Buy Now Pay Later Wie BNPL funktioniert – und was Studierende wissen müssen
Buy Now Pay Later einfach erklärt: Wie BNPL funktioniert, was es mit der Schufa macht & worauf Studierende in Deutschland achten müssen. Jetzt informieren.
- BNPL = Ratenzahlung oder Rechnungskauf auf Abruf, direkt beim Online-Checkout integriert
- Kernprinzip: Ware zuerst erhalten, Rechnung später oder in Raten bezahlen
- Unterschied zu klassischem Kredit: kürzere Laufzeiten, oft zinsfreie Zeitfenster, kein Bankbesuch nötig
- BNPL ist in Deutschland als Finanzdienstleistung reguliert und fällt grundsätzlich unter die Aufsicht der BaFin
Buy Now Pay Later kurz erklärt: Ware jetzt, Zahlung später
BNPL = Ratenzahlung oder Rechnungskauf auf Abruf, direkt beim Online-Checkout integriert
Buy Now Pay Later (BNPL) ist ein Zahlungsmodell, bei dem du beim Online-Einkauf sofort bezahlst – aber eigentlich noch gar nicht bezahlst. Du erhältst die Ware, und die Rechnung folgt erst Wochen später oder wird in mehrere Raten aufgeteilt. Klingt praktisch, hat aber Tücken, die besonders Verbraucher:innen kennen sollten.
AUF EINEN BLICK
- Kernprinzip: Ware zuerst erhalten, Rechnung später oder in Raten bezahlen
- Unterschied zu klassischem Kredit: kürzere Laufzeiten, oft zinsfreie Zeitfenster, kein Bankbesuch nötig
- BNPL ist in Deutschland als Finanzdienstleistung reguliert und fällt grundsätzlich unter die Aufsicht der BaFin
- Drei Hauptmodelle: Rechnungskauf (z. B. 14–30 Tage), Ratenzahlung (oft 3–36 Monate), Revolving Credit
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Was steckt hinter dem BNPL-Prinzip?
Schritt 1: Produkt in den Warenkorb legen, BNPL-Option beim Checkout wählen
Buy Now Pay Later ist im Kern keine neue Erfindung – der klassische Rechnungskauf und die Ratenzahlung existieren seit Jahrzehnten. Was sich verändert hat, ist die nahtlose technische Integration direkt in den Checkout-Prozess großer Online-Shops. Statt aufwendig einen Kredit bei der Hausbank zu beantragen, wählt man beim Bezahlen einfach „Später bezahlen" oder „In 3 Raten" und ist in Sekunden fertig. Die Hemmschwelle sinkt erheblich – und genau das ist sowohl der Reiz als auch das Risiko.
Das Kernprinzip lautet: Ware zuerst empfangen, Rechnung später oder in Teilen begleichen. Dabei unterscheidet man zwei Hauptvarianten. Beim Rechnungskauf erhältst du typischerweise 14 bis 30 Tage Zeit, den vollen Betrag zu begleichen – oft ohne Aufpreis. Bei der Ratenzahlung wird der Kaufbetrag in mehrere monatliche Raten aufgeteilt, häufig zwischen drei und zwölf Monaten. Hier kann, je nach Anbieter und Laufzeit, ein Zinssatz anfallen, der teuer werden kann.
Der Unterschied zu einem klassischen Bankkredit liegt vor allem in Geschwindigkeit und Zugänglichkeit. Es gibt keinen Bankberatertermin, kein mehrseitiges Formular und in vielen Fällen keine strenge Kreditprüfung wie bei einem Ratenkredit. Die Laufzeiten sind kürzer, die Beträge oft kleiner. Dennoch handelt es sich rechtlich um eine Form der Kreditvergabe: BNPL ist in Deutschland als Finanzdienstleistung reguliert und fällt grundsätzlich unter die Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Verbraucherinnen und Verbraucher genießen damit gesetzliche Schutzrechte – sind aber auch an vertragliche Pflichten gebunden.
Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher ist BNPL besonders verlockend, weil das monatliche Budget oft knapp kalkuliert ist. Ein neuer Kühlschrank, eine Waschmaschine oder ein dringend benötigtes Ersatzteil für das Auto – solche Ausgaben kommen plötzlich. BNPL scheint kurzfristig zu helfen. Ob das wirklich so ist, hängt davon ab, wie bewusst man das Modell nutzt. Wer die Raten nicht im Blick behält, kann schnell in eine Kostenfalle geraten, die an die Schufa gemeldet wird. Deshalb ist es wichtig, sich vorab über die Konditionen zu informieren und zu prüfen, ob der Anbieter seriös ist. Gerade bei buy now pay later deutschland gibt es inzwischen viele Anbieter, die sich in den Checkout-Prozess integrieren. Auch buy now pay later paypal ist eine verbreitete Option. Doch egal ob buy now pay later anbieter oder klassischer Ratenkauf: Die Bonitätsprüfung entscheidet, ob du den Dienst nutzen kannst. Ein buy now pay later schufa-Eintrag kann bei Zahlungsverzug drohen.
AUF EINEN BLICK
- Schritt 2: Anbieter prüft Bonität (oft Soft-Check, teils Schufa-Abfrage
- Schritt 3: Sofortige Kaufbestätigung – Händler erhält Zahlung vom BNPL-Anbieter
- Schritt 4: Käufer:in zahlt nach Ablauf der Frist direkt an den BNPL-Anbieter
- Zahlungsverzug → Mahngebühren, Inkasso, mögliche negative Schufa-Einträge
So läuft ein BNPL-Kauf in Deutschland ab
Soft-Check (BNPL-Bonitätsprüfung ohne Schufa-Eintrag) vs. Hard-Check (hinterlässt Spuren in der Auskunftei
Der Ablauf eines BNPL-Kaufs ist in der Regel auf wenige Schritte reduziert, was ihn so friktionslos macht. Schritt 1: Du legst ein Produkt in den Warenkorb und wählst beim Checkout die BNPL-Option – zum Beispiel „Rechnung" oder „Ratenzahlung" – anstelle von Kreditkarte oder Sofortüberweisung.
Schritt 2: Im Hintergrund prüft der BNPL-Anbieter deine Bonität. Das geschieht in Sekunden, oft vollautomatisch. Viele Anbieter nutzen dafür einen sogenannten Soft-Check, bei dem grundlegende Informationen wie Adressdaten und interne Scoring-Modelle ausgewertet werden, ohne dass eine Anfrage bei der Schufa hinterlassen wird. Bei größeren Beträgen oder unbekannten Kunden kann jedoch auch eine vollständige Schufa-Abfrage stattfinden. Schritt 3: Fällt die Prüfung positiv aus, erhältst du sofort eine Kaufbestätigung. Der Händler bekommt den Kaufbetrag unmittelbar vom BNPL-Anbieter ausgezahlt – du hast die Ware, aber noch keine Schulden beim Händler, sondern beim BNPL-Anbieter.
Schritt 4: Nach Ablauf der vereinbarten Frist – bei Rechnungskauf meist 14 bis 30 Tage, bei Ratenzahlung je nach Vereinbarung – erhältst du eine Zahlungsaufforderung direkt vom BNPL-Anbieter. Du überweist dann nicht an den Shop, sondern an das Finanzunternehmen. Verpasst du diese Zahlung, beginnt der Mahnprozess – mit potenziellen Gebühren und, bei weiterem Verzug, einer Meldung an Auskunfteien wie die Schufa. Dieser Ablauf ist in allen gängigen deutschen Online-Shops ähnlich, unabhängig davon, welchen Anbieter der Shop im Hintergrund einsetzt.
Wichtig zu verstehen ist außerdem, dass der Vertrag für den BNPL-Teil direkt zwischen dir und dem Finanzdienstleister entsteht, nicht mit dem Händler. Reklamationen, Rücksendungen oder Widerrufe des Kaufs müssen deshalb koordiniert werden: Der Händler bucht die Rücksendung, der BNPL-Anbieter muss die Forderung entsprechend stornieren. Das klingt einfach, kann in der Praxis aber zu Missverständnissen führen, wenn Informationen nicht zeitnah weitergegeben werden.
AUF EINEN BLICK
- Nicht jeder Anbieter meldet den Abschluss selbst – wohl aber Zahlungsausfälle
- Zahlungsverzug oder Inkasso-Übergabe kann Score dauerhaft verschlechtern
- Besondere Relevanz: schlechter Schufa-Score erschwert später Wohnungs- oder Kreditanträge
- Tipp: Zahlungsfristen im Kalender eintragen; Lastschrift aktivieren, sofern Konto gedeckt ist
BNPL und die Schufa: Was wirklich im Hintergrund passiert
Markt teilt sich auf in: Checkout-Spezialisten, Paymentdienstleister mit BNPL-Modul und Banken
Die Frage, ob BNPL die Schufa beeinflusst, ist eine der häufigsten – und eine, bei der viele Verbraucher:innen falsche Vorstellungen haben. Die kurze Antwort lautet: Es kommt darauf an. Zunächst zur Begrifflichkeit: Ein Soft-Check ist eine Bonitätsabfrage, die intern beim Anbieter bleibt und keine Spur in deiner Schufa-Akte hinterlässt. Ein Hard-Check hingegen ist eine vollständige Anfrage bei der Schufa, die dort als „Anfrage Kreditkonditionen" oder „Anfrage Kredit" gespeichert wird – und deinen Score kurzfristig leicht verschlechtern kann, wenn mehrere solcher Anfragen in kurzer Zeit gesammelt werden.
Nicht jeder BNPL-Anbieter meldet den bloßen Vertragsabschluss an die Schufa. Was jedoch fast alle Anbieter melden, sind Zahlungsausfälle, Zahlungsverzug und die Übergabe an ein Inkassobüro. Solche Einträge können deinen Schufa-Score dauerhaft und erheblich verschlechtern – und bleiben in der Regel drei Jahre nach Begleichung der Schuld in der Schufa gespeichert. Für alle, die auf eine gute Bonität angewiesen sind, hat das besondere Tragweite: Ein schlechter Schufa-Score macht es schwieriger, eine Wohnung zu mieten, einen Handyvertrag abzuschließen oder später einen günstigen Kredit für größere Anschaffungen zu bekommen.
Das Tückische ist, dass viele Verbraucher:innen BNPL mehrfach parallel nutzen, ohne es bewusst als Schulden wahrzunehmen. Ein offener Betrag bei Klarna, eine Ratenzahlung bei einem anderen Anbieter, ein weiterer Einkauf auf Rechnung – das summiert sich schnell. Solange alle Zahlungen pünktlich erfolgen, ist das kein akutes Problem. Gerät aber auch nur eine einzige Rate in Verzug, können die Folgen unverhältnismäßig groß sein. Ein monatliches Budget-Tracking – sei es mit einer App oder einem einfachen Tabellenblatt – ist deshalb kein Nice-to-have, sondern ein echtes Schutzinstrument.
AUF EINEN BLICK
- PayPal 'Später bezahlen' ist in Deutschland weit verbreitet und direkt im PayPal-Konto sichtbar
- Weitere bekannte Anbieter in Deutschland: Klarna, Ratepay, Paydirekt/giropay-Nachfolger-Lösungen – StudySmarter nennt keine Empfehlungen
- Alle BNPL-Anbieter, die in Deutschland tätig sind und Verbraucherkredite vergeben, benötigen BaFin-Lizenz
- EU-Verbraucherkredit-Richtlinie (CCD II): ab 2026 greift verschärfte Regulierung auch für kleine BNPL-Beträge
Wer bietet BNPL in Deutschland an – und wie unterscheiden sie sich?
Kaufrausch-Effekt: BNPL senkt psychologische Hemmschwelle – Ausgaben steigen nachweislich
Der deutsche BNPL-Markt lässt sich grob in drei Segmente unterteilen: Checkout-Spezialisten, die ausschließlich oder überwiegend BNPL anbieten, Paymentdienstleister mit BNPL-Modul, die BNPL als eine von mehreren Zahlungsmethoden integrieren, sowie Banken und Finanzinstitute, die entsprechende Produkte in ihr Konto- oder Kreditkartenangebot eingebettet haben.
Zu den bekanntesten Namen in Deutschland zählen Klarna, Ratepay und PayPal mit seiner Funktion „Später bezahlen". PayPal ist dabei besonders relevant, weil es in nahezu jedem deutschen Online-Shop verfügbar ist und das BNPL-Angebot direkt im PayPal-Konto sichtbar wird – viele Nutzerinnen und Nutzer aktivieren es, ohne sich bewusst zu sein, dass sie damit eine Kreditvereinbarung eingehen. StudySmarter gibt an dieser Stelle bewusst keine Empfehlung für oder gegen einen bestimmten Anbieter ab, da sich Konditionen, Gebührenstrukturen und Bonitätsanforderungen laufend ändern können und die individuelle Situation entscheidend ist.
Was alle in Deutschland tätigen BNPL-Anbieter gemeinsam haben: Soweit sie Verbraucherkredite vergeben, benötigen sie eine entsprechende Lizenz – entweder als Kreditinstitut nach dem Kreditwesengesetz (KWG) oder als Zahlungsinstitut nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) – und unterliegen der Aufsicht der BaFin. Das bedeutet für dich als Verbraucher:in, dass bestimmte Mindeststandards bei Informationspflichten und Vertragsgestaltung einzuhalten sind. Trotzdem: Die Aufsicht schützt dich vor unseriösen Anbietern, nicht vor unvorsichtigen eigenen Entscheidungen.
AUF EINEN BLICK
- Mehrere offene BNPL-Posten gleichzeitig: Überblick geht leicht verloren
- Zinsen bei Ratenzahlung können effektiv höher liegen als bei Dispokrediten – Vergleich lohnt sich
- Versteckte Gebühren: Mahngebühren, Verlängerungsgebühren, Ratenänderungsgebühren prüfen
- Rückgabe & Rückerstattung: Rückzahlungspflicht bleibt oft bestehen, bis Händler Rückgabe bestätigt
Warum BNPL für Verbraucher:innen besonders riskant sein kann
BaFin reguliert BNPL-Anbieter als Kreditinstitute oder Zahlungsinstitute (ZAG/KWG
Verhaltensökonominnen und -ökonomen beschreiben den sogenannten Kaufrausch-Effekt: Wenn Schmerz und Vergnügen des Kaufs zeitlich getrennt werden, gibt man nachweislich mehr aus. Der Moment des Bezahlens – mit echtem Geld, einer spürbaren Konsequenz – fällt weg. Studien aus anderen europäischen Märkten bestätigen, dass BNPL-Nutzerinnen und -Nutzer im Durchschnitt mehr ausgeben als bei sofortiger Zahlung. Für Verbraucher:innen mit oft knappem Budget ist das ein strukturelles Risiko, kein individuelles Versagen.
Hinzu kommt das Problem der Parallelnutzung. Wer bei mehreren Shops einkauft und jeweils BNPL wählt, hat schnell mehrere offene Posten bei verschiedenen Anbietern. Es gibt keine übergreifende Übersicht, keinen einzigen Kontoauszug, der alle Verbindlichkeiten zusammenfasst. Der Überblick geht leicht verloren – und das nächste Gehalt oder die nächste Rente ist womöglich bereits vollständig verplant, bevor man es merkt.
Ein weiterer Fallstrick sind versteckte Kosten. Wer pünktlich zahlt, zahlt bei manchen Anbietern tatsächlich nichts extra. Wer jedoch eine Rate ändert, eine Verlängerung beantragt oder in Verzug gerät, sieht sich schnell mit Mahngebühren, Verlängerungsgebühren oder Ratenänderungsgebühren konfrontiert. Diese können im Verhältnis zum Kaufbetrag erheblich sein. Darüber hinaus: Bei Ratenzahlungen mit explizitem Zinssatz sollte man immer den effektiven Jahreszins vergleichen – der kann teurer sein als ein Dispokredit bei der Hausbank, der ohnehin schon als teuer gilt.
Die psychologische Dimension sollte nicht unterschätzt werden. BNPL macht Konsum verfügbarer und damit normaler – auch dann, wenn das Budget es eigentlich nicht hergibt. Gerade in stressigen Lebensphasen, wenn Impulskäufe als kleine Belohnung wahrgenommen werden, ist die Gefahr besonders groß. Ein einfacher Selbsttest vor jedem BNPL-Kauf: „Würde ich das auch kaufen, wenn ich jetzt sofort zahlen müsste?"
AUF EINEN BLICK
- EU-Verbraucherkredit-Richtlinie II (2023/2225): Umsetzungsfrist für Mitgliedstaaten – Deutschland muss bis Mitte 2026 umsetzen
- Folge: Auch kleinste BNPL-Beträge unterliegen dann Bonitätsprüfungs- und Informationspflichten
- Widerrufsrecht: Bei Verbraucherdarlehen grundsätzlich 14 Tage (§ 355 BGB
- Beschwerdeweg: BaFin-Verbrauchertelefon oder Ombudsleute der Banken
Was gilt rechtlich für BNPL in Deutschland – Stand 2026?
Dispositionskredit: flexibel, aber oft hoher Zinssatz – für kurzfristige Engpässe
Die regulatorische Landschaft für BNPL in Deutschland befindet sich im Wandel. Schon heute gilt: Wer als BNPL-Anbieter in Deutschland Verbraucherkredite vergibt, braucht eine BaFin-Lizenz – entweder nach dem Kreditwesengesetz (KWG) für Kreditinstitute oder nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) für Zahlungsinstitute. Das bedeutet, dass die BaFin grundsätzlich überwacht, ob Anbieter solvent sind, ihre Verträge transparent gestalten und Verbraucher fair behandeln.
Noch bedeutsamer ist die EU-Verbraucherkredit-Richtlinie II (Richtlinie 2023/2225/EU), die auf europäischer Ebene bereits verabschiedet wurde. Deutschland muss diese Richtlinie bis Mitte 2026 in nationales Recht umsetzen. Die Neuregelung schließt eine wichtige Lücke: Bisher waren viele BNPL-Produkte – insbesondere kurzfristige, zinslose Stundungen – von der alten Verbraucherkreditrichtlinie ausgenommen. Mit der neuen Richtlinie unterliegen auch kleinste BNPL-Beträge strengeren Bonitätsprüfungs- und Informationspflichten. Anbieter müssen dann sicherstellen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher die Kosten und Risiken eines BNPL-Produkts wirklich verstehen, bevor sie es nutzen.
Für dich als Verbraucher:in gilt bereits heute: Bei BNPL-Produkten, die als Verbraucherdarlehen einzustufen sind, hast du nach § 355 BGB grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Du kannst also einen Vertrag innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsschluss widerrufen, ohne Angabe von Gründen. Das gilt unabhängig davon, ob du die Ware bereits erhalten hast – wobei dann Rückgabe und Vertragsrücktritt koordiniert werden müssen. Es lohnt sich, das Widerrufsrecht zu kennen und im Zweifel zu nutzen, bevor man eine unübersichtliche Situation entstehen lässt.
Die regulatorische Verschärfung ist grundsätzlich eine gute Nachricht für Verbraucher:innen, insbesondere für Menschen mit wenig Erfahrung in Finanzfragen. Sie entbindet jedoch niemanden von der eigenen Verantwortung. Mehr Transparenzpflichten bedeuten mehr Informationen – aber nur, wenn man sie auch liest und versteht.
AUF EINEN BLICK
- Ratenkredit bei der Hausbank: günstigere Konditionen, aber zweckgebunden
- Dispositionskredit: flexibel, aber oft hoher Zinssatz – für kurzfristige Engpässe
- Prepaid-/Debitkarte: verhindert Überschuldung strukturell
- Ratenzahlung direkt beim Händler: oft ohne Drittanbieter und klarer Vertragspartner
BNPL oder doch lieber eine Alternative? Was Verbraucher:innen abwägen sollten
Vor dem nächsten BNPL-Kauf: Monatliches Budget kennen – Einnahmen vs. fixe Ausgaben
Bevor man BNPL nutzt, lohnt ein kurzer Blick auf die Alternativen – denn nicht jede Finanzlücke muss mit einem Zahlungsaufschub überbrückt werden. Der Dispositionskredit des eigenen Girokontos ist zwar flexibel und sofort verfügbar, hat aber in der Regel einen hohen Zinssatz. Er eignet sich für echte kurzfristige Engpässe, ist aber keine Dauerlösung. Für alle, die ein Girokonto mit Dispo führen, kann ein kurzer Blick auf den Zinssatz ernüchternd sein – trotzdem ist er bei klarer Rückzahlungsplanung manchmal transparenter als eine komplexe BNPL-Gebührenstruktur.
Ein Ratenkredit bietet günstigere Konditionen für größere und planbare Ausgaben, ist aber zweckgebunden und kein Instrument für Impulskäufe. Wer Anspruch auf staatliche Unterstützung hat, sollte diese als erste Anlaufstelle prüfen: Solche Leistungen können eine sinnvolle Alternative sein, bevor man sich für BNPL entscheidet.
Eine strukturell andere Herangehensweise bieten Prepaid- oder Debitkarten: Sie erlauben nur das Ausgeben von Geld, das tatsächlich vorhanden ist. Überschuldung ist damit strukturell ausgeschlossen. Das klingt unbequem, kann aber genau die Disziplin erzwingen, die hilft, die eigenen Finanzen unbeschadet zu überstehen. Wer weiß, dass er oder sie zu Impulskäufen neigt, profitiert von einem System, das solche Käufe schlicht unmöglich macht.
Im direkten Vergleich ist BNPL nicht per se schlechter als diese Alternativen – es ist ein anderes Werkzeug. Die entscheidende Frage ist, ob man es bewusst und kontrolliert einsetzt. Wer seinen Finanzüberblick hat, ein realistisches Budget kennt und weiß, wann die nächste Einnahme kommt, kann BNPL durchaus sinnvoll nutzen. Wer das nicht hat, läuft Gefahr, von einem nützlichen Werkzeug in eine Schuldenspirale gezogen zu werden.
AUF EINEN BLICK
- Finanz-Score-Rechner von StudySmarter hilft, den eigenen finanziellen Überblick zu gewinnen
- Nächster Schritt: Brutto-Netto-Rechner nutzen, um Einkommen realistisch einzuschätzen
- Wer staatliche Unterstützung bezieht: ein Rechner gibt Orientierung über verfügbare Mittel
- Langfristig: früh mit Vermögensaufbau starten – auch kleine Beträge wirken durch Zinseszins
Finanzüberblick gewinnen – bevor du auf „Später bezahlen" klickst
Der wichtigste Schritt vor jedem BNPL-Kauf ist simpel, wird aber oft übersprungen: das eigene Budget kennen. Das bedeutet konkret: Was kommt monatlich rein – aus Gehalt, Rente, Kapitalerträgen oder anderen Einkünften? Was geht monatlich fix raus – Miete, GEZ, Handyvertrag, Streaming-Abos, Lebensmittel? Was bleibt frei verfügbar? Nur wer diese drei Zahlen kennt, kann realistisch einschätzen, ob ein weiterer BNPL-Posten tragbar ist.
Wer einer Beschäftigung nachgeht, sollte dabei auch die steuerlichen Grenzen im Blick haben. Der aktuelle Mindestlohn liegt bei 13,90 € pro Stunde. Als Minijob gelten Beschäftigungen bis zur monatlichen Grenze von 603 € bzw. 7.236 € im Jahr – wer darunter bleibt, zahlt in der Regel keine Lohnsteuer und bleibt sozialversicherungsfrei. Das Nettoeinkommen entspricht damit nahezu dem Bruttolohn, was die Budgetplanung erleichtert.
Wer staatliche Leistungen bezieht, sollte den verfügbaren Betrag realistisch einschätzen und nicht als „freies Geld" betrachten. Manche Leistungen sind zur Hälfte ein Darlehen – auch wenn die Rückzahlung erst später beginnt. Auch Kindergeld in Höhe von aktuell 259 € monatlich fließt häufig direkt an die Eltern oder wird als Beitrag zu den Lebenshaltungskosten verrechnet und steht nicht zwingend frei zur Verfügung.
Die ehrlichste Art, den eigenen finanziellen Überblick zu gewinnen, ist ein strukturierter Finanz-Check – ohne Hochglanzpräsentation, aber mit echten Zahlen. Das StudySmarter-Tool hilft dabei, den ersten Schritt zu machen.
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Häufige Fragen
Ja, Buy Now Pay Later ist in Deutschland legal und unterliegt als Verbraucherdarlehen den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs sowie der Finanzaufsicht durch die BaFin. Anbieter benötigen eine entsprechende Erlaubnis, wenn sie Kredite vergeben.
Ob ein Schufa-Eintrag entsteht, hängt vom jeweiligen Anbieter und der Vertragsart ab. In der Regel wird bei der Bonitätsprüfung eine Anfrage gestellt, die jedoch nicht zwingend zu einem negativen Eintrag führt, solange Sie Ihre Zahlungen pünktlich leisten.
Buy Now Pay Later ist ein Oberbegriff für verschiedene Ratenzahlungsmodelle, während PayPal 'Später bezahlen' ein konkretes Produkt von PayPal ist. Die Unterschiede liegen vor allem in den Konditionen, Laufzeiten und der Abwicklung über das jeweilige Konto.
Ja, auch Verbraucher mit niedrigem Einkommen können BNPL nutzen, sofern die Bonitätsprüfung erfolgreich ist. Anbieter bewerten Ihre finanzielle Situation individuell, ein festes Einkommen ist nicht immer zwingend erforderlich.
Wenn Sie eine BNPL-Rate nicht bezahlen, geraten Sie in Zahlungsverzug und der Anbieter kann Mahngebühren sowie Verzugszinsen erheben. Bei anhaltendem Zahlungsausfall kann die Forderung an ein Inkassounternehmen abgetreten werden, was sich negativ auf Ihre Bonität auswirken kann.
Beim Widerruf eines BNPL-Kaufs haben Sie die gesetzlichen Widerrufsrechte, die für Verbraucherverträge gelten, in der Regel 14 Tage ab Vertragsschluss. Sie müssen den Kaufpreis zurückzahlen und erhalten die Ware zurück; der Anbieter muss bereits gezahlte Beträge erstatten.
Die neue EU-Verbraucherkredit-Richtlinie, die bis 2026 in nationales Recht umgesetzt sein muss, wird strengere Informations- und Prüfpflichten für BNPL-Anbieter mit sich bringen. Konkret bedeutet das mehr Transparenz bei Kosten und eine verpflichtende Bonitätsprüfung vor Vertragsabschluss.
Ja, BNPL ist auch für Verbraucher ohne festes Einkommen verfügbar, da die Anbieter oft nur eine positive Bonitätsauskunft verlangen. Allerdings kann die Ablehnung wahrscheinlicher sein, wenn keine regelmäßigen Einkünfte nachgewiesen werden können.
Quellen & Stand 09.07.2026
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