Vermoegenswirksame Leistungen Steuer: Dein Schlüssel zu mehr Netto vom Brutto
Vermögenswirksame Leistungen sind ein staatlich gefördertes Sparen, das dir hilft, mit kleinen Beträgen Vermögen aufzubauen. Die Steuer spielt dabei eine wichtige Rolle, denn je nach Anlageform kannst du Zulagen kassieren und Steuern sparen. Hier erfährst du, wie das System funktioniert und wie du es optimal nutzt.
Warum dieses Thema auch dich betrifft
Vielleicht hast du schon einmal von vermögenswirksamen Leistungen gehört, aber nie so richtig verstanden, was es damit auf sich hat. Das ist völlig normal, denn das Thema klingt nach komplizierter Bürokratie. Doch hinter dem sperrigen Begriff steckt ein einfaches Prinzip: dein Arbeitgeber kann dir zusätzlich zum Gehalt Geld für einen Sparvertrag geben. Das ist quasi ein Bonus, den du nicht beantragen musst, sondern einfach mitnehmen kannst.
Das Tolle daran: Der Staat belohnt dieses Sparen mit Zulagen, wenn du nicht zu viel verdienst. Das bedeutet, du bekommst Geld geschenkt, nur weil du einen Teil deines Lohns in einen Bausparvertrag, einen Aktienfonds oder eine andere geförderte Anlage steckst. Für dich als Arbeitnehmer ist das eine der einfachsten Möglichkeiten, langfristig Vermögen aufzubauen, ohne auf dein normales Budget zu achten.
Doch viele Menschen lassen dieses Geld liegen, weil sie nichts davon wissen oder denken, es lohne sich nicht. Dabei geht es nicht um riesige Summen, sondern um einen regelmäßigen Betrag, der über Jahre hinweg durch Zinsen und Zulagen wächst. Wenn du also deine finanzielle Zukunft aktiv gestalten willst, ist das ein Thema, das du nicht ignorieren solltest.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie vermögenswirksame Leistungen funktionieren, welche Steuervorteile es gibt und wie du das Beste aus deinem Geld herausholst. Am Ende weißt du genau, was du tun musst, um von diesem staatlichen Förderprogramm zu profitieren.
Was sind vermögenswirksame Leistungen überhaupt?
Vermögenswirksame Leistungen, oft einfach VL genannt, sind Geldbeträge, die dein Arbeitgeber für dich anlegt. Das kann er freiwillig tun oder weil es in deinem Tarifvertrag festgelegt ist. Der Clou: Diese Beträge fließen nicht auf dein normales Konto, sondern in einen speziellen Sparvertrag, der vom Staat gefördert wird. Du kannst also nicht spontan darüber verfügen, sondern legst das Geld für eine bestimmte Zeit an.
Es gibt verschiedene Anlageformen, in die dein Arbeitgeber das Geld einzahlen kann. Die bekanntesten sind der Bausparvertrag, der Aktienfonds und der Banksparplan. Jede dieser Varianten hat ihre eigenen Regeln, was die Laufzeit und die staatliche Förderung angeht. Wichtig ist, dass du dir einen Vertrag aussuchst, der zu deinen Zielen passt, denn nicht jede Anlageform ist für jeden gleich gut geeignet.
Die Höhe der VL ist nicht gesetzlich festgelegt, aber viele Tarifverträge sehen eine bestimmte Summe vor, oft zwischen 6,65 und 40 Euro pro Monat. Wenn dein Arbeitgeber weniger zahlt, kannst du den Differenzbetrag aus deinem eigenen Nettolohn aufstocken. Das lohnt sich vor allem dann, wenn du dadurch die volle staatliche Zulage bekommst.
Ein wichtiger Punkt: VL sind nicht dasselbe wie eine betriebliche Altersvorsorge. Während die Altersvorsorge auf die Rente abzielt, sind VL für den allgemeinen Vermögensaufbau gedacht. Du kannst sie also auch für andere Zwecke nutzen, zum Beispiel für eine Immobilie oder als finanzielle Reserve. Allerdings gibt es Sperrfristen, die du beachten musst.
Wie funktioniert das Sparen mit VL?
Das Prinzip ist denkbar einfach: Du schließt einen VL-Vertrag ab, zum Beispiel einen Fondssparplan oder einen Bausparvertrag. Diesen Vertrag gibst du deinem Arbeitgeber, der dann monatlich den vereinbarten Betrag einzahlt. Das Geld wird also direkt von deinem Bruttolohn abgezweigt, bevor du es auf dem Konto siehst. So sparst du, ohne es wirklich zu merken.
Die Laufzeit eines VL-Vertrags beträgt in der Regel sieben Jahre. In dieser Zeit zahlst du monatlich einen festen Betrag ein, der sich aus dem Arbeitgeberzuschuss und gegebenenfalls deinem eigenen Anteil zusammensetzt. Nach Ablauf der sieben Jahre hast du eine Sperrfrist von einem Jahr, in der du nicht an das Geld kommst. Erst danach kannst du frei über die angesparte Summe verfügen.
Während der Laufzeit arbeitet dein Geld für dich. Bei einem Fondssparplan investierst du in Aktienfonds, die langfristig eine höhere Rendite erzielen können als klassische Sparbücher. Bei einem Bausparvertrag sicherst du dir ein zinsgünstiges Darlehen für eine spätere Immobilienfinanzierung. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile, die du kennen solltest.
Ein entscheidender Vorteil von VL ist die staatliche Förderung. Wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter bestimmten Grenzen liegt, bekommst du eine Arbeitnehmersparzulage obendrauf. Diese Zulage wird direkt auf deinen Vertrag gutgeschrieben und erhöht deine Rendite spürbar. Die genauen Beträge und Bedingungen ändern sich immer wieder, daher solltest du dich aktuell informieren.
Steuern und VL: Was bedeutet das für dich?
Die gute Nachricht vorweg: Die VL-Zahlungen deines Arbeitgebers sind steuer- und sozialabgabenfrei, solange sie bestimmte Höchstgrenzen nicht überschreiten. Das heißt, du bekommst den vollen Betrag auf deinen Vertrag, ohne dass davon Abzüge gemacht werden. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber einer normalen Gehaltserhöhung, bei der du Steuern und Sozialabgaben zahlen müsstest.
Allerdings gibt es eine Ausnahme: Wenn du deinen eigenen Anteil aus dem Nettolohn aufstockst, dann wurde dieser Betrag bereits versteuert. Das ist aber kein Nachteil, denn du kannst dir diese Steuern unter Umständen zurückholen. Das passiert über die Anlage in deiner Steuererklärung, wo du die VL als Sonderausgaben oder Vorsorgeaufwendungen geltend machen kannst.
Die eigentliche Steuerersparnis kommt über die Arbeitnehmersparzulage. Diese Zulage ist eine direkte staatliche Prämie, die du zusätzlich zu deinen Zinsen oder Renditen erhältst. Sie wird nicht versteuert, sondern einfach auf deinen Vertrag gutgeschrieben. Die Höhe hängt von deinem Einkommen und der gewählten Anlageform ab. Bei einem Bausparvertrag gibt es die Zulage nur, wenn du bestimmte Einkommensgrenzen einhältst.
Wichtig zu wissen: Die Zulage musst du nicht extra beantragen, wenn du eine Steuererklärung machst. Dort trägst du deine VL ein, und das Finanzamt prüft, ob dir die Zulage zusteht. Wenn du keine Steuererklärung machst, bekommst du die Zulage nicht automatisch. Das ist ein häufiger Fehler, den du unbedingt vermeiden solltest.
Kosten und Gebühren: Was musst du beachten?
Bevor du einen VL-Vertrag abschließt, solltest du einen Blick auf die Kosten werfen. Nicht alle Anbieter sind gleich, und die Gebühren können deine Rendite schmälern. Bei Fondssparplänen fallen zum Beispiel Ausgabeaufschläge und laufende Verwaltungsgebühren an. Diese Kosten sind oft nicht transparent, aber sie haben einen großen Einfluss auf deinen Endbetrag.
Ein Bausparvertrag ist in der Regel günstiger, was die laufenden Kosten angeht. Dafür sind die Zinsen niedriger, und du musst eine Abschlussgebühr zahlen, die oft mehrere Prozent der Bausparsumme beträgt. Diese Gebühr wird zu Beginn des Vertrags fällig und kann deine Rendite in den ersten Jahren schmälern. Vergleiche daher verschiedene Anbieter, bevor du dich entscheidest.
Bei Banksparplänen sind die Kosten meist gering, aber die Zinsen sind oft niedriger als bei Fonds. Das kann sich lohnen, wenn du Sicherheit bevorzugst und keine Schwankungen möchtest. Allerdings solltest du bedenken, dass die Inflation deine Kaufkraft langfristig verringert, wenn die Zinsen niedrig sind.
Ein Tipp: Viele Banken und Fondsgesellschaften bieten spezielle VL-Tarife an, die auf die Bedürfnisse von Sparern zugeschnitten sind. Diese haben oft niedrigere Gebühren als Standardprodukte. Vergleiche die Konditionen im Internet oder lass dich von einem unabhängigen Berater unterstützen. So stellst du sicher, dass du nicht unnötig Geld verschenkst.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Die Wahl der richtigen Anlageform hängt von deinen persönlichen Zielen ab. Wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst und bereit bist, Schwankungen zu akzeptieren, sind Aktienfonds eine gute Wahl. Sie haben historisch gesehen die höchste Rendite, aber auch ein höheres Risiko. Wenn du eher sicher sparen möchtest, ist ein Bausparvertrag oder Banksparplan besser geeignet.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Einkommensgrenze für die Arbeitnehmersparzulage. Wenn du über dieser Grenze liegst, bekommst du keine Zulage, und die Steuervorteile sind geringer. In diesem Fall kann es trotzdem sinnvoll sein, VL zu nutzen, weil du von den Zinsen und dem Arbeitgeberzuschuss profitierst. Aber du solltest die Kosten genau prüfen.
Achte auch auf die Laufzeit und die Sperrfrist. Wenn du weißt, dass du in den nächsten Jahren Geld brauchst, ist ein VL-Vertrag vielleicht nicht die beste Wahl. Die Sperrfrist von einem Jahr nach der Ansparphase kann dich daran hindern, schnell auf dein Geld zuzugreifen. Plane also langfristig und überlege, ob du das Geld wirklich für sieben Jahre entbehren kannst.
Schließlich solltest du prüfen, ob dein Arbeitgeber überhaupt VL zahlt. Viele Tarifverträge sehen das vor, aber nicht alle Arbeitgeber tun es freiwillig. Wenn dein Arbeitgeber keine VL zahlt, kannst du trotzdem einen Vertrag abschließen und selbst einzahlen. Das lohnt sich vor allem dann, wenn du die staatliche Zulage bekommst.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
Ein häufiger Fehler ist, keinen VL-Vertrag abzuschließen, obwohl der Arbeitgeber bereit ist zu zahlen. Das ist verschenktes Geld, denn du bekommst einen Zuschuss, ohne etwas dafür tun zu müssen. Viele Menschen scheuen den Papierkram, aber der Aufwand ist gering und die Vorteile sind langfristig spürbar.
Ein weiterer Fehler ist, die Arbeitnehmersparzulage nicht zu beantragen. Das passiert oft, wenn du keine Steuererklärung machst. Die Zulage wird nicht automatisch ausgezahlt, sondern nur auf Antrag. Wenn du also VL hast, solltest du unbedingt eine Steuererklärung einreichen, auch wenn du sonst keine machen würdest.
Manche Leute wählen die falsche Anlageform für ihre Bedürfnisse. Zum Beispiel ein Bausparvertrag, obwohl sie gar keine Immobilie kaufen wollen. Das kann sinnvoll sein, wenn du die Zulage mitnehmen willst, aber die Rendite ist oft niedriger als bei Fonds. Überlege also genau, was du mit dem Geld erreichen willst.
Schließlich solltest du nicht vergessen, deinen VL-Vertrag regelmäßig zu überprüfen. Die Konditionen können sich ändern, und es gibt möglicherweise bessere Angebote auf dem Markt. Ein Wechsel ist aber nicht immer einfach, weil du die Sperrfrist beachten musst. Informiere dich daher rechtzeitig über deine Optionen.
So gehst du Schritt für Schritt vor
Der erste Schritt ist, herauszufinden, ob dein Arbeitgeber VL zahlt. Schau in deinen Arbeitsvertrag oder frage direkt in der Personalabteilung nach. Wenn dein Arbeitgeber keine VL zahlt, kannst du trotzdem einen Vertrag abschließen und selbst einzahlen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du die staatliche Zulage bekommst.
Der zweite Schritt ist die Auswahl eines passenden VL-Vertrags. Vergleiche verschiedene Anbieter und Anlageformen, achte auf Kosten und Rendite. Du kannst dich auch von deiner Bank oder einem unabhängigen Berater unterstützen lassen. Wichtig ist, dass der Vertrag die Voraussetzungen für die Arbeitnehmersparzulage erfüllt.
Der dritte Schritt ist, den Vertrag abzuschließen und deinem Arbeitgeber die Vertragsdaten zu übermitteln. Das geht meist formlos per Formular. Dein Arbeitgeber zahlt dann monatlich den vereinbarten Betrag ein. Wenn du selbst etwas aufstocken willst, musst du das deinem Arbeitgeber mitteilen, damit er den Betrag entsprechend anpasst.
Der vierte Schritt ist, deine VL in der Steuererklärung anzugeben. Dafür gibt es ein eigenes Formular, die Anlage VL. Dort trägst du die eingezahlten Beträge ein, und das Finanzamt prüft, ob dir die Arbeitnehmersparzulage zusteht. Wenn du unsicher bist, lass dich von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater unterstützen.
Fazit: Dein Weg zu mehr Vermögen mit VL
Vermögenswirksame Leistungen sind eine einfache und effektive Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. Du profitierst von Arbeitgeberzuschüssen, staatlichen Zulagen und Steuervorteilen, ohne viel Aufwand betreiben zu müssen. Der Schlüssel ist, die richtige Anlageform zu wählen und die Steuererklärung nicht zu vergessen.
Auch wenn die monatlichen Beträge klein erscheinen mögen, summieren sie sich über die Jahre zu einer beachtlichen Summe. Mit Zinseszins und Zulagen kannst du dein Geld deutlich vermehren. Das ist eine Chance, die du nicht liegen lassen solltest, denn sie kostet dich kaum etwas.
Wenn du jetzt aktiv wirst, kannst du schon in wenigen Jahren von den Ergebnissen profitieren. Ob für eine Immobilie, die Altersvorsorge oder einfach als finanzielle Sicherheit, VL sind ein flexibles Werkzeug. Informiere dich, vergleiche Angebote und starte noch heute deinen ersten Vertrag.
Denke daran: Der Staat will dich beim Sparen unterstützen, aber du musst den ersten Schritt machen. Nutze die Gelegenheit und sichere dir deinen Anteil am staatlichen Förderprogramm. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Dein VL-Vertrag bleibt bestehen, auch wenn du den Arbeitgeber wechselst. Du musst deinem neuen Arbeitgeber nur die Vertragsdaten mitteilen, damit er die Zahlungen fortsetzen kann. Wenn dein neuer Arbeitgeber keine VL zahlt, kannst du die Raten selbst weiterzahlen.
In der Regel nein, die Sperrfrist beträgt ein Jahr nach der siebenjährigen Ansparphase. Es gibt jedoch Ausnahmen, zum Beispiel bei Arbeitslosigkeit oder Erwerbsminderung. In solchen Fällen kannst du einen Antrag auf vorzeitige Auszahlung stellen.
Die Auszahlung selbst ist nicht steuerpflichtig, da die Beiträge bereits versteuert wurden oder steuerfrei waren. Allerdings können Zinsen oder Renditen aus dem Vertrag steuerpflichtig sein, wenn sie über dem Sparerpauschbetrag liegen. Das musst du in deiner Steuererklärung angeben.
Es gibt keinen Unterschied, beide Begriffe bezeichnen dasselbe. Vermögenswirksame Leistungen sind die offizielle Bezeichnung, während vermögensbildende Leistungen eine umgangssprachliche Variante ist. Beide meinen die staatlich geförderten Sparbeiträge.
Die Höhe hängt von deinem Einkommen und der Anlageform ab. Bei einem Bausparvertrag beträgt die Zulage rund 9 Prozent der Einzahlungen, bei einem Aktienfonds rund 20 Prozent. Die genauen Beträge und Einkommensgrenzen werden regelmäßig angepasst, informiere dich aktuell.
Ja, du kannst mehrere Verträge haben, aber die staatliche Förderung gibt es nur für einen Vertrag pro Jahr. Das heißt, du kannst die Zulage nur einmal beantragen. Es kann trotzdem sinnvoll sein, mehrere Verträge zu haben, wenn du mehr sparen willst.
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