Small Cap ETF Vergleich: So findest du den passenden Fonds für dein Depot
Small-Cap-ETFs gelten als Chance auf hohe Renditen, aber auch als riskanter. Wir erklären dir, was hinter den kleinen Unternehmen steckt, wie die ETFs funktionieren und worauf du beim Vergleich achten musst.
Warum dich Small Caps betreffen, auch wenn du nichts damit zu tun hast
Vielleicht hast du schon einmal gehört, dass die ganz großen Konzerne wie Apple, Microsoft oder SAP den Aktienmarkt dominieren. Das stimmt, aber sie sind nur die Spitze des Eisbergs. Unter ihnen gibt es Tausende von Unternehmen, die deutlich kleiner sind, aber oft innovativer und wachstumsstärker. Diese Firmen nennt man Small Caps, also kleine Unternehmen mit einer geringen Marktkapitalisierung.
Wenn du einen klassischen Welt-ETF besparst, zum Beispiel auf den MSCI World, dann investierst du fast nur in große und mittlere Konzerne. Die kleinen Unternehmen fehlen in diesem Index meist komplett. Das bedeutet: Du hast ein Stück des weltweiten Aktienmarktes gar nicht in deinem Depot. Du lässt also einen ganzen Bereich ungenutzt, der historisch betrachtet oft besser abgeschnitten hat als die großen Werte.
Das betrifft dich direkt, weil deine Rendite dadurch niedriger ausfallen kann. Wenn du langfristig Vermögen aufbauen willst, ist es wichtig, nicht nur auf die bekannten Riesen zu setzen. Small Caps bieten eine Chance auf höhere Gewinne, weil sie von wirtschaftlichen Aufschwüngen überproportional profitieren. Gleichzeitig sind sie aber auch anfälliger für Krisen.
Du musst kein Börsenprofi sein, um von diesem Thema zu profitieren. Es reicht, wenn du verstehst, wie du Small Caps über einen ETF einfach und günstig in dein Depot aufnehmen kannst. Der Vergleich der verschiedenen ETFs hilft dir dabei, die richtige Wahl zu treffen. Genau das schauen wir uns jetzt Schritt für Schritt an.
Was sind Small Caps überhaupt und wie entstehen sie?
Der Begriff Small Cap kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt kleine Obergrenze. Gemeint ist die Marktkapitalisierung, also der Gesamtwert aller Aktien eines Unternehmens. Diese berechnet sich aus dem Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl aller ausgegebenen Aktien. Ein Unternehmen mit 100 Millionen Aktien und einem Kurs von 20 Euro hat also eine Marktkapitalisierung von 2 Milliarden Euro.
Wo genau die Grenze zwischen Small, Mid und Large Cap verläuft, ist nicht einheitlich festgelegt. In Europa gelten oft Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung zwischen 300 Millionen und 2 Milliarden Euro als Small Caps. In den USA sind die Grenzen meist höher, dort spricht man oft von bis zu 3 Milliarden US-Dollar. Manche Indizes nutzen auch andere Kriterien, wie den Umsatz oder die Börsenzugehörigkeit.
Wichtig ist, dass Small Caps nicht einfach nur kleine Versionen von großen Konzernen sind. Sie haben eine ganz andere Struktur. Oft sind es Familienunternehmen, Nischenanbieter oder junge Technologiefirmen. Sie haben weniger finanzielle Reserven, sind aber auch flexibler und können schneller auf Veränderungen reagieren. Diese Eigenschaften machen sie für Anleger interessant, aber auch schwerer einzuschätzen.
Ein Beispiel: Ein mittelständisches deutsches Maschinenbauunternehmen mit 500 Mitarbeitern und einem Börsenwert von 1,5 Milliarden Euro ist ein klassischer Small Cap. Es hat vielleicht ein einzigartiges Produkt, das weltweit gefragt ist. Wenn die Wirtschaft boomt, wächst dieses Unternehmen oft schneller als ein Großkonzern. In einer Rezession leidet es aber auch stärker, weil die Aufträge schneller wegbrechen.
Wie funktioniert ein Small Cap ETF und was bildet er ab?
Ein ETF, auch Exchange Traded Fund genannt, ist ein börsengehandelter Indexfonds. Er bildet einen bestimmten Aktienindex nach, zum Beispiel den MSCI World Small Cap oder den S&P 600. Anstatt jede einzelne Aktie selbst zu kaufen, kaufst du einen einzigen Fonds, der alle Unternehmen des Index enthält. So erhältst du mit einem einzigen Kauf eine breite Streuung über viele kleine Unternehmen.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Du musst nicht selbst recherchieren, welche der tausend kleinen Firmen gut sind. Der Index bestimmt, welche Unternehmen enthalten sind und wie stark sie gewichtet werden. Die Gewichtung erfolgt meist nach der Marktkapitalisierung. Das heißt: Je größer das Unternehmen, desto mehr Anteil hat es am Fonds. So profitierst du automatisch von den Gewinnern.
Ein Small Cap ETF funktioniert also wie ein Korb voller kleiner Aktien. Du kaufst diesen Korb an der Börse wie eine einzelne Aktie. Der Preis des ETFs schwankt täglich mit dem Wert der enthaltenen Unternehmen. Wenn die Small Caps insgesamt steigen, steigt auch dein ETF. Wenn sie fallen, fällt auch dein Investment. Das ist einfach und transparent.
Es gibt verschiedene Indizes, die Small Caps abbilden. Manche konzentrieren sich auf Europa, andere auf die USA oder die ganze Welt. Der MSCI World Small Cap zum Beispiel enthält kleine Unternehmen aus 23 Industrieländern. Der Stoxx Europe Small 200 bildet nur die 200 wichtigsten kleinen Firmen Europas ab. Welcher Index für dich passt, hängt von deiner Strategie ab, dazu später mehr.
Kosten und Gebühren: Was kostet dich ein Small Cap ETF wirklich?
Kosten sind beim ETF-Sparen ein entscheidender Faktor, denn sie fressen über die Jahre einen Teil deiner Rendite. Bei ETFs gibt es zwei wichtige Kostenarten: die laufenden Kosten und die Transaktionskosten. Die laufenden Kosten werden als Gesamtkostenquote (TER) bezeichnet und jährlich vom Fondsvermögen abgezogen. Sie decken Verwaltung, Indexlizenz und andere Gebühren ab.
Bei Small Cap ETFs ist die TER in der Regel etwas höher als bei ETFs auf große Indizes. Das liegt daran, dass die Verwaltung von kleinen Aktien aufwendiger ist. Während ein MSCI World ETF oft eine TER von unter 0,20 Prozent hat, liegen Small Cap ETFs häufig zwischen 0,30 und 0,50 Prozent. Das klingt nach wenig, macht aber bei einer Anlagedauer von 20 oder 30 Jahren einen spürbaren Unterschied.
Zusätzlich zur TER fallen beim Kauf und Verkauf des ETFs Transaktionskosten an. Diese zahlst du an deine Bank oder deinen Broker. Wenn du einen Sparplan nutzt, sind diese Kosten oft sehr gering oder sogar kostenlos. Einmalige Käufe können dagegen mit Ordergebühren verbunden sein. Diese Kosten sind nicht im ETF enthalten, sondern entstehen bei dir persönlich.
Ein wichtiger Punkt ist der sogenannte Tracking Difference. Er zeigt, wie gut der ETF seinen Index tatsächlich nachbildet. Eine niedrige TER ist gut, aber wenn der ETF stark vom Index abweicht, kann das teurer werden. Achte beim Vergleich also nicht nur auf die TER, sondern auch auf die Tracking Quality. Die findest du in den Factsheets der Fondsgesellschaften.
Worauf du beim Small Cap ETF Vergleich unbedingt achten solltest
Beim Vergleich von Small Cap ETFs gibt es mehrere Kriterien, die du berücksichtigen solltest. Das erste ist die Indexauswahl. Es ist ein großer Unterschied, ob du in europäische, US-amerikanische oder globale Small Caps investierst. Jeder Markt hat eigene Eigenschaften und Risiken. Der US-Markt ist zum Beispiel sehr technologie-lastig, während Europa viele Industrieunternehmen hat.
Das zweite Kriterium ist die Fondsgröße, auch Fondsvolumen genannt. Ein ETF mit einem sehr geringen Volumen kann Probleme haben, den Index genau abzubilden. Außerdem besteht bei sehr kleinen Fonds das Risiko, dass sie geschlossen werden. Ein Fondsvolumen von mehreren hundert Millionen Euro ist ein gutes Zeichen für Stabilität. Das findest du auf den Webseiten der Fondsanbieter.
Das dritte Kriterium ist die Replikationsmethode. Es gibt physische ETFs, die die Aktien tatsächlich kaufen, und synthetische ETFs, die den Index über Tauschgeschäfte nachbilden. Für Einsteiger sind physische ETFs meist verständlicher und sicherer. Bei Small Caps ist die physische Replikation üblich, aber es lohnt sich, einen Blick in die Fondsdetails zu werfen.
Achte außerdem auf die Ausschüttung. Es gibt thesaurierende ETFs, die die Erträge automatisch reinvestieren, und ausschüttende ETFs, die dir die Dividenden auszahlen. Für einen langfristigen Vermögensaufbau mit einem Sparplan sind thesaurierende Fonds oft sinnvoller, weil du den Zinseszinseffekt nutzt. Wenn du regelmäßige Einnahmen möchtest, sind ausschüttende Varianten besser.
Typische Fehler, die du bei Small Cap ETFs vermeiden solltest
Der erste typische Fehler ist, zu viel in Small Caps zu investieren. Auch wenn die Renditechancen verlockend sind, solltest du nicht dein ganzes Geld in diese Anlageklasse stecken. Experten empfehlen, Small Caps nur als Beimischung zu nutzen, zum Beispiel mit 10 bis 20 Prozent deines Aktienportfolios. Der Rest sollte in breit gestreute Welt-ETFs fließen.
Der zweite Fehler ist, auf den falschen Index zu setzen. Viele Anleger wählen einen Small Cap ETF, der nur einen kleinen Teil des Marktes abdeckt, zum Beispiel nur Deutschland. Das erhöht das Risiko enorm, weil du stark von einer einzelnen Volkswirtschaft abhängig bist. Besser ist ein breiter Index, der viele Länder und Branchen enthält.
Der dritte Fehler ist, die höhere Volatilität zu unterschätzen. Small Caps können in kurzer Zeit um 30 oder 40 Prozent fallen. Wenn du dann in Panik verkaufst, realisierst du den Verlust und verpasst die Erholung. Du solltest Small Cap ETFs nur kaufen, wenn du bereit bist, Kursschwankungen auszusitzen und langfristig zu denken.
Der vierte Fehler ist, die Kosten zu ignorieren. Manche Anleger vergleichen nur die TER und übersehen, dass der ETF den Index schlecht abbildet. Oder sie wählen einen teuren Broker, der hohe Ordergebühren verlangt. Ein gründlicher Vergleich von Kosten und Tracking Quality ist daher unerlässlich, um langfristig gute Ergebnisse zu erzielen.
Konkrete nächste Schritte: So baust du dein Small Cap Investment auf
Bevor du mit Small Cap ETFs startest, solltest du deine finanzielle Basis prüfen. Hast du einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto? Wenn nicht, solltest du zuerst diesen aufbauen. Ein Small Cap ETF ist keine kurzfristige Geldanlage, sondern ein langfristiges Investment. Du solltest nur Geld investieren, das du in den nächsten zehn Jahren nicht brauchst.
Der zweite Schritt ist die Wahl des richtigen Brokers. Du benötigst ein Depot, in dem du ETFs kaufen kannst. Achte dabei auf die Kosten für Sparpläne und Einmalkäufe. Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose Sparpläne auf ETFs an. Vergleiche die Konditionen und wähle einen Anbieter, der zu deinen Bedürfnissen passt.
Der dritte Schritt ist die Auswahl des konkreten ETFs. Nutze dafür einen Vergleich wie diesen und achte auf Index, Fondsgröße, Kosten und Replikationsmethode. Entscheide dich für einen breit aufgestellten Index, der zu deiner Strategie passt. Wenn du unsicher bist, starte mit einem globalen Small Cap ETF, der die ganze Welt abdeckt.
Der vierte Schritt ist die Umsetzung. Richte einen monatlichen Sparplan ein, mit dem du regelmäßig Anteile kaufst. Das funktioniert auch mit kleinen Beträgen. Wichtig ist, dass du dranbleibst und nicht bei jeder Krise deinen Plan änderst. Überprüfe dein Investment einmal pro Jahr und passe es bei Bedarf an, zum Beispiel wenn sich deine Lebensumstände ändern.
Steuern und Freibetrag: Was du bei Small Cap ETFs beachten musst
In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs der Abgeltungsteuer. Das bedeutet, dass du auf Kursgewinne und Dividenden 25 Prozent Steuern zahlen musst, plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Es gibt jedoch einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person, der steuerfrei ist. Diesen solltest du unbedingt nutzen, um deine Rendite zu optimieren.
Bei thesaurierenden ETFs, die ihre Erträge reinvestieren, gibt es eine Besonderheit: die Vorabpauschale. Diese wurde eingeführt, um die Steuerstundung zu verhindern. Jedes Jahr wird eine fiktive Vorabpauschale berechnet, auf die du Steuern zahlen musst, auch wenn du keine Ausschüttung erhältst. Die gezahlte Steuer wird später auf die tatsächliche Steuer beim Verkauf angerechnet.
Bei ausschüttenden ETFs ist es einfacher: Die Dividenden werden dir ausgezahlt und direkt versteuert. Du musst sie in deiner Steuererklärung angeben, wenn dein Broker das nicht automatisch macht. Viele deutsche Broker führen die Steuern automatisch ab, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilt hast. Das solltest du unbedingt tun, um den Sparerpauschbetrag auszuschöpfen.
Ein Tipp: Wenn du einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker einrichtest, werden deine Gewinne bis 1.000 Euro nicht besteuert. Das gilt auch für Small Cap ETFs. Wenn du verheiratet bist, verdoppelt sich der Betrag auf 2.000 Euro. Achte darauf, dass du den Freistellungsauftrag nicht bei mehreren Banken gleichzeitig nutzt, sonst drohen Nachzahlungen.
Langfristige Perspektive: Warum Geduld bei Small Caps der Schlüssel ist
Small Cap ETFs sind keine kurzfristige Anlage. Historisch gesehen haben kleine Unternehmen über lange Zeiträume eine höhere Rendite erzielt als große Konzerne. Das liegt daran, dass sie mehr Wachstumspotenzial haben und oft unterbewertet sind. Allerdings ist dieser Renditevorteil nicht garantiert und kann über Jahre ausbleiben.
Wenn du in Small Caps investierst, musst du einen langen Atem haben. Es wird Phasen geben, in denen dein ETF deutlich fällt, während der Rest der Welt steigt. Das ist normal und gehört zum Risiko dieser Anlageklasse. Wer dann verkauft, macht den typischen Fehler und verpasst die Erholung. Wer dagegen investiert bleibt, profitiert langfristig.
Ein Sparplan ist die ideale Methode, um von den Schwankungen zu profitieren. Du kaufst jeden Monat Anteile, egal ob der Kurs hoch oder niedrig ist. Bei niedrigen Kursen bekommst du mehr Anteile für dein Geld, das nennt man Cost-Average-Effekt. Über die Jahre gleichen sich die Schwankungen aus und dein Durchschnittskaufpreis sinkt.
Denke daran, dass ein Small Cap ETF nur ein Baustein in deinem Depot ist. Er sollte nie dein einziges Investment sein. Kombiniere ihn mit einem breiten Welt-ETF, um das Risiko zu streuen. So profitierst du von den Chancen der kleinen Unternehmen, ohne das Risiko zu groß werden zu lassen. Mit Geduld und Disziplin kannst du so langfristig ein solides Vermögen aufbauen.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ja, Small Cap ETFs sind in der Regel riskanter. Die enthaltenen Unternehmen sind kleiner, haben weniger finanzielle Reserven und sind anfälliger für Konjunkturschwankungen. Die Kurse schwanken daher stärker. Dafür bieten sie aber auch höhere Renditechancen.
Eine häufige Empfehlung ist, Small Caps mit 10 bis 20 Prozent des Aktienportfolios beizumischen. Das reicht aus, um von den Renditechancen zu profitieren, ohne das Gesamtrisiko zu stark zu erhöhen. Der Rest sollte in breit gestreute Welt-ETFs investiert sein.
Der Unterschied liegt in der Marktkapitalisierung. Small Caps sind die kleinsten börsennotierten Unternehmen, Mid Caps sind etwas größer. Die genauen Grenzen variieren je nach Index. Mid Caps gelten als weniger riskant als Small Caps, bieten aber oft ähnliche Wachstumschancen.
Ja, das geht problemlos. Die meisten Online-Broker bieten ETF-Sparpläne schon ab 25 Euro oder sogar 10 Euro pro Monat an. Du kannst also auch mit einem kleinen Budget in Small Caps investieren und von den langfristigen Renditechancen profitieren.
Es gibt keinen objektiv besten Index. Der MSCI World Small Cap ist sehr breit aufgestellt und gut diversifiziert. Der S&P 600 ist auf US-Unternehmen fokussiert. Für Einsteiger ist ein globaler Index oft die beste Wahl, weil er das Risiko über viele Länder streut.
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