Wie viel kostet Optionen: So vermeidest du unnötige Gebühren
Optionen klingen verlockend, aber die Kosten können deine Rendite schnell auffressen. Wir zeigen dir, welche Gebühren wirklich anfallen, worauf du achten musst und wie du als Einsteiger unnötige Ausgaben vermeidest.
Warum dich die Kostenfrage direkt betrifft
Du hast schon von Optionen gehört und dich gefragt, ob das etwas für dich ist. Vielleicht hast du auch schon gesehen, dass andere damit Geld verdienen. Doch bevor du dich in dieses Abenteuer stürzt, musst du eine entscheidende Frage klären: Wie viel kostet Optionen überhaupt? Diese Frage ist nicht nebensächlich, denn die Gebühren entscheiden oft darüber, ob du am Ende Gewinn oder Verlust machst.
Viele Einsteiger schauen nur auf den möglichen Gewinn und übersehen die Kosten. Dabei können Gebühren und Spreads einen großen Teil deiner Rendite auffressen. Wenn du zum Beispiel einen Optionsschein für 100 Euro kaufst und der Preis nur um 2 Prozent steigen muss, um die Kosten zu decken, dann ist das eine hohe Hürde. Bei einem Trade mit 500 Euro Volumen sind das schnell 10 Euro oder mehr an unsichtbaren Kosten.
Das bedeutet für dich: Wer die Kosten nicht kennt, handelt blind. Du würdest ja auch nicht ein Auto kaufen, ohne den Benzinverbrauch zu kennen. Genauso solltest du nicht in Optionen investieren, ohne die Gebühren zu verstehen. Dieser Artikel gibt dir das nötige Wissen, damit du fundierte Entscheidungen triffst und nicht böse überrascht wirst.
Am Ende geht es darum, dass du dein hart verdientes Geld schützt. Die Börse ist schon riskant genug, da solltest du nicht zusätzlich durch unnötige Gebühren benachteiligt werden. Mit dem richtigen Wissen kannst du Kosten sparen und deine Chancen verbessern. Deshalb lohnt es sich, jetzt genau hinzuschauen.
Was sind Optionen und Optionsscheine überhaupt?
Bevor wir über Kosten sprechen, müssen wir klären, worum es sich bei Optionen handelt. Eine Option ist ein Vertrag, der dir das Recht gibt, ein bestimmtes Wertpapier zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Du musst dieses Recht aber nicht ausüben, du kannst es verfallen lassen. Das ist der entscheidende Unterschied zu Aktien oder Fonds.
Im deutschen Markt handelst du meistens mit Optionsscheinen. Das sind von Banken herausgegebene Wertpapiere, die ähnlich funktionieren wie echte Optionen. Der große Vorteil für dich: Du kannst mit einem kleinen Einsatz an großen Kursbewegungen teilhaben. Der Nachteil: Du trägst das Risiko, deinen gesamten Einsatz zu verlieren, wenn die Kurserwartung nicht eintritt.
Es gibt zwei Grundtypen: Kaufoptionen (Calls) und Verkaufsoptionen (Puts). Mit einem Call wettest du auf steigende Kurse, mit einem Put auf fallende Kurse. Dazu kommen verschiedene Ausstattungsmerkmale wie der Basispreis und das Verfallsdatum. Diese Parameter bestimmen den Preis des Optionsscheins.
Für dich als Einsteiger ist wichtig zu verstehen: Optionen sind komplexe Finanzinstrumente. Sie eignen sich nicht zum Sparen, sondern zum Spekulieren auf kurzfristige Marktbewegungen. Du solltest nur Geld einsetzen, dessen Verlust du verkraften kannst. Und du musst die Kosten kennen, sonst wird es schnell teuer.
Die wichtigsten Kostenarten im Überblick
Wenn du dich fragst, wie viel kostet Optionen, musst du verschiedene Kostenarten unterscheiden. Die erste und wichtigste ist der Spread. Das ist der Unterschied zwischen dem Kaufpreis (Briefkurs) und dem Verkaufspreis (Geldkurs). Bei Optionsscheinen ist dieser Spread oft deutlich größer als bei Aktien. Er kann zwischen 1 und 5 Prozent des Kurses betragen, manchmal sogar mehr.
Die zweite Kostenart ist die Orderprovision deines Brokers. Das ist die Gebühr, die du für die Ausführung deiner Order zahlst. Hier gibt es große Unterschiede: Manche Online-Broker verlangen keine Provision, andere nehmen einen festen Betrag oder einen prozentualen Anteil. Bei Neobrokern ist der Handel oft günstiger, aber dafür sind die Spreads manchmal höher.
Eine dritte Kostenart sind die Finanzierungskosten, die bei länger laufenden Optionsscheinen anfallen. Diese sind im Preis bereits enthalten und werden als Aufgeld bezeichnet. Je länger die Laufzeit, desto höher ist dieser Anteil. Du zahlst also quasi Zinsen für die Hebelwirkung, die dir der Optionsschein bietet.
Zusätzlich können noch Gebühren für die Ausübung oder den Verkauf am Laufzeitende anfallen. Diese sind aber bei den meisten Brokern unüblich, da du deine Optionsscheine einfach vor dem Verfall verkaufst. Wichtig ist: Du solltest immer den Gesamtpreis betrachten, also Spread plus Provision, nicht nur die reine Ordergebühr.
So funktioniert der Spread und warum er so wichtig ist
Der Spread ist bei Optionsscheinen der größte Kostenfaktor und gleichzeitig der am meisten unterschätzte. Wenn du einen Optionsschein kaufst, zahlst du den Briefkurs. Wenn du ihn sofort wieder verkaufen würdest, bekämst du nur den Geldkurs. Die Differenz ist der Spread, und der gehört der Bank, die den Schein herausgibt.
Ein Beispiel: Ein Optionsschein hat einen Geldkurs von 0,98 Euro und einen Briefkurs von 1,02 Euro. Der Spread beträgt also 4 Cent oder etwa 4 Prozent. Das bedeutet: Dein Schein muss erst um 4 Prozent steigen, bevor du überhaupt dein Geld zurück hast. Bei kurzen Laufzeiten und niedrigen Kursen kann dieser Prozentsatz noch viel höher sein.
Die Höhe des Spreads hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei beliebten Basiswerten wie dem DAX oder großen Aktien ist der Spread meist kleiner. Bei exotischen Werten oder langen Laufzeiten wird er größer. Auch die Volatilität spielt eine Rolle: Je unsicherer der Markt, desto größer der Spread.
Für dich bedeutet das: Du solltest immer den Spread in Prozent berechnen, bevor du kaufst. Ein Spread von 2 Prozent ist akzeptabel, alles darüber wird schnell teuer. Vergleiche auch die Spreads verschiedener Emittenten für denselben Basiswert. So findest du den günstigsten Anbieter und sparst bares Geld.
Brokergebühren: Wo du sparst und wo nicht
Die Wahl deines Brokers hat einen großen Einfluss darauf, wie viel kostet Optionen für dich. Die klassischen Banken verlangen oft hohe Orderprovisionen, die bei 10 Euro oder mehr pro Trade liegen können. Online-Broker sind da schon günstiger, und Neobroker locken sogar mit null Euro Provision.
Aber Vorsicht: Ein günstiger Broker ist nicht automatisch die beste Wahl. Manche Neobroker haben höhere Spreads, weil sie die Orders über bestimmte Handelspartner abwickeln. Das kann die Ersparnis bei der Provision wieder zunichtemachen. Du musst also immer den Gesamtpreis betrachten, nicht nur die eine Gebühr.
Ein weiterer Punkt ist die Auswahl an Optionsscheinen. Nicht jeder Broker bietet alle Emittenten an. Wenn du nur eine begrenzte Auswahl hast, kannst du nicht den günstigsten Spread wählen. Prüfe daher vorher, ob dein Wunschbroker die Produkte führt, die du handeln möchtest.
Empfehlenswert ist ein Vergleich der Gesamtkosten anhand einer konkreten Beispielorder. Rechne aus, was ein Trade mit 1.000 Euro Volumen bei verschiedenen Anbietern kostet. So siehst du schnell, wo du am besten aufgehoben bist. Denke auch an die Kosten für Ein- und Auszahlungen, die manche Broker erheben.
Worauf du als Einsteiger unbedingt achten solltest
Wenn du neu im Optionshandel bist, gibt es einige Fallstricke, die du vermeiden solltest. Der erste ist, ohne Plan zu handeln. Du solltest immer wissen, wie viel du bereit bist zu verlieren und bei welchem Kurs du aussteigst. Setze dir vor dem Trade klare Ziele und halte dich daran.
Der zweite Punkt ist die Laufzeit. Optionsscheine haben ein Verfallsdatum, und je näher dieses rückt, desto schneller verliert der Schein an Wert. Dieser Effekt wird Theta genannt. Wenn du also einen Schein mit kurzer Laufzeit kaufst, musst du genau wissen, wann du verkaufst. Sonst verfällt dein Schein wertlos.
Achte außerdem auf den Basispreis. Ein Schein, der weit aus dem Geld ist, also einen Basispreis weit vom aktuellen Kurs hat, ist billig, aber auch sehr riskant. Die Wahrscheinlichkeit, dass er im Geld landet, ist gering. Du solltest nur Scheine kaufen, bei denen du die Chance auf Gewinn realistisch einschätzt.
Und schließlich: Übertreibe es nicht mit der Positionsgröße. Optionsscheine sind hochspekulativ, und du kannst schnell 50 Prozent oder mehr verlieren. Setze niemals mehr als einen kleinen Teil deines Vermögens ein, zum Beispiel 5 Prozent. So überstehst du auch Verlustserien, ohne dein Konto zu gefährden.
Typische Fehler, die dich teuer zu stehen kommen
Der häufigste Fehler von Einsteigern ist, den Spread zu ignorieren. Sie sehen einen günstigen Kurs und kaufen, ohne zu merken, dass der Spread extrem hoch ist. Das führt dazu, dass sie sofort im Minus sind und der Trade kaum noch zu retten ist. Prüfe immer den Spread in Prozent, bevor du kaufst.
Ein weiterer Fehler ist, zu lange zu warten. Viele hoffen auf noch höhere Gewinne und verkaufen zu spät. Dann dreht der Markt, und der Gewinn schrumpft oder wird zum Verlust. Setze dir ein realistisches Gewinnziel und nimm Gewinne mit, wenn du es erreichst. Gier ist im Optionshandel der größte Feind.
Auch das Nachkaufen von Verlustpositionen ist ein Klassiker. Wenn dein Optionsschein fällt, denkst du vielleicht, du kannst den Durchschnittspreis senken. Aber bei Optionsscheinen ist das selten eine gute Idee, weil der Zeitwert schwindet. Besser ist es, den Verlust zu akzeptieren und neu zu bewerten.
Und dann ist da noch der Fehler, ohne Wissen zu handeln. Viele kaufen Optionsscheine, weil sie den Namen der Aktie kennen, verstehen aber nicht die Funktionsweise. Das rächt sich schnell. Nimm dir Zeit, die Grundlagen zu lernen, bevor du echtes Geld investierst. Starte am besten mit einem Demokonto.
So gehst du Schritt für Schritt vor
Wenn du jetzt weißt, wie viel kostet Optionen und worauf du achten musst, ist es Zeit für die Umsetzung. Der erste Schritt ist, ein Demokonto bei einem Broker zu eröffnen. Dort kannst du mit virtuellem Geld handeln und die Gebührenstruktur kennenlernen, ohne Risiko. Übe so lange, bis du sicher bist.
Der zweite Schritt ist die Auswahl eines passenden Brokers. Vergleiche die Gebühren, die Produktauswahl und die Handelsplattform. Achte darauf, dass der Broker für dich verständlich ist und einen guten Kundenservice bietet. Lies auch Erfahrungsberichte, um einen Eindruck zu bekommen.
Der dritte Schritt ist die Auswahl deines ersten Optionsscheins. Wähle einen Basiswert, den du gut kennst, zum Beispiel eine große Aktie oder einen Index. Achte auf eine lange Laufzeit von mindestens sechs Monaten und einen moderaten Hebel. So reduzierst du das Risiko und gibst dir Zeit.
Der vierte Schritt ist die Orderaufgabe. Berechne vorher den Spread und die Provision, damit du die Gesamtkosten kennst. Setze eine Limit-Order, um einen besseren Preis zu bekommen, statt einer Market-Order. Und lege sofort fest, bei welchem Kurs du verkaufst, sowohl bei Gewinn als auch bei Verlust.
Fazit: Kosten kennen, Risiko begrenzen, Erfolg haben
Die Frage, wie viel kostet Optionen, ist nicht mit einer einzelnen Zahl zu beantworten. Es kommt auf den Spread, die Provision und die Finanzierungskosten an. Aber du kannst die Kosten beeinflussen, indem du den richtigen Broker wählst und auf günstige Produkte achtest. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.
Denke immer daran: Optionshandel ist kein Weg, um schnell reich zu werden. Es ist eine riskante Angelegenheit, bei der du auch dein ganzes eingesetztes Kapital verlieren kannst. Deshalb solltest du nur Geld investieren, das du nicht zum Leben brauchst. Und du solltest niemals mehr als einen kleinen Teil deines Vermögens in einen einzelnen Trade stecken.
Wenn du diese Regeln befolgst und die Kosten im Blick behältst, kannst du deine Chancen deutlich verbessern. Du wirst nicht jeden Trade gewinnen, aber du wirst unnötige Verluste vermeiden. Und das ist die halbe Miete im Optionsgeschäft.
Starte jetzt mit einem Demokonto und mache dich mit den Kosten vertraut. Je mehr du übst, desto besser wirst du darin, günstige Trades zu identifizieren. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, welche Produkte sich lohnen und welche du lieber meiden solltest. Viel Erfolg dabei!
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis und wird von der Bank verdient. Die Provision ist die Gebühr deines Brokers für die Ausführung der Order. Beide Kosten musst du zusammenrechnen, um die Gesamtkosten eines Trades zu kennen.
Theoretisch ja, aber die Wahrscheinlichkeit ist gering. Die meisten Optionskäufe verfallen wertlos, und die Kosten fressen zusätzlich Rendite. Du solltest Optionen nur als spekulative Beimischung nutzen und niemals dein ganzes Vermögen riskieren.
Du kannst schon mit 50 Euro einen Optionsschein kaufen. Aber bedenke, dass die Kosten einen großen Teil davon ausmachen. Sinnvoller ist es, mit mindestens 500 Euro zu starten, damit die Gebühren prozentual nicht zu stark ins Gewicht fallen.
Wenn dein Optionsschein am Verfallstag aus dem Geld ist, verfällt er wertlos. Du verlierst dann deinen gesamten Einsatz. Du kannst den Schein aber auch vorher verkaufen, um zumindest einen Teil des Wertes zu retten, wenn er noch etwas wert ist.
Nein, es gibt Unterschiede. Optionsscheine werden von Banken emittiert und haben einen Emittenten als Gegenpartei. Echte Optionen werden an Terminbörsen gehandelt und sind standardisiert. Für Privatanleger in Deutschland sind Optionsscheine aber meist einfacher zugänglich.
Vergleiche die Spreads verschiedener Emittenten für denselben Basiswert und dieselbe Laufzeit. Nutze dafür Vergleichsportale oder die Suchfunktion deines Brokers. Achte auch auf die Gesamtkosten, also Spread plus Provision, nicht nur auf den reinen Kurs.
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