Ratgeber · Investieren
Was kostet ein Robo-Advisor? Alle Gebühren im Überblick
Ein Robo-Advisor übernimmt die Geldanlage für dich, verlangt dafür aber eine laufende Gebühr. Diese Kosten summieren sich über die Jahre und können deine Rendite spürbar mindern.
10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Gesamtkosten eines Robo-Advisors liegen meist zwischen 0,4 und 1,1 Prozent pro Jahr.
- Die Gebühr setzt sich aus der Servicegebühr des Anbieters und den Kosten der enthaltenen ETFs zusammen.
- Schon 0,5 Prozentpunkte Mehrkosten können bei 10.000 Euro über 20 Jahre fast 2.900 Euro Rendite kosten.
- Ein selbst verwaltetes ETF-Depot ist in der Regel deutlich günstiger als ein Robo-Advisor.
01 · Grundlagen
Was ist ein Robo-Advisor?
Ein Robo-Advisor ist ein digitaler Anlagehelfer, der die Verwaltung deines Portfolios automatisiert übernimmt. Du gibst deine Risikopräferenz an, der Robo stellt daraus ein passendes Portfolio zusammen.
Ein Robo-Advisor fragt zu Beginn deine Risikobereitschaft und deinen Anlagehorizont ab. Aus diesen Angaben leitet eine Software eine passende Aktienquote ab und setzt die Geldanlage technisch um. Du erhältst ein fertig eingerichtetes Wertpapierdepot, in dem meist eine kleine Anzahl von Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs liegt.
Der Robo-Advisor richtet außerdem automatisch Sparpläne ein, mit denen du künftig regelmäßig investierst. Das Depot unterscheidet sich also nicht prinzipiell von einem selbst zusammengestellten. Du bezahlst den höheren Komfort aber mit höheren Gebühren.
Die Anlage erfolgt passiv über breit gestreute Indexfonds, nicht über aktive Fondsmanager.
Kurz erklärt
Robo-Advisor
Ein digitaler Anlagehelfer, der nach festen Regeln ein Wertpapier-Portfolio aus ETFs zusammenstellt, Sparpläne einrichtet und das Depot automatisch überwacht und anpasst.
Die Anlage erfolgt passiv über breit gestreute Indexfonds, nicht über aktive Fondsmanager.
02 · Vergleich
So setzen sich die Kosten für einen Robo-Advisor zusammen
Die jährlichen Kosten eines Robo-Advisors bestehen aus zwei Blöcken: der Servicegebühr des Anbieters und den internen Kosten der ETFs. Beide Werte werden pro Jahr auf dein Anlagevermögen erhoben.
Die Servicegebühr des Anbieters deckt Portfolioverwaltung, Rebalancing und Depotführung ab. Die internen Kosten der ETFs fallen zusätzlich bei der Fondsgesellschaft an.
Sehr viele Robo-Advisor legen in kostengünstige ETFs an, deren Verwaltungsgebühr oft in der Größenordnung von 0,1 bis 0,3 Prozent im Jahr liegt. Für die Umsetzung der Geldanlage, den Service also, kommen anschließend nochmal Gebühren obendrauf. Der Aufpreis variiert von Anbieter zu Anbieter und kann zwischen einem knappen halben Prozent der Anlagesumme bis mehr als einem Prozent jährlich ausmachen.
Die Gesamtkosten pro Jahr ergeben sich aus der Summe beider Blöcke und liegen meist zwischen 0,4 und 1,1 Prozent.
| Servicegebühr | ETF-Kosten | |
|---|---|---|
| Wer erhält das Geld? | Der Robo-Advisor-Anbieter | Der ETF-Anbieter (Fondsgesellschaft) |
| Wofür wird gezahlt? | Portfolioverwaltung, Rebalancing, Depotführung | Verwaltung des Indexfonds |
| Typische Höhe pro Jahr | 0,35 bis 0,80 Prozent | 0,1 bis 0,3 Prozent |
03 · Kosten
Welche laufenden Gebühren verlangen Robo-Advisor?
Die Servicegebühr ist der Preis für die digitale Vermögensverwaltung. Sie wird unabhängig vom Anlageerfolg fällig und variiert je nach Anbieter deutlich.
Die Servicegebühr ist der Preis für die digitale Vermögensverwaltung und wird unabhängig vom Anlageerfolg fällig. Günstige Anbieter verlangen zwischen 0,35 und 0,50 Prozent des Anlagevermögens pro Jahr. Im mittleren Preissegment liegen die Gebühren zwischen 0,50 und 0,70 Prozent, teurere Anbieter nehmen 0,70 bis 0,80 Prozent.
Zusätzlich fallen die ETF-Kosten von etwa 0,1 bis 0,3 Prozent an. Damit liegen die Gesamtkosten bei den meisten Robo-Advisors über 0,5 Prozent pro Jahr. Gute digitale Anlagehelfer kosten weniger als ein Prozent der Anlagesumme pro Jahr, sind aber spürbar teurer als ein selbst gestaltetes Depot.
Die Gesamtkosten liegen bei den meisten Anbietern über 0,5 Prozent pro Jahr.
Übliche jährliche Servicegebühren von Robo-Advisors
04 · Was gilt
Welche Mindestanlage verlangen Robo-Advisor?
Für den Start bei einem Robo-Advisor brauchst du oft nur einen kleinen Betrag. Viele Anbieter ermöglichen den Einstieg bereits ab einer Mindestanlagesumme von 20 oder 25 Euro.
Viele Robo-Advisors verlangen 25 Euro als Mindestanlage, Sparpläne sind oft schon ab 20 oder 25 Euro monatlich möglich.
Es gibt aber auch Anbieter mit höheren Einstiegshürden. Manche setzen 500 Euro als Mindestanlage voraus, einzelne Robo-Advisors verlangen eine Mindestsparrate von 50 Euro. Prüfe vor der Kontoeröffnung, ob die Mindestbeträge zu deinem monatlichen Budget passen.
Viele Robo-Advisors verlangen 25 Euro Mindestanlage, Sparpläne sind oft schon ab 20 oder 25 Euro monatlich möglich.
Niedrige Einstiegshürde
Höhere Einstiegshürde
05 · Schritt für Schritt
So läuft die Anlage bei einem Robo-Advisor ab
Der Ablauf ist bei den meisten Anbietern ähnlich: Nach der Risikoabfrage wird ein Portfolio aus ETFs zusammengestellt und automatisch verwaltet. Du musst dich um Umschichtungen nicht selbst kümmern.
Zu Beginn beantwortest du Fragen zu deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont. Daraus leitet der Robo-Advisor eine passende Aktienquote ab. Anschließend wählt er breit gestreute Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs aus, je nach Anbieter kommen Geldmarkt-Fonds, Rohstoffe oder Gold hinzu.
Du legst einen monatlichen Sparbetrag fest, den der Robo-Advisor automatisch in die hinterlegten ETFs investiert. Danach überwacht er dein Portfolio und schichtet automatisch um, wenn die Gewichtung von der Zielallokation abweicht. Dieses Rebalancing erfolgt bei einigen Anbietern jährlich, bei anderen bei Abweichung.
Der Robo-Advisor übernimmt Risikoabfrage, Portfolioaufbau, Sparplanausführung und Rebalancing automatisch.
Risikoabfrage
Du beantwortest Fragen zu deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont. Daraus leitet der Robo-Advisor eine passende Aktienquote ab.
Portfolio zusammenstellen
Der Robo-Advisor wählt breit gestreute Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs aus. Je nach Anbieter kommen Geldmarkt-Fonds, Rohstoffe oder Gold hinzu.
Sparplan einrichten
Du legst einen monatlichen Sparbetrag fest. Der Robo-Advisor investiert diesen Betrag automatisch in die hinterlegten ETFs.
Rebalancing
Der Robo-Advisor überwacht dein Portfolio und schichtet automatisch um, wenn die Gewichtung von der Zielallokation abweicht.
06 · Checkliste
Welche Anlagestrategien bieten Robo-Advisors an?
Die meisten Robo-Advisors setzen auf eine passive, weltweit gestreute Anlagestrategie mit ETFs. Die Anzahl der wählbaren Strategien variiert jedoch stark zwischen den Anbietern.
Typische Merkmale der Anlagestrategien sind die passive Anlage in breit gestreute Indexfonds und die weltweite Diversifikation über Aktien- und Anleihen-ETFs. Je nach Anbieter kommen Geldmarkt-Fonds, Rohstoffe oder Gold hinzu. Nachhaltige Anlagestrategien sind bei vielen Anbietern wählbar, faktorbasierte Strategien ergänzen bei einigen das Angebot.
Die Anzahl der wählbaren Strategien reicht von einer einzigen bis zu 14 verschiedenen Varianten.
Typische Merkmale der Anlagestrategien
Passive Anlage in breit gestreute Indexfonds (ETFs)
Weltweite Diversifikation über Aktien- und Anleihen-ETFs
Beimischung von Geldmarkt-Fonds, Rohstoffen oder Gold je nach Anbieter
Nachhaltige Anlagestrategien sind bei vielen Anbietern wählbar
Faktorbasierte Strategien ergänzen bei einigen Anbietern das Angebot
07 · Vergleich
Welche Kosten verursacht ein selbst verwaltetes ETF-Depot?
Ein selbst zusammengestelltes ETF-Depot ist fast immer günstiger als ein Robo-Advisor. Du zahlst vor allem die ETF-Kosten, während Depotführung und Sparplanausführung oft kostenlos sind.
Bei einer Vielzahl an freien Depots kannst du mittlerweile ohne laufende Depotgebühr anlegen, auch für den ETF-Sparplan zahlst du keine Kaufgebühr. Umschichtungen kosten zum Teil nur einen Euro oder gar nichts.
Du zahlst also vor allem die Kosten des ETF, die bei breit gestreuten Indexfonds in der Regel bei maximal 0,3 Prozent jährlich liegen, meist sogar darunter. Ein Robo-Advisor kostet dagegen oft mehr als 0,5 Prozent pro Jahr. Der Kostenunterschied gegenüber der selbst organisierten Geldanlage ist damit erheblich.
Die Gesamtkosten eines selbst verwalteten Depots liegen meist bei maximal 0,3 Prozent pro Jahr, ein Robo-Advisor kostet oft mehr als 0,5 Prozent.
| Robo-Advisor | Selbst verwaltetes ETF-Depot | |
|---|---|---|
| Laufende Depotgebühr | In der Servicegebühr enthalten | Oft 0 Euro |
| Kosten für ETF-Sparplan | In der Servicegebühr enthalten | Oft 0 Euro |
| ETF-Kosten pro Jahr | 0,1 bis 0,3 Prozent | 0,1 bis 0,3 Prozent |
| Zusätzliche Servicegebühr | 0,35 bis 0,80 Prozent pro Jahr | 0 Prozent |
08 · Kosten
Wie stark mindern die Gebühren deine Rendite?
Höhere Kosten wirken sich über lange Zeiträume deutlich auf dein Vermögen aus. Schon ein halber Prozentpunkt Unterschied kann über 20 Jahre fast 2.900 Euro bei 10.000 Euro Anlagesumme ausmachen.
Schon bei einem Investment von 10.000 Euro hättest du nach einer Anlagedauer von 20 Jahren fast 2.900 Euro weniger Wertsteigerung erzielt, wenn der Robo-Advisor 0,5 Prozentpunkte mehr kostet als eine selbstgebaute Depotlösung.
Für die Berechnung wurde angenommen, dass sowohl der Robo-Advisor als auch das selbstgebaute Depot in einen breitgestreuten Aktien-ETF investiert. Bei einem solchen ETF ist langfristig im Mittel etwas sechs Prozent Rendite pro Jahr realistisch, mit einem Robo-Advisor wären es entsprechend nur 5,5 Prozent Rendite pro Jahr.
Die Differenz von fast 2.900 Euro entspricht der kumulierten Wirkung der jährlichen Mehrkosten über 20 Jahre.
Effekt von 0,5 Prozentpunkten Mehrkosten auf 10.000 Euro
09 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du bei der Kostenbewertung vermeiden?
Viele Anleger unterschätzen die langfristige Wirkung scheinbar kleiner Gebührenunterschiede. Achte deshalb auf die Gesamtkosten und nicht nur auf die Servicegebühr.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Servicegebühr zu schauen und die ETF-Kosten zu ignorieren. Auch Gebührenunterschiede von 0,2 oder 0,3 Prozent werden oft als unbedeutend abgetan.
Die Wirkung des Zinseszins-Effekts auf die Kosten über 20 oder 30 Jahre wird regelmäßig unterschätzt. Ebenso vergessen viele Anleger zu prüfen, ob ein selbst verwaltetes ETF-Depot günstiger wäre. Bedenke außerdem, dass auch ein Robo-Advisor keine Rendite garantieren kann.
Achte auf die Gesamtkosten aus Servicegebühr und ETF-Kosten, nicht nur auf die Servicegebühr.
Häufige Fehler bei der Kostenbewertung
10 · Hintergrund
Was passiert mit deinem Depot bei einem Anbieterwechsel?
Du kannst dein Robo-Advisor-Depot zu einem anderen Anbieter oder in ein selbst verwaltetes Depot übertragen. Dabei bleiben deine Wertpapiere erhalten, ein Verkauf ist nicht nötig.
Bei einem Depotübertrag werden deine Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs nicht verkauft, du musst deshalb keine Abgeltungsteuer auf zwischenzeitliche Kursgewinne zahlen.
Gute Anbieter führen den Depotübertrag kostenlos durch. Lediglich Bruchstücke von Fondsanteilen können häufig nicht übertragen werden, weil feste Eurobeträge nicht glatt durch den Anteilswert teilbar sind. In die umgekehrte Richtung, also von einem selbst zusammengestellten Depot hin zu einem Robo-Advisor, können in der Regel keine Wertpapiere übertragen werden.
Bei einem Depotübertrag bleiben deine Wertpapiere erhalten, ein Verkauf und damit Steuerzahlungen sind nicht nötig.
Bei einem Depotübertrag werden deine Aktien-ETFs und Anleihen-ETFs nicht verkauft. Du musst deshalb keine Abgeltungsteuer auf zwischenzeitliche Kursgewinne zahlen.
Gute Anbieter führen den Depotübertrag kostenlos durch. Lediglich Bruchstücke von Fondsanteilen können häufig nicht übertragen werden, weil feste Eurobeträge nicht glatt durch den Anteilswert teilbar sind.
In die umgekehrte Richtung, also von einem selbst zusammengestellten Depot hin zu einem Robo-Advisor, können in der Regel keine Wertpapiere übertragen werden. Das bieten die meisten Robo-Advisors nicht an.
Häufige Fragen
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