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MagazineFinanzenInvestieren Wie viel kostet Aktien für Anfänger
FinanzbildungInvestieren9 Min.

Wie viel kostet Aktien für Anfänger: So startest du ohne böse Überraschungen

Du willst Aktien kaufen, aber die Kosten schrecken dich ab? Kein Problem: Wir erklären dir, welche Gebühren wirklich anfallen, wo du sparen kannst und wie du schon mit kleinem Budget loslegst.

Aktienkauf GebührenSparplan KostenBroker Vergleich
Brauche ich viel Geld?
Nein, wenig reicht.
Schon mit kleinen Beträgen und Sparplänen investierst du.
Was kostet ein Trade?
Oft unter 1 Euro.
Neobroker bieten günstige Flatrates pro Order.
Gibt es versteckte Kosten?
Ja, aber vermeidbar.
Achte auf Spreads, Fremdwährungen und Börsenplatzgebühren.

Warum dich das Thema Aktienkosten direkt betrifft

Vielleicht denkst du, Aktien sind nur etwas für Reiche oder Börsenprofis. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Tatsächlich geht es beim Investieren nicht darum, möglichst viel Geld auf einmal auszugeben, sondern darum, regelmäßig einen Teil deines Einkommens für dich arbeiten zu lassen. Die Kosten dafür sind in den letzten Jahren drastisch gesunken, und genau das macht den Einstieg für dich so attraktiv.

Stell dir vor, du gibst jeden Monat 50 Euro für ein Abo aus, das du kaum nutzt. Dieses Geld könnte stattdessen in einen Aktien-ETF fließen, also einen Korb aus vielen Unternehmen. Die Frage, was das kostet, ist dabei der erste Schritt, um deine Finanzen aktiv zu gestalten. Wer die Gebühren kennt, vermeidet Fehler und behält am Ende mehr von seiner Rendite.

Gerade als Anfänger wirst du mit Werbung für kostenlose Depots und Null-Euro-Orders bombardiert. Doch Vorsicht: Kostenlos ist nicht immer gleichbedeutend mit günstig. Es gibt versteckte Gebühren, die du kennen solltest, bevor du dein erstes Wertpapier kaufst. Dieser Ratgeber gibt dir einen klaren Fahrplan an die Hand, damit du keine bösen Überraschungen erlebst.

Unser Ziel ist es, dass du nach dem Lesen genau weißt, welche Kosten auf dich zukommen, wie du sie minimierst und mit welchem Budget du starten kannst. Du wirst sehen: Der Einstieg in die Welt der Aktien ist heute einfacher und günstiger denn je. Du musst nur wissen, wo du hinschaust.

0 Euro
Sparplanausführung bei vielen Neobrokern
1 bis 10 Euro
typische Ordergebühr bei klassischen Banken
25.000 Euro
Freigrenze für Gewinne aus Aktienverkäufen pro Jahr

Die Grundlagen: Was sind Aktien und wie funktionieren sie?

Bevor wir über Kosten sprechen, klären wir die Basics. Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wenn du eine Aktie kaufst, wirst du Miteigentümer an dieser Firma. Das Unternehmen nutzt dein Geld, um zu wachsen, und im Gegenzug hast du die Chance, an den Gewinnen teilzuhaben, zum Beispiel durch Kurssteigerungen oder Dividenden.

Der Preis einer Aktie wird durch Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmt. Wenn das Unternehmen gut läuft und viele Menschen die Aktie kaufen wollen, steigt der Kurs. Läuft es schlecht, sinkt der Preis. Genau hier liegt die Chance, aber auch das Risiko: Du kannst Geld verdienen, aber auch verlieren, wenn der Kurs fällt.

Für Anfänger sind einzelne Aktien oft zu riskant, weil du alles auf eine Karte setzt. Eine beliebte Alternative ist der ETF, ein börsengehandelter Fonds. Ein ETF bündelt viele Aktien, zum Beispiel die 40 größten Unternehmen Europas. So verteilst du dein Risiko und profitierst von der Entwicklung des gesamten Marktes, statt von einem einzigen Unternehmen abzuhängen.

Das Schöne daran: ETFs sind extrem kostengünstig und ideal für den Start. Du musst keine Unternehmen analysieren oder Börsenkurse studieren. Du kaufst einfach einen breiten Markt und lässt dein Geld langfristig wachsen. Die Kosten dafür sind überschaubar und transparent, wenn du weißt, worauf du achten musst.

So funktioniert der Aktienkauf: Vom Konto bis zur Order

Um Aktien zu kaufen, brauchst du zwei Dinge: ein Depot und ein Verrechnungskonto. Das Depot ist wie ein Wertpapierkonto, auf dem deine Aktien und ETFs aufbewahrt werden. Das Verrechnungskonto ist dein Geldkonto, von dem der Kaufbetrag abgebucht wird. Viele Banken bieten beides als Paket an.

Der Ablauf ist simpel: Du meldest dich bei einem Broker an, überweist Geld auf dein Verrechnungskonto und gibst dann eine Order auf. Eine Order ist einfach der Auftrag, eine bestimmte Anzahl an Aktien zu kaufen. Du gibst an, wie viele Stücke du möchtest und zu welchem Preis du bereit bist zu zahlen.

Hier kommt der erste Kostenpunkt ins Spiel: die Ordergebühr. Das ist das Entgelt, das dein Broker für die Ausführung des Kaufs verlangt. Diese Gebühr variiert stark. Klassische Banken verlangen oft einen Festpreis pro Order, während Neobroker mit sehr niedrigen oder sogar null Euro werben. Wir schauen uns das gleich genauer an.

Zusätzlich zur Ordergebühr gibt es den Spread. Das ist die Differenz zwischen dem Preis, zu dem du kaufen kannst (Briefkurs) und dem Preis, zu dem du verkaufen kannst (Geldkurs). Bei beliebten Aktien und ETFs ist der Spread winzig, bei exotischen Papieren kann er jedoch hoch sein. Für dich als Anfänger gilt: Bleib bei bekannten, großen ETFs, dann ist der Spread vernachlässigbar.

Die Kosten im Detail: Was du wirklich zahlst

Jetzt wird es konkret. Die Kosten beim Aktienkauf lassen sich in drei Kategorien einteilen: die Ordergebühr, die laufenden Kosten und die Steuern. Die Ordergebühr fällt nur beim Kauf und Verkauf an. Sie kann als Festpreis, als prozentualer Anteil oder als Mischung aus beidem berechnet werden.

Bei klassischen Banken zahlst du oft zwischen 1 und 10 Euro pro Order, manchmal plus einen prozentualen Anteil. Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder ING bieten dagegen oft eine Flatrate an. Das bedeutet: Du zahlst einen festen Betrag pro Trade, häufig unter 1 Euro, oder sogar 0 Euro bei Sparplänen. Das macht einen riesigen Unterschied, gerade wenn du mit kleinen Beträgen startest.

Die zweite Kategorie sind die laufenden Kosten, die sogenannte Total Expense Ratio (TER) bei ETFs. Das ist eine jährliche Gebühr, die der Fonds für die Verwaltung einbehält. Sie wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und ist in der Kursentwicklung bereits enthalten. Für breite ETFs liegt die TER oft unter 0,2 Prozent pro Jahr. Das ist sehr günstig und für dich als Anfänger absolut fair.

Vergiss außerdem nicht die Steuern. In Deutschland sind Gewinne aus Aktienverkäufen bis zu einem Freibetrag von 1.000 Euro pro Person und Jahr steuerfrei (Sparerpauschbetrag). Alles darüber wird mit Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Dein Broker führt das automatisch ab, du musst dich also nicht selbst darum kümmern, solltest den Freibetrag aber unbedingt nutzen.

Worauf du als Anfänger besonders achten solltest

Der wichtigste Tipp vorweg: Lass dich nicht von Null-Euro-Orders blenden. Diese Angebote gelten oft nur für bestimmte Börsenplätze oder unter bestimmten Bedingungen. Wenn du zum Beispiel eine Aktie kaufst, die in US-Dollar gehandelt wird, fällt eine Fremdwährungsgebühr an. Diese kann schnell teurer sein als die gesparte Ordergebühr.

Achte außerdem auf den Börsenplatz. Neobroker führen Orders standardmäßig über die hauseigene Börse aus, das ist günstig. Wenn du jedoch eine Order über die Frankfurter Börse oder Xetra aufgibst, können zusätzliche Gebühren anfallen. Für dich gilt: Nutze den voreingestellten Börsenplatz deines Brokers, um Kosten zu sparen.

Ein weiterer Punkt ist die Mindestorder. Manche Broker verlangen, dass du mindestens eine Aktie kaufst, andere erlauben Bruchstücke. Gerade bei teuren Aktien wie einer Amazon-Aktie für mehrere tausend Euro ist das ein Hindernis. ETFs und Sparpläne lösen dieses Problem, weil du dort schon mit 1 Euro pro Monat investieren kannst.

Zu guter Letzt: Prüfe die Kosten deines Depots selbst. Viele Banken verlangen eine jährliche Depotgebühr, andere nicht. Ein kostenloses Depot ist heute Standard, aber nicht überall. Vergleiche die Konditionen, bevor du dich entscheidest. Ein guter Broker ist günstig, transparent und bietet eine einfache App oder Oberfläche für deine Zwecke.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der häufigste Fehler von Anfängern ist, zu viel auf einmal zu investieren, ohne die Kosten zu kennen. Wenn du 100 Euro anlegst und dafür 10 Euro Gebühr zahlst, musst du erst einmal 10 Prozent Rendite erzielen, nur um die Kosten wieder reinzuholen. Das ist unnötig und frustrierend. Starte lieber mit einem Sparplan, bei dem die Gebühren minimal sind.

Ein zweiter Fehler ist das ständige Kaufen und Verkaufen. Jeder Trade kostet Geld, und wer oft handelt, verbrennt Rendite. Aktien sind kein Tagesgeschäft, sondern eine langfristige Anlage. Plane deinen Horizont in Jahren, nicht in Wochen. Je weniger du handelst, desto weniger Kosten fallen an und desto besser ist deine Performance.

Viele unterschätzen auch den Zinseszinseffekt. Wenn du monatlich 50 Euro in einen ETF sparst und die Gebühren niedrig sind, wächst dein Vermögen über die Jahre exponentiell. Wenn du jedoch hohe Gebühren zahlst, frisst das einen großen Teil deiner Rendite auf. Ein Unterschied von 1 Prozent Gebühren pro Jahr kann über 30 Jahre einen fünfstelligen Betrag ausmachen.

Schließlich solltest du nicht in Produkte investieren, die du nicht verstehst. Zertifikate, Optionsscheine oder gehebelte Produkte sind nichts für Anfänger. Sie haben oft hohe versteckte Kosten und ein hohes Verlustrisiko. Bleib bei einfachen Aktien und breit gestreuten ETFs. Diese sind transparent, günstig und für deinen Einstieg völlig ausreichend.

Dein Fahrplan: So startest du in 5 Schritten

Schritt 1: Kläre deine Finanzen. Lege einen Notgroschen von etwa drei Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto an, bevor du investierst. Dieses Geld ist dein Sicherheitsnetz, falls unerwartete Ausgaben kommen. Investiere niemals Geld, das du in den nächsten fünf Jahren brauchst.

Schritt 2: Wähle einen Broker. Vergleiche die Gebühren für Sparpläne und Einzelkäufe. Achte auf ein kostenloses Depot und niedrige Ordergebühren. Beliebte Neobroker sind eine gute Wahl für den Start, aber auch klassische Banken haben inzwischen günstige Angebote. Lies die Preisverzeichnisse genau.

Schritt 3: Richte einen Sparplan ein. Wähle einen breiten ETF, zum Beispiel auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Lege einen monatlichen Betrag fest, der für dich schmerzfrei ist, zum Beispiel 50 oder 100 Euro. Der Sparplan wird automatisch ausgeführt, oft ohne Ordergebühr.

Schritt 4: Nutze deinen Steuervorteil. Beantrage bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag über 1.000 Euro. So bleiben deine Gewinne bis zu diesem Betrag steuerfrei. Das ist ein kostenloser Hebel für deine Rendite, den viele Anfänger vergessen.

Schritt 5: Bleib dran und überwache regelmäßig. Schau dir dein Depot einmal im Quartal an, aber handle nicht impulsiv. Erhöhe deinen Sparplan, wenn du mehr Geld zur Verfügung hast. Mit der Zeit wirst du sicherer und kannst dein Wissen erweitern. Der wichtigste Schritt ist der erste: Fang einfach an.

Kosten im Vergleich: Neobroker vs. klassische Bank

Um dir eine bessere Vorstellung zu geben, vergleichen wir die typischen Kostenstrukturen. Ein Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital verlangt oft eine Flatrate von 1 Euro pro Trade oder sogar 0 Euro für Sparpläne. Dafür ist das Angebot auf wenige Börsenplätze beschränkt und der Kundenservice ist digital.

Eine klassische Bank wie die Sparkasse oder Deutsche Bank verlangt oft zwischen 1 und 10 Euro pro Order, abhängig vom Ordervolumen. Dafür bekommst du eine persönliche Beratung und Zugang zu vielen Börsenplätzen. Für einen Anfänger, der selbstständig lernen möchte, ist der Neobroker jedoch meist die günstigere und flexiblere Wahl.

Wichtig ist, dass du die Gesamtkosten betrachtest, nicht nur die Ordergebühr. Ein Neobroker kann teurer sein, wenn du häufig in Fremdwährung handelst oder den falschen Börsenplatz wählst. Eine klassische Bank kann günstiger sein, wenn du nur selten handelst und die Beratung nutzt. Es kommt also auf dein Verhalten an.

Unser Tipp: Starte mit einem Neobroker und einem ETF-Sparplan. Das ist die kostengünstigste und einfachste Methode, um Erfahrungen zu sammeln. Sobald du dich sicherer fühlst, kannst du dein Depot erweitern oder zu einer anderen Bank wechseln. Der Wechsel ist heute unkompliziert und oft kostenlos.

Langfristig denken: Warum Kosten deine Rendite bestimmen

Die Kosten sind der einzige Faktor, den du als Anleger vollständig kontrollieren kannst. Den Markt kannst du nicht beeinflussen, aber deine Gebühren schon. Jeder Euro, den du an Gebühren sparst, bleibt in deinem Depot und arbeitet für dich. Über die Jahre summiert sich das zu einem beträchtlichen Vermögen.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Wenn du monatlich 100 Euro anlegst und eine jährliche Rendite von 5 Prozent erzielst, hast du nach 30 Jahren etwa 83.000 Euro. Wenn du jedoch 1 Prozent pro Jahr an Gebühren zahlst, sinkt deine Rendite auf 4 Prozent und dein Endkapital auf etwa 69.000 Euro. Das sind 14.000 Euro Unterschied, nur wegen der Kosten.

Deshalb ist die Wahl des richtigen Brokers und Produkts so wichtig. Ein ETF mit einer TER von 0,2 Prozent ist einem aktiven Fonds mit 1,5 Prozent Gebühren haushoch überlegen. Gleiches gilt für die Ordergebühren: Wer selten handelt und Sparpläne nutzt, zahlt fast nichts. Wer ständig kauft und verkauft, verliert.

Denke also immer langfristig. Aktien sind kein Sprint, sondern ein Marathon. Deine Aufgabe ist es, die Kosten niedrig zu halten und geduldig zu bleiben. Wenn du das schaffst, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit ein erfolgreicher Anleger. Der Einstieg ist heute so günstig wie nie zuvor, also nutze die Chance.

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Häufige Fragen

Ja, absolut. Mit einem ETF-Sparplan kannst du bereits ab 1 Euro pro Monat investieren. Die Gebühren sind bei Neobrokern oft null, sodass dein kompletter Betrag in den Fonds fließt. Das ist der ideale Einstieg.

Die Ordergebühr ist das Entgelt, das dein Broker für die Ausführung des Kaufs verlangt. Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis an der Börse. Beide Kosten fallen bei jedem Trade an, aber der Spread ist bei großen ETFs meist sehr klein.

Ja, die Depotführung ist oft kostenlos. Du zahlst nur für einzelne Transaktionen, also Käufe und Verkäufe. Achte aber auf versteckte Gebühren wie Fremdwährungsaufschläge oder Kosten für den Börsenplatz. Lies das Preisverzeichnis genau.

Ja, aber bis zu einem Freibetrag von 1.000 Euro pro Jahr bleiben Gewinne steuerfrei. Dafür musst du einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker einrichten. Alles darüber wird automatisch mit Abgeltungssteuer versteuert.

Es gibt keine feste Mindestsumme. Du kannst bereits mit 10 Euro pro Monat in einen ETF-Sparplan investieren. Wichtig ist, dass du regelmäßig sparst und die Gebühren niedrig hältst. Der Betrag ist zweitrangig, die Gewohnheit zählt.

Dann verlierst du einen Teil deines eingesetzten Geldes, wenn du verkaufst. Wenn du langfristig investierst, kannst du Kursschwankungen aussitzen. Historisch gesehen erholen sich breite Märkte nach Krisen immer wieder. Verkaufe nicht in Panik.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.