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Welt-ETF für Rentner: So regelst du deine Geldanlage im Ruhestand

Ein Welt-ETF kann auch nach dem Renteneintritt sinnvoll sein, wenn du Anlagehorizont, Sicherheits­bedarf und Entnahmestrategie aufeinander abstimmst. Entscheidend ist nicht dein Alter, sondern die Aufteilung zwischen sofort verfügbarem Geld und langfristig investiertem Vermögen.

11 Kapitel · 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein Welt-ETF eignet sich für Rentner vor allem für Geld, das frühestens in zehn bis fünfzehn Jahren benötigt wird.
  • Für laufende Kosten und ungeplante Ausgaben bleibt ein Sicherheitspuffer auf Tagesgeld oder Festgeld bestehen.
  • Die Aktienquote im Ruhestand sollte sich an deiner persönlichen Risikobereitschaft und deinem Kapitalbedarf orientieren.
  • Mit einem Entnahmeplan kannst du dir aus dem Welt-ETF regelmäßige Auszahlungen einrichten, ohne alles auf einmal zu verkaufen.

01 · Grundlagen

Warum sich ein Welt-ETF auch für Rentner eignen kann

Ein Welt-ETF streut dein Geld über viele Länder und Branchen. Dadurch sinkt das Risiko, das mit einzelnen Aktien oder Regionen verbunden ist, und du bleibst an der langfristigen Entwicklung des Aktienmarkts beteiligt.

Kurz erklärt

Welt-ETF

Ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines globalen Aktienindex wie dem MSCI World nachbildet. Er bündelt Anteile an Unternehmen aus verschiedenen Industrieländern in einem einzigen Wertpapier.

Für Rentner ist der Welt-ETF eine Möglichkeit, mit vergleichsweise geringen Kosten breit gestreut am Aktienmarkt investiert zu bleiben, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen.

02 · Was gilt

Altersvorsorge: Welche Rolle der Welt-ETF nach dem Renteneintritt spielt

Die Altersvorsorge endet nicht mit dem ersten Rentenbescheid. Ein Teil deines Vermögens kann weiterarbeiten, um die gesetzliche Rente zu ergänzen und deinen Lebensstandard zu sichern.

Ein Welt-ETF bündelt Anteile an Unternehmen aus vielen Industrieländern in einem einzigen Wertpapier. Für dich bedeutet das: Du musst keine einzelnen Aktien auswählen und trägst trotzdem die Chancen des globalen Aktienmarkts mit. Die breite Streuung senkt das Risiko, das mit einzelnen Firmen oder Regionen verbunden ist.

Gerade im Ruhestand ist diese Einfachheit wertvoll. Du bleibst mit vergleichsweise geringen Kosten investiert und kannst dich gleichzeitig auf deine Entnahmestrategie konzentrieren, statt ständig Einzelwerte zu beobachten.

  • Ein Welt-ETF bildet einen globalen Index wie den MSCI World nach und enthält Unternehmen aus verschiedenen Ländern.
  • Die breite Streuung über viele Branchen reduziert das Risiko einzelner Fehlentscheidungen.
  • Für Rentner ist der Welt-ETF ein Baustein, um langfristig am Aktienmarkt beteiligt zu bleiben, ohne ein eigenes Aktienportfolio verwalten zu müssen.

Die Box ordnet den Welt-ETF als börsengehandelten Indexfonds ein. Er bündelt Anteile an Unternehmen aus verschiedenen Industrieländern in einem Wertpapier. Für dich ist er eine Möglichkeit, mit geringen Kosten breit gestreut investiert zu bleiben, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen.

Sinnvoll für den Welt-ETF

·Vermögen für Ausgaben in zehn bis fünfzehn Jahren oder später
·Schutz vor Kaufkraftverlust durch langfristiges Wachstum
·Zusätzliches Einkommen über einen Entnahmeplan
·Vermögensübertrag an die nächste Generation

Besser außerhalb des Welt-ETF

·Geld für laufende Lebenshaltungskosten der nächsten Monate
·Notgroschen für ungeplante Ausgaben
·Beträge, die du in unter fünf Jahren fest einplanst

03 · Hintergrund

Vermögensaufbau im Ruhestand: Geht das noch mit einem Welt-ETF?

Auch nach dem Renteneintritt kannst du Vermögen aufbauen, wenn du Geld nicht sofort benötigst. Der Vermögensaufbau verschiebt sich dann vom Ansparen für die Rente hin zum Werterhalt und zur Weitergabe.

Nach dem Renteneintritt übernimmt ein Welt-ETF andere Aufgaben als während des Berufslebens. Er eignet sich vor allem für Vermögen, das du erst in zehn bis fünfzehn Jahren oder später benötigst. In diesem Zeitraum kannst du Kursschwankungen aussitzen und von der langfristigen Entwicklung profitieren.

Gleichzeitig schützt ein Welt-ETF dein Geld vor Kaufkraftverlust. Während Tagesgeld und Festgeld bei höherer Inflation an realem Wert verlieren können, bietet ein breit gestreuter Aktienfonds langfristig bessere Chancen, dein Vermögen zu erhalten. Für laufende Lebenshaltungskosten der nächsten Monate oder deinen Notgroschen ist er dagegen nicht geeignet.

  • Vermögen für Ausgaben in zehn bis fünfzehn Jahren oder später kann in einen Welt-ETF fließen.
  • Ein Entnahmeplan kann aus dem Welt-ETF zusätzliches Einkommen liefern.
  • Geld für laufende Kosten und ungeplante Ausgaben gehört auf ein Tagesgeldkonto, nicht in den Welt-ETF.

Der Welt-ETF ist für langfristige Ziele wie Werterhalt, Zusatzrente oder Vermögensweitergabe sinnvoll. Für kurzfristige Bedarfe unter fünf Jahren oder den Notgroschen sind Tagesgeld und Festgeld die besseren Bausteine.

Wer mit 66 Jahren in den Ruhestand geht, hat statistisch gesehen noch zwei Jahrzehnte vor sich. In dieser Zeit kann ein Welt-ETF weiterhin Erträge erwirtschaften, wenn du nicht gezwungen bist, bei fallenden Kursen zu verkaufen.

Der Vermögensaufbau im Alter folgt anderen Regeln als mit 30. Du baust nicht mehr ausschließlich für die eigene Rente auf, sondern hältst dein Kapital flexibel für spätere Ausgaben, für die Weitergabe an Angehörige oder für Pflegekosten.

Entscheidend ist, dass du nur Geld in einen Welt-ETF legst, das du langfristig entbehren kannst. Für kurzfristige Bedarfe bleibt ein separater Sicherheitspuffer auf einem Tagesgeldkonto oder in Festgeld bestehen.

04 · Schritt für Schritt

Thesaurierender Welt-ETF: So wirkt der Zinseszinseffekt im Ruhestand

Ein thesaurierender Welt-ETF schüttet keine Erträge aus, sondern legt Dividenden und Zinsen automatisch wieder an. Dadurch kann dein Vermögen weiter wachsen, ohne dass du dich um die Wiederanlage kümmern musst.

Wer mit 65 Jahren in den Ruhestand geht, hat statistisch noch rund zwei Jahrzehnte vor sich. In dieser Zeit kann ein Welt-ETF weiterhin Erträge erwirtschaften, wenn du nicht gezwungen bist, bei fallenden Kursen zu verkaufen. Der Vermögensaufbau endet also nicht mit dem ersten Rentenbescheid.

Allerdings folgt er anderen Regeln als mit 30. Du baust nicht mehr ausschließlich für die eigene Rente auf, sondern hältst dein Kapital flexibel für spätere Ausgaben, für die Weitergabe an Angehörige oder für Pflegekosten. Entscheidend ist, dass du nur Geld in einen Welt-ETF legst, das du langfristig entbehren kannst.

  • Ein Anlagehorizont von zehn bis fünfzehn Jahren erlaubt es dir, Marktschwankungen auszusitzen.
  • Der Zweck verschiebt sich vom Ansparen für die Rente hin zum Werterhalt und zur Weitergabe.
  • Kurzfristige Bedarfe bleiben außerhalb des Welt-ETF auf sicheren Konten.

Die Box verdeutlicht: Mit 65 hast du im Durchschnitt noch etwa 20 Jahre vor dir. In dieser Zeit kann ein Welt-ETF weiterarbeiten, wenn du nicht bei fallenden Kursen verkaufen musst. Der Vermögensaufbau im Alter dient dem Werterhalt, der Weitergabe und der Flexibilität für spätere Ausgaben.

01

Erträge entstehen im Fonds

Die im Welt-ETF enthaltenen Unternehmen schütten Dividenden aus. Bei einem thesaurierenden Fonds fließen diese Beträge direkt in das Fondsvermögen zurück.

02

Automatische Wiederanlage

Der Fonds kauft mit den Dividenden zusätzliche Aktien. Dein Anteil am Fondsvermögen steigt, ohne dass du selbst aktiv werden musst.

03

Zinseszinseffekt verstärkt die Entwicklung

In den Folgejahren erwirtschaften auch die wiederangelegten Erträge weitere Erträge. Über lange Zeiträume kann dieser Effekt einen erheblichen Teil der Gesamtrendite ausmachen.

04

Kein Geldfluss auf dein Konto

Bei einem thesaurierenden Welt-ETF erhältst du keine regelmäßigen Ausschüttungen. Für laufende Ausgaben im Ruhestand brauchst du daher entweder einen ausschüttenden ETF oder einen Entnahmeplan.

05 · Vergleich

Anlagehorizont und Renteneintritt: Wie lange dein Geld arbeiten sollte

Der Anlagehorizont bestimmt, wie viel Risiko du mit einem Welt-ETF eingehen kannst. Je länger dein Geld investiert bleibt, desto besser kannst du Kursschwankungen aussitzen.

Ein thesaurierender Welt-ETF schüttet keine Erträge aus. Die im Fonds enthaltenen Unternehmen zahlen Dividenden, und diese Beträge fließen direkt in das Fondsvermögen zurück. Der Fonds kauft mit den Dividenden zusätzliche Aktien, dein Anteil am Fondsvermögen steigt, ohne dass du selbst aktiv werden musst.

In den Folgejahren erwirtschaften auch die wiederangelegten Erträge weitere Erträge. Über lange Zeiträume kann dieser Zinseszinseffekt einen erheblichen Teil der Gesamtrendite ausmachen. Für dich bedeutet das: Dein Vermögen wächst weiter, ohne dass du dich um die Wiederanlage kümmern musst.

  • Dividenden fließen bei einem thesaurierenden Fonds automatisch in das Fondsvermögen zurück.
  • Der Fonds kauft mit den Erträgen zusätzliche Aktien, dein Anteil steigt ohne eigenes Zutun.
  • Der Zinseszinseffekt verstärkt die langfristige Entwicklung deines Depots.

Die Box beschreibt den Ablauf: Erträge entstehen im Fonds, werden automatisch wieder angelegt und erwirtschaften in den Folgejahren weitere Erträge. Für dich entsteht kein Geldfluss auf dein Konto, aber dein Anteil am Fondsvermögen wächst kontinuierlich.

Anlagehorizont und passende Strategie im Ruhestand
Kurzer Horizont (unter 5 Jahre)Langer Horizont (10 bis 15 Jahre oder mehr)
Geeignete AnlageTagesgeld, FestgeldWelt-ETF, breit gestreute Aktien-ETFs
Umgang mit KursschwankungenKeine Zeit, Verluste auszusitzenSchwankungen können ausgesessen werden
HauptzielSicherheitspuffer und laufende KostenWerterhalt, Zusatzrente, Vermögensweitergabe
Rolle im RuhestandSicherheitspuffer und laufende KostenLangfristiger Vermögensbaustein

06 · Checkliste

Risikobereitschaft und Aktienquote: So findest du deine Balance

Deine Aktienquote im Ruhestand hängt davon ab, wie gut du Kursschwankungen aushältst und wie viel Geld du aus deinem Depot entnimmst. Eine einfache Orientierung bietet die Differenz aus 100 und deinem Lebensalter.

Die Grenze von fünf Jahren hilft bei der Aufteilung deines Vermögens. Alles, was du in unter fünf Jahren benötigst, gehört auf Tagesgeld, Festgeld oder in einen Geldmarkt-ETF. Nur Geld, das zehn bis fünfzehn Jahre oder länger liegen bleiben kann, ist für einen Welt-ETF geeignet.

Der Grund liegt im Umgang mit Kursschwankungen. Bei einem kurzen Horizont hast du keine Zeit, Verluste auszusitzen. Bei einem langen Horizont kannst du schwankende Kurse gelassen hinnehmen, weil sich Aktienmärkte über längere Zeiträume tendenziell erholen.

  • Unter fünf Jahre: Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarkt-ETF für Kapitalerhalt und sofortige Verfügbarkeit.
  • Zehn bis fünfzehn Jahre oder mehr: Welt-ETF für Werterhalt, Zusatzrente und Vermögensweitergabe.
  • Die Fünfjahresgrenze trennt deinen Sicherheitspuffer vom langfristigen Vermögensbaustein.

Die Box stellt kurze und lange Anlagehorizonte gegenüber. Kurze Horizonte unter fünf Jahren verlangen sichere Anlagen, weil keine Zeit bleibt, Verluste auszusitzen. Lange Horizonte ab zehn Jahren erlauben einen Welt-ETF, weil Schwankungen ausgesessen werden können und der Fokus auf Werterhalt und Zusatzrente liegt.

Checkliste für deine persönliche Aktienquote

01

Ermittle deinen monatlichen Kapitalbedarf aus dem Vermögen.

02

Lege drei bis sechs Monatsausgaben als Notgroschen auf ein Tagesgeldkonto.

03

Plane Geld für Ausgaben der nächsten fünf Jahre als Festgeld oder Tagesgeld ein.

04

Investiere nur den verbleibenden Teil in einen Welt-ETF.

05

Orientiere dich an der Faustregel: 100 minus Lebensalter ergibt die maximale Aktienquote.

06

Passe die Quote an, wenn du Verluste nicht ruhig ertragen kannst.

07 · Vergleich

Sicherheits­puffer: Tagesgeld und Festgeld neben dem Welt-ETF

Ein Welt-ETF allein reicht im Ruhestand nicht aus. Für kurzfristige Ausgaben und ungeplante Kosten brauchst du Geld, das sofort verfügbar ist und keinen Kursschwankungen unterliegt.

Eine einfache Orientierung für deine Aktienquote bietet die Faustregel: 100 minus Lebensalter ergibt die maximale Aktienquote. Mit 70 Jahren wären das höchstens 30 Prozent deines Vermögens in Aktien-ETFs. Diese Regel ist ein Startpunkt, keine starre Vorgabe.

Wichtiger ist deine persönliche Situation. Wenn du Verluste nicht ruhig ertragen kannst oder hohe monatliche Entnahmen brauchst, solltest du die Aktienquote niedriger ansetzen. Wenn du dagegen einen großen Sicherheitspuffer hast und das Geld langfristig anlegen willst, kann eine etwas höhere Quote vertretbar sein.

Sie beginnt mit deinem Kapitalbedarf, führt über Notgroschen und kurzfristige Rücklagen bis zur Investition des verbleibenden Teils in einen Welt-ETF. Die Faustregel 100 minus Lebensalter dient als Orientierung, die du an deine Risikobereitschaft anpassen solltest.

Sicherheitsbausteine für Rentner im Vergleich
TagesgeldFestgeld
VerfügbarkeitTäglich verfügbarErst nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit
ZinsenNiedrigere, variable ZinsenHöhere, feste Zinsen für die Laufzeit
Geeignet fürNotgroschen und laufende AusgabenGeld, das innerhalb der nächsten fünf Jahre benötigt wird
RisikoSehr geringSehr gering

08 · Schritt für Schritt

Entnahmeplan statt Sparplan: So nutzt du deinen Welt-ETF im Ruhestand

Während du im Berufsleben per Sparplan regelmäßig in einen Welt-ETF eingezahlt hast, kannst du im Ruhestand die Richtung umkehren. Ein Entnahmeplan zahlt dir monatlich oder quartalsweise einen festen Betrag aus deinem Depot aus.

Ein Welt-ETF allein reicht im Ruhestand nicht aus. Für kurzfristige Ausgaben und ungeplante Kosten brauchst du Geld, das sofort verfügbar ist und keinen Kursschwankungen unterliegt. Tagesgeld und Festgeld übernehmen diese Rolle.

Tagesgeld ist täglich verfügbar und eignet sich für den Notgroschen und laufende Ausgaben. Festgeld bietet höhere, feste Zinsen für eine vereinbarte Laufzeit und passt für geplante Ausgaben in ein bis fünf Jahren. Beide Bausteine ergänzen den Welt-ETF, ersetzen ihn aber nicht für langfristige Anlageziele.

  • Tagesgeld: täglich verfügbar, niedrigere variable Zinsen, geeignet für Notgroschen und laufende Kosten.
  • Festgeld: erst nach Ablauf der Laufzeit verfügbar, höhere feste Zinsen, geeignet für geplante Ausgaben in ein bis fünf Jahren.
  • Beide Bausteine haben ein sehr geringes Risiko bei deutscher Einlagensicherung.

Die Box vergleicht Tagesgeld und Festgeld als Sicherheitsbausteine. Tagesgeld ist täglich verfügbar und für den Notgroschen gedacht, Festgeld bietet höhere Zinsen bei fester Laufzeit und passt für geplante Ausgaben. Beide ergänzen den Welt-ETF, ersetzen ihn aber nicht für langfristige Ziele.

01

Höhe der Entnahme festlegen

Bestimme, wie viel Geld du monatlich zusätzlich zur gesetzlichen Rente benötigst. Als Orientierung gilt eine anfängliche Entnahmerate von etwa drei bis vier Prozent des Depotwerts pro Jahr.

02

Entnahmeintervall wählen

Viele Banken bieten monatliche, quartalsweise oder halbjährliche Auszahlungen an. Monatliche Raten kommen dem regelmäßigen Einkommensbedarf im Ruhestand am nächsten.

03

Depotbestand regelmäßig prüfen

Kontrolliere mindestens einmal im Jahr, ob die Entnahmerate noch zu deinem Vermögen passt. Nach starken Kursverlusten kann eine vorübergehende Reduzierung sinnvoll sein.

04

Sicherheitspuffer vorhalten

Halte Geld für ein bis zwei Jahre Entnahmen auf einem Tagesgeldkonto bereit. So vermeidest du Verkäufe aus dem Welt-ETF in einer längeren Schwächephase des Aktienmarkts.

09 · Im Vertrag

Steuern auf deinen Welt-ETF: Das gilt für Rentner

Auch im Ruhestand fallen auf Erträge aus einem Welt-ETF-Steuern an. Die Höhe hängt von deinem persönlichen Steuersatz und der Art des Fonds ab.

Im Ruhestand kannst du die Richtung umkehren: Statt regelmäßig in einen Welt-ETF einzuzahlen, entnimmst du monatlich oder quartalsweise einen festen Betrag. Als Orientierung gilt eine anfängliche Entnahmerate von etwa drei bis vier Prozent des Depotwerts pro Jahr.

Monatliche Raten kommen dem regelmäßigen Einkommensbedarf im Ruhestand am nächsten. Du solltest dein Depot mindestens einmal im Jahr prüfen und die Entnahmerate anpassen, wenn sich dein Vermögen durch Kursverluste oder starke Gewinne verändert hat.

Die Box beschreibt den Ablauf eines Entnahmeplans. Du legst die Höhe der Entnahme fest, wählst das Intervall und prüfst regelmäßig den Depotbestand. Eine anfängliche Entnahmerate von etwa drei bis vier Prozent pro Jahr dient als Orientierung, um das Kapital langfristig zu erhalten.

Steuerliche Eckwerte für deinen Welt-ETF

Sparer-PauschbetragFreibetragPro Person und Jahr bleiben 1000 EUR Kapitalerträge steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 EUR pro Jahr.

10 · Kosten

Rentenlücke schließen: Kann ein Welt-ETF die gesetzliche Rente ergänzen?

Viele Rentner haben eine Lücke zwischen gesetzlicher Rente und tatsächlichem Bedarf. Ein Welt-ETF kann diese Lücke verkleinern, wenn du ihn als langfristige Ergänzung und nicht als kurzfristige Lösung betrachtest.

Auch im Ruhestand fallen auf Erträge aus einem Welt-ETF-Steuern an. Pro Person und Jahr bleiben 1000 EUR Kapitalerträge steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 EUR. Dieser Sparer-Pauschbetrag gilt für alle Kapitalerträge, nicht nur für den Welt-ETF.

Oberhalb des Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Darauf kommen 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag hinzu. Bei Aktienfonds wie einem Welt-ETF bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei, nur auf die restlichen 70 Prozent zahlst du Abgeltungsteuer.

  • Sparer-Pauschbetrag: 1000 EUR pro Person und Jahr steuerfrei, 2000 EUR bei Ehepaaren.
  • Abgeltungsteuer: 25 Prozent auf Kapitalerträge oberhalb des Freibetrags.
  • Solidaritätszuschlag: 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
  • Teilfreistellung: Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei.

Die Box nennt die steuerlichen Eckwerte. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 EUR pro Person und Jahr, bei Ehepaaren bei 2000 EUR. Auf Erträge oberhalb des Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag an. Die Teilfreistellung von 30 Prozent reduziert die Steuerlast bei Aktienfonds.

Bausteine gegen die Rentenlücke

Gesetzliche RenteBasisabsicherung
Betriebliche oder private RentePlanbare Zusatzeinkünfte
Entnahme aus Welt-ETFFlexible Ergänzung
Tagesgeld und FestgeldSicherheitspuffer

11 · Fehler vermeiden

Häufige Fehler bei der Geldanlage mit Welt-ETFs im Ruhestand

Wer im Ruhestand in einen Welt-ETF investiert, sollte typische Fehler vermeiden, die das Vermögen unnötig schmälern oder zu hohe Risiken erzeugen.

Ein Welt-ETF kann die Lücke zwischen gesetzlicher Rente und tatsächlichem Bedarf verkleinern, wenn du ihn als langfristige Ergänzung betrachtest. Er liefert flexible Auszahlungen über einen Entnahmeplan und bleibt gleichzeitig im Markt investiert.

Die gesetzliche Rente bildet die Basisabsicherung. Betriebliche oder private Renten liefern planbare Zusatzeinkünfte. Der Welt-ETF ergänzt diese Bausteine flexibel, während Tagesgeld und Festgeld als Sicherheitspuffer dienen. Die Breite der Balken zeigt die typische Rolle, nicht die konkrete Höhe deiner Einkünfte.

  • Gesetzliche Rente: Basisabsicherung für den Grundbedarf.
  • Betriebliche oder private Rente: planbare Zusatzeinkünfte.
  • Entnahme aus Welt-ETF: flexible Ergänzung für langfristige Bedarfe.
  • Tagesgeld und Festgeld: Sicherheitspuffer für kurzfristige Ausgaben.

Die gesetzliche Rente bildet die Basis, betriebliche oder private Renten liefern planbare Zusatzeinkünfte. Der Welt-ETF ergänzt flexibel, während Tagesgeld und Festgeld als Sicherheitspuffer dienen. Die Breite der Balken zeigt die typische Rolle, nicht die konkrete Höhe.

Diese Fehler solltest du vermeiden

·Gesamtes Vermögen in einen Welt-ETF legen und keinen Sicherheitspuffer für laufende Kosten behalten.
·Bei fallenden Kursen in Panik verkaufen und Verluste dauerhaft festschreiben.
·Zu hohe Entnahmeraten wählen, die das Depot langfristig aufzehren.
·Geld für geplante Ausgaben in unter fünf Jahren in einen Welt-ETF investieren.
·Die Aktienquote starr am Alter ausrichten, ohne persönliche Risikobereitschaft und Kapitalbedarf zu berücksichtigen.
·Steuerliche Freibeträge nicht nutzen und dadurch unnötig Abgeltungsteuer zahlen.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026