Ratgeber · Investieren
Was kostet ein ETF? Alle Gebühren im Überblick
Die Kosten eines ETF entscheiden darüber, wie viel von deiner Rendite übrig bleibt. Neben der laufenden Gesamtkostenquote fallen beim Kauf und Verkauf weitere Gebühren an, die du kennen solltest.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Die Total Expense Ratio (TER) ist die wichtigste laufende Kostenquote eines ETF und wird direkt aus dem Fondsvermögen entnommen.
- Beim Kauf und Verkauf entstehen Ordergebühren, Handelsplatzgebühren und der Spread, die je nach Depotanbieter unterschiedlich hoch sind.
- ETF-Sparpläne sind bei vielen Anbietern kostenlos oder für einen geringen Betrag zu haben, was sie für den Vermögensaufbau attraktiv macht.
- Transaktionskosten auf Fondsebene sind nicht in der TER enthalten und entstehen, wenn der Fonds Wertpapiere umschichtet.
01 · Was gilt
Welche Kosten fallen bei einem ETF an?
Die Kosten eines ETF lassen sich in drei Bereiche unterteilen: Kosten beim Kauf, laufende Kosten während der Anlage und Kosten beim Verkauf. Jeder Bereich hat eigene Gebührenarten.
Die Kosten eines ETF lassen sich klar nach dem Zeitpunkt trennen. Beim Kauf fallen Ordergebühr, Handelsplatzgebühr und der Spread an. Während der Anlage wirken die laufende Gesamtkostenquote (TER) und die Transaktionskosten auf Fondsebene.
Beim Verkauf entstehen erneut Ordergebühr, Handelsplatzgebühr und Spread. Eine Depotgebühr fällt bei jedem Kauf an, wenn dein Anbieter sie erhebt. Verwaltungskosten werden dir nicht als separate Rechnung gestellt, sondern sind bereits in der TER enthalten.
- Die Ordergebühr berechnet dein Depotanbieter für die Ausführung deines Kaufauftrags.
- Die Handelsplatzgebühr hängt vom Börsenplatz ab, über den du handelst.
- Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs und fällt bei jeder Transaktion an.
Fällt an
Fällt nicht an
02 · Grundlagen
Was ist die Total Expense Ratio (TER)?
Die Total Expense Ratio, kurz TER, ist die Gesamtkostenquote eines ETF. Sie gibt an, wie viel Prozent des Fondsvermögens jährlich für Verwaltung, Vertrieb und andere laufende Kosten anfallen.
Sie umfasst Verwaltungskosten, Vertriebskosten, Depotbankgebühren und Mehrwertsteuer. Die Fondsgesellschaft entnimmt die Kosten täglich aus dem Fondsvermögen, du zahlst sie also indirekt über eine geringere Wertentwicklung.
Eine TER von 0,2 Prozent bedeutet bei 10.000 Euro Anlage jährliche Kosten von 20 Euro, die direkt vom Fondsvolumen abgezogen werden. Die TER wird in Prozent angegeben und bezieht sich immer auf ein Jahr. Seit 2004 sind ETF-Anbieter gesetzlich verpflichtet, die TER anzugeben.
Die TER findest du im Basisinformationsblatt, im Fondsprospekt oder auf der Website des ETF-Anbieters. Sie dient als Vergleichswert zwischen verschiedenen Fonds, bildet aber nicht alle Kosten ab.
Kurz erklärt
Total Expense Ratio (TER)
Die TER ist die jährliche Gesamtkostenquote eines ETF. Sie umfasst Verwaltungskosten, Vertriebskosten, Depotbankgebühren und Mehrwertsteuer. Die Fondsgesellschaft entnimmt die Kosten täglich aus dem Fondsvermögen, du zahlst sie also indirekt über eine geringere Wertentwicklung.
Eine TER von 0,2 Prozent bedeutet bei 10.000 Euro Anlage jährliche Kosten von 20 Euro, die direkt vom Fondsvolumen abgezogen werden.
03 · Vergleich
Wie unterscheiden sich die Kosten von ETFs und aktiven Fonds?
ETFs sind in der Regel deutlich günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Der Kostenunterschied wirkt sich über lange Zeiträume erheblich auf deine Rendite aus.
ETFs bilden einen Index passiv nach und verursachen dadurch deutlich geringere Verwaltungskosten. Aktive Fonds beschäftigen Fondsmanager, die Wertpapiere auswählen und häufiger handeln. Das führt zu höheren laufenden Kosten und mehr Transaktionskosten auf Fondsebene.
Bei einer Bruttorendite von 6 Prozent pro Jahr bleibt dir mit einem ETF bei 0,3 Prozent TER eine Nettorendite von etwa 5,7 Prozent. Ein aktiver Fonds mit 2,0 Prozent TER kommt nur auf etwa 4,0 Prozent. Bei 10.000 Euro Anlage über 30 Jahre beträgt der Unterschied bei diesen Kosten rund 20.000 Euro zugunsten des ETF.
- Typische TER bei ETFs liegt zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr.
- Typische TER bei aktiven Fonds liegt zwischen 1,5 und 2,5 Prozent pro Jahr.
- ETFs schichten seltener um und haben dadurch niedrigere Transaktionskosten auf Fondsebene.
| ETF | Aktiver Fonds | |
|---|---|---|
| Typische TER | 0,05 bis 0,8 Prozent pro Jahr | 2,0 Prozent pro Jahr |
| Rendite nach Kosten bei 6 Prozent Bruttorendite | Etwa 5,7 Prozent bei 0,3 Prozent TER | Etwa 4,0 Prozent bei 2,0 Prozent TER |
04 · Kosten
Welche Kosten entstehen beim Kauf und Verkauf von ETFs?
Beim Kauf und Verkauf von ETF-Anteilen berechnet dein Depotanbieter verschiedene Gebühren. Die Höhe hängt vom Anbieter, vom Handelsplatz und vom Ordervolumen ab.
Beim Handel mit ETF-Anteilen berechnet dein Depotanbieter eine Ordergebühr. Viele Neobroker verlangen dafür 0 bis 1,90 Euro, traditionelle Banken oft 5 bis 15 Euro pro Order. Zusätzlich kann eine Handelsplatzgebühr von 0 bis 3 Euro anfallen.
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei liquiden ETFs liegt er während der offiziellen Börsenzeiten meist zwischen 0,05 und 0,2 Prozent. Außerhalb der Börsenzeiten kann er auf 0,3 bis 1,0 Prozent steigen, weil weniger gehandelt wird.
Die Courtage wird von Börsenbetreibern erhoben. Manche Depotanbieter reichen sie eins zu eins an dich weiter, andere rechnen sie in ihre Handelsplatzgebühr ein.
Typische Kosten beim ETF-Handel
05 · Was gilt
Was kostet ein ETF-Sparplan?
ETF-Sparpläne sind eine bequeme Möglichkeit, regelmäßig Geld anzulegen. Viele Depotanbieter bieten Sparplanausführungen zu besonders günstigen Konditionen an.
ETF-Sparpläne führen deine regelmäßige Anlage automatisch aus. Viele Neobroker bieten die Sparplanausführung kostenlos an. Traditionelle Banken berechnen häufig eine reduzierte Ordergebühr von 1,50 bis 2,50 Euro pro Ausführung.
Der Spread fällt bei jeder Sparplanausführung an, auch wenn die Ordergebühr entfällt. Die TER wirkt während der gesamten Haltedauer auf dein Fondsvermögen. Eine separate Depotgebühr nur für Sparpläne ist eher unüblich.
- Kostenlose Sparplanausführung ist bei vielen Neobrokern üblich.
- Reduzierte Ordergebühr von 1,50 bis 2,50 Euro fällt bei traditionellen Banken an.
- Spread und TER zahlst du unabhängig vom Sparplanmodell immer.
Üblich
Eher unüblich
06 · Schritt für Schritt
Wie wirken sich die Kosten auf deine Rendite aus?
Kosten schmälern deine Rendite Jahr für Jahr. Der Zinseszinseffekt verstärkt diesen Einfluss über lange Zeiträume erheblich.
Die Wertpapiere in deinem ETF erzielen eine bestimmte Bruttorendite, zum Beispiel 6 Prozent pro Jahr. Davon zieht die Fondsgesellschaft die TER täglich aus dem Fondsvermögen ab. Bei einer TER von 0,3 Prozent bleiben dir noch 5,7 Prozent Nettorendite.
Beim Kauf und Verkauf zahlst du zusätzlich Ordergebühren, Handelsplatzgebühren und den Spread. Diese Kosten fallen einmalig an, wirken aber auf den gesamten Anlagebetrag. Der Zinseszinseffekt verstärkt den Einfluss der laufenden Kosten über lange Zeiträume erheblich.
Bei 10.000 Euro Anlage und 0,3 Prozent TER wächst dein Vermögen über 30 Jahre auf etwa 52.753 Euro. Mit 2,0 Prozent TER wären es nur 32.434 Euro. Die Differenz von über 20.000 Euro zeigt, wie stark Kosten deine Rendite schmälern.
Bruttorendite ermitteln
Die Wertpapiere im ETF erzielen eine bestimmte Wertentwicklung, zum Beispiel 6 Prozent pro Jahr.
Laufende Kosten abziehen
Die TER wird täglich aus dem Fondsvermögen entnommen. Bei einer TER von 0,3 Prozent bleiben von 6 Prozent Bruttorendite noch 5,7 Prozent Nettorendite.
Transaktionskosten berücksichtigen
Beim Kauf und Verkauf fallen Ordergebühren, Handelsplatzgebühren und der Spread an. Diese Kosten zahlst du direkt an deinen Depotanbieter.
Nettorendite über die Zeit betrachten
Der Zinseszinseffekt wirkt auf die Nettorendite. Bei 10.000 Euro Anlage und 0,3 Prozent TER ergeben sich nach 30 Jahren etwa 52.753 Euro, bei 2 Prozent TER nur 32.434 Euro.
07 · Im Vertrag
Welche Kosten stehen in der Kosteninformation und im Basisinformationsblatt?
Vor dem Kauf eines ETF erhältst du von deinem Depotanbieter eine Kosteninformation. Das Basisinformationsblatt des ETF-Anbieters enthält zusätzlich die laufenden Kosten und Transaktionskosten auf Fondsebene.
Sie zeigt die Kosten für den Handel und während der Anlage. Du findest sie in der Eingabemaske deines Depots vor der Order.
Das Basisinformationsblatt veröffentlicht der ETF-Anbieter. Es enthält die laufenden Kosten des ETF sowie die Transaktionskosten auf Fondsebene. Der Fondsprospekt ist das ausführliche Dokument mit allen Kostenbestandteilen.
- Die Kosteninformation zeigt dir die konkreten Gebühren für deine geplante Order.
- Das Basisinformationsblatt enthält die TER und die Transaktionskosten auf Fondsebene.
- Das Factsheet bietet eine kompakte Übersicht der wichtigsten Kennzahlen.
Dokumente mit Kostenangaben
08 · Fehler vermeiden
Welche versteckten Kosten gibt es bei ETFs?
Nicht alle Kosten eines ETF sind auf den ersten Blick sichtbar. Einige Gebühren fallen auf Fondsebene an oder entstehen durch den Handelszeitpunkt.
Transaktionskosten auf Fondsebene sind nicht in der TER enthalten. Sie entstehen, wenn die Fondsgesellschaft Wertpapiere kauft und verkauft, aus denen der Fonds besteht. Diese Kosten fallen in manchen Jahren höher aus als in anderen.
Der Spread ist außerhalb der offiziellen Börsenzeiten meist deutlich höher, weil weniger gehandelt wird. Swap-Gebühren können bei synthetisch replizierenden ETFs anfallen, wenn der ETF einen Swap-Partner für die Indexabbildung nutzt. Handelsplatzgebühren unterscheiden sich je nach Börsenplatz, auch beim selben Depotanbieter.
Die Courtage wird von Börsenbetreibern erhoben und manchmal separat an dich weitergegeben. Lies vor jedem Kauf die Kosteninformation, um alle Gebühren für deine konkrete Order zu sehen.
Kostenfallen, die du kennen solltest
09 · Checkliste
Wie findest du einen günstigen ETF?
Die TER ist ein wichtiges Auswahlkriterium, aber nicht das einzige. Achte auch auf die Replikationsmethode, das Fondsvolumen und die Tracking Difference.
Die Tracking Difference zeigt, wie genau der ETF seinen Index nach Kosten abbildet.
Ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro reduziert das Risiko einer Fondsschließung. Die Replikationsmethode beeinflusst die Kostenstruktur und das Kontrahentenrisiko. Wähle einen Depotanbieter mit günstigen Ordergebühren und einen Handelsplatz mit niedrigem Spread.
- Strebe eine TER unter 0,5 Prozent pro Jahr an.
- Prüfe das Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro.
- Verstehe die Replikationsmethode: physisch oder synthetisch.
- Betrachte die Tracking Difference als Ergänzung zur TER.
- Vergleiche Sparplanangebote, wenn du regelmäßig anlegen möchtest.
Checkliste für die ETF-Auswahl
Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro prüfen
Replikationsmethode verstehen: physisch oder synthetisch
Tracking Difference als Ergänzung zur TER betrachten
Depotanbieter mit günstigen Ordergebühren wählen
Sparplanangebote vergleichen, wenn du regelmäßig anlegen möchtest
Handelsplatz mit niedrigem Spread bevorzugen
Kosteninformation vor dem Kauf lesen
10 · Vergleich
Wie unterscheiden sich die Kosten bei physischer und synthetischer Replikation?
ETFs bilden ihren Index entweder physisch nach, indem sie die Wertpapiere tatsächlich kaufen, oder synthetisch über Swap-Vereinbarungen. Beide Methoden haben unterschiedliche Kostenstrukturen.
Das verursacht höhere Transaktionskosten auf Fondsebene, weil Wertpapiere gekauft und verkauft werden müssen. Eine Swap-Gebühr fällt bei dieser Methode nicht an.
Synthetisch replizierende ETFs bilden den Index über Swap-Vereinbarungen ab. Die Transaktionskosten auf Fondsebene sind niedriger, weil keine Wertpapiere gekauft werden. Die Swap-Gebühr fällt an, ist aber in der TER enthalten.
Beide Methoden haben typische TERs zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr. Die Tracking Difference kann bei beiden Methoden durch Wertpapierleihe oder Swap-Konditionen positiv ausfallen. Die TER allein sagt nicht aus, welche Methode für dich günstiger ist.
| Physische Replikation | Synthetische Replikation | |
|---|---|---|
| Typische TER | 0,05 bis 0,8 Prozent pro Jahr | 0,05 bis 0,8 Prozent pro Jahr |
11 · Grundlagen
Welche Rolle spielt der Spread bei den ETF-Kosten?
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs eines ETF. Er fällt bei jedem Handel an und kann je nach Handelszeitpunkt und Liquidität stark variieren.
Der Spread ist die Differenz zwischen dem Geldkurs (bid), zu dem du verkaufen kannst, und dem Briefkurs (ask), zu dem du kaufen kannst. Er ist ein indirekter Kostenfaktor, der bei jedem Handel anfällt. Je liquider ein ETF und je näher die Handelszeit an den offiziellen Börsenzeiten liegt, desto geringer ist der Spread.
Außerhalb der Börsenöffnungszeiten der großen Handelsplätze wie Xetra ist der Spread meist deutlich höher, weil weniger gehandelt wird. Einige Marktplätze bieten längere Handelszeiten an, nutzen aber genau diese Zeiten mit geringerer Liquidität.
Für dich als Käufer ist es gut, wenn Geldkurs und Briefkurs möglichst nah beieinander liegen. Handle am besten zu den offiziellen Börsenzeiten der Referenzbörsen, um einen niedrigen Spread zu zahlen.
Kurz erklärt
Spread (Geld-Brief-Spanne)
Der Spread ist die Differenz zwischen dem Geldkurs (bid), zu dem du verkaufen kannst, und dem Briefkurs (ask), zu dem du kaufen kannst. Er ist ein indirekter Kostenfaktor, der bei jedem Handel anfällt. Je liquider ein ETF und je näher die Handelszeit an den offiziellen Börsenzeiten liegt, desto geringer ist der Spread.
Außerhalb der Börsenöffnungszeiten der großen Handelsplätze wie Xetra ist der Spread meist deutlich höher, weil weniger gehandelt wird.
Häufige Fragen
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