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FinanzbildungInvestieren7 Min.

Staatsanleihen kaufen: Dein sicherer Einstieg in die Welt der festen Zinsen

Staatsanleihen klingen nach grauer Theorie, sind aber ein praktischer Baustein für deine Geldanlage. Wir erklären dir, wie du sie kaufst, welche Kosten auf dich zukommen und worauf du 2026 wirklich achten solltest.

BundeswertpapiereFestzinsEinsteiger
Brauche ich das?
Für Sicherheitsbaustein
Staatsanleihen gleichen Kursschwankungen bei Aktien aus.
Wie viel Geld?
Schon ab 25 Euro
Bei Bundesschatzbriefen ist der Einstieg sehr niedrigschwellig.
Wie riskant?
Sehr gering
Bei deutschen Staatsanleihen gilt das Ausfallrisiko als minimal.
Wie kaufen?
Über Depot oder direkt
Du kannst sie an der Börse oder direkt bei der Bundesbank ordern.

Warum Staatsanleihen auch dich betreffen

Vielleicht denkst du, Staatsanleihen sind etwas für Großinvestoren und Pensionsfonds. Doch das ist ein Irrtum. Auch für dich als Privatanleger können sie eine sinnvolle Ergänzung sein, besonders wenn du dein Geld sicher und planbar anlegen möchtest. Sie sind der Gegenpol zu Aktien, die stark schwanken können.

Der Staat, genauer gesagt die Bundesrepublik Deutschland, nimmt sich Geld von Bürgern und Institutionen, um Investitionen zu tätigen oder laufende Ausgaben zu finanzieren. Dafür gibt er Wertpapiere aus, die du kaufen kannst. Im Gegenzug erhältst du regelmäßige Zinszahlungen und am Ende der Laufzeit dein eingesetztes Kapital zurück.

Für dich bedeutet das: Du wirst zum Gläubiger des Staates. Das klingt mächtig, ist aber ein ganz normaler Vorgang. Millionen Deutsche halten direkt oder indirekt über Fonds solche Papiere. Es ist eine der ältesten und bewährtesten Formen der Geldanlage überhaupt.

Gerade in Zeiten von wirtschaftlicher Unsicherheit oder Inflation schauen viele Anleger auf Staatsanleihen. Sie bieten eine hohe Planbarkeit, denn du weißt von Anfang an, welche Zinsen du bekommst. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Aktien, bei denen niemand die zukünftige Entwicklung kennt.

2,5 Billionen Euro
beträgt die gesamte deutsche Staatsverschuldung
25 Euro
Minimum für den Kauf eines Bundesschatzbriefes
10 bis 30 Jahre
Laufzeit klassischer deutscher Staatsanleihen

Was ist eine Staatsanleihe überhaupt?

Im Kern ist eine Staatsanleihe ein Schuldschein. Der Staat verspricht dir schriftlich, dir dein geliehenes Geld nach einer bestimmten Zeit zurückzuzahlen und dir bis dahin einen festen Zins zu zahlen. Dieses Versprechen ist rechtlich bindend und sehr verlässlich, besonders in Deutschland.

Es gibt verschiedene Arten von Staatsanleihen. Die bekanntesten sind die Bundesanleihen mit Laufzeiten von zehn bis dreißig Jahren. Daneben gibt es Bundesobligationen mit fünf Jahren Laufzeit und Bundesschatzbriefe, die du schon nach einem Jahr kündigen kannst. Für Einsteiger sind die kürzeren Laufzeiten oft besser geeignet.

Der Nennwert einer Anleihe beträgt in der Regel 1.000 Euro, du kannst aber auch Bruchstücke kaufen. Das funktioniert ähnlich wie bei Aktien, wo du nicht ein ganzes Stück kaufen musst. So kommst du schon mit kleinen Beträgen in den Genuss der festen Zinsen.

Wichtig ist der Unterschied zwischen dem Zins, den du bekommst, und dem Kurs, zu dem du die Anleihe kaufst. Der Kurs kann schwanken, besonders wenn die allgemeinen Zinsen am Markt steigen oder fallen. Wenn du die Anleihe aber bis zum Ende der Laufzeit hältst, bekommst du deinen Einsatz garantiert zurück.

So funktioniert der Kauf und die Zinszahlung

Wenn du eine Staatsanleihe kaufst, zahlst du einen bestimmten Betrag, den sogenannten Kaufpreis. Dieser kann über oder unter dem Nennwert liegen, je nachdem, wie sich die Zinsen seit der Ausgabe entwickelt haben. Der Staat zahlt dir dann in der Regel einmal im Jahr die Zinsen auf dein Konto.

Nehmen wir an, du kaufst eine Anleihe mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent und einem Nennwert von 1.000 Euro. Dann bekommst du jedes Jahr 25 Euro Zinsen. Nach Ablauf der Laufzeit, zum Beispiel nach zehn Jahren, erhältst du deine 1.000 Euro zurück. Das ist ein einfaches und transparentes Prinzip.

Du hast aber auch die Möglichkeit, die Anleihe vor dem Ende der Laufzeit zu verkaufen. Dann hängt dein Gewinn oder Verlust vom aktuellen Kurs ab. Wenn die Zinsen am Markt gestiegen sind, ist deine Anleihe mit dem niedrigeren Zins weniger wert. Sind die Zinsen gefallen, steigt dein Kurs.

Für Einsteiger empfehlen wir, die Anleihe bis zum Ende der Laufzeit zu halten. So vermeidest du Kursschwankungen und weißt genau, was du am Ende bekommst. Diese Strategie nennt man auch Buy and Hold und sie ist bei Staatsanleihen besonders beliebt.

Welche Kosten kommen auf dich zu?

Die Kosten für den Kauf von Staatsanleihen sind in Deutschland vergleichsweise gering. Wenn du direkt bei der Bundesbank über das sogenannte Bundesschuldenverwaltung kaufst, fallen für Bundeswertpapiere keine Gebühren an. Das ist der günstigste Weg, um in deutsche Staatsanleihen zu investieren.

Wenn du über dein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker kaufst, zahlst du eine Ordergebühr. Diese liegt je nach Anbieter zwischen einigen Euro und einem Prozent des Kaufbetrags. Es lohnt sich, die Preisverzeichnisse zu vergleichen, denn die Unterschiede sind groß.

Zusätzlich gibt es den sogenannten Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Dieser ist bei deutschen Staatsanleihen sehr eng, da sie sehr liquide sind. Das bedeutet, du kannst sie jederzeit schnell verkaufen, ohne große Abschläge in Kauf nehmen zu müssen.

Achte außerdem auf die Depotgebühr deiner Bank. Manche Institute verlangen eine jährliche Gebühr für die Verwahrung deiner Wertpapiere. Diese kann bei einigen Direktbanken entfallen, wenn du bestimmte Bedingungen erfüllst. Kalkuliere diese Kosten in deine Rendite ein.

Worauf du beim Kauf unbedingt achten solltest

Der wichtigste Faktor ist die Laufzeit. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zins, aber auch desto größer das Risiko von Kursschwankungen. Für Einsteiger sind Laufzeiten zwischen zwei und fünf Jahren oft ein guter Kompromiss aus Rendite und Sicherheit.

Achte auf den Zinssatz, den du bekommst. Dieser wird bei der Ausgabe festgelegt und bleibt für die gesamte Laufzeit gleich. Vergleiche die Konditionen verschiedener Laufzeiten und entscheide, ob der Zins für deine Ziele ausreichend ist. Bedenke dabei auch die Inflation.

Informiere dich über die steuerliche Behandlung. Zinserträge aus Staatsanleihen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Du hast aber einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person, den du nutzen solltest.

Überlege dir genau, ob du das Geld für die gesamte Laufzeit entbehren kannst. Auch wenn du vorzeitig verkaufen kannst, solltest du das nicht einplanen. Ein Verkauf vor dem Ende kann zu Verlusten führen, wenn der Kurs gerade ungünstig steht. Plane also langfristig.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, alles Geld in eine einzige Anleihe zu stecken. Auch wenn deutsche Staatsanleihen sehr sicher sind, ist es klüger, dein Vermögen zu streuen. Kombiniere sie mit Aktien oder anderen Anlageklassen, um dein Risiko zu minimieren.

Viele Anleger ignorieren die Inflation. Wenn die Teuerungsrate höher ist als dein Zins, verlierst du real an Kaufkraft. Eine Anleihe mit 2 Prozent Zins bei 3 Prozent Inflation bedeutet einen realen Verlust. Achte also auf die sogenannte Realrendite, nicht nur auf den nominalen Zins.

Ein weiterer Fehler ist der Kauf von Anleihen mit sehr langer Laufzeit, ohne die Risiken zu verstehen. Wenn du in zehn Jahren vielleicht Geld brauchst, ist eine 30-jährige Anleihe die falsche Wahl. Passe die Laufzeit immer an deinen Anlagehorizont an.

Vergiss nicht, die Kosten zu prüfen. Manche Banken verlangen hohe Gebühren für den Kauf von Anleihen, die deine Rendite schmälern. Nutze günstige Direktbanken oder den direkten Weg über die Bundesbank, um unnötige Kosten zu vermeiden.

Dein konkreter Fahrplan für den Einstieg

Zuerst solltest du dein Anlageziel definieren. Willst du Geld für eine bestimmte Anschaffung in drei Jahren sicher parken? Oder suchst du einen stabilen Baustein für deine Altersvorsorge? Dein Ziel bestimmt die passende Laufzeit und den Betrag, den du investierst.

Im zweiten Schritt eröffnest du ein Wertpapierdepot, falls du noch keins hast. Das geht online bei vielen Banken in wenigen Minuten. Achte auf niedrige Gebühren und eine benutzerfreundliche Oberfläche. Alternativ kannst du direkt bei der Bundesbank ein Konto für Bundesschatzbriefe eröffnen.

Dann informierst du dich über die aktuellen Konditionen. Auf der Website der Bundesbank findest du alle laufenden Auktionen und die aktuellen Zinssätze für Bundeswertpapiere. Vergleiche die verschiedenen Laufzeiten und wähle die Anleihe, die am besten zu deinem Ziel passt.

Schließlich gibst du deine Order auf. Das geht entweder über dein Depot mit einer Wertpapierkennnummer oder direkt bei der Bundesbank. Überweise den Kaufbetrag und schon bist du Besitzer einer Staatsanleihe. Überwache dein Investment regelmäßig, aber lass dich nicht von kurzfristigen Kursschwankungen verunsichern.

Staatsanleihen im Vergleich zu anderen Anlagen

Im Vergleich zu Tagesgeld bieten Staatsanleihen oft einen höheren Zins, dafür ist dein Geld für die Laufzeit gebunden. Tagesgeld ist flexibler, aber die Zinsen können jederzeit sinken. Eine Anleihe sichert dir den Zins für die gesamte Laufzeit, was ein großer Vorteil ist.

Gegenüber Aktien sind Staatsanleihen deutlich sicherer, aber auch renditeschwächer. Während Aktien langfristig höhere Gewinne versprechen, können sie auch stark einbrechen. Staatsanleihen sind der Ruhepol in deinem Depot, der für Stabilität sorgt.

Unternehmensanleihen von Firmen zahlen oft höhere Zinsen als Staatsanleihen, bergen aber ein höheres Ausfallrisiko. Wenn das Unternehmen pleitegeht, verlierst du dein Geld. Deutsche Staatsanleihen gelten als nahezu risikofrei, da der Staat sich nicht so leicht für zahlungsunfähig erklären kann.

Für die meisten Anleger ist eine Mischung aus verschiedenen Anlageklassen sinnvoll. Ein kleiner Teil in Staatsanleihen, ein größerer Teil in breit gestreute Aktienfonds. So profitierst du von den Chancen der Börse und schläfst dank der Sicherheit der Anleihen ruhig.

Deine nächsten Schritte und weitere Ressourcen

Du musst kein Finanzprofi sein, um Staatsanleihen zu kaufen. Mit den Grundlagen aus diesem Artikel bist du gut vorbereitet. Der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen und dein Geld nicht auf dem Girokonto liegen zu lassen, wo es keine Zinsen bringt.

Besuche die Website der Bundesbank und informiere dich über die aktuellen Konditionen. Dort findest du auch Erklärvideos und Broschüren, die dir den Einstieg erleichtern. Die Bundesbank ist eine neutrale und kostenlose Quelle für alle Fragen rund um Bundeswertpapiere.

Sprich mit deiner Bank oder deinem Broker über die Möglichkeiten. Viele Institute bieten auch Sparpläne auf Staatsanleihen an, mit denen du regelmäßig kleine Beträge investieren kannst. Das ist eine bequeme Art, langfristig Vermögen aufzubauen.

Denke daran: Staatsanleihen sind kein Selbstläufer, aber ein wichtiger Baustein. Kombiniere sie mit anderen Anlagen, achte auf die Kosten und halte deine Anleihen bis zum Ende der Laufzeit. Dann kannst du von den Vorteilen profitieren, ohne böse Überraschungen zu erleben.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du dein Geld für mindestens ein Jahr entbehren?
Möchtest du feste Zinsen statt Kursschwankungen?
Ist dir Sicherheit wichtiger als hohe Rendite?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, deutsche Staatsanleihen gelten als eine der sichersten Geldanlagen überhaupt. Das Risiko, dass der Staat seine Schulden nicht zurückzahlt, ist extrem gering. Dennoch unterliegen die Kurse während der Laufzeit Schwankungen, wenn du vorzeitig verkaufst.

Du kannst schon mit 25 Euro in Bundesschatzbriefe einsteigen. Bei anderen Bundeswertpapieren ist der Mindestbetrag oft etwas höher. Über dein Depot kannst du auch Bruchstücke kaufen, sodass der Einstieg auch mit kleinen Beträgen möglich ist.

Inflation senkt die Kaufkraft deiner Zinsen und deines Kapitals. Wenn die Inflation höher ist als dein Zins, verlierst du real an Wert. Du solltest also die Inflationsrate im Auge behalten und deine Anlageentscheidung danach ausrichten.

Ja, das ist jederzeit über die Börse möglich. Allerdings hängt der Erlös vom aktuellen Kurs ab, der schwanken kann. Wenn du bis zum Ende der Laufzeit hältst, bekommst du garantiert deinen Nennwert zurück.

Zinserträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Du hast aber einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr, den du nutzen kannst, um Steuern zu sparen.

Bei Aktien bist du Miteigentümer eines Unternehmens, bei Anleihen bist du Gläubiger des Staates. Aktien bieten höhere Renditechancen, aber auch höhere Risiken. Staatsanleihen sind sicherer und bieten feste Zinsen, dafür aber weniger Gewinnpotenzial.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.