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Was kostet ein ESG-ETF? Kosten im Überblick

Die Kosten eines ESG-ETF setzen sich aus der laufenden Gebühr, den Handelskosten und deiner Depotgebühr zusammen. Entscheidend für die Rendite ist vor allem die Gesamtkostenquote, die bei nachhaltigen ETFs oft etwas höher liegt als bei klassischen Indexfonds.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die laufenden Kosten eines ESG-ETF liegen meist zwischen 0,15 und 0,45 Prozent pro Jahr.
  • Zusätzlich fallen einmalige Ordergebühren beim Kauf und Verkauf über die Börse an.
  • Ein ETF-Sparplan kann die Kaufkosten senken, da viele Banken vergünstigte Konditionen anbieten.
  • Steuerlich gilt für Aktien-ETFs eine Teilfreistellung von 30 Prozent, was deine Steuerlast reduziert.

01 · Kosten

Welche Kosten fallen bei einem ESG-ETF an?

Die Kosten eines ESG-ETF lassen sich in laufende Produktkosten und einmalige Transaktionskosten unterteilen. Hinzu kommen die Gebühren deines Depots, die unabhängig vom gewählten ETF anfallen.

Die laufenden Kosten eines ESG-ETF liegen meist zwischen 0,15 und 0,45 Prozent pro Jahr. Diese Gesamtkostenquote wird direkt dem Fondsvermögen entnommen und mindert die Wertentwicklung, ohne dass du eine separate Abbuchung siehst. Bei klassischen ETFs auf breite Marktindizes liegt die Spanne dagegen oft bei 0,10 bis 0,25 Prozent.

Beim Kauf über die Börse kommt eine Ordergebühr hinzu, die je nach Depot zwischen 0 und 25 Euro liegt. Auch die Depotführung selbst kann etwas kosten, üblich sind hier 0 bis 60 Euro pro Jahr. Für deine Rendite ist die TER der wichtigste Kostenfaktor, weil sie jedes Jahr anfällt.

Die TER wird nicht separat abgebucht, sondern direkt mit der Fondsperformance verrechnet. Wenn dein ESG-ETF also eine TER von 0,30 Prozent hat und der Index im Jahr um 7 Prozent steigt, liegt deine tatsächliche Rendite bei etwa 6,7 Prozent vor Steuern.

02 · Checkliste

Was sind die Nachhaltigkeits­kriterien bei ESG-ETFs?

ESG-ETFs wählen Unternehmen nach ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien aus. Diese Kriterien entscheiden, welche Titel in den zugrunde liegenden Index aufgenommen werden.

ESG steht für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Diese drei Bereiche bilden das Grundgerüst, nach dem Indexanbieter Unternehmen für nachhaltige ETFs auswählen. Die Kriterien sind nicht einheitlich definiert, daher unterscheiden sich die Schwerpunkte je nach Index und Anbieter.

Im Umweltbereich zählen vor allem die Reduktion von CO₂-Emissionen, die Nutzung erneuerbarer Energien und der Schutz der biologischen Vielfalt. Beim Sozialen geht es um faire Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit und die Einhaltung der Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette. Die Unternehmensführung umfasst transparente Kommunikation, Maßnahmen gegen Korruption und fest definierte Unternehmenswerte.

  • Umweltkriterien prüfen den Umgang mit Ressourcen, Emissionen und Ökosystemen.
  • Sozialkriterien bewerten Arbeitsstandards, Gesundheitsschutz und Lieferkettenverantwortung.
  • Governance-Kriterien kontrollieren Compliance, Transparenz und Kontrollinstanzen.

Die drei zentralen Nachhaltigkeitskriterien

01

Umwelt: Reduktion von CO₂-Emissionen, Nutzung erneuerbarer Energien und Schutz der biologischen Vielfalt

02

Soziales: faire Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit und keine Verstöße gegen Menschenrechte entlang der Lieferkette

03

Unternehmensführung: transparente Kommunikation, Maßnahmen gegen Korruption und fest definierte Unternehmenswerte

03 · Vergleich

Wie unterscheiden sich ESG-ETFs von klassischen ETFs?

Der Hauptunterschied liegt in der Indexzusammensetzung: ESG-Indizes schließen bestimmte Branchen aus oder gewichten Unternehmen nach ihrer Nachhaltigkeitsbewertung. Das wirkt sich auf Diversifikation und Kosten aus.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Indexzusammensetzung. Ein klassischer ETF bildet alle Unternehmen eines Marktindex ab, während ein ESG-ETF vorher filtert: Bestimmte Branchen fliegen raus, andere Unternehmen werden nach ihrer Nachhaltigkeitsbewertung gewichtet. Dadurch ist die Diversifikation bei ESG-ETFs etwas eingeschränkter als bei klassischen Indexfonds.

Diese zusätzliche Auswahlarbeit schlägt sich in den Kosten nieder. ESG-ETFs kosten mit 0,15 bis 0,45 Prozent pro Jahr oft etwas mehr als klassische ETFs, die häufig bei 0,10 bis 0,25 Prozent liegen. Der Aufpreis entsteht durch das Nachhaltigkeits-Screening und die laufende Überprüfung der ESG-Daten.

Für dich bedeutet das: Du zahlst bei einem ESG-ETF eine etwas höhere TER, erhältst dafür aber ein Portfolio, das deinen Wertvorstellungen besser entspricht. Ob dir dieser Aufpreis die eingeschränkte Auswahl wert ist, hängt von deinen persönlichen Anlagezielen ab.

ESG-ETF im Vergleich zum klassischen ETF
Klassischer ETFESG-ETF
IndexauswahlUnternehmen des MarktindexUnternehmen nach ESG-Kriterien gefiltert
Diversifikationbreit über alle Brancheneingeschränkter durch Ausschlüsse

04 · Grundlagen

Welche Rolle spielen Rating-Agenturen bei ESG-ETFs?

Rating-Agenturen bewerten Unternehmen anhand ihrer ESG-Leistung und liefern die Datenbasis für nachhaltige Indizes. Ihre Einschätzungen bestimmen, welche Titel in einen ESG-ETF aufgenommen werden.

Spezialisierte Unternehmen wie MSCI ESG Research oder Sustainalytics analysieren Firmen anhand von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien und vergeben Punktwerte oder Ratings. Diese Bewertungen nutzen Indexanbieter, um zu entscheiden, welche Titel in einen nachhaltigen Index aufgenommen werden.

Die Ratings sind nicht einheitlich reguliert. Dasselbe Unternehmen kann bei verschiedenen Agenturen unterschiedlich abschneiden, weil jede Agentur eigene Schwerpunkte setzt und andere Datenquellen nutzt. Deshalb lohnt sich ein Blick in das Factsheet des jeweiligen ETF, um zu verstehen, welche Rating-Methodik dem Index zugrunde liegt.

Für dich als Anlegerin bedeutet das: Das ESG-Label allein garantiert noch keine bestimmte Nachhaltigkeitsqualität. Die Methodik der Rating-Agentur entscheidet maßgeblich, welche Unternehmen im ETF landen und welche draußen bleiben.

Kurz erklärt

ESG-Rating-Agenturen

Spezialisierte Unternehmen wie MSCI ESG Research oder Sustainalytics analysieren Firmen anhand von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien. Sie vergeben Punktwerte oder Ratings, die Indexanbieter für die Zusammenstellung von ESG-Indizes nutzen.

Die Ratings sind nicht einheitlich reguliert, daher können Bewertungen derselben Firma bei verschiedenen Agenturen unterschiedlich ausfallen.

05 · Was gilt

Welche Ausschlusskriterien gelten für ESG-ETFs?

Viele ESG-Indizes arbeiten mit Negativ-Screening: Sie schließen Unternehmen aus, die in bestimmten Geschäftsfeldern tätig sind oder gegen definierte Normen verstoßen.

Typische Ausschlusskriterien sind Hersteller von geächteten Waffen wie Streubomben, Unternehmen mit schweren Verstößen gegen den UN Global Compact und Produzenten von Tabakwaren.

Nicht ausgeschlossen werden dagegen oft Firmen mit moderatem CO₂-Ausstoß, Unternehmen mit durchschnittlichem ESG-Rating oder Hersteller von Konsumgütern des täglichen Bedarfs. Auch Firmen ohne Nachhaltigkeitsbericht können in manchen Indizes enthalten sein, wenn sie andere Kriterien erfüllen. Die Ausschlusslisten unterscheiden sich je nach Indexanbieter erheblich.

Prüfe deshalb im Factsheet deines ESG-ETF, welche Ausschlusskriterien tatsächlich angewendet werden. Nur so stellst du sicher, dass der Fonds zu deinen persönlichen Ausschlussvorstellungen passt.

Wird ausgeschlossen

·Hersteller von geächteten Waffen wie Streubomben
·Unternehmen mit schweren Verstößen gegen den UN Global Compact
·Produzenten von Tabakwaren
·Firmen mit hohem Anteil an Kohleverstromung

Kann enthalten sein

·Unternehmen mit moderatem CO₂-Ausstoß
·Firmen mit durchschnittlichem ESG-Rating
·Hersteller von Konsumgütern des täglichen Bedarfs
·Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsbericht

06 · Schritt für Schritt

Was ist der Best-in-Class-Ansatz bei ESG-ETFs?

Beim Best-in-Class-Ansatz werden nicht ganze Branchen ausgeschlossen, sondern die nachhaltigsten Unternehmen jeder Branche ausgewählt. So bleibt die Branchenstruktur des Marktes weitgehend erhalten.

Stattdessen wählt der Indexanbieter aus jeder Branche die Unternehmen mit den besten ESG-Ratings aus, oft die oberen 25 Prozent je Sektor. So bleibt die Branchenstruktur des Marktes weitgehend erhalten, während die nachhaltigsten Firmen übergewichtet werden.

Der Prozess läuft in drei Schritten ab. Zuerst bewertet eine Rating-Agentur alle Unternehmen einer Branche anhand von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien. Danach übernimmt der Indexanbieter nur die besten Unternehmen je Branche. Aus diesen Titeln wird schließlich ein Index gebildet, den ein ETF physisch oder synthetisch abbildet.

  • Die Rating-Agentur erstellt für alle Unternehmen einer Branche ein ESG-Rating.
  • Der Indexanbieter wählt die besten Unternehmen je Sektor aus, oft die oberen 25 Prozent.
  • Aus den ausgewählten Titeln entsteht der Index, den der ETF abbildet.
01

ESG-Rating für alle Unternehmen erstellen

Eine Rating-Agentur bewertet Unternehmen einer Branche anhand von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien.

02

Beste Unternehmen je Branche auswählen

Der Indexanbieter übernimmt nur die Unternehmen mit den besten ESG-Ratings, oft die oberen 25 Prozent je Sektor.

03

Index und ETF auflegen

Aus den ausgewählten Titeln wird ein Index gebildet, den ein ETF physisch oder synthetisch abbildet.

07 · Hintergrund

Wie investieren institutionelle Anleger in ESG-ETFs?

Institutionelle Anleger wie Pensionskassen oder Versicherungen treiben das Wachstum nachhaltiger Geldanlagen voran. Ihr Verhalten beeinflusst das Angebot und die Preise von ESG-ETFs.

Aktuelle Studien zeigen, dass über 86 Prozent der befragten Institutionen ihre ESG-Allokation in den kommenden zwei Jahren ausbauen wollen. Über 90 Prozent derjenigen, die bereits in ESG investieren, planen, ihre Anteile beizubehalten oder zu erhöhen.

Für dich als private Anlegerin hat das konkrete Folgen. Das wachsende Volumen institutioneller Gelder führt zu mehr ESG-ETFs am Markt und tendenziell sinkenden Kosten. Gleichzeitig steigt die Liquidität dieser Produkte, was engere Spreads beim Handel zur Folge haben kann.

Institutionelle Investoren achten besonders auf die Tiefe der ESG-Daten und die Transparenz der Indexmethodik. ETFs, die diese Anforderungen erfüllen, profitieren von den großen Zuflüssen und werden für alle Anleger günstiger handelbar.

Institutionelle Anleger planen laut aktuellen Studien, ihre Investitionen in nachhaltige Anlagen in den kommenden zwei Jahren deutlich zu erhöhen. Über 86 Prozent der befragten Institutionen wollen ihre ESG-Allokation ausbauen.

Für private Anleger bedeutet das: Das wachsende Volumen institutioneller Gelder führt zu mehr ESG-ETFs am Markt und tendenziell sinkenden Kosten. Gleichzeitig steigt die Liquidität dieser Produkte, was engere Spreads beim Handel zur Folge haben kann.

Institutionelle Investoren achten besonders auf die Tiefe der ESG-Daten und die Transparenz der Indexmethodik. ETFs, die diese Anforderungen erfüllen, werden auch für private Anleger interessanter, da sie hohe Qualitätsstandards setzen.

08 · Kosten

Welche Kosten verursacht ein ETF-Sparplan mit ESG-ETFs?

Ein ETF-Sparplan ist der günstigste Weg, regelmäßig in einen ESG-ETF zu investieren. Viele Banken bieten Sparpläne mit reduzierten Ordergebühren oder sogar kostenlos an.

Die Sparplangebühr fällt bei jeder Ausführung an und liegt je nach Bank zwischen 0 und 1,50 Euro. Viele Depots bieten Sparpläne auf ESG-ETFs sogar kostenlos an.

Zusätzlich zur Sparplangebühr fällt die TER des ESG-ETF an, die jährlich auf das gesamte Fondsvermögen erhoben wird. Bei einem Sparplan über 100 Euro monatlich und 1,50 Euro Gebühr entspricht das 1,5 Prozent Kaufkosten pro Ausführung. Deshalb lohnt sich der Vergleich der Sparplan-Konditionen, bevor du dich für ein Depot entscheidest.

Die Depotgebühr von 0 bis 60 Euro pro Jahr kommt unabhängig vom Sparplan hinzu. Rechne alle drei Kostenarten zusammen, um die tatsächliche Belastung deines Sparplans zu ermitteln.

09 · Im Vertrag

Wie wirken sich Steuern auf die Kosten eines ESG-ETF aus?

Die Steuerlast ist ein indirekter Kostenfaktor, den viele Anleger unterschätzen. Für Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung, die deine Steuerlast spürbar senkt.

Für Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, das heißt, 30 Prozent deiner Erträge bleiben steuerfrei. Das gilt auch für ESG-Aktien-ETFs, sofern sie überwiegend in Aktien investieren.

Auf die verbleibenden 70 Prozent der Erträge fällt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an. Zusätzlich wird auf die Abgeltungsteuer der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben. Pro Person und Jahr bleiben Kapitalerträge bis 1000 Euro durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.

Für dich bedeutet das: Nutze den Sparer-Pauschbetrag voll aus, bevor du Gewinne realisierst. Die Teilfreistellung senkt deine effektive Steuerlast auf Aktien-ETF-Erträge spürbar, unabhängig davon, ob der ETF nachhaltig ist oder nicht.

10 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei den Kosten eines ESG-ETF vermeiden?

Viele Anleger achten nur auf die TER und übersehen andere Kostenfaktoren. Diese Fehler kannst du vermeiden, wenn du die Gesamtkosten im Blick behältst.

Der häufigste Fehler ist, nur auf die TER zu achten und die Ordergebühren beim Kauf zu ignorieren. Gerade bei kleinen Einmalanlagen können hohe Ordergebühren die Rendite stärker belasten als eine etwas höhere TER. Rechne deshalb immer die Gesamtkosten über deine geplante Haltedauer.

Ein weiterer Fehler ist die Wahl eines teuren Sparplans, obwohl derselbe ESG-ETF bei einer anderen Bank kostenlos besparbar ist. Auch die Depotgebühr wird oft nicht in die Kostenrechnung einbezogen, obwohl sie jedes Jahr anfällt. Den Steuerfreibetrag nicht zu nutzen, führt zu unnötigen Steuerzahlungen, die du leicht vermeiden kannst.

  • Nur auf die TER achten und die Ordergebühren beim Kauf ignorieren.
  • Einen teuren Sparplan wählen, obwohl derselbe ESG-ETF bei einer anderen Bank kostenlos besparbar ist.
  • Die Depotgebühr nicht in die Kostenrechnung einbeziehen.
  • Den Steuerfreibetrag nicht nutzen und dadurch unnötig Steuern zahlen.
  • Einen ESG-ETF mit hoher TER wählen, obwohl ein vergleichbarer Indexfonds günstiger ist.

Häufige Kostenfehler bei ESG-ETFs

·Nur auf die TER achten und die Ordergebühren beim Kauf ignorieren
·Einen teuren Sparplan wählen, obwohl derselbe ESG-ETF bei einer anderen Bank kostenlos besparbar ist
·Die Depotgebühr nicht in die Kostenrechnung einbeziehen
·Den Steuerfreibetrag nicht nutzen und dadurch unnötig Steuern zahlen
·Einen ESG-ETF mit hoher TER wählen, obwohl ein vergleichbarer Indexfonds günstiger ist

Häufige Fragen

Fragen zu Was kostet ein ESG-ETF? Kosten im Überblick

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026