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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Thesaurierender ETF Auszahlplan: Dein Fahrplan für regelmäßige Entnahmen

Du hast in einen thesaurierenden ETF investiert, der Gewinne automatisch reinvestiert. Jetzt möchtest du dir etwas auszahlen lassen. Wir erklären dir, wie ein Auszahlplan trotzdem funktioniert und worauf du achten musst.

ETF EntnahmeAuszahlplanDepot Strategie
Funktioniert das?
Ja, sicher.
Du verkaufst einfach Anteile nach Bedarf.
Ist das sinnvoll?
Durchaus.
Steuerlich oft sogar besser als Ausschütter.
Brauche ich das?
Nur bei Bedarf.
Wenn du regelmäßig Geld aus dem Depot brauchst.
Wie starte ich?
Anteile verkaufen.
Wähle einen festen Betrag oder Zeitraum.

Warum dieses Thema auch dich betrifft

Vielleicht hast du schon einmal von ETFs gehört und dich gefragt, ob das etwas für dich ist. ETFs sind eine beliebte Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. Ein thesaurierender ETF legt die erwirtschafteten Erträge, wie Dividenden, automatisch wieder an. Das klingt erst einmal nach einem cleveren Plan für die Zukunft.

Doch was passiert, wenn du dieses Geld später einmal brauchst? Genau hier kommt der Auszahlplan ins Spiel. Viele denken, dass ein thesaurierender ETF nur zum Sparen geeignet ist. Das ist ein Irrtum. Du kannst auch aus einem solchen Depot regelmäßig Geld entnehmen. Das ist besonders relevant, wenn du dir ein zusätzliches Einkommen im Ruhestand aufbauen möchtest oder eine größere Anschaffung planst.

Die gute Nachricht ist: Du musst kein Finanzexperte sein, um das zu verstehen. Die Mechanismen sind einfacher, als viele glauben. Es geht darum, die Grundlagen zu kennen und die richtigen Entscheidungen für deine persönliche Situation zu treffen. Dieser Ratgeber hilft dir dabei, den Durchblick zu bekommen.

Wir führen dich Schritt für Schritt durch das Thema. Du erfährst, was ein thesaurierender ETF ist, wie ein Auszahlplan funktioniert und welche Stellschrauben du beachten solltest. Am Ende hast du einen klaren Fahrplan, wie du vorgehen kannst. Du bist also genau richtig hier, wenn du deine Finanzen selbst in die Hand nehmen willst.

26,375 %
Abgeltungsteuer auf Kursgewinne (inkl. Soli, ohne Kirchensteuer).
1.000 €
Sparerpauschbetrag pro Person, den du nutzen solltest.
2,5 %
Faustformel für eine nachhaltige Entnahmerate (qualitativ).

Die Grundlagen: Was ist ein ETF und was bedeutet thesaurierend?

Ein ETF, das ist ein börsengehandelter Indexfonds. Stell dir vor, du kaufst einen Korb voller verschiedener Aktien oder Anleihen mit einem einzigen Kauf. Dieser Korb bildet einen Index nach, zum Beispiel den DAX oder den MSCI World. So investierst du breit gestreut und reduzierst das Risiko, das du mit einer einzelnen Aktie hättest.

Der Begriff thesaurierend klingt kompliziert, ist aber leicht zu verstehen. Er bedeutet, dass die Erträge, die der Fonds erwirtschaftet, nicht an dich ausgeschüttet, sondern direkt wieder im Fonds angelegt werden. Das ist wie beim Zinseszinseffekt: Dein Investment wächst dadurch über die Jahre stärker, weil du auf bereits erwirtschaftete Gewinne weitere Gewinne erzielst.

Das Gegenteil ist ein ausschüttender ETF. Bei diesem bekommst du die Erträge regelmäßig auf dein Konto überwiesen. Das kann ein nettes Zubrot sein, aber es fehlt dir das Geld für die Wiederanlage. Bei einem thesaurierenden ETF passiert das automatisch für dich. Du musst dich um nichts kümmern, was besonders für langfristig orientierte Anleger praktisch ist.

Für den Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante oft die bessere Wahl. Du profitierst vom Wachstum deiner Erträge. Wenn du jedoch ein regelmäßiges Einkommen benötigst, stellt sich die Frage, wie du an dein Geld kommst. Die Antwort darauf ist der Auszahlplan, den wir dir im nächsten Abschnitt genauer vorstellen.

So funktioniert ein Auszahlplan mit einem thesaurierenden ETF

Ein Auszahlplan ist im Grunde das Gegenteil eines Sparplans. Bei einem Sparplan kaufst du regelmäßig Anteile eines Fonds. Bei einem Auszahlplan verkaufst du regelmäßig Anteile, um dir einen bestimmten Betrag auszahlen zu lassen. Das kann monatlich, vierteljährlich oder in einem anderen Rhythmus passieren.

Du legst also fest, wie viel Geld du pro Intervall erhalten möchtest. Dein Broker verkauft dann automatisch die entsprechende Anzahl deiner ETF-Anteile und überweist dir den Erlös. So erhältst du ein regelmäßiges Einkommen aus deinem Depot, ohne dass du jedes Mal selbst aktiv werden musst. Das ist ein großer Komfortgewinn.

Ein wichtiger Punkt ist, dass du bei einem thesaurierenden ETF keine laufenden Ausschüttungen erhältst. Du musst also Anteile verkaufen, um an Geld zu kommen. Das ist aber kein Nachteil, sondern kann sogar steuerlich vorteilhaft sein. Denn du zahlst Steuern nur auf den Gewinn, der beim Verkauf anfällt, und nicht auf die gesamten Ausschüttungen.

Die Höhe der Auszahlung bestimmst du selbst. Du kannst den Betrag jederzeit anpassen, wenn sich deine Lebensumstände ändern. Wichtig ist, dass du nicht mehr entnimmst, als dein Depot langfristig hergibt. Sonst riskierst du, dein Vermögen vorzeitig aufzubrauchen. Eine Faustregel besagt, dass eine Entnahmerate von zwei bis drei Prozent pro Jahr als nachhaltig gilt.

Kosten und Steuern: Das musst du bei der Entnahme beachten

Bevor du mit einem Auszahlplan startest, solltest du dir über die anfallenden Kosten im Klaren sein. Dazu gehören die Gebühren deines Brokers für den Verkauf von Anteilen. Viele Neobroker bieten mittlerweile kostenlose Auszahlpläne an, aber das ist nicht überall der Fall. Ein genauer Blick in das Preisverzeichnis lohnt sich.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Besteuerung. Wenn du ETF-Anteile verkaufst, musst du auf die erzielten Gewinne Abgeltungsteuer zahlen. Diese beträgt rund 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Es gibt jedoch einen Freibetrag, den Sparerpauschbetrag. Dieser liegt bei rund 1.000 Euro pro Person und Jahr. Du solltest diesen unbedingt ausnutzen, um Steuern zu sparen.

Bei einem thesaurierenden ETF gibt es eine Besonderheit: die Vorabpauschale. Diese wird jährlich berechnet und besteuert, auch wenn du keine Ausschüttung erhältst. Sie soll die Steuerlast angleichen. Die Vorabpauschale wird auf deine späteren Verkaufsgewinne angerechnet, sodass du nicht doppelt besteuert wirst. Das klingt kompliziert, ist aber in der Praxis gut geregelt.

Du musst dir keine Sorgen machen, dass du die Steuern selbst berechnen musst. Dein Broker übernimmt das automatisch für dich. Er führt die Abgeltungsteuer direkt an das Finanzamt ab. Du erhältst dann nur noch den Nettobetrag auf dein Konto. Trotzdem ist es hilfreich, die Grundlagen zu verstehen, um deine Entnahmen optimal zu planen.

Worauf du bei der Auswahl deines Auszahlplans achten solltest

Nicht jeder Auszahlplan ist gleich. Es gibt einige Kriterien, die du beachten solltest, um die für dich beste Lösung zu finden. Zunächst einmal ist die Flexibilität entscheidend. Kannst du die Höhe der Auszahlung jederzeit ändern? Kannst du den Plan pausieren oder beenden, wenn du das Geld doch nicht brauchst?

Ein weiteres Kriterium ist die Häufigkeit der Auszahlungen. Möchtest du monatlich, vierteljährlich oder jährlich Geld erhalten? Das hängt von deinen persönlichen Bedürfnissen ab. Manche Menschen bevorzugen ein festes monatliches Gehalt, andere kommen mit vierteljährlichen Zahlungen besser zurecht. Dein Broker sollte dir hier verschiedene Optionen anbieten.

Achte auch auf die Kostenstruktur. Einige Anbieter verlangen eine Gebühr pro Auszahlung, andere bieten kostenlose Pläne an. Diese Kosten können sich über die Jahre summieren und deine Rendite schmälern. Ein Vergleich lohnt sich also. Achte darauf, dass die Gebühren transparent und fair sind.

Schließlich solltest du prüfen, ob der Auszahlplan zu deinem Depot und deinen ETFs passt. Die meisten Pläne funktionieren mit den gängigen ETFs. Es gibt aber auch Anbieter, die nur bestimmte Fonds unterstützen. Stelle sicher, dass dein gewünschter thesaurierender ETF im Angebot ist, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest.

Typische Fehler, die du bei der Entnahme vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, eine zu hohe Entnahmerate zu wählen. Wenn du zu viel Geld aus deinem Depot entnimmst, kann es sein, dass dein Vermögen schneller schrumpft, als du denkst. Besonders in Phasen fallender Kurse kann das problematisch sein. Eine nachhaltige Entnahmerate von zwei bis drei Prozent pro Jahr ist eine gute Orientierung.

Ein weiterer Fehler ist, den Sparerpauschbetrag nicht zu nutzen. Wenn du deine Gewinne nicht realisierst, verfällt der Freibetrag am Jahresende. Du kannst ihn aber nutzen, um Steuern zu sparen. Das geht zum Beispiel, indem du Anteile verkaufst und später wieder kaufst. So realisierst du Gewinne, ohne Steuern zu zahlen.

Viele Anleger vergessen auch, ihre Entnahmestrategie regelmäßig zu überprüfen. Deine Lebensumstände ändern sich, und damit auch dein Kapitalbedarf. Ein Auszahlplan ist keine Einbahnstraße. Du solltest ihn regelmäßig anpassen, um sicherzustellen, dass er noch zu deiner Situation passt. Ein jährlicher Check ist empfehlenswert.

Schließlich solltest du nicht alles auf eine Karte setzen. Eine breite Streuung deines Depots ist auch bei der Entnahme wichtig. Wenn du nur in einen einzigen ETF investiert bist, kann das riskant sein. Überlege, ob du dein Portfolio diversifizierst, um das Risiko zu reduzieren. Das gilt sowohl für die Anspar- als auch für die Entnahmephase.

Dein Fahrplan: So setzt du den Auszahlplan in die Praxis um

Der erste Schritt ist, deine finanzielle Situation zu analysieren. Wie viel Geld benötigst du regelmäßig aus deinem Depot? Welche anderen Einkommensquellen hast du? Wie hoch ist dein Vermögen? Diese Fragen solltest du ehrlich beantworten, um eine realistische Entnahmerate festzulegen.

Im zweiten Schritt wählst du einen passenden Broker aus. Vergleiche die Angebote hinsichtlich Kosten, Flexibilität und angebotener ETFs. Achte darauf, dass der Anbieter einen Auszahlplan für thesaurierende ETFs anbietet. Viele Direktbanken und Neobroker haben hier in den letzten Jahren ihr Angebot ausgebaut.

Danach richtest du den Auszahlplan ein. Du legst fest, welchen Betrag du in welchem Rhythmus erhalten möchtest. Du bestimmst, aus welchem ETF die Anteile verkauft werden sollen. Das geht in der Regel online in wenigen Minuten. Dein Broker übernimmt dann die Abwicklung automatisch.

Zum Schluss solltest du deinen Plan regelmäßig überwachen und anpassen. Prüfe mindestens einmal im Jahr, ob die Entnahmerate noch zu deiner Lebenssituation passt. Überlege, ob du dein Portfolio anpassen möchtest. Ein Auszahlplan ist ein flexibles Instrument, das du jederzeit ändern kannst. Nutze diese Flexibilität zu deinem Vorteil.

Alternative Strategien: Ausschütter oder Teilverkauf?

Der Auszahlplan mit einem thesaurierenden ETF ist nicht die einzige Möglichkeit, an dein Geld zu kommen. Eine Alternative ist die Investition in einen ausschüttenden ETF. Dieser zahlt dir regelmäßig Erträge aus, ohne dass du Anteile verkaufen musst. Das kann ein Gefühl von Sicherheit geben, ist aber steuerlich oft weniger effizient.

Eine weitere Strategie ist der manuelle Teilverkauf. Du verkaufst selbst Anteile, wann immer du Geld benötigst. Das gibt dir maximale Flexibilität, erfordert aber auch mehr Disziplin und Aufmerksamkeit. Du musst selbst daran denken, Anteile zu verkaufen und die Steuern im Blick zu behalten.

Die Wahl der richtigen Strategie hängt von deinen persönlichen Vorlieben ab. Wenn du ein automatisches Einkommen möchtest, ist der Auszahlplan ideal. Wenn du flexibel bleiben möchtest, ist der manuelle Verkauf vielleicht besser. Du kannst auch eine Kombination aus beidem wählen, um die Vorteile zu nutzen.

Wichtig ist, dass du dich nicht überforderst. Es gibt kein richtig oder falsch, sondern nur das, was zu dir passt. Informiere dich gut und scheue dich nicht, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Ein gut geplanter Entnahmeprozess kann dir helfen, dein Vermögen optimal zu nutzen.

Fazit: Dein Weg in die finanzielle Unabhängigkeit

Ein thesaurierender ETF Auszahlplan ist eine hervorragende Möglichkeit, sich ein regelmäßiges Einkommen aus dem eigenen Vermögen zu sichern. Du musst keine Anteile verkaufen, wenn du es nicht willst, und profitierst gleichzeitig von den Vorteilen der Wiederanlage. Die Umsetzung ist einfacher, als du vielleicht denkst.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Planung. Setze dir realistische Ziele, wähle eine nachhaltige Entnahmerate und überprüfe deine Strategie regelmäßig. Achte auf die Kosten und nutze deinen Sparerpauschbetrag, um Steuern zu sparen. Mit diesen Grundlagen bist du gut gerüstet.

Du musst kein Finanzprofi sein, um das zu schaffen. Die Mechanismen sind verständlich und die Werkzeuge sind heute für jeden zugänglich. Mit etwas Geduld und Disziplin kannst du deine finanzielle Zukunft selbst in die Hand nehmen. Der Weg in die Unabhängigkeit beginnt mit dem ersten Schritt.

Nutze die Informationen aus diesem Ratgeber, um deine Entscheidung zu treffen. Du hast jetzt das Wissen, um einen Auszahlplan einzurichten und dein Vermögen clever zu nutzen. Starte noch heute mit der Planung und du wirst sehen, wie einfach es sein kann. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

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Möchtest du monatlich ein festes Einkommen aus deinem Depot?
Hast du deinen Freibetrag schon ausgeschöpft?
Kannst du Kursschwankungen bei der Entnahme verkraften?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, das ist möglich. Du verkaufst einfach regelmäßig Anteile deines ETFs. Der Broker überweist dir den Erlös automatisch auf dein Konto. Es ist also kein Problem, dass der Fonds keine laufenden Ausschüttungen vornimmt.

In vielen Fällen ja. Du zahlst Steuern nur auf die realisierten Gewinne beim Verkauf. Bei einem ausschüttenden ETF werden die Erträge sofort besteuert. Du kannst die Steuerlast also selbst steuern und deinen Freibetrag optimal nutzen.

Eine nachhaltige Entnahmerate liegt bei etwa zwei bis drei Prozent pro Jahr. Das bedeutet, du entnimmst jährlich zwei bis drei Prozent deines Depotwerts. So stellst du sicher, dass dein Vermögen nicht zu schnell aufgebraucht wird und weiter wachsen kann.

Wenn die Kurse fallen, verkaufst du bei einem Auszahlplan mehr Anteile, um auf den gleichen Geldbetrag zu kommen. Das kann dein Depot schneller schrumpfen lassen. Eine flexible Entnahmestrategie, die sich an der Marktlage orientiert, kann hier helfen.

Ja, in der Regel kannst du die Höhe der Auszahlung, den Rhythmus und den ETF jederzeit anpassen. Die meisten Broker bieten diese Flexibilität an. Es ist sinnvoll, deinen Plan regelmäßig zu überprüfen und an deine Lebensumstände anzupassen.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.