Konto in England eröffnen als Student – so geht's 2026
Konto in England als Student eröffnen: welche Dokumente du brauchst, welche Kontotypen es gibt & wie du ohne UK-Adresse startest. Schritt-für-Schritt-Anleitung.
- Mietzahlungen, Semestergebühren (Tuition Fees) und alltägliche Ausgaben werden in GBP abgewickelt – Auslandsgebühren auf deutschem Konto häufen sich schnell an.
- Viele Vermieter und Uni-Verwaltungen akzeptieren ausschließlich britische Bankverbindungen (Sort Code + Account Number).
- Student Loan Company (SLC) überweist Stipendien und Darlehen nur auf UK-Konten.
- Lokales Konto vereinfacht Aufbau einer britischen Kredithistorie, die für spätere Mietverträge relevant ist.
Konto in England eröffnen: Was Sie 2026 wissen müssen
Mietzahlungen, Gebühren für Weiterbildungen und alltägliche Ausgaben werden in GBP abgewickelt – Auslandsgebühren auf deutschem Konto häufen sich schnell an.
Als Verbraucher:in in England kommen Sie um ein lokales Bankkonto kaum herum. Miete, Kursgebühren und der Alltag laufen auf GBP-Basis – und viele Vermieter sowie Behörden akzeptieren schlicht keine ausländischen Bankverbindungen. Hier erfahren Sie, welche Kontotypen es gibt, welche Dokumente Sie brauchen und wie Sie auch ohne britische Adresse schnell zahlungsfähig sind.
AUF EINEN BLICK
- Viele Vermieter und Behörden akzeptieren ausschließlich britische Bankverbindungen (Sort Code + Account Number).
- Die zuständige Auszahlungsstelle für staatliche Förderungen überweist Gelder nur auf UK-Konten.
- Lokales Konto vereinfacht Aufbau einer britischen Kredithistorie, die für spätere Mietverträge relevant ist.
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Ohne UK-Konto wird der Alltag in England teuer und kompliziert
Current Account (Girokonto): Standard für tägliche Ausgaben, Daueraufträge, Gehaltseingänge.
Wer nach England zieht, zahlt praktisch alles in Pfund Sterling – von der Miete über die Nebenkosten bis hin zum wöchentlichen Einkauf. Überweist du diese Beträge dauerhaft von einem deutschen Girokonto, summieren sich Auslandsgebühren und Wechselkursaufschläge zu einem spürbaren Kostenfaktor. Seit dem Brexit gibt es keinen SEPA-Rahmen mehr zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich, was bedeutet: Jede Überweisung von EUR nach GBP ist technisch eine internationale Transaktion mit potenziellen Gebühren auf beiden Seiten.
Hinzu kommt ein praktisches Problem: Viele britische Vermieter und Behörden verlangen zwingend eine britische Bankverbindung – also einen Sort Code (sechsstellige Bankleitzahl) und eine Account Number (achtstellige Kontonummer). Ohne diese Daten kann ein Dauerauftrag für die Miete oft gar nicht eingerichtet werden, und manche Portale akzeptieren für Rückerstattungen oder Gehaltszahlungen ausschließlich britische Konten.
Ein besonders konkretes Beispiel ist die staatliche Unterstützung im Vereinigten Königreich: Sie wird ausschließlich auf UK-Konten überwiesen. Wer keins hat, erhält schlicht keine Auszahlung. Und nicht zuletzt: Ein britisches Konto ist der erste Schritt zum Aufbau einer britischen Kredithistorie. Diese spielt in UK eine deutlich größere Rolle als in Deutschland – ohne Kredithistorie wird es schwieriger, später eine Wohnung zu mieten oder einen Mobilfunkvertrag abzuschließen.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Current Account (Girokonto): Standard für tägliche Ausgaben, Daueraufträge, Gehaltseingänge. | , |
| Basic Bank Account: Eingeschränktes Konto ohne Überziehungsrahmen; einfachere Hürden bei Eröffnung; ideal als Einstieg. | , |
| E-Money-/App-Konto (z. B. Wise | Revolut, Monzo): Kein klassisches UK-Bankkonto, aber britische Kontodaten (Sort Code + Account Number) möglich; kein voller Einlagensicherungsschutz wie bei einer Vollbank. |
| Unterschied beachten: Vollbank (Financial Services Compensation Scheme, FSCS) vs. E-Geld-Institut (andere Schutzregeln). | , |
Current Account, Student Account oder App-Konto – welcher Typ passt zu dir?
Lichtbildausweis: Reisepass oder Personalausweis (je nach Institut).
In England gibt es mehrere Kontotypen, die für Verbraucher:innen relevant sind. Das Current Account ist das britische Standardgirokonto: Es eignet sich für Daueraufträge, Gehaltseingänge und den täglichen Zahlungsverkehr. Die meisten Vollbanken (sogenannte High Street Banks) bieten es an. Für alle, die flexible Finanzlösungen suchen, ist das Student Bank Account eine Option, das speziell für Personen in der Ausbildung oder im Studium konzipiert wurde. Der größte Vorteil ist häufig ein zinsloser Überziehungsrahmen (Interest-Free Overdraft), dessen genaue Höhe und Bedingungen jedoch von Bank zu Bank stark variieren – diese Konditionen solltest du unbedingt direkt bei der jeweiligen Bank erfragen und schriftlich bestätigen lassen, bevor du den Überziehungsrahmen nutzt.
Wer beim Antrag auf Schwierigkeiten stößt – etwa weil der Adressnachweis noch fehlt – kann mit einem Basic Bank Account einsteigen. Diese eingeschränkten Konten sind ohne Überziehungsrahmen und haben vereinfachte Eröffnungshürden. Sie ermöglichen das Empfangen von Gehältern und das Bezahlen per Karte, sind aber nicht für komplexere Bankgeschäfte geeignet.
Immer beliebter sind E-Money-Konten von Anbietern wie Wise, Revolut oder Monzo. Sie vergeben echte britische Sort Codes und Account Numbers und können oft ohne UK-Wohnsitz eröffnet werden. Wichtig zu wissen: Diese Anbieter sind in der Regel keine vollwertigen Banken im Sinne des britischen Bankenrechts. Ihre Einlagen unterliegen nicht dem Financial Services Compensation Scheme (FSCS), sondern sogenannten Safeguarding-Regeln – das ist ein anderes, potenziell schwächeres Schutzniveau. Als Brücke bis zur Vollbankeröffnung sind sie dennoch sehr nützlich.
AUF EINEN BLICK
- Proof of Address (Adressnachweis): Häufigste Hürde – akzeptiert werden meist: Mietvertrag, Meldebescheinigung, Council Tax Letter oder Utility Bill.
- Einschreibebescheinigung (Letter of Study): Viele Konten für Personen in Ausbildung oder Studium verlangen einen Nachweis über die Einschreibung an einer Bildungseinrichtung.
- National Insurance Number (NI Number): Nicht zwingend für Kontoeröffnung, aber für spätere Beschäftigung nötig – frühzeitig beantragen.
- Bei App-Banken oft nur Selfie + Ausweisscan nötig; Eröffnung noch vor Abreise aus Deutschland möglich.
Diese Dokumente brauchst du für die Kontoeröffnung in England
Schritt 1 – Vor der Abreise: App-basiertes Konto mit britischen Kontodaten eröffnen (kein UK-Wohnsitz nötig), um sofort GBP empfangen zu können.
Die häufigste Hürde bei der Kontoeröffnung in England ist der Proof of Address – der Adressnachweis. Britische Banken akzeptieren in der Regel: einen unterschriebenen Mietvertrag, ein offizielles Anschreiben deines Arbeitgebers oder deiner Bildungseinrichtung, einen Council Tax Letter oder eine aktuelle Utility Bill (Gas, Strom, Wasser). Das Problem: Diese Dokumente liegen oft erst vor, wenn man schon im Land ist und eine feste Unterkunft hat – ein Henne-Ei-Problem, das die App-Konto-Strategie (dazu mehr im nächsten Abschnitt) löst.
Als Lichtbildausweis wird von den meisten britischen Banken der Reisepass bevorzugt; ob ein Personalausweis akzeptiert wird, hängt vom Anbieter ab und sollte vorab geklärt werden. Für manche Kontomodelle kommt außerdem eine Bestätigung deiner Beschäftigung oder deines Aufenthaltszwecks (Letter of Study oder Confirmation of Enrolment) hinzu – damit weist du nach, dass du dich tatsächlich längerfristig in Großbritannien aufhältst. Manche Banken kooperieren direkt mit Institutionen und akzeptieren digitale Verifizierungen über Systeme wie UCAS.
Nicht zwingend für die Kontoeröffnung, aber frühzeitig zu beantragen: die National Insurance Number (NI Number). Diese entspricht in etwa der deutschen Steuer-ID und ist notwendig, sobald du in England arbeiten möchtest. Der Antrag läuft seit einigen Jahren vollständig online über die HMRC-Website. Je früher du ihn stellst, desto früher kannst du legal einer Nebenbeschäftigung nachgehen – was für das Budget in einem teuren Land wie England kaum unwichtig ist.
AUF EINEN BLICK
- Schritt 2 – Ankunft & Unterkunft: Temporäre Adresse sichern (Ferienwohnung oder möbliertes Zimmer); Adressnachweis ausstellen lassen.
- Schritt 3 – Konto beantragen: Mit Bestätigung des Aufenthaltszwecks, Ausweis und Adressnachweis bei einer Vollbank; Filiale oder Online-Antrag je nach Anbieter.
- Schritt 4 – Überziehungsrahmen prüfen: Zinsloses Limit nur nutzen, wenn Rückzahlung gesichert; Bedingungen des Dispositionskredits lesen.
- Schritt 5 – Deutsches Konto behalten: Als Backup für SEPA-Überweisungen, Gehaltseingänge und Rückkehrer-Situation.
Schritt für Schritt zum britischen Konto – vom Sofa aus bis zur neuen Heimat
Klassische Hochstraßenbanken (High Street Banks) verlangen in der Regel eine britische Adresse.
Schritt 1 – Vor der Abreise aus Deutschland: Eröffne ein App-basiertes Konto bei einem E-Money-Anbieter, der britische Kontodaten (Sort Code + Account Number) vergibt. Hierfür ist kein UK-Wohnsitz erforderlich – in der Regel reicht ein Reisepass und ein Selfie zur Identitätsprüfung. So kannst du bereits vor dem Umzug GBP empfangen, etwa erste Vorauszahlungen leisten oder Gehaltszahlungen entgegennehmen. Prüfe dabei genau die Gebührenstruktur und die Einlagensicherung des Anbieters.
Schritt 2 – Ankunft und Unterkunft sichern: Sobald du in England bist, sicherst du dir eine temporäre Adresse – sei es ein möbliertes Apartment, eine Pension oder ein Zimmer zur Untermiete. Lass dir so früh wie möglich einen offiziellen Adressnachweis ausstellen: Dein Vermieter oder die örtliche Gemeindeverwaltung kann ein Bestätigungsschreiben mit deiner Unterkunftsadresse ausstellen, das viele Banken akzeptieren.
Schritt 3 – Girokonto bei einer Vollbank beantragen: Gehe jetzt mit Meldebescheinigung, Reisepass und Adressnachweis zu einer britischen Vollbank oder nutze deren Online-Antrag. Einige Banken haben spezielle Vereinbarungen mit Arbeitgebern und ermöglichen den Antrag direkt über deren Portal. Vergleiche die Konditionen mehrerer Anbieter, insbesondere in Bezug auf den zinslosen Überziehungsrahmen und eventuelle Zusatzleistungen.
Schritt 4 – Überziehungsrahmen mit Bedacht nutzen: Der Interest-Free Overdraft ist einer der attraktivsten Vorteile eines Girokontos. Doch Vorsicht: Er ist in der Regel nur für einen begrenzten Zeitraum nach Kontoeröffnung zinslos. Danach können die Zinssätze erheblich steigen. Nutze den Überziehungsrahmen also nur, wenn du sicher weißt, wann und wie du den Betrag zurückzahlen kannst.
AUF EINEN BLICK
- E-Money-Anbieter ermöglichen Kontoeröffnung vor dem Umzug; britische Sort Code + Account Number werden sofort vergeben.
- Einlagensicherung unterscheidet sich: FSCS schützt Einlagen bei autorisierten UK; E-Geld-Institute unterliegen Safeguarding-Regeln, nicht dem FSCS.
- Hybridstrategie empfohlen: App-Konto als Brücke, später Vollbank-Girokonto ergänzen.
Konto in England eröffnen ohne britische Adresse: So funktioniert es trotzdem
Kontoführungsgebühr: Konten oft kostenlos – Bedingungen (Mindestumsatz, Status) prüfen.
Klassische britische Hochstraßenbanken (High Street Banks) verlangen für die Kontoeröffnung in der Regel eine nachgewiesene britische Adresse. Das ist für Neuankömmlinge oft ein Problem: Wer noch kein festes Zuhause hat, kann diesen Nachweis schlicht nicht erbringen. Hier kommen E-Money-Anbieter ins Spiel, die keine britische Wohnadresse als Voraussetzung nennen. Sie vergeben vollwertige Sort Codes und Account Numbers, sodass du für Überweisungen und Zahlungen wie ein britischer Kontoinhaber auftrittst.
Die entscheidende Einschränkung: Der FSCS (Financial Services Compensation Scheme) schützt Einlagen bei autorisierten britischen Banken bis zu einem gesetzlich festgelegten Höchstbetrag – dieser Schutz gilt nicht automatisch für E-Geld-Institute. Stattdessen unterliegen diese Anbieter sogenannten Safeguarding-Pflichten: Kundengelder müssen getrennt vom Betriebskapital gehalten werden. Das ist ein anderes Schutzniveau und wird im Insolvenzfall anders behandelt als die FSCS-Absicherung. Verwahre daher auf E-Money-Konten nur die Beträge, die du kurzfristig benötigst.
Die empfohlene Strategie ist daher eine Hybridlösung: Starte mit einem App-Konto als Überbrückung – für die ersten Wochen, die ersten Zahlungen, den ersten Mieteinzug. Sobald du eine feste Adresse und deine Identifikationsunterlagen hast, beantrage ergänzend ein reguläres Konto bei einer Vollbank. So kombinierst du die Flexibilität des E-Money-Kontos mit dem stärkeren rechtlichen Schutz einer volllizenzierten Bank.
| Aspekt | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Kontoführungsgebühr: Konten oft kostenlos – Bedingungen (Mindestumsatz, Status) prüfen. | , |
| Auslandsüberweisungen (Deutschland ↔ UK): Nach Brexit kein SEPA mehr; Überweisungsgebühren und Wechselkursaufschläge variieren stark. | , |
| Kartenzahlungen im Ausland: Auf Fremdwährungsgebühren achten, wenn du mit UK-Karte in der Eurozone zahlst. | , |
| Überziehungszinsen: Außerhalb des zinslosen Limits können Zinssätze sehr hoch sein – Konditionen selbst bei der Bank erfragen. | , |
| ATM-Gebühren: Viele UK-Geldautomaten sind gebührenfrei, aber nicht alle – auf Hinweisschilder achten. | , |
Gebühren, Wechselkurse und versteckte Kosten: Das solltest du beim UK-Konto prüfen
Seit dem Brexit ist das Vereinigte Königreich kein EU-Mitglied mehr: Kein automatisches Recht auf Aufenthalt; abhängig vom Aufenthaltszweck gilt entweder EU Settlement Scheme oder ein entsprechendes Visum.
Viele Girokonten in England werden ohne monatliche Kontoführungsgebühr angeboten – das ist erfreulich, aber nicht selbstverständlich. Prüfe genau, ob Bedingungen daran geknüpft sind: Manche Konten werden nur kostenlos geführt, solange du einen regelmäßigen Geldeingang oder einen Mindestumsatz pro Monat nachweist. Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, wird möglicherweise auf ein kostenpflichtiges Standard-Girokonto umgestellt.
Nach dem Brexit ist das Vereinigte Königreich aus dem SEPA-Raum herausgefallen. Das bedeutet: Überweisungen zwischen Deutschland und England – also EUR nach GBP oder umgekehrt – sind keine SEPA-Überweisungen mehr, sondern internationale Transaktionen. Gebühren und Wechselkursaufschläge variieren dabei stark je nach Anbieter. Große Summen wie Mietkautionen oder größere Anschaffungen solltest du gezielt zu günstigen Konditionen transferieren – spezialisierte Transferdienste können hier gegenüber Hausbank-Überweisungen deutlich günstiger sein. Vergleiche die angebotenen Wechselkurse immer mit dem aktuellen Interbanken-Kurs (Mittelkurs), um den Aufschlag zu erkennen.
Auch auf Kartenzahlungen solltest du achten: Wenn du mit deiner britischen Karte in Deutschland oder anderen Eurozone-Ländern zahlst, können Fremdwährungsgebühren anfallen. Umgekehrt gilt das für deine deutsche Karte im UK. Einige App-Konten bieten kostenlose Auslandszahlungen bis zu einem bestimmten monatlichen Limit – danach fallen Gebühren an. Lies das Kleingedruckte, bevor du dich auf ein Konto festlegst.
Besonders wichtig: Überziehungszinsen außerhalb des zinslosen Rahmens können in UK sehr hoch ausfallen. Die FCA (Financial Conduct Authority) hat zwar Regulierungen eingeführt, aber die konkrete Höhe variiert je nach Bank. Frage aktiv nach dem Zinssatz, der gilt, sobald du den zinsfreien Rahmen überschreitest – und rechne durch, wie realistisch eine Rückzahlung innerhalb der zinsfreien Frist für dich ist.
AUF EINEN BLICK
- Steuerrechtlich: Wer länger als einen bestimmten Zeitraum in UK lebt, kann steuerpflichtig werden – Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland–UK beachten (Quelle: Bundesfinanzministerium / HMRC).
- Krankenversicherung: Visumpflichtige Personen zahlen den Immigration Health Surcharge (IHS) und haben damit Zugang zum NHS – gesonderte Krankenversicherung prüfen.
- Wichtig: Vor dem Umzug rechtlichen Status, Visumtyp und Krankenversicherungsschutz klären – im Zweifelsfall Rechtsberatung oder offizielle Beratungsstellen nutzen.
Was sich für deutsche Sparer:innen durch den Brexit geändert hat – und was du rechtlich beachten musst
Lebenshaltungskosten in UK (insbesondere London) gehören zu den höchsten in Europa – frühzeitig monatliches Budget aufstellen.
Seit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union gibt es kein automatisches Aufenthaltsrecht für EU-Bürger:innen in England mehr. Je nach Zeitpunkt des Zuzugs und Einreisedatum gelten unterschiedliche Regelungen: Wer bereits vor dem 31. Dezember 2020 in UK lebte und sich rechtzeitig registriert hat, fällt unter das EU Settlement Scheme. Für alle anderen gilt seit 2021 in der Regel die Notwendigkeit eines Visums. Die genauen Voraussetzungen und aktuellen Regelungen solltest du direkt bei der britischen Einwanderungsbehörde (UKVI) oder bei der Auslandsberatung deiner Heimatstadt erfragen.
Steuerrechtlich gilt: Wer in UK lebt und dort Einkommen erzielt – etwa aus einem Nebenjob –, kann in UK steuerpflichtig werden. Gleichzeitig kann unter bestimmten Umständen eine Steuerpflicht in Deutschland bestehen bleiben. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich regelt, in welchem Land welche Einkünfte versteuert werden. Im Zweifel sollte ein Steuerberater eingeschaltet werden, bevor du einen Nebenjob aufnimmst. Beachte auch: Beim Nebenjob im UK auf Basis eines Visums gibt es Arbeitsstundenbeschränkungen – die genauen Limits hängen von der Art des Visums und dem Aufenthaltszeitraum ab.
Ein oft unterschätzter Punkt ist die Krankenversicherung: Wer ein Visum erhält, zahlt im Zuge des Visumantrags den Immigration Health Surcharge (IHS) – eine jährliche Abgabe, die den Zugang zum britischen National Health Service (NHS) für die Visumsdauer ermöglicht. Damit entfällt in der Regel die Notwendigkeit einer separaten Auslandskrankenversicherung für den UK-Aufenthalt, sofern du keinen europäischen Krankenversicherungsschutz voraussetzt. Die Situation kann sich jedoch ändern – lass das vor der Abreise von deiner deutschen Krankenkasse schriftlich bestätigen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland liegt 2026 bei 2,9 % (mit einer Spanne von ca. 2,2 bis 4,3 %), was relevant ist, falls du weiterhin freiwillig in der deutschen GKV versichert bleibst.
AUF EINEN BLICK
- Einnahmen im Blick behalten: Ersparnisse, Stipendien oder Fördermittel, ggf. Nebenjob (Arbeitsstunden-Limit bei Visum beachten).
- Währungsrisiko: GBP/EUR-Kurs schwankt; größere Beträge (Mietkaution, Anschaffungen) möglichst günstig tauschen.
- Notgroschen: Mindestens einen Monatsbedarf als Reserve auf deutschem Konto vorhalten.
- Finanz-Score-Check hilft, die eigene Ausgangssituation einzuschätzen – Funnel-Tool unten nutzen.
Budgetplanung für einen Umzug nach England: So behältst du den Überblick
England – und insbesondere London – zählt zu den teuersten Regionen in Europa. Ein realistisches monatliches Budget aufzustellen ist daher keine optionale Kür, sondern eine echte Notwendigkeit. Berücksichtige Miete, Lebensmittel, Transport, Arbeitsmaterialien, Freizeitausgaben und unvorhergesehene Kosten. Plane außerdem einen Puffer für die ersten Wochen ein, in denen du noch kein lokales Konto hast und möglicherweise höhere Transaktionskosten trägst.
Auf der Einnahmenseite gibt es für deutsche Staatsbürger:innen in England verschiedene Quellen: Auslandsförderung ist unter bestimmten Bedingungen möglich, auch für Aufenthalte außerhalb der EU – die genauen Bedingungen klärst du beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Erasmus+-Förderung steht für Austauschjahre an europäischen Partnerinstitutionen zur Verfügung – das UK nimmt seit 2023 nicht mehr am Erasmus+-Programm teil, weshalb alternative DAAD-Stipendien oder institutionseigene Fördermittel in Betracht kommen. Auch ein Nebenjob ist unter Einhaltung der Visasbedingungen möglich.
Das Währungsrisiko ist ein oft unterschätzter Faktor: Der GBP/EUR-Kurs schwankt und kann sich innerhalb weniger Monate spürbar verschieben. Wer größere Beträge – Mietkaution, Umzugskosten, Anschaffungen – aus Deutschland überweist, sollte den Transferzeitpunkt und den genutzten Dienst bewusst wählen und nicht blind das Online-Banking der Hausbank nutzen. Spezialisierte Transferdienste arbeiten oft näher am Interbanken-Kurs.
Abschließend ein wichtiger Sicherheitstipp: Halte auf deinem deutschen Konto immer einen Notgroschen vor – mindestens einen Monatsbedarf, besser zwei. Technische Probleme mit dem britischen Konto, unerwartete Ausgaben oder Verzögerungen bei Zahlungseingängen können passieren. Ein Puffer auf dem deutschen Konto sorgt dafür, dass du in solchen Situationen handlungsfähig bleibst, ohne in Stress zu geraten.
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Häufige Fragen
Ohne eine britische Adresse ist die Kontoeröffnung in England in der Regel nicht möglich, da Banken gesetzlich verpflichtet sind, Ihren Wohnsitz zu verifizieren. Einige Banken bieten jedoch spezielle Konten für Personen an, die neu im Land sind, bei denen Sie eine Adresse im Vereinigten Königreich erst nach der Ankunft nachweisen müssen. Alternativ können Sie auf digitale Banken oder Fintech-Anbieter ausweichen, die oft flexiblere Anforderungen haben.
Ein Student Bank Account ist ein spezielles Girokonto für Personen in der Ausbildungsphase, das in der Regel keine Kontoführungsgebühren erhebt und oft Extras wie einen zinslosen Überziehungsrahmen oder Rabatte bietet. Er lohnt sich vor allem, wenn Sie während Ihrer Weiterbildungszeit regelmäßig Geld benötigen und einen finanziellen Puffer wünschen, da die Konditionen meist besser sind als bei regulären Konten. Allerdings sollten Sie die Angebote genau vergleichen, da die Vorteile je nach Bank stark variieren.
Für die Kontoeröffnung in England benötigen Sie in der Regel Ihren gültigen Reisepass oder Personalausweis sowie einen Nachweis über Ihre Adresse, entweder im Vereinigten Königreich oder in Deutschland. Bei einem Student Bank Account verlangen die Banken zusätzlich eine Bestätigung Ihrer Bildungseinrichtung über Ihre Einschreibung. Manche Banken akzeptieren auch eine Bestätigung Ihrer deutschen Bank über Ihre Bonität oder einen Kontoauszug als Adressnachweis.
Ihr Geld auf einem britischen Konto ist durch das britische Einlagensicherungssystem geschützt, das Einlagen pro Bank und Kunde bis zu einem bestimmten Betrag absichert, der dem deutschen System ähnlich ist. Der Brexit hat daran nichts geändert, da das britische Sicherungssystem weiterhin unabhängig von der EU funktioniert. Sie sollten jedoch beachten, dass die Sicherung nur greift, wenn Ihre Bank in Großbritannien lizenziert ist und Sie nicht mehr als den gesetzlichen Höchstbetrag bei derselben Bank anlegen.
Für einen längeren Aufenthalt in England benötigen Sie keine eigene Krankenversicherung, wenn Sie als Deutscher in Deutschland versichert sind, da Sie über die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) Anspruch auf notwendige medizinische Behandlungen im britischen Gesundheitssystem (NHS) haben. Diese Karte gilt auch nach dem Brexit weiterhin für Personen, die vorübergehend im Vereinigten Königreich leben. Sie sollten jedoch prüfen, ob Ihre private oder gesetzliche Zusatzversicherung Leistungen wie Rücktransport oder erweiterte Behandlungen abdeckt, da die EHIC nur die Grundversorgung umfasst.
Ja, Sie können weiterhin staatliche Förderung für einen Aufenthalt in England erhalten, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel, dass Sie vor dem Aufenthalt in Deutschland gelebt haben und der Aufenthalt Ihrer beruflichen oder schulischen Qualifizierung dient. Die Förderung ist auf Auslandsaufenthalte begrenzt und die Höhe richtet sich nach den gleichen Einkommens- und Vermögensgrenzen wie im Inland. Sie müssen den Antrag vor Beginn des Auslandsaufenthalts beim zuständigen Amt stellen und die Anerkennung Ihrer Einrichtung in England nachweisen.
Die Kosten für eine Überweisung von Deutschland nach England in britischen Pfund hängen stark von Ihrer Bank, dem Überweisungsweg und dem Wechselkurs ab, der täglich schwankt. Klassische Banküberweisungen sind oft teuer, da sie eine Gebühr von einigen Euro plus einen Aufschlag auf den Wechselkurs enthalten, während spezialisierte Online-Dienste häufig günstigere Konditionen bieten. Es lohnt sich, vor der Überweisung die Gesamtkosten inklusive aller Gebühren und des effektiven Wechselkurses zu vergleichen, da die Unterschiede erheblich sein können.
Wenn Sie in England arbeiten, müssen Sie in der Regel britische Steuern auf Ihr Einkommen zahlen, sobald Sie den persönlichen Steuerfreibetrag überschreiten, der für alle Arbeitnehmer im Vereinigten Königreich gilt. Ihr Arbeitgeber zieht die Steuer automatisch über das PAYE-System (Pay As You Earn) von Ihrem Lohn ab, sodass Sie keine separate Steuererklärung einreichen müssen, wenn Sie nur ein Einkommen haben. Da Deutschland und Großbritannien ein Doppelbesteuerungsabkommen haben, wird Ihr in England versteuertes Einkommen in Deutschland nicht erneut besteuert, Sie müssen es aber in Ihrer deutschen Steuererklärung angeben.
Quellen & Stand 09.07.2026
- Bundesfinanzministerium, Rahmen
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