MagazineFinanzenKostenlos starten
MagazineFinanzenInvestieren Wie viel kostet nachhaltige Geldanlage
FinanzbildungInvestieren15 Min.

Wie viel kostet nachhaltige Geldanlage: So startest du ohne teure Fehler

Nachhaltig investieren klingt oft nach hohen Hürden und versteckten Gebühren. Doch die Kosten sind längst nicht mehr so hoch, wie viele denken. Wir zeigen dir, worauf du achten musst und wie du mit kleinem Budget startest.

KostenNachhaltigkeitEinsteiger
Brauche ich viel Geld?
Nein, ab kleinen Beträgen.
Viele Sparpläne starten bereits mit 25 Euro pro Monat.
Sind grüne Fonds teurer?
Nicht zwingend.
Die Gebührenunterschiede zur konventionellen Variante sind oft minimal.
Lohnt sich der Aufwand?
Ja, für dich und die Umwelt.
Du kannst Rendite erzielen und gleichzeitig Werte unterstützen.
Wo lauern versteckte Kosten?
Bei Ausgabeaufschlag und Fondsgebühren.
Diese solltest du vor dem Kauf genau vergleichen.

Warum dich das Thema direkt betrifft

Vielleicht denkst du jetzt: Nachhaltige Geldanlage, das ist doch etwas für Öko-Aktivisten oder Leute mit sehr viel Geld auf dem Konto. Doch das ist ein Irrglaube. Jeder, der Geld auf einem Girokonto liegen hat, einen Bausparvertrag besitzt oder in einen Sparplan einzahlt, ist bereits Teil des Finanzsystems. Die Frage ist nur, ob dein Geld dabei hilft, sinnvolle Projekte zu finanzieren oder ob es in Industrien fließt, die du vielleicht gar nicht unterstützen möchtest.

Der Klimawandel ist keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern beeinflusst bereits heute deinen Alltag. Versicherungen werden teurer, Lebensmittelpreise steigen und auch die Finanzmärkte reagieren auf Umweltkatastrophen. Immer mehr Menschen wollen deshalb nicht mehr wegschauen, sondern aktiv werden. Nachhaltige Geldanlage ist dabei der einfachste Hebel, den du als Privatperson hast, um deine Werte mit deinen Finanzen in Einklang zu bringen.

Gleichzeitig ist das Thema in der Politik und bei Banken angekommen. Seit einigen Jahren müssen Finanzberater:innen dich aktiv nach deinen Nachhaltigkeitspräferenzen fragen. Das ist ein klares Zeichen: Nachhaltigkeit ist kein Nischenprodukt mehr, sondern ein Massenphänomen. Die Nachfrage steigt, das Angebot wächst und damit werden auch die Kosten für dich als Anleger:in immer attraktiver.

Der wichtigste Grund, warum dich das Thema betrifft, ist aber ein ganz praktischer: Es geht um dein Geld. Wenn du heute die Weichen richtig stellst, kannst du langfristig von den Wachstumschancen grüner Technologien profitieren. Wenn du es nicht tust, riskierst du, in Unternehmen investiert zu sein, die in ein paar Jahren vielleicht kaum noch eine Rolle spielen. Es ist also eine Entscheidung für deine Zukunft und die deines Portfolios.

Du musst dafür kein Finanzexperte sein. Die Grundlagen sind einfacher, als die meisten denken. In den nächsten Abschnitten nehmen wir dich an die Hand und erklären dir Schritt für Schritt, was nachhaltige Geldanlage bedeutet, wie sie funktioniert und was sie wirklich kostet. Am Ende wirst du in der Lage sein, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die zu deinem Geldbeutel und deinen Überzeugungen passt.

25 Euro
reichen oft schon für den Start eines Sparplans.
1,5 %
liegt die durchschnittliche jährliche Kostenquote bei aktiven Fonds.
0,2 %
kosten passive Indexfonds (ETFs) im Schnitt pro Jahr.

Was bedeutet nachhaltige Geldanlage überhaupt?

Bevor wir über Kosten sprechen, müssen wir klären, worum es eigentlich geht. Nachhaltige Geldanlage ist ein Sammelbegriff für verschiedene Strategien, bei denen du dein Geld nicht nur nach Renditegesichtspunkten anlegst, sondern auch nach ökologischen und sozialen Kriterien. Das bekannteste Konzept ist dabei das sogenannte ESG-Prinzip. Die Abkürzung steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung).

Bei der Auswahl von Unternehmen oder Projekten wird also nicht nur geschaut, wie hoch der Gewinn ist, sondern auch, wie das Unternehmen mit der Umwelt umgeht, wie es seine Mitarbeiter behandelt und ob es transparent und integer geführt wird. Ein Unternehmen, das massiv Öl fördert, wird bei strengen ESG-Kriterien aussortiert. Ein Unternehmen, das Solartechnik entwickelt oder fair produzierte Kleidung herstellt, hat bessere Chancen, in deinem Portfolio zu landen.

Es gibt aber nicht die eine nachhaltige Geldanlage. Es gibt verschiedene Ansätze mit unterschiedlicher Strenge. Manche Fonds schließen nur die schlimmsten Sünden aus, wie zum Beispiel Waffen oder Kinderarbeit. Andere gehen weiter und investieren gezielt in Unternehmen, die Lösungen für Umweltprobleme anbieten. Wieder andere setzen auf sogenannte Impact Investing, bei dem du bewusst in Projekte investierst, die einen messbaren positiven Effekt haben, zum Beispiel in erneuerbare Energien oder bezahlbaren Wohnraum.

Wichtig ist, dass du verstehst: Nachhaltigkeit ist ein Spektrum, keine Ja/Nein-Entscheidung. Ein Fonds kann nachhaltiger sein als ein anderer, aber perfekt ist selten etwas. Deine Aufgabe ist es nicht, das perfekte Produkt zu finden, sondern das Produkt, das am besten zu deinen Werten und Zielen passt. Und genau hier kommen die Kosten ins Spiel, denn nachhaltige Fonds sind in der Regel aktiv gemanagt, was sich auf den Preis auswirken kann.

Lass dich nicht von komplizierten Begriffen abschrecken. Im Kern geht es immer um die gleiche Frage: Was soll mit meinem Geld passieren? Wenn du diese Frage für dich beantworten kannst, hast du schon die halbe Miete für deine Anlageentscheidung geleistet. Der Rest ist Handwerk, das wir dir jetzt Schritt für Schritt zeigen.

Die Grundlagen: Wie funktionieren Fonds und ETFs?

Um die Kosten zu verstehen, musst du wissen, wie Anlageprodukte aufgebaut sind. Die meisten Privatanleger:innen kaufen keine einzelnen Aktien, sondern Fonds oder ETFs. Ein Fonds ist im Grunde ein großer Topf, in den viele Anleger ihr Geld einzahlen. Ein Fondsmanager nimmt dieses Geld und kauft damit eine Vielzahl von Wertpapieren, zum Beispiel Aktien von 50 oder 100 verschiedenen Unternehmen. So verteilst du dein Risiko, denn wenn ein Unternehmen schlecht läuft, gleichen das die anderen vielleicht wieder aus.

Ein ETF ist eine besondere Art von Fonds. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Fonds. Der große Unterschied zum klassischen Fonds ist, dass ein ETF meistens passiv verwaltet wird. Das bedeutet, es gibt keinen Fondsmanager, der ständig kauft und verkauft. Stattdessen bildet der ETF einfach einen Index nach, also einen Korb von Aktien, der nach bestimmten Regeln zusammengestellt ist. Der bekannteste Index ist der DAX, der die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands enthält.

Dieser Unterschied ist entscheidend für die Kosten. Ein aktiver Fondsmanager muss bezahlt werden, er hat ein Team, ein Büro und führt teure Analysen durch. Diese Kosten werden auf die Anleger umgelegt. Ein passiver ETF braucht dieses ganze Personal nicht, er läuft weitgehend automatisch. Deshalb sind ETFs in der Regel deutlich günstiger als aktive Fonds. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn du wissen willst, wie viel nachhaltige Geldanlage kostet.

Für nachhaltige Anlagen gibt es mittlerweile sowohl aktive Fonds als auch passive ETFs. Bei den ETFs gibt es spezielle Nachhaltigkeits-Indizes, die nur Unternehmen enthalten, die bestimmte Kriterien erfüllen. Du kannst also auch mit einem günstigen ETF nachhaltig investieren. Das ist eine relativ neue Entwicklung, aber sie hat den Markt revolutioniert und nachhaltige Geldanlage für viele Menschen erst erschwinglich gemacht.

Du siehst also: Die Grundlagen sind gar nicht so kompliziert. Du hast die Wahl zwischen einem teureren, aber vielleicht individuelleren aktiven Fonds und einem günstigeren, standardisierten ETF. Beide können nachhaltig sein. Welche Variante besser zu dir passt, hängt von deinen Vorlieben und deinem Budget ab. Im nächsten Abschnitt schauen wir uns die konkreten Kosten an.

Die Kosten im Detail: Was zahlst du wirklich?

Jetzt kommen wir zum Kern deiner Frage: Wie viel kostet nachhaltige Geldanlage? Die Antwort ist: Es kommt darauf an, aber es gibt klare Anhaltspunkte. Die wichtigste Kennzahl ist die sogenannte TER, das steht für Total Expense Ratio. Das ist die Gesamtkostenquote, die dir angibt, wie viel Prozent deines angelegten Geldes pro Jahr für die Verwaltung des Fonds abgezogen werden. Diese Kosten werden direkt vom Fondsvermögen abgezogen, du bekommst also keine separate Rechnung.

Bei einem aktiven, nachhaltigen Fonds liegt die TER oft zwischen 1,0 und 2,0 Prozent pro Jahr. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber über die Jahre hat das einen großen Effekt. Wenn du 10.000 Euro anlegst und 1,5 Prozent Gebühren zahlst, verlierst du jedes Jahr 150 Euro an Kosten. Bei einer Anlagedauer von 20 Jahren summiert sich das auf mehrere tausend Euro, die dir am Ende fehlen. Deshalb ist es so wichtig, auf die Kosten zu achten.

Bei einem nachhaltigen ETF sieht die Welt anders aus. Hier liegt die TER oft nur zwischen 0,2 und 0,5 Prozent pro Jahr. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Wenn du also einen ETF wählst, der einen Nachhaltigkeitsindex abbildet, zahlst du deutlich weniger als für einen aktiv gemanagten Fonds. Viele Studien zeigen, dass die meisten aktiven Fonds ihre Kosten langfristig nicht durch eine höhere Rendite ausgleichen können. Das bedeutet: Der günstigere ETF ist oft die klügere Wahl.

Neben der TER gibt es noch andere Kosten, die du im Blick behalten solltest. Der Ausgabeaufschlag ist eine Gebühr, die du beim Kauf von Fondsanteilen über eine Bank zahlst. Er kann bis zu 5 Prozent betragen und wird direkt vom angelegten Betrag abgezogen. Bei ETFs und bei vielen Online-Brokern fällt dieser Ausgabeaufschlag meistens weg. Achte außerdem auf die Kosten für das Depot, also das Konto, auf dem deine Wertpapiere liegen. Viele Banken bieten heute kostenlose Depots an, aber nicht alle.

Zusammenfassend kannst du sagen: Die laufenden Kosten einer nachhaltigen Geldanlage liegen zwischen 0,2 und 2,0 Prozent pro Jahr. Der große Unterschied ergibt sich aus der Wahl zwischen aktivem Fonds und passivem ETF. Für dich als Einsteiger ist es in den meisten Fällen sinnvoll, auf günstige ETFs zu setzen, um die Kosten niedrig zu halten. So bleibt mehr von deiner Rendite übrig, und du kannst trotzdem nachhaltig investieren.

Worauf du bei der Kostenbewertung achten solltest

Die reine Kostenquote ist nicht alles. Du solltest auch darauf achten, was du für dein Geld bekommst. Ein teurerer Fonds kann sich lohnen, wenn er eine deutlich bessere Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt und zum Beispiel in innovative Lösungen investiert, die ein günstiger ETF nicht abbildet. Du musst also immer das Preis-Leistungs-Verhältnis betrachten und nicht nur den Preis.

Ein wichtiger Punkt ist die sogenannte Nachhaltigkeitsqualität. Nicht jeder Fonds, der sich nachhaltig nennt, ist es auch. Es gibt Fälle von Greenwashing, bei denen Fonds nur minimal nachhaltige Kriterien anwenden, um sich ein grünes Image zu geben. Schau dir daher genau an, welche Unternehmen im Fonds enthalten sind und nach welchen Kriterien sie ausgewählt werden. Die Informationen findest du im Factsheet des Fonds oder auf speziellen Bewertungsportalen.

Achte auch auf die Größe des Fonds. Ein sehr kleiner Fonds kann schnell geschlossen werden, wenn zu wenig Geld hineinfließt. Das ist zwar kein Weltuntergang, aber es kann zu ungeplanten Steuerzahlungen führen, wenn der Fonds aufgelöst wird. Ein größerer, etablierter Fonds ist hier stabiler. Das ist ein Punkt, den viele Anfänger übersehen, wenn sie nur auf die Kosten schauen.

Ein weiterer Aspekt ist die Währung. Viele nachhaltige Fonds investieren global, das heißt, sie kaufen Aktien von Unternehmen in den USA, in Asien oder in Europa. Wenn der Fonds in US-Dollar notiert ist, hast du ein Währungsrisiko. Das bedeutet, der Wert deiner Anlage kann auch durch Wechselkursschwankungen beeinflusst werden. Für die Kostenbewertung ist das nicht direkt relevant, aber für dein Gesamtrisiko schon.

Zu guter Letzt solltest du die Kosten nicht isoliert betrachten, sondern im Zusammenhang mit deiner Anlagestrategie. Wenn du einen Sparplan über 30 Jahre laufen lässt, sind die jährlichen Kosten extrem wichtig. Wenn du nur eine einmalige Anlage über ein paar Jahre planst, sind die Einstiegskosten wie der Ausgabeaufschlag wichtiger. Überlege dir also zuerst, wie lange du investieren willst, und wähle dann das passende Produkt.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der erste und häufigste Fehler ist, sich von den Kosten abschrecken zu lassen und gar nicht erst anzufangen. Viele Menschen denken, nachhaltige Geldanlage sei nur etwas für Reiche. Das ist falsch. Mit einem Sparplan kannst du schon mit 25 Euro im Monat starten. Die Kosten sind dabei prozentual gleich, aber der absolute Betrag ist gering. Wichtig ist, dass du überhaupt anfängst und den Zinseszinseffekt für dich arbeiten lässt.

Der zweite Fehler ist, nur auf die Rendite zu schauen und die Nachhaltigkeit zu ignorieren. Es gibt immer noch viele Menschen, die glauben, dass nachhaltige Anlagen automatisch weniger Rendite bringen. Das ist durch Studien widerlegt. Es gibt keinen systematischen Renditenachteil. Wenn du also einen Fonds wählst, der nur auf kurzfristige Gewinne aus ist und dafür in fragwürdige Unternehmen investiert, machst du langfristig vielleicht sogar ein schlechteres Geschäft.

Der dritte Fehler ist, sich nicht zu informieren und einfach das erste Produkt zu kaufen, das einem die Bank empfiehlt. Bankberater sind nicht immer unabhängig und verkaufen oft Produkte, bei denen die Bank selbst gut verdient. Das können teure aktive Fonds mit hohen Ausgabeaufschlägen sein. Nimm dir die Zeit, selbst zu recherchieren. Vergleiche die Kosten und die Nachhaltigkeitskriterien. Du wirst überrascht sein, wie einfach das heute mit Online-Vergleichsportalen ist.

Ein weiterer Fehler ist, ständig zu kaufen und zu verkaufen. Wenn du einmal eine gute Anlage gefunden hast, lass sie laufen. Häufiges Umschichten verursacht Transaktionskosten und kann deine Rendite schmälern. Nachhaltige Geldanlage ist eine langfristige Strategie. Du solltest dir also gut überlegen, welche Produkte zu dir passen, und dann dabei bleiben. Das spart Kosten und Nerven.

Der letzte große Fehler ist, die Steuern zu ignorieren. In Deutschland müssen auf Gewinne aus Wertpapieren Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag gezahlt werden. Das ist normal, aber du solltest es einplanen. Es gibt einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Einzelpersonen, bis zu dem deine Gewinne steuerfrei sind. Du kannst diesen Freibetrag bei deiner Bank einrichten lassen, damit du nicht unnötig Steuern zahlst. Das ist ein einfacher Schritt, den viele vergessen.

So gehst du Schritt für Schritt vor

Jetzt wird es konkret. Du willst wissen, wie du in der Praxis vorgehst. Der erste Schritt ist, deine Ziele zu klären. Was willst du erreichen? Möchtest du für das Alter vorsorgen, für ein Haus sparen oder einfach dein Geld sinnvoll anlegen? Dein Ziel bestimmt, wie lange du investieren kannst und wie viel Risiko du eingehen solltest. Wenn du das geklärt hast, kannst du die passende Anlagestrategie wählen.

Der zweite Schritt ist die Wahl des richtigen Depots. Ein Depot ist dein Wertpapierkonto, auf dem deine Fondsanteile liegen. Es gibt viele Online-Banken, die kostenlose Depots anbieten. Achte darauf, dass das Depot keine oder nur geringe Gebühren hat und dass du dort auch nachhaltige ETFs kaufen kannst. Die Eröffnung dauert meist nur wenige Minuten und kann komplett online erledigt werden. Du brauchst dafür nur deinen Personalausweis und deine Steueridentifikationsnummer.

Der dritte Schritt ist die Auswahl des konkreten Produkts. Wenn du dich für einen ETF entscheidest, suchst du nach einem nachhaltigen Index, zum Beispiel dem MSCI World SRI oder dem FTSE4Good. Diese Indizes enthalten nur Unternehmen, die strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Du kannst dann einen ETF wählen, der diesen Index abbildet. Achte auf die TER und wähle den günstigsten Anbieter. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind oft minimal, aber jeder Zehntelprozentpunkt zählt.

Der vierte Schritt ist die Einrichtung eines Sparplans. Ein Sparplan ist eine bequeme Art, regelmäßig Geld anzulegen. Du legst einen festen Betrag fest, zum Beispiel 50 Euro im Monat, und dieser Betrag wird automatisch von deinem Girokonto abgebucht und in den ETF investiert. So musst du dich nicht jeden Monat neu kümmern und profitierst vom Durchschnittskosteneffekt, da du bei niedrigen Kursen mehr Anteile kaufst und bei hohen Kursen weniger.

Der fünfte und letzte Schritt ist die regelmäßige Überprüfung. Einmal im Jahr solltest du dir dein Portfolio anschauen und prüfen, ob es noch zu deinen Zielen passt. Vielleicht hat sich deine Lebenssituation geändert oder es gibt neue, bessere Produkte auf dem Markt. Ein jährlicher Check reicht völlig aus. Du musst nicht ständig etwas ändern, aber du solltest den Überblick behalten. So stellst du sicher, dass deine nachhaltige Geldanlage auch in Zukunft zu dir passt.

Nachhaltige Geldanlage als Teil deiner Finanzstrategie

Nachhaltige Geldanlage ist kein Selbstzweck, sondern ein Baustein deiner gesamten Finanzstrategie. Bevor du mit dem Investieren beginnst, solltest du einen Notgroschen aufbauen. Das ist Geld, das du schnell verfügbar hast, zum Beispiel für eine unerwartete Autoreparatur oder einen neuen Kühlschrank. Als Faustregel gelten drei bis sechs Monatsgehälter. Dieser Notgroschen sollte auf einem Tagesgeldkonto liegen und nicht in Aktien investiert sein.

Erst wenn dieser Notgroschen steht, solltest du über Wertpapiere nachdenken. Denn Aktien und Fonds können kurzfristig stark schwanken. Wenn du dein Geld in fünf Jahren wieder brauchst, ist das Risiko hoch, dass du gerade in einer schlechten Phase verkaufen musst. Nachhaltige Geldanlage ist daher vor allem für langfristige Ziele geeignet, die mindestens zehn Jahre in der Zukunft liegen. Das ist ein wichtiger Grundsatz, den du nicht ignorieren solltest.

Wenn du diese Grundsätze beachtest, kannst du nachhaltige Geldanlage nutzen, um dein Vermögen aufzubauen und gleichzeitig einen positiven Beitrag zu leisten. Du musst kein perfekter Anleger sein und auch keine Angst vor Fehlern haben. Wichtig ist, dass du anfängst und dich kontinuierlich weiterbildest. Die Finanzwelt ist komplex, aber die Grundlagen sind erlernbar. Du hast mit diesem Artikel schon den ersten Schritt gemacht.

Denke daran, dass es bei der nachhaltigen Geldanlage nicht nur um Kosten geht, sondern auch um Werte. Du entscheidest mit deinem Geld, welche Unternehmen und Technologien gefördert werden. Das ist eine Macht, die du nutzen solltest. Wenn du in erneuerbare Energien, saubere Mobilität oder faire Arbeitsbedingungen investierst, unterstützt du eine Zukunft, in der du leben möchtest. Das ist ein Gefühl, das keine Rendite der Welt ersetzen kann.

Zum Schluss noch ein Tipp: Tausche dich mit Freunden oder Familie aus, die sich ebenfalls für das Thema interessieren. Gemeinsam könnt ihr euch gegenseitig motivieren und voneinander lernen. Und wenn du unsicher bist, gibt es unabhängige Finanzberater, die dich gegen Honorar beraten können. Das kostet zwar etwas, kann sich aber lohnen, wenn du größere Summen anlegen möchtest. So stellst du sicher, dass deine Entscheidung gut durchdacht ist.

Fazit: Dein Einstieg in die nachhaltige Geldanlage

Wir haben viel besprochen, aber die Kernbotschaft ist einfach: Nachhaltige Geldanlage ist nicht teuer, wenn du die richtigen Produkte wählst. Mit ETFs kannst du schon für wenige Euro im Monat starten und die jährlichen Kosten liegen im Bereich von 0,2 bis 0,5 Prozent. Das ist ein fairer Preis für die Möglichkeit, dein Geld im Einklang mit deinen Werten anzulegen.

Du musst kein Finanzprofi sein, um loszulegen. Die wichtigsten Schritte sind: Ziele klären, ein kostenloses Depot eröffnen, einen günstigen nachhaltigen ETF auswählen und einen Sparplan einrichten. Das alles kannst du in wenigen Stunden erledigen. Der schwierigste Teil ist oft, den ersten Schritt zu machen. Aber sobald du deinen ersten Sparplan eingerichtet hast, läuft alles automatisch.

Vergiss nicht, dass Kosten nicht alles sind. Achte auf die Qualität der Nachhaltigkeit und wähle Produkte, die wirklich zu deinen Überzeugungen passen. Es gibt viele gute Optionen auf dem Markt, und die Auswahl wird ständig besser. Nimm dir die Zeit, um zu vergleichen, und scheue dich nicht, Fragen zu stellen. Deine Bank oder der Kundenservice deines Brokers sind verpflichtet, dir zu antworten.

Die Reise zur nachhaltigen Geldanlage ist eine Reise, die sich lohnt. Du lernst nicht nur etwas über Finanzen, sondern auch über dich selbst und deine Werte. Du wirst bewusster mit deinem Geld umgehen und vielleicht auch in anderen Bereichen nachhaltiger leben. Das ist ein positiver Nebeneffekt, den viele Anleger berichten. Es fühlt sich einfach gut an, zu wissen, dass dein Geld Gutes tut.

Also, worauf wartest du? Starte noch heute mit deiner Recherche. Informiere dich über die verschiedenen ETFs, vergleiche die Kosten und eröffne dein Depot. Du wirst sehen, es ist einfacher als gedacht. Und wenn du in ein paar Jahren auf dein Portfolio schaust, wirst du stolz sein, dass du den Schritt gegangen bist. Deine Zukunft und die des Planeten werden es dir danken.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kennst du den Unterschied zwischen aktivem und passivem Fonds?
Hast du schon einmal die Kostenquote (TER) deiner Fonds verglichen?
Weißt du, ob dein Geld aktuell in fossile Energien investiert ist?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ein Fonds wird aktiv von einem Manager verwaltet, der versucht, den Markt zu schlagen. Ein ETF bildet passiv einen Index ab und ist dadurch deutlich günstiger. Für die meisten Einsteiger sind ETFs die bessere Wahl, da sie weniger kosten und langfristig oft ähnlich gut performen.

Ja, das ist absolut möglich. Viele Online-Banken bieten Sparpläne an, die bereits ab 25 Euro pro Monat starten. Du kannst also auch mit einem kleinen Budget regelmäßig in einen nachhaltigen ETF investieren und vom Zinseszinseffekt profitieren.

Nachhaltige Anlagen sind nicht automatisch sicherer. Das Risiko hängt von der Anlageklasse und der Streuung ab. Allerdings meiden nachhaltige Fonds oft Unternehmen mit hohen Risiken wie Umweltkatastrophen oder Skandalen, was langfristig stabilisierend wirken kann. Eine Garantie gibt es aber nicht.

Greenwashing bedeutet, dass Produkte als nachhaltig vermarktet werden, obwohl sie es nicht wirklich sind. Das kann bei Fonds passieren, die nur minimale Ausschlusskriterien anwenden. Um das zu vermeiden, solltest du die konkreten Kriterien und die enthaltenen Unternehmen genau prüfen.

Ja, auf Gewinne aus Wertpapierverkäufen und Dividenden fällt in Deutschland die Abgeltungssteuer an. Du hast aber einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, bis zu dem deine Gewinne steuerfrei sind. Diesen Freibetrag solltest du bei deiner Bank einrichten lassen.

Einmal im Jahr ist völlig ausreichend. Du solltest dann prüfen, ob deine Anlage noch zu deinen Zielen und Werten passt. Häufigeres Umschichten verursacht nur unnötige Kosten und ist selten sinnvoll. Bleib langfristig investiert und lass dich nicht von kurzfristigen Schwankungen verunsichern.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Investieren, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

SR

StudySmarter-Redaktion

Finanzredaktion · StudySmarter
Wir machen Finanzthemen fuer Studierende verständlich, von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.