MagazineFinanzenKostenlos starten
FinanzenInvestieren Praemiensparen
FinanzbildungPrämiensparen9 Min.

Prämiensparen Wie funktioniert es und lohnt es sich noch?

Prämiensparen einfach erklärt: Funktionsweise, Vor- & Nachteile, Kündigung & Alternativen. Jetzt Vermögensaufbau-Rechner nutzen.

Prämiensparen einfachRechnerWas ist
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Prämiensparen ist ein langfristiges Sparprodukt, das meist von Sparkassen und Genossenschaftsbanken angeboten wird.
  • Sparer zahlen regelmäßige monatliche Raten; zusätzlich zum Zinssatz erhalten sie nach einer Mindestlaufzeit jährliche Prämien, die mit den Jahren steigen.
  • Prämien sind kein Zins im klassischen Sinne, sondern eine vertraglich zugesicherte Bonuszahlung auf die geleisteten Sparraten.
  • Klassisches Prämiensparen war besonders in den 1990er- und 2000er-Jahren verbreitet; heute gibt es kaum neue Vertragsabschlüsse.

Prämiensparen einfach erklärt: Sparmodell mit Tücken und Chancen

Prämiensparen ist ein langfristiges Sparprodukt, das meist von Sparkassen und Genossenschaftsbanken angeboten wird.

Prämiensparen ist ein langfristiges Bankprodukt, bei dem du monatlich einen festen Betrag einzahlst und nach einer Wartezeit jährlich steigende Prämien erhältst – zusätzlich zu einem variablen Basiszins. Für viele Sparer:innen ist es heute kaum noch attraktiv. Wer aber einen alten Vertrag hat oder übernommen hat, sollte unbedingt prüfen, ob Nachzahlungsansprüche bestehen.

Das Wichtigste auf einen Blick: Prämiensparen bindet dich langfristig – oft bis zu 25 Jahre. Die Prämien entfalten ihre Wirkung erst nach vielen Jahren. Neue Verträge lohnen sich 2026 kaum. Bestehende alte Verträge können jedoch durch BGH-Urteile Nachzahlungsansprüche begründen. Dein Geld ist durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

AUF EINEN BLICK

  • Sparer zahlen regelmäßige monatliche Raten; zusätzlich zum Zinssatz erhalten sie nach einer Mindestlaufzeit jährliche Prämien, die mit den Jahren steigen.
  • Prämien sind kein Zins im klassischen Sinne, sondern eine vertraglich zugesicherte Bonuszahlung auf die geleisteten Sparraten.
  • Klassisches Prämiensparen war besonders in den 1990er- und 2000er-Jahren verbreitet; heute gibt es kaum neue Vertragsabschlüsse.
  • Für Sparer:innen: niedriger Einstiegsbetrag möglich, aber kaum Flexibilität – wichtig bei wechselnden Einkommenssituationen.

Rechner: Sparplan & Zinseszins

Zieh die Regler – sieh, wie aus kleinen Raten Vermögen wird.

🧮 Sparplan-Rechner

Modellrechnung, konstante Rendite, vor Steuern & Kosten – keine Anlageberatung.

Was ist Prämiensparen? – Das Sparmodell aus einer anderen Ära

Monatliche Sparrate wird über eine festgelegte Laufzeit (häufig bis zu 25 Jahre) eingezahlt.

Prämiensparen ist ein langfristiges Sparprodukt, das vor allem von Sparkassen und Genossenschaftsbanken vertrieben wurde und wird. Kern des Modells: Du zahlst monatlich eine gleichbleibende Rate ein – häufig zwischen 25 und 100 Euro – und erhältst dafür nicht nur einen Basiszins auf das angesammelte Guthaben, sondern nach einer vertraglich definierten Mindestlaufzeit zusätzlich eine jährliche Prämie. Diese Prämie ist keine klassische Zinsgutschrift, sondern eine separat vereinbarte Bonuszahlung, die auf die Summe deiner geleisteten Einzahlungen des jeweiligen Jahres berechnet wird.

Der entscheidende Unterschied zu einem normalen Sparkonto liegt in diesem Prämienmodell: Die Prämien steigen stufenweise mit der Vertragsdauer. Je länger du dabei bleibst, desto höher der Bonus. Besonders verbreitet war Prämiensparen in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren, als die Zinsen noch auf einem deutlich höherem Niveau lagen und das Produkt dadurch attraktive Gesamtrenditen versprach. Heute gibt es kaum noch Neuverträge – doch Millionen alter Verträge laufen noch oder wurden in der Vergangenheit abgeschlossen.

Für viele Sparerinnen und Sparer sind Prämiensparverträge heute oft dann ein Thema, wenn Eltern oder Großeltern solche Verträge auf ihren Namen oder als Sparform für den Nachwuchs abgeschlossen haben. Das Verständnis des Produkts ist wichtig, um zu entscheiden: Weiterlaufen lassen, kündigen – oder sogar Nachzahlungen fordern?

AUF EINEN BLICK

  • Zusätzlich zu einem variablen Basiszins wird eine Jahresprämie gutgeschrieben, die stufenweise mit der Vertragsdauer steigt.
  • Prämien beginnen ab einem bestimmten Vertragsjahr (oft nach dem dritten Jahr) und erhöhen sich in Stufen bis zum Vertragsende.
  • Basiszins ist variabel – die Bank kann ihn innerhalb vertraglicher Grenzen anpassen; dies war Kern vieler Rechtsstreitigkeiten.
  • Am Vertragsende wird das gesamte Guthaben inkl. Prämien und Zinsen ausgezahlt.

Wie funktioniert Prämiensparen genau? – Basiszins, Prämien und Laufzeit

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Urteilen entschieden, dass viele Zinsanpassungsklauseln in Prämiensparverträgen unwirksam waren.

Der Mechanismus eines Prämiensparvertrags besteht aus zwei Ertragskomponenten. Erstens: der variable Basiszins, der auf das gesamte Guthaben berechnet wird. Dieser Zinssatz ist nicht fest, sondern kann von der Bank im Laufe der Zeit angepasst werden – innerhalb der vertraglich festgelegten Grenzen. Zweitens: die Jahresprämie, die als Prozentsatz auf die Summe der in einem Vertragsjahr geleisteten Einzahlungen gutgeschrieben wird. Diese Prämie setzt in der Regel erst nach dem dritten Vertragsjahr ein und steigt dann jährlich oder in Stufen an.

Typische Prämienstaffeln könnten beispielsweise so aussehen: Im vierten Jahr bekommst du eine Prämie von wenigen Prozent auf deine Jahreseinzahlungen, im zehnten Jahr vielleicht 20 Prozent und im zwanzigsten Jahr bis zu 50 Prozent oder mehr. Die genauen Werte variieren je nach Vertrag und Anbieter. Entscheidend ist: Die Prämien entfalten ihre volle Wirkung erst gegen Ende einer langen Laufzeit – oft nach 15 bis 25 Jahren. Wer früh aussteigt, verliert einen erheblichen Teil des Mehrwerts.

Der variable Basiszins war in der Niedrigzinsphase der 2010er-Jahre ein zentrales Problem. Viele Banken passten den Basiszins so weit nach unten an, dass Sparer de facto kaum noch Zinserträge erhielten – während die Prämien zwar noch liefen, aber auf einer sehr niedrigen Basis. Genau hier setzen die Urteile des Bundesgerichtshofs an, die wir im nächsten Abschnitt erläutern.

Aus steuerlicher Sicht gilt: Zinsen und Prämien aus einem Prämiensparvertrag sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer. Für Sparer:innen mit geringen Gesamteinkünften empfiehlt sich ein Freistellungsauftrag: Der Sparerpauschbetrag liegt für Ledige bei 1.000 Euro jährlich – Zinsen und Prämien bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei.

AUF EINEN BLICK

  • Betroffene Sparer haben möglicherweise Anspruch auf Nachzahlungen zu viel einbehaltener Zinsen – abhängig vom Einzelvertrag.
  • Verbraucherzentralen empfehlen, alte Verträge prüfen zu lassen; eine Verjährung ist zu beachten.
  • Sparer:innen mit älteren oder übernommenen Verträgen sollten aktiv werden und Kontoauszüge sichten.
  • Wichtig: StudySmarter gibt keine Rechtsberatung – für individuelle Ansprüche zuständige Stellen sind Verbraucherzentralen oder Anwälte für Bankrecht.

Prämiensparen & das BGH-Urteil: Was Sparer jetzt wissen müssen

Vorteile: Planbarkeit durch feste Sparraten, steigende Prämien als Treuebelohnung, Einlagensicherung greift (gesetzlich geschützte Beträge bei deutschen Kreditinstituten).

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren richtungsweisenden Urteilen festgestellt, dass viele Zinsanpassungsklauseln in Prämiensparverträgen unwirksam waren. Das Kernproblem: Banken hatten sich in den Verträgen das Recht vorbehalten, den variablen Basiszins nach eigenem Ermessen anzupassen – ohne klare Referenzgröße und ohne transparente Berechnungsmethode. Dies benachteiligt Sparer unangemessen und verstößt gegen das AGB-Recht.

Die praktische Konsequenz für betroffene Sparer ist erheblich: Wenn die Bank den Basiszins über die Jahre zu stark abgesenkt hat – ohne die Absenkung an einem nachvollziehbaren Referenzzins zu orientieren –, könnten Sparer Anspruch auf eine Nachzahlung der Zinsdifferenz haben. Der BGH hat dabei vorgegeben, wie eine korrekte Zinsanpassung hätte aussehen sollen: anhand eines geeigneten Referenzzinses, etwa der Umlaufrendite festverzinslicher Wertpapiere der Deutschen Bundesbank. Die konkrete Nachzahlungshöhe hängt vom Einzelvertrag, der Laufzeit und der tatsächlich gezahlten Verzinsung ab.

Wichtig: Verbraucherzentralen empfehlen, alte Verträge unbedingt prüfen zu lassen – möglichst bevor Ansprüche verjähren. Die reguläre Verjährungsfrist beträgt drei Jahre, beginnt aber erst ab dem Zeitpunkt, zu dem der Sparer von seinem Anspruch wissen konnte oder musste. Da die BGH-Urteile und deren Folgen erst in den letzten Jahren öffentlich bekannt wurden, sind viele Ansprüche noch nicht verjährt – aber es gibt keinen Grund zu warten.

Für Sparer, die einen geerbten oder früher abgeschlossenen Prämiensparvertrag haben, gilt: Kontoauszüge der vergangenen Jahre sichten, den Vertrag heraussuchen und bei der zuständigen Verbraucherzentrale vorlegen lassen. Viele Verbraucherzentralen bieten Musteranschreiben und Beratung speziell zu Prämienspar-Nachforderungen an.

AUF EINEN BLICK

  • Vorteile: Kein Kursrisiko – das Kapital ist nicht an Börsen gebunden, daher für sehr sicherheitsorientierte Sparer geeignet.
  • Nachteile: Variabler Basiszins kann sinken; historisch wurden Zinsen von Banken oft zu niedrig angepasst (BGH-Urteile).
  • Nachteile: Geringe Flexibilität – vorzeitige Kündigung kostet Prämien; schlechte Eignung für Sparer mit unstetem Einkommen.
  • Nachteile: Im Vergleich zu ETF-Sparplänen oder Tagesgeld historisch schlechtere Realrendite, vor allem in Niedrigzinsphasen.

Vor- und Nachteile von Prämiensparen – was wirklich für dich zählt

Prämiensparen kann in der Regel mit einer Kündigungsfrist (oft drei Monate) beendet werden – genaue Frist im Vertrag prüfen.

Prämiensparen hat echte Stärken – aber auch handfeste Schwächen, die gerade für Sparer:innen und junge Erwachsene relevant sind. Auf der Habenseite steht zunächst die Planbarkeit: Wer monatlich eine feste Rate einzahlt, baut diszipliniert Kapital auf. Die steigenden Prämien wirken als Treuebelohnung und können – bei langer Laufzeit und stabilen Rahmenbedingungen – einen attraktiven Zusatzertrag darstellen. Dazu kommt: Dein eingespartes Kapital ist nicht an Börsenentwicklungen gebunden. Es gibt keine Kursschwankungen, kein Verlustrisiko beim Nominalwert deiner Einzahlungen.

Auf der Minusseite wiegt besonders schwer die geringe Flexibilität. Prämiensparen ist auf Langfristigkeit ausgelegt – und wer früh kündigt, verliert je nach Vertragsjahr einen erheblichen Teil oder sogar die gesamten Prämien des laufenden Jahres. Für Sparer:innen, deren Einkommenssituation sich innerhalb weniger Jahre grundlegend ändern kann – berufliche Neuorientierung, Familienplanung, Arbeitsplatzwechsel –, ist das ein echtes Risiko. Außerdem ist der variable Basiszins kein Sicherheitsgarant: Wie die BGH-Urteile zeigen, haben Banken in der Vergangenheit diesen Spielraum zu ihren Gunsten genutzt.

Ein weiterer Aspekt, der oft unterschätzt wird: Opportunitätskosten. Das Geld, das in einem Prämiensparvertrag jahrzehntelang gebunden ist, steht nicht für andere Anlageformen zur Verfügung. Wer denselben monatlichen Betrag in einen breit diversifizierten ETF-Sparplan investiert, hat historisch betrachtet über lange Zeiträume erheblich höhere Renditen erzielt – bei allerdings höherem Risiko. Prämiensparen ist daher kein schlechtes Produkt per se, aber es passt nicht zu jedem Lebensentwurf.

AUF EINEN BLICK

  • Bei Kündigung vor dem Stufenwechsel gehen anteilige oder alle Prämien des laufenden Jahres verloren.
  • Schriftliche Kündigung an die kontoführende Filiale; Datum und Eingang dokumentieren (Einschreiben empfehlenswert).
  • Nach BGH-Urteil: Kündigung schließt mögliche Nachzahlungsansprüche nicht aus – diese können separat geltend gemacht werden.
  • Tipp: Vor Kündigung Bilanz ziehen – wie viele Prämienstufen fehlen aktuell, und überwiegt die Opportunitätskosten?

Prämiensparen kündigen: So gehst du richtig vor

Tagesgeld: Höhere Flexibilität, aktuell wieder relevante Zinsen – ideal als Notgroschen.

Wer seinen Prämiensparvertrag beenden möchte, kann das in der Regel mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten tun – die genaue Frist ist im Vertrag geregelt und sollte dort zuerst nachgeschlagen werden. Wichtig ist der Zeitpunkt innerhalb des Vertragsjahres: Kündigst du kurz vor dem Stufenwechsel – also kurz bevor die nächsthöhere Prämie auf deine Einzahlungen gutgeschrieben wird –, verlierst du diese Prämie entweder anteilig oder vollständig. Es kann sich lohnen, den optimalen Kündigungszeitpunkt mit einem Blick auf die Vertragsstaffel zu wählen.

Die Kündigung selbst sollte schriftlich erfolgen – am besten per Einschreiben mit Rückschein, damit du den Eingang dokumentieren kannst. Adressiere das Schreiben an die kontoführende Filiale, halte das Datum fest und fordere eine schriftliche Kündigungsbestätigung an. Manche Banken verlangen, dass die Kündigung zu einem bestimmten Stichtag innerhalb des Vertragsjahres eingeht.

Besonders wichtig: Eine Kündigung schließt mögliche Nachzahlungsansprüche wegen unwirksamer Zinsanpassungsklauseln ausdrücklich nicht aus. Diese Ansprüche entstehen durch das Vertragsverhältnis selbst und können separat – auch nach Kündigung – geltend gemacht werden. Wer also kündigt und gleichzeitig Nachzahlungen einfordert, handelt rechtlich korrekt. Beide Verfahren sind unabhängig voneinander.

AUF EINEN BLICK

  • ETF-Sparplan: Langfristig historisch höhere Renditen, bereits ab kleinen Monatsbeträgen möglich, aber mit Kursrisiko.
  • Tagesgeldkonto vs. Prämiensparen: Bei kurzem Anlagehorizont (3–5 Jahre) ist Prämiensparen kaum sinnvoll – Prämien entfalten sich erst nach vielen Jahren.
  • Festgeld: Fixe Laufzeit und fester Zins – transparenter als variables Prämiensparen, aber ebenfalls unflexibel.
  • Staatlich geförderte Alternativen: Vermögenswirksame Leistungen (VL) + Fondssparplan können interessant sein, sobald ein regelmäßiges Einkommen besteht.

Prämiensparen vs. Alternativen: Was passt wirklich zu Ihnen?

Prämiensparen bei deutschen Banken unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung – der Betrag je Anleger und Kreditinstitut ist gesetzlich geschützt.

Für alle, die heute mit dem Sparen anfangen wollen, ist Prämiensparen in den meisten Fällen nicht die erste Wahl. Die lange Bindung und fehlende Flexibilität passen schlecht zu einer Lebenssituation mit wechselnden Jobs, unregelmäßigen Einnahmen und möglichen größeren Anschaffungen. Welche Alternativen gibt es also?

Das Tagesgeldkonto ist für die meisten Sparer:innen der sinnvollste Einstieg. Es bietet volle Flexibilität: Du kannst jederzeit einzahlen und abheben, der Zinssatz liegt aktuell wieder auf einem relevanten Niveau, und das Geld ist als Notgroschen jederzeit verfügbar. Tagesgeld eignet sich ideal für die ersten ein bis zwei Jahresgehälter als Notfallreserve. Der Nachteil: Die Zinsen können sich täglich ändern und sind nicht planbar.

Der ETF-Sparplan ist die langfristig stärkere Alternative für den Vermögensaufbau. Bereits ab kleinen monatlichen Beträgen – manche Anbieter ermöglichen Sparpläne ab einem Euro – investierst du breit diversifiziert in weltweite Aktienindizes. Historisch haben breit gestreute Aktienanlagen über lange Zeiträume deutlich höhere Renditen erzielt als reine Sparprodukte – aber mit Kursschwankungen als Preis dafür. Wer einen Anlagehorizont von zehn Jahren oder mehr hat, kann dieses Risiko in der Regel gut tragen.

Festgeld ist eine dritte Option: feste Laufzeit, fester Zinssatz, Einlagensicherung. Es ist transparenter als Prämiensparen mit variablem Basiszins, aber ebenso unflexibel während der Laufzeit. Für größere Beträge mit mittlerem Zeithorizont (ein bis fünf Jahre) kann Festgeld sinnvoll sein. Die Kombination aus Tagesgeld als flexiblem Puffer und ETF-Sparplan als langfristigem Aufbau ist für die meisten Anleger:innen jedoch die passendste Strategie.

AUF EINEN BLICK

  • Sparkassen und Genossenschaftsbanken verfügen zusätzlich über institutsübergreifende Sicherungssysteme (Institutssicherung).
  • Das angesparte Guthaben gilt also als sehr sicher – das Risiko liegt nicht im Ausfall, sondern in der schlechten Rendite.
  • Wichtig: Einlagensicherungsgrenze gilt pro Person und Institut – wer mehrere Konten bei verschiedenen Banken hat, sollte Gesamtübersicht behalten.

Ist dein Geld beim Prämiensparen sicher? – Einlagensicherung erklärt

Bestehende alte Verträge (eigene oder von Angehörigen): Auf BGH-Nachzahlungsansprüche prüfen lassen, Kündigungsoption abwägen.

Prämiensparen bei deutschen Banken und Sparkassen fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung. Diese schützt Einlagen je Anleger und je Kreditinstitut bis zu einem gesetzlich festgelegten Betrag – derzeit 100.000 Euro pro Person und Bank. Das bedeutet: Selbst wenn ein Kreditinstitut insolvent werden sollte, ist dein angespartes Guthaben bis zu dieser Grenze geschützt. Für die allermeisten Sparer ist dieses Limit mehr als ausreichend.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken, also die klassischen Anbieter von Prämiensparverträgen, verfügen darüber hinaus über eigene institutsübergreifende Sicherungssysteme. Bei Sparkassen ist das der Sparkassen-Stützungsfonds, bei Genossenschaftsbanken die Sicherungseinrichtung des BVR. Diese Systeme sichern im Zweifel nicht nur die Einlagen, sondern schützen das Institut als Ganzes – eine sogenannte Institutssicherung. In der Praxis bedeutet das: Das Ausfallrisiko bei diesen Banken gilt als äußerst gering.

Das tatsächliche Risiko beim Prämiensparen liegt also nicht in der Sicherheit deines Kapitals, sondern in der Rendite: Du riskierst, dass die Kombination aus variablem Basiszins und Prämien nach Abzug von Inflation und Steuern eine negative Realrendite ergibt. Gerade in Phasen mit hoher Inflation – wie in den Jahren 2021 bis 2023 – können selbst nominale Gewinne real zu Verlusten werden. Wer daher seinen 1.000 Euro Sparerpauschbetrag optimal nutzen möchte, sollte genau rechnen, welches Produkt unterm Strich mehr erwirtschaftet.

Wichtig für Sparer mit mehreren Bankverbindungen: Die 100.000-Euro-Grenze gilt pro Person und pro Institut, nicht über alle Konten hinweg. Wer größere Summen spart, sollte daher auf eine Verteilung auf verschiedene Kreditinstitute achten und die Gesamtübersicht behalten. Für die meisten Anleger ist das in aller Regel kein Problem – doch wer geerbte Verträge übernimmt, sollte den Gesamtbestand im Blick haben.

AUF EINEN BLICK

  • Neue Prämiensparvverträge abschließen: Für die meisten Sparer 2026 wenig attraktiv – fehlende Flexibilität und lange Bindung sprechen dagegen.
  • Alternativer Einstieg in den Vermögensaufbau: ETF-Sparplan oder Tagesgeld als erste Wahl, dann Schritt für Schritt aufbauen.
  • Nutze den StudySmarter Vermögensaufbau-Rechner, um deinen persönlichen Sparplan zu simulieren und zu verstehen, wie viel du langfristig aufbauen kannst.
  • Bleib flexibel: Deine Einkommenssituation kann sich schnell ändern – wähle Produkte, die das berücksichtigen.

Prämiensparen 2026: Altverträge prüfen, Neustart mit besseren Alternativen

Prämiensparen war für eine Generation von Sparern ein solides Instrument – in einer Welt mit höheren Zinsen und ohne günstige ETF-Sparpläne. Für Sparer:innen und Anleger:innen gilt 2026: Neue Verträge abschließen ist wenig sinnvoll. Die fehlende Flexibilität, der variable Basiszins mit historisch problematischer Handhabung und die lange Bindungsdauer passen schlicht nicht zu einer Lebensphase, in der Agilität und Liquidität wichtig sind.

Wer hingegen einen bestehenden alten Vertrag hat – selbst abgeschlossen oder von Angehörigen übernommen –, sollte jetzt aktiv werden. Die BGH-Urteile eröffnen möglicherweise Nachzahlungsansprüche, die real ins Gewicht fallen können. Und eine Kündigung, wenn die Prämien kaum noch einen Mehrwert liefern, ist besser als stures Festhalten an einem Produkt, das nicht mehr passt. Beide Schritte – Nachzahlungsanspruch prüfen und Kündigungszeitpunkt optimieren – lassen sich gut kombinieren.

Dein nächster Schritt: Statt auf alte Sparprodukte zu setzen, kannst du mit einem Tagesgeldkonto als Notgroschen und einem ETF-Sparplan als langfristigem Baustein deinen Vermögensaufbau strukturiert angehen. Wie viel du über die Jahre aufbauen kannst, siehst du direkt im StudySmarter Vermögensaufbau-Rechner – kostenlos, ohne Anmeldung, sofort nutzbar.

🧮 Rechne deinen Fall durch

Ermittle deine konkreten Zahlen mit dem passenden Rechner.

Kostenlos starten →

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Versicherung, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

Mit dem Anmelden stimmst du der Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abbestellbar.

Häufige Fragen

Ob Sie einen alten Prämiensparvertrag kündigen und trotzdem Nachzahlungen fordern können, hängt vom Einzelfall und den vertraglichen Vereinbarungen ab. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können Sie bei unwirksamen Zinsanpassungsklauseln auch nach der Kündigung eine Nachberechnung und gegebenenfalls Nachzahlung verlangen. Lassen Sie Ihren Vertrag im Zweifel rechtlich prüfen, bevor Sie kündigen.

Die Höhe der Prämie beim Prämiensparen ist nicht einheitlich geregelt, sondern hängt vom jeweiligen Vertrag und der Bank ab. Üblich sind gestaffelte Prämien, die mit der Vertragslaufzeit ansteigen können, oft beginnend bei einem kleinen Prozentsatz der Einzahlungen. Konkrete Werte sollten Sie Ihrem Vertrag oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen Ihrer Bank entnehmen.

Prämiensparen kann für Sie grundsätzlich sinnvoll sein, wenn Sie regelmäßig kleine Beträge zurücklegen möchten und eine langfristige Bindung eingehen wollen. Allerdings ist die Rendite oft gering, und die Flexibilität ist eingeschränkt, was für Sparer mit unregelmäßigem Einkommen nachteilig sein kann. Vergleichen Sie die Konditionen mit anderen Sparformen, bevor Sie sich entscheiden.

Wenn Sie Ihren Prämiensparvertrag kündigen, erhalten Sie in der Regel Ihr eingezahltes Kapital sowie die bis dahin angesammelten Zinsen und Prämien ausgezahlt. Je nach Vertrag können jedoch Strafzinsen oder eine Reduzierung der Prämie anfallen, wenn Sie vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit kündigen. Prüfen Sie die Kündigungsbedingungen in Ihrem Vertrag genau.

Der Bundesgerichtshof hat in mehreren Urteilen entschieden, dass viele Prämiensparverträge unwirksame Zinsanpassungsklauseln enthalten, die zu einer zu niedrigen Verzinsung führen. Die Banken müssen die Zinsen dann anhand des vertraglich vereinbarten Referenzzinses neu berechnen und die Differenz nachzahlen. Diese Rechtsprechung gilt für Altverträge, die vor bestimmten Stichtagen abgeschlossen wurden.

Ihr Geld beim Prämiensparen ist als Spareinlage bei einer deutschen Bank in der Regel durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, die pro Kunde und Bank einen bestimmten Höchstbetrag abdeckt. Die Prämien und Zinsen sind Teil Ihrer Einlage und daher ebenfalls geschützt. Allerdings unterliegt die Einlagensicherung gesetzlichen Obergrenzen, die Sie bei sehr hohen Beträgen beachten sollten.

Der Hauptunterschied liegt in der Anlageform: Prämiensparen ist ein klassisches Sparkonto mit garantierter Verzinsung und Prämien, während ein ETF-Sparplan in börsengehandelte Aktienfonds investiert und damit marktabhängig ist. Prämiensparen bietet Sicherheit und Planbarkeit, aber meist geringere Renditechancen, während ETFs langfristig höhere Gewinne ermöglichen, aber auch Verlustrisiken tragen. Ihre Wahl hängt von Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Anlagehorizont ab.

Sie können Ihren Prämiensparvertrag bei einer unabhängigen Verbraucherberatung, etwa der Verbraucherzentrale, prüfen lassen, die die Vertragsklauseln auf Wirksamkeit und mögliche Nachzahlungsansprüche analysiert. Auch spezialisierte Rechtsanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht bieten eine Prüfung an, oft im Rahmen einer Erstberatung. Alternativ können Sie sich direkt an Ihre Bank wenden und eine Neuberechnung der Zinsen auf Basis der BGH-Rechtsprechung verlangen.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

Mehr aus Investieren

Ähnliche Ratgeber