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FinanzbildungKredit9 Min.

Kredit Voraussetzungen Das musst du erfüllen

Welche Voraussetzungen braucht man als Student für einen Kredit? Bonität, Einkommen, Alter & Co. – klar erklärt + kostenloser Finanz-Check.

Kredit als StudentRechnerWas sind
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Kreditgeber sind gesetzlich verpflichtet, die Kreditwürdigkeit (Bonität) zu prüfen – Grundlage ist das Kreditwesengesetz (KWG) und die EU-Verbraucherkreditrichtlinie.
  • Ziel der Prüfung: sicherstellen, dass Kreditnehmer:innen den Kredit realistisch zurückzahlen können – Schutz für beide Seiten.
  • Für Studierende ist die Hürde oft höher, weil regelmäßiges Erwerbseinkommen fehlt – es gibt aber studierendenspezifische Alternativen.
  • Unterschied: allgemeine Verbraucherkredite vs. zweckgebundene Bildungskredite vs. staatliche Förderkredite (z. B. KfW-Studienkredit) – jeweils eigene Anforderungen.

Kredit als Student bekommen – geht das wirklich?

Kreditgeber sind gesetzlich verpflichtet, die Kreditwürdigkeit (Bonität) zu prüfen – Grundlage ist das Kreditwesengesetz (KWG) und die EU-Verbraucherkreditrichtlinie.

Ja, Studierende können in Deutschland einen Kredit aufnehmen – aber die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Kreditart erheblich. Wer die wichtigsten Kredit Voraussetzungen kennt und gezielt vorbereitet, hat deutlich bessere Chancen auf eine Zusage.

Auf einen Blick: Für einen klassischen Verbraucherkredit brauchst du Volljährigkeit, einen deutschen Wohnsitz, ein deutsches Bankkonto, ausreichende Bonität (SCHUFA) und ein nachweisbares Einkommen. Fehlt dir das Einkommen, gibt es studierendenspezifische Alternativen wie den KfW-Studienkredit oder den staatlichen Bildungskredit, die ohne Einkommensnachweis auskommen.

AUF EINEN BLICK

  • Ziel der Prüfung: sicherstellen, dass Kreditnehmer:innen den Kredit realistisch zurückzahlen können – Schutz für beide Seiten.
  • Für Studierende ist die Hürde oft höher, weil regelmäßiges Erwerbseinkommen fehlt – es gibt aber studierendenspezifische Alternativen.
  • Unterschied: allgemeine Verbraucherkredite vs. zweckgebundene Bildungskredite vs. staatliche Förderkredite (z. B. KfW-Studienkredit) – jeweils eigene Anforderungen.

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Was sind Kredit-Voraussetzungen – und warum gelten sie?

1. Volljährigkeit: Mindestalter 18 Jahre – bei manchen Produkten auch Mindestalter 21 oder 25 Jahre.

Kreditgeber sind in Deutschland gesetzlich verpflichtet, die Kreditwürdigkeit – also die Bonität – jeder antragstellenden Person zu prüfen. Die rechtliche Grundlage bilden das Kreditwesengesetz (KWG) sowie die EU-Verbraucherkreditrichtlinie, die in deutsches Recht umgesetzt wurde. Diese Regelungen dienen nicht in erster Linie dem Schutz der Bank, sondern sollen verhindern, dass Verbraucher:innen Kredite aufnehmen, die sie realistisch nicht zurückzahlen können. Wer sich überschuldet, gerät in eine finanzielle Spirale, die sich über viele Jahre auf alle Lebensbereiche auswirkt – gerade im Studium ein besonders ernstes Risiko.

Das zentrale Ziel der Bonitätsprüfung ist es, sicherzustellen, dass Kreditnehmer:innen den Kredit aus ihrem laufenden Einkommen oder vorhandenem Vermögen tilgen können. Für Studierende bedeutet das: Die Hürde liegt oft höher als für Berufstätige, weil ein regelmäßiges, sozialversicherungspflichtiges Erwerbseinkommen häufig fehlt. Dennoch ist die Situation nicht hoffnungslos – der Markt bietet gezielt auf Studierende zugeschnittene Produkte, und auch klassische Kredite können mit der richtigen Vorbereitung erreichbar sein.

Wichtig ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Kreditarten: Allgemeine Verbraucherkredite von Banken haben die strengsten Anforderungen, da sie zweckungebunden sind. Zweckgebundene Bildungskredite – etwa der staatliche Bildungskredit des BMBF – verlangen dagegen weniger Nachweise, weil der Verwendungszweck klar definiert ist. Staatliche Förderkredite wie der KfW-Studienkredit haben nochmals eigene, besonders studierendenfreundliche Anforderungen. Wer die jeweils passende Kategorie wählt, spart sich Zeit und schont nebenbei den SCHUFA-Score.

AUF EINEN BLICK

  • 2. Wohnsitz in Deutschland: fester Hauptwohnsitz mit gültiger Meldeadresse ist Pflicht; EU-Bürger:innen meist gleichgestellt, Nicht-EU je nach Aufenthaltstitel unterschiedlich.
  • 3. Deutsches Bankkonto (IBAN): für Auszahlung und Lastschrift zwingend erforderlich.
  • 4. Ausreichende Bonität (SCHUFA): keine negativen Einträge wie Haftbefehle, eidesstattliche Erklärungen oder laufende Insolvenzverfahren.
  • 5. Nachweisbares Einkommen oder Sicherheit: Gehalt, BAföG, Unterhalt, Nebenjob, Bürg:in oder Mitantragsteller:in – je nach Produkt unterschiedlich gewertet.

Die 5 Kern-Voraussetzungen für einen Kredit

Die SCHUFA speichert Kredithistorie, Konten, Handyverträge und offene Forderungen – der Score beeinflusst maßgeblich, ob und zu welchen Konditionen du einen Kredit bekommst.

Unabhängig davon, ob du einen klassischen Ratenkredit, einen Bildungskredit oder ein Darlehen beim Studentenwerk beantragst, gibt es eine Reihe von Grundvoraussetzungen, die nahezu jeder Anbieter prüft. Diese Anforderungen sind keine willkürlichen Schikanen, sondern folgen aus den gesetzlichen Vorgaben zur Kreditvergabe.

1. Volljährigkeit: Das gesetzliche Mindestalter für Kreditverträge liegt in Deutschland bei 18 Jahren. Viele Anbieter klassischer Ratenkredite setzen das Mindestalter jedoch auf 21 oder sogar 25 Jahre herauf, da junge Menschen statistisch seltener über ein stabiles Einkommen verfügen. Staatliche Programme wie der KfW-Studienkredit sind hier offener und richten sich explizit an junge Volljährige im Studium.

2. Wohnsitz in Deutschland: Ein fester Hauptwohnsitz mit gültiger Meldeadresse ist bei praktisch allen deutschen Kreditgebern Pflicht. EU-Bürger:innen werden in der Regel deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt. Für Studierende aus Nicht-EU-Ländern hängt die Kreditvergabe stark vom jeweiligen Aufenthaltstitel ab – dazu mehr im Abschnitt zu den Ablehnungsgründen. 3. Deutsches Bankkonto (IBAN): Für die Kreditauszahlung und die monatliche Lastschrift ist ein deutsches Girokonto zwingend erforderlich. Ein Basiskonto, das jedem EU-Bürger per Gesetz zusteht, reicht dafür grundsätzlich aus.

4. Ausreichende Bonität (SCHUFA): Keine negativen Einträge wie vollstreckbare Forderungen, eidesstattliche Erklärungen oder ein laufendes Insolvenzverfahren – das ist die Mindestvoraussetzung. Ein positiver SCHUFA-Score erhöht zusätzlich die Chance auf günstige Konditionen. 5. Einkommensnachweis oder Sicherheit: Bei klassischen Konsumkrediten erwartet die Bank den Nachweis eines regelmäßigen Einkommens. Für Studierende gibt es hier Spielraum: Nebenjob, BAföG, Unterhaltszahlungen oder eine Bürgschaft können als Nachweis dienen – je nach Anbieter unterschiedlich.

AUF EINEN BLICK

  • Als Student hast du oft eine kurze Kredithistorie – das ist nicht dasselbe wie ein schlechter Score.
  • Kostenlose Selbstauskunft einmal jährlich gemäß Art. 15 DSGVO auf der SCHUFA-Website beantragen – Fehler lassen sich kostenlos korrigieren lassen.
  • Score verbessern: pünktliche Zahlung aller Rechnungen, keine unnötigen Kreditanfragen (Konditionsanfragen statt Kreditanfragen wählen), Girokonten ohne Überziehung führen.
  • Negativeinträge werden nach gesetzlich geregelten Fristen gelöscht – nach vollständiger Begleichung meist nach drei Jahren.

SCHUFA-Score: Was er bedeutet und wie du ihn als Student verbesserst

Nebenjob / Werkstudent:in: Gehaltsabrechnungen der letzten zwei bis drei Monate als Nachweis – Minijob wird oft geringer gewichtet als sozialversicherungspflichtiges Einkommen.

Die SCHUFA Holding AG ist die bekannteste Auskunftei in Deutschland und speichert Informationen über Kredithistorie, bestehende Konten, Handyverträge, Ratenzahlungsvereinbarungen und offene oder bereits erledigte Forderungen. Der daraus errechnete Score beeinflusst maßgeblich, ob du einen Kredit bekommst – und zu welchen Zinsen. Ein niedriger Score führt entweder zur Ablehnung oder zu deutlich teureren Konditionen.

Als Studierende:r hast du oft eine kurze Kredithistorie, weil du bislang wenige oder keine Kreditprodukte genutzt hast. Das ist nicht dasselbe wie ein schlechter Score. Eine kurze Historie kann den Score zwar leicht drücken, ist aber kein negativer Eintrag. Wer hingegen eine unbezahlte Handyrechnung oder einen Mahnbescheid ins Haus bekommt und diesen ignoriert, riskiert einen echten negativen Eintrag, der die Kreditvergabe für Jahre erschwert.

Einmal jährlich hast du das Recht auf eine kostenlose Datenkopie deiner gespeicherten SCHUFA-Daten – das ist durch Art. 15 DSGVO garantiert und direkt über die SCHUFA-Website beantragbar. Nutze diese Möglichkeit unbedingt, bevor du einen Kreditantrag stellst. Fehlerhafte Einträge – zum Beispiel bereits bezahlte Forderungen, die noch als offen gespeichert sind – kannst du kostenlos korrigieren lassen. Das kann deinen Score schnell und unkompliziert verbessern.

Aktiv verbessern lässt sich der Score durch konsequent pünktliche Zahlung aller Rechnungen und Raten, durch das Führen eines Girokontos ohne regelmäßige Überziehung und durch den sparsamen Umgang mit Kreditanfragen. Wichtig: Beim Vergleich von Kreditangeboten solltest du immer eine Konditionsanfrage stellen, keine Kreditanfrage. Nur Konditionsanfragen sind SCHUFA-neutral – eine echte Kreditanfrage wird hingegen für zwölf Monate gespeichert und kann den Score minimal, aber spürbar senken.

AspektWorauf es ankommt
Nebenjob / Werkstudent:in: Gehaltsabrechnungen der letzten zwei bis drei Monate als Nachweis – Minijob wird oft geringer gewichtet als sozialversicherungspflichtiges Einkommen.,
BAföG: gilt bei manchen Anbietern als anrechenbares Einkommen, bei anderen nicht – vorab erfragen.,
Unterhaltszahlungen der Eltern: können als regelmäßiges Einkommen gewertet werden, wenn sie nachgewiesen und dauerhaft sind.,
Bürgschaft: Elternteil oder andere Person mit guter Bonität bürgt gemeinsam – erhöht Chancen deutlich, aber Bürgschaft ist rechtlich bindend.,
Mitantragsteller:in (zweite Kreditnehmer:in): teilt Haftung und verbessert gemeinsame Bonität.,
Sicherheiten wie SparkontenWertpapiere oder Fahrzeuge selten bei Studienkrediten – eher bei größeren Ratenkrediten relevant.

Einkommen und Sicherheiten: Welche Nachweise Studierende einreichen können

KfW-Studienkredit: speziell für Vollzeitstudierende, keine SCHUFA-Prüfung, kein Einkommensnachweis nötig – Immatrikulationsbescheinigung reicht als Hauptnachweis.

Das größte Hindernis für Studierende bei klassischen Bankkrediten ist das fehlende regelmäßige Einkommen. Aber es gibt mehr anrechenbare Einkommensquellen, als viele denken. Als Werkstudent:in mit sozialversicherungspflichtigem Beschäftigungsverhältnis bist du in einer besonders günstigen Position: Gehaltsabrechnungen der letzten zwei bis drei Monate reichen in der Regel als Einkommensnachweis aus. Zu beachten: Seit 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 € pro Stunde, und die Minijob-Grenze beträgt 603 € pro Monat beziehungsweise 7.236 € im Jahr. Ein Minijob wird von Kreditgebern häufig geringer gewichtet als ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis, weil er rechtlich leichter kündbar und weniger planbar ist.

BAföG gilt bei einem Teil der Kreditanbieter als anrechenbares Einkommen, bei anderen nicht. Da es sich um eine staatliche Förderung mit einem Rückzahlungsanteil handelt, ist die Bewertung von Bank zu Bank unterschiedlich. Es lohnt sich, gezielt nachzufragen oder die Kreditbedingungen genau zu lesen, bevor man einen Antrag stellt. Ähnliches gilt für regelmäßige Unterhaltszahlungen der Eltern: Sie können als Einkommensnachweis akzeptiert werden, wenn sie nachweisbar und dauerhaft sind – zum Beispiel durch Kontoauszüge, die regelmäßige monatliche Eingänge belegen, oder durch eine schriftliche Verpflichtungserklärung der Eltern.

Eine Bürgschaft ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Kreditchancen als Studierende:r zu verbessern. Wenn ein Elternteil oder eine andere Person mit nachweislich guter Bonität als Bürg:in auftritt, senkt das das Ausfallrisiko für die Bank erheblich – eine Zusage wird damit deutlich wahrscheinlicher, und die Konditionen fallen oft besser aus. Allerdings ist eine Bürgschaft rechtlich bindend: Die bürgschaftgebende Person haftet im Ernstfall mit ihrem eigenen Vermögen. Das sollte offen besprochen werden, bevor diese Option gewählt wird.

AUF EINEN BLICK

  • Staatlicher Bildungskredit (BMBF): ebenfalls ohne Einkommensprüfung, zinsgünstig, Rückzahlung erst nach Studienende.
  • Studentenwerk-Darlehen: oft günstige Konditionen, Voraussetzungen variieren je nach Studentenwerk.
  • Private Bildungskredite: höhere Anforderungen als staatliche Programme, aber flexibler in der Verwendung.
  • Wichtig: Förderkredite immer vor kommerziellen Ratenkrediten prüfen – sie haben in der Regel günstigere Bedingungen.

Studienkredite und Bildungskredite: Erleichterte Voraussetzungen

Kein oder zu geringes Einkommen: Lösung – Bürgschaft, Mitantragsteller:in oder Umstieg auf einen staatlichen Bildungskredit.

Wer als Studierende:r Geld benötigt, sollte staatliche Förderprogramme immer zuerst prüfen – sie haben meist niedrigere Hürden, günstigere Zinsen und flexiblere Rückzahlungsmodalitäten als klassische Bankkredite. Der bekannteste dieser Wege ist der KfW-Studienkredit. Er richtet sich an Vollzeitstudierende an staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland und kommt ohne SCHUFA-Prüfung und ohne Einkommensnachweis aus. Der Hauptnachweis ist die aktuelle Immatrikulationsbescheinigung. Die Auszahlung erfolgt als monatlicher Betrag direkt auf das Konto, die Rückzahlung beginnt erst nach einer Karenzzeit nach Studienende.

Der staatliche Bildungskredit des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist ein weiteres zinsgünstiges Instrument ohne Einkommensprüfung. Er ist auf eine bestimmte Anzahl von Semestern und Betragsgrenzen limitiert, aber besonders attraktiv für Studierende in fortgeschrittenen Semestern oder in Prüfungsphasen, in denen eine intensive Finanzierung kurzfristig nötig ist. Die Rückzahlung beginnt ebenfalls erst nach Studienende, was den finanziellen Druck während des Studiums gering hält.

Studentenwerk-Darlehen sind eine weitere Option, die oft unterschätzt wird. Die Konditionen variieren je nach regionalem Studentenwerk erheblich, sind aber in der Regel deutlich günstiger als kommerzielle Kredite. Sie richten sich häufig an Studierende in Notlagen und haben eigene, oft sozial ausgerichtete Vergabekriterien. Private Bildungskredite – etwa von Fintech-Unternehmen oder Spezialanbietern – sind flexibler in der Verwendung, stellen aber in der Regel höhere Anforderungen an Bonität und Einkommensnachweis als die staatlichen Programme und sollten daher erst in Betracht gezogen werden, wenn die staatlichen Optionen ausgeschöpft oder nicht passend sind.

AUF EINEN BLICK

  • Negativer SCHUFA-Eintrag: offene Forderungen zuerst begleichen, dann Löschung beantragen – bei laufenden Einträgen oft nur gesicherte Kredite (z. B. Pfandkredit) möglich.
  • Zu junges Alter: einige Anbieter setzen Mindestalter höher an – staatliche Programme sind hier offener.
  • Fehlende oder befristete Aufenthaltserlaubnis: Nicht-EU-Bürger:innen benötigen häufig eine mindestens zweijährige gültige Erlaubnis.
  • Zu viele bestehende Kredite: Schuldenquote (Kreditlast im Verhältnis zum Einkommen) entscheidend – bestehende Kleinkredite ggf. zusammenfassen.

Häufige Ablehnungsgründe – und was du konkret dagegen tun kannst

Schritt 1: Kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft einholen und auf Fehler prüfen.

Der häufigste Ablehnungsgrund bei Studierenden ist kein oder ein zu geringes Einkommen. Wer keinen Nebenjob hat und kein BAföG bezieht, erfüllt die Einkommensanforderung eines klassischen Ratenkredits schlicht nicht. Die sinnvollste Lösung ist in diesem Fall der Wechsel zu einem staatlichen Programm (KfW oder BMBF-Bildungskredit), das explizit ohne Einkommensnachweis auskommt. Alternativ bietet sich eine Bürgschaft oder ein Mitantragsteller an – zum Beispiel ein Elternteil, das gemeinsam den Kreditvertrag unterzeichnet und damit mithaftet.

Negative SCHUFA-Einträge sind ein ernstes Hindernis, das sich jedoch häufig aktiv lösen lässt. Der erste Schritt ist die kostenlose Selbstauskunft, um zu prüfen, welche Einträge vorhanden sind. Offene Forderungen sollten so schnell wie möglich beglichen werden – danach kann die Löschung des Eintrags beantragt werden. Nach vollständiger Bezahlung und Nachweise darüber löscht die SCHUFA Einträge meist innerhalb weniger Wochen bis Monate. Solange ein negativer Eintrag aktiv ist, sind klassische Bankkredite in der Regel nicht erreichbar. In diesem Fall bleibt oft nur der Weg über staatliche Förderprogramme, die keine SCHUFA-Prüfung vornehmen, oder über besicherte Kreditformen wie Pfandkredite.

Ein zu junges Alter ist ein weiterer Ablehnungsgrund, gegen den man kurzfristig wenig tun kann. Manche Banken vergeben Ratenkredite erst ab 21 oder 25 Jahren. Staatliche Programme wie der KfW-Studienkredit und der Bildungskredit des BMBF sind hier deutlich zugänglicher und richten sich an Studierende ab 18 Jahren. Für Studierende aus Nicht-EU-Ländern ist der Aufenthaltstitel entscheidend: Viele Kreditgeber verlangen eine mindestens zweijährige gültige Aufenthaltserlaubnis ohne Auflagen für die Erwerbstätigkeit. Wer eine befristete oder eingeschränkte Erlaubnis hat, sollte gezielt nach Produkten suchen, die für internationale Studierende konzipiert sind – oder sich an das lokale Studentenwerk wenden.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2: Einkommensnachweise sammeln (Gehaltsabrechnungen, BAföG-Bescheid, Kontoauszüge).
  • Schritt 3: Staatliche Fördermöglichkeiten (KfW, BMBF-Bildungskredit, BAföG) prüfen – sie haben Vorrang.
  • Schritt 4: Nur Konditionsanfragen stellen (nicht Kreditanfragen) – schont den SCHUFA-Score.
  • Schritt 5: Haushaltsbuch anlegen – Einnahmen vs. Ausgaben realistisch gegenüberstellen, bevor du eine Ratenhöhe wählst.

Schritt für Schritt: So bereitest du deinen Kreditantrag optimal vor

Mit dem StudySmarter Finanz-Score-Rechner kannst du in wenigen Minuten prüfen, wie gut deine finanzielle Ausgangslage ist – ohne Auswirkung auf deine SCHUFA.

Der wichtigste erste Schritt vor jedem Kreditantrag ist die kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft. Fordere sie einmal jährlich über die offizielle SCHUFA-Website an – das ist dein Recht nach Art. 15 DSGVO und vollständig kostenfrei. Prüfe die Auskunft sorgfältig auf fehlerhafte oder veraltete Einträge. Selbst kleine Fehler können deinen Score unnötig drücken und lassen sich mit einem formlosen Widerspruch bei der SCHUFA korrigieren. Plane dafür ausreichend Zeit vor deinem Antrag ein, da die Korrektur einige Wochen dauern kann.

Im zweiten Schritt sammelst du alle relevanten Einkommensnachweise: Gehaltsabrechnungen der letzten zwei bis drei Monate, deinen BAföG-Bescheid (falls vorhanden), aktuelle Kontoauszüge, die regelmäßige Eingänge wie Unterhalt oder Stipendium belegen, sowie – bei einer geplanten Bürgschaft – Informationen über die Bonität der bürgschaftgebenden Person. Je vollständiger und übersichtlicher deine Unterlagen sind, desto reibungsloser verläuft der Antragsprozess.

Dritter Schritt: Prüfe staatliche Fördermöglichkeiten, bevor du einen kommerziellen Kredit beantragst. KfW-Studienkredit, BMBF-Bildungskredit und BAföG sollten immer die erste Wahl sein – sie sind günstiger, zugänglicher und schützen dich vor übermäßiger Verschuldung. Erst wenn diese Optionen nicht passen oder nicht ausreichen, solltest du zu privaten Anbietern wechseln. Und schließlich als vierter Schritt: Stelle beim Vergleichen immer nur Konditionsanfragen, nie sofortige Kreditanfragen. Nur so bleibt dein SCHUFA-Score beim Vergleichen unberührt, und du kannst in Ruhe verschiedene Angebote gegenüberstellen, ohne deine Bonität zu gefährden.

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Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Artikel: Kredit Voraussetzungen sind für Studierende keine unüberwindbare Hürde – du musst nur wissen, welche Kreditart zu deiner Situation passt und welche Voraussetzungen du bereits erfüllst oder noch aufbauen kannst. Staatliche Programme sollten immer die erste Wahl sein; klassische Bankkredite lassen sich mit der richtigen Vorbereitung ebenfalls erreichbar machen.

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Häufige Fragen

Als Student ohne regelmäßiges Einkommen ist es in der Regel sehr schwer, einen klassischen Ratenkredit zu erhalten, da Banken eine ausreichende Bonität und Rückzahlungsfähigkeit verlangen. In Ausnahmefällen könnten Bürgschaften oder ein Nebenjob die Chancen erhöhen, aber ohne Einkommen wird die Kreditvergabe meist abgelehnt.

Für einen Kreditantrag benötigst du in der Regel einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, eine Meldebescheinigung sowie Einkommensnachweise wie Gehaltsabrechnungen oder Kontoauszüge. Als Studierende:r musst du zusätzlich deine Immatrikulationsbescheinigung vorlegen, und bei fehlendem Einkommen oft auch eine Bürgschaft oder Sicherheiten.

Ja, ein abgelehnter Kreditantrag kann bei der SCHUFA vermerkt werden, wenn die Bank eine sogenannte Konditionsanfrage gestellt hat, die in der Regel als negativ gewertet wird. Allerdings wird eine reine Kreditanfrage ohne Abschluss nicht immer gespeichert, und die Auswirkungen hängen von der Art der Anfrage ab. Es ist daher ratsam, vorher zu klären, ob die Bank eine unverbindliche oder eine echte Anfrage stellt.

Ein negativer SCHUFA-Eintrag bleibt in Deutschland in der Regel drei Jahre bestehen, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem die Forderung beglichen wurde. Wenn die Forderung nicht beglichen wird, kann der Eintrag bis zu zehn Jahre gespeichert bleiben. Nach Ablauf der Frist wird der Eintrag automatisch gelöscht.

Ein Bildungskredit ist ein staatlich gefördertes Darlehen, das unabhängig vom Einkommen der Eltern vergeben wird und meist zu günstigen Konditionen angeboten wird. Ein Studienkredit hingegen ist ein privates Darlehen von Banken oder anderen Anbietern, das oft flexiblere Auszahlungsmodalitäten hat, aber in der Regel marktübliche Zinsen verlangt. Der Bildungskredit ist zudem an bestimmte Förderungsvoraussetzungen gebunden, während der Studienkredit frei verfügbar ist.

In Deutschland kannst du einen Kredit grundsätzlich ab dem 18. Lebensjahr aufnehmen, da du dann voll geschäftsfähig bist. Für Minderjährige ist eine Kreditaufnahme nur mit Zustimmung der gesetzlichen Vertreter möglich, was in der Praxis jedoch sehr selten vorkommt. Ab 18 Jahren musst du jedoch weiterhin eine ausreichende Bonität nachweisen.

Ja, als ausländische:r Student:in kannst du in Deutschland einen Kredit beantragen, allerdings sind die Hürden höher als für deutsche Studierende. Die Bank verlangt in der Regel einen unbefristeten Aufenthaltstitel, eine gültige Immatrikulation und oft eine Bürgschaft oder ein regelmäßiges Einkommen. Ohne festen Wohnsitz oder ausreichende Sicherheiten wird die Kreditvergabe häufig abgelehnt.

Wenn du deinen Kredit nicht zurückzahlen kannst, gerätst du zunächst in Zahlungsverzug, und die Bank wird Mahnungen und Verzugszinsen erheben. Bei anhaltender Zahlungsunfähigkeit kann die Bank den Kredit kündigen und ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten, was zu einer Pfändung führen kann. Im schlimmsten Fall droht eine Privatinsolvenz, die deine finanzielle Situation für mehrere Jahre belastet.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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