Small Cap ETF Test: So findest du den passenden Fonds für dein Depot
Small Cap ETFs gelten als Chance auf hohe Renditen, aber auch als Risiko. Wir zeigen dir, worauf es beim Vergleich wirklich ankommt und wie du den passenden Fonds für dein Depot findest.
Warum dich Small Caps betreffen und was sie mit deinem Geld zu tun haben
Vielleicht hast du schon einmal von Small Caps gehört und dich gefragt, ob das etwas für dich ist. Die kurze Antwort lautet: Es kommt darauf an, wie du investierst und welche Ziele du verfolgst. Wenn du einen ETF auf den DAX oder den MSCI World besparst, dann investierst du hauptsächlich in große, etablierte Konzerne. Small Caps sind das Gegenteil davon, nämlich Aktien von kleineren Unternehmen.
Diese kleinen Firmen sind oft weniger bekannt, aber sie machen einen großen Teil der Wirtschaft aus. Viele von ihnen sind Spezialisten in ihrer Nische, etwa für Maschinenbau, Software oder Medizintechnik. Für dich als Anleger bedeutet das: Du bekommst Zugang zu einem anderen Teil des Marktes, der sich oft anders entwickelt als die großen Indizes.
Der Grund, warum dich das betreffen sollte, ist die Chance auf höhere Renditen. Kleine Unternehmen wachsen häufig schneller als große Konzerne, weil sie von einem kleineren Ausgangsniveau starten. Gleichzeitig sind sie aber auch riskanter, weil sie weniger finanzielle Reserven haben und schneller in Schwierigkeiten geraten können.
Bevor du dich mit einem Small Cap ETF Test beschäftigst, solltest du dir also bewusst sein, dass es hier nicht um einen Ersatz für dein bestehendes Depot geht. Es geht um eine Ergänzung, die dein Risiko streuen und deine Renditechancen erhöhen kann. Das funktioniert aber nur, wenn du die Besonderheiten dieser Anlageklasse wirklich verstehst.
In den nächsten Abschnitten erklären wir dir Schritt für Schritt, was Small Caps sind, wie die ETFs funktionieren und worauf du beim Vergleich achten musst. Am Ende weißt du, ob diese Anlageform zu dir passt und wie du konkret vorgehen kannst.
Was sind Small Caps und wie unterscheiden sie sich von großen Aktien?
Der Begriff Small Cap kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt kleine Aktiengesellschaft. Üblicherweise werden darunter Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von etwa 300 Millionen bis 2 Milliarden Euro verstanden. Die Marktkapitalisierung ist einfach der Börsenwert einer Firma, also der Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl aller Aktien.
Zum Vergleich: Ein Unternehmen im DAX hat meist eine Marktkapitalisierung von mehreren zehn Milliarden Euro. Der größte Unterschied liegt also in der Größe. Das klingt banal, hat aber weitreichende Folgen für das Anlageverhalten. Kleine Unternehmen sind oft jünger, wachsen schneller und sind stärker von einzelnen Produkten oder Märkten abhängig.
Ein weiterer Unterschied betrifft die Anzahl der Analysten, die diese Unternehmen beobachten. Große Konzerne werden von Dutzenden Experten analysiert, kleine Firmen oft nur von wenigen oder gar nicht. Das bedeutet für dich: Es gibt weniger öffentliche Informationen, aber auch mehr Chancen, unterbewertete Aktien zu finden.
Wichtig ist auch die Unterscheidung zu Mid Caps und Large Caps. Mid Caps sind mittelgroße Unternehmen, Large Caps sind die großen Konzerne. In einem Small Cap ETF sind ausschließlich die kleinen Firmen enthalten. Es gibt aber auch Fonds, die den gesamten Markt abdecken und Small Caps als Teilbereich enthalten.
Für deinen Small Cap ETF Test bedeutet das: Du musst genau hinschauen, welcher Index abgebildet wird. Es gibt Indizes mit sehr kleinen Unternehmen und solche, die bis zu einer bestimmten Größe gehen. Die Zusammensetzung beeinflusst sowohl die Renditechancen als auch das Risiko.
So funktioniert ein Small Cap ETF und was du über Indizes wissen musst
Ein ETF, also ein Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet. Ein Index ist im Grunde eine Liste von Aktien, die nach bestimmten Regeln zusammengestellt wird. Für Small Caps gibt es verschiedene Indizes, zum Beispiel den MSCI World Small Cap oder den S&P 600.
Wenn du einen Small Cap ETF kaufst, dann kaufst du einen Bruchteil aller Unternehmen, die in diesem Index enthalten sind. Der Fonds bildet die Wertentwicklung des Index ab, das heißt, wenn die Aktien steigen, steigt auch dein ETF. Du profitierst also von der Entwicklung vieler kleiner Unternehmen auf einmal.
Der Vorteil dieser Konstruktion liegt auf der Hand: Du musst nicht einzelne Aktien auswählen und analysieren, sondern bekommst die gesamte Bandbreite des Marktes in einem einzigen Produkt. Das spart Zeit und reduziert das Risiko, dass du dich in eine einzelne Firma verliebst, die dann pleitegeht.
Es gibt zwei Arten, wie ETFs einen Index nachbilden können: physisch und synthetisch. Bei der physischen Nachbildung kauft der Fonds die Aktien tatsächlich. Bei der synthetischen Variante werden Derivate eingesetzt, also Finanzinstrumente, die die Wertentwicklung nachahmen. Für dich als Anleger ist die physische Variante meist einfacher zu verstehen.
Ein wichtiger Punkt für deinen Small Cap ETF Test ist die Anzahl der enthaltenen Unternehmen. Manche Indizes enthalten nur 200 Aktien, andere über 2.000. Eine breitere Streuung reduziert das Risiko, dass ein einzelnes Unternehmen deine Rendite stark beeinflusst. Achte also darauf, wie viele Firmen im Index sind.
Kosten und Gebühren: Was ein Small Cap ETF wirklich kostet
Kosten sind ein entscheidender Faktor bei der Auswahl eines ETFs, denn sie schmälern deine Rendite direkt. Bei Small Cap ETFs gibt es zwei Arten von Kosten: die laufenden Kosten und die Transaktionskosten. Die laufenden Kosten werden als Gesamtkostenquote oder TER bezeichnet und jährlich vom Fondsvermögen abgezogen.
Die TER liegt bei Small Cap ETFs typischerweise etwas höher als bei ETFs auf große Indizes. Das liegt daran, dass die Verwaltung kleiner Aktien aufwendiger ist. Du solltest aber nicht nur auf die TER schauen, sondern auch auf die sogenannte Tracking Difference. Diese zeigt, wie gut der Fonds den Index tatsächlich nachbildet.
Ein weiterer Kostenpunkt ist der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei Small Cap ETFs kann dieser Spread höher sein als bei sehr liquiden Produkten. Das bedeutet: Wenn du kaufst und sofort wieder verkaufst, verlierst du sofort Geld. Für langfristige Anleger ist das aber weniger relevant.
Zusätzlich fallen bei jeder Transaktion Gebühren deiner Bank oder deines Brokers an. Diese sind unabhängig vom ETF und können je nach Anbieter stark variieren. Wenn du regelmäßig einen Small Cap ETF besparen möchtest, solltest du auf einen Broker mit günstigen Sparplan-Konditionen achten.
Für deinen Small Cap ETF Test bedeutet das: Vergleiche nicht nur die TER, sondern auch die Tracking Difference und die Handelskosten. Ein etwas teurerer Fonds kann am Ende günstiger sein, wenn er den Index besser nachbildet und geringere Abweichungen aufweist.
Worauf du beim Vergleich von Small Cap ETFs achten solltest
Der erste Schritt bei deinem Small Cap ETF Test ist die Auswahl des richtigen Index. Es gibt Indizes für die USA, für Europa oder für die ganze Welt. Der MSCI World Small Cap ist ein beliebter Index, der kleine Unternehmen aus Industrieländern weltweit enthält. Es gibt aber auch spezialisierte Indizes für einzelne Regionen.
Achte auf die Größe der enthaltenen Unternehmen. Manche Indizes bilden nur die kleinsten Firmen ab, andere bis zu einer Marktkapitalisierung von mehreren Milliarden Euro. Je kleiner die Unternehmen, desto höher das Risiko, aber auch desto größer die Chance auf hohe Renditen.
Ein weiteres Kriterium ist die Währung. Ein ETF, der in US-Dollar notiert, unterliegt Wechselkursschwankungen. Das kann deine Rendite beeinflussen, ist aber nicht unbedingt ein Nachteil. Für deutsche Anleger gibt es oft Varianten, die in Euro abgesichert sind. Diese sind aber meist etwas teurer.
Prüfe außerdem das Fondsvolumen und das Alter des ETFs. Ein Fonds mit einem großen Volumen ist meist stabiler und hat geringere Spreads. Ein länger bestehender Fonds hat eine längere Historie, an der du die Qualität der Nachbildung überprüfen kannst. Sei aber vorsichtig: Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.
Schließlich solltest du die steuerliche Behandlung beachten. Seit 2018 gibt es in Deutschland die Vorabpauschale, die auch bei thesaurierenden ETFs anfällt. Die Details sind komplex, aber für deinen Vergleich reicht es zu wissen, dass alle ETFs ähnlich besteuert werden. Ein Steuerberater kann dir hier im Einzelfall weiterhelfen.
Typische Fehler beim Small Cap ETF Test und wie du sie vermeidest
Ein häufiger Fehler ist es, Small Cap ETFs als Hauptinvestment zu nutzen. Das ist riskant, weil die Kurse stark schwanken können. Wenn du kurz vor der Rente stehst oder das Geld in den nächsten Jahren brauchst, solltest du von Small Caps die Finger lassen. Sie eignen sich nur für langfristige Anlagen.
Ein weiterer Fehler ist die Jagd nach der höchsten Rendite. Viele Anleger wählen den ETF mit der besten Performance der letzten Jahre. Das ist verständlich, aber nicht klug. Denn hohe Renditen in der Vergangenheit sagen nichts über die Zukunft aus. Besser ist es, auf einen breit aufgestellten Index mit fairen Kosten zu setzen.
Auch das Timing ist ein häufiges Problem. Manche Anleger versuchen, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Das gelingt in der Regel nicht. Stattdessen solltest du regelmäßig einen festen Betrag investieren, zum Beispiel per Sparplan. So profitierst du vom Durchschnittskosteneffekt und musst den Markt nicht timen.
Ein weiterer Fehler ist es, die Kosten zu ignorieren. Gerade bei kleinen Anlagebeträgen machen Gebühren einen großen Unterschied. Ein ETF mit einer TER von rund 0,4 Prozent kostet auf lange Sicht deutlich mehr als einer mit rund 0,2 Prozent. Achte also immer auf die Gesamtkosten und nicht nur auf den Kaufpreis.
Schließlich unterschätzen viele Anleger das Risiko von Währungsschwankungen. Wenn du einen ETF in US-Dollar kaufst, dann hängt deine Rendite auch vom Wechselkurs ab. Das kann positiv oder negativ sein. Überlege dir also vorher, ob du dieses zusätzliche Risiko eingehen möchtest oder lieber eine abgesicherte Variante wählst.
So setzt du deinen Small Cap ETF Test in die Praxis um
Bevor du mit dem Vergleich beginnst, solltest du dir einen Überblick über dein bestehendes Depot verschaffen. Frage dich, ob du bereits breit gestreut in große Unternehmen investiert bist. Wenn nicht, dann ist ein Small Cap ETF nicht der richtige erste Schritt. Baue zuerst ein solides Fundament mit einem Welt-ETF auf.
Wenn dein Fundament steht, kannst du überlegen, wie viel du in Small Caps investieren möchtest. Eine Faustregel besagt, dass Small Caps etwa 10 bis 20 Prozent des Aktienanteils ausmachen sollten. Das ist aber nur ein Richtwert. Entscheidend ist, dass du dich mit dem höheren Risiko wohlfühlst.
Für den eigentlichen Vergleich solltest du eine Liste mit den wichtigsten Kriterien erstellen. Dazu gehören der Index, die Kosten, das Fondsvolumen und die Nachbildungsqualität. Du kannst diese Informationen auf den Webseiten der Fondsgesellschaften oder bei Vergleichsportalen finden. Nimm dir Zeit für diese Recherche.
Wenn du dich für einen ETF entschieden hast, dann starte mit einer kleinen Summe oder einem Sparplan. Beobachte, wie sich der Fonds in den ersten Monaten entwickelt und wie du mit den Schwankungen zurechtkommst. Du kannst deine Investition später jederzeit anpassen oder stoppen.
Denke daran, dass ein Small Cap ETF eine langfristige Anlage ist. Überprüfe dein Investment einmal pro Jahr und frage dich, ob es noch zu deiner Strategie passt. Vermeide es, bei jedem Kurstief zu verkaufen. Geduld ist die wichtigste Tugend beim Investieren in kleine Unternehmen.
Für wen sich ein Small Cap ETF lohnt und für wen nicht
Ein Small Cap ETF lohnt sich für Anleger, die bereits ein breit aufgestelltes Depot haben und ihr Risiko streuen möchten. Wenn du jung bist, ein regelmäßiges Einkommen hast und langfristig denkst, dann kannst du von den höheren Renditechancen profitieren. Du solltest aber bereit sein, Kursschwankungen von rund 40 Prozent oder mehr auszuhalten.
Für Anleger, die kurz vor der Rente stehen oder das Geld in den nächsten Jahren benötigen, ist ein Small Cap ETF weniger geeignet. Die hohe Volatilität kann dazu führen, dass du zum falschen Zeitpunkt verkaufen musst. In diesem Fall sind stabilere Anlagen wie Anleihen oder ETFs auf große Indizes besser geeignet.
Auch für Anfänger ist ein Small Cap ETF nicht die erste Wahl. Bevor du dich in dieses Segment wagst, solltest du die Grundlagen des Investierens verstehen und ein Gefühl für den Markt entwickelt haben. Ein Welt-ETF ist einfacher zu verstehen und weniger riskant.
Wenn du dich für einen Small Cap ETF entscheidest, dann tue es aus Überzeugung und nicht, weil du schnelle Gewinne erwartest. Die historischen Renditen sind vielversprechend, aber es gibt keine Garantie. Du musst bereit sein, auch längere Durststrecken auszuhalten.
Letztlich ist die Entscheidung sehr persönlich. Es gibt keine allgemeingültige Antwort, ob ein Small Cap ETF zu dir passt. Nutze die Informationen aus diesem Artikel als Grundlage und treffe eine informierte Entscheidung. Wenn du unsicher bist, kannst du auch einen Teil deines Geldes in Small Caps investieren und den Rest in breiteren ETFs lassen.
Dein Fahrplan: Die nächsten Schritte nach dem Small Cap ETF Test
Nachdem du nun weißt, worauf es beim Small Cap ETF Test ankommt, ist es Zeit für konkrete Schritte. Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme deiner finanziellen Situation. Überlege, wie viel Geld du monatlich investieren kannst und welchen Anlagehorizont du hast. Nur so kannst du die richtige Entscheidung treffen.
Der zweite Schritt ist die Auswahl des passenden Index. Entscheide dich, ob du weltweit investieren möchtest oder nur in eine bestimmte Region. Der MSCI World Small Cap ist eine gute Wahl für globale Diversifikation. Wenn du Europa bevorzugst, gibt es auch hierfür passende Indizes.
Der dritte Schritt ist der konkrete Vergleich der ETFs. Nutze Vergleichsportale und die Webseiten der Fondsgesellschaften, um die Kosten und die Nachbildungsqualität zu prüfen. Erstelle eine Tabelle mit den wichtigsten Kennzahlen und wähle den Fonds, der am besten zu deinen Zielen passt.
Der vierte Schritt ist die Umsetzung. Eröffne ein Depot bei einem Broker deiner Wahl, falls du noch keins hast. Richte einen Sparplan ein oder kaufe den ETF direkt. Achte darauf, dass die Ordergebühren nicht zu hoch sind, gerade bei kleineren Beträgen.
Der letzte Schritt ist die regelmäßige Überprüfung. Schaue dir dein Investment mindestens einmal pro Jahr an und prüfe, ob es noch zu deiner Strategie passt. Passe deinen Sparplan an, wenn sich deine finanzielle Situation ändert. Und denke daran: Investieren ist ein Marathon, kein Sprint.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Small Cap Unternehmen haben eine geringe Marktkapitalisierung, meist unter 2 Milliarden Euro. Large Cap Unternehmen sind deutlich größer, oft über 10 Milliarden Euro. Small Caps haben höheres Wachstumspotenzial, aber auch höheres Risiko.
Eine Faustregel ist, Small Caps mit 10 bis rund 20 Prozent des Aktienanteils zu gewichten. Das hängt aber von deiner Risikobereitschaft ab. Wichtig ist, dass du die höheren Schwankungen aushalten kannst.
Ja, Small Cap ETFs haben in der Regel eine höhere Volatilität. Die Kurse schwanken stärker, weil die Unternehmen kleiner und weniger stabil sind. Dafür sind die Renditechancen langfristig oft höher.
Es gibt keinen objektiv besten Index. Der MSCI World Small Cap ist breit aufgestellt und gut diversifiziert. Der S&P 600 ist auf die USA fokussiert. Wähle den Index, der am besten zu deiner Strategie passt.
Ja, die meisten Broker bieten Sparpläne auf Small Cap ETFs an. Achte auf die Konditionen, manche Broker haben besondere Angebote für bestimmte ETFs. Ein Sparplan ist eine gute Möglichkeit, regelmäßig zu investieren.
Eine Überprüfung einmal pro Jahr ist ausreichend. Schaue dir die Wertentwicklung, die Kosten und die Zusammensetzung an. Vermeide es, bei kurzfristigen Schwankungen zu reagieren.
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