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Was kosten P2P-Kredite? Kosten, Renditen und Risiken im Überblick

Bei P2P-Krediten leiht dein Geld direkt an Kreditnehmer, vermittelt über Online-Plattformen. Die Kosten entstehen dabei nicht als fester Preis, sondern vor allem durch Gebühren, Ausfälle und Steuern, die deine Rendite mindern.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • P2P-Kredite sind keine Einlage mit fester Verzinsung, sondern eine riskante Geldanlage ohne Einlagensicherung.
  • Die Bruttorendite liegt oft im einstelligen bis mittleren zweistelligen Prozentbereich, wird aber durch Ausfälle und Plattformgebühren reduziert.
  • Deine Kosten setzen sich aus Gebühren der Plattform, möglichen Währungsverlusten und der Abgeltungsteuer zusammen.
  • Streue dein Geld über viele Kredite und Plattformen, um das Ausfallrisiko zu senken.

01 · Grundlagen

Was sind P2P-Kredite?

P2P steht für Peer-to-Peer, also von Privatperson zu Privatperson. Plattformen vermitteln dabei Kredite zwischen Anlegern und Kreditnehmern, ohne dass eine Bank dazwischengeschaltet ist.

Seit etwa 2005 sind weltweit Hunderte von P2P-Marktplätzen entstanden, die Kredite zwischen Privatpersonen vermitteln. Der erste Marktplatz dieser Art war Zopa in Großbritannien. Anders als eine Bank gewährt die Plattform selbst keine Kredite, sondern bringt Kreditnehmer und Anleger zusammen.

Die Plattform übernimmt dabei zwei zentrale Aufgaben: Sie schätzt die Bonität der Kreditnehmer ein und führt bei Zahlungsausfällen das Mahn- und Inkassoverfahren. Das Ausfallrisiko trägst du als Anleger selbst, denn eine Einlagensicherung wie bei Banken gibt es nicht.

Für Kreditnehmer sind P2P-Kredite oft dann eine Option, wenn sie bei klassischen Banken wegen Bonitätsproblemen kein Darlehen erhalten. Die Zinsen, die Kreditnehmer zahlen, richten sich nach der Risikoklasse, in die sie von der Plattform eingestuft werden.

Kurz erklärt

P2P-Kredit

Ein Darlehen, das über eine Online-Plattform direkt von privaten oder institutionellen Anlegern an private oder gewerbliche Kreditnehmer vergeben wird.

Die Plattform prüft die Bonität der Kreditnehmer und übernimmt das Mahnwesen, trägt aber selbst kein Ausfallrisiko.

02 · Kosten

Welche Kosten entstehen für Anleger bei P2P-Plattformen?

Die Plattformen finanzieren sich über Gebühren, die direkt oder indirekt von deiner Rendite abgehen. Je nach Anbieter fallen diese unterschiedlich aus.

Die Gebührenmodelle der Plattformen unterscheiden sich stark, deshalb lohnt sich ein Blick in das jeweilige Gebührenverzeichnis vor der ersten Investition. Viele Anbieter verlangen eine Servicegebühr auf die Zinserträge, die zwischen 0 und 15 Prozent liegen kann. Diese Gebühr wird direkt von deinen Zinszahlungen abgezogen.

Zusätzliche Kosten entstehen oft beim Verkauf von Krediten auf dem Sekundärmarkt. Hier werden in der Regel 0,5 bis 2 Prozent des Verkaufswerts fällig. Auch Währungswechselgebühren von 0,5 bis 2 Prozent können anfallen, wenn du in Kredite investierst, die nicht in Euro notiert sind.

Für Auszahlungen auf dein Bankkonto verlangen manche Plattformen eine Gebühr von bis zu 1 Prozent oder einen festen Betrag. Hohe Gebühren können eine attraktive Bruttorendite deutlich schmälern. Rechne deshalb vor der Investition aus, was nach allen Kosten tatsächlich übrig bleibt.

03 · Vergleich

P2P-Kredite im Kreditvergleich: Konditionen für Kreditnehmer

Für Kreditnehmer sind P2P-Kredite eine Alternative zum klassischen Bankkredit, oft mit anderen Anforderungen an die Bonität. Die Zinsen orientieren sich an der eingestuften Risikoklasse.

Für Kreditnehmer unterscheiden sich P2P-Kredite vor allem bei den Bonitätsanforderungen von klassischen Bankkrediten. Während Banken bei schwacher Bonität häufig ablehnen, sind P2P-Plattformen oft flexibler. Die Zinsen sind dafür in der Regel höher als bei einem Bankkredit mit guter Bonität.

Die Plattform stuft Kreditnehmer in Risikoklassen ein, zum Beispiel von A bis E. Je schlechter die Bonität, desto höher der Zinssatz, den der Kreditnehmer zahlen muss. Diese Zinsaufschläge sollen Anleger für das höhere Ausfallrisiko entschädigen.

P2P-Kredite sind für Kreditnehmer vor allem dann interessant, wenn sie bei Banken keinen Kredit bekommen oder wenn sie schnell eine Finanzierung benötigen. Die Bearbeitung über die Online-Plattformen ist oft effizienter als der klassische Bankweg.

P2P-Kredit im Vergleich zum klassischen Ratenkredit
P2P-KreditKlassischer Bankkredit
Vergabe durchPrivate und institutionelle Anleger über PlattformBank oder Sparkasse
Bonitäts­anforderungenOft flexibler, auch bei schwächerer Bonität möglichStrenge Prüfung, Ablehnung bei schlechter Bonität üblich
ZinsniveauRisikoabhängig, oft höher als bei BankenBonitätsabhängig, oft günstiger bei guter Bonität

04 · Vergleich

Crowdinvesting: So unterscheidet es sich von Crowdlending

Crowdlending und Crowdinvesting werden oft verwechselt, haben aber unterschiedliche Risiken und Renditequellen. Beide Formen gehören zum Oberbegriff Crowdfunding.

Beim Crowdlending, also P2P-Krediten, gibst du als Anleger ein Darlehen und hast einen festen Rückzahlungsanspruch. Deine Rendite entsteht aus den Zinszahlungen des Kreditnehmers. Beim Crowdinvesting beteiligst du dich dagegen mit Eigenkapital an einem Unternehmen oder Projekt.

Die Renditequelle beim Crowdinvesting ist der Unternehmensgewinn oder ein Exit-Erlös, zum Beispiel beim Verkauf des Unternehmens. Fällt das Unternehmen aus, droht der Totalverlust deines eingesetzten Kapitals. Beim Crowdlending verlierst du dagegen nur dann Geld, wenn der Kreditnehmer nicht zurückzahlt.

Die Laufzeiten unterscheiden sich ebenfalls: P2P-Kredite laufen oft 1 bis 5 Jahre, Crowdinvesting dagegen häufig 5 bis 10 Jahre. Crowdinvesting ist in der Regel spekulativer als Crowdlending, da du am unternehmerischen Erfolg beteiligt bist.

Crowdlending und Crowdinvesting im direkten Vergleich
Crowdlending (P2P-Kredite)Crowdinvesting
Art der GeldanlageFremdkapital als Darlehen mit RückzahlungsanspruchBeteiligung an einem Unternehmen oder Projekt
RenditequelleFeste Zinszahlungen des KreditnehmersErfolgsabhängige Beteiligung am Unternehmensgewinn
RisikoAusfall des KreditnehmersVerlust des eingesetzten Kapitals

05 · Was gilt

Rendite und Risikoklassen: Was bleibt nach Kosten übrig?

Die ausgewiesene Rendite ist eine Bruttogröße. Deine tatsächliche Nettorendite hängt von Ausfällen, Gebühren und Steuern ab.

Die von Plattformen ausgewiesenen Renditen sind Bruttowerte. Deine tatsächliche Nettorendite liegt niedriger, weil Ausfälle, Gebühren und Steuern abgezogen werden. Ein Rechenbeispiel: Bei einer historischen Rendite von 9,66 Prozent vor Steuern und ohne Ausfälle bleiben nach Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag noch 7,12 Prozent übrig.

Bei einer Ausfallquote von 2,5 Prozent sinkt die Rendite vor Steuern auf 7,16 Prozent, nach Steuern auf 5,27 Prozent. Steigt die Ausfallquote auf 5 Prozent, bleiben vor Steuern 4,66 Prozent und nach Steuern 3,43 Prozent. Diese Zahlen zeigen, wie stark Ausfälle die Rendite beeinflussen.

Höhere Zinsen bei schlechterer Bonität können deine Rendite erhöhen, aber nur wenn die Kredite nicht ausfallen. Automatische Wiederanlage von Zinserträgen steigert den Zinseszinseffekt. Rückkaufgarantien mancher Plattformen können das Risiko mindern, greifen aber nur solange der Garantiegeber zahlungsfähig ist.

Mindert die Rendite

·Ausfall von Krediten (Zahlungsausfall des Kreditnehmers)
·Plattformgebühren auf Zinserträge
·Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag
·Währungsverluste bei Fremdwährungskrediten

Erhöht die Rendite

·Höhere Zinsen bei schlechterer Bonität des Kreditnehmers
·Automatische Wiederanlage von Zinserträgen
·Rückkaufgarantien mancher Plattformen
·Diversifikation über viele Kredite

06 · Checkliste

Diversifizierung: So senkst du dein Ausfallrisiko

Das Ausfallrisiko ist das zentrale Risiko bei P2P-Krediten. Eine breite Streuung über viele Kredite und Plattformen ist der wichtigste Schutz davor.

Das Ausfallrisiko ist das zentrale Risiko bei P2P-Krediten. Du kannst es reduzieren, indem du dein Geld breit streust. Die wichtigste Regel lautet: Verteile dein Kapital auf mehrere Plattformen und investiere pro Kredit nur kleine Beträge.

Eine sinnvolle Größenordnung sind 25 bis 100 Euro pro Kredit. Bei einer Anlagesumme von 5.000 Euro könntest du das Geld auf fünf Plattformen zu je 1.000 Euro verteilen und auf jeder Plattform in 20 Kredite zu je 50 Euro investieren. So verteilst du das Risiko auf 100 einzelne Kredite.

  • Verteile dein Geld auf mehrere P2P-Plattformen, nicht nur auf eine.
  • Investiere pro Kredit nur kleine Beträge, zum Beispiel 25 bis 100 Euro.
  • Wähle Kredite aus verschiedenen Risikoklassen und Ländern.
  • Nutze die automatische Investitionsfunktion der Plattform für eine gleichmäßige Verteilung.
  • Setze nur Geld ein, dessen Verlust du verkraften kannst.

Checkliste für eine breite Streuung bei P2P-Krediten

01

Verteile dein Geld auf mehrere P2P-Plattformen, nicht nur auf eine.

02

Investiere pro Kredit nur kleine Beträge, zum Beispiel 25 bis 100 Euro.

03

Wähle Kredite aus verschiedenen Risikoklassen und Ländern.

04

Nutze die automatische Investitionsfunktion der Plattform für eine gleichmäßige Verteilung.

05

Setze nur Geld ein, dessen Verlust du verkraften kannst.

07 · Schritt für Schritt

Sekundärmarkt: Kosten und Nutzen für deine Liquidität

Einige Plattformen bieten einen Sekundärmarkt, auf dem du Kredite vorzeitig verkaufen kannst. Das schafft Flexibilität, ist aber oft mit Gebühren verbunden.

Das schafft Flexibilität, wenn du vor dem Ende der Kreditlaufzeit an dein Geld möchtest. Allerdings ist der Verkauf nicht garantiert, denn es muss sich erst ein Käufer finden.

Für den Verkauf verlangt die Plattform in der Regel eine Gebühr von 0,5 bis 2 Prozent des Verkaufswerts. Du kannst den Kredit zu einem Preis einstellen, der über oder unter dem Restwert liegt. Bei illiquiden Märkten kann der Verkauf scheitern, deshalb solltest du dich nicht auf den Sekundärmarkt als feste Ausstiegsmöglichkeit verlassen.

Der Ablauf ist einfach: Du wählst den Kredit aus, legst einen Verkaufspreis fest und stellst ihn ein. Findet sich ein Käufer, wird der Erlös abzüglich Gebühr deinem Konto gutgeschrieben. Der Sekundärmarkt ist eine Option, aber keine Garantie für Liquidität.

01

Kredit auswählen

Du wählst in deinem Portfolio einen Kredit aus, den du vorzeitig abgeben möchtest.

02

Verkaufspreis festlegen

Du stellst den Kredit mit einem Preis ein, der über oder unter dem Restwert liegen kann.

03

Käufer findet sich

Ein anderer Anleger kauft den Kredit. Die Plattform behält dafür oft eine Verkaufsgebühr ein.

04

Geld wird gutgeschrieben

Der Verkaufserlös abzüglich Gebühr wird deinem Konto gutgeschrieben. Bei illiquiden Märkten kann der Verkauf scheitern.

08 · Was gilt

Steuern auf P2P-Kredite: Abgeltungs­teuer und Freibetrag

Zinserträge aus P2P-Krediten sind steuerpflichtige Kapitalerträge. Die Plattform führt in der Regel keine Steuer ab, du musst sie in deiner Steuererklärung angeben.

Auf die Erträge fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag an, zusammen also 26,375 Prozent.

Für Ledige gilt ein Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr. Zusammenveranlagte Ehepaare haben einen Freibetrag von 2000 Euro pro Jahr. Erst wenn deine Kapitalerträge diesen Betrag übersteigen, werden Steuern fällig.

Auch Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Krediten auf dem Sekundärmarkt sind steuerpflichtig. Erträge aus Crowdinvesting unterliegen ebenfalls der Kapitalertragsteuer. Stelle sicher, dass du deine P2P-Erträge korrekt in der Anlage KAP deiner Steuererklärung angibst.

Steuerpflichtig

·Zinserträge aus P2P-Krediten
·Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von Krediten auf dem Sekundärmarkt
·Erträge aus Crowdinvesting

Steuerfrei

·Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR pro Person und Jahr
·Erträge bis 2000 EUR bei zusammenveranlagten Ehepaaren

09 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Geldanlage in P2P-Kredite

Viele Anleger unterschätzen die Risiken oder treffen Entscheidungen aus Unwissenheit. Diese Fehler lassen sich vermeiden.

Viele Anleger unterschätzen das Risiko von P2P-Krediten und investieren einen zu hohen Anteil ihres Vermögens. P2P-Kredite gehören zu den riskanteren Anlageklassen, denn es gibt keine Einlagensicherung und Kredite können ausfallen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.

Ein weiterer Fehler ist die Konzentration auf wenige Kredite oder eine einzige Plattform. Fällt ein großer Kredit aus oder gerät eine Plattform in Schwierigkeiten, trifft dich das dann besonders hart. Auch blindes Vertrauen auf Rückkaufgarantien ist riskant, denn der Garantiegeber kann selbst insolvent werden.

  • Zu hoher Anteil des Vermögens in P2P-Krediten, obwohl die Anlage riskant ist.
  • Konzentration auf wenige Kredite oder eine einzige Plattform.
  • Blindes Vertrauen auf Rückkaufgarantien, die im Ernstfall nicht greifen.
  • Vernachlässigung der Steuerpflicht für Zinserträge.
  • Investition von Geld, das kurzfristig benötigt wird, ohne Sekundärmarkt zu prüfen.

Häufige Fehler beim Investieren in P2P-Kredite

·Zu hoher Anteil des Vermögens in P2P-Krediten, obwohl die Anlage riskant ist.
·Konzentration auf wenige Kredite oder eine einzige Plattform.
·Blindes Vertrauen auf Rückkaufgarantien, die im Ernstfall nicht greifen.
·Vernachlässigung der Steuerpflicht für Zinserträge.
·Investition von Geld, das kurzfristig benötigt wird, ohne Sekundärmarkt zu prüfen.

10 · Hintergrund

Für wen sich P2P-Kredite als Anlageklasse eignen

P2P-Kredite sind eine Beimischung für renditeorientierte Anleger, die das Risiko verstehen und tragen können. Als alleinige Geldanlage sind sie nicht geeignet.

P2P-Kredite eignen sich für dich, wenn du einen Teil deines Vermögens bewusst risikoreicher anlegen möchtest, um höhere Renditen als mit Tagesgeld oder Anleihen zu erzielen. Du solltest die Funktionsweise der Plattformen verstehen und bereit sein, dich regelmäßig mit deinem Kreditportfolio zu beschäftigen.

Als Beimischung von 5 bis 10 Prozent deines liquiden Vermögens können P2P-Kredite das Renditeprofil eines breit gestreuten Portfolios ergänzen. Wichtig ist, dass du nur Geld investierst, auf das du nicht angewiesen bist, und dass du die Erträge korrekt versteuerst.

Deine Liquiditätsreserve für zwei bis drei Monate gehört auf ein Tagesgeldkonto und nicht in P2P-Kredite. Erst wenn dieser Notgroschen steht, solltest du über riskantere Anlageformen nachdenken. P2P-Kredite sind eine Beimischung, keine Basis für dein Portfolio.

P2P-Kredite eignen sich für dich, wenn du einen Teil deines Vermögens bewusst risikoreicher anlegen möchtest, um höhere Renditen als mit Tagesgeld oder Anleihen zu erzielen. Du solltest die Funktionsweise der Plattformen verstehen und bereit sein, dich regelmäßig mit deinem Kreditportfolio zu beschäftigen.

P2P-Kredite können das Renditeprofil eines breit gestreuten Portfolios ergänzen. Wichtig ist, dass du nur Geld investierst, auf das du nicht angewiesen bist, und dass du die Erträge korrekt versteuerst.

Häufige Fragen

Fragen zu Was kosten P2P-Kredite? Kosten, Renditen und Risiken im Überblick

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026