Wie viel kostet Futures: Dein realistischer Kosten-Check für den Start
Du hast von Futures gehört und fragst dich, was das kosten darf? Die Antwort ist komplexer als ein simpler Preis. Wir zeigen dir, welche Gebühren wirklich auf dich zukommen und warum der Einstieg oft teurer ist als gedacht.
Warum dich das Thema Futures-Kosten betrifft
Vielleicht hast du in den Nachrichten von Leuten gehört, die mit Futures schnell reich geworden sind. Oder du siehst auf Social Media ständig Werbung für 'Riskante Trades'. Fakt ist: Futures sind ein mächtiges Finanzinstrument, aber sie sind kein Spielgeld. Bevor du auch nur darüber nachdenkst, einen Trade zu platzieren, musst du die Kostenstruktur verstehen, sonst verlierst du Geld, bevor du überhaupt angefangen hast.
Die Frage 'wie viel kostet futures' ist dabei der wichtigste Einstiegspunkt. Es geht nicht nur um die Gebühr, die dein Broker dir abnimmt. Es geht um die Sicherheitsleistung, die du hinterlegen musst, und um die laufenden Kosten, die durch den Hebel entstehen. Wenn du diese Mechanismen nicht kennst, kann dich eine kleine Kursbewegung gegen dich teuer zu stehen kommen.
Stell dir vor, du kaufst ein Auto, aber du weißt nicht, dass du neben dem Kaufpreis auch noch Steuern, Versicherung und Sprit zahlen musst. Genauso ist es mit Futures. Der Preis für den Kontrakt ist nur die Spitze des Eisbergs. Unser Ziel ist es, dass du nach diesem Artikel eine klare Vorstellung davon hast, welche finanziellen Verpflichtungen auf dich zukommen.
Dieser Ratgeber ist für absolute Einsteiger gedacht. Wir erklären dir die Begriffe so, dass du sie verstehst, ohne vorher BWL studiert zu haben. Am Ende weißt du, worauf du achten musst, um nicht in die typischen Kostenfallen zu tappen.
Was sind Futures überhaupt? Ein Basiswissen
Ein Future ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien. Du verpflichtest dich, einen bestimmten Basiswert (zum Beispiel Gold, Öl oder einen Aktienindex) zu einem festgelegten Preis zu einem späteren Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Das klingt kompliziert, ist aber im Kern ein standardisiertes Wettgeschäft auf die zukünftige Preisentwicklung.
Du musst den Basiswert bei einem Future aber nicht wirklich besitzen. Es geht fast immer um die Differenz zwischen dem Einstiegspreis und dem Ausstiegspreis. Wenn du denkst, dass der DAX steigt, kaufst du einen Future auf den DAX. Steigt der Kurs, gewinnst du. Fällt er, verlierst du. Das ist die einfache Grundidee.
Der entscheidende Punkt ist der Hebel. Du musst nicht den vollen Wert des Vertrags hinterlegen, sondern nur einen Bruchteil, die sogenannte Margin. Das klingt verlockend, denn du kannst mit wenig Einsatz viel bewegen. Aber der Hebel wirkt in beide Richtungen. Verlierst du, wird dein Verlust ebenfalls gehebelt, was dein Konto schnell leeren kann.
Futures werden an Börsen gehandelt und sind standardisiert. Das bedeutet, dass die Kontraktgrößen, Laufzeiten und Handelbedingungen für alle gleich sind. Diese Standardisierung macht sie transparent, aber nicht weniger riskant. Du handelst immer gegen einen anderen Marktteilnehmer, und einer von euch wird am Ende Geld verlieren.
Die wichtigste Kennzahl: Die Margin als Sicherheitsleistung
Wenn du einen Future kaufst, zahlst du nicht den vollen Preis. Du hinterlegst nur eine Sicherheitsleistung, die Margin. Diese dient dazu, deinen potenziellen Verlust abzusichern. Man unterscheidet zwischen der Initial Margin, die du bei Eröffnung der Position hinterlegen musst, und der Maintenance Margin, die du halten musst, solange die Position offen ist.
Die Höhe der Margin ist nicht willkürlich, sondern wird von der Börse anhand der Volatilität des Basiswerts berechnet. Bei einem sehr schwankenden Markt ist die Margin höher als bei einem ruhigen Markt. Das ist eine wichtige Kennzahl, denn sie bestimmt, wie viel Kapital du überhaupt benötigst, um einen Trade zu starten.
Die Frage 'wie viel kostet futures' beantwortet sich also nicht mit einem festen Betrag. Die Margin kann je nach Kontrakt und Broker stark variieren. Ein Future auf den DAX erfordert eine andere Margin als ein Future auf einen einzelnen Rohstoff. Du musst also immer die spezifischen Konditionen deines Brokers prüfen.
Wichtig ist: Die Margin ist kein Preis, sondern eine Sicherheit. Du bekommst sie zurück, wenn du die Position schließt, abzüglich deiner Gewinne oder Verluste. Aber Vorsicht: Wenn der Kurs gegen dich läuft und dein Konto die Maintenance Margin unterschreitet, bekommst du einen Margin Call. Du musst dann sofort Geld nachschießen, sonst wird deine Position zwangsweise geschlossen.
Die direkten Kosten: Gebühren, Provisionen und Spreads
Neben der Margin gibt es die direkten Handelskosten. Dazu gehört die Provision, die dein Broker für die Ausführung des Trades verlangt. Diese kann als fester Betrag pro Kontrakt oder als prozentualer Anteil berechnet werden. Die Höhe ist sehr unterschiedlich und ein wichtiger Faktor bei der Brokerwahl.
Dann gibt es den Spread. Das ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem du kaufen kannst (Briefkurs) und dem Preis, zu dem du verkaufen kannst (Geldkurs). Bei liquiden Futures ist der Spread meist klein, bei exotischen Basiswerten kann er jedoch erheblich sein. Der Spread ist eine unsichtbare Gebühr, die du bei jedem Trade zahlst.
Zusätzlich können Börsengebühren anfallen. Das sind Gebühren, die die Börse selbst für die Nutzung ihrer Infrastruktur erhebt. Diese sind meist sehr gering, aber sie summieren sich, wenn du viele Trades machst. Dein Broker weist diese Gebühren oft separat aus oder rechnet sie in die Provision ein.
Du solltest immer die Gesamtkosten betrachten, nicht nur die Provision. Ein Broker mit einer niedrigen Provision, aber einem hohen Spread, kann am Ende teurer sein als ein Broker mit einer etwas höheren Provision und einem engen Spread. Vergleiche also immer die Gesamtkonditionen, bevor du dich entscheidest.
Die unsichtbaren Kosten: Finanzierung und Rollover
Es gibt noch weitere Kosten, die viele Anfänger übersehen. Wenn du einen Future über Nacht hältst, können Finanzierungskosten anfallen. Diese hängen mit den Zinsen zusammen und werden oft als 'Overnight-Fee' bezeichnet. Bei einem gehebelten Produkt ist das ein relevanter Faktor, der deinen Gewinn schmälern kann.
Ein weiterer Punkt ist der Rollover. Futures haben ein Verfallsdatum. Wenn du deine Position über dieses Datum hinaus halten möchtest, musst du deinen alten Kontrakt verkaufen und einen neuen mit späterem Verfallsdatum kaufen. Dieser Vorgang verursacht erneut Transaktionskosten und kann zu Verlusten führen, wenn sich die Preise zwischen den Kontrakten unterscheiden.
Diese Kosten sind nicht immer offensichtlich, aber sie sind real. Sie sind der Grund, warum viele Trader Futures nur für kurzfristige Trades nutzen. Wenn du eine Position über Wochen oder Monate halten willst, sind andere Instrumente wie ETFs oft günstiger und unkomplizierter.
Du solltest dir also immer die Frage stellen: Wie lange will ich die Position halten? Wenn die Antwort 'länger als ein paar Tage' lautet, dann sind Futures wahrscheinlich nicht das richtige Werkzeug für dich. Die Kosten für Finanzierung und Rollover fressen sonst deine Rendite auf.
Worauf du bei der Brokerwahl achten musst
Die Wahl des Brokers ist entscheidend für deine Kosten. Du solltest nicht nur auf die niedrigste Provision schauen, sondern auf das Gesamtpaket. Achte auf die Höhe der Margin, die Spreads und die Gebühren für Ein- und Auszahlungen. Ein guter Broker ist transparent und listet alle Kosten klar auf.
Prüfe, ob der Broker eine Zulassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat. Das ist ein Zeichen für Seriosität. Außerdem solltest du darauf achten, ob der Broker einen guten Kundenservice bietet und ob die Handelsplattform für dich geeignet ist. Eine komplizierte Plattform kann zu Fehlern führen, die teuer werden.
Viele Broker bieten Demokonten an. Nutze diese Möglichkeit, um die Plattform zu testen und ein Gefühl für die Kosten zu bekommen, ohne echtes Geld zu riskieren. Du kannst dort Trades simulieren und sehen, wie sich Gebühren und Spreads auf dein fiktives Konto auswirken. Das ist eine der besten Übungen für den Einstieg.
Achte auch auf die Mindesteinzahlung. Manche Broker verlangen eine hohe Mindesteinzahlung, um ein Konto zu eröffnen. Für den Anfang ist ein Broker mit einer niedrigen Einstiegshürde oft besser geeignet, da du mit kleineren Beträgen Erfahrungen sammeln kannst, ohne dein ganzes Erspartes zu riskieren.
Typische Fehler, die dein Konto leeren
Der häufigste Fehler von Anfängern ist, zu groß zu starten. Sie sehen den Hebel und denken, sie können schnell reich werden. Sie setzen zu viel Kapital ein und werden von einer kleinen Gegenbewegung aus dem Markt geworfen. Die Margin ist kein Spielgeld, sondern eine ernsthafte Verpflichtung.
Ein weiterer Fehler ist das Ignorieren des Spreads. Gerade bei wenig liquiden Futures kann der Spread so groß sein, dass du sofort im Minus bist, wenn du den Trade eröffnest. Du musst also nicht nur richtig liegen mit deiner Prognose, sondern der Kurs muss sich auch noch um den Spread bewegen, bevor du in die Gewinnzone kommst.
Viele vergessen auch die Nachschusspflicht. Wenn dein Konto unter die Maintenance Margin fällt, musst du Geld nachschießen. Wenn du das nicht kannst, wird deine Position zwangsweise geschlossen und dein Verlust ist real. Du solltest also niemals Geld in Futures investieren, das du für deine Miete oder deinen Lebensunterhalt brauchst.
Der letzte große Fehler ist das Fehlen einer Strategie. Du solltest vor jedem Trade wissen, wo dein Stop-Loss ist und wo du Gewinne mitnimmst. Ohne diese Regeln handelst du emotional und triffst schlechte Entscheidungen. Ein klarer Plan schützt dich vor den schlimmsten Verlusten.
Dein Fahrplan: So gehst du die ersten Schritte an
Bevor du auch nur einen Cent investierst, solltest du ein Demokonto eröffnen. Übe dort für mindestens einen Monat, um ein Gefühl für die Volatilität und die Kosten zu bekommen. Notiere dir, wie viel Gebühren du bei jedem Trade bezahlt hast und wie sich der Spread auf deine Ergebnisse ausgewirkt hat.
Lege ein separates Trading-Konto an, auf das du nur Geld überweist, das du wirklich verlieren kannst. Dieses Geld sollte nicht für deine Altersvorsorge oder deinen Notgroschen gedacht sein. Es ist Risikokapital, das du bewusst einsetzt, um Erfahrungen zu sammeln.
Starte mit einem einzigen Kontrakt und einem Basiswert, den du gut kennst. Wenn du zum Beispiel den DAX verfolgst, dann trade den DAX-Future. Versuche nicht, alles auf einmal zu handeln. Konzentration ist der Schlüssel zum Erfolg. Lerne, wie sich die Margin verändert und wie du mit einem Verlust umgehst.
Erstelle einen schriftlichen Handelsplan. Darin legst du fest, wie viel du pro Trade riskierst (zum Beispiel maximal 1% deines Kontos), wo dein Stop-Loss liegt und wann du Gewinne realisierst. Halte dich strikt an diesen Plan. Disziplin ist wichtiger als jede Strategie, die du dir ausdenken kannst.
Fazit: Was kostet dich Futures wirklich?
Die Frage 'wie viel kostet futures' lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten. Die Kosten setzen sich zusammen aus der Margin, der Provision, dem Spread und eventuellen Finanzierungskosten. Du musst all diese Faktoren kennen, bevor du startest, sonst wird es teuer.
Der wichtigste Kostenfaktor ist jedoch nicht monetär. Es ist dein eigenes Verhalten. Ungeduld, Gier und Angst sind die teuersten Begleiter im Futures-Handel. Wenn du diese Emotionen nicht kontrollieren kannst, wirst du langfristig verlieren, egal wie niedrig die Gebühren deines Brokers sind.
Für einen absoluten Anfänger sind Futures in der Regel nicht das geeignete Instrument. Die Lernkurve ist steil und die Verlustgefahr hoch. Wenn du dich dennoch herantraust, dann starte klein, übe viel und bilde dich ständig weiter. Betrachte das Geld, das du einsetzt, als Lehrgeld.
Am Ende ist die Antwort auf die Kostenfrage: Futures kosten dich viel Zeit, viel Disziplin und im Zweifel viel Geld. Wenn du bereit bist, diesen Preis zu zahlen, dann kannst du die Chance nutzen. Wenn nicht, dann lass die Finger davon und investiere in einfachere Anlageformen.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Das hängt von der Margin ab, die dein Broker verlangt. Diese ist ein Prozentsatz des Kontraktwerts und variiert je nach Basiswert und Volatilität. Du kannst mit ein paar hundert Euro starten, aber das ist sehr riskant, da kleine Kursbewegungen große Verluste bedeuten können.
Dann bekommst du einen Margin Call. Dein Broker fordert dich auf, sofort Geld nachzuschießen, um die Margin wieder aufzustocken. Wenn du das nicht tust, wird deine Position zwangsweise zum aktuellen Marktpreis geschlossen, und dein Verlust wird realisiert.
Die Provision pro Trade kann niedriger sein, aber die Gesamtkosten sind oft höher. Der Hebel und der Spread können dazu führen, dass du mehr verlierst als bei einer einfachen Aktieninvestition. Zudem fallen bei längerer Haltedauer Finanzierungskosten an.
Ja, das ist möglich. Durch den Hebel kann dein Verlust dein eingesetztes Kapital übersteigen. Im schlimmsten Fall schuldest du deinem Broker Geld, wenn die Position nicht rechtzeitig geschlossen wird. Das nennt man Nachschusspflicht.
Bei einem Future bist du verpflichtet, den Handel zu den Bedingungen auszuführen. Bei einer Option hast du das Recht, aber nicht die Pflicht. Optionen sind daher flexibler, aber auch komplexer und haben andere Kostenstrukturen.
In den Preis- und Leistungsverzeichnissen deines Brokers. Diese Dokumente findest du auf der Website oder im Kundenportal. Achte auf die Punkte 'Handelskosten', 'Futures' und 'Margin'. Bei Unklarheiten solltest du den Kundenservice kontaktieren.
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