StudySmarter

Ratgeber · Investieren

Staatsanleihen Kosten: Was du vor dem Kauf wissen musst

Staatsanleihen gelten als solide Geldanlage, doch beim Kauf und Halten entstehen verschiedene Kosten.

11 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Beim Kauf von Staatsanleihen fallen in der Regel Ordergebühren deines Wertpapierdepots an.
  • Die Rendite einer Anleihe wird nicht nur vom Kupon bestimmt, sondern auch vom Kaufkurs und den Kosten.
  • Bei Anleihen in Fremdwährung kann ein Währungsrisiko deinen Ertrag schmälern oder erhöhen.
  • Die Bonität des Staates beeinflusst den Zins und damit deine potenzielle Rendite.

01 · Kosten

Welche Kosten entstehen beim Kauf von Staatsanleihen?

Wenn du eine Staatsanleihe kaufst, zahlst du nicht nur den Kurswert. Dein Wertpapierdepot berechnet für die Order in der Regel eine Provision oder einen Spread.

Beim Kauf einer Staatsanleihe über die Börse fallen in der Regel zwei Kostenarten an: die Orderprovision deines Depots und der Spread. Die Orderprovision ist die Gebühr, die dein Depotanbieter für die Ausführung des Auftrags berechnet. Sie kann je nach Anbieter zwischen 0 und 60 Euro liegen.

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs einer Anleihe. Bei Staatsanleihen liegt dieser Unterschied häufig zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. Je enger der Spread, desto günstiger ist dein Kauf.

  • Viele Direktbanken bieten Depots ohne laufende Depotführungsgebühr an, berechnen aber eine Orderprovision pro Transaktion.
  • Einige Anbieter verlangen zusätzlich eine jährliche Depotführungsgebühr von bis zu 30 Euro.

02 · Grundlagen

Wie beeinflusst der Kupon deine Rendite?

Der Kupon ist der jährliche Zins, den dir der Staat auf den Nennwert deiner Anleihe zahlt. Er ist ein zentraler Baustein deiner Rendite.

Er wird in Prozent angegeben und meist einmal im Jahr ausgezahlt. Ein Kupon von 2,5 Prozent bedeutet bei einem Nennwert von 10.000 Euro eine jährliche Zinszahlung von 250 Euro.

Für deine Gesamtrendite ist der Kupon nur ein Baustein. Hinzu kommt der Kursgewinn oder Kursverlust, den du beim Kauf und Verkauf der Anleihe erzielst. Der Kupon allein sagt noch nichts über deine tatsächliche Rendite aus.

Kurz erklärt

Kupon

Der Kupon bezeichnet den festen Zinssatz einer Anleihe. Er wird in Prozent des Nennwerts angegeben und meist jährlich ausgezahlt.

Ein Kupon von 2,5 Prozent bedeutet bei einem Nennwert von 10.000 Euro eine jährliche Zinszahlung von 250 Euro.

03 · Vergleich

Was ist der Unterschied zwischen Kupon und Rendite?

Viele Anleger verwechseln den Kupon mit der tatsächlichen Rendite. Die Rendite berücksichtigt zusätzlich den Preis, den du für die Anleihe am Sekundärmarkt zahlst.

Der Kupon ist der feste Zinssatz auf den Nennwert einer Anleihe. Die Rendite hingegen berücksichtigt zusätzlich den Preis, den du tatsächlich für die Anleihe am Sekundärmarkt zahlst. Kaufst du eine Anleihe unter ihrem Nennwert, liegt deine Rendite über dem Kupon.

Ein Beispiel: Eine Anleihe mit einem Kupon von 2,5 Prozent und einem Nennwert von 10.000 Euro zahlt jährlich 250 Euro Zinsen. Kaufst du diese Anleihe für 9.500 Euro, erhältst du am Laufzeitende 10.000 Euro zurück. Deine Rendite ist dann höher als der Kupon, weil du zusätzlich einen Kursgewinn von 500 Euro erzielst.

Kupon und Rendite im direkten Vergleich
KuponRendite
DefinitionFester Zinssatz auf den NennwertTatsächlicher Ertrag inklusive Kursgewinn oder -verlust
Einfluss des KaufkursesKein EinflussDirekter Einfluss, da der Kaufpreis die Rendite bestimmt

04 · Im Vertrag

Welche Rolle spielen Ratingagenturen für deine Kosten?

Ratingagenturen bewerten die Bonität von Staaten. Diese Bewertung hat direkten Einfluss auf den Zins, den ein Staat zahlen muss, und damit auf deine Rendite.

Ratingagenturen wie Moody's, Standard and Poor's und Fitch bewerten die Kreditwürdigkeit von Staaten. Die beste Note ist AAA, die schlechteste D. Diese Bonitätsnoten haben direkten Einfluss auf den Zins, den ein Staat für seine Anleihen zahlen muss.

Staaten mit der Note AAA gelten als sehr sicher und zahlen in der Regel niedrigere Zinsen. Staaten mit mittlerer Bonität wie BBB müssen höhere Zinsen bieten, damit Anleger das erhöhte Ausfallrisiko in Kauf nehmen. Für dich bedeutet das: Je schlechter die Bonität, desto höher der Kupon, aber auch desto höher das Risiko eines Zahlungsausfalls.

Bonitätsnoten und ihre Bedeutung

AAAHöchste BonitätStaaten mit dieser Note gelten als sehr sicher. Sie zahlen in der Regel niedrigere Zinsen, da das Ausfallrisiko minimal ist.
BBBMittlere BonitätDiese Staaten zahlen höhere Zinsen als AAA-Staaten, da Anleger für das erhöhte Risiko entschädigt werden wollen.
DZahlungsausfallBei dieser Note ist der Staat zahlungsunfähig. Anleger müssen mit einem teilweisen oder vollständigen Verlust ihres Kapitals rechnen.

05 · Was gilt

Wie wirkt sich die Laufzeit auf deine Kosten aus?

Die Laufzeit einer Anleihe beeinflusst nicht nur den Zins, sondern auch das Kursrisiko. Längere Laufzeiten bedeuten in der Regel höhere Zinsen, aber auch stärkere Kursschwankungen.

Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto höher ist tendenziell der Kupon. Anleger verlangen für längere Laufzeiten eine Entschädigung, weil sie länger auf ihr Geld verzichten und das Inflationsrisiko steigt.

Gleichzeitig reagieren Anleihen mit langer Laufzeit stärker auf Zinsänderungen. Steigen die Marktzinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen, und dieser Effekt ist bei 30-jährigen Anleihen deutlich stärker als bei zweijährigen. Lange Laufzeiten bedeuten also höhere Zinsen, aber auch stärkere Kursschwankungen.

Lange Laufzeit (z.B. 30 Jahre)

·Höherer Kupon als Ausgleich für das längere Risiko
·Stärkere Kursschwankungen bei Zinsänderungen
·Höheres Inflationsrisiko über die Zeit

Kurze Laufzeit (z.B. 2 Jahre)

·Niedrigerer Kupon, da das Risiko überschaubar ist
·Geringere Kursschwankungen
·Geringeres Inflationsrisiko

06 · Hintergrund

Was ist der Sekundärmarkt und wie entstehen dort Kosten?

Nach der Emission werden Staatsanleihen am Sekundärmarkt gehandelt. Hier entstehen Kurse durch Angebot und Nachfrage, was deine Kaufkosten beeinflusst.

Hier kaufen und verkaufen Anleger ihre Wertpapiere über die Börse. Der Kurs einer Anleihe am Sekundärmarkt kann über oder unter ihrem Nennwert liegen, abhängig von der aktuellen Zinsentwicklung und der Bonität des Emittenten.

Für dich als Käuferin bedeutet das: Du zahlst den aktuellen Börsenkurs plus die Ordergebühren deines Depots. Der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs ist ein weiterer Kostenfaktor. Bei Bundesanleihen ist der Sekundärmarkt sehr liquide, was in der Regel zu engen Spreads und damit geringeren Kosten führt.

Der Sekundärmarkt ist der Handelsplatz für bereits ausgegebene Anleihen. Hier kaufen und verkaufen Anleger ihre Wertpapiere über die Börse.

Der Kurs einer Anleihe am Sekundärmarkt kann über oder unter ihrem Nennwert liegen. Das hängt von der aktuellen Zinsentwicklung und der Bonität des Emittenten ab.

Für dich als Käuferin bedeutet das: Du zahlst den aktuellen Börsenkurs plus die Ordergebühren deines Depots. Der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs ist ein weiterer Kostenfaktor.

07 · Grundlagen

Was ist der Nennwert und warum ist er wichtig?

Der Nennwert ist der Betrag, den der Staat am Ende der Laufzeit zurückzahlt. Er ist die Grundlage für die Berechnung deiner Zinszahlungen.

Er ist außerdem die Grundlage für die Berechnung deiner Zinszahlungen. Der Kupon wird immer in Prozent des Nennwerts angegeben.

Bundeswertpapiere haben oft einen Mindestnennwert von 0,01 Euro, werden aber in der Praxis in Stückelungen von 1.000 Euro oder mehr gehandelt. Der Nennwert bleibt während der gesamten Laufzeit unverändert, auch wenn der Börsenkurs schwankt.

Kurz erklärt

Nennwert

Der Nennwert ist der auf der Anleihe angegebene Geldbetrag. Er wird am Ende der Laufzeit an die Anlegerin zurückgezahlt.

Für Strips von Bundesanleihen gilt ein Mindestnennbetrag von 0,01 Euro, ab einem Betrag von 50.000 Euro können sie separat gehandelt werden.

08 · Checkliste

Welche Kosten verursacht ein Wertpapierdepot?

Für den Kauf von Staatsanleihen benötigst du ein Wertpapierdepot. Die Konditionen der Depots unterscheiden sich bei Ordergebühren und laufenden Kosten.

Für den Kauf von Staatsanleihen benötigst du ein Wertpapierdepot. Die Konditionen der Anbieter unterscheiden sich vor allem bei den Orderprovisionen und den laufenden Kosten. Ein Vergleich lohnt sich, weil die Gebühren deine Rendite direkt schmälern.

Achte bei der Depotwahl auf folgende Punkte:

  • Die Orderprovision pro Kauf oder Verkauf kann zwischen 0 und 60 Euro liegen.
  • Laufende Depotführungsgebühren fallen bei vielen Direktbanken nicht an, bei anderen Anbietern bis zu 30 Euro pro Jahr.
  • Der Spread des Anbieters beim Anleihekauf beeinflusst deinen tatsächlichen Kaufpreis.
  • Die Möglichkeit, Anleihen an verschiedenen Börsenplätzen zu handeln, kann dir Zugang zu besseren Kursen verschaffen.

Darauf solltest du bei der Depotwahl achten

01

Orderprovision pro Kauf oder Verkauf

02

Laufende Depotführungsgebühren

03

Kosten für die Verwahrung von Wertpapieren

04

Spread des Anbieters beim Anleihekauf

05

Möglichkeit, Anleihen an verschiedenen Börsenplätzen zu handeln

09 · Fehler vermeiden

Wie wirkt sich das Währungs­risiko auf deine Rendite aus?

Kaufst du Staatsanleihen in einer Fremdwährung, beeinflusst der Wechselkurs deine Rendite. Ein fallender Wechselkurs kann deine Gewinne schmälern.

US-Staatsanleihen sind zum Beispiel in US-Dollar notiert. Verliert der Dollar gegenüber dem Euro an Wert, gilt das auch für deine Anleihe und die Zinszahlungen.

Zinszahlungen in Fremdwährung müssen in Euro getauscht werden, was zusätzliche Gebühren verursachen kann. Wechselkursschwankungen können deine Rendite unkalkulierbar machen, sowohl nach oben als auch nach unten. Für Anleger im Euroraum sind Anleihen in Euro die risikoärmere Wahl, weil das Währungsrisiko entfällt.

Risiken bei Fremdwährungsanleihen

·Der Wert der Anleihe in Euro sinkt, wenn die Fremdwährung an Wert verliert.
·Zinszahlungen in Fremdwährung müssen in Euro getauscht werden, was Gebühren verursacht.
·Wechselkursschwankungen können die Rendite unkalkulierbar machen.

10 · Hintergrund

Was ist das Emissionsvolumen und warum ist es relevant?

Das Emissionsvolumen gibt an, wie viel Geld ein Staat mit einer Anleihe aufnimmt. Ein hohes Volumen sorgt oft für mehr Liquidität am Sekundärmarkt.

Das Emissionsvolumen ist der Gesamtbetrag, den ein Staat bei der Ausgabe einer Anleihe einsammelt. Bei Bundesanleihen liegt dieses Volumen oft im zweistelligen Milliardenbereich. Über 65 Prozent des Schuldenportfolios des Bundes bestehen aus Anleihen mit Laufzeiten von 7 bis 30 Jahren.

Ein hohes Emissionsvolumen führt in der Regel zu einer besseren Handelbarkeit der Anleihe. Für dich bedeutet das: engere Spreads und damit geringere Kosten beim Kauf und Verkauf. Bundesanleihen gehören zu den liquidesten Wertpapieren am Sekundärmarkt, was sie für Privatanleger kostengünstig handelbar macht.

Das Emissionsvolumen ist der Gesamtbetrag, den ein Staat bei der Ausgabe einer Anleihe einsammelt. Bei Bundesanleihen liegt dieses Volumen oft im zweistelligen Milliardenbereich.

Ein hohes Emissionsvolumen führt in der Regel zu einer besseren Handelbarkeit der Anleihe. Das bedeutet für dich: engere Spreads und damit geringere Kosten beim Kauf und Verkauf.

Für den Bund sind Bundesanleihen ein zentrales Finanzierungsinstrument. Über 65 Prozent des Schuldenportfolios des Bundes bestehen aus Anleihen mit Laufzeiten von 7 bis 30 Jahren.

11 · Vergleich

Wie unterscheiden sich Unternehmensanleihen von Staatsanleihen?

Neben Staaten geben auch Unternehmen Anleihen aus. Diese Unternehmensanleihen haben oft andere Risiko- und Ertragsprofile als Staatsanleihen.

Der wichtigste Unterschied liegt im Ausfallrisiko: Staaten mit hoher Bonität wie Deutschland gelten als sehr sichere Schuldner, während die Bonität von Unternehmen stark variieren kann.

Unternehmensanleihen zahlen oft einen höheren Kupon, um das höhere Ausfallrisiko auszugleichen. Staatsanleihen mit AAA-Rating bieten dagegen niedrigere Zinsen, dafür aber ein minimales Ausfallrisiko. Für sicherheitsorientierte Anleger sind Staatsanleihen die passendere Wahl, für renditeorientierte Anleger können Unternehmensanleihen interessant sein.

Staatsanleihen und Unternehmensanleihen im Vergleich
StaatsanleihenUnternehmensanleihen
EmittentStaaten wie die Bundesrepublik oder deutsche BundesländerPrivates Unternehmen
BonitätBundesrepublik Deutschland hat Top-Bonitätsrating AAA
RenditeDeutsche Bundesanleihen aktuell zwischen 1,9 und 3,3 Prozent

Häufige Fragen

Fragen zu Staatsanleihen Kosten

Investieren

Mehr zu Investieren

Staatsanleihen kaufenStaatsanleihen ETFESG ETF-KostenStaatsanleihen lohnen sichStaatsanleihen monatlich

Weiter mit Finanzen

Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.

Alle Finanz-Ratgeber
FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026