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FinanzbildungPsd29 Min.

PSD2-Richtlinie einfach erklärt Deine Rechte beim Online-Banking

PSD2 einfach erklärt: Starke Kundenauthentifizierung, Open Banking & deine Rechte als Student. Alle wichtigen Infos kompakt auf StudySmarter.

PSD2 auf einen BlickRechnerWas ist die
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • PSD2 steht für 'Payment Services Directive 2' – die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie, die in deutsches Recht umgesetzt wurde.
  • Ziel: mehr Sicherheit beim Online-Banking und mehr Wettbewerb durch Open Banking.
  • Betrifft jeden, der ein Bankkonto nutzt – also auch alle Studierenden mit Girokonto oder Kreditkarte.
  • Vorgängerin PSD1 wurde durch PSD2 abgelöst; aktuell arbeitet die EU an PSD3 als nächster Evolutionsstufe.

PSD2 auf einen Blick: Was die EU-Zahlungsrichtlinie für dein Konto bedeutet

PSD2 steht für 'Payment Services Directive 2' – die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie, die in deutsches Recht umgesetzt wurde.

Die PSD2-Richtlinie ist das rechtliche Fundament des modernen Online-Bankings in Europa. Sie schützt dich vor Betrug, regelt, wer Zugriff auf deine Kontodaten bekommt, und sorgt dafür, dass du beim Bezahlen im Netz sicherer unterwegs bist – egal ob mit Girokonto, Kreditkarte oder einer Banking-App.

Das Wichtigste in Kürze: PSD2 steht für „Payment Services Directive 2" – die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie. Sie verpflichtet Banken zu sicherer Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Bezahlen, erlaubt lizenzierten Drittanbietern (mit deiner Zustimmung) Zugang zu Kontodaten und begrenzt deine Haftung bei unautorisiertem Zugriff. Als Verbraucher:in profitierst du davon täglich – ohne es vielleicht zu wissen.

AUF EINEN BLICK

  • Ziel: mehr Sicherheit beim Online-Banking und mehr Wettbewerb durch Open Banking.
  • Betrifft jeden, der ein Bankkonto nutzt – also auch alle Verbraucher:innen mit Girokonto oder Kreditkarte.
  • Vorgängerin PSD1 wurde durch PSD2 abgelöst; aktuell arbeitet die EU an PSD3 als nächster Evolutionsstufe.
  • Rechtsgrundlage: EU-Richtlinie 2015/2366, in Deutschland umgesetzt im Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG).

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Was ist die PSD2-Richtlinie? – Die Kurzversion

SCA (Strong Customer Authentication) ist das Herzstück von PSD2: Bei Zahlungen musst du deine Identität mit mindestens zwei von drei Faktoren bestätigen.

PSD2 steht für „Payment Services Directive 2", auf Deutsch: die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie. Sie wurde 2015 vom Europäischen Parlament verabschiedet und musste bis Januar 2018 in nationales Recht umgesetzt werden. In Deutschland geschah das vor allem durch das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) und Änderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch. Das klingt trocken – hat aber unmittelbare Auswirkungen auf deinen Alltag, sobald du online einkaufst, eine Überweisung tätigst oder einer Budgetierungs-App Zugriff auf dein Konto gibst.

Die Vorgängerin PSD1 hatte den europäischen Zahlungsmarkt zwar harmonisiert, aber die rasante Entwicklung von FinTechs, mobilen Bezahlmethoden und Online-Shopping hatte sie schlicht überrollt. PSD2 sollte diese Lücken schließen: mehr Sicherheit für Verbraucher:innen, mehr Wettbewerb durch sogenanntes Open Banking und klarere Haftungsregeln. Betroffen ist im Grunde jede Person, die ein Bankkonto in der EU führt – also auch du mit deinem Girokonto oder deiner Kreditkarte.

Aktuell arbeitet die EU-Kommission bereits an der nächsten Evolutionsstufe: PSD3, kombiniert mit einer direkt geltenden Verordnung namens PSR (Payment Services Regulation). Diese sollen bestehende Lücken schließen, insbesondere beim Schutz vor Echtzeit-Überweisungsbetrug und beim Ausbau von Open Finance. Bis zur vollständigen nationalen Umsetzung werden voraussichtlich noch einige Jahre vergehen – der genaue Zeitplan ist aktuell noch offen. Bis dahin bleibt PSD2 das maßgebliche Regelwerk für deinen Zahlungsalltag.

AUF EINEN BLICK

  • Die drei Faktoren sind: Wissen (PIN, Passwort), Besitz (Smartphone, TAN-Generator) und Inhärenz (Fingerabdruck, Gesichtserkennung).
  • Für Verbraucher:innen im Alltag bedeutet das: Online-Einkauf mit Kreditkarte wird durch eine Push-Benachrichtigung oder einen SMS-Code abgesichert.
  • Ausnahmen existieren (z. B. kleine Beträge, vertrauenswürdige Zahlungsempfänger), aber die Bank entscheidet über deren Anwendung.
  • Fehlt SCA und du wirst Opfer eines Betrugs, haftest du in der Regel nicht – die Bank trägt das Risiko.

Starke Kundenauthentifizierung (SCA): Warum du beim Bezahlen zwei Schritte brauchst

PSD2 verpflichtet Banken, Drittanbietern (FinTechs, Budget-Apps) per API Zugang zu Kontodaten zu gewähren – aber nur mit deiner ausdrücklichen Zustimmung.

Das Herzstück von PSD2 ist die sogenannte Starke Kundenauthentifizierung – auf Englisch „Strong Customer Authentication" (SCA). Sie schreibt vor, dass du deine Identität bei Zahlungsvorgängen mit mindestens zwei von drei unabhängigen Faktoren bestätigst. Diese drei Faktoren sind: Wissen (zum Beispiel deine PIN oder ein Passwort), Besitz (dein Smartphone oder ein TAN-Generator) und Inhärenz (biometrische Merkmale wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung). Der entscheidende Punkt: Die zwei gewählten Faktoren müssen aus verschiedenen Kategorien stammen – eine PIN plus eine zweite PIN zählt nicht.

Im Alltag begegnet dir SCA ständig, oft ohne dass du den Begriff kennst. Wenn du in einem Online-Shop mit deiner Kreditkarte bezahlst und anschließend eine Push-Benachrichtigung in der Banking-App erhältst, die du bestätigen musst – das ist SCA in Aktion. Oder wenn du eine Überweisung tätigen willst und zusätzlich zur PIN noch einen SMS-Code eingibst. Diese doppelte Absicherung ist kein unnötiger Bürokratieakt, sondern schützt dich davor, dass jemand anderes mit deinen Kartendaten einkaufen geht, selbst wenn er deine Kartennummer und das Ablaufdatum kennt.

Es gibt allerdings definierte Ausnahmen, bei denen eine einfache Authentifizierung ausreicht. Kleine Beträge unterhalb bestimmter Schwellenwerte, Zahlungen an Händler auf deiner persönlichen Vertrauensliste oder bestimmte wiederkehrende Transaktionen können von der SCA-Pflicht ausgenommen sein. Wichtig zu wissen: Die Entscheidung, ob eine Transaktion als risikoarm eingestuft wird und damit eine Ausnahme greift, liegt bei der Bank und dem Zahlungsdienstleister – nicht bei dir. Du solltest also nie davon ausgehen, dass eine Zahlung automatisch ausgenommen ist, und SCA-Abfragen stets ernst nehmen.

Auch wer sein Konto besonders aufmerksam verwaltet, profitiert von SCA: Sie schützt dich vor unbemerkten Kleinabbuchungen, die sich über Monate summieren könnten. Wer regelmäßig die Push-Benachrichtigungen seiner Bank liest, bemerkt unautorisierte Vorgänge sofort – und kann schnell reagieren.

AUF EINEN BLICK

  • Zwei neue Anbietertypen wurden eingeführt: Kontoinformationsdienste (AISP) und Zahlungsauslösedienste (PISP).
  • Typisches Beispiel: Eine Budgetierungs-App aggregiert alle deine Konten in einer Übersicht – das ist legal, wenn du zugestimmt hast.
  • Alle Drittanbieter müssen bei der nationalen Aufsichtsbehörde (in Deutschland: BaFin) oder einer EU-Behörde lizenziert sein.
  • Du kannst deine Einwilligung jederzeit widerrufen – die Bank muss den Zugang dann sofort sperren.

Open Banking: Was bedeutet es, dass Apps dein Konto „lesen" dürfen?

Haftungsbegrenzung bei unautorisierter Zahlung: Bei grober Fahrlässigkeit oder Betrug trägst du einen begrenzten Eigenanteil

Eines der revolutionärsten Elemente von PSD2 ist die Verpflichtung der Banken, lizenzierten Drittanbietern per standardisierter Schnittstelle (API) Zugang zu Kontodaten zu gewähren. Der Schlüsselsatz dabei lautet: nur mit deiner ausdrücklichen Zustimmung. PSD2 hat dafür zwei neue Kategorien von Zahlungsdienstleistern geschaffen: Kontoinformationsdienste (englisch: Account Information Service Provider, kurz AISP) und Zahlungsauslösedienste (Payment Initiation Service Provider, PISP). AISP dürfen deine Kontodaten lesen und aggregieren, PISP dürfen in deinem Namen Zahlungen auslösen – zum Beispiel eine Sofortüberweisung direkt aus einer Shopping-App heraus, ohne dass deine Kreditkartendaten den Umweg über den Händler nehmen.

Für Verbraucher ist das besonders relevant im Kontext von Budgetierungs-Apps. Dienste wie diese können mit deiner Erlaubnis Transaktionsdaten von mehreren Konten gleichzeitig abrufen und in einer übersichtlichen Darstellung zusammenführen – zum Beispiel dein Girokonto, dein Tagesgeldkonto und eine Prepaid-Kreditkarte. Das hilft enorm, wenn du dein Gehalt, Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit und monatliche Ausgaben für Miete, Lebensmittel und Abo-Dienste im Blick behalten willst. Technisch gesehen war dieses Zusammenführen von Kontodaten schon früher möglich, aber oft über unsichere Methoden wie das sogenannte „Screen Scraping" – dabei hat die App direkt deine Banking-Zugangsdaten erhalten und sich quasi als du eingeloggt. PSD2 hat dieses Verfahren faktisch beendet, weil Banken nun sichere APIs bereitstellen müssen.

Alle Drittanbieter, die im Open-Banking-Rahmen tätig werden wollen, müssen bei einer nationalen Aufsichtsbehörde registriert oder lizenziert sein. In Deutschland ist das die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Das BaFin-Register ist öffentlich zugänglich und sollte dein erster Anlaufpunkt sein, bevor du einer unbekannten App Zugriff auf dein Konto gewährst. Wenn eine App nicht im Register auftaucht, ist äußerste Vorsicht geboten – sie operiert dann außerhalb des regulatorischen Rahmens, und dein Schutz durch PSD2 greift unter Umständen nicht vollständig.

AUF EINEN BLICK

  • Erstattungspflicht der Bank: Nicht autorisierte Zahlungen müssen unverzüglich erstattet werden; die Beweislast liegt bei der Bank.
  • Recht auf Basisinformationen: Banken müssen dir vor und nach jeder Zahlung klare Informationen zu Gebühren und Wechselkursen geben.
  • Surcharge-Verbot: Händler dürfen für gängige Kartenzahlungen (Visa, Mastercard) keine Aufschläge mehr verlangen.
  • Beschwerderecht: Bei Streitigkeiten kannst du die BaFin-Verbraucherschlichtung oder den Ombudsmann der Banken einschalten.

Deine Rechte als Kontoinhaber:in unter PSD2

3D Secure 2.0 (Verified by Visa, Mastercard Identity Check) ist die technische Umsetzung von SCA für Kreditkartenzahlungen.

PSD2 ist nicht nur ein technisches Regelwerk – sie stärkt auch konkret deine Rechtssposition als Verbraucher:in. Eines der wichtigsten Elemente ist die Haftungsverteilung bei unautorisierter Zahlung. Wenn jemand ohne deine Zustimmung eine Zahlung über dein Konto auslöst, muss die Bank diesen Betrag grundsätzlich unverzüglich zurückbuchen. Die Beweislast, dass du die Zahlung autorisiert hast oder grob fahrlässig gehandelt hast, liegt dabei bei der Bank – nicht bei dir. Das ist ein bedeutsamer Unterschied zu früheren Regelungen und schützt dich gerade in stressigen Situationen, wenn du vielleicht nicht sofort alle Details eines verdächtigen Vorgangs nachweisen kannst.

Das Gesetz sieht einen begrenzten Selbstbehalt vor, wenn dir leichte Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. Die genaue Betragsgrenze ist im ZAG geregelt – informiere dich bei deiner Bank über die aktuell geltenden Konditionen, da diese je nach Fallkonstellation variieren können. Bei grober Fahrlässigkeit – etwa wenn du deine PIN an Dritte weitergegeben hast – kann die volle Haftung auf dich übergehen. Deshalb ist es so wichtig, deine Zugangsdaten niemals zu teilen, auch nicht mit vermeintlich seriösen Apps oder auf Anfrage von angeblichen Bankmitarbeiter:innen.

Ebenfalls durch PSD2 geregelt ist das Surcharge-Verbot: Händler dürfen für gängige Kartenzahlungen mit Visa oder Mastercard keine zusätzlichen Aufschläge mehr verlangen. Das war früher in manchen Bereichen – etwa beim Kauf von Flugtickets oder Konzertkarten – gängige Praxis und hat Verbraucher:innen oft unverhältnismäßig stark belastet. Darüber hinaus haben Banken eine umfangreiche Informationspflicht: Vor und nach jeder Zahlung müssen sie dir klare Angaben zu Gebühren, Wechselkursen und Konditionen machen. Das ist besonders relevant, wenn du auf Reisen mit deiner deutschen Karte bezahlst oder Geld in Fremdwährung abhebst.

AspektWorauf es ankommt
3D Secure 2.0 (Verified by VisaMastercard Identity Check) ist die technische Umsetzung von SCA für Kreditkartenzahlungen.
Risiko-basiertes Authentifizierungsmodell: Niedrig-Risiko-Transaktionen können ohne zweiten Faktor durchgehen – höherwertige Käufe erfordern immer SCA.,
Für Verbraucher:innen mit Prepaid-Kreditkarte oder virtueller Karte gelten dieselben SCA-Regeln.,
Wiederkehrende Zahlungen (z. B. Streaming-Abos) sind von SCA bei Folgetransaktionen ausgenommen, aber die erste Abbuchung braucht SCA.,
Tipp: Stelle sicherdass deine Handynummer bei der Bank aktuell hinterlegt ist – sonst schlägt die Authentifizierung fehl.

PSD2 und Kreditkarten: Was ändert sich konkret beim Bezahlen?

Die EU-Kommission hat PSD3 und eine neue Verordnung PSR vorgeschlagen, um Lücken aus PSD2 zu schließen.

Die technische Umsetzung von SCA für Kreditkartenzahlungen im Internet erfolgt über den Standard 3D Secure 2.0 – bekannt unter den Markennamen „Verified by Visa" und „Mastercard Identity Check". Dieses Protokoll ermöglicht es, im Hintergrund viele Datenpunkte einer Transaktion zu analysieren (Gerät, Standort, Kaufhistorie, Betragshöhe) und darauf basierend zu entscheiden, ob eine aktive Authentifizierung durch dich notwendig ist oder ob die Transaktion als risikoarm eingestuft werden kann. Fällt die Risikoanalyse positiv aus, läuft die Zahlung ohne zusätzlichen Schritt durch. Fällt sie negativ aus oder liegt der Betrag über bestimmten Grenzwerten, wirst du zur aktiven Bestätigung aufgefordert – typischerweise per Push-Notification oder biometrischem Scan.

Für Verbraucher mit Prepaid-Kreditkarte oder rein virtueller Karte gelten dieselben SCA-Regeln wie für klassische Kreditkarten. Der Kartentyp macht keinen Unterschied – entscheidend ist, dass eine Zahlungstransaktion im Sinne von PSD2 stattfindet. Das ist auch dann relevant, wenn du eine virtuelle Karte in deinem Smartphone-Wallet (Apple Pay, Google Pay) hinterlegst: Kontaktlose Zahlungen im Laden unterhalb bestimmter Betragsgrenzen können ohne SCA ablaufen, aber bei höheren Beträgen oder nach einer bestimmten Anzahl aufeinanderfolgender kontaktloser Zahlungen wird die Bank eine explizite Bestätigung verlangen.

Wiederkehrende Zahlungen – zum Beispiel monatliche Abonnements für Streamingdienste oder Cloud-Speicher – sind ein Sonderfall. Hier schreibt PSD2 vor, dass die allererste Abbuchung einer solchen Reihe über SCA abgesichert sein muss, sogenannte Folgetransaktionen sind dann von SCA ausgenommen, solange sie im vereinbarten Rahmen bleiben. Das erklärt, warum du beim erstmaligen Abschluss eines Abos manchmal zur Bestätigung aufgefordert wirst, danach aber nichts mehr aktiv tun musst. Wichtig: Wenn sich Betrag oder Empfänger ändern, kann erneut SCA erforderlich werden.

AUF EINEN BLICK

  • Geplante Neuerungen: stärkerer Schutz vor Instant-Payment-Betrug, mehr Open-Finance-Daten, klarere Haftungsregeln bei Phishing.
  • Zeitplan: Verabschiedung und nationale Umsetzung voraussichtlich bis Mitte/Ende der 2020er Jahre (genaues Datum noch offen
  • Für Verbraucher relevant: Bessere Vergleichbarkeit von Kontogebühren und mehr App-Kompatibilität durch offenere APIs.
  • Bis PSD3 in Kraft tritt, gilt weiterhin vollständig PSD2 / ZAG in der aktuellen Fassung.

PSD2 vs. PSD3: Was kommt als Nächstes für dein Online-Banking?

DO: Nutze ausschließlich lizenzierte Apps (BaFin-Register prüfen), wenn du Drittanbietern Kontenzugang gewährst.

Die EU-Kommission hat bereits einen Legislativvorschlag für PSD3 sowie eine begleitende Zahlungsdienste-Verordnung (PSR) präsentiert. Das Ziel: Die Stärken von PSD2 beibehalten, aber bekannte Schwachstellen schließen. Dazu gehören vor allem ein verbesserter Schutz vor Betrug bei Echtzeit-Überweisungen (Instant Payments), klarere Haftungsregeln bei Phishing-Angriffen und eine Ausweitung des Open-Banking-Gedankens auf weitere Finanzbereiche wie Sparkonten, Wertpapierdepots oder Versicherungen – Stichwort „Open Finance". Der genaue Zeitplan für Verabschiedung und nationale Umsetzung stand zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung noch nicht fest; Beobachter:innen erwarten einen Abschluss irgendwann in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre.

Für Verbraucher:innen ist PSD3 aus mehreren Gründen interessant. Erstens sollen die Haftungsregeln bei Social-Engineering-Betrug – also wenn du etwa durch einen gefälschten Anruf eines vermeintlichen Bankmitarbeiters zur Überweisung verleitet wirst – klarer und verbraucherfreundlicher gestaltet werden. Zweitens ist eine bessere Vergleichbarkeit von Kontogebühren und Leistungen geplant, was dir die Wahl des richtigen Girokontos erleichtern könnte. Drittens sollen offenere und standardisiertere APIs dafür sorgen, dass Budgetierungs- und Finanzplanungs-Apps noch besser und zuverlässiger mit deinen Bankdaten zusammenarbeiten können.

Bis PSD3 in Kraft tritt, gilt: PSD2 ist dein aktueller Schutzschirm. Kenne deine Rechte darunter, nutze die Möglichkeiten von Open Banking mit Bedacht und halte dich über neue Entwicklungen auf dem Laufenden. Das Regelwerk mag komplex klingen, aber der Kern ist simpel: mehr Sicherheit, mehr Kontrolle, mehr Transparenz – alles Dinge, die für eine solide persönliche Finanzplanung besonders wertvoll sind.

AUF EINEN BLICK

  • DO: Aktiviere Push-Benachrichtigungen deiner Bank – so erkennst du unautorisierten Zugriff sofort.
  • DON'T: Teile niemals deine Banking-PIN oder TAN mit Dritten – keine seriöse App braucht das dank PSD2-API.
  • DON'T: Ignoriere SCA-Abfragen oder versuche, sie zu umgehen – du riskierst, im Betrugsfall selbst zu haften.
  • Phishing-Check: Wenn eine App deine Online-Banking-Zugangsdaten direkt abfragt (statt via Bank-API), ist sie nicht PSD2-konform und potenziell betrügerisch.

PSD2 im Alltag: Praktische Do's & Don'ts

PSD2 gibt dir mehr Kontrolle – nutze sie: Überprüfe regelmäßig, welchen Drittanbietern du Kontenzugang erteilt hast.

Wissen ist gut, Handeln ist besser. PSD2 entfaltet seinen Schutz nur dann vollständig, wenn du als Nutzer:in informiert agierst. Der erste und wichtigste Punkt: Nutze ausschließlich lizenzierte Drittanbieter, wenn du einer App Zugang zu deinen Kontodaten gewährst. Das BaFin-Register ist online frei zugänglich – ein kurzer Check vor der Installation einer neuen Finanz-App kostet wenige Minuten und kann dich vor erheblichem Schaden bewahren. Wenn eine App nicht auffindbar ist oder aus einem Nicht-EU-Land operiert, ohne dort reguliert zu sein, ist Skepsis angebracht.

Aktiviere unbedingt die Push-Benachrichtigungen deiner Banking-App. Diese Echtzeit-Informationen sind im Kontext von PSD2 dein persönliches Frühwarnsystem: Jede Abbuchung erscheint sofort auf deinem Sperrbildschirm. Erkennst du eine Zahlung nicht, kannst du sofort die Bank kontaktieren und die Erstattung einleiten – je schneller du reagierst, desto besser stehen die Chancen auf unkomplizierte Rückbuchung. Die Beweislast liegt zwar grundsätzlich bei der Bank, aber Verzögerungen können die Situation komplizieren.

Auf der anderen Seite gibt es klare Verhaltensweisen, die du unbedingt vermeiden solltest. Teile niemals deine Banking-PIN, dein Passwort oder einen TAN mit Dritten – nicht per Telefon, nicht per E-Mail, nicht in einer App. Dank PSD2-konformer APIs braucht keine seriöse Finanz-App diese Daten. Wenn eine App oder eine Person danach fragt, ist das ein sicheres Zeichen für Betrug. Versuche auch nicht, SCA-Abfragen zu umgehen oder zu ignorieren. Falls du im Betrugsfall grobe Fahrlässigkeit – etwa das bewusste Umgehen von Sicherheitsmechanismen – nicht ausschließen kannst, riskierst du, selbst für den Schaden aufkommen zu müssen. Die Schutzrechte aus PSD2 sind keine Einbahnstraße: Sie setzen voraus, dass du als Kontoinhaber:in sorgfältig mit deinen Zugangsdaten umgehst.

Ein letzter praktischer Hinweis: Überprüfe regelmäßig in den Einstellungen deiner Bank oder deines Online-Banking-Portals, welchen Drittanbietern du Kontenzugang erteilt hast. PSD2 schreibt vor, dass Banken dir diese Übersicht bereitstellen und dir die Möglichkeit geben, Berechtigungen jederzeit zu widerrufen. Wenn du eine App nicht mehr nutzt, entziehe ihr auch den Datenzugriff. So behältst du die volle Kontrolle über deine Finanzdaten.

AUF EINEN BLICK

  • Ein strukturierter Überblick über Einnahmen (etwa aus Gehalt oder Rente) und Ausgaben ist die Grundlage solider Finanzen.
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Finanzen im Griff behalten – mit PSD2 als Rückenwind

PSD2 gibt dir mehr Kontrolle über deine Finanzdaten als je zuvor. Nutze diese Kontrolle aktiv: Überprüfe regelmäßig, welchen Drittanbietern du Kontenzugang erteilt hast, halte deine Authentifizierungs-App aktuell und reagiere sofort auf verdächtige Abbuchungen. Das Regelwerk schützt dich – aber nur, wenn du es kennst und entsprechend handelst.

Ein strukturierter Überblick über Einnahmen und Ausgaben ist dabei die Grundlage solider Finanzen. Ob Gehalt, Rentenzahlung oder Kindergeld – wer weiß, was monatlich rein- und rausgeht, trifft bessere Entscheidungen. Nutze die Möglichkeiten von Open Banking mit lizenzierten Apps, um diesen Überblick zu gewinnen, ohne auf Sicherheit verzichten zu müssen.

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Häufige Fragen

Du musst wegen PSD2 in der Regel nichts aktiv tun, da deine Bank die Anforderungen wie die starke Kundenauthentifizierung automatisch umsetzt. Du solltest lediglich sicherstellen, dass deine bei der Bank hinterlegten Kontaktdaten aktuell sind, damit du TANs und Benachrichtigungen zuverlässig erhältst.

Wenn du eine unbekannte Abbuchung auf deiner Kreditkarte entdeckst, solltest du umgehend deine Bank oder den Kartenherausgeber kontaktieren und den Vorgang reklamieren. Die Bank ist verpflichtet, den Fall zu prüfen und dir bei berechtigten Einwänden den Betrag zu erstatten, wobei du in der Regel eine Frist von mehreren Wochen nach dem Abbuchungsdatum einhalten musst.

Nein, deine Bank darf für die SCA-Authentifizierung selbst keine extra Gebühren verlangen, da es sich um eine gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsmaßnahme handelt. Zusätzliche Kosten können jedoch entstehen, wenn du alternative Authentifizierungsmethoden wie SMS-TAN nutzt, sofern diese über deinen Mobilfunktarif abgerechnet werden.

Budgetierungs-Apps können sicher sein, wenn sie eine offizielle Schnittstelle (API) deiner Bank nutzen und über eine Zulassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verfügen. Du solltest vor der Verknüpfung prüfen, ob die App die starke Kundenauthentifizierung unterstützt und ob du ihr nur die minimal notwendigen Zugriffsrechte gewährst.

Die PSD2 regelt den Zugriff auf deine Kontodaten durch Drittanbieter und schreibt Sicherheitsstandards wie die starke Kundenauthentifizierung vor, während die DSGVO den Schutz deiner personenbezogenen Daten allgemein sicherstellt. Bei Bankdaten greifen beide Gesetze zusammen: PSD2 legt fest, wer auf deine Daten zugreifen darf, und die DSGVO bestimmt, wie diese Daten verarbeitet und geschützt werden müssen.

Ja, PSD2 gilt auch für PayPal und Apple Pay, da diese als Zahlungsauslöse- oder Kontoinformationsdienste agieren, wenn sie auf dein Bankkonto zugreifen. Die starke Kundenauthentifizierung ist auch bei diesen Diensten Pflicht, wobei die konkrete Umsetzung je nach Anbieter variieren kann.

Die PSD3 ist eine Weiterentwicklung der PSD2, die unter anderem den Zahlungsverkehr weiter harmonisieren und die Rechte der Verbraucher:innen stärken soll, etwa durch verbesserte Transparenz und erweiterte Betrugsprävention. Der genaue Zeitpunkt des Inkrafttretens ist noch nicht abschließend festgelegt, aber die EU-Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, der voraussichtlich in den kommenden Jahren umgesetzt wird.

Ja, auch Minderjährige können von PSD2 profitieren, da die starke Kundenauthentifizierung auch für ihre Konten gilt und sie vor unbefugten Zugriffen schützt. Zudem ermöglicht PSD2 den Zugriff auf Kontoinformationen über zertifizierte Apps, was auch für Jugendliche nützlich sein kann, um ihre Ausgaben zu verwalten, sofern die Bank entsprechende Angebote für Minderjährige bereitstellt.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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