Ratgeber · Investieren
Was kosten Futures? Alle Gebühren und Sicherheitsleistungen im Überblick
Die Kosten für Futures setzen sich aus Provisionen, Börsengebühren und der hinterlegten Margin zusammen. Wie viel du für einen Kontrakt zahlst, hängt von deinem Handelsvolumen und dem jeweiligen Basiswert ab.
10 Kapitel · 9 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Die Provision für einen DAX-Future liegt je nach monatlichem Handelsvolumen zwischen 0,25 EUR und 0,90 EUR pro Kontrakt.
- Zusätzlich zur Provision fallen Börsen- und Clearinggebühren an, die je nach Börse und Produkt variieren.
- Vor dem Handel musst du eine Sicherheitsleistung, die Initial Margin, hinterlegen, die nur einen Bruchteil des Kontraktwerts beträgt.
- Futures sind standardisierte Termingeschäfte, die ausschließlich an Terminbörsen wie der EUREX gehandelt werden.
01 · Grundlagen
Was sind Futures?
Futures gehören zu den Derivaten und sind unbedingte Termingeschäfte. Ihr Preis leitet sich von einem Basiswert ab, zu dem du dich verpflichtest, ihn zu einem festgelegten Termin zu kaufen oder zu verkaufen.
Futures sind standardisierte Verträge, die ausschließlich an Terminbörsen gehandelt werden. Anders als bei individuell vereinbarten Forwards sind bei Futures die Kontraktgröße, die Qualität des Basiswerts und der Lieferzeitpunkt fest vorgegeben.
Für dich bedeutet das: Du kannst einen Future jederzeit über die Börse kaufen oder verkaufen, ohne einen direkten Vertragspartner suchen zu müssen. Die Börse tritt als zentraler Vertragspartner auf und reduziert damit das Risiko, dass die Gegenseite nicht liefert.
Futures gehören zu den unbedingten Termingeschäften. Beide Vertragsparteien müssen den Kontrakt erfüllen, entweder durch Lieferung des Basiswerts oder durch einen Barausgleich.
Kurz erklärt
Future
Ein standardisierter, börsengehandelter Vertrag, der den Kauf oder Verkauf eines Basiswerts zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt verpflichtend vorschreibt.
Im Gegensatz zu Optionen besteht bei Futures eine Erfüllungspflicht für beide Vertragsparteien.
02 · Kosten
Welche Kosten entstehen beim Handel mit Futures?
Die Gesamtkosten eines Futures-Geschäfts setzen sich aus der Provision deines Brokers sowie den Börsen- und Clearinggebühren zusammen. Die Provision ist oft gestaffelt und sinkt mit steigendem Handelsvolumen.
Die Provision deines Brokers ist der größte Kostenblock, den du selbst beeinflussen kannst. In Deutschland liegt sie bei gestaffelten Modellen zwischen 0,25 EUR und 0,90 EUR pro Kontrakt, abhängig von deinem monatlichen Handelsvolumen.
Zusätzlich fallen Börsengebühren an, die der Broker an dich weitergibt. Für einen DAX-Future an der Eurex beträgt die Börsengebühr 1,25 EUR pro Kontrakt, hinzu kommen regulatorische Gebühren von etwa 0,01 EUR.
Bei einem gestaffelten Preismodell zahlst du für einen DAX-Future bei geringem Volumen insgesamt 2,16 EUR pro Kontrakt. Die Festpreisvariante liegt bei 4,00 EUR für einen vollständigen Roundturn, also Kauf und Verkauf.
- Bis 1.000 Kontrakte pro Monat kostet die Provision 0,90 EUR pro Kontrakt.
- Zwischen 1.001 und 10.000 Kontrakten sinkt sie auf 0,60 EUR pro Kontrakt.
- Ab 20.000 Kontrakten zahlst du nur noch 0,25 EUR pro Kontrakt.
Typische Provisionsstaffeln für Futures in Deutschland
03 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert eine Short-Position?
Mit einer Short-Position profitierst du von fallenden Kursen des Basiswerts. Du verkaufst einen Future, den du noch nicht besitzt, und kaufst ihn später günstiger zurück.
Mit einer Short-Position verkaufst du einen Future, den du noch nicht besitzt. Du erwartest, dass der Preis des Basiswerts fällt, und willst den Kontrakt später günstiger zurückkaufen.
Der Ablauf ist dreistufig. Zuerst eröffnest du die Position durch den Verkauf des Futures. Dann wartest du auf den Kursverfall des Basiswerts. Schließlich stellst du die Position glatt, indem du den Future zum niedrigeren Preis zurückkaufst.
Die Differenz zwischen deinem Verkaufspreis und dem Rückkaufpreis ist dein Gewinn. Steigt der Kurs entgegen deiner Erwartung, entsteht ein Verlust, der deine hinterlegte Margin übersteigen kann.
Future verkaufen
Du eröffnest die Position, indem du einen Future-Kontrakt auf einen Basiswert verkaufst, von dem du erwartest, dass sein Preis fällt.
Kursverfall abwarten
Der Preis des Basiswerts sinkt. Der Wert deiner offenen Verkaufsposition steigt entsprechend.
Position glattstellen
Du kaufst den Future zum niedrigeren Preis zurück. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Rückkaufpreis ist dein Gewinn.
04 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert eine Long-Position?
Eine Long-Position ist der klassische Kauf eines Futures. Du setzt darauf, dass der Kurs des Basiswerts bis zum Fälligkeitstermin steigt.
Du eröffnest die Position durch den Kauf eines Futures. Steigt der Preis des Basiswerts, erhöht sich der Wert deiner offenen Position. Zum Glattstellen verkaufst du den Future zum höheren Preis.
Der Gewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Auch hier gilt: Fällt der Kurs, verlierst du entsprechend, und der Verlust kann deine Initial Margin übersteigen.
Future kaufen
Du eröffnest die Position, indem du einen Future-Kontrakt kaufst, weil du steigende Preise für den Basiswert erwartest.
Kursanstieg abwarten
Der Preis des Basiswerts steigt. Der Wert deiner offenen Kaufposition erhöht sich.
Position glattstellen
Du verkaufst den Future zum höheren Preis. Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis ist dein Gewinn.
05 · Hintergrund
Was ist Hedging mit Futures?
Hedging bedeutet, bestehende Positionen oder geplante Geschäfte gegen Preisrisiken abzusichern. Futures eignen sich dafür, weil sie standardisiert an Börsen gehandelt werden.
Beim Hedging gehst du eine Future-Position ein, die der Entwicklung deines abzusichernden Geschäfts entgegengesetzt ist. Steigt der Preis deines Rohstoffs, gleicht der Gewinn aus dem Future den Verlust aus dem Kassageschäft aus.
Ein klassisches Beispiel ist ein Landwirt, der seine Weizenernte absichern möchte. Er verkauft Weizen-Futures, um sich den heutigen Preis für die zukünftige Lieferung zu sichern. Fällt der Weizenpreis bis zur Ernte, gewinnt er am Future-Markt und gleicht den niedrigeren Erlös aus dem physischen Verkauf aus.
Für Privatanleger ist Hedging vor allem relevant, wenn du größere Positionen in Einzelaktien oder Rohstoffen hältst. Du kannst damit Kursverluste begrenzen, ohne deine Bestände verkaufen zu müssen.
Beim Hedging gehst du eine Future-Position ein, die der Entwicklung deines abzusichernden Geschäfts entgegengesetzt ist. Steigt der Preis deines Rohstoffs, gleicht der Gewinn aus dem Future den Verlust aus dem Kassageschäft aus.
Ein klassisches Beispiel ist ein Landwirt, der seine Weizenernte absichern möchte. Er verkauft Weizen-Futures, um sich den heutigen Preis für die zukünftige Lieferung zu sichern. Fällt der Weizenpreis bis zur Ernte, gewinnt er am Future-Markt und gleicht den niedrigeren Erlös aus dem physischen Verkauf aus.
06 · Grundlagen
Was ist der Kassamarkt?
Der Kassamarkt ist der Markt für sofortige Geschäfte, an dem Wertpapiere oder Waren direkt gegen Zahlung getauscht werden. Er bildet die Grundlage für die Preisbildung am Terminmarkt.
Der Preis am Kassamarkt wird als Kassakurs oder Spotpreis bezeichnet.
Der Futurepreis leitet sich vom Kassapreis ab und berücksichtigt zusätzlich Lagerkosten und Zinsen, die sogenannte Cost-of-Carry. Diese Kosten entstehen dem Verkäufer, wenn er die Ware bis zum Liefertermin lagern muss.
Für dich als Anleger bedeutet das: Der Futurepreis liegt bei Rohstoffen meist über dem Kassapreis, weil Lagerung und Finanzierung eingepreist werden. Bei Finanzprodukten wie Aktienindizes kann die Cost-of-Carry auch negativ sein, wenn Dividendenerträge die Zinskosten übersteigen.
Kurz erklärt
Kassamarkt
Der Markt, an dem Transaktionen sofort oder innerhalb sehr kurzer Frist erfüllt werden. Der Preis am Kassamarkt wird als Kassakurs oder Spotpreis bezeichnet.
Der Futurepreis leitet sich vom Kassapreis ab und berücksichtigt zusätzlich Lagerkosten und Zinsen, die sogenannte Cost-of-Carry.
07 · Vergleich
Wie unterscheiden sich Futures von Optionen?
Futures und Optionen sind beides Derivate, unterscheiden sich aber in der Erfüllungspflicht. Bei Futures müssen beide Seiten liefern, bei Optionen hat der Käufer ein Wahlrecht.
Der zentrale Unterschied liegt in der Erfüllungspflicht. Futures sind unbedingte Termingeschäfte, bei denen beide Seiten liefern müssen. Optionen sind bedingte Termingeschäfte, bei denen der Käufer ein Wahlrecht hat, aber nicht ausüben muss.
Bei Futures zahlst du vorab keine Optionsprämie, musst aber eine Initial Margin als Sicherheitsleistung hinterlegen. Bei Optionen wird die Prämie beim Kauf fällig, und der Käufer verliert maximal diese Prämie.
Futures werden ausschließlich an Terminbörsen gehandelt, während Optionen auch außerbörslich möglich sind. Das macht Futures stärker standardisiert und reguliert als viele andere Derivate.
| Futures | Optionen | |
|---|---|---|
| Erfüllungspflicht | Unbedingtes Termingeschäft, beide Seiten müssen erfüllen | Bedingtes Termingeschäft, Käufer hat Wahlrecht |
| Vorabkosten | Keine Optionsprämie, aber Initial Margin erforderlich | Vorab fallen Gebühren an |
| Risiko | Hebelwirkung, da die Sicherheitsleistung nur einen Bruchteil des Vertragswerts ausmacht | Hohes Verlustrisiko durch Hebelwirkung |
08 · Was gilt
Welche Arten von Futures gibt es?
Grundsätzlich unterscheidest du zwischen Financial Futures und Commodity Futures. Beide Gruppen haben unterschiedliche Basiswerte und werden an verschiedenen Terminbörsen gehandelt.
Financial Futures beziehen sich auf Finanzinstrumente, Commodity Futures auf Rohstoffe und Waren.
Zu den Financial Futures gehören Kontrakte auf Aktienindizes wie den DAX oder den S&P 500, auf Einzelaktien, auf Devisen und Währungspaare sowie auf Zinssätze und Anleihen.
Commodity Futures umfassen Rohstoffe wie Weizen, Kaffee oder Reis, Edelmetalle wie Gold und Silber, Energieträger wie Erdöl und Erdgas sowie Industriemetalle wie Kupfer.
Financial Futures
Commodity Futures
09 · Hintergrund
Wie wirkt der Hebel bei Futures?
Der Hebel entsteht durch die Initial Margin, die nur einen Bruchteil des Kontraktwerts beträgt. Dadurch bewegst du mit wenig Kapitaleinsatz einen großen Marktwert.
Die Einschusszahlung liegt oft bei etwa 5 Prozent des Vertragswerts.
Das bedeutet, du kontrollierst mit 5.000 EUR Sicherheitsleistung einen Future im Wert von 100.000 EUR. Steigt der Basiswert um 1 Prozent, gewinnst du 1.000 EUR, was 20 Prozent deines eingesetzten Kapitals entspricht.
Der Hebel wirkt in beide Richtungen. Fällt der Basiswert um 1 Prozent, verlierst du ebenfalls 1.000 EUR. Da Futures ein unbedingtes Termingeschäft sind, können Verluste deine hinterlegte Margin übersteigen und Nachschussforderungen auslösen.
Die Initial Margin liegt oft bei etwa 5 Prozent des Vertragswerts. Das bedeutet, du kontrollierst mit 5.000 EUR Sicherheitsleistung einen Future im Wert von 100.000 EUR.
Der Hebel wirkt in beide Richtungen. Da Futures ein unbedingtes Termingeschäft sind, können Verluste deine hinterlegte Margin übersteigen und Nachschussforderungen auslösen.
10 · Hintergrund
Wo werden Futures gehandelt?
Futures werden ausschließlich an Terminbörsen gehandelt. Die wichtigste deutsche Terminbörse ist die EUREX in Frankfurt, an der auch der DAX-Future notiert.
Die Börse übernimmt die Abwicklung und Standardisierung der Kontrakte. Sie legt fest, welche Ware, Menge, Qualität und Lieferzeitpunkte gehandelt werden. Dadurch ist der Handel transparent und die Kursstellung fair.
Die Initial Margin für Future-Kontrakte wird an der Börse hinterlegt, an der der Kontrakt gehandelt wird. Das reduziert das Kontrahentenrisiko, weil die Börse als zentraler Vertragspartner auftritt.
Die Börse übernimmt die Abwicklung und Standardisierung der Kontrakte. Sie legt fest, welche Ware, Menge, Qualität und Lieferzeitpunkte gehandelt werden. Dadurch ist der Handel transparent und die Kursstellung fair.
Die Initial Margin für Future-Kontrakte wird an der Börse hinterlegt, an der der Kontrakt gehandelt wird. Das reduziert das Kontrahentenrisiko, weil die Börse als zentraler Vertragspartner auftritt.
Häufige Fragen
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