kundenservice ist ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium.
Beim Bargeldabheben gelten die üblichen Empfehlungen: Nutze nach Möglichkeit Automaten der eigenen Bank oder vertraglich verknüpfter Netzwerke, um Fremdabhebungsgebühren zu vermeiden. Achte außerdem auf die dynamische Währungsumrechnung (DCC): Wenn ein Automat anbietet, den Betrag in Euro auszuweisen, lehne das immer ab. DCC bedeutet, dass der Automat den Wechselkurs festlegt – dieser ist fast immer schlechter als der Kurs deiner Bank. Wähle stets die Abrechnung in der lokalen Währung PLN. Schließlich solltest du sicherstellen, dass das TAN- oder 2FA-Verfahren deiner Bank im Ausland funktioniert: Manche Systeme sind an eine deutsche Rufnummer gekoppelt, was bei ausländischen SIM-Karten zu Problemen führen kann.
AUF EINEN BLICK
- Bei Wohnsitz in Deutschland bleibt in der Regel die deutsche Steuerpflicht bestehen
- Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Polen regelt Zuordnung von Einkünften
- Im Zweifel Steuerberatung oder offizielle Quellen des Bundesfinanzministeriums nutzen – keine Selbstdiagnose bei komplexen Fällen
Steuern und Meldepflichten: Was du mit einem Konto in Polen beachten musst
1. Bedarf klären (lokal vs. Multiwährung) und Anbieter vergleichen
Ein Konto in Polen bedeutet nicht automatisch eine steuerliche Pflicht in Polen. Maßgeblich ist der steuerliche Wohnsitz: Wer seinen Lebensmittelpunkt weiterhin in Deutschland hat, bleibt in der Regel in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig – auch wenn er vorübergehend im Ausland lebt oder arbeitet. Das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und Polen regelt, welchem Staat das Besteuerungsrecht für bestimmte Einkunftsarten zusteht, und verhindert eine doppelte Besteuerung derselben Einkünfte.
Relevant für die deutsche Steuererklärung können Zinserträge auf einem polnischen Konto sein. In Deutschland gilt der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Ledige (2.000 Euro für Verheiratete/eingetragene Lebenspartnerschaften) gemäß § 20 Abs. 9 EStG. Kapitalerträge, die diesen Betrag übersteigen, unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Steuer. Zinsen auf einem Auslandskonto werden in der Regel nicht automatisch ans deutsche Finanzamt gemeldet – du bist aber verpflichtet, sie in der Steuererklärung anzugeben. Bei Sparerinnen und Sparern mit geringen Gesamteinkünften unterhalb des Grundfreibetrags von 12.348 Euro (2026, ledig) fällt ohnehin keine Einkommensteuer an.
Komplizierter wird es, wenn du in Polen arbeitest und dort Einkünfte erzielst. Je nach Aufenthaltsdauer und Höhe des Einkommens können Meldepflichten in beiden Ländern entstehen. In solchen Fällen ist der Rat einer Steuerberaterin oder eines Steuerberaters oder die Nutzung der offiziellen Informationen des Bundeszentralamts für Steuern dringend empfehlenswert. Baue keine komplexen steuerlichen Strategien auf Forenbeiträgen oder veralteten Quellen auf – die individuellen Umstände sind entscheidend.
AUF EINEN BLICK
- 2. Dokumente vorbereiten (Ausweis, ggf. PESEL, Adressnachweis
- 3. Online oder in einer Filiale beantragen
- 4. Konto verifizieren, Karte aktivieren und Online-Banking einrichten
Schritt für Schritt: So eröffnest du ein Konto in Polen
Der erste Schritt ist die Bedarfsklärung. Überlege, wie lange du in Polen bleibst, ob du dort Einkommen in PLN erwartest und wie oft du Geld zwischen Deutschland und Polen bewegen wirst. Danach entscheidest du, ob ein lokales polnisches Konto, ein Multiwährungskonto oder ein erweitertes deutsches Konto die beste Lösung ist. Vergleiche konkrete Anbieter anhand ihrer Gebühren, der Verfügbarkeit einer englischsprachigen App und der Anforderungen an Dokumente.
Im zweiten Schritt bereitest du deine Unterlagen vor. Halte deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass bereit. Falls du ein Konto mit besonderen Vergünstigungen beantragen möchtest, besorge außerdem eine entsprechende Bescheinigung über deinen aktuellen Status. Wenn du bereits eine PESEL-Nummer besitzt, nimm sie mit; falls nicht, kläre vorab, ob die gewählte Bank auch ohne PESEL auskommt oder ob du zuerst die Nummer beantragen musst.
Der dritte Schritt ist die eigentliche Kontoeröffnung – entweder online über die Website oder App der Bank oder persönlich in einer Filiale. Online-Prozesse sind bequemer, erfordern aber oft einen Video-Ident-Vorgang und eine stabile Internetverbindung. Filialbesuche ermöglichen bei Sprachproblemen direkte Klärung, erfordern aber Wartezeiten und persönliche Anwesenheit. Informiere dich vorab, welche Niederlassungen in deiner Nähe englischsprachigen Service anbieten.
Im vierten und letzten Schritt aktivierst du dein Konto vollständig: Verifiziere deine Identität wie gefordert, aktiviere deine Debitkarte, richte das Online-Banking ein und teste das 2FA-Verfahren, bevor du es im Alltag benötigst. Stelle sicher, dass du Kontoauszüge abrufen und Überweisungen tätigen kannst. Trage die IBAN deines neuen Kontos deinem Arbeitgeber oder Vermieter mit, damit zukünftige PLN-Zahlungen reibungslos ankommen.
Konto in Polen: Die richtige Wahl mit der richtigen Vorbereitung
Wenn du weißt, welches Konto zu dir passt, lohnt sich auch ein Blick auf dein Nettoeinkommen – etwa wenn du in Polen oder Deutschland einem Nebenjob nachgehst. Mit unserem Brutto-Netto-Rechner kannst du schnell und unkompliziert herausfinden, was am Ende des Monats wirklich auf deinem Konto landet.
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Häufige Fragen
Ja, als Deutsche:r können Sie in Polen ein Konto eröffnen, sofern Sie Ihren Reisepass oder Personalausweis vorlegen und eine polnische Meldeadresse nachweisen können. Viele Banken verlangen zudem eine Steuernummer oder eine Bescheinigung über Ihre steuerliche Ansässigkeit in Deutschland.
Eine PESEL-Nummer ist nicht zwingend erforderlich, aber viele Banken akzeptieren sie als vereinfachten Identifikationsnachweis. Ohne PESEL müssen Sie in der Regel zusätzliche Dokumente wie eine beglaubigte Übersetzung Ihrer Ausweisdokumente einreichen.
Ja, SEPA-Überweisungen nach Polen funktionieren in Euro problemlos, da Polen am SEPA-Zahlungsverkehr teilnimmt. Die Überweisung dauert in der Regel ein bis zwei Werktage, und die Gebühren entsprechen denen einer Inlandsüberweisung in Deutschland.
Für regelmäßige Aufenthalte ist ein polnisches Konto meist besser, da Sie damit in Zloty bezahlen und lokale Gebühren vermeiden. Ein Multiwährungskonto kann sinnvoll sein, wenn Sie regelmäßig zwischen Euro und Zloty wechseln möchten, aber achten Sie auf Wechselkursaufschläge.
Die Kosten für ein Girokonto in Polen variieren stark je nach Bank und Kontomodell. Viele Banken bieten kostenlose Konten an, sofern Sie einen regelmäßigen Geldeingang nachweisen, aber einige erheben Gebühren für Karten oder Überweisungen.
Ein polnisches Konto müssen Sie in Deutschland grundsätzlich nicht separat versteuern, da nur die Zinserträge in Ihrer deutschen Steuererklärung anzugeben sind. Die Zinsen werden in Polen oft quellenbesteuert, und Sie können diese Steuer in Deutschland anrechnen lassen.
Um in Polen günstig Bargeld abzuheben, sollten Sie Geldautomaten von Banken nutzen, die mit Ihrem deutschen Konto kooperieren oder keine Fremdgebühren erheben. Vermeiden Sie Automaten von unabhängigen Betreibern, da diese oft hohe Gebühren verlangen, und ziehen Sie eine Kreditkarte mit kostenloser Abhebung in Betracht.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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